Cricket – Einige Anmerkungen zu einer merkwürdigen Sportart

Spannung pur…auf dem Cricketplatz von Wetheral in Cumbria.
Photo © Rose and Trev Clough (cc-by-sa/2.0)

Meine Berührungspunkte mit dem in England so populären Cricketsport waren bisher nur sehr sporadisch. Ich wurde einmal Augenzeuge eines Spiels in Bolton Percy in North Yorkshire, was sehr schön anzusehen war: Die Spieler in ihren weißen Anzügen auf dem satten Grün des Village Greens und darüber der blaue Himmel eines warmen Sonntagvormittags; so stellt man sich englische Dorfidylle vor.

Ich ging auf einigen Village Greens spazieren, die gern als Cricketplatz verwendet werden, wie in Littlewick Green (Berkshire) und Warborough (Oxfordshire); auch Wormsley Park (Buckinghamshire) hat mir sehr gut gefallen. Leider habe ich die Regeln dieses Sportes nie verstanden. Neulich versuchte mir ein Freund, der Cricket liebt, bei einem Spaziergang entlang des River Cam bei Grantchester (Cambridgeshire) diese Regeln näherzubringen…aber ohne Erfolg. Es ist schon eine eigenartige Sportart, bei der Spiele sich manchmal über mehrere Tage hinziehen und die unterbrochen werden, damit die Spieler eine Tasse Tee zu sich nehmen können.

Es gibt in England „tea towels“ zu kaufen, die mit einfachen Worten versuchen, jemandem, der absolut keine Ahnung von Cricket hat, die Regeln zu erläutern:
You have two sides, one out in the field and one in.
Each man that’s in the side that’s in goes out, and when he’s out he comes in and the next man goes in until he’s out.
When they are all out, the side that’s out comes in and the side thats been in goes out and tries to get those coming in, out„.

Ich glaube, jetzt hat auch der Letzte verstanden, worum es geht.

In der Wikipedia gibt es ein Glossar von Cricket-Fachausdrücken, das schier endlos erscheint. Da gibt es Begriffe wie Daddy hundred, Daisy cutter, Flat-track bully und Mullygrubber. Gibt es eine Sportart, die noch komplizierter als Cricket ist? In diesem Film werden die 10 merkwürdigsten Cricketregeln vorgestellt, wobei ich Regel Nummer 4 am witzigsten finde.

Wie Adolf Hitler die Regeln des Cricket erklärt haben würde, kann man in diesem Film sehen (man sollte den deutschen Originalton aber möglichst ausblenden).

Die Scorebox des Feckenham Cricket Club in Worcestershire.
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Das verrückteste Cricketmatch von allen, das mitten im Meer ausgetragen wird. Siehe dazu meinen Blogeintrag.
Photo © Hugh Chevallier (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Dezember 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Stockbridge in Hampshire – Ein Paradies für Fliegenfischer

Ein Nebenarm des River Test an der High Street von Stockbridge.
Eigenes Foto.

In diesen Tagen ist in den deutschen Medien immer wieder vom Glücksatlas der Deutschen Post die Rede, der aussagt, wo in unserem Lande die glücklichsten Menschen wohnen. Die britische Tageszeitung The Daily Telegraph hat vor einigen Jahren eine ähnliche Untersuchung vorgenommen und kam zu dem Ergebnis, dass im Königreich die glücklichsten Menschen entlang des River Test in der Grafschaft Hampshire wohnen, wobei auch der Name Stockbridge fiel (ich berichtete in meinem Blog darüber). Genau diesen Ort habe ich mir jetzt einmal genauer angesehen, und ich muss sagen, er hat mir sehr gut gefallen. Stockbridge liegt an der A30, nordwestlich von Winchester. Die High Street sieht genauso aus wie man sie sich wünscht, gesäumt von kleinen Geschäften,Tea Rooms, Ateliers und Pubs; keine dominierenden Kettenläden und Charity Shops.

Wir nahmen an einem sonnigen Sonntagmittag in der Bar des Grosvenor Hotels einen Drink zu uns und bekamen da schon den ersten Kontakt zum Thema Fliegenfischen, das Stockbridge beherrscht. An den Wänden der Bar hingen gerahmte bunte Fliegen aus Kunststoff, Vogelfedern und anderen Materialien. Der exklusive Houghton Fishing Club, der älteste seiner Art in England, trifft sich regelmäßig im Grosvenor Hotel, das man sofort an seinem runden Vorbau erkennen kann, unter dem früher die Kutschen hielten, damit die Insassen trockenen Fußes den Eingang erreichen konnten.

Entlang der High Street finden wir einige Geschäfte mit Anglerbedarf, denn es kommen viele Fliegenfischer hierher, um im River Test, der den Ort durchquert, Forellen und andere Fischarten zu fangen. Ein beliebter Übernachtungsort, neben dem Grosvenor Hotel, ist The Greyhound on the Test an der High Street.

Eine Besonderheit von Stockbridge ist der Poetry Trail: Zehn kurze Gedichte auf Tafeln oder in Glas geritzt, sind entlang der High Street angebracht, die im Jahr 2010 von Google als „best foodie street in Britain“ bezeichnet worden ist. Im August findet hier das jährliche Trout ’n About Food Festival statt,bei dem natürlich der lokal und regional gefangene Fisch, aber auch andere Spezialitäten aus dem Test Valley im Mittelpunkt stehen.

Ich kann Stockbridge für einen Besuch sehr empfehlen, auch für diejenigen, die mit Fliegenfischen nichts am Hute haben; hier ist ein Film über die Kleinstadt.

Das Grosvenor Hotel.
Eigenes Foto.

The Greyhound on the Test.
Eigenes Foto.

Die St Peter’s Church an der High Street.
Eigenes Foto.

Published in: on 11. November 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Extrembügeln – Eine bizarre „Sportart“, die 1997 in Leicester entstand

Ein Extrembügler auf einem der Rivelin Rocks in South Yorkshire.
Author: Phil Shaw
Attribution: Theredrocket at English Wikipedia.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Entstanden ist die „Sportart“ Extrembügeln, die sich wirklich nur ein Engländer ausdenken konnte, 1997 in Leicester.  Der Fabrikarbeiter und Bergsteiger Phillip Shaw kam eines Tages auf die Idee, seine zu bügelnde Wäsche nicht mehr am heimischen Herd zu tätigen, sondern an ganz anderer Stelle, nämlich auf einem Berg. Seinen Freund Paul Nicks nahm er dazu mit, der die exzentrische Idee auch gut fand. So nach und nach bügelten die beiden an immer kurioseren Stellen und siehe da, auch andere Menschen konnten sich an der schrägen Idee der beiden Pioniere des Extrembügelns erwärmen, und zogen ebenfalls mit Bügelbrett und Bügeleisen bewaffnet los, um ihre Kleidung an immer merkwürdigeren Plätzen von lästigen Falten zu befreien.

Da gibt es z.B. das Bügeln auf Berggipfeln –> genannt Rockystyle
Das Bügeln in Wäldern –> genannt Foreststyle
Das Bügeln in Flüssen oder auf Seen –> genannt Waterstyle

Es gibt mittlerweile immer verrücktere Abarten des Extrembügelns: Bügeln unter Wasser, Bügeln beim Bungeejumping oder Synchronbügeln. Mein Favorit ist der Extrembügler auf der Autobahn M1, hier zu sehen.

Bei den Olympischen Spielen hat diese Sportart (bisher) noch keinen Einzug gefunden. Es gibt mittlerweile auch Extrembügler in anderen Ländern, so auch eine deutsche Sektion.

Hier sind die Yorkshire Divers bei einem Weltrekordversuch für Unterwasserbügeln zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Phil Shaw: Extreme Ironing. New Holland Publishers 2003. 96 Seiten. 978-1843305552.

Published in: on 25. Oktober 2019 at 02:00  Comments (3)  
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The Alnwick Shrovetide Football Match – Ein jährlich stattfindendes, ziemlich verrücktes Fußballspiel in Northumberland

Das Alnwick Castle, der River Aln und die Wiesen auf denen das Match ausgetragen wird.
Photo © G Laird (cc-by-sa/2.0)

Ein Fußballspiel fast ohne Regeln findet einmal im Jahr am Faschingsdienstag in der Stadt Alnwick in der Grafschaft Northumberland statt, das The Alnwick Shrovetide Football Match, dessen Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Ausgetragen wird das Spiel auf einer Wiese unterhalb des Alnwick Castles, dem Wohnsitz des Dukes of Northumberland und Filmkulisse für die „Harry Potter“-Filme.

Das kuriose Match wird ausgetragen zwischen den Spielern der Kirchengemeinden St Paul und St Michael, und es treten nicht elf Spieler pro Mannschaft an, sondern bis zu 150, die Geschlechtszugehörigkeit spielt keine Rolle. Eröffnet wird das Spiel dadurch, dass jemand von der Burg aus einen Ball hinunter wirft; das kann der Duke selber sein oder auch jemand anderes. Dann ziehen Spieler und Zuschauer zum Spielfeld, das zu dieser Jahreszeit oft sehr nass und voller Pfützen ist. Die beiden Tore, „hales“ genannt, sind 400 Meter voneinander entfernt, und es gilt, den Fußball dort hineinzukicken. Wer als erstes zwei Tore erzielt, ist der Sieger. So ein Match kann also sehr schnell vorbei sein oder es kann sich endlos hinziehen. Wenn dann die beiden Siegestore gefallen sind, ist das Spiel aber noch nicht zu Ende, dann kommt der Teil, der für die besonders harten Boys und Girls den Höhepunkt bildet. Der River Aln fließt an der Spielwiese vorbei und in diesen kleinen Fluss wird der Ball geworfen. Spieler beider Mannschaften stürzen sich in die eiskalten Fluten und versuchen, den Ball auf das gegenüberliegende Ufer zu bringen. Wem das gelingt, der darf ihn behalten.

Hier ist ein Film über ein Alnwick Shrovetide Football Match.

Dieses ist bereits mein fünfter Blogpost über die interessante kleine Stadt Alnwick im hohen Norden Englands, die natürlich auch über einen richtigen Fußballverein verfügt, den Alnwick Town Association Football Club, der zur Zeit in der Northern Alliance Premier Division spielt.

Die katholische St Paul’s Church.
Photo © Dave Kelly (cc-by-sa/2.0)

Die anglikanische St Michael’s Church.
Photo © Russel Wills (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 17. Oktober 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Der Burnley F.C. und sein Extrem-Fan Dave Burnley

Turf Moor, das Stadion des Burnley F.C.
Photo © Chris Heaton (cc-by-sa/2.0)

Der Fußballverein der rund 73 000 Einwohner großen Stadt Burnley in der Grafschaft Lancashire, der Burnley F.C., dessen Spieler auf Grund der Farbe ihres Trikots auch The Clarets, die Weinroten, genannt werden, spielt in der Premier League und steht zurzeit auf der Tabelle auf Platz 7, also noch vor Tottenham und Manchester United. Alle Achtung! Hier ist der offizielle Vereinssong zu hören.

Der größte Fan dieses Vereins ist der 65-jährige Dave Burnley (!), der seinen eigentlichen Namen wechselte und sich nach seinem Lieblingsverein benannte. Seine Tochter trägt den Vornamen Clarette, Dave blieb also seiner Linie treu. Seit 1974 hat er kein Spiel des Burnley F.C. verpasst, er ist immer dabei, ob im Heimstadion Turf Moor oder ob irgendwo anders im Land oder im Ausland, Dave ist immer zur Stelle. Das besagte verpasste Spiel war damals gegen Newcastle, das kurzfristig angesetzt worden war und wovon Dave nichts mitbekommen hatte. Ärgerlich!! Im vorigen Jahr hat er sogar den Wunsch geäußert, dass er nach seinem Ableben, noch einmal zum Stadion gebracht werden möchte, um zum letzten Mal ein Spiel seines Vereins zu sehen.

Wie es sich für einen echten Fan gehört, ist der Mann tätowiert. Auf der Brust trägt er auf der einen Seite das Vereinswappen des Burnley F.C., auf der anderen Seite ein weiteres Wappen über dem Turf Moor steht, dazwischen die Adresse des Stadions, „Harry Potts Way, Burnley BB10 4BX, Lancashire, England“. Harry Potts (1920-1996) war ein Spieler und Trainer vom FC Burnley.

Dave Burnley lebt in Madeley in Staffordshire, dort wo auch ein berühmter Fußballtorwart lebte, Gordon Banks, der in diesem Jahr im Januar verstarb. Von dort nach Burnley ist es ziemlich weit, so dass er, da er kein Auto hat, mit Bus oder Bahn zu den jeweiligen Austragungsorten der Spiele fahren muss, was aber einen echten Fan nicht stört.

Dave Burnley hat über sein Leben als Fan bereits zwei Bücher geschrieben „Got to be there!“ und „Still there!“.

Hier ist ein Film über den Extrem-Fan.

Published in: on 11. Oktober 2019 at 02:00  Comments (2)  
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The World Thumb Wrestling Championships 2019 in Geldeston (Suffolk)

The Locks Inn bei Geldeston in Suffolk.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

“One, two, three, four… I declare a thumb-o-war!” so beginnt jedes Match der World Thumb Wrestling Championships, die jedes Jahr im August ausgetragen werden (in diesem Jahr, zum 11. Mal, schon am 27. Juli). Der The Locks Inn bei Geldeston am River Waveney in der Grafschaft Suffolk war in diesem Jahr der Ort des Geschehens, in dem sich „Daumenkämpfer“ aus aller Welt zusammengefunden haben, um festzustellen, wer der/die Beste in diesem kuriosen Wettkampf ist.

Die Regeln des Thumb Wrestling sind einfach: Die beiden Kontrahenten stecken ihre Daumen durch die Löcher eines Miniaturboxrings und versuchen jeweils den Daumen des anderen solange auf den Boden des Spielfelds herunterzudrücken, dass der Sieger  “one, two, three, four, I win thumb-o-war!” sagen kann. 60 Sekunden dauert der Kampf; wenn es in dieser Zeit zu keiner Entscheidung gekommen ist, werden zwei weitere Runden gespielt. Wenn auch diese Verlängerung zu keinem Ergebnis führt, spielt man einfach Schere, Stein, Papier, um den Sieger zu ermitteln.

Die „Athleten“ legen sich Fantasienamen zu wie Jack ‘The Gripper’ Reynolds bei den Herren oder Thumberlina bei den Damen. In diesem Jahr wurde zum vierten Mal in Folge Paul „Under the Thumb“ Browse Weltmeister und seine Schwiegermutter Janet „Nanny Thumb“ Coleman Weltmeisterin.

Hier ist ein Film über die diesjährigen Championships.

Published in: on 10. August 2019 at 02:00  Comments (2)  
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The Great Court Run im Trinity College in Cambridge

Bei meiner ausgiebigen Tour durch die Colleges von Cambridge unter der fachkundigen Leitung unseres Freundes, eines ehemaligen Jura-Professors, machten wir auch im Trinity College Station. Dort ist der Great Court etwas, das man gesehen haben muss, einer der größten Innenhöfe Europas, der Anfang des 17. Jahrhunderts fertiggestellt worden ist.
Dieser gewaltige Platz, umgeben von historischen Gebäuden, ist Schauplatz eines Rennens, des sogenannten Great Court Run. Dabei geht es darum, eine etwa 370 Meter lange Strecke um den Innenhof zurückzulegen. Einmal im Jahr, an dem Tag an dem das Matriculation Dinner stattfindet, wird dieses Rennen ausgetragen und zwar exakt zur Mittagsstunde, wenn die Turmuhr des Colleges zu schlagen beginnt. Sie benötigt für die Schläge zwischen 43 und 44½ Sekunden und in dieser Zeit muss der Great Court von den Teilnehmern des Rennens umrundet werden. Der Startpunkt ist unter der Uhr des King Edward’s Tower.

Nur wenige haben es bisher geschafft, die Strecke zurückzulegen, während die Uhr noch schlägt. 1927 gelang das Lord Burghley, David George Brownlow Cecil, der ein Jahr später bei den Olympischen Spielen in Amsterdam die Goldmedaille beim 400-Meter-Hürdenrennen gewann. Er benötigte 43.6 Sekunden für die Umrundung des Great Court. Dieses Rennen mit Lord Burghley bildete die Vorlage für die entsprechende Szene in dem Film „Chariots of Fire“ (dt. „Die Stunde des Siegers“) aus dem Jahr 1981, der ein Jahr später mit dem Oscar prämiert wurde. Ben Cross spielte die Rolle des Harold Abrahams, des Siegers in dem Rennen. Gedreht wurden diese Filmsequenzen allerdings nicht auf dem Originalschauplatz in Cambridge, weil das College die Drehgenehmigung verweigerte, sondern in einem anderen weltberühmten College, dem von Eton. „Chariots of Fire“ ist auch durch die berühmte Titelmelodie von Vangelis bekannt geworden.

Hier ist ein Film über das Rennen und die dafür so wichtige Collegeuhr.

Der King Edward’s Tower mit der Collegeuhr am Great Court.
Eigenes Foto.

Published in: on 24. Juni 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Gebrüll in der Höhle der Löwen – Der Millwall Football Club und seine Fans

Die Höhle der Löwen – The Den of the Lions.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Der Millwall F.C. kann es fußballtechnisch nicht mit den großen Londoner Clubs wie Chelsea, Arsenal oder Tottenham aufnehmen, er spielt in der English Football League Championship, das ist vergleichbar mit der 2. Bundesliga in Deutschland, dafür sind seine Fans aber berühmt-berüchtigt für die lautstarke Unterstützung ihres Vereins. Man spricht da vom Millwall Roar, mit dem die Fans ihre „Lions„, so der Spitzname des Clubs, im Stadion The Den, die Höhle, anfeuern und die Gäste verunsichern, ja manchmal sogar ängstigen.

Der in Bermondsey im Südosten Londons angesiedelte Fußballverein genießt in Fußballkreisen keinen guten Ruf. Gerry Robson hat sich mit diesem Thema schon 2001 in seinem Buch „No One Likes Us, We Don’t Care: The Myth and Reality of Millwall Fandom“ auseinandergesetzt („No One Likes Us, We Don’t Care“ heißt der Fangesang des Millwall F.C., gesungen, oder besser gegröhlt, nach der Melodie von Rod Stewarts „Sailing“) und kommt zu dem Schluss: „The roar brings the collective and its world alive, and can overwhelm both participants and observers“.

Immer wieder kam und kommt es nach Spielen des Millwall F.C. zu Ausschreitungen, die Hooligans sind gefürchtet. Es gibt wohl keine Mannschaft in England, die gern in das Stadion The Den kommt; der junge Gary Linneker sagte einmal, dass den Spielern dort der blanke Hass entgegen schlägt und es keine gute Idee der gegnerischen Mannschaft sei, ein Tor zu schießen.

Zurzeit liegt der Millwall F.C. in der Tabelle der English Football League Championship nur auf Platz 22 (von 24 teilnehmenden Vereinen).

No one likes us, no one likes us
No one likes us, we don’t care!

We are Millwall, super Millwall
We are Millwall from The Den!

In The Den passen über 20 000 Zuschauer.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. Dezember 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Forest Green Rovers in Nailsworth (Gloucestershire) – Der umweltfreundlichste Fußballclub der Welt?

Das New Lawn Stadion der Rovers.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Bei den Forest Green Rovers, einer Fußballmannschaft aus Nailsworth in Gloucestershire, die zur Zeit in der League Two, das ist die vierte Ebene in den englischen Fußballligen, spielt, ist alles grün. Im Vereinsnamen steht das Wort „Green“ und die Spieler tragen grüne Trikots, aber das ist noch lange nicht alles. Seitdem Dale Vince den Club übernommen hat, ist hier im Stadion New Lawn in Nailsworth alles anders geworden. Dale Vince ist Chef des grünen Energiekonzerns Ecotricity, der im benachbarten Stroud angesiedelt ist, und der seine Energie hauptsächlich durch Windanlagen produziert. Der Name prangt denn auch auf den Trikots der Fußballspieler.

Der Verein Forest Green Rovers ist wahrscheinlich der weltweit umweltbewussteste Verein, seitdem Dale Vince ihn übernommen hat. Am Stadion gibt es Aufladestationen für Elektroautos, der Rasen wird von einem solarbetriebenen GPS-gesteuerten Mäher kurz gehalten, auf dem Dach sind 180 Solarpanele installiert worden, wodurch rund 20% des Stromverbrauchs des Vereins abgedeckt werden, Regenwasser wird aufgefangen und dem Stadionrasen wieder zugeführt, der vollkommen frei von Pestiziden ist und mit schottischem Seetang angereichert wird.

Forest Green Rovers F.C. ist der erste Fußballverein der Welt, der komplett vegan ist, das heißt, sowohl die Spieler als auch die Fans bekommen im Stadion ausschließlich veganes Essen vorgesetzt, und die meisten scheinen es zu lieben. Keine fettigen und dick machenden Burger und Pommes mehr, sondern Salate, Pizzen, Fajitas und vieles andere mehr, alles auch noch ansprechend angerichtet; selbst das ausgeschenkte Bier ist vegan.

Dale Vince hat mit seinem Verein noch weitere große Pläne: Er möchte das „grünste“ Stadion der Welt bauen, das den Namen Eco Park tragen soll, wenn die Pläne dafür genehmigt werden. Das renommierte Londoner Architektenbüro Zara Hadid hat den Entwurf für das für 5000 Personen ausgelegte Stadion gemacht, das in einem Parkgelände entstehen soll, in dem Hunderte von Bäumen und neue Heckenanlagen angepflanzt werden.
Mal sehen, was Dale Vince noch alles so einfällt. Sein Verein steht im Moment auf Platz 6 der League Two, vielleicht werden die Spieler durch das grüne Umfeld eines Tages beflügelt, um eine Stufe höher, in die League One, zu klettern.

Hier ist ein Film über die FGRs.

Ein etwas älteres Foto vom Stadion. An dieser Stelle sind jetzt Aufladestationen für Elektroautos installiert worden.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. November 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die kurze Karriere des Fußballstars Paul John „Gazza“ Gascoigne als Sänger

Hier im St James‘ Park Stadion in Newcastle upon Tyne begann die fußballerische Karriere von Paul John Gascoigne.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

1967 wurde Paul John Gascoigne geboren, und da seine Eltern damals für die Beatles schwärmten, nannten sie ihren Sohn nach Paul McCartney und John Lennon. Er wurde im Nordosten Englands geboren und ging in Gateshead zur Schule, war also ein echter Geordie. Nach einer nicht ganz leichten Kindheit wurde er als Teenager für den Fußball entdeckt; die Jugendmannschaft von Newcastle United war seine erste Station. Paul Gascoigne, der auch unter seinem Spitznamen Gazza bekannt wurde, vielleicht weil der französisch klingende Nachname für englische Zungen etwas schwer auszusprechen war, entwickelte sich zu einem der besten Fußballspieler des Landes, der für viele Vereine spielte, u.a für Tottenham Hotspur, Middlesborough F.C. und Everton F.C., aber auch im Ausland für Lazio Rom und den chinesischen Club Gansu Tianma F.C. im Einsatz war. Seine Karriere beendete Gascoigne beim Verein Boston United F.C. in Lincolnshire.

Leider machte er nicht nur durch sportliche Erfolge von sich reden, häufig stand er wegen Skandalen in den Schlagzeilen der Presse, er hatte Alkohol- und Drogenprobleme, wurde mehrfach wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet und litt unter psychischen Erkrankungen.

1990, als Gazza auf dem Höhepunkt seiner fußballerischen Karriere stand und in England außerordentlich beliebt war, versuchte er sich auch als Sänger und hatte sogar mit dem Titel „Fog on the Tyne (Revisited)“ großen Erfolg; die Single schaffte es bis auf Platz 2 der britischen Charts. Die Folkrockband Lindisfarne aus Newcastle upon Tyne hatte den Song schon 1971 geschrieben, ein echter Geordie-Song. Im gleichen Jahr veröffentlichte er auch die LP „Gazza and Friends – Let’s Have a Party“, auf der der singende Fußballer neben „Fog on the Tyne“ noch mit „Geordie Boys“ und „All You Need Is Love“ zu hören ist. Das war es dann aber auch mit Gazzas Ausflug in die Welt der Popmusik.

Paul Gascoigne war aber nicht der einzige Fußballer, der es auch mit Gesang versuchte; da waren zum Beispiel noch Kevin Keegan, der 1979 „Head Over Heels in Love“ aufnahm, die beiden Stars Glenn Hoddle und Chris Waddle, die 1987 mit „Diamond Lights“ auf Platz 12 der britischen Charts gelangten oder Andy Cole, dessen „Outstanding“ 1999 nur unter „ferner liefen“ einzuordnen ist.

Auch im deutschen Fußball gab es (schaurige) Gesangsversuche einiger Spieler, die zum Fremdschämen animierten; ich denke nur an Franz Beckenbauers „Gute Freunde kann niemand trennen„, Gerd Müllers „Das gibt ein Schützenfest“ oder Charly Dörfels „Das kann ich dir nicht verzeih’n„.

…und hier im York Street Stadium (das mittlerweile in The Jakemans Stadium umbenannt ist) in Boston in Lincolnshire beendete Gazza seine Karriere.
Photo © Stuart Shepherd (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 23. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Tough Guy Race in Perton (Staffordshire) – Ein Wettbewerb für harte Kerle und toughe Frauen

Wem das Ironman-Triathlon zu einfach ist, der hat in England die Möglichkeit ein Rennen mitzumachen, das wirklich nur etwas für harte Kerle, also für „Tough Guys“ ist, aber auch ebensolche Frauen dürfen teilnehmen.

Alljährlich findet Ende Januar bei Perton in der Grafschaft Staffordshire das „Tough Guy Race“ statt, das regelmäßig nur die Hälfte aller Teilnehmer bis zum Ende durchhält.

12 km lang ist der Parcours, der mit Hindernissen nur so gespickt ist, die gefährlich klingende Namen haben wie „The Vietcong Tunnels“, „Tyre Torture“ oder „Stalag Escape“. Man muss unter Drähten, die unter Strom stehen, hindurchkriechen, hohe Wände ohne jegliche Hilfsmittel überwinden und durch tiefen Morast waten. Verletzungen kommen bei den Teilnehmern häufig vor, sogar einen Todesfall hat es schon gegeben. Ein ganzes Heer von medizinisch geschultem Personal steht für Notfälle bereit.

In den letzten Jahren waren Deutsche sehr erfolgreich und gewannen mehrfach das Rennen.

Ausgedacht hat sich das Ganze ein Grenadier der britischen Armee, der Trainingscamps für Elitesoldaten entwarf. Die Nachfrage, an dem Rennen teilzunehmen, ist groß, so dass sich in jedem Jahr mehrere tausende „Tough Guys“ oder auch „Tough Girls“ anmelden.
Der nächste Start findet am 27. Januar 2019 statt, nachdem es in diesem Jahr ausgefallen ist. Die Teilnehmerzahl ist jetzt auf 1000 beschränkt. Die Teilnahmegebühr beträgt £100.

Also: Auf nach Staffordshire!

Hier sind Impressionen vom Tough Guy Race 2017.

Published in: on 15. September 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Tunstall Town Football Club – Der schlechteste Fußballverein Großbritanniens?

Einer der weniger schönen Abschnitte der Tunstall High Street.   
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

„Das schlechteste Team aller Zeiten?“ lautete vor einigen Tagen eine Überschrift über einem Zeitungsartikel. Gemeint war die derzeitige russische Fußball-Nationalmannschaft, die die letzten sieben Spiele nicht gewinnen konnte (das WM Eröffnungsspiel änderte das grundlegend). Für die englische Mannschaft Tunstall Town Football Club, die in der Staffordshire County League, Division Two, spielte, wären nur sieben verlorene Spiele vor einigen Jahren schon ein Riesenerfolg gewesen. Die Stadt aus den Staffordshire Potteries hatte es geschafft, vom September 2007 bis zum Februar 2014 nicht ein einziges Spiel zu gewinnen, das heißt 171 Spiele in Folge ohne Sieg. Zwischendurch gab es einmal ein Unentschieden gegen die Mannschaft aus Whittington, das die Niederlagenserie von 143 Spielen hintereinander beendete, doch dann ging es wie vorher weiter bis zum Februar 2014 weiter, als das Team gegen die  Betley Reserves tatsächlich wieder einmal gewinnen konnte.

In der Saison 2008/2009 erzielte Tunstall Town sieben Tore und bekam 166 Gegentreffer. Die Saison 2009/2010 bescherte der Mannschaft sechzehn Treffer und 208 Gegentore. Wahrscheinlich lag dieses katastrophale Abschneiden in der Staffordshire County League ja am Alter der Spieler. Es gab Zeiten, da spielten Männer in der Mannschaft, die schon über 60 Jahre alt waren, einige hatten sogar schon die 70 überschritten. Vielleicht war das auch der Grund, dass eine Treppenliftfirma sich veranlasst fühlte, den FC zu sponsern. Die Altherrenmannschaft in dieser Form existiert heute aber nicht mehr, man hat den Altersdurchschnitt radikal gesenkt; mit Erfolg, denn Tunstall Town FC gewann die Saison 2016/2017 in der Division Two North und stieg unter dem neuen Namen Ossma Blurton in die Division One auf.

Tunstall ist ein Teil der Stadt Stoke-on-Trent, deren Fußballverein Stoke City in der Premier League spielt. Der Sänger Robbie Williams wuchs in Tunstall in der Green Bank Road auf.

 

Published in: on 17. Juni 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Kiplingcotes Derby – Englands ältestes und kuriosestes Pferderennen

Jeden dritten Donnerstag im März findet in der Nähe der Kleinstadt Market Weighton im East Riding of Yorkshire das älteste und wohl auch kurioseste Pferderennen Englands statt, nämlich das Kiplingcotes Derby, benannt nach dem nächst gelegenen Dorf Kiplingcotes. Im Jahr 1519 soll alles begonnen haben und das ohne Unterbrechung, denn sollte es tatsächlich einmal nicht ausgetragen werden, dann darf es nie wieder stattfinden, so eine der Regeln des Rennens.

Es gibt noch weitere Regeln:
Die teilnehmenden Reiter müssen 10 Stones, das sind etwa 63 Kilogramm, wiegen. Wer leichter ist, muss ein entsprechendes, ausgleichendes Gewicht bei sich haben.
Es spielt keine Rolle, welche Pferde an den Start gehen und wie alt diese sind.
Die Strecke ist rund sechs Kilometer lang und ist gerade im Monat März oft sehr matschig, da sie ja durch freies Gelände führt. Eine Tortur für Pferd und Reiter.
Der Sieger erhält eine Prämie von £50.  Der Zweitplatzierte bekommt den Rest der Tageseinnahmen, was zu der kuriosen Situation kommen kann, dass der Zweite mehr bekommt als der Erste.

Um noch einmal auf die oben erwähnte Regel zurückzukommen, dass das Kiplingcotes Derby stattfinden muss, weil es sonst niemals mehr ausgetragen werden darf. Es gab schon drei Fälle, bei denen die Wetterverhältnisse so schlecht waren, dass das Rennen unmöglich war. 1947, 2001 (wegen der Maul- und Klauenseuche) und in diesem Jahr, 2018. Um das Derby am Leben zu halten, hat es jedes Mal ein Reiter auf sich genommen, die gesamte Strecke entweder langsam und vorsichtig abzureiten oder zumindest sein Pferd am Zügel die sechs Kilometer zu führen, es hat also sozusagen ein Ein-Personen-Derby stattgefunden.

Dieser Film zeigt einige Szenen aus einem Kiplingcotes Derby und hier kann man ein Rennen hautnah miterleben.

Das Buch zum Artikel:
Alison Ellerington: The Kiplingcotes Derby – England’s Oldest Horse Race. Highgate Publ. 1990. 28 Seiten. ISBN 978-0948929328.

Der Startpunkt des Derbys.
Photo © David Tyers (cc-by-sa/2.0)

Der Beginn der Rennstrecke.
Photo © David Tyers (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Mai 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der FC Everton – Sein Spitzname und sein Vereinslied

Am letzten Samstag ist der FC Everton in der englischen Premier League gegen den Londoner Verein Arsenal kläglich mit 5:1 untergegangen und damit stehen sie in der Tabelle von dieser Woche auf Platz 10.

Everton ist ein Stadtteil von Liverpool und die Fußballmannschaft stand immer im Schatten seines großen Nachbarn, dem FC Liverpool, zurzeit von Jürgen Klopp trainiert. Die beiden Fußballstadien Goodison Park und Anfield Road liegen nur rund 15 Minuten zu Fuß voneinander entfernt. Der prominenteste Spieler in Everton ist momentan Wayne Rooney.

Wie die meisten Premier League Clubs hat auch der 1878 gegründete FC Everton einen Spitznamen. Das Team nennt sich The Toffees, die Karamelbonbons. Woher kommt dieser Name?

Vor langer Zeit war Old Ma Bushell für ihre Everton Toffees berühmt und stand in direkter Konkurrenz zu Old Mother Noblett, die sich wiederum einen Namen durch ihre Everton Mints gemacht hatte. Beide Süßigkeiten waren bei den Fans des FC Everton sehr beliebt. Als der Verein von der Anfield Road, wo er früher spielte, in den Goodison Park umzog, bekam Ma Bushells Ye Anciente Everton Toffee Shop Probleme, weil die Fans nicht mehr an ihrem Laden vorbeiliefen. Da hatte sie eine Idee: Sie holte sich von der Vereinsführung die Erlaubnis, innerhalb des Stadions vor dem Spiel ihre Toffees zu verteilen und das tat ihre hübsche Enkelin. Diese Tradition ist bis heute geblieben. Die Everton Toffee Lady (hier zu sehen), eine Frau aus dem Fanlager des Clubs, verteilt vor Spielbeginn die Süßigkeiten, allerdings sind es nun Everton Mints.

Die Toffees haben wie andere Vereine auch eine Art Hymne, die gespielt wird, wenn die Mannschaften in den Goodison Park einziehen, und zwar ist das die ehemalige Erkennungsmelodie der BBC-TV-Serie Z Cars (ich berichtete in meinem Blog darüber), die in den 1960er und 1970er Jahren gesendet wurde und in Deutschland unter dem Titel „Task Force Police“ lief. Die von Fritz Spiegl arrangierte Melodie basierte auf dem Liverpooler Shanty „Johnny Todd„. Dieser Film zeigt den Einzug der Toffees in ihr Stadion.

Die Toffees spielen gegen die Rovers aus Blackburn.
Photo © Kevin Williams (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Der Cricketplatz von Wormsley Park in Buckinghamshire

Gleich in mehreren Episoden der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ spielt Cricket eine nicht unbedeutende Rolle (ich berichtete in einem früheren Blogeintrag schon einmal über das Thema). Da geht es Tom Barnaby auf einem Cricketplatz in Folge 25 „Death and Dreams“ (dt. „Trau, schau, wem!“) beinahe an den Kragen, als  ihm Hannah und Ettie dort einen merkwürdig schmeckenden Tee anbieten. Gedreht wurde damals auf dem Gelände des Stonor Cricket Clubs, direkt gegenüber der Zufahrt zum Stonor Park (Oxfordshire). Weitere Details dazu sind hier nachzulesen.

In Folge 8 „Dead Man’s Eleven“ (dt. „Sport ist Mord“) erleben wir ein Cricketmatch zwischen Fletcher’s Cross und Midsomer Worthy, das auf dem Dorfanger von Littlewick Green in Berkshire gedreht wurde. Ich berichtete von meinem Besuch in dem Bilderbuchdorf.

In „Secrets and Spies“ (dt. „Sportler und Spione“), Episode 69, sehen wir recht lange Sequenzen eines Cricketspieles, bei dem Tom Barnaby als Schiedsrichter fungiert und DS Ben Jones mitspielt. Für diese Szenen suchte sich das Produktionsteam von „Midsomer Murders“ den Cricketplatz auf dem Wormsley Estate in Buckinghamshire als Drehort aus, wo wir auch in Folge 113 „Last Man Out“ (wurde bisher noch nicht im ZDF gezeigt) hingeführt werden. In dieser Episode begegnen wir auch wieder Ben Jones, der ja zwischenzeitlich von anderen Sergeants abgelöst worden ist. Der Star-Cricketspieler Leo Henderson wird auf diesem Platz ermordet, und John Barnaby macht sich an die Aufklärung des Falles.

Wormsley Park liegt in der Nähe von Stokenchurch und hier lebte der US-amerikanische Milliardär und Philanthrop Sir Paul Getty von 1986 bis zu seinem Tod im Jahr 2003. Heute ist es der Wohnort von dessen Sohn Mark Getty. Niemand Geringeres als Mick Jagger von den Rolling Stones brachte Sir Paul den Cricketsport näher, der davon so begeistert war, dass er auf dem Gelände von Wormsley Park einen Cricketplatz anlegen ließ. Als Vorbild diente ihm der berühmte Platz The Oval im Londoner Stadtteil Kennington. Sir Paul Getty scheute keine Kosten und Mühen und so gilt der Wormsley Cricket Ground als einer schönsten Großbritanniens. In den beiden Barnaby-Episoden kann man in den Cricketszenen viel davon sehen. Zur Eröffnung des neuen Platzes kam sehr viel Prominenz, allen voran Her Majesty The Queen Mother und der damalige Premierminister Sir John Major. Der Schauspieler Sir Michael Caine war anwesend und einige Größen aus der Welt des britischen Cricketsports wie Brian Johnston (1912-1994) und Denis Compton (1918-1997).

Beim diesjährigen Cricket Festival am 23. September im Park gab es die Wormsley Trophy zu gewinnen, um die sich die Spieler aus den vier Grafschaften Buckinghamshire, Cambridgeshire, Hertfordshire und Oxfordshire bewarben.
Hier ist ein Film über den Wormsley Cricket Club.

Der Wormsley Cricket Ground liegt übrigens direkt gegenüber vom Opernhaus, in dem jedes Jahr die Garsington Opera Festspiele stattfinden (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Der im „Mock Tudor“-Stil erbaute Cricketpavillon.
Photo © David Ellis (cc-by-sa/2.0)

Am Cricketpavillon.
Photo © Iain Crump (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 1. Januar 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Das Museum of British Surfing in Braunton (Devon)

Wenn man das Wort „Surfen“ hört, denkt man unwillkürlich an die Strände und Wellen von Hawaii oder Kalifornien, aber auch England verfügt über Surfgebiete, die hauptsächlich in Devon und Cornwall zu finden sind. Newquay in Cornwall gilt als „Surfing Capital of Britain“ und Braunton in Nord-Devon ist ein weiterer Treffpunkt von Surfern aus dem ganzen Land, das sich mit dem „Museum of British Surfing“ brüsten kann.

Am 6. April 2012 hier in einem ehemaligen Bahnhofsgebäude Großbritanniens erstes Museum eröffnet, das sich ausschließlich dem Surfsport widmet. Was gibt es hier alles zu sehen?

Natürlich jede Menge Surfbretter (zurzeit mehr als 200) von denen das älteste wohl das sogenannte „Coffin Lid“, der Sargdeckel, aus dem Jahr 1920 sein dürfte. Dann gibt es hier eine Sammlung von Wetsuits zu sehen, die bei den niedrigen Wassertemperaturen unvermeidliche Surferkleidung.
Weiterhin kann man im Museum eine Galerie von alten Fotos betrachten, darunter eines von Agatha Christie, die Anfang der 1920er Jahre zu den ersten britischen Surfern gehörte.

Dier erste Ausstellung, die das Museum zeigte, hieß „The Art of Surf: 200 Years of Art in Surfing“.  Seitdem werden immer wieder neue Ausstellungen zu bestimmten Themen zusammengestellt.

Das Museum of British Surfing ist dienstags bis samstags von 11 Uhr bis 15 Uhr geöffnet und kostet £2 Eintritt.

Hier ist ein Film über die Eröffnungsparty am 5. April.

Museum of British Surfing
The Yard
Caen Street
Braunton
North Devon EX33 1AA

Das Buch zum Artikel:
Roger Mansfield: The Surfing Tribe – A History of Surfing in Britain. Orca Publications 2011. 240 Seiten. ISBN 978-0952364603.

Published in: on 26. August 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Gray-Nicolls – Englands führender Hersteller von Cricketschlägern

Das Firmengebäude an der Station Road in Robertsbridge.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

16 km nördlich von Hastings in East Sussex an der A21 liegt das Dorf Robertsbridge, das sich brüsten kann, in seinen Mauern die renommierteste Firma, die Cricketschläger herstellt, zu beherbergen. Die Firma an der Station Road heißt Gray-Nicolls und entstand in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch den Zusammenschluss der beiden Firmen H.J. Gray and Sons und L.J. Nicolls.

Für Cricketlaien sieht sicher ein Schläger wie der andere aus, aber es gibt da sehr wohl große Unterschiede. Die Schläger werden aus Weidenholz hergestellt, das nicht älter als 15 Jahre sein sollte, da es sonst nicht mehr über die nötige Flexibilität besitzt. 90% der von Gray-Nicolls benötigten Weiden werden von ihr selbst angepflanzt. In der Produktion der „bats“ steckt sehr viel Handarbeit, die hier in Robertsbridge von erfahrenen Handwerkern verrichtet wird. Dieses Video zeigt den Herstellungsprozess von Cricketschlägern durch die Firma Gray-Nicolls in Robertsbridge.

Die „bats“ haben ihren Preis; so kostet beispielsweise der Profi-Schläger „Legend Bat Senior“ £749.99. Der billigste, der den beeindruckenden Namen Supernova Thunder hat, ist schon für £29.99 zu haben.
Gruppenführungen durch die Werkshallen sind nach vorheriger Anmeldung ab fünf Personen von Montag bis Freitag möglich.

Viele der weltbesten Cricketspieler benutzten/benutzen Schläger der Marke Gray-Nicolls, und die Nachfrage aus dem australischen Raum, in dem diese Sportart sehr populär ist, war so groß, dass man 1972 in Melbourne eine Filiale errichtete, um den Bedarf dort zu befriedigen.

Besonders berühmte Schlägerarten der Fa. Gray-Nicolls waren Dynadrive, Sabre, Millennium und Scoop 2000.

Published in: on 12. August 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Cricket, John Wisden und sein Almanach

Ein Cricketmatch in Cockington (Devon).
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Jedes Jahr im April/Mai erscheint auf den englischen Bestsellerlisten ein Buch, das sich zum einen durch seinen Preis, zum anderen durch seinen Umfang von den anderen Büchern unterscheidet. „Wisden Cricketers‘ Almanack“ kostet in diesem Jahr 40 Pfund und hat 1536 Seiten.

Der „Wisden“ ist die Bibel eines jeden Cricket-Fans und das schon seit 1864, als der Almanach erstmals von dem englischen Cricketspieler John Wisden herausgegeben wurde. Im Alter von erst 37 Jahren musste Wisden seine sportliche Karriere auf Grund seiner Rheumaerkrankung aufgeben. Von da ab beschäftigte er sich nur noch indirekt mit Cricket, in dem er in Leamington Spa Cricketzubehör verkaufte und später in London einen „Cricket und Zigarren“-Laden eröffnete.

In jeder Ausgabe werden auch die „Cricketers of the Year“ genannt, also die besten Spieler des Jahres. In diesem Jahr sind es: Ben Duckett, Toby Roland-Jones, Chris Woakes, Misbah-ul-Haq und Younis Khan.

„Wisden Cricketers‘ Almanack“ wird in jedem Jahr von den Medien enthusiastisch besprochen, so sagt z.B. die Daily Mail von der Ausgabe 2010:
‚1,728 pages of dense statistics, elegant prose and effortless authority…it shimmers with wit and wisdom, and it simply reeks of summer. Unreservedly recommended.“ Hier ist eine Dokumentation über den Almanach.

Mir sind die Regeln dieses Spiels nie so ganz klar geworden und so steht der Almanach auch nicht in meinen Bücherregalen.

Lawrence Booth: Wisden Cricketers‘ Almanack. Wisden 2017. 1584 Seiten. ISBN 978-1472935199.

Plakette am Cricketers Pub in der Archery Road in Leamington Spa (Warwickshire).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 22. Juni 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Brambles Cricket Match – Cricket mitten im Meer vor der Isle of Wight

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Cricketspiele zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie besonders kurz sind; im Gegenteil, es gibt Spiele, die können sich schon einmal mehrere Tage hinziehen. Es gibt aber ein Cricket Match in England, dass nur etwa 30 Minuten dauert und nur einmal im Jahr gespielt wird: Das Brambles Cricket Match, das mitten im Meer gespielt wird. Wie das geht?

Die Brambles Bank ist eine Sandbank im Solent, der Meerenge zwischen der Isle of Wight und Southampton, die nur einmal im Jahr im August für etwa 30 – 60 Minuten über den Meeresspiegel tritt und dann wieder für ein Jahr unter der Wasseroberfläche versinkt. Da dachten sich der Royal Southern Yacht Club in Hamble und der Island Sailing Club von der Isle of Wight, dass man diese Zeit doch sehr gut für ein schnelles Cricketmatch zwischen den beiden Segelclubs ausnutzen könnte.
Die Teilnehmer des skurrilen Sportereignisses müssen sich sehr beeilen, ihr Match zu Ende zu bringen, bevor die Flut dem Spuk ein Ende bereitet. Spieler und Zuschauer fahren mit ihren Booten schon früh genug aufs Meer hinaus und bauen sofort auf der ca 200 Meter langen Sandbank alles auf, was man für das Match benötigt, um ja keine Zeit zu verlieren.
Bei diesem Cricket Match sind alle Regeln außer Kraft gesetzt, die Schiedsrichterentscheidungen sind willkürlich und der Sieger steht schon vorher fest.

Bis vor einigen Jahren konnte man während des Spiels an der Brambles Bar, die vom Wirt des Victory Pubs in Hamble betrieben wurde, auch Drinks zu sich nehmen. An der Bar war ein Schild angebracht mit der Aufschrift „Open once a year for one hour„. Leider ist der Wirt verstorben und seitdem ist die Sandbankbar nicht mehr in Betrieb.

Wenn die Brambles Bank für den Rest des Jahres nicht für Cricketspiele genutzt wird, stellt sie für die Schifffahrt eine ernste Gefahr dar, denn es sind schon zahlreiche Schiffe hier auf Grund gelaufen. Die prominenteste „Grundläuferin“ war die Queen Elizabeth II, die hier im Jahr 2008 auf dem Weg nach Southampton auf der Brambles Bank strandete (zu diesem Zeitpunkt waren gerade keine Cricketspieler unterwegs).

Hier ist ein Film vom Match aus dem Jahr 2016.

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Published in: on 7. Mai 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Oxford and Cambridge Boat Races – Einige Amerkungen

Die Londoner Putney Bridge, wo das Bootsrennen beginnt.   © Copyright Peter McDermott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Londoner Putney Bridge, wo das Bootsrennen beginnt.
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Am 2. April 2017 ist es wieder soweit, dann treffen sich die beiden Rudermannschaften der Universitäten von Oxford und Cambridge, um auf der Themse ihr jährliches Rennen auszutragen. Die zurückzulegende Strecke von 6,8 Kilometern beginnt an der Putney Bridge und endet an der Chiswick Bridge. Das erste Rennen fand am 10. Juni 1829 statt, als zwei befreundete Studenten aus den beiden Universitätsstädten ihre Kräfte auf der Themse messen wollten. Charles Merivale vom St John’s College in Cambridge trat mit seinem Team gegen Charles Wordsworth vom Christ Church College in Oxford und seinen Mannen an. Merivale wurde später Dekan in der Kathedrale von Ely (Cambridgeshire), Wordsworth Bischof von St Andrews, Dunkeld and Dunblane in Schottland. In den beiden Booten saßen noch weitere junge Männer, die ihre Karriere in der Kirche suchen sollten.

Die Rennstrecke auf der Themse führte damals vom Hambledon Lock nach Henley-on-Thames. Oxford gewann das erste Rennen, während Cambridge die nächsten vier Boat Races zwischen den Jahren 1836 und 1841  für sich verbuchen konnte. Der momentane Stand ist Cambridge: 82, Oxford: 79. Nur ein einziges Mal gab es ein Unentschieden, nämlich im Jahr 1877; es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen und der Zielrichter soll auf einem Auge blind gewesen sein. In anderen Quellen heißt es, er wäre eingeschlafen und hätte das Ende gar nicht richtig mitbekommen.

Bei einigen Rennen war das Wetter so schlecht und der Wind so stark, dass beide Boote ihr Ziel nicht erreichten und voll Wasser liefen, so geschehen am 31. März 1912. Cambridge hatte in den Jahren 1859 und 1978 gesunkene Boote zu beklagen, Oxford 1925 und 1951.

Das schnellste Rennen wurde am 28. März 1998 ausgetragen, als die Ruderer aus Cambridge lediglich 16 Minuten und 19 Sekunden zur Bewältigung der Strecke benötigten.

Der schwerste Ruderer, der jemals an dem Bootsrennen teilgenommen hat, war ein deutscher Student, der 2007 für Cambridge ruderte. Er wog fast 111 Kilogramm und hieß Thorsten Engelmann.

Was immer ein wenig in Vergessenheit gerät, ist, dass es auch ein Women’s Boat Race zwischen den beiden Universitäten gibt. 1927 wurde es ins Leben gerufen, findet aber erst seit 1964 jährlich statt. Hier ist der Stand zurzeit Cambridge 41 Siege, Oxford 30 Siege.

In der Regel eine Woche vor den Rennen auf der Londoner Themse treffen Boote der Universitäten von Cambridge und Oxford schon einmal in Henley-on-Thames aufeinander. Dort beträgt die Strecke nur zwei Kilometer.

Dieser Film zeigt das Bootsrennen aus dem Jahr 2016.

Hier an der Chiswick Bridge endet das Bootsrennen.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier an der Chiswick Bridge endet das Bootsrennen.
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Published in: on 22. Dezember 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Manchester United Songs des Pete Boyle

Hier im Old Trafford Stadion erschallen die Gesänge der Fans von Manchester United.   © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Old Trafford Stadion erschallen die Gesänge der Fans von Manchester United.
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Jede Fangruppe eines Fußballvereins hat ihre eigenen Gesänge, die bei den Spielen ihrer jeweiligen Mannschaften im Stadion zu hören sind. Das ist in England besonders stark ausgeprägt, und ich habe über die Londoner Vereine in meinem Blog schon einmal geschrieben. Der ungekrönte König dieser „Fußball-Balladen“ ist Manchester United Fan Pete Boyle, der schon seit über dreißig Jahren unzählige Hymnen geschrieben hat und dessen Fantasie unerschöpflich zu sein scheint. Wer ihn und seine Gesangesgenossen einmal hören möchte, sollte bei einem Heimspiel von Manchester United vor oder nach dem Spiel den Pub The Bishop Blaize aufsuchen, der nur einen Steinwurf vom Old Trafford Stadion entfernt, in der Chester Road liegt. Dort kommt man in den „Genuss“ der Boyleschen Kompositionen, die übrigens zum großen Teil als CDs erhältlich sind, unter dem Titel „United We Sing Volume 1-10„. Viele dieser Songs sind einzelnen Spielern von Manchester United gewidmet.

Hier sind einige Beispiele:

Der Franzose Eric Cantona spielte von 1992 bis 1997 für den Club und eines von Pete Boyles Frühwerken galt ihm: „We’ll Drink A Drink To Eric The King“ nach der Melodie von „Lily The Pink“ der Band Scaffold, hier zu hören.

Im Jahr 2014 wechselte der Spanier Juan Mata vom FC Chelsea nach Manchester United und auch ihm wurde ein Lied gewidmet, das auf der Melodie des „Little Drummer Boy“ basiert und das hier zu hören ist.

Norman Whiteside trat von 1982 bis 1989 für den Club in Manchester an und spielte 206mal. Der Song „Mr. Brightside“ von The Killers stand Pate für Pete Boyles Hommage an den Spieler, den man sich hier anhören kann (wer empfindliche Ohren hat, bitte den Song nicht anklicken).

Weitere Spieler (nur eine ganz kleine Auswahl), die mit einem eigenen Song versehen worden sind:
Carlos Tevez – „Don’t Cry For Me Carlos“
Cristiano Ronaldo – „Cristiano Our Wonderful Winger“
Wayne Rooney – „Rooney He’s The Best“
Patrice Evra – „Stick With Evra“
Shinji Kagawa – „Happy Kagawa“

Falls jemand nicht genug von den Fangesängen bekommen kann: Hier ist ein „Best Of“ zu hören.

The Bishop Blaize in der Chester Road - Stammpub vieler Manchester United Fans.    © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bishop Blaize in der Chester Road – Stammpub vieler Manchester United Fans.
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Published in: on 9. November 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Much Wenlock (Shropshire) – Der Geburtsort der modernen Olympischen Spiele

Die High Street von Much Wenlock.   © Copyright richard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Much Wenlock.
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Als ich einmal durch den idyllischen Ort Much Wenlock in Shropshire fuhr, wusste ich noch nicht, dass die modernen Olympischen Spiele hier ihren Ursprung hatten.  Wie kam das?

Der Arzt und Botaniker William Penny Brookes (1809 – 1895) gründete 1860 die Wenlock Olympian Society und organisierte bereits seit 1850 jährlich in Much Wenlock statt findende Olympische Spiele. Baron Pierre de Coubertin besuchte 1890 diese Spiele und war davon so beeindruckt, dass er 1894 das Internationale Olympische Kommitee gründete und 1896 die ersten modernen Olympischen Spiele in Athen ins Leben rief.

Much Wenlock ist dieser Tradition verbunden geblieben und so werden die Wenlock Olympian Society Annual Games auch heute noch jährlich ausgetragen, zuletzt die 130. Spiele vom 02. – 16. Juli 2016. Dieser Film zeigt wie es dabei zugeht.

Wer sich für dieses Thema interessiert findet im Much Wenlock Museum in der Memorial Hall jede Menge Ausstellungsstücke und hier beginnt und endet auch der Wenlock Olympian Trail.
Sehenswert sind noch die Ruinen der Wenlock Priory, die heute dem English Heritage gehören und natürlich die in Geologenkreisen berühmte Wenlock Edge, eine besondere geologische Sandstein-Formation außerhalb des Städtchens.

Einige Szenen des Films Clockwise„, in dem John Cleese (Monty Python, Fawlty Towers) einen Lehrer spielt, wurden in Much Wenlock gedreht.

Der englische Dichter Alfred Edward Houseman widmete der Stadt in seinem berühmten Werk “ A Shropshire Lad“ einige Gedichte, wie „On Wenlock Edge“, die von Vaughan Williams (s. dazu meinen früheren Blogeintrag) vertont wurden.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Ort Much Wenlock.

Das Much Wenlock Museum.   © Copyright Eirian Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Much Wenlock Museum.
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Wenlock Edge.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenlock Edge.
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Wer war eigentlich…Samuel Ryder, der den Ryder Cup aus der Taufe hob?

 

Der Ryder Cup. Author: Dan Perry. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Der Ryder Cup.
Author: Dan Perry.
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In der Welt des Golfsports ist das alle zwei Jahre stattfindende Turnier, das den Namen Ryder Cup führt, ein wichtiges Ereignis. Die Crème de la Crème der Golfer Europas tritt gegen die Besten aus den Vereinigten Staaten an. Ausgetragen wird es abwechselnd auf Golfplätzen in Europa und in den USA. Das letzte Turnier fand vom 27. September bis zum 2. Oktober 2016 in Chaska in Minnesota statt, gewonnen von den USA. Erstmals wurde der Ryder Cup im Jahr 1927 in Worcester in Massachusetts ausgetragen und ebenfalls von der amerikanischen Mannschaft gewonnen.

Woher kommt nun der Name Ryder Cup?
Dahinter steckt ein wohlhabender Mann namens Samuel Ryder (1858-1936) aus St Albans in Hertfordshire, der sein Vermögen durch das Versenden von Pflanzensamen in kleinen Tütchen erwarb. Der in Preston (Lancashire) geborene Samuel Ryder hatte die Idee, gemeinsam mit seiner Frau, von ihrer Wohnung in der Folly Lane in St Albans aus, Samen von allen möglichen Pflanzen zu einem Einheitspreis in das ganze Königreich zu verschicken. Sie machten alles selbst, sie erstellten die Kataloge und füllten die Tütchen mit dem Samen in ihrem Gartenschuppen ab. Das Geschäft florierte und so zogen Mr und Mrs Ryder mehrfach in größere Räumlichkeiten in der Stadt um; schließlich endeten sie in der Straße Holywell Hill, wo Samuel Ryder 1911 ein Verwaltungsgebäude errichten ließ (in dem sich heute das Hotel The White Hart befindet). Der gleiche Architekt baute Jahre später direkt daneben die Seed Hall, in der man sich die Pflanzen auch ansehen konnte, die aus dem Tütchensamen entsehen sollten. In diesem sehr ansehnlichen Haus in der Nummer 29 Holywell Hill befindet sich heute das Café Rouge, ein französisches Restaurant.

Als Samuel Ryder 50 Jahre alt wurde, bekam er Probleme mit seiner Gesundheit und sein Hausarzt empfahl ihm, zu seiner Entspannung Golf zu spielen. Er trat dem Verulam Golf Club bei und so ergab es sich im Laufe der Zeit, dass die Idee eines Golfturniers in ihm keimte. Als Trophäe des sogenannten Ryder Cups gestaltete die renommierte in Sheffield (später in London) ansässige Firma Mappin&Webb einen Pokal, der damals £250 kostete. Als Modell für den Golfspieler auf dem Deckel des Pokals diente Ryders Golflehrer Abe Mitchell, der später auch an einigen Turnieren teilnahm.
Hier ist ein alter Film aus dem Jahr 1929, in dem Samuel Ryder eine Rede hält.
Samuel Ryder starb am 2. Januar 1936 und wurde auf dem Hatfield Road Cemetery in St Albans beigesetzt.

Das Buch zum Artikel:
Peter Fry: Samuel Ryder – The Man Behind the Ryder Cup. Wright Press 2010. 145 Seiten. ISBN 978-0953908714.

Links steht Samuel Ryders ehemaliges Verwaltungsgebäude, rechts die frühere Seed Hall in der Straße Holywell Hill.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Links steht Samuel Ryders ehemaliges Verwaltungsgebäude, rechts die frühere Seed Hall in der Straße Holywell Hill.
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Samuel Ryders Grab   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Samuel Ryders Grab auf dem Hatfield Road Cemetery in St Albans.
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Published in: on 20. Oktober 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Southwick (West Sussex), sein Village Green, sein Cricket Club und ein erboster Schriftsteller

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.
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Eigentlich fahre ich die A259 von Brighton aus in westlicher Richtung ganz gern, man weiß aber nie so recht, in welchem Ort man sich eigentlich befindet, denn die kleinen Städte an der Südküste liegen wie auf einer Perlenschnur aufgereiht und gehen ineinander über. Einer dieser Orte heißt Southwick, kurz vor Shoreham-by-Sea gelegen. Wenn man von der Küstenstraße, der Albion Street, nach rechts auf die Grange Road abbiegt, kommt man zu dem großen Village Green, Heimstätte des 1790 gegründeten Southwick Cricket Clubs. So haben wir es gern: Ein Green mitten im Ort, darauf Männer in weißer Kleidung, die ihrem Lieblingssport nachgehen und direkt daneben ein Pub, der auch noch The Cricketers heißt.

Doch es gab einmal eine Zeit, als es dem Cricket Club an den Kragen gehen sollte. 1932 verbot der Southwick Urban District Council das Spiel auf dem Green mit der Begründung, dass es zu gefährlich für Passanten und den stärker werdenden Autoverkehr sei, die die Straßen rund um die Grünflächen benutzten. Sie könnten ja von einem der Bälle getroffen werden. Ein Aufschrei ging durch die Reihen der Clubmitglieder und vor allem der Präsident schäumte vor Zorn. Cricket von einem Village Green zu verbannen, das ging ja gar nicht.
Präsident des Clubs war zu dieser Zeit ein gewisser Stuart Petre Brodie Mais (1885-1975), kurz SPB Mais genannt. SPB war als Journalist, BBC-Rundfunksprecher und Buchautor bekannt. Wieviele Bücher er geschrieben hat, lässt sich kaum noch feststellen, die Angaben schwanken zwischen 200 und 300, darunter unzählige Reisebeschreibungen, Sachbücher und Romane. Heute ist SPB Mais weitgehend vergessen.

Der Schriftsteller wohnte direkt am Village Green in seinem Haus The Hall. Er startete eine Kampagne für das Recht seines Vereins, auf dem Green zu spielen, legte sich mit der Polizei an und drohte damit, notfalls mit seinem Anliegen bis ins britische Oberhaus zu gehen. Mais weigerte sich sogar, seine Steuern zu bezahlen, was dazu führte, dass der Council ihn zwangsweise aus seinem Haus ausquartieren ließ. Die Familie des Schriftstellers zog daufhin in den Nachbarort Shoreham-by-Sea. Die aufgewühlten Gemüter des Southwick Cricket Clubs beruhigten sich erst wieder, als im folgenden Jahr ein neuer Rat gewählt wurde, der die Entscheidung der Vorgänger rückgängig machte und das Cricketspielen wieder zuließ. Ob es irgendwann einmal zu Gefährdungen des fließenden Verkehrs oder der Fußgänger durch herumirrende Cricketbälle gekommen ist, konnte ich nicht feststellen.

The Hall am Village Green steht heute noch und erinnert an seinen früheren Bewohner mit einer blauen Plakette. Eine weitere Plakette am Haus weist daraufhin, dass der Maler Douglas Stannus Gray (1890-1959) hier ebenfalls sein Quartier aufgeschlagen hatte, aber nach SPB.

Noch ein Wort am Rande zu Southwick, was aber sicher nur Fußballfans interessieren wird: Ralf Rangnick, hoch angesehener Trainer von mehreren Bundesligavereinen, zuletzt bei RB Leipzig, spielte 1979/80 einmal für den Southwick Football Club, während er an der University of Sussex studierte.

 

Published in: on 22. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Bobby Moore (1941-1993) – Einer der ganz großen englischen Fußballspieler, der heute noch verehrt wird

Die Bobby Moore-Statue vor dem Londoner Wembley-Stadion.   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Bobby Moore-Statue vor dem Londoner Wembley-Stadion.
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Am 30. Juli in diesem Jahr jährte sich zum fünfzigsten Mal das berühmt(berüchtigte) Endspiel der Fußballweltmeisterschaft, das England gegen Deutschland im Londoner Wembley-Stadion gewann. Über das von Geoff Hurst erzielte (oder auch nicht erzielte) Tor wird noch heute gestritten und ist als „Wembley-Tor“ in die Sportgeschichte eingegangen. Kapitän der englischen Nationalmannschaft war damals Robert Frederick Chelsea Moore, besser bekannt als Bobby Moore, ein gebürtiger Londoner, der zu den ganz Großen im europäischen Fußball gehört. Sein Heimatverein war von 1958 bis 1974 der Club West Ham United, für den er 544 Spiele bestritt. Es folgten noch ein paar Jahre beim Londoner Rivalen FC Fulham und in der US-amerikanischen Liga, auch als Trainer war er noch eine Zeitlang tätig, doch sein Herz schlug in erster Linie für West Ham United, den Verein im Londoner East End. Am 24. Februar 1993 starb Bobby Moore leider schon viel zu früh an Krebs.

Auch 33 Jahre nach seinem Tod wird Bobby Moore noch heute verehrt. Vor wenigen Wochen wurde eine 97minütige Filmdokumentation veröffentlicht mit dem Titel „Bo66y – The Movie“ (wobei die beiden „b“s von Bobby durch die Zahl „66“, das Jahr der Fußball WM, ersetzt wurden), in der das Leben des Fußballspielers im Mittelpunkt steht. Hier ist der Trailer zu sehen.

Nur ein paar Schritte vom ehemaligen Stadion des West Ham United Football Clubs, Boleyn Ground oder auch Upton Park genannt, das in diesem Jahr geschlossen wurde, weil der Verein ins nahegelegene Olympiastadion in Stratford gezogen ist, steht ein Denkmal am Beginn der Green Street, das Geoff Hurst, Martin Peters und Ray Wilson zeigt, die Bobby Moore auf den Schultern tragen. Die fünf Meter hohe Statue wurde im April 2003 eingeweiht, in Anwesenheit einiger der damaligen WM-Teilnehmer.

Vor dem neuen Wembleystadion in London steht ein weiteres Bobby Moore-Denkmal, das im Mai 2007 von Sir Bobby Charlton enthüllt wurde (und der 1966 bei der Fußball WM an der Seite von Moore kämpfte) und das die etwas bombastische Inschrift trägt:

„Immaculate footballer, Imperial defender, Immortal hero of 1966, First Englishman to raise the World Cup aloft, National treasure, Master of Wembley, Lord of the game, Captain extraordinary, Gentleman for all time“.

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Gewinns der Fußballweltmeisterschaft hat die Greene King Brauerei in Bury St Edmunds (Suffolk) ein Bier auf den Markt gebracht, das sie „Bo66y – Bobby Moore’s Best“ („Celebrating 1966“) genannt hat und das witzigerweise 4,2% Alkoholgehalt hat; 4:2 endete damals das WM-Finale England gegen Deutschland.

Die Statue in der Nähe des ehemaligen Stadion von West Ham United mit Martin Peters, Geoff Hurst, Bobby Moore und Ray Wilson. This work has been released into the public domain.

Die Statue in der Nähe des ehemaligen Stadions von West Ham United mit Martin Peters, Geoff Hurst, Bobby Moore und Ray Wilson (von links nach rechts).
This work has been released into the public domain.

So gedachte man an den 20. Jahrestag von Bobby Moores Tod im Boleyn-Stadion des Westham United.   © Copyright Robin Sones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

So gedachte man des 20. Jahrestags von Bobby Moores Tod im Boleyn Ground von West Ham United.
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Published in: on 26. August 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The British Lawn Mower Racing Association

Wo alles gegann: The Cricketers Arms in Willesden Green (West Sussex).    © Copyright Simon Carey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles begann: The Cricketers Arms in Wisborough Green (West Sussex).
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Pubs sind offensichtlich die reinsten Brutstätten für die Entwicklung skurriler Ideen. Nach dem Trinken des einen oder anderen Pints werden bei manchen Besuchern kreative Gedanken freigesetzt, die sie dann tatsächlich auch umsetzen (über einige dieser Fälle habe ich in meinem Blog schon berichtet), so geschehen im Jahr 1973 im The Cricketers Arms in Wisborough Green (West Sussex). Dort saßen einige Männer, tranken ihre Biere und beobachteten wie gegenüber auf dem Village Green und Cricketplatz der Rasen gemäht wurde. Jim Gavin, einer der Männer und leidenschaftlicher Motorsport-Fan, meinte dazu, daraus könne man doch eine neue Sportart machen. Einen Rasenmäher hat doch jeder zuhause, das kostet also nicht viel. Gesagt, getan, bald darauf fand in Murphy’s Field in Wisborough Green das erste Rasenmäherrennen statt und das war der Anfang der British Lawn Mower Racing Association (BLMRA), die bald gegründet wurde und die bis heute besteht. Hier ist das Promo-Video.

Die Rennen werden in vier Kategorien ausgetragen, wobei die erste die Mäher umfasst, die geschoben werden („A Group 1 lawn mower is a machine designed to cut grass for domestic purpose“).
Die Königsdisziplin ist das Rennen mit Mähern der Gruppe 4 („A Group 4 mower is a lawn tractor with a chassis designed for an engine up to 18hp, which has been designed to cut grass for domestic purposes“).

Die BLMRA organisiert jedes Jahr mehrere Meisterschaften und Rennen, darunter The British Championship, The World Championship und The British Grand Prix. Das härteste aller Rennen aber ist das 12 Hour Endurance Race, das immer abends um 20 Uhr beginnt und bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr geht. Am 6. August wurde das nächtliche Rennen in diesem Jahr ausgetragen, in Five Oaks bei Billingshurst, also ganz in der Nähe von Willesden Green, der Geburtsstätte des Lawn Mower Racing. Gestartet wurde es durch die Schauspielerin und TV-Moderatorin Jodie Kidd, die selbst Motorsporterfahrung hat.

Übrigens: Die Rennsportlegende Sir Stirling Moss war in den Anfangsjahren Teilnehmer einiger Rennen und gewann sowohl den British Grand Prix als auch das 12-Stunden-Rennen.

Dieser elfminütige Film informiert über alles, was man als zukünftiger Rasenmäher-Rennfahrer wissen muss.
Wer sich grundsätzlich für Rasenmäher interessiert, dem sei ein Besuch im British Lawnmower Museum in Southport empfohlen (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Published in: on 13. August 2016 at 02:00  Comments (4)  
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The 92 Club

Leicester Citys King Power Stadium.   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Leicester Citys King Power Stadium.
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Im Jahr 1978 hatte ein Fußballfan aus Bristol eine Idee: Gordon Pearce, Anhänger des Vereins Bristol Rovers, schlug vor, dass all jene, die sich schon einmal in allen Stadien der vier höchsten Fußballligen ein Spiel angesehen haben, sich in einem Club zusammenfinden sollten. 39 Fans wurden aufgespürt, die das tatsächlich schon gemacht hatten und der 92 Club wurde gegründet. Mittlerweile ist Gordon Pearce verstorben, doch der  Club besteht nach wie vor. Warum 92 Club?
Die englische Football League besteht aus der League Championship und den Leagues One und Two; darüber thront die glamouröse Premier League, alles in allem 92 Vereine. Wie im deutschen Fußballsystem auch, steigen jedes Jahr Vereine in die nächst höhere Spielklasse auf bzw. steigen ab. Wer es also als Mitglied des 92 Club geschafft hat, alle Stadien aller Mannschaften aufzusuchen, kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, denn es kommen neue Vereine dazu oder es werden neue Stadien eingeweiht, was bedeutet: Reisen durch das ganze Land.

Sehen wir uns noch einmal die Sieger der letzten Saison an:
In der Premier League hatte der Überraschungsverein Leicester City die Nase vorn.
In der League Championship freute sich der FC Burnley über die Meisterschaft.
Wigan Athletic stand in der League One auf Platz 1 der Tabelle
Northampton Town beherrschte die League Two.

In den letzten zehn Jahren wurden einige neue Stadien gebaut, die von den Clubmitgliedern natürlich aufgesucht werden mussten, als da beispielsweise sind:
Arsenals Emirates Stadium (2006)
Morecambes Globe Arena (2010)
Chesterfields Proact Stadium (2010)
Brighton and Hove Albions The American Express Community Stadium (2011)

Um Mitglied des 92 Clubs zu werden, müssen eine ganze Reihe von Kriterien erfüllt werden, die man hier nachlesen kann.

FC Burnleys Turf Moor.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

FC Burnleys Turf Moor.
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Wigan Athlectics DW Stadium.   © Copyright Rude Health and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wigan Athlectics DW Stadium.
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Northamptons Sixfield Stadium.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Northampton Towns Sixfield Stadium.
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Published in: on 28. Juni 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  

The English Football Hall of Fame im National Football Museum in Manchester

Das National Football Museum in Manchester.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Urbis Building in Manchester, Heimat des National Football Museums     © Copyright David Dixon and
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Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaften in Frankreich steht das Thema „Fußball“ immer mehr im Fokus der Medien. Da passt mein heutiger Blogeintrag über The English Football Hall of Fame vielleicht ganz gut ins Bild.
Im National Football Museum in Manchester, das im Jahr 2012 von Preston in Lancashire nach Manchester umzog, gibt es die Hall of Fame, die dem Andenken an große Fußballlegenden gewidmet ist. Jedes Jahr kommen neue Spieler dazu, die diese hohe Auszeichnung erhalten; aber nicht nur männliche Fußballer haben diese Ehre, sondern auch weibliche Sportler, Trainer, ganze Teams und Schiedsrichter. Es gibt einige Kriterien, nach denen man in die Hall of Fame aufgenommen werden kann, so muss man entweder seine Laufbahn beendet haben oder mindestens 30 Jahre alt sein. Auch müssen die Spieler bzw. Trainer mindestens fünf Jahre in England gearbeitet haben.

Als im Jahr 2002 die ersten Aufnahmen in die Hall of Fame erfolgten, konnte man auf ein weites Feld von herausragenden Spielern zurückgreifen und so gehörten u.a. George Best, Sir Bobby Charlton, Paul Gascoigne, Kevin Keagan und Bobby Moore dazu.
Die erste Frau, die ebenfalls seit 2002 zum „Grundbestand“ gehört, ist Lily Parr (1905-1978), eine Nationalspielerin, die ihre Karriere in Preston bei den Dick, Kerr’s Ladies begann.
Zu den ersten Trainern in der Hall of Fame zählten Manchester Uniteds Sir Alec Ferguson, Nottingham Forests Brian Clough und Nationaltrainer Sir Alf Ramsey.

Werfen wir noch einen Blick auf die aktuellen Neuzugänge, die seit dem Letzten Jahr in Manchesters Hall of Fame Einzug gehalten haben. Da finden wir u.a. Gary Neville, der bis 2011 bei Manchester United gespielt hat, Norman Hunter, der für Leeds United, Bristol City und Barnsley tätig war, und Alan Mullery, der für die Londoner Vereine Fulham und Tottenham spielte.
Als Fußballerin wurde Faye White aufgenommen, die von 1996 bis 2013 bei den Arsenal Ladies und 15 Jahre im Trikot der Nationalmannschaft spielte.

Weitere Bewohner der Hall of Fame sind: Das Team, das 1966 die Weltmeisterschaft holte, Michel Platini als „All-Time Great European Footballer“, der Sheffield F.C. als ältester Fußballverein der Welt und Sepp Blatter (!) als „Ambassador of Football“.

Der Eintritt in das National Football Museum ist frei; es ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

National Football Museum
Urbis Building
Cathedral Gardens
Manchester
M4 3BG

Published in: on 9. Juni 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Darts – Das beliebte Spiel in Pubs, das man dort früher nicht ausüben durfte

The Adelphi in Leeds.   © Copyright Eirian Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Adelphi in Leeds.
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Das Wurfpfeilspiel Darts verbindet man automatisch mit Pubs. In zahllosen britischen Gasthäusern hängt irgendwo eine Dartscheibe an der Wand, an der sich die „locals“ immer wieder versuchen. Einen Popularitätsschub hat das Spiel sicher auch durch die Live-Übertragungen der Weltmeisterschaften auf den TV-Sportkanälen erlangt. Doch es gab eine Zeit, zu der man Darts in Pubs nicht spielen durfte, da es zu den Glücksspielen zählte. So wurde im Jahre 1908 der Landlord des Adelphi Inns, Jim Garside, in Leeds (West Yorkshire) vor den Magistrates‘ Court der Stadt gebracht, weil er Darts in seinem Pub erlaubt hatte. Garside bat das Gericht, zu seiner Entlastung einen gewissen William „Bigfoot“ Annakin zuzulassen, einen Schmied, der zugleich der beste Dartspieler im Adelphi Inn war. Der Richter stimmte zu und so wurde im Gerichtssaal eine Dartscheibe aufgebaut. Euer Ehren rief Mr. Annakin mehrere Nummernfelder zu, die er treffen sollte, was „Bigfoot“ problemlos erledigte. In einer Version der Geschichte heißt es, dass Gerichtsangestellte das nachmachen sollten, wobei sie aber kläglich scheiterten. Dadurch wurde bewiesen: Darts ist kein Glücksspiel, sondern ein Geschicklichkeitsspiel und das war wiederum in Pubs nicht verboten. Publican Jim Garside wurde daraufhin freigesprochen.

Immer wieder hat man Versuche unternommen, Darts als olympische Disziplin anzuerkennen, doch erfolglos. Frühestens bei den Olympischen Spielen 2024 wäre es möglich, diese Sportart zu integrieren, aber besonders gut stehen die Chancen dafür nicht.

Dieser Film der BBC zeigt die Bedeutung des Dartspiels in Großbritannien.

Published in: on 9. Mai 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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„Beckham: For The Love Of The Game“ – Eine neue Dokumentation mit Fußballstar David Beckham

Um die Weihnachtszeit wetteifern die britischen Fernsehsender wieder um die Gunst der Zuschauer, indem sie besonders interessante/spektakuläre/aufsehenerregende Programme anbieten. ITV wird die nun allerletzte Folge der TV-Serie „Downton Abbey“ zeigen, die BBC sendet eine Neuverfilmung des Agatha Christie-Romans „And then there were none“ (die deutsche Übersetzung des Romans heißt „Und dann gabs keines mehr“).
Zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag, am 29. Dezember strahlt BBC1 eine Dokumentation aus, die sicher alle David Beckham-Fans vor den Bildschirm ziehen wird. „Beckham: For The Love Of The Game“ heißt die Sendung, die den charismatischen Fußballspieler zeigt wie er einmal rund um die Welt reist und dabei seinem Sport nachgeht.

Am 2. Mai 1975 wurde David Beckham im Londoner Stadtteil Leytonstone geboren, dort, wo sich vor wenigen Tagen in der U-Bahnstation ein Terrorakt ereignete. Die meiste Zeit seiner aktiven fußballerischen Karriere verbrachte er von 1992 bis 2003 bei Manchester United. 115mal trat er für die englische Nationalmannschaft an und erzielte dabei 17 Tore. Bei Paris St Germain beendete er im Alter von 38 Jahren seine Karriere.
Schon seit vielen Jahren engagiert sich David Beckham für unterprivilegierte Kinder und ist seit 10 Jahren UNICEF-Botschafter. So entstand auch vor einiger Zeit die Idee, einmal rund um die Welt zu reisen und mit Kindern und Jugendlichen Fußball zu spielen, woraus dann ein 90-minütiger Film entstand.

Stationen seiner Weltreise waren: Dschungeldörfer in Papua-Neuguinea, Bergdörfer in Nepal, die Straßen von Buenos Aires, Wüstendörfer in Djibouti, Spielfelder in Miami (Florida) und die Antarktis, wo bisher noch nie ein Fußballmatch ausgetragen worden ist. Beendet wurde die Reise im Old Trafford Stadion in Manchester, wo David Beckhams Karriere begann. Dort spielte er im Team Großbritannien und Irland gegen den Rest der Welt; die Einnahmen daraus kamen der UNICEF zugute. Trainerlegende Sir Alec Ferguson ließ es sich nicht nehmen, Beckham & Co zu coachen; auf der anderen Seite trainierte der frühere Chelsea-Mann Carlos Ancelotti das Team „Rest of the World“, bei dem u.a. Ronaldinho und Luis Figo antraten.

Vielleicht wird die Dokumentation ja auch eines Tages im deutschen Fernsehen gezeigt.

Hier ist ein Film über seinen Besuch in Nepal und hier in Buenos Aires.

 

Published in: on 13. Dezember 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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