The Oxford and Cambridge Boat Races – Einige Amerkungen

Die Londoner Putney Bridge, wo das Bootsrennen beginnt.   © Copyright Peter McDermott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Am 2. April 2017 ist es wieder soweit, dann treffen sich die beiden Rudermannschaften der Universitäten von Oxford und Cambridge, um auf der Themse ihr jährliches Rennen auszutragen. Die zurückzulegende Strecke von 6,8 Kilometern beginnt an der Putney Bridge und endet an der Chiswick Bridge. Das erste Rennen fand am 10. Juni 1829 statt, als zwei befreundete Studenten aus den beiden Universitätsstädten ihre Kräfte auf der Themse messen wollten. Charles Merivale vom St John’s College in Cambridge trat mit seinem Team gegen Charles Wordsworth vom Christ Church College in Oxford und seinen Mannen an. Merivale wurde später Dekan in der Kathedrale von Ely (Cambridgeshire), Wordsworth Bischof von St Andrews, Dunkeld and Dunblane in Schottland. In den beiden Booten saßen noch weitere junge Männer, die ihre Karriere in der Kirche suchen sollten.

Die Rennstrecke auf der Themse führte damals vom Hambledon Lock nach Henley-on-Thames. Oxford gewann das erste Rennen, während Cambridge die nächsten vier Boat Races zwischen den Jahren 1836 und 1841  für sich verbuchen konnte. Der momentane Stand ist Cambridge: 82, Oxford: 79. Nur ein einziges Mal gab es ein Unentschieden, nämlich im Jahr 1877; es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen und der Zielrichter soll auf einem Auge blind gewesen sein. In anderen Quellen heißt es, er wäre eingeschlafen und hätte das Ende gar nicht richtig mitbekommen.

Bei einigen Rennen war das Wetter so schlecht und der Wind so stark, dass beide Boote ihr Ziel nicht erreichten und voll Wasser liefen, so geschehen am 31. März 1912. Cambridge hatte in den Jahren 1859 und 1978 gesunkene Boote zu beklagen, Oxford 1925 und 1951.

Das schnellste Rennen wurde am 28. März 1998 ausgetragen, als die Ruderer aus Cambridge lediglich 16 Minuten und 19 Sekunden zur Bewältigung der Strecke benötigten.

Der schwerste Ruderer, der jemals an dem Bootsrennen teilgenommen hat, war ein deutscher Student, der 2007 für Cambridge ruderte. Er wog fast 111 Kilogramm und hieß Thorsten Engelmann.

Was immer ein wenig in Vergessenheit gerät, ist, dass es auch ein Women’s Boat Race zwischen den beiden Universitäten gibt. 1927 wurde es ins Leben gerufen, findet aber erst seit 1964 jährlich statt. Hier ist der Stand zurzeit Cambridge 41 Siege, Oxford 30 Siege.

In der Regel eine Woche vor den Rennen auf der Londoner Themse treffen Boote der Universitäten von Cambridge und Oxford schon einmal in Henley-on-Thames aufeinander. Dort beträgt die Strecke nur zwei Kilometer.

Dieser Film zeigt das Bootsrennen aus dem Jahr 2016.

Hier an der Chiswick Bridge endet das Bootsrennen.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 22. Dezember 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Manchester United Songs des Pete Boyle

Hier im Old Trafford Stadion erschallen die Gesänge der Fans von Manchester United.   © Copyright Lewis Clarke and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier im Old Trafford Stadion erschallen die Gesänge der Fans von Manchester United.
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Jede Fangruppe eines Fußballvereins hat ihre eigenen Gesänge, die bei den Spielen ihrer jeweiligen Mannschaften im Stadion zu hören sind. Das ist in England besonders stark ausgeprägt, und ich habe über die Londoner Vereine in meinem Blog schon einmal geschrieben. Der ungekrönte König dieser „Fußball-Balladen“ ist Manchester United Fan Pete Boyle, der schon seit über dreißig Jahren unzählige Hymnen geschrieben hat und dessen Fantasie unerschöpflich zu sein scheint. Wer ihn und seine Gesangesgenossen einmal hören möchte, sollte bei einem Heimspiel von Manchester United vor oder nach dem Spiel den Pub The Bishop Blaize aufsuchen, der nur einen Steinwurf vom Old Trafford Stadion entfernt, in der Chester Road liegt. Dort kommt man in den „Genuss“ der Boyleschen Kompositionen, die übrigens zum großen Teil als CDs erhältlich sind, unter dem Titel „United We Sing Volume 1-10„. Viele dieser Songs sind einzelnen Spielern von Manchester United gewidmet.

Hier sind einige Beispiele:

Der Franzose Eric Cantona spielte von 1992 bis 1997 für den Club und eines von Pete Boyles Frühwerken galt ihm: „We’ll Drink A Drink To Eric The King“ nach der Melodie von „Lily The Pink“ der Band Scaffold, hier zu hören.

Im Jahr 2014 wechselte der Spanier Juan Mata vom FC Chelsea nach Manchester United und auch ihm wurde ein Lied gewidmet, das auf der Melodie des „Little Drummer Boy“ basiert und das hier zu hören ist.

Norman Whiteside trat von 1982 bis 1989 für den Club in Manchester an und spielte 206mal. Der Song „Mr. Brightside“ von The Killers stand Pate für Pete Boyles Hommage an den Spieler, den man sich hier anhören kann (wer empfindliche Ohren hat, bitte den Song nicht anklicken).

Weitere Spieler (nur eine ganz kleine Auswahl), die mit einem eigenen Song versehen worden sind:
Carlos Tevez – „Don’t Cry For Me Carlos“
Cristiano Ronaldo – „Cristiano Our Wonderful Winger“
Wayne Rooney – „Rooney He’s The Best“
Patrice Evra – „Stick With Evra“
Shinji Kagawa – „Happy Kagawa“

Falls jemand nicht genug von den Fangesängen bekommen kann: Hier ist ein „Best Of“ zu hören.

The Bishop Blaize in der Chester Road - Stammpub vieler Manchester United Fans.    © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bishop Blaize in der Chester Road – Stammpub vieler Manchester United Fans.
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Published in: on 9. November 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Much Wenlock (Shropshire) – Der Geburtsort der modernen Olympischen Spiele

Die High Street von Much Wenlock.   © Copyright richard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Much Wenlock.
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Als ich einmal durch den idyllischen Ort Much Wenlock in Shropshire fuhr, wusste ich noch nicht, dass die modernen Olympischen Spiele hier ihren Ursprung hatten.  Wie kam das?

Der Arzt und Botaniker William Penny Brookes (1809 – 1895) gründete 1860 die Wenlock Olympian Society und organisierte bereits seit 1850 jährlich in Much Wenlock statt findende Olympische Spiele. Baron Pierre de Coubertin besuchte 1890 diese Spiele und war davon so beeindruckt, dass er 1894 das Internationale Olympische Kommitee gründete und 1896 die ersten modernen Olympischen Spiele in Athen ins Leben rief.

Much Wenlock ist dieser Tradition verbunden geblieben und so werden die Wenlock Olympian Society Annual Games auch heute noch jährlich ausgetragen, zuletzt die 130. Spiele vom 02. – 16. Juli 2016. Dieser Film zeigt wie es dabei zugeht.

Wer sich für dieses Thema interessiert findet im Much Wenlock Museum in der Memorial Hall jede Menge Ausstellungsstücke und hier beginnt und endet auch der Wenlock Olympian Trail.
Sehenswert sind noch die Ruinen der Wenlock Priory, die heute dem English Heritage gehören und natürlich die in Geologenkreisen berühmte Wenlock Edge, eine besondere geologische Sandstein-Formation außerhalb des Städtchens.

Einige Szenen des Films Clockwise„, in dem John Cleese (Monty Python, Fawlty Towers) einen Lehrer spielt, wurden in Much Wenlock gedreht.

Der englische Dichter Alfred Edward Houseman widmete der Stadt in seinem berühmten Werk “ A Shropshire Lad“ einige Gedichte, wie „On Wenlock Edge“, die von Vaughan Williams (s. dazu meinen früheren Blogeintrag) vertont wurden.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Ort Much Wenlock.

Das Much Wenlock Museum.   © Copyright Eirian Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Much Wenlock Museum.
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Wenlock Edge.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wenlock Edge.
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Wer war eigentlich…Samuel Ryder, der den Ryder Cup aus der Taufe hob?

 

Der Ryder Cup. Author: Dan Perry. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Der Ryder Cup.
Author: Dan Perry.
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In der Welt des Golfsports ist das alle zwei Jahre stattfindende Turnier, das den Namen Ryder Cup führt, ein wichtiges Ereignis. Die Crème de la Crème der Golfer Europas tritt gegen die Besten aus den Vereinigten Staaten an. Ausgetragen wird es abwechselnd auf Golfplätzen in Europa und in den USA. Das letzte Turnier fand vom 27. September bis zum 2. Oktober 2016 in Chaska in Minnesota statt, gewonnen von den USA. Erstmals wurde der Ryder Cup im Jahr 1927 in Worcester in Massachusetts ausgetragen und ebenfalls von der amerikanischen Mannschaft gewonnen.

Woher kommt nun der Name Ryder Cup?
Dahinter steckt ein wohlhabender Mann namens Samuel Ryder (1858-1936) aus St Albans in Hertfordshire, der sein Vermögen durch das Versenden von Pflanzensamen in kleinen Tütchen erwarb. Der in Preston (Lancashire) geborene Samuel Ryder hatte die Idee, gemeinsam mit seiner Frau, von ihrer Wohnung in der Folly Lane in St Albans aus, Samen von allen möglichen Pflanzen zu einem Einheitspreis in das ganze Königreich zu verschicken. Sie machten alles selbst, sie erstellten die Kataloge und füllten die Tütchen mit dem Samen in ihrem Gartenschuppen ab. Das Geschäft florierte und so zogen Mr und Mrs Ryder mehrfach in größere Räumlichkeiten in der Stadt um; schließlich endeten sie in der Straße Holywell Hill, wo Samuel Ryder 1911 ein Verwaltungsgebäude errichten ließ (in dem sich heute das Hotel The White Hart befindet). Der gleiche Architekt baute Jahre später direkt daneben die Seed Hall, in der man sich die Pflanzen auch ansehen konnte, die aus dem Tütchensamen entsehen sollten. In diesem sehr ansehnlichen Haus in der Nummer 29 Holywell Hill befindet sich heute das Café Rouge, ein französisches Restaurant.

Als Samuel Ryder 50 Jahre alt wurde, bekam er Probleme mit seiner Gesundheit und sein Hausarzt empfahl ihm, zu seiner Entspannung Golf zu spielen. Er trat dem Verulam Golf Club bei und so ergab es sich im Laufe der Zeit, dass die Idee eines Golfturniers in ihm keimte. Als Trophäe des sogenannten Ryder Cups gestaltete die renommierte in Sheffield (später in London) ansässige Firma Mappin&Webb einen Pokal, der damals £250 kostete. Als Modell für den Golfspieler auf dem Deckel des Pokals diente Ryders Golflehrer Abe Mitchell, der später auch an einigen Turnieren teilnahm.
Hier ist ein alter Film aus dem Jahr 1929, in dem Samuel Ryder eine Rede hält.
Samuel Ryder starb am 2. Januar 1936 und wurde auf dem Hatfield Road Cemetery in St Albans beigesetzt.

Das Buch zum Artikel:
Peter Fry: Samuel Ryder – The Man Behind the Ryder Cup. Wright Press 2010. 145 Seiten. ISBN 978-0953908714.

Links steht Samuel Ryders ehemaliges Verwaltungsgebäude, rechts die frühere Seed Hall in der Straße Holywell Hill.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Links steht Samuel Ryders ehemaliges Verwaltungsgebäude, rechts die frühere Seed Hall in der Straße Holywell Hill.
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Samuel Ryders Grab   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Samuel Ryders Grab auf dem Hatfield Road Cemetery in St Albans.
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Published in: on 20. Oktober 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Southwick (West Sussex), sein Village Green, sein Cricket Club und ein erboster Schriftsteller

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.
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Eigentlich fahre ich die A259 von Brighton aus in westlicher Richtung ganz gern, man weiß aber nie so recht, in welchem Ort man sich eigentlich befindet, denn die kleinen Städte an der Südküste liegen wie auf einer Perlenschnur aufgereiht und gehen ineinander über. Einer dieser Orte heißt Southwick, kurz vor Shoreham-by-Sea gelegen. Wenn man von der Küstenstraße, der Albion Street, nach rechts auf die Grange Road abbiegt, kommt man zu dem großen Village Green, Heimstätte des 1790 gegründeten Southwick Cricket Clubs. So haben wir es gern: Ein Green mitten im Ort, darauf Männer in weißer Kleidung, die ihrem Lieblingssport nachgehen und direkt daneben ein Pub, der auch noch The Cricketers heißt.

Doch es gab einmal eine Zeit, als es dem Cricket Club an den Kragen gehen sollte. 1932 verbot der Southwick Urban District Council das Spiel auf dem Green mit der Begründung, dass es zu gefährlich für Passanten und den stärker werdenden Autoverkehr sei, die die Straßen rund um die Grünflächen benutzten. Sie könnten ja von einem der Bälle getroffen werden. Ein Aufschrei ging durch die Reihen der Clubmitglieder und vor allem der Präsident schäumte vor Zorn. Cricket von einem Village Green zu verbannen, das ging ja gar nicht.
Präsident des Clubs war zu dieser Zeit ein gewisser Stuart Petre Brodie Mais (1885-1975), kurz SPB Mais genannt. SPB war als Journalist, BBC-Rundfunksprecher und Buchautor bekannt. Wieviele Bücher er geschrieben hat, lässt sich kaum noch feststellen, die Angaben schwanken zwischen 200 und 300, darunter unzählige Reisebeschreibungen, Sachbücher und Romane. Heute ist SPB Mais weitgehend vergessen.

Der Schriftsteller wohnte direkt am Village Green in seinem Haus The Hall. Er startete eine Kampagne für das Recht seines Vereins, auf dem Green zu spielen, legte sich mit der Polizei an und drohte damit, notfalls mit seinem Anliegen bis ins britische Oberhaus zu gehen. Mais weigerte sich sogar, seine Steuern zu bezahlen, was dazu führte, dass der Council ihn zwangsweise aus seinem Haus ausquartieren ließ. Die Familie des Schriftstellers zog daufhin in den Nachbarort Shoreham-by-Sea. Die aufgewühlten Gemüter des Southwick Cricket Clubs beruhigten sich erst wieder, als im folgenden Jahr ein neuer Rat gewählt wurde, der die Entscheidung der Vorgänger rückgängig machte und das Cricketspielen wieder zuließ. Ob es irgendwann einmal zu Gefährdungen des fließenden Verkehrs oder der Fußgänger durch herumirrende Cricketbälle gekommen ist, konnte ich nicht feststellen.

The Hall am Village Green steht heute noch und erinnert an seinen früheren Bewohner mit einer blauen Plakette. Eine weitere Plakette am Haus weist daraufhin, dass der Maler Douglas Stannus Gray (1890-1959) hier ebenfalls sein Quartier aufgeschlagen hatte, aber nach SPB.

Noch ein Wort am Rande zu Southwick, was aber sicher nur Fußballfans interessieren wird: Ralf Rangnick, hoch angesehener Trainer von mehreren Bundesligavereinen, zuletzt bei RB Leipzig, spielte 1979/80 einmal für den Southwick Football Club, während er an der University of Sussex studierte.

 

Published in: on 22. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Bobby Moore (1941-1993) – Einer der ganz großen englischen Fußballspieler, der heute noch verehrt wird

Die Bobby Moore-Statue vor dem Londoner Wembley-Stadion.   © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Bobby Moore-Statue vor dem Londoner Wembley-Stadion.
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Am 30. Juli in diesem Jahr jährte sich zum fünfzigsten Mal das berühmt(berüchtigte) Endspiel der Fußballweltmeisterschaft, das England gegen Deutschland im Londoner Wembley-Stadion gewann. Über das von Geoff Hurst erzielte (oder auch nicht erzielte) Tor wird noch heute gestritten und ist als „Wembley-Tor“ in die Sportgeschichte eingegangen. Kapitän der englischen Nationalmannschaft war damals Robert Frederick Chelsea Moore, besser bekannt als Bobby Moore, ein gebürtiger Londoner, der zu den ganz Großen im europäischen Fußball gehört. Sein Heimatverein war von 1958 bis 1974 der Club West Ham United, für den er 544 Spiele bestritt. Es folgten noch ein paar Jahre beim Londoner Rivalen FC Fulham und in der US-amerikanischen Liga, auch als Trainer war er noch eine Zeitlang tätig, doch sein Herz schlug in erster Linie für West Ham United, den Verein im Londoner East End. Am 24. Februar 1993 starb Bobby Moore leider schon viel zu früh an Krebs.

Auch 33 Jahre nach seinem Tod wird Bobby Moore noch heute verehrt. Vor wenigen Wochen wurde eine 97minütige Filmdokumentation veröffentlicht mit dem Titel „Bo66y – The Movie“ (wobei die beiden „b“s von Bobby durch die Zahl „66“, das Jahr der Fußball WM, ersetzt wurden), in der das Leben des Fußballspielers im Mittelpunkt steht. Hier ist der Trailer zu sehen.

Nur ein paar Schritte vom ehemaligen Stadion des West Ham United Football Clubs, Boleyn Ground oder auch Upton Park genannt, das in diesem Jahr geschlossen wurde, weil der Verein ins nahegelegene Olympiastadion in Stratford gezogen ist, steht ein Denkmal am Beginn der Green Street, das Geoff Hurst, Martin Peters und Ray Wilson zeigt, die Bobby Moore auf den Schultern tragen. Die fünf Meter hohe Statue wurde im April 2003 eingeweiht, in Anwesenheit einiger der damaligen WM-Teilnehmer.

Vor dem neuen Wembleystadion in London steht ein weiteres Bobby Moore-Denkmal, das im Mai 2007 von Sir Bobby Charlton enthüllt wurde (und der 1966 bei der Fußball WM an der Seite von Moore kämpfte) und das die etwas bombastische Inschrift trägt:

„Immaculate footballer, Imperial defender, Immortal hero of 1966, First Englishman to raise the World Cup aloft, National treasure, Master of Wembley, Lord of the game, Captain extraordinary, Gentleman for all time“.

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Gewinns der Fußballweltmeisterschaft hat die Greene King Brauerei in Bury St Edmunds (Suffolk) ein Bier auf den Markt gebracht, das sie „Bo66y – Bobby Moore’s Best“ („Celebrating 1966“) genannt hat und das witzigerweise 4,2% Alkoholgehalt hat; 4:2 endete damals das WM-Finale England gegen Deutschland.

Die Statue in der Nähe des ehemaligen Stadion von West Ham United mit Martin Peters, Geoff Hurst, Bobby Moore und Ray Wilson. This work has been released into the public domain.

Die Statue in der Nähe des ehemaligen Stadions von West Ham United mit Martin Peters, Geoff Hurst, Bobby Moore und Ray Wilson (von links nach rechts).
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So gedachte man an den 20. Jahrestag von Bobby Moores Tod im Boleyn-Stadion des Westham United.   © Copyright Robin Sones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

So gedachte man des 20. Jahrestags von Bobby Moores Tod im Boleyn Ground von West Ham United.
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Published in: on 26. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The British Lawn Mower Racing Association

Wo alles gegann: The Cricketers Arms in Willesden Green (West Sussex).    © Copyright Simon Carey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles begann: The Cricketers Arms in Wisborough Green (West Sussex).
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Pubs sind offensichtlich die reinsten Brutstätten für die Entwicklung skurriler Ideen. Nach dem Trinken des einen oder anderen Pints werden bei manchen Besuchern kreative Gedanken freigesetzt, die sie dann tatsächlich auch umsetzen (über einige dieser Fälle habe ich in meinem Blog schon berichtet), so geschehen im Jahr 1973 im The Cricketers Arms in Wisborough Green (West Sussex). Dort saßen einige Männer, tranken ihre Biere und beobachteten wie gegenüber auf dem Village Green und Cricketplatz der Rasen gemäht wurde. Jim Gavin, einer der Männer und leidenschaftlicher Motorsport-Fan, meinte dazu, daraus könne man doch eine neue Sportart machen. Einen Rasenmäher hat doch jeder zuhause, das kostet also nicht viel. Gesagt, getan, bald darauf fand in Murphy’s Field in Wisborough Green das erste Rasenmäherrennen statt und das war der Anfang der British Lawn Mower Racing Association (BLMRA), die bald gegründet wurde und die bis heute besteht. Hier ist das Promo-Video.

Die Rennen werden in vier Kategorien ausgetragen, wobei die erste die Mäher umfasst, die geschoben werden („A Group 1 lawn mower is a machine designed to cut grass for domestic purpose“).
Die Königsdisziplin ist das Rennen mit Mähern der Gruppe 4 („A Group 4 mower is a lawn tractor with a chassis designed for an engine up to 18hp, which has been designed to cut grass for domestic purposes“).

Die BLMRA organisiert jedes Jahr mehrere Meisterschaften und Rennen, darunter The British Championship, The World Championship und The British Grand Prix. Das härteste aller Rennen aber ist das 12 Hour Endurance Race, das immer abends um 20 Uhr beginnt und bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr geht. Am 6. August wurde das nächtliche Rennen in diesem Jahr ausgetragen, in Five Oaks bei Billingshurst, also ganz in der Nähe von Willesden Green, der Geburtsstätte des Lawn Mower Racing. Gestartet wurde es durch die Schauspielerin und TV-Moderatorin Jodie Kidd, die selbst Motorsporterfahrung hat.

Übrigens: Die Rennsportlegende Sir Stirling Moss war in den Anfangsjahren Teilnehmer einiger Rennen und gewann sowohl den British Grand Prix als auch das 12-Stunden-Rennen.

Dieser elfminütige Film informiert über alles, was man als zukünftiger Rasenmäher-Rennfahrer wissen muss.
Wer sich grundsätzlich für Rasenmäher interessiert, dem sei ein Besuch im British Lawnmower Museum in Southport empfohlen (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Published in: on 13. August 2016 at 02:00  Comments (4)  
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The 92 Club

Leicester Citys King Power Stadium.   © Copyright Ian Rob and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Leicester Citys King Power Stadium.
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Im Jahr 1978 hatte ein Fußballfan aus Bristol eine Idee: Gordon Pearce, Anhänger des Vereins Bristol Rovers, schlug vor, dass all jene, die sich schon einmal in allen Stadien der vier höchsten Fußballligen ein Spiel angesehen haben, sich in einem Club zusammenfinden sollten. 39 Fans wurden aufgespürt, die das tatsächlich schon gemacht hatten und der 92 Club wurde gegründet. Mittlerweile ist Gordon Pearce verstorben, doch der  Club besteht nach wie vor. Warum 92 Club?
Die englische Football League besteht aus der League Championship und den Leagues One und Two; darüber thront die glamouröse Premier League, alles in allem 92 Vereine. Wie im deutschen Fußballsystem auch, steigen jedes Jahr Vereine in die nächst höhere Spielklasse auf bzw. steigen ab. Wer es also als Mitglied des 92 Club geschafft hat, alle Stadien aller Mannschaften aufzusuchen, kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen, denn es kommen neue Vereine dazu oder es werden neue Stadien eingeweiht, was bedeutet: Reisen durch das ganze Land.

Sehen wir uns noch einmal die Sieger der letzten Saison an:
In der Premier League hatte der Überraschungsverein Leicester City die Nase vorn.
In der League Championship freute sich der FC Burnley über die Meisterschaft.
Wigan Athletic stand in der League One auf Platz 1 der Tabelle
Northampton Town beherrschte die League Two.

In den letzten zehn Jahren wurden einige neue Stadien gebaut, die von den Clubmitgliedern natürlich aufgesucht werden mussten, als da beispielsweise sind:
Arsenals Emirates Stadium (2006)
Morecambes Globe Arena (2010)
Chesterfields Proact Stadium (2010)
Brighton and Hove Albions The American Express Community Stadium (2011)

Um Mitglied des 92 Clubs zu werden, müssen eine ganze Reihe von Kriterien erfüllt werden, die man hier nachlesen kann.

FC Burnleys Turf Moor.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Wigan Athlectics DW Stadium.   © Copyright Rude Health and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wigan Athlectics DW Stadium.
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Northamptons Sixfield Stadium.   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Northampton Towns Sixfield Stadium.
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Published in: on 28. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The English Football Hall of Fame im National Football Museum in Manchester

Das National Football Museum in Manchester.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Urbis Building in Manchester, Heimat des National Football Museums     © Copyright David Dixon and
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Kurz vor Beginn der Fußball-Europameisterschaften in Frankreich steht das Thema „Fußball“ immer mehr im Fokus der Medien. Da passt mein heutiger Blogeintrag über The English Football Hall of Fame vielleicht ganz gut ins Bild.
Im National Football Museum in Manchester, das im Jahr 2012 von Preston in Lancashire nach Manchester umzog, gibt es die Hall of Fame, die dem Andenken an große Fußballlegenden gewidmet ist. Jedes Jahr kommen neue Spieler dazu, die diese hohe Auszeichnung erhalten; aber nicht nur männliche Fußballer haben diese Ehre, sondern auch weibliche Sportler, Trainer, ganze Teams und Schiedsrichter. Es gibt einige Kriterien, nach denen man in die Hall of Fame aufgenommen werden kann, so muss man entweder seine Laufbahn beendet haben oder mindestens 30 Jahre alt sein. Auch müssen die Spieler bzw. Trainer mindestens fünf Jahre in England gearbeitet haben.

Als im Jahr 2002 die ersten Aufnahmen in die Hall of Fame erfolgten, konnte man auf ein weites Feld von herausragenden Spielern zurückgreifen und so gehörten u.a. George Best, Sir Bobby Charlton, Paul Gascoigne, Kevin Keagan und Bobby Moore dazu.
Die erste Frau, die ebenfalls seit 2002 zum „Grundbestand“ gehört, ist Lily Parr (1905-1978), eine Nationalspielerin, die ihre Karriere in Preston bei den Dick, Kerr’s Ladies begann.
Zu den ersten Trainern in der Hall of Fame zählten Manchester Uniteds Sir Alec Ferguson, Nottingham Forests Brian Clough und Nationaltrainer Sir Alf Ramsey.

Werfen wir noch einen Blick auf die aktuellen Neuzugänge, die seit dem Letzten Jahr in Manchesters Hall of Fame Einzug gehalten haben. Da finden wir u.a. Gary Neville, der bis 2011 bei Manchester United gespielt hat, Norman Hunter, der für Leeds United, Bristol City und Barnsley tätig war, und Alan Mullery, der für die Londoner Vereine Fulham und Tottenham spielte.
Als Fußballerin wurde Faye White aufgenommen, die von 1996 bis 2013 bei den Arsenal Ladies und 15 Jahre im Trikot der Nationalmannschaft spielte.

Weitere Bewohner der Hall of Fame sind: Das Team, das 1966 die Weltmeisterschaft holte, Michel Platini als „All-Time Great European Footballer“, der Sheffield F.C. als ältester Fußballverein der Welt und Sepp Blatter (!) als „Ambassador of Football“.

Der Eintritt in das National Football Museum ist frei; es ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

National Football Museum
Urbis Building
Cathedral Gardens
Manchester
M4 3BG

Published in: on 9. Juni 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Darts – Das beliebte Spiel in Pubs, das man dort früher nicht ausüben durfte

The Adelphi in Leeds.   © Copyright Eirian Evans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Wurfpfeilspiel Darts verbindet man automatisch mit Pubs. In zahllosen britischen Gasthäusern hängt irgendwo eine Dartscheibe an der Wand, an der sich die „locals“ immer wieder versuchen. Einen Popularitätsschub hat das Spiel sicher auch durch die Live-Übertragungen der Weltmeisterschaften auf den TV-Sportkanälen erlangt. Doch es gab eine Zeit, zu der man Darts in Pubs nicht spielen durfte, da es zu den Glücksspielen zählte. So wurde im Jahre 1908 der Landlord des Adelphi Inns, Jim Garside, in Leeds (West Yorkshire) vor den Magistrates‘ Court der Stadt gebracht, weil er Darts in seinem Pub erlaubt hatte. Garside bat das Gericht, zu seiner Entlastung einen gewissen William „Bigfoot“ Annakin zuzulassen, einen Schmied, der zugleich der beste Dartspieler im Adelphi Inn war. Der Richter stimmte zu und so wurde im Gerichtssaal eine Dartscheibe aufgebaut. Euer Ehren rief Mr. Annakin mehrere Nummernfelder zu, die er treffen sollte, was „Bigfoot“ problemlos erledigte. In einer Version der Geschichte heißt es, dass Gerichtsangestellte das nachmachen sollten, wobei sie aber kläglich scheiterten. Dadurch wurde bewiesen: Darts ist kein Glücksspiel, sondern ein Geschicklichkeitsspiel und das war wiederum in Pubs nicht verboten. Publican Jim Garside wurde daraufhin freigesprochen.

Immer wieder hat man Versuche unternommen, Darts als olympische Disziplin anzuerkennen, doch erfolglos. Frühestens bei den Olympischen Spielen 2024 wäre es möglich, diese Sportart zu integrieren, aber besonders gut stehen die Chancen dafür nicht.

Dieser Film der BBC zeigt die Bedeutung des Dartspiels in Großbritannien.

Published in: on 9. Mai 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Beckham: For The Love Of The Game“ – Eine neue Dokumentation mit Fußballstar David Beckham

Um die Weihnachtszeit wetteifern die britischen Fernsehsender wieder um die Gunst der Zuschauer, indem sie besonders interessante/spektakuläre/aufsehenerregende Programme anbieten. ITV wird die nun allerletzte Folge der TV-Serie „Downton Abbey“ zeigen, die BBC sendet eine Neuverfilmung des Agatha Christie-Romans „And then there were none“ (die deutsche Übersetzung des Romans heißt „Und dann gabs keines mehr“).
Zwischen Weihnachten und dem Neujahrstag, am 29. Dezember strahlt BBC1 eine Dokumentation aus, die sicher alle David Beckham-Fans vor den Bildschirm ziehen wird. „Beckham: For The Love Of The Game“ heißt die Sendung, die den charismatischen Fußballspieler zeigt wie er einmal rund um die Welt reist und dabei seinem Sport nachgeht.

Am 2. Mai 1975 wurde David Beckham im Londoner Stadtteil Leytonstone geboren, dort, wo sich vor wenigen Tagen in der U-Bahnstation ein Terrorakt ereignete. Die meiste Zeit seiner aktiven fußballerischen Karriere verbrachte er von 1992 bis 2003 bei Manchester United. 115mal trat er für die englische Nationalmannschaft an und erzielte dabei 17 Tore. Bei Paris St Germain beendete er im Alter von 38 Jahren seine Karriere.
Schon seit vielen Jahren engagiert sich David Beckham für unterprivilegierte Kinder und ist seit 10 Jahren UNICEF-Botschafter. So entstand auch vor einiger Zeit die Idee, einmal rund um die Welt zu reisen und mit Kindern und Jugendlichen Fußball zu spielen, woraus dann ein 90-minütiger Film entstand.

Stationen seiner Weltreise waren: Dschungeldörfer in Papua-Neuguinea, Bergdörfer in Nepal, die Straßen von Buenos Aires, Wüstendörfer in Djibouti, Spielfelder in Miami (Florida) und die Antarktis, wo bisher noch nie ein Fußballmatch ausgetragen worden ist. Beendet wurde die Reise im Old Trafford Stadion in Manchester, wo David Beckhams Karriere begann. Dort spielte er im Team Großbritannien und Irland gegen den Rest der Welt; die Einnahmen daraus kamen der UNICEF zugute. Trainerlegende Sir Alec Ferguson ließ es sich nicht nehmen, Beckham & Co zu coachen; auf der anderen Seite trainierte der frühere Chelsea-Mann Carlos Ancelotti das Team „Rest of the World“, bei dem u.a. Ronaldinho und Luis Figo antraten.

Vielleicht wird die Dokumentation ja auch eines Tages im deutschen Fernsehen gezeigt.

Hier ist ein Film über seinen Besuch in Nepal und hier in Buenos Aires.

 

Published in: on 13. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Fußballverein Bolton Wanderers und wie er zu seinem Namen kam

Das Macron Stadium, in dem die Trotters ihre Spiele austragen.    © Copyright Phil Platt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Macron Stadium, in dem die Trotters ihre Spiele austragen.
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Bolton ist eine größere Stadt im Großraum Manchester, deren Fußballverein sich Bolton Wanderers nennt und deren Spieler als Trotters bezeichnet werden. Die Heimspiele des Vereins werden im Macron Stadium am Burnden Way ausgetragen, benannt nach dem neuen Sponsor, der italienischen Textilfirma Macron, die Sportbekleidung herstellt. Bis zum Jahr 2014 hieß es Reebok Stadium. Zurzeit sieht es für die Trotters nicht so gut aus, denn sie stehen auf dem letzten Tabellenplatz der Football League Championship, vergleichbar mit der 2. Bundesliga, hinter Rotherham United und Huddersfield Town.

Der populärste Spieler, der je für die Bolton Wanderers angetreten war, ist sicher der 2011 verstorbene Nat Lofthouse, der nach dem Ende seiner Karriere als Manager für den Verein tätig war. Er war einer der ersten, der in die English Football Hall of Fame aufgenommen wurde, und man hat ihm zu Ehren eine überlebensgroße Statue von ihm vor dem Stadion aufgestellt, auf deren Sockel Lofthouses letzte Wort eingraviert sind: „I’ve got the ball now, it’s a bit worn, but I’ve got it.“

Die Anfänge des Clubs reichen zurück bis in das Jahr 1874, als Thomas Ogden, der Schulleiter der Christ Church Sunday School, und Reverend John Farrall Wright von der Christ Church einen Fußballverein gründeten. Schon nach wenigen Jahren überwarf sich der Geistliche mit dem Team, das nun die Schule nicht mehr als Vereinsheim benutzen durfte. Man zog in das nahegelegene Gladstone Hotel (1967 abgerissen) an der Deane Road um, das nun als Basis diente, und musste sich ständig neue Plätze suchen, auf denen die Spiele ausgetragen wurden; man wanderte also hin und her, und daraus entstand letztlich der neue Name des Vereins „Bolton Wanderers“.

Der Fußballclub gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Football League, die im Jahr 1888 entstand. Einer der Höhepunkte des Vereins war sicher die Teilnahme am FA Cup Final am 28. April 1923, als die Mannschaft gegen West Ham United spielte und 2:0 gewann, ein Match, das in die englische Fußballgeschichte als White Horse Final einging (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Das Macron Stadium liegt einige Kilometer außerhalb von Bolton, im Middlebrook Retail Park von Horwich, dicht an der Autobahn M61.

Hier sind einige Szenen aus einem Spiel der Bolton Wanderers gegen Blackpool.

Die Statue von Nat Lofthouse am Stadion der Bolton Wanderers.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Statue von Nat Lofthouse am Macron Stadium der Bolton Wanderers.
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Published in: on 6. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Exeter City Football Club und seine berühmten Vorstandsmitglieder Michael Jackson und Uri Geller

St James' Park in Exeter.    © Copyright Roger Cornfoot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St James‘ Park in Exeter.
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Devon ist noch nie dafür bekannt gewesen, dass aus der Grafschaft eine besonders nennenswerte Fußballmannschaft hervorgegangen ist. Der Club der Hauptstadt Exeter, Exeter City Football Club, spielt in der vierten Liga und steht dort zurzeit auf Platz 11. Nun ja…

Eines haben die Grecians, wie die Spieler genannt werden, aber den ganz großen Clubs aus London, Manchester oder Liverpool voraus: Sie hatten einmal ganz berühmte Vorsitzende, nämlich Michael Jackson und Uri Geller! DER Michael Jackson, nicht der Bierpapst gleichen Namens, sondern der amerikanische Popsänger. Ich bin nicht sicher, ob M.J. wusste, dass es ein Exeter in Devon gab, geschweige denn jemals von einem Club namens Exeter City gehört hatte, als er am 14. Juni des Jahres 2002 zusammen mit seinem Freund, dem als Löffelverbieger bekannten Uri Geller, für einen Tag in das Stadion St James‘ Park im Südwesten Englands kam. Gellers Beziehung zu Exeter bestand darin, dass sein Sohn Daniel angeblich in einem früheren Leben dort ansässig war; das behauptete jedenfalls Vater Uri. Also unterstützte der weltberühmte Hellseher den Fußballverein und schleppte an jenem denkwürdigen Tag, der in die Vereinsgeschichte eingegangen ist, den noch berühmteren, schrillen Popstar mit hierher, der nach eigener Aussage keinen Schimmer von Fußball hatte, aber Exeter City F.C. liebte.

Natürlich war an diesem Junitag der St James‘ Park rappelvoll und Michael wurde frenetisch von seinen Fans gefeiert. Er hielt sogar eine Rede, die er mit „Hello you wonderful people of Exeter“ begann und dann über AIDS-kranke Kinder und Malaria sprach; anschließend forderte er alle Anwesenden auf, sich an die Hand zu nehmen und den Nachbarn zu sagen wie sehr sie einander liebten. Eine recht bizarre Situation, und ich glaube nicht, dass sich alle dabei wohl fühlten.

Die Einnahmen aus dieser als Wohltätigkeitsveranstaltung gedachten Show sollten jeweils zur Hälfte der finanziell nicht gerade üppig ausgestattete Fußballverein und arme bzw. kranke Kinder in der Stadt erhalten. Aus Dankbarkeit dafür, dass Michael Jackson nach Exeter gekommen war, wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Clubs ernannt. Das bedeutete, der amerikanische Popstar durfte bei Entscheidungen der Vereinsführung, beispielsweise was den Ankauf neuer Spieler betraf, mitwirken, hatte zu allen Spielen der Grecians freien Eintritt und durfte bei Auswärtsspielen im Mannschaftsbus mitfahren. Eine tolle Sache!! Aber…Michael Jackson ließ sich nie wieder in Exeter blicken und nahm seine Privilegien niemals wahr.

Übrigens hatte Uri Geller noch andere Männer aus dem Showbusiness in den Vorstand des Clubs geholt; so gehörten eine Zeit lang der aus Bristol stammende und als Darth Vader („Star Wars“) bekannt gewordene Schauspieler David Prowse dazu, sowie der US-amerikanische Zauberkünstler David Blaine. Doch trotz dieser geballten Macht aus gestandenen Männern des Showbiz im Vorstand, der Exeter City Football Club konnte Mannschaften wie Arsenal, Chelsea oder ManU nie die Stirn bieten.

Hier ist die legendäre Rede Michael Jacksons zu hören (ja, die Kameraführung ist grauenhaft…)

 

Die Kleiderordnung in der Royal Enclosure beim Royal Ascot Pferderennen

Die Pferderennbahn von Ascot ist nicht weit vom Windsor Castle entfernt und so kommen Mitglieder der königlichen Familie wie die Queen oder Prince Charles gern mit einer Pferdekutsche zum Rennen. Das prestigeträchtige Royal Ascot findet in diesem Jahr vom 16. bis zum 20. Juni statt und da sind Preisgelder von über £5,5 Millionen zu gewinnen. Kein Wunder, dass in diesen Tagen wieder die besten Pferde aus aller Welt an den Start gehen.

Die Royals beobachten das Geschehen auf der Rennbahn natürlich von der Royal Enclosure aus, der Tribüne, die nur für ganz ausgewählte Personen zugänglich ist. Um dort hineinzugelangen, muss man beim Royal Enclosure Office einen Antrag stellen und von jemandem empfohlen werden, der mindestens schon viermal offizieller Gast in dieser exklusiven Hochsicherheitszone war. Sollte man diese Hürde, um in der Pferderennsprache zu bleiben, tatsächlich genommen haben, dann muss man als nächstes besonderes Augenmerk auf seine Kleidung legen, um nicht doch noch am Eingang zur Royal Enclosure abgewiesen zu werden.

Miniröcke, Kleider mit Spaghettiträgern oder gar nabelfreie Kleidungsstücke sind absolute Tabus für die Damenwelt; damit kommt man nicht auf die königliche Tribüne. Vorgeschrieben sind stattdessen Kleider und Röcke, die ein kleines Stückchen über dem Knie enden dürfen, aber gern auch länger sein können. Hosenanzüge sind okay, müssen aber farblich und vom Material her aufeinander abgestimmt sein. Hüte sind natürlich unerlässlich; allerdings sind sogenannte „headpieces“ mit einem Mindestdurchmesser von zehn Zentimetern auch akzeptabel.

Nachdem nun die Dame entsprechend ausstaffiert ist und Einlass in die Royal Enclosure findet, was wird jetzt von ihrem männlichen Begleiter erwartet? Auf jeden Fall ein „morning dress“; das ist natürlich kein Bademantel, sondern ein Cutaway, eine Art Gehrock, entweder in Schwarz oder in Grau, zu dem eine Weste, schwarze Schuhe und ein Zylinder getragen wird. Der Zylinder muss „normal“ sein, d.h. man darf ihn nicht mit irgendwelchen Bändchen oder anderen Verzierungen versehen. Absetzen darf man den „top hat“ nur in bestimmten Bereichen wie z.B. in den Restaurants oder in den Privatlogen.

Sollte man sogar seine Kinder mitbringen dürfen, dann gilt auch für den Nachwuchs eine Kleiderordnung. Empfohlen wird für Mädchen ein Sommerkleidchen. Hüte oder „headpieces“ können, müssen aber nicht sein. Die jungen Herren sollten sich nach der Kleidung ihrer Väter richten, haben dafür aber das Glück, keine Hüte tragen zu müssen.

So ausgestattet, kann man sich in das Pferderennvergnügen stürzen oder sich vielleicht lieber an Champagner und erlesenen Speisen ergötzen.

Hier kann man sich die Kleiderordnung noch einmal im Film ansehen.

The Royal Enclosure in Ascot. Author: troxx. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

The Royal Enclosure in Ascot.
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Published in: on 25. April 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Verhexte Fußballstadien – Auch das gibt es in England

Das Kassam Stadium in Oxford.    © Copyright Dave Price and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Kassam Stadium in Oxford.
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Dass es in England Schlösser, Kirchen und Pubs gibt, die verhext oder „haunted“ sind, habe ich in meinem Blog schon vielfach erwähnt, aber Fußballstadien, auf denen ein Fluch liegt? Ja, die gibt es tatsächlich, das meinen jedenfalls Fans und Vereinsangehörige. Beispiel: Das Kassam Stadium an der Grenoble Road in Oxford, Heimat des örtlichen Fußballvereins Oxford United, der zurzeit in der vierthöchsten Spielklasse Englands zu finden ist.

Das nach dem früheren Vereinsboss Firoz Kassam benannte Stadion wurde im Jahr 2001 eröffnet. So ein tolles neues Stadion müsste die Mannschaft von Oxford United doch eigentlich anspornen, hervorragende Leistungen zu erbringen, meinte man, aber das Gegenteil war der Fall, von 17 Heimspielen verloren die Gelb-Blauen 13mal. Was war da los? Ein Fluch soll auf dem Kassam Stadion liegen, behaupteten viel Fans, denn auf dem Grund und Boden auf dem der Platz erbaut worden war, lebten Zigeuner, die für das Bauvorhaben vertrieben werden mussten. Die Vertriebenen sollen einen Fluch ausgesprochen haben…mit verheererenden Folgen für den Tabellenstand des Clubs. Also musste jemand her, der diesen Fluch aufheben konnte und dafür bot sich der Bischof von Oxford, Richard Harries, an. Der Kirchenmann kam also ins Kassam Stadion und segnete den Platz (er vermied ausdrücklich das Wort „exorzieren“) und gleich das nächste Spiel, gegen York City, ging nicht verloren, sondern endete unentschieden. Oxford United fing sich wieder und konnte die letzten Tabellenplätze verlassen. Es gab auch kritische Stimmen in Fankreisen, die der Meinung waren, dass nicht der Fluch die Ursache für das schlechte Abschneiden des Vereins war, sondern die mangelhafte Leistung der Mannschaft.

Etwas Ähnliches hat sich auch in Southamptons St Mary’s Stadium abgespielt, das auf einem ehemaligen Friedhof aus dem 4. bis 6. Jahrhundert erbaut wurde. Die Saints genannten Spieler des FC Southampton hatten ebenfalls Probleme, in ihrem schönen neuen Stadion zu gewinnen. So holte man Cerridwen Dragonoak Connelly nach Southampton, eine Druidin, die auf dem Platz ein Ritual zelebrierte, um die aufgeschreckten Seelen, die hier einmal begraben worden waren, wieder zu besänftigen. Der Zauber wirkte und die Saints gewannen ihr nächstes Spiel.

Nicht nur in Oxford und Southampton hatte man mit dieser Art von Problemem zu tun, auch in Middlesborough soll einst ein Zigeunerfluch auf deren Ayresome Park Stadion gelegen haben. Die bösen Zigeuner hatten in Derby ebenfalls ihre Hände im Spiel, als sie wie in Oxford ihren Lagerplatz verlassen mussten und verfluchten den örtlichen Verein Derby County und ihr damaliges Stadion The Baseball Ground.

Da können sich doch die deutschen Bundesligavereine freuen, dass sie sich mit diesen, wohl mehr englandspezifischen Problemen nicht herumärgern müssen.

St Mary's Stadium in Southampton.    © Copyright Peter Facey and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ayresome Park, das ehemalige Stadion des Middlesborough Football Clubs.    © Copyright Stephen McCulloch and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ayresome Park, das ehemalige Stadion des Middlesborough Football Clubs.
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An dieser Stelle stand früher das verfluchte Baseball Stadium vom Derby County Football Club.    © Copyright Graham Hogg and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

An dieser Stelle stand früher das verfluchte The Baseball Ground Stadium vom Derby County Football Club.
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Published in: on 23. März 2015 at 02:00  Comments (1)  

Das Eton Wall Game – „Bone-cracking“ aber nicht „Nerve-wrecking“

Der Kampf an der Mauer. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

Der Kampf an der Mauer.
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Das Eton Wall Game, das im elitären Eton College gespielt wird, dürfte einerseits zu den härtesten, aber auch zu den langweiligsten Spielen gehören, die man sich vorstellen kann. Das eigentliche Ziel des Wall Games ist es, Tore zu erzielen, aber seit dem 30. November 1909 (!) hat das niemand mehr geschafft. Da hilft nur eins: Geduld, Geduld, Geduld.

Am St Andrew’s Day, eben dem 30. November, treffen die Collegers (die Stipendiaten) auf die Oppidans (das sind die anderen Schüler, die die vollen Studiengebühren zahlen müssen). Schauplatz des Eton Wall Games ist eine etwa 110 Meter lange Ziegelmauer auf dem Gelände des Colleges, auf dem die mehr oder weniger begeisterten Zuschauer sitzen und ihr jeweiliges Team anfeuern (oder auch vor lauter Langeweile gähnen). Das Spielfeld ist gerade einmal fünf Meter breit, auf dem sich die gegnerischen Mannschaften einen manchmal ziemlich brutalen Kampf um einen Ball liefern, der ans gegnerische Ende, das sogenannte „calx„, getrieben werden muss. Es gibt zwar bestimmte Regeln, was man bei dem Wall Game alles darf und was nicht, aber man gewinnt den Eindruck, dass diese Regeln entweder nicht beachtet oder auch gar nicht verstanden werden. Der Ball ist kaum einmal zu sehen, weil er in einem unentwirrbaren Spielerknäuel steckt.

2-mal dreißig Minuten dauert das Spiel, das häufig 0:0 ausgeht und wobei der Ball oft nicht nennenswert weit vom Startpunkt weg kommt. Das rugbyartige Wall Game wurde erstmals im frühen 18. Jahrhundert gespielt, nachdem die Backsteinmauer errichtet worden war. Einige prominente Etonians haben in der Vergangenheit an dem Spiel teilgenommen wie z.B. die beiden Prinzen William und Harry. Vor allem Harry, der ein Faible für harte Männersportarten hat, kann man sich gut bei dem Wall Game vorstellen. Der ehemalige Premierminister Harold McMillan, der Schriftsteller George Orwell und Londons Bürgermeister Boris Johnson waren ebenfalls Teammitglieder, die sich an der Mauer eine blutige Nase holten. Der bullige Johnson war sogar Mannschaftsführer während seiner Studienzeit in Eton.

Hier ist ein Film der British Paté aus dem Jahre 1956, der ein Eton Wall Game zeigt.

Der Eingang zum Eton College.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Eingang zum Eton College.
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Published in: on 2. Februar 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Yad Moss in Cumbria – Englands Skigebiet Nummer Eins

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Englische Ski- und Snowboarderfans müssen nicht unbedingt in die Alpen fahren, um ihrem Hobby zu frönen; auch das schottische Aviemore muss man dazu nicht ansteuern, denn in England selbst gibt es ein Skigebiet, das alles bietet, was ein Skifahrerherz höher schlagen lässt: Abfahrtspisten und sogar einen 600 Meter langen Lift, der pro Stunde bis zu 600 Personen transportieren kann. Yad Moss heißt das einsam gelegene Gebiet in Cumbria, das über die B6277 zu erreichen ist, und in dem man sonst nur Schafe antrifft. Die nächsten zweibeinigen Lebewesen findet man in dem kleinen Weiler Garrigill, nördlich von hier.

Die Abfahrten werden von einer Pistenraupe vorbereitet, die man in England „piste basher“ nennt, wie dieser Film zeigt. Seit etwa 40 Jahren wird Yad Moss von Freiwilligen des Carlisle Ski Clubs gemanagt. Das „St Moritz des Nordens“, wie es der Independent einmal spöttisch nannte, verfügt nicht ganz über die Infrastruktur des Schweizer Rivalen: Eine steinerne Hütte, in der man seinen mitgebrachten Lunch verzehren kann, recht primitive Toiletten, ein Tickethäuschen, ja, das war’s schon. Après Ski ist hier leider Fehlanzeige, da muss man schon nach Alston fahren und dort z.B. an der Bar des Cumberland Hotels ein Pint trinken.

Die Tageskarte für Yad Moss kostet in der Woche £15 und am Wochenende £20. Die erzielten Einnahmen gehen komplett in den Unterhalt der Skianlage, denn die Wartung des Lifts und der Pistenraupe kostet so einiges.
Die Schneesicherheit der Alpen ist hier oben in Cumbria nicht gegeben, wenn es aber geschneit hat, dann herrscht in Yad Moss ein ganz schöner Betrieb und wer Pech hat, bekommt dann auch keine Tageskarte mehr.

Ein Stimmungsbild eines typischen Wintertages gibt dieser Film. Vielleicht hatte hier einst auch Englands berühmtester Skispringer Eddie the Eagle für die Olympischen Winterspiele in Calgary 1988 geübt.

Der Yad Skilift.    © Copyright Phil Catterall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Yad Moss Skilift.
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Hier macht eine Skiabfahrt nicht besonders viel Spaß.    © Copyright Phil Catterall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier macht eine Skiabfahrt nicht besonders viel Spaß.
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Published in: on 10. Dezember 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Prescott Speed Hill Climb in Gloucestershire – Eine der kürzesten Autorennstrecken Englands

Die Haarnadelkurve des Prescott Hill Climb in Gloucestershire.     © Copyright Mike Dodman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Haarnadelkurve des Prescott Hill Climb in Gloucestershire.
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Nicht weit von dem Hügel entfernt, auf dem jährlich das berühmt-berüchtigte „Cheese Rolling“ stattfindet (ich berichtete in meinem Blog darüber), liegt am Prescott Hill in Gloucestershire eine der kürzesten Autorennstrecken Englands. Etwas über einen Kilometer ist die Strecke lang, aber sie hat es in sich. Auf 70 Metern Höhenunterschied wechseln sich kurze Geradeausstrecken mit Kurven ab; Höhepunkt des Parcours ist eine Haarnadelkurve, bei der die Fahrer das Tempo deutlich reduzieren müssen. Der bisherige Rekord des Prescott Hill Climb liegt bei 36,35 Sekunden, den der aus Ludlow in Shropshire stammende Rennfahrer Scott Moran am 2. September 2007 aufgestellt hat.

Das Gelände in diesem dünnbesiedelten Gebiet von Gloucestershire gehört dem Bugatti Owners‘ Club, der bereits 1929 gegründet wurde. Acht Jahre später kaufte der Club den Teil des Prescott Hills und wandelte ihn in eine Rennstrecke um, die dann 1938 eingeweiht wurde. Heute hat der Club weltweit über 1700 Mitglieder; um Mitglied zu werden ist der Besitz eines Bugattis nicht Voraussetzung. Hier in den Bredon Hills in den Cotswolds werden nicht nur Rennen ausgetragen, der Club veranstaltet auch Treffen von klassischen Automobilen und Motorrädern. Neben vielen „Vintage Bugattis“ hat man hier in Gloucestershire hin und wieder auch die Gelegenheit einen Bugatti Veyron* zu sehen, der mit über 1000 PS zu den schnellsten Autos der Welt gehört und dessen 16-Zylindermotor übrigens in meinem Wohnort Salzgitter im Volkswagenwerk produziert wird. Dieser Film zeigt einen Bugatti Veyron bei der Bewältigung des Prescott Hill Climb.

Wer sich für Bugatti-Autos interessiert, dem sei das Bugatti Trust Museum hier am Prescott Hill empfohlen, das über die Geschichte der italienischen Firma informiert und in dem auch seltene Exemplare der Marke zu sehen sind.

Im benachbarten Ort Gretton wurde 1972 ein Pub nach der Autofirma benannt, The Bugatti Inn, der jetzt unter dem Namen Bombay Bugatti firmiert, weil hier indisches Essen serviert wird.

* Besitzer eines dieser Veyrons sind z.B. Real Madrids Cristiano Ronaldo, der Musikproduzent Simon Cowell und die Rapper Jay-Z, Lil’Wayne und Flo Rida.

Bugatti Owner’s Club and Prescott Hill Climb
Prescott Hill
Gotherington
Cheltenham
Gloucestershire GL52 9RD

Die Einfahrt zum Clubgelände.    © Copyright Bob Embleton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Einfahrt zum Clubgelände.
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Der Bugatti Inn in Gretton (Gloucestershire).    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Bugatti Inn in Gretton (Gloucestershire).
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Published in: on 17. November 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Prestbury (Cheshire) – Ein Dorf im Speckgürtel von Manchester, geprägt von Fußballspielern und ihren WAGs

Die Macclesfield Road in Prestbury (Cheshire). The copyright holder of this work releases  it into the public domain

Die Macclesfield Road in Prestbury (Cheshire).
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Prestbury in Cheshire (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort in Gloucestershire) liegt nicht weit vom Old Trafford Stadion in Manchester entfernt, schon gar nicht, wenn man die Strecke in einem Porsche, Ferrari oder Lamborghini zurücklegt. Diese Autos sieht man in Prestbury und in den Nachbarorten Alderley Edge und Wilmslow häufig, denn sie gehören vor allem Fußballspielern der beiden großen Manchester-Clubs, die ihre „Bediensteten“ fürstlich entlohnen und die sich gern im Speckgürtel der Großstadt niederlassen. Einige der superteuren Häuser und Villen werden wohl jetzt erneut auf den Markt kommen, denn der neue Trainer von Manchester United, Louis van Gaal, kehrt gerade mit eisernem Besen den alten Spielerbestand des Vereins aus und verkauft oder verleiht die Spieler, mit denen er nicht zufrieden ist. Aber dafür kommen neue Spieler zum Verein, wie Angel Di Maria von Real Madrid, und die müssen sich ja auch eine Bleibe suchen, in der sie stilgerecht residieren können. Van Gaal selbst soll sich auch in dem Goldenen Dreieck zwischen Wilmslow, Alderley Edge und Hale ein Haus gekauft haben, wobei er in umittelbarer Nähe von Wayne Rooney et. al. wohnen würde.

The village destroyed by WAGs: how millionaire footballers and their shopaholic other halves are pricing out locals and infuriating their neighbors“ titelte vor einigen Jahren Mail Online und meinte damit, dass Prestbury unter dem Zuzug der superreichen jungen Männer und ihrer Ehefrauen und Freundinnen (WAGs) eher leidet als davon profitiert. Denn die finanzkräftigen Fußballer samt Anhang lassen ihr Geld lieber in Manchester und nutzen die Angebote ihres Dorfes selten.

Auch sieht man sie im Dorf nicht oft, weil sie ihre stark abgesicherten Häuser nicht so gern verlassen. Die Withinlee Road in Prestbury ist die teuerste Straße im Norden Englands. Der durchschnittliche Hauspreis in der „Footballer’s Alley“ genannten Straße beträgt etwa 1,6 Millionen Pfund Sterling. An zweiter Stelle liegt die Macclesfield Road in Alderley Edge, den dritten Platz nimmt die Torkington Road in Wilmslow ein.

Wayne Rooney hat sein Anwesen in Prestbury im Collar House Drive am Golfplatz. Der Argentinier Carlos Tevez wohnte, als er noch für Manchester City spielte, in einem Haus, für das er im Monat 12 000 Pfund Miete zahlte. ManU- und Nationalspieler Ashley Young wohnt in dem Dörfchen, ebenso der Ex-Bayern München-Profi Owen Hargreaves in der Zeit, in der er noch für Manchester United bzw. Manchester City spielte.

 

Published in: on 11. September 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Deva Stadium in Chester (Cheshire) – Das einzige Fußballstadion, das in zwei Ländern liegt

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Ja, das gibt es tatsächlich: das Deva Stadium liegt genau auf der Grenze von England und Wales. Die einen sagen, dass sich der Parkplatz auf englischer und das Stadion auf walisischer Seite befinden, die anderen, dass die Zuschauer das Spiel von England aus betrachten, das aber in Wales stattfindet. Wie auch immer, kurios ist das schon. Wie kam es aber dazu?

Als 1990 der örtliche Fußballverein Chester City F.C. von neuen Besitzern übernommen wurde, wollten diese das Gelände an der Sealand Road an Unternehmer verkaufen, die an dieser Stelle einen großen Supermarkt planten. Nicht weit davon befand sich ein großes ungenutztes Feld (das eben sowohl in England als auch in Wales lag), das sich für einen Stadionneubau anbot und so errichtete man 1992 in einer Rekordzeit von nur sieben Monaten das neue Deva Stadium, so genannt nach dem römischen Fort, aus dem sich später die Stadt Chester entwickeln sollte. Am 24. August war es dann soweit, das Stadion wurde feierlich eröffnet und am Tag darauf das erste Spiel ausgetragen, das die Heimmannschaft Chester City F.C. gleich gegen Stockport County verlor. Ein böses Omen? Dem Fußballclub ging es nicht gut, sowohl sportlich als auch finanziell. Der 1885 gegründete Verein, der immer in den unteren Ligen gespielt hatte, wurde 2010 aufgelöst.
Goodbye Chester City F.C., hello Chester F.C., denn so hieß der kurz darauf neu gegründete Club, dessen Spieler weiterhin The Blues und The Seals genannt wurden. Sie spielen zurzeit in der Conference Premier, was in der Rangfolge der englischen Ligen, die 5. Liga ist.

Das Deva Stadium, das seit Bestehen mehrfach den Namen wechselte, hat ein Fassungsvermögen für ca 5300 Fans. Da das Eröffnungsspiel des neu formierten Chester F.C. im Deva Stadium gegen den walisischen Club Aberystwyth Town gewonnen wurde, ist das hoffentlich ein gutes Zeichen für die Zukunft des Clubs und des Stadions.
Zu Beginn der neuen Saison steht der Club leider nach zwei verlorenen Spielen auf dem letzten Platz 😦

In diesem Film sind Aufnahmen von der Eröffnung des Deva Stadiums zu sehen.

Auf diesem Foto steht noch der alte Name des Clubs "Chester City F.C." an der Stadionwand.    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auf diesem Foto steht noch der alte Name des Clubs „Chester City F.C.“ an der Stadionwand.
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Published in: on 19. August 2014 at 02:00  Comments (2)  
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Joe „Ten Goal“ Payne – Eine englische Fußball-Legende

Plakette am The Miner's Arms in Brimington (Derbyshire).    © Copyright Jonathan Clitheroe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Plakette am The Miner’s Arms in Brimington (Derbyshire).
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Joe Payne (1914 – 1975) ist eine Fußball-Legende in England, dessen Laufbahn in Derbyshire begann, als Mittelstürmer bei den Bergarbeiter-Kickern Bolsover Colliery. Ein Talentscout des Fußballvereins Luton Town entdeckte den jungen Mann und holte ihn nach Bedfordshire, wo er auf der Position eines Außenläufers eingesetzt wurde. Heute werden diese Begriffe ja nicht mehr verwendet. Joe Paynes großer Tag kam am 13. April 1936, als Luton Town gegen die Bristol Rovers spielte. Joes Mannschaft hatte an diesem Tag mehrere Ausfälle zu beklagen; der etatmäßige Mittelstürmer und seine beiden Vertreter waren erkrankt, also was tun? Das Spiel war sehr wichtig, denn ein Sieg würde Luton Town an die Tabellenspitze der Liga bringen. Da entsann man sich, dass Payne früher einmal bei dem Bolzklub von Bolsover die Position des Mittelstürmers gespielt hatte und so setzte man ihn gegen die Rovers genau da ein. Ein Geniestreich, denn Joe Payne wuchs an diesem Ostermontag über sich hinaus und erzielte sagenhafte zehn Tore, ein Rekord, der noch heute besteht. Niemand nach ihm hat jemals bei einem Ligaspiel mehr Tore geschossen. Die Bristol Rovers hatten aber auch einen rabenschwarzen Tag erwischt, denn sie verloren 12:0. Am Torwart hat es nicht gelegen; ohne ihn hätten die Rovers wohl 20:0 verloren, hieß es damals in der örtlichen Presse. Auch im nächsten Spiel, auswärts gegen Newport, erzielte „Ten-goal Payne“ die beiden Tore. Dann allerdings wurde es ruhiger um Luton Town und Joe Payne, obwohl der Spieler zu einem Länderspieleinsatz gegen Finnland kam und dabei zwei Tore schoss.

Von 1938 bis 1945 spielte Payne für Chelsea, dann noch einmal eine Saison für West Ham United und anschließend zog er sich aus der Welt des Fußballs zurück. Was hätte Englands Nationaltrainer Roy Hodgson nicht dafür gegeben, jetzt bei der WM in Brasilien so einen Mann wie Joe Payne im Team zu haben? Dann wären die Three Lions nicht schon so früh wieder in die Heimat zurückgeflogen.

Joe Payne starb am 22. April 1975 im Alter von 61 Jahren. Man hat ihn nicht vergessen, denn 31 Jahre später brachte man in seinem Geburtsort Brimington Common (Derbyshire) am Pub The Miner’s Arms eine Plakette zu seinen Ehren an, die vom damaligen Vorsitzenden der Football Association, Geoffrey Thompson, enthüllt wurde.

Wird der Rekord von zehn Toren in einem Spiel wohl jemals gebrochen werden? Joe Paynes ehemaliger Verein Luton Town spielt in der Saison 2014/2015 in der englischen League Two.

The Miner's Arms in Brimington Common.    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Miner’s Arms in Brimington Common.
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Das Fußballstadion von Luton Town.    © Copyright Barry Ephgrave and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Fußballstadion von Luton Town.
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Published in: on 9. Juli 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Tour de France 2014 – Le Grand Départ in Yorkshire

Headrow in Leeds, Start der Tour de France 2014.

Headrow in Leeds, Start der Tour de France 2014.

Am Samstag, dem 5. Juli startet die Tour de France 2014… in Yorkshire, etwas ungewöhnlich, da man die Tour ja eigentlich nur mit Frankreich in Verbindung bringt. Der Startschuss für das berühmteste Radrennen der Welt fällt um 11.10 Uhr in Leeds in der Headrow, gegenüber von der Kunstgalerie. Von dort führt die Strecke der ersten Etappe in die Yorkshire Dales. Hier einige der angefahrenen Ortschaften:

Harewood – Skipton – Grassington – Leyburn – Middleham – Masham – Ripon  und schließlich, nach 190 Kilometern, Harrogate, der Zielort der ersten Etappe. Die Ziellinie befindet sich am The Stray, jener großen Parkfläche in der Stadt. Ab 16.20 Uhr wird mit der Ankunft der  ersten Fahrer gerechnet Hier ist schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf die Strecke im Film. Schade nur, dass die Radrennfahrer von der sehr schönen Landsschaft nicht viel mitbekommen werden. Ihr Blick richtet sich meist nur auf den Hintern des Vordermanns oder auf die Asphaltdecke der Straße.

Am Tag darauf, am Sonntag, dem 6. Juli, beginnt Etappe 2 auf dem York Racecourse (ich berichtete in meinem Blog darüber) in der Stadt York. Auf folgender Route geht es auf 201 Kilometern bis nach Sheffield:

Knaresborough – Keighley – die  Bronte-Stadt Haworth – Hebden Bridge – Huddersfield – Sheffield. Hier werden die Tour-Fahrer die Ziellinie an der Motorpoint Arena am Broughton Lane überqueren.

Die 3. und letzte Etappe auf englischem Boden beginnt am Montag, dem 7. Juli in Cambridge und führt von dort auf 155 Kilometern nach London. Start ist am Gonville Place, an dem großen Parkgelände Parker’s Piece. Von Cambridge aus geht es in südlicher Richtung über :

Duxford – Saffron Walden – Chelmsford – Epping – Walthamstow, am Olympiapark in London vorbei, schließlich die Nordseite der Themse entlang bis zur Ziellinie, die an der Straße The Mall gezogen ist.

Fortgesetzt wird die Tour de France am 8. Juli, dann wieder auf französischem Boden, mit Etappe 4 Le Touquet – Lille.

The Stray in Harrogate, Ziel der ersten Etappe.    © Copyright Ian Yarham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Stray in Harrogate, Ziel der ersten Etappe.
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Startpunkt von Etappe 2: Der York Racecourse.    © Copyright John M and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Startpunkt von Etappe 2: Der York Racecourse.
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Ziel der 2. Etappe: Die Motorpoint Arena in Sheffield.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ziel der 2. Etappe: Die Motorpoint Arena in Sheffield.
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Start von Etappe 3: Parker's Piece am Gonville Place.    © Copyright David P Howard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Start von Etappe 3: Parker’s Piece am Gonville Place in Cambridge.
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Und die Ziellinie der 3. Etappe auf englischem Boden liegt in London in The Mall.    © Copyright Chris Downer and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und die Ziellinie der 3. Etappe auf englischem Boden liegt in London in The Mall.
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Published in: on 25. Juni 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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John Faulkner (1828 – 1933) – Der älteste Jockey der Welt und Vater von 32 Kindern

Hier auf dem Epsom Racecourse begann John Faulkners Karriere - als Stalljunge.    © Copyright Ian Yarham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf dem Epsom Racecourse begann John Faulkners Jockey-Karriere – als Stalljunge.
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Am 12. März 1828 wurde John Faulkner im Londoner Stadtteil Islington geboren, und er sollte in die Annalen des Pferderennsports eingehen als ältester aktiver Jockey, der sein letztes Rennen im Alter von 74 Jahren auf dem Abingdon Racecourse in Oxfordshire bestritt.

Bereits mit 12 Jahren begann sein Leben in der Welt des Pferdesports als Stalljunge in Epsom und bald darauf ging John in die Lehre von Isaac Walcott, einem der besten Trainer der damaligen Zeit. In Johns erstem Rennen als Jockey kam es gleich zu einem tragischen Zwischenfall, als ein betrunkener Matrose quer über den Rennplatz lief und John samt Pferd zum Sturz brachte. Den beiden passierte nicht viel, aber der Matrose kam dabei ums Leben. Mit 18 Jahren gewann er sein ersten Rennen, das City Bowl, in Salisbury (das einer seiner Enkel 74 Jahre später ebenfalls gewann). Im Laufe seiner 55 Jahre dauernden Karriere als Jockey lernte John Faulkner so ziemlich jeden Rennplatz des Landes kennen und bei zahlreichen Stürzen brach er sich auch so manchen Knochen. Aber „Old John“ war so mit seinem Lieblingssport verwachsen, dass er erst in einem für Jockeys biblischen Alter aufhörte und den Sattel für immer an den Nagel hängte.

Doch John Faulkner hatte neben dem Pferdesport noch eine weitere Leidenschaft – Kinder zeugen. 32 Kinder haben ihm sein Leben zu verdanken!! Die armen Frauen möchte man da sagen. Aurelia Croft war seine erste Frau, die er 1865 ehelichte. So weit ich ermitteln konnte, gebar sie ihm 8 Kinder. Seine zweite Frau, Rose Ellen Townsend, die auch 12 Geschwister hatte, ehelichte er 1884 in Abingdon. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen wie viele Kinder John mit ihr zeugte. 24 halte ich für beinahe nicht möglich; hatte er also auch unehelichen Nachwuchs? Rose Ellen starb im Alter von 80 Jahren 1939 in Wallingford. Einer von Johns Söhnen, Jimmy Faulkner, eiferte seinem Vater nach, indem auch er Jockey wurde, mit erst 62 Jahren seine Karriere beendete…und 33 Kinder zeugte!!! Er gab also nicht eher Ruhe, bis er seinen Vater in dieser Beziehung übertrumpft hatte.

John Faulkner verbrachte seinen langen Lebensabend in einem Cottage in Appleford, das damals zu Berkshire, heute aber zu Oxfordshire gehört. Das Dorf liegt in Sichtweite der überaus hässlichen Didcot Power Station, die es aber zu Johns Zeiten glücklicherweise noch nicht gab. Hier starb er 1933 im Alter von 104 Jahren und wurde in St Peter and St Paul in Appleford beerdigt.

John Faulkners letzte Ruhestätte: St Peter and St Pauls in Appleford (Oxfordshire).    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

John Faulkners letzte Ruhestätte: St Peter and St Paul in Appleford (Oxfordshire).
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Published in: on 24. Juni 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Captain Matthew Webb – Der erste Mensch, der den Ärmelkanal durchschwamm

Hier am Admiralty Pier in Dover begann Matthew Webb am 24. August 1875 seine Ärmelkanaldurchquerung.    © Copyright John Baker and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier am Admiralty Pier in Dover begann Matthew Webb am 24. August 1875 seine Ärmelkanaldurchquerung.
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Matthew Webb, der 1848 in Dawley (Shropshire) geboren wurde, hatte schon seit Kindesbeinen eine enge Beziehung zu Wasser. Er lernte im Severn River Schwimmen und schloss sich schon mit 12 Jahren der Handelsmarine an. Mit 15 Jahren rettete er einen seiner jüngeren Brüder vor dem Ertrinken; er hatte also wirklich keine Berührungsängste mit Flüssen und Meeren.

Als er eines Tages davon hörte wie jemand versucht hatte, den Ärmelkanal zu durchschwimmen, dabei aber scheiterte, dachte sich Matthew Webb, dass das doch eine Herausforderung für ihn selbst wäre und machte sich sofort an die Vorbereitungen für einen eigenen Versuch. Am 12. August 1875 war es dann soweit, aber Webb kam nicht weit, da die Wind- und Strömungsverhältnisse alles andere als optimal waren. Kurz darauf, am 24. August, startete er einen neuen Versuch. Am Admiralty Pier in Dover stieg er ins Wasser und machte sich auf die strapaziöse Strecke nach Calais, die noch kein Mensch vor ihm ohne jegliche Hilfsmittel geschafft hatte. Es war nicht einfach; wieder traf er auf starke Strömungen, hatte unterwegs eine schmerzhafte Kollision mit einer Qualle und musste sich unterwegs nur von Bier, Brandy und einer Kraftbrühe ernähren, was die ihn begleitenden Boote an Bord mitführten. Da Webb auch nicht auf der kürzesten Linie von Dover nach Calais schwimmen konnte, weil ihn die starken Strömungen immer wieder von der Bahn abbrachten, musste er insgesamt über 60 Kilometer zurücklegen, bis er schließlich an der französischen Küste ankam. 21 Stunden und 45 Minuten brauchte der Captain, um von England nach Frankreich zu gelangen; eine großartige Leistung für die damalige Zeit und es sollte bis zum 6. September 1911 dauern, bis ein anderer Engländer, Thomas William Burgess, die Durchquerung wiederholen konnte (nach 13 missglückten Versuchen).

Erst 1923 wurde Webbs bisherige Bestzeit von dem Argentinier Enrique Titabocchi unterboten; der Marathonschwimmer schaffte es, den Kanal in 16 Stunden und 33 Minuten zu durchschwimmen. 1961 war es wieder ein Argentinier, Antonio Abertondo, der als erster Mensch den Ärmelkanal nonstop hin und gleich wieder zurück durchquerte. Heute spricht niemand mehr davon, wenn jemand durch den Kanal schwimmt, es sei denn, ein neuer Rekord wird aufgestellt. Es gibt sogar eine Channel Swimming Association, die sich der Kanalschwimmer angenommen hat.

Die Abenteuerlust des Matthew Webb führte ihn leider auch zu einem frühen Tod. Im Alter von 35 Jahren versuchte er am 24. Juli 1883 die Whirlpool Rapids unterhalb der Niagara-Fälle zu durchschwimmen, wovor er eindringlich gewarnt wurde, denn diese Stromschnellen gelten als äußerst gefährlich. Webb versuchte es trotzdem und kam dabei ums Leben. In seinem Geburtsort in Dawley und auch in Dover hat man für ihn Denkmäler aufgestellt.

Hier ist ein Film über eine Kanaldurchquerung aus dem Jahre 2012.

Die High Street von Dawley (Shropshire), wo Matthew Webb geboren wude.    © Copyright Row17 and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Dawley (Shropshire), wo Matthew Webb 1848 geboren wurde.
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Published in: on 13. Juni 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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James Matthew „Peter Pan“ Barrie und seine Begeisterung für Cricket

Das Stanway House und der berühmte Springbrunnen.    © Copyright Colin Craig and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Stanway House und der berühmte Springbrunnen.
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Vor kurzem sah ich mir bei ARTE den Spielfilm „Wenn Träume fliegen lernen“ (Originaltitel „Finding Neverland“) mit Johnny Depp und Kate Winslet an; darin geht es um die Entstehung des Kinderbuch-Klassikers „Peter Pan“. Das brachte mich auf die Idee, einmal über eine andere, weniger bekannte Seite des „Peter Pan“-Schöpfers James Matthew Barrie zu schreiben: Seine Vorliebe für das Cricketspiel.

Der schottische Schriftsteller (1860-1937) war häufig auf dem Landsitz Stanway House in Gloucestershire zu Gast, das den Eltern seiner Sekretärin, Cynthia Asquith, gehörte. Lord und Lady Wemyss nahmen Barrie gern bei sich auf, der sich hier sehr wohlfühlte und das Stanway House bald als seine zweite Heimat betrachtete. Hier gab es ein Cricketspielfeld mit einem alten ausgedienten Eisenbahnwaggon als Pavillon; den ließ Barrie entfernen und stattdessen durch ein richtiges gemauertes Gebäude ersetzen, das auf 25 sogenannten „staddle stones“ ruht, das sind pilzförmige Steine, die verhindern sollen, dass sich dort Ungeziefer breitmacht.  Dieses reetgedeckte Haus steht auch heute noch in Stanway.

Barrie hatte sogar einen eigenen Cricketclub gegründet, den er „Allahakbarries“ nannte, ein Wortspiel aus seinem Nachnamen und dem Arabischen Allah Akbar, was er als „Der Himmel möge uns helfen“ deutete, was aber „Gott ist groß“ heißt. Dieser Club war zeitweise so etwas wie eine literarische All Stars-Vereinigung, denn zu seinen Mitgliedern gehörten namhafte Schriftsteller wie Sir Arthur Conan Doyle, P.G. Wodehouse, A.A. Milne, Herbert George Wells, Jerome K. Jerome und Gilbert Keith Chesterton. Wie hoch Barrie das Cricketspiel einschätzte, zeigte seine Aussage, dass er den Cricket-Erfinder noch über den „Hamlet“-Schöpfer Shakespeare einstufte.

1890 schrieb Barrie ein 40seitiges Buch über seinen Cricketclub mit dem Titel „Allahakbarries C.C„, das 1950 noch einmal nachgedruckt wurde.

Das Stanway House und die dazugehörenden Gärten, die noch heute im Besitz der Wemyss Familie (Lord und Lady Neidpath) sind, kann man in den Sommermonaten jeweils dienstags und donnerstags zwischen 14 und 17 Uhr besichtigen. Berühmt ist der Springbrunnen, der zu den höchsten in ganz Europa zählt.

Stanway liegt nordöstlich von Cheltenham an der B4077.

Das Buch zum Artikel:
Kevin Telfer: Peter Pan’s First XI: The Story of J.M. Barrie’s Cricket Team. Hodder&Stoughton 2010. ISBN 9780340919453.
Hier ist ein Video über das Buch.

Barries Cricket-Pavillon in Stanway.    © Copyright Jeremy Bolwell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Barries Cricket-Pavillon in Stanway.
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Published in: on 7. April 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Die Wingwalker vom Rendcomb Airfield in Gloucestershire

Wingwalker über dem Rendcom Airfield.   © Copyright norman hyett

Wingwalker über dem Rendcom Airfield.
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Robbie Coltrane besuchte sie in seinem Buch „B-Road Britain“ (s. dazu meinen Blogeintrag) und zeigte sie in seinem gleichnamigen Film: Die Breitling Wingwalkers vom Rendcomb Airfield, nördlich von Cirencester in Gloucestershire. Das sind sieben junge Damen und sechs erfahrene Piloten, die mit ihren Flugzeugen haarsträubende Aktionen unternehmen. Wingwalker sind, man kann schon sagen Akrobaten, die auf den Tragflächen von Doppeldeckern ihre Kunststücke vorführen, während der Pilot mit seinem Flugzeug Loopings oder andere Formationen fliegt.

1989 wurde AeroSuperBatics Ltd gegründet, die seit 2011 von dem schweizerischen Uhrenhersteller Breitling gesponsert wird. Die Wingwalker mit ihren orange-weiß gestreiften Boeing Stearman-Doppeldeckern sind häufig auf Flugtagen anzutreffen, zuletzt beim Royal International Air Tattoo in Fairford in Gloucestershire am 20. Juli, wo sie im Formationsflug zu sehen waren.

Die Brightling Wingwalker sind in der ganzen Welt unterwegs, so waren sie im vorigen Jahr in China und Anfang diesen Jahres in Australien. Das Team verfügt über sehr erfahrene Piloten, von denen einige über 14 000 Flugstunden nachweisen können. Die meisten der mutigen jungen Damen auf den Tragflächen sind auch schon mehrere Jahre dabei wie Sarah Tanner, Spitzname Sahara, seit 8 Jahren und Danielle Hughes, Spitzname Bird, seit 7 Jahren.

Das Rendcomb Airfield, wo die Breitling Wingwalkers stationiert sind, zählt zu den idyllischsten Flugplätzen Englands, liegt er doch inmitten der Cotswolds, umgeben von landwirtschaftlich genutzten Feldern. In den Hangars stehen neben den Boeing Stearmans noch einige andere klassische Doppeldecker, die dann an den hier zelebrierten Flugtagen herausgeholt und begutachtet werden können.

Hier ist das offizielle Video der Breitling Wingwalker zu sehen.

Brightling Wingwalkers
The Engine Shed
RFC Rendcomb Airfield
The Whiteway, Cirencester
Gloucestershire, GL7 7DF

In diesen Hangars auf dem Rendcomb Airfield sind die Boering untergebracht.   © Copyright Terry Jacombs

In diesen Hangars auf dem Rendcomb Airfield sind die Boeing Stearmans untergebracht.
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Published in: on 24. Juli 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Das White Horse Final in London – Das wohl chaotischste englische Fußballpokal-Endspiel aller Zeiten

Eng wurde es beim White Horse Final 1923.This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Eng wurde es beim White Horse Final 1923.
This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Das Empire Stadium, später besser als Wembley Stadium bekannt, war das Stadion, in dem die englische Fußballnationalmannschaft ihre Spiele austrug. 1923 wurde es eröffnet und im Jahr 2003 abgerissen. In dieser Zeit fand hier so allerhand statt. Die Fußballweltmeisterschaft 1966 ging in die Geschichte ein, nicht zuletzt wegen des umstrittenen Tores im Endspiel zwischen England und Deutschland. Dutzende von Cup-Finals wurden hier im Nordwesten Londons ausgetragen. Im letzten Spiel vor dem Abriss am 7. Oktober 2000 spielte die englische Nationalmannschaft gegen Deutschland und wurde mit 0:1 besiegt.

Den Neubau von New Wembley, das rund 90 000 Sitzplätze bietet, konnte die Öffentlichkeit erstmals am 17. März 2007 besichtigen; die offizielle Eröffnung war am 19. Mai 2007 mit dem Cup Final zwischen Chelsea und Manchester United, das die Londoner Heimmannschaft mit 1:0 gewann.

Ein anderes Cup Final, das sogenannte White Horse Final, war sicher das chaotischste, das England je erlebt hat. Kurz nachdem das Empire Stadium fertiggestellt war, wurde am 28. April 1923 hier das Eröffnungsspiel ausgetragen, das gleichzeitig das Pokalendspiel zwischen den Bolton Wanderers und West Ham United war (Resultat 2:0). So viele Menschen, die ein Fußballspiel sehen wollten, sind wohl nie wieder zusammengekommen. Das Stadion war mit einer Zuschauerzahl von etwa 125 000 bis zum Bersten gefüllt, aber nach Schätzungen waren es noch wesentlich mehr;man sprach von bis zu 300 000 Menschen, die sich im und vor dem Stadion aufhielten. Chaotische Szenen spielten sich in Anwesenheit von König Georg V. ab; Menschenmassen füllten den Rasen, die nur mühsam von der herbeigerufenen berittenen Polizei abgedrängt werden konnten.
Unter den Polizeipferden war auch ein weißes (manche sprechen auch von einem hellgrauen) namens Billie, das von dem Polizeibeamten George Scorey geritten wurde, und auf den alten Schwarz-Weiß-Filmen jener Zeit fiel dieses weiße Pferd besonders ins Auge. Pferd und Reiter gingen in die Fußballgeschichte des Landes ein und man spricht seitdem von dem Spiel nur noch von dem White Horse Final.
Billie starb 1930 und George Scorey 1965; der Umsicht dieses Teams ist es mit zu verdanken, dass es an jenem denkwürdigen Tag im Jahr 1923 nicht zu größeren Problemen gekommen ist.

Billie wurde 2005 noch einmal geehrt, in dem man eine Fußgängerbrücke, die den Wembley Stadium-Bahnhof überquert und zum Stadion führt, White Horse Bridge taufte. Nach einer Umfrage in der Bevölkerung stimmten 34% für diesen Namen (vor Sir Alf Ramsey und Sir Bobby Charlton).

Dieser Film zeigt den Bericht eines Zeitzeugen und alte Filmaufnahmen von 1923.

Billie inmitten der Zuschauermenge.This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Billie inmitten der Zuschauermenge.
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Published in: on 6. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Der David Beckham Trail im Londoner Bezirk Waltham Forest – Etwas für Fans des Fußballstars

Author: Regular Daddy. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der Londoner Bezirk Waltham Forest im Nordosten der Stadt kann sich rühmen, einige prominente Männer hervorgebracht zu haben, die auch international bekannt wurden. Vor allem aus dem Ortsteil Leightonstone kommen sie: Der Regisseur Sir Alfred Hitchcock, der Schauspieler Sir Derek Jacobi und der Fußballspieler David Robert Joseph Beckham, OBE, um nur einige zu nennen.

Der Waltham Forest Council hat letzteren vor einigen Jahren mit dem David Beckham Trail geehrt, einem Rundgang, der zurück in die Kindheit des Mannes führt, der zurzeit immer noch für die Los Angeles Galaxy spielt. Der Trail führt an den Stätten vorbei, die den kleinen David damals prägten und ihn schließlich zu einem der besten englischen Fußballspieler aller Zeiten machten.

Das Licht der Welt erblickte er am 2. Mai 1975 im Whipps Cross Hospital an der Whipps Cross Road. Seine Kindheit verbrachte er im Reihenhaus seiner Eltern in der Norman Road und besuchte die Chase Lane Junior School im Ortsteil Chingford. Beckhams erste Kontakte mit einem Fußball fanden im Ridgway Park und im Mansfield Park statt; beide Parks liegen in Chingford. Als er acht Jahre alt war, trat er dem Fußballverein Ridgeway Rovers bei, deren Jugendmannschaft von Davids Vater trainiert wurde. Seine Karriere begann wohl im Peter May Sports Centre an der Wadham Road in Walthamstow, wo er für seinen Verein mehr als 100 Tore erzielte.

Im Larkswood Park, Ecke New Road/Larkswood Road, verfeinerte der angehende Fußballstar seine Technik im Umgang mit dem Ball. Im Walthamstow Stadium, in dem Hunderennen abgehalten wurden und das jetzt geschlossen ist, verdiente sich David Beckham sein Taschengeld, indem er dort Flaschen aufsammelte.
David wechselte in die Chingford Foundation School am Nevin Drive über, wo er natürlich auch für die Schulmannschaft spielte. Als David zwölf Jahre alt war, klopfte der große Fußballverein Manchester United an die Tür, und da seine Eltern begeisterte Fans des Vereins waren, unterstützten sie die Karriere ihres Sohnes. Von da an ging es nur noch aufwärts…

Einen Plan zum Ausdrucken für den David Beckham Trail gibt es hier.

Das Buch zum Artikel:
Gwen Russell: Arise Sir David Beckham – Footballer, Celebrity, Legend – The Biography of Britain’s Best Loved Sporting Icon. John Blake Publishing 2011. 288 Seiten. ISBN 978-1843582984

Author: Chris McKenna (Thryduulf). This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Das Walthamstow Greyhound Stadium.
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Published in: on 22. Oktober 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Royal Mail ehrt die britischen Goldmedaillengewinner mit goldenen Briefkästen in ihren Heimatstädten

Eine "gold postbox" in Henley-on-Thames.   © Copyright Bill Nicholls

Eine „gold postbox“ in Henley-on-Thames.
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Die Royal Mail hatte eine gute Idee für die Olympischen Spiele in London: Jeder britische Goldmedaillengewinner wird mit einem goldenen Briefkasten in seiner Heimatstadt geehrt, das gilt auch für die nachfolgenden Paralympics.

Seit 1874 ist Rot die offizielle Farbe für die Briefkästen der Royal Mail und es ist, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, das erste Mal, dass die Farbe geändert wurde.

Hier einige Beispiele:
– In Penzance in Cornwall in der Quay Street wurde die Ruderin Helen Glover mit einem goldenen Briefkasten geehrt
– Für Jessica Ennis, Gewinnerin der Goldmedaille im Siebenkampf, wurde vor dem Rathaus in Sheffield ein Briefkasten neu gestrichen
– Auch die Bürger der Stadt Huddersfield in West Yorkshire können ab sofort ihre Briefe in einen goldenen Briefkasten in der Railway Street stecken, dank des Radrennfahrers in der Mannschaftsverfolgung Ed Clancy.

Hier ein Film der Royal Mail über die Aktion.

Published in: on 8. August 2012 at 15:10  Comments (1)  

Das National Football Museum in Manchester öffnet heute seine Pforten

Hier im Urbis Centre in Manchester ist das National Football Museum untergebracht. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Eirian Evans

Manchester ist zurzeit der Nabel der britischen Fußballwelt. Die beiden besten Vereine, Manchester City und Manchester United, sind hier zuhause; so ist es optimal, wenn in der Stadt auch das National Football Museum zu finden ist, das heute, am 6. Juli, eröffnet wird.
Bis zum Jahr 2010 war das ganz dem Fußball gewidmete Museum ziemlich weitab vom Schuss im Deepdale Stadium in Preston (Lancashire) untergebracht. Um es besser zu positionieren und um mehr Besucher anzulocken, zog man mit den ganzen Sammlungen nach Manchester ins Urbis Centre um, einem beeindruckenden Gebäude im Zentrum der Stadt, wo das Museum vier Etagen einnimmt.

Was man hier alles zusammengetragen hat, ist schon beeindruckend. Die FIFA Collection ist die größte Sammlung von Fußball-Memorabilien in der ganzen Welt (mit der berühmten Jules Rimet Trophy).

Zu sehen gibt es hier u.a. den Ball aus dem legendären Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft, in dem England Deutschland mit 4:2 besiegte und in dem es die umstrittene Szene gab, ob nun der Ball die deutsche Torlinie überschritten hatte oder nicht.
Diego Maradonas Trikot wird ausgestellt, in dem er 1986 bei der Fußball-WM das Tor gegen England mit der „Hand Gottes“ erzielte.
In der Sir Stanley Matthews Collection sind Gegenstände zusammengetragen worden, die mit einem der größten Spieler der britischen Fußballgeschichte zusammenhängen.

Unter den unzähligen Ausstellungsstücken finden sich, um nur einige zu nennen, weiterhin ein signiertes Trikot von Chelseas Didier Drogba und eine der Kopfschutzkappen seines Vereinskollegens Petr Cech. Maskottchen, Schals, Abzeichen, Fanmagazine, Tickets, Fotos – Alles, was ein Fußballerherz höher schlagen lässt, ist im Museum versammelt.

In der Football Hall of Fame schließlich sind die überragendsten Figuren aus der Welt des Fußballs versammelt, die Jahr für Jahr durch Neuzugänge ergänzt werden.

Der Eintritt ist frei.
Die Öffnungszeiten: Montags bis Samstags: 10 – 17 Uhr, Sonntags: 11 – 17 Uhr.
Im 5. und 6. Stock sind ein Restaurant und eine Bar untergebracht und ein Shop versorgt den Fußballfan mit den nötigen Souvenirs.

National Football Museum
Urbis Building
Cathedral Gardens
Manchester
M4 3BG
Tel. 0161 605 8200

Published in: on 6. Juli 2012 at 02:00  Schreibe einen Kommentar