Der Exeter City Football Club und seine berühmten Vorstandsmitglieder Michael Jackson und Uri Geller

St James' Park in Exeter.    © Copyright Roger Cornfoot and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St James‘ Park in Exeter.
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Devon ist noch nie dafür bekannt gewesen, dass aus der Grafschaft eine besonders nennenswerte Fußballmannschaft hervorgegangen ist. Der Club der Hauptstadt Exeter, Exeter City Football Club, spielt in der vierten Liga und steht dort zurzeit auf Platz 11. Nun ja…

Eines haben die Grecians, wie die Spieler genannt werden, aber den ganz großen Clubs aus London, Manchester oder Liverpool voraus: Sie hatten einmal ganz berühmte Vorsitzende, nämlich Michael Jackson und Uri Geller! DER Michael Jackson, nicht der Bierpapst gleichen Namens, sondern der amerikanische Popsänger. Ich bin nicht sicher, ob M.J. wusste, dass es ein Exeter in Devon gab, geschweige denn jemals von einem Club namens Exeter City gehört hatte, als er am 14. Juni des Jahres 2002 zusammen mit seinem Freund, dem als Löffelverbieger bekannten Uri Geller, für einen Tag in das Stadion St James‘ Park im Südwesten Englands kam. Gellers Beziehung zu Exeter bestand darin, dass sein Sohn Daniel angeblich in einem früheren Leben dort ansässig war; das behauptete jedenfalls Vater Uri. Also unterstützte der weltberühmte Hellseher den Fußballverein und schleppte an jenem denkwürdigen Tag, der in die Vereinsgeschichte eingegangen ist, den noch berühmteren, schrillen Popstar mit hierher, der nach eigener Aussage keinen Schimmer von Fußball hatte, aber Exeter City F.C. liebte.

Natürlich war an diesem Junitag der St James‘ Park rappelvoll und Michael wurde frenetisch von seinen Fans gefeiert. Er hielt sogar eine Rede, die er mit „Hello you wonderful people of Exeter“ begann und dann über AIDS-kranke Kinder und Malaria sprach; anschließend forderte er alle Anwesenden auf, sich an die Hand zu nehmen und den Nachbarn zu sagen wie sehr sie einander liebten. Eine recht bizarre Situation, und ich glaube nicht, dass sich alle dabei wohl fühlten.

Die Einnahmen aus dieser als Wohltätigkeitsveranstaltung gedachten Show sollten jeweils zur Hälfte der finanziell nicht gerade üppig ausgestattete Fußballverein und arme bzw. kranke Kinder in der Stadt erhalten. Aus Dankbarkeit dafür, dass Michael Jackson nach Exeter gekommen war, wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Clubs ernannt. Das bedeutete, der amerikanische Popstar durfte bei Entscheidungen der Vereinsführung, beispielsweise was den Ankauf neuer Spieler betraf, mitwirken, hatte zu allen Spielen der Grecians freien Eintritt und durfte bei Auswärtsspielen im Mannschaftsbus mitfahren. Eine tolle Sache!! Aber…Michael Jackson ließ sich nie wieder in Exeter blicken und nahm seine Privilegien niemals wahr.

Übrigens hatte Uri Geller noch andere Männer aus dem Showbusiness in den Vorstand des Clubs geholt; so gehörten eine Zeit lang der aus Bristol stammende und als Darth Vader („Star Wars“) bekannt gewordene Schauspieler David Prowse dazu, sowie der US-amerikanische Zauberkünstler David Blaine. Doch trotz dieser geballten Macht aus gestandenen Männern des Showbiz im Vorstand, der Exeter City Football Club konnte Mannschaften wie Arsenal, Chelsea oder ManU nie die Stirn bieten.

Hier ist die legendäre Rede Michael Jacksons zu hören (ja, die Kameraführung ist grauenhaft…)

 

Die Kleiderordnung in der Royal Enclosure beim Royal Ascot Pferderennen

Die Pferderennbahn von Ascot ist nicht weit vom Windsor Castle entfernt und so kommen Mitglieder der königlichen Familie wie die Queen oder Prince Charles gern mit einer Pferdekutsche zum Rennen. Das prestigeträchtige Royal Ascot findet in diesem Jahr vom 16. bis zum 20. Juni statt und da sind Preisgelder von über £5,5 Millionen zu gewinnen. Kein Wunder, dass in diesen Tagen wieder die besten Pferde aus aller Welt an den Start gehen.

Die Royals beobachten das Geschehen auf der Rennbahn natürlich von der Royal Enclosure aus, der Tribüne, die nur für ganz ausgewählte Personen zugänglich ist. Um dort hineinzugelangen, muss man beim Royal Enclosure Office einen Antrag stellen und von jemandem empfohlen werden, der mindestens schon viermal offizieller Gast in dieser exklusiven Hochsicherheitszone war. Sollte man diese Hürde, um in der Pferderennsprache zu bleiben, tatsächlich genommen haben, dann muss man als nächstes besonderes Augenmerk auf seine Kleidung legen, um nicht doch noch am Eingang zur Royal Enclosure abgewiesen zu werden.

Miniröcke, Kleider mit Spaghettiträgern oder gar nabelfreie Kleidungsstücke sind absolute Tabus für die Damenwelt; damit kommt man nicht auf die königliche Tribüne. Vorgeschrieben sind stattdessen Kleider und Röcke, die ein kleines Stückchen über dem Knie enden dürfen, aber gern auch länger sein können. Hosenanzüge sind okay, müssen aber farblich und vom Material her aufeinander abgestimmt sein. Hüte sind natürlich unerlässlich; allerdings sind sogenannte „headpieces“ mit einem Mindestdurchmesser von zehn Zentimetern auch akzeptabel.

Nachdem nun die Dame entsprechend ausstaffiert ist und Einlass in die Royal Enclosure findet, was wird jetzt von ihrem männlichen Begleiter erwartet? Auf jeden Fall ein „morning dress“; das ist natürlich kein Bademantel, sondern ein Cutaway, eine Art Gehrock, entweder in Schwarz oder in Grau, zu dem eine Weste, schwarze Schuhe und ein Zylinder getragen wird. Der Zylinder muss „normal“ sein, d.h. man darf ihn nicht mit irgendwelchen Bändchen oder anderen Verzierungen versehen. Absetzen darf man den „top hat“ nur in bestimmten Bereichen wie z.B. in den Restaurants oder in den Privatlogen.

Sollte man sogar seine Kinder mitbringen dürfen, dann gilt auch für den Nachwuchs eine Kleiderordnung. Empfohlen wird für Mädchen ein Sommerkleidchen. Hüte oder „headpieces“ können, müssen aber nicht sein. Die jungen Herren sollten sich nach der Kleidung ihrer Väter richten, haben dafür aber das Glück, keine Hüte tragen zu müssen.

So ausgestattet, kann man sich in das Pferderennvergnügen stürzen oder sich vielleicht lieber an Champagner und erlesenen Speisen ergötzen.

The Royal Enclosure in Ascot. Author: troxx. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

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Published in: on 25. April 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Verhexte Fußballstadien – Auch das gibt es in England

Das Kassam Stadium in Oxford.    © Copyright Dave Price and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Kassam Stadium in Oxford.
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Dass es in England Schlösser, Kirchen und Pubs gibt, die verhext oder „haunted“ sind, habe ich in meinem Blog schon vielfach erwähnt, aber Fußballstadien, auf denen ein Fluch liegt? Ja, die gibt es tatsächlich, das meinen jedenfalls Fans und Vereinsangehörige. Beispiel: Das Kassam Stadium an der Grenoble Road in Oxford, Heimat des örtlichen Fußballvereins Oxford United, der zurzeit in der vierthöchsten Spielklasse Englands zu finden ist.

Das nach dem früheren Vereinsboss Firoz Kassam benannte Stadion wurde im Jahr 2001 eröffnet. So ein tolles neues Stadion müsste die Mannschaft von Oxford United doch eigentlich anspornen, hervorragende Leistungen zu erbringen, meinte man, aber das Gegenteil war der Fall, von 17 Heimspielen verloren die Gelb-Blauen 13mal. Was war da los? Ein Fluch soll auf dem Kassam Stadion liegen, behaupteten viel Fans, denn auf dem Grund und Boden auf dem der Platz erbaut worden war, lebten Zigeuner, die für das Bauvorhaben vertrieben werden mussten. Die Vertriebenen sollen einen Fluch ausgesprochen haben…mit verheererenden Folgen für den Tabellenstand des Clubs. Also musste jemand her, der diesen Fluch aufheben konnte und dafür bot sich der Bischof von Oxford, Richard Harries, an. Der Kirchenmann kam also ins Kassam Stadion und segnete den Platz (er vermied ausdrücklich das Wort „exorzieren“) und gleich das nächste Spiel, gegen York City, ging nicht verloren, sondern endete unentschieden. Oxford United fing sich wieder und konnte die letzten Tabellenplätze verlassen. Es gab auch kritische Stimmen in Fankreisen, die der Meinung waren, dass nicht der Fluch die Ursache für das schlechte Abschneiden des Vereins war, sondern die mangelhafte Leistung der Mannschaft.

Etwas Ähnliches hat sich auch in Southamptons St Mary’s Stadium abgespielt, das auf einem ehemaligen Friedhof aus dem 4. bis 6. Jahrhundert erbaut wurde. Die Saints genannten Spieler des FC Southampton hatten ebenfalls Probleme, in ihrem schönen neuen Stadion zu gewinnen. So holte man Cerridwen Dragonoak Connelly nach Southampton, eine Druidin, die auf dem Platz ein Ritual zelebrierte, um die aufgeschreckten Seelen, die hier einmal begraben worden waren, wieder zu besänftigen. Der Zauber wirkte und die Saints gewannen ihr nächstes Spiel.

Nicht nur in Oxford und Southampton hatte man mit dieser Art von Problemem zu tun, auch in Middlesborough soll einst ein Zigeunerfluch auf deren Ayresome Park Stadion gelegen haben. Die bösen Zigeuner hatten in Derby ebenfalls ihre Hände im Spiel, als sie wie in Oxford ihren Lagerplatz verlassen mussten und verfluchten den örtlichen Verein Derby County und ihr damaliges Stadion The Baseball Ground.

Da können sich doch die deutschen Bundesligavereine freuen, dass sie sich mit diesen, wohl mehr englandspezifischen Problemen nicht herumärgern müssen.

St Mary's Stadium in Southampton.    © Copyright Peter Facey and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Ayresome Park, das ehemalige Stadion des Middlesborough Football Clubs.    © Copyright Stephen McCulloch and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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An dieser Stelle stand früher das verfluchte Baseball Stadium vom Derby County Football Club.    © Copyright Graham Hogg and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

An dieser Stelle stand früher das verfluchte The Baseball Ground Stadium vom Derby County Football Club.
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Published in: on 23. März 2015 at 02:00  Comments (1)  

Das Eton Wall Game – „Bone-cracking“ aber nicht „Nerve-wrecking“

Der Kampf an der Mauer. This work is licensed under the Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 License.

Der Kampf an der Mauer.
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Das Eton Wall Game, das im elitären Eton College gespielt wird, dürfte einerseits zu den härtesten, aber auch zu den langweiligsten Spielen gehören, die man sich vorstellen kann. Das eigentliche Ziel des Wall Games ist es, Tore zu erzielen, aber seit dem 30. November 1909 (!) hat das niemand mehr geschafft. Da hilft nur eins: Geduld, Geduld, Geduld.

Am St Andrew’s Day, eben dem 30. November, treffen die Collegers (die Stipendiaten) auf die Oppidans (das sind die anderen Schüler, die die vollen Studiengebühren zahlen müssen). Schauplatz des Eton Wall Games ist eine etwa 110 Meter lange Ziegelmauer auf dem Gelände des Colleges, auf dem die mehr oder weniger begeisterten Zuschauer sitzen und ihr jeweiliges Team anfeuern (oder auch vor lauter Langeweile gähnen). Das Spielfeld ist gerade einmal fünf Meter breit, auf dem sich die gegnerischen Mannschaften einen manchmal ziemlich brutalen Kampf um einen Ball liefern, der ans gegnerische Ende, das sogenannte „calx„, getrieben werden muss. Es gibt zwar bestimmte Regeln, was man bei dem Wall Game alles darf und was nicht, aber man gewinnt den Eindruck, dass diese Regeln entweder nicht beachtet oder auch gar nicht verstanden werden. Der Ball ist kaum einmal zu sehen, weil er in einem unentwirrbaren Spielerknäuel steckt.

2-mal dreißig Minuten dauert das Spiel, das häufig 0:0 ausgeht und wobei der Ball oft nicht nennenswert weit vom Startpunkt weg kommt. Das rugbyartige Wall Game wurde erstmals im frühen 18. Jahrhundert gespielt, nachdem die Backsteinmauer errichtet worden war. Einige prominente Etonians haben in der Vergangenheit an dem Spiel teilgenommen wie z.B. die beiden Prinzen William und Harry. Vor allem Harry, der ein Faible für harte Männersportarten hat, kann man sich gut bei dem Wall Game vorstellen. Der ehemalige Premierminister Harold McMillan, der Schriftsteller George Orwell und Londons Bürgermeister Boris Johnson waren ebenfalls Teammitglieder, die sich an der Mauer eine blutige Nase holten. Der bullige Johnson war sogar Mannschaftsführer während seiner Studienzeit in Eton.

Hier ist ein Film der British Paté aus dem Jahre 1956, der ein Eton Wall Game zeigt.

Der Eingang zum Eton College.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Eingang zum Eton College.
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Published in: on 2. Februar 2015 at 02:00  Comments (2)  
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Yad Moss in Cumbria – Englands Skigebiet Nummer Eins

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Englische Ski- und Snowboarderfans müssen nicht unbedingt in die Alpen fahren, um ihrem Hobby zu frönen; auch das schottische Aviemore muss man dazu nicht ansteuern, denn in England selbst gibt es ein Skigebiet, das alles bietet, was ein Skifahrerherz höher schlagen lässt: Abfahrtspisten und sogar einen 600 Meter langen Lift, der pro Stunde bis zu 600 Personen transportieren kann. Yad Moss heißt das einsam gelegene Gebiet in Cumbria, das über die B6277 zu erreichen ist, und in dem man sonst nur Schafe antrifft. Die nächsten zweibeinigen Lebewesen findet man in dem kleinen Weiler Garrigill, nördlich von hier.

Die Abfahrten werden von einer Pistenraupe vorbereitet, die man in England „piste basher“ nennt, wie dieser Film zeigt. Seit etwa 40 Jahren wird Yad Moss von Freiwilligen des Carlisle Ski Clubs gemanagt. Das „St Moritz des Nordens“, wie es der Independent einmal spöttisch nannte, verfügt nicht ganz über die Infrastruktur des Schweizer Rivalen: Eine steinerne Hütte, in der man seinen mitgebrachten Lunch verzehren kann, recht primitive Toiletten, ein Tickethäuschen, ja, das war’s schon. Après Ski ist hier leider Fehlanzeige, da muss man schon nach Alston fahren und dort z.B. an der Bar des Cumberland Hotels ein Pint trinken.

Die Tageskarte für Yad Moss kostet in der Woche £15 und am Wochenende £20. Die erzielten Einnahmen gehen komplett in den Unterhalt der Skianlage, denn die Wartung des Lifts und der Pistenraupe kostet so einiges.
Die Schneesicherheit der Alpen ist hier oben in Cumbria nicht gegeben, wenn es aber geschneit hat, dann herrscht in Yad Moss ein ganz schöner Betrieb und wer Pech hat, bekommt dann auch keine Tageskarte mehr.

Ein Stimmungsbild eines typischen Wintertages gibt dieser Film. Vielleicht hatte hier einst auch Englands berühmtester Skispringer Eddie the Eagle für die Olympischen Winterspiele in Calgary 1988 geübt.

Der Yad Skilift.    © Copyright Phil Catterall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Yad Moss Skilift.
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Hier macht eine Skiabfahrt nicht besonders viel Spaß.    © Copyright Phil Catterall and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier macht eine Skiabfahrt nicht besonders viel Spaß.
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Published in: on 10. Dezember 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Prescott Speed Hill Climb in Gloucestershire – Eine der kürzesten Autorennstrecken Englands

Die Haarnadelkurve des Prescott Hill Climb in Gloucestershire.     © Copyright Mike Dodman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Haarnadelkurve des Prescott Hill Climb in Gloucestershire.
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Nicht weit von dem Hügel entfernt, auf dem jährlich das berühmt-berüchtigte „Cheese Rolling“ stattfindet (ich berichtete in meinem Blog darüber), liegt am Prescott Hill in Gloucestershire eine der kürzesten Autorennstrecken Englands. Etwas über einen Kilometer ist die Strecke lang, aber sie hat es in sich. Auf 70 Metern Höhenunterschied wechseln sich kurze Geradeausstrecken mit Kurven ab; Höhepunkt des Parcours ist eine Haarnadelkurve, bei der die Fahrer das Tempo deutlich reduzieren müssen. Der bisherige Rekord des Prescott Hill Climb liegt bei 36,35 Sekunden, den der aus Ludlow in Shropshire stammende Rennfahrer Scott Moran am 2. September 2007 aufgestellt hat.

Das Gelände in diesem dünnbesiedelten Gebiet von Gloucestershire gehört dem Bugatti Owners‘ Club, der bereits 1929 gegründet wurde. Acht Jahre später kaufte der Club den Teil des Prescott Hills und wandelte ihn in eine Rennstrecke um, die dann 1938 eingeweiht wurde. Heute hat der Club weltweit über 1700 Mitglieder; um Mitglied zu werden ist der Besitz eines Bugattis nicht Voraussetzung. Hier in den Bredon Hills in den Cotswolds werden nicht nur Rennen ausgetragen, der Club veranstaltet auch Treffen von klassischen Automobilen und Motorrädern. Neben vielen „Vintage Bugattis“ hat man hier in Gloucestershire hin und wieder auch die Gelegenheit einen Bugatti Veyron* zu sehen, der mit über 1000 PS zu den schnellsten Autos der Welt gehört und dessen 16-Zylindermotor übrigens in meinem Wohnort Salzgitter im Volkswagenwerk produziert wird. Dieser Film zeigt einen Bugatti Veyron bei der Bewältigung des Prescott Hill Climb.

Wer sich für Bugatti-Autos interessiert, dem sei das Bugatti Trust Museum hier am Prescott Hill empfohlen, das über die Geschichte der italienischen Firma informiert und in dem auch seltene Exemplare der Marke zu sehen sind.

Im benachbarten Ort Gretton wurde 1972 ein Pub nach der Autofirma benannt, The Bugatti Inn, der jetzt unter dem Namen Bombay Bugatti firmiert, weil hier indisches Essen serviert wird.

* Besitzer eines dieser Veyrons sind z.B. Real Madrids Cristiano Ronaldo, der Musikproduzent Simon Cowell und die Rapper Jay-Z, Lil’Wayne und Flo Rida.

Bugatti Owner’s Club and Prescott Hill Climb
Prescott Hill
Gotherington
Cheltenham
Gloucestershire GL52 9RD

Die Einfahrt zum Clubgelände.    © Copyright Bob Embleton and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Einfahrt zum Clubgelände.
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Der Bugatti Inn in Gretton (Gloucestershire).    © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Bugatti Inn in Gretton (Gloucestershire).
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Published in: on 17. November 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Prestbury (Cheshire) – Ein Dorf im Speckgürtel von Manchester, geprägt von Fußballspielern und ihren WAGs

Die Macclesfield Road in Prestbury (Cheshire). The copyright holder of this work releases  it into the public domain

Die Macclesfield Road in Prestbury (Cheshire).
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Prestbury in Cheshire (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ort in Gloucestershire) liegt nicht weit vom Old Trafford Stadion in Manchester entfernt, schon gar nicht, wenn man die Strecke in einem Porsche, Ferrari oder Lamborghini zurücklegt. Diese Autos sieht man in Prestbury und in den Nachbarorten Alderley Edge und Wilmslow häufig, denn sie gehören vor allem Fußballspielern der beiden großen Manchester-Clubs, die ihre „Bediensteten“ fürstlich entlohnen und die sich gern im Speckgürtel der Großstadt niederlassen. Einige der superteuren Häuser und Villen werden wohl jetzt erneut auf den Markt kommen, denn der neue Trainer von Manchester United, Louis van Gaal, kehrt gerade mit eisernem Besen den alten Spielerbestand des Vereins aus und verkauft oder verleiht die Spieler, mit denen er nicht zufrieden ist. Aber dafür kommen neue Spieler zum Verein, wie Angel Di Maria von Real Madrid, und die müssen sich ja auch eine Bleibe suchen, in der sie stilgerecht residieren können. Van Gaal selbst soll sich auch in dem Goldenen Dreieck zwischen Wilmslow, Alderley Edge und Hale ein Haus gekauft haben, wobei er in umittelbarer Nähe von Wayne Rooney et. al. wohnen würde.

The village destroyed by WAGs: how millionaire footballers and their shopaholic other halves are pricing out locals and infuriating their neighbors“ titelte vor einigen Jahren Mail Online und meinte damit, dass Prestbury unter dem Zuzug der superreichen jungen Männer und ihrer Ehefrauen und Freundinnen (WAGs) eher leidet als davon profitiert. Denn die finanzkräftigen Fußballer samt Anhang lassen ihr Geld lieber in Manchester und nutzen die Angebote ihres Dorfes selten.

Auch sieht man sie im Dorf nicht oft, weil sie ihre stark abgesicherten Häuser nicht so gern verlassen. Die Withinlee Road in Prestbury ist die teuerste Straße im Norden Englands. Der durchschnittliche Hauspreis in der „Footballer’s Alley“ genannten Straße beträgt etwa 1,6 Millionen Pfund Sterling. An zweiter Stelle liegt die Macclesfield Road in Alderley Edge, den dritten Platz nimmt die Torkington Road in Wilmslow ein.

Wayne Rooney hat sein Anwesen in Prestbury im Collar House Drive am Golfplatz. Der Argentinier Carlos Tevez wohnte, als er noch für Manchester City spielte, in einem Haus, für das er im Monat 12 000 Pfund Miete zahlte. ManU- und Nationalspieler Ashley Young wohnt in dem Dörfchen, ebenso der Ex-Bayern München-Profi Owen Hargreaves in der Zeit, in der er noch für Manchester United bzw. Manchester City spielte.

 

Published in: on 11. September 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Deva Stadium in Chester (Cheshire) – Das einzige Fußballstadion, das in zwei Ländern liegt

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Ja, das gibt es tatsächlich: das Deva Stadium liegt genau auf der Grenze von England und Wales. Die einen sagen, dass sich der Parkplatz auf englischer und das Stadion auf walisischer Seite befinden, die anderen, dass die Zuschauer das Spiel von England aus betrachten, das aber in Wales stattfindet. Wie auch immer, kurios ist das schon. Wie kam es aber dazu?

Als 1990 der örtliche Fußballverein Chester City F.C. von neuen Besitzern übernommen wurde, wollten diese das Gelände an der Sealand Road an Unternehmer verkaufen, die an dieser Stelle einen großen Supermarkt planten. Nicht weit davon befand sich ein großes ungenutztes Feld (das eben sowohl in England als auch in Wales lag), das sich für einen Stadionneubau anbot und so errichtete man 1992 in einer Rekordzeit von nur sieben Monaten das neue Deva Stadium, so genannt nach dem römischen Fort, aus dem sich später die Stadt Chester entwickeln sollte. Am 24. August war es dann soweit, das Stadion wurde feierlich eröffnet und am Tag darauf das erste Spiel ausgetragen, das die Heimmannschaft Chester City F.C. gleich gegen Stockport County verlor. Ein böses Omen? Dem Fußballclub ging es nicht gut, sowohl sportlich als auch finanziell. Der 1885 gegründete Verein, der immer in den unteren Ligen gespielt hatte, wurde 2010 aufgelöst.
Goodbye Chester City F.C., hello Chester F.C., denn so hieß der kurz darauf neu gegründete Club, dessen Spieler weiterhin The Blues und The Seals genannt wurden. Sie spielen zurzeit in der Conference Premier, was in der Rangfolge der englischen Ligen, die 5. Liga ist.

Das Deva Stadium, das seit Bestehen mehrfach den Namen wechselte, hat ein Fassungsvermögen für ca 5300 Fans. Da das Eröffnungsspiel des neu formierten Chester F.C. im Deva Stadium gegen den walisischen Club Aberystwyth Town gewonnen wurde, ist das hoffentlich ein gutes Zeichen für die Zukunft des Clubs und des Stadions.
Zu Beginn der neuen Saison steht der Club leider nach zwei verlorenen Spielen auf dem letzten Platz 😦

In diesem Film sind Aufnahmen von der Eröffnung des Deva Stadiums zu sehen.

Auf diesem Foto steht noch der alte Name des Clubs "Chester City F.C." an der Stadionwand.    © Copyright Steve Daniels and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auf diesem Foto steht noch der alte Name des Clubs „Chester City F.C.“ an der Stadionwand.
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Published in: on 19. August 2014 at 02:00  Comments (2)  
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Joe „Ten Goal“ Payne – Eine englische Fußball-Legende

Plakette am The Miner's Arms in Brimington (Derbyshire).    © Copyright Jonathan Clitheroe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Plakette am The Miner’s Arms in Brimington (Derbyshire).
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Joe Payne (1914 – 1975) ist eine Fußball-Legende in England, dessen Laufbahn in Derbyshire begann, als Mittelstürmer bei den Bergarbeiter-Kickern Bolsover Colliery. Ein Talentscout des Fußballvereins Luton Town entdeckte den jungen Mann und holte ihn nach Bedfordshire, wo er auf der Position eines Außenläufers eingesetzt wurde. Heute werden diese Begriffe ja nicht mehr verwendet. Joe Paynes großer Tag kam am 13. April 1936, als Luton Town gegen die Bristol Rovers spielte. Joes Mannschaft hatte an diesem Tag mehrere Ausfälle zu beklagen; der etatmäßige Mittelstürmer und seine beiden Vertreter waren erkrankt, also was tun? Das Spiel war sehr wichtig, denn ein Sieg würde Luton Town an die Tabellenspitze der Liga bringen. Da entsann man sich, dass Payne früher einmal bei dem Bolzklub von Bolsover die Position des Mittelstürmers gespielt hatte und so setzte man ihn gegen die Rovers genau da ein. Ein Geniestreich, denn Joe Payne wuchs an diesem Ostermontag über sich hinaus und erzielte sagenhafte zehn Tore, ein Rekord, der noch heute besteht. Niemand nach ihm hat jemals bei einem Ligaspiel mehr Tore geschossen. Die Bristol Rovers hatten aber auch einen rabenschwarzen Tag erwischt, denn sie verloren 12:0. Am Torwart hat es nicht gelegen; ohne ihn hätten die Rovers wohl 20:0 verloren, hieß es damals in der örtlichen Presse. Auch im nächsten Spiel, auswärts gegen Newport, erzielte „Ten-goal Payne“ die beiden Tore. Dann allerdings wurde es ruhiger um Luton Town und Joe Payne, obwohl der Spieler zu einem Länderspieleinsatz gegen Finnland kam und dabei zwei Tore schoss.

Von 1938 bis 1945 spielte Payne für Chelsea, dann noch einmal eine Saison für West Ham United und anschließend zog er sich aus der Welt des Fußballs zurück. Was hätte Englands Nationaltrainer Roy Hodgson nicht dafür gegeben, jetzt bei der WM in Brasilien so einen Mann wie Joe Payne im Team zu haben? Dann wären die Three Lions nicht schon so früh wieder in die Heimat zurückgeflogen.

Joe Payne starb am 22. April 1975 im Alter von 61 Jahren. Man hat ihn nicht vergessen, denn 31 Jahre später brachte man in seinem Geburtsort Brimington Common (Derbyshire) am Pub The Miner’s Arms eine Plakette zu seinen Ehren an, die vom damaligen Vorsitzenden der Football Association, Geoffrey Thompson, enthüllt wurde.

Wird der Rekord von zehn Toren in einem Spiel wohl jemals gebrochen werden? Joe Paynes ehemaliger Verein Luton Town spielt in der Saison 2014/2015 in der englischen League Two.

The Miner's Arms in Brimington Common.    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Miner’s Arms in Brimington Common.
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Das Fußballstadion von Luton Town.    © Copyright Barry Ephgrave and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 9. Juli 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Tour de France 2014 – Le Grand Départ in Yorkshire

Headrow in Leeds, Start der Tour de France 2014.

Headrow in Leeds, Start der Tour de France 2014.

Am Samstag, dem 5. Juli startet die Tour de France 2014… in Yorkshire, etwas ungewöhnlich, da man die Tour ja eigentlich nur mit Frankreich in Verbindung bringt. Der Startschuss für das berühmteste Radrennen der Welt fällt um 11.10 Uhr in Leeds in der Headrow, gegenüber von der Kunstgalerie. Von dort führt die Strecke der ersten Etappe in die Yorkshire Dales. Hier einige der angefahrenen Ortschaften:

Harewood – Skipton – Grassington – Leyburn – Middleham – Masham – Ripon  und schließlich, nach 190 Kilometern, Harrogate, der Zielort der ersten Etappe. Die Ziellinie befindet sich am The Stray, jener großen Parkfläche in der Stadt. Ab 16.20 Uhr wird mit der Ankunft der  ersten Fahrer gerechnet Hier ist schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf die Strecke im Film. Schade nur, dass die Radrennfahrer von der sehr schönen Landsschaft nicht viel mitbekommen werden. Ihr Blick richtet sich meist nur auf den Hintern des Vordermanns oder auf die Asphaltdecke der Straße.

Am Tag darauf, am Sonntag, dem 6. Juli, beginnt Etappe 2 auf dem York Racecourse (ich berichtete in meinem Blog darüber) in der Stadt York. Auf folgender Route geht es auf 201 Kilometern bis nach Sheffield:

Knaresborough – Keighley – die  Bronte-Stadt Haworth – Hebden Bridge – Huddersfield – Sheffield. Hier werden die Tour-Fahrer die Ziellinie an der Motorpoint Arena am Broughton Lane überqueren.

Die 3. und letzte Etappe auf englischem Boden beginnt am Montag, dem 7. Juli in Cambridge und führt von dort auf 155 Kilometern nach London. Start ist am Gonville Place, an dem großen Parkgelände Parker’s Piece. Von Cambridge aus geht es in südlicher Richtung über :

Duxford – Saffron Walden – Chelmsford – Epping – Walthamstow, am Olympiapark in London vorbei, schließlich die Nordseite der Themse entlang bis zur Ziellinie, die an der Straße The Mall gezogen ist.

Fortgesetzt wird die Tour de France am 8. Juli, dann wieder auf französischem Boden, mit Etappe 4 Le Touquet – Lille.

The Stray in Harrogate, Ziel der ersten Etappe.    © Copyright Ian Yarham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Stray in Harrogate, Ziel der ersten Etappe.
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Startpunkt von Etappe 2: Der York Racecourse.    © Copyright John M and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Startpunkt von Etappe 2: Der York Racecourse.
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Ziel der 2. Etappe: Die Motorpoint Arena in Sheffield.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ziel der 2. Etappe: Die Motorpoint Arena in Sheffield.
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Start von Etappe 3: Parker's Piece am Gonville Place.    © Copyright David P Howard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Start von Etappe 3: Parker’s Piece am Gonville Place in Cambridge.
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Und die Ziellinie der 3. Etappe auf englischem Boden liegt in London in The Mall.    © Copyright Chris Downer and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und die Ziellinie der 3. Etappe auf englischem Boden liegt in London in The Mall.
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Published in: on 25. Juni 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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John Faulkner (1828 – 1933) – Der älteste Jockey der Welt und Vater von 32 Kindern

Hier auf dem Epsom Racecourse begann John Faulkners Karriere - als Stalljunge.    © Copyright Ian Yarham and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf dem Epsom Racecourse begann John Faulkners Jockey-Karriere – als Stalljunge.
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Am 12. März 1828 wurde John Faulkner im Londoner Stadtteil Islington geboren, und er sollte in die Annalen des Pferderennsports eingehen als ältester aktiver Jockey, der sein letztes Rennen im Alter von 74 Jahren auf dem Abingdon Racecourse in Oxfordshire bestritt.

Bereits mit 12 Jahren begann sein Leben in der Welt des Pferdesports als Stalljunge in Epsom und bald darauf ging John in die Lehre von Isaac Walcott, einem der besten Trainer der damaligen Zeit. In Johns erstem Rennen als Jockey kam es gleich zu einem tragischen Zwischenfall, als ein betrunkener Matrose quer über den Rennplatz lief und John samt Pferd zum Sturz brachte. Den beiden passierte nicht viel, aber der Matrose kam dabei ums Leben. Mit 18 Jahren gewann er sein ersten Rennen, das City Bowl, in Salisbury (das einer seiner Enkel 74 Jahre später ebenfalls gewann). Im Laufe seiner 55 Jahre dauernden Karriere als Jockey lernte John Faulkner so ziemlich jeden Rennplatz des Landes kennen und bei zahlreichen Stürzen brach er sich auch so manchen Knochen. Aber „Old John“ war so mit seinem Lieblingssport verwachsen, dass er erst in einem für Jockeys biblischen Alter aufhörte und den Sattel für immer an den Nagel hängte.

Doch John Faulkner hatte neben dem Pferdesport noch eine weitere Leidenschaft – Kinder zeugen. 32 Kinder haben ihm sein Leben zu verdanken!! Die armen Frauen möchte man da sagen. Aurelia Croft war seine erste Frau, die er 1865 ehelichte. So weit ich ermitteln konnte, gebar sie ihm 8 Kinder. Seine zweite Frau, Rose Ellen Townsend, die auch 12 Geschwister hatte, ehelichte er 1884 in Abingdon. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen wie viele Kinder John mit ihr zeugte. 24 halte ich für beinahe nicht möglich; hatte er also auch unehelichen Nachwuchs? Rose Ellen starb im Alter von 80 Jahren 1939 in Wallingford. Einer von Johns Söhnen, Jimmy Faulkner, eiferte seinem Vater nach, indem auch er Jockey wurde, mit erst 62 Jahren seine Karriere beendete…und 33 Kinder zeugte!!! Er gab also nicht eher Ruhe, bis er seinen Vater in dieser Beziehung übertrumpft hatte.

John Faulkner verbrachte seinen langen Lebensabend in einem Cottage in Appleford, das damals zu Berkshire, heute aber zu Oxfordshire gehört. Das Dorf liegt in Sichtweite der überaus hässlichen Didcot Power Station, die es aber zu Johns Zeiten glücklicherweise noch nicht gab. Hier starb er 1933 im Alter von 104 Jahren und wurde in St Peter and St Paul in Appleford beerdigt.

John Faulkners letzte Ruhestätte: St Peter and St Pauls in Appleford (Oxfordshire).    © Copyright Bill Nicholls and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

John Faulkners letzte Ruhestätte: St Peter and St Paul in Appleford (Oxfordshire).
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Published in: on 24. Juni 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Captain Matthew Webb – Der erste Mensch, der den Ärmelkanal durchschwamm

Hier am Admiralty Pier in Dover begann Matthew Webb am 24. August 1875 seine Ärmelkanaldurchquerung.    © Copyright John Baker and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier am Admiralty Pier in Dover begann Matthew Webb am 24. August 1875 seine Ärmelkanaldurchquerung.
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Matthew Webb, der 1848 in Dawley (Shropshire) geboren wurde, hatte schon seit Kindesbeinen eine enge Beziehung zu Wasser. Er lernte im Severn River Schwimmen und schloss sich schon mit 12 Jahren der Handelsmarine an. Mit 15 Jahren rettete er einen seiner jüngeren Brüder vor dem Ertrinken; er hatte also wirklich keine Berührungsängste mit Flüssen und Meeren.

Als er eines Tages davon hörte wie jemand versucht hatte, den Ärmelkanal zu durchschwimmen, dabei aber scheiterte, dachte sich Matthew Webb, dass das doch eine Herausforderung für ihn selbst wäre und machte sich sofort an die Vorbereitungen für einen eigenen Versuch. Am 12. August 1875 war es dann soweit, aber Webb kam nicht weit, da die Wind- und Strömungsverhältnisse alles andere als optimal waren. Kurz darauf, am 24. August, startete er einen neuen Versuch. Am Admiralty Pier in Dover stieg er ins Wasser und machte sich auf die strapaziöse Strecke nach Calais, die noch kein Mensch vor ihm ohne jegliche Hilfsmittel geschafft hatte. Es war nicht einfach; wieder traf er auf starke Strömungen, hatte unterwegs eine schmerzhafte Kollision mit einer Qualle und musste sich unterwegs nur von Bier, Brandy und einer Kraftbrühe ernähren, was die ihn begleitenden Boote an Bord mitführten. Da Webb auch nicht auf der kürzesten Linie von Dover nach Calais schwimmen konnte, weil ihn die starken Strömungen immer wieder von der Bahn abbrachten, musste er insgesamt über 60 Kilometer zurücklegen, bis er schließlich an der französischen Küste ankam. 21 Stunden und 45 Minuten brauchte der Captain, um von England nach Frankreich zu gelangen; eine großartige Leistung für die damalige Zeit und es sollte bis zum 6. September 1911 dauern, bis ein anderer Engländer, Thomas William Burgess, die Durchquerung wiederholen konnte (nach 13 missglückten Versuchen).

Erst 1923 wurde Webbs bisherige Bestzeit von dem Argentinier Enrique Titabocchi unterboten; der Marathonschwimmer schaffte es, den Kanal in 16 Stunden und 33 Minuten zu durchschwimmen. 1961 war es wieder ein Argentinier, Antonio Abertondo, der als erster Mensch den Ärmelkanal nonstop hin und gleich wieder zurück durchquerte. Heute spricht niemand mehr davon, wenn jemand durch den Kanal schwimmt, es sei denn, ein neuer Rekord wird aufgestellt. Es gibt sogar eine Channel Swimming Association, die sich der Kanalschwimmer angenommen hat.

Die Abenteuerlust des Matthew Webb führte ihn leider auch zu einem frühen Tod. Im Alter von 35 Jahren versuchte er am 24. Juli 1883 die Whirlpool Rapids unterhalb der Niagara-Fälle zu durchschwimmen, wovor er eindringlich gewarnt wurde, denn diese Stromschnellen gelten als äußerst gefährlich. Webb versuchte es trotzdem und kam dabei ums Leben. In seinem Geburtsort in Dawley und auch in Dover hat man für ihn Denkmäler aufgestellt.

Hier ist ein Film über eine Kanaldurchquerung aus dem Jahre 2012.

Die High Street von Dawley (Shropshire), wo Matthew Webb geboren wude.    © Copyright Row17 and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die High Street von Dawley (Shropshire), wo Matthew Webb 1848 geboren wurde.
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Published in: on 13. Juni 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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James Matthew „Peter Pan“ Barrie und seine Begeisterung für Cricket

Das Stanway House und der berühmte Springbrunnen.    © Copyright Colin Craig and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Stanway House und der berühmte Springbrunnen.
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Vor kurzem sah ich mir bei ARTE den Spielfilm „Wenn Träume fliegen lernen“ (Originaltitel „Finding Neverland“) mit Johnny Depp und Kate Winslet an; darin geht es um die Entstehung des Kinderbuch-Klassikers „Peter Pan“. Das brachte mich auf die Idee, einmal über eine andere, weniger bekannte Seite des „Peter Pan“-Schöpfers James Matthew Barrie zu schreiben: Seine Vorliebe für das Cricketspiel.

Der schottische Schriftsteller (1860-1937) war häufig auf dem Landsitz Stanway House in Gloucestershire zu Gast, das den Eltern seiner Sekretärin, Cynthia Asquith, gehörte. Lord und Lady Wemyss nahmen Barrie gern bei sich auf, der sich hier sehr wohlfühlte und das Stanway House bald als seine zweite Heimat betrachtete. Hier gab es ein Cricketspielfeld mit einem alten ausgedienten Eisenbahnwaggon als Pavillon; den ließ Barrie entfernen und stattdessen durch ein richtiges gemauertes Gebäude ersetzen, das auf 25 sogenannten „staddle stones“ ruht, das sind pilzförmige Steine, die verhindern sollen, dass sich dort Ungeziefer breitmacht.  Dieses reetgedeckte Haus steht auch heute noch in Stanway.

Barrie hatte sogar einen eigenen Cricketclub gegründet, den er „Allahakbarries“ nannte, ein Wortspiel aus seinem Nachnamen und dem Arabischen Allah Akbar, was er als „Der Himmel möge uns helfen“ deutete, was aber „Gott ist groß“ heißt. Dieser Club war zeitweise so etwas wie eine literarische All Stars-Vereinigung, denn zu seinen Mitgliedern gehörten namhafte Schriftsteller wie Sir Arthur Conan Doyle, P.G. Wodehouse, A.A. Milne, Herbert George Wells, Jerome K. Jerome und Gilbert Keith Chesterton. Wie hoch Barrie das Cricketspiel einschätzte, zeigte seine Aussage, dass er den Cricket-Erfinder noch über den „Hamlet“-Schöpfer Shakespeare einstufte.

1890 schrieb Barrie ein 40seitiges Buch über seinen Cricketclub mit dem Titel „Allahakbarries C.C„, das 1950 noch einmal nachgedruckt wurde.

Das Stanway House und die dazugehörenden Gärten, die noch heute im Besitz der Wemyss Familie (Lord und Lady Neidpath) sind, kann man in den Sommermonaten jeweils dienstags und donnerstags zwischen 14 und 17 Uhr besichtigen. Berühmt ist der Springbrunnen, der zu den höchsten in ganz Europa zählt.

Stanway liegt nordöstlich von Cheltenham an der B4077.

Das Buch zum Artikel:
Kevin Telfer: Peter Pan’s First XI: The Story of J.M. Barrie’s Cricket Team. Hodder&Stoughton 2010. ISBN 9780340919453.
Hier ist ein Video über das Buch.

Barries Cricket-Pavillon in Stanway.    © Copyright Jeremy Bolwell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Barries Cricket-Pavillon in Stanway.
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Published in: on 7. April 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Die Wingwalker vom Rendcomb Airfield in Gloucestershire

Wingwalker über dem Rendcom Airfield.   © Copyright norman hyett

Wingwalker über dem Rendcom Airfield.
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Robbie Coltrane besuchte sie in seinem Buch „B-Road Britain“ (s. dazu meinen Blogeintrag) und zeigte sie in seinem gleichnamigen Film: Die Breitling Wingwalkers vom Rendcomb Airfield, nördlich von Cirencester in Gloucestershire. Das sind sieben junge Damen und sechs erfahrene Piloten, die mit ihren Flugzeugen haarsträubende Aktionen unternehmen. Wingwalker sind, man kann schon sagen Akrobaten, die auf den Tragflächen von Doppeldeckern ihre Kunststücke vorführen, während der Pilot mit seinem Flugzeug Loopings oder andere Formationen fliegt.

1989 wurde AeroSuperBatics Ltd gegründet, die seit 2011 von dem schweizerischen Uhrenhersteller Breitling gesponsert wird. Die Wingwalker mit ihren orange-weiß gestreiften Boeing Stearman-Doppeldeckern sind häufig auf Flugtagen anzutreffen, zuletzt beim Royal International Air Tattoo in Fairford in Gloucestershire am 20. Juli, wo sie im Formationsflug zu sehen waren.

Die Brightling Wingwalker sind in der ganzen Welt unterwegs, so waren sie im vorigen Jahr in China und Anfang diesen Jahres in Australien. Das Team verfügt über sehr erfahrene Piloten, von denen einige über 14 000 Flugstunden nachweisen können. Die meisten der mutigen jungen Damen auf den Tragflächen sind auch schon mehrere Jahre dabei wie Sarah Tanner, Spitzname Sahara, seit 8 Jahren und Danielle Hughes, Spitzname Bird, seit 7 Jahren.

Das Rendcomb Airfield, wo die Breitling Wingwalkers stationiert sind, zählt zu den idyllischsten Flugplätzen Englands, liegt er doch inmitten der Cotswolds, umgeben von landwirtschaftlich genutzten Feldern. In den Hangars stehen neben den Boeing Stearmans noch einige andere klassische Doppeldecker, die dann an den hier zelebrierten Flugtagen herausgeholt und begutachtet werden können.

Hier ist das offizielle Video der Breitling Wingwalker zu sehen.

Brightling Wingwalkers
The Engine Shed
RFC Rendcomb Airfield
The Whiteway, Cirencester
Gloucestershire, GL7 7DF

In diesen Hangars auf dem Rendcomb Airfield sind die Boering untergebracht.   © Copyright Terry Jacombs

In diesen Hangars auf dem Rendcomb Airfield sind die Boeing Stearmans untergebracht.
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Published in: on 24. Juli 2013 at 02:00  Comments (2)  
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Das White Horse Final in London – Das wohl chaotischste englische Fußballpokal-Endspiel aller Zeiten

Eng wurde es beim White Horse Final 1923.This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Eng wurde es beim White Horse Final 1923.
This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Das Empire Stadium, später besser als Wembley Stadium bekannt, war das Stadion, in dem die englische Fußballnationalmannschaft ihre Spiele austrug. 1923 wurde es eröffnet und im Jahr 2003 abgerissen. In dieser Zeit fand hier so allerhand statt. Die Fußballweltmeisterschaft 1966 ging in die Geschichte ein, nicht zuletzt wegen des umstrittenen Tores im Endspiel zwischen England und Deutschland. Dutzende von Cup-Finals wurden hier im Nordwesten Londons ausgetragen. Im letzten Spiel vor dem Abriss am 7. Oktober 2000 spielte die englische Nationalmannschaft gegen Deutschland und wurde mit 0:1 besiegt.

Den Neubau von New Wembley, das rund 90 000 Sitzplätze bietet, konnte die Öffentlichkeit erstmals am 17. März 2007 besichtigen; die offizielle Eröffnung war am 19. Mai 2007 mit dem Cup Final zwischen Chelsea und Manchester United, das die Londoner Heimmannschaft mit 1:0 gewann.

Ein anderes Cup Final, das sogenannte White Horse Final, war sicher das chaotischste, das England je erlebt hat. Kurz nachdem das Empire Stadium fertiggestellt war, wurde am 28. April 1923 hier das Eröffnungsspiel ausgetragen, das gleichzeitig das Pokalendspiel zwischen den Bolton Wanderers und West Ham United war (Resultat 2:0). So viele Menschen, die ein Fußballspiel sehen wollten, sind wohl nie wieder zusammengekommen. Das Stadion war mit einer Zuschauerzahl von etwa 125 000 bis zum Bersten gefüllt, aber nach Schätzungen waren es noch wesentlich mehr;man sprach von bis zu 300 000 Menschen, die sich im und vor dem Stadion aufhielten. Chaotische Szenen spielten sich in Anwesenheit von König Georg V. ab; Menschenmassen füllten den Rasen, die nur mühsam von der herbeigerufenen berittenen Polizei abgedrängt werden konnten.
Unter den Polizeipferden war auch ein weißes (manche sprechen auch von einem hellgrauen) namens Billie, das von dem Polizeibeamten George Scorey geritten wurde, und auf den alten Schwarz-Weiß-Filmen jener Zeit fiel dieses weiße Pferd besonders ins Auge. Pferd und Reiter gingen in die Fußballgeschichte des Landes ein und man spricht seitdem von dem Spiel nur noch von dem White Horse Final.
Billie starb 1930 und George Scorey 1965; der Umsicht dieses Teams ist es mit zu verdanken, dass es an jenem denkwürdigen Tag im Jahr 1923 nicht zu größeren Problemen gekommen ist.

Billie wurde 2005 noch einmal geehrt, in dem man eine Fußgängerbrücke, die den Wembley Stadium-Bahnhof überquert und zum Stadion führt, White Horse Bridge taufte. Nach einer Umfrage in der Bevölkerung stimmten 34% für diesen Namen (vor Sir Alf Ramsey und Sir Bobby Charlton).

Dieser Film zeigt den Bericht eines Zeitzeugen und alte Filmaufnahmen von 1923.

Billie inmitten der Zuschauermenge.This UK artistic work, of which the author is unknown and cannot be ascertained by reasonable enquiry, is in the public domain.

Billie inmitten der Zuschauermenge.
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Published in: on 6. März 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Der David Beckham Trail im Londoner Bezirk Waltham Forest – Etwas für Fans des Fußballstars

Author: Regular Daddy. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Der Londoner Bezirk Waltham Forest im Nordosten der Stadt kann sich rühmen, einige prominente Männer hervorgebracht zu haben, die auch international bekannt wurden. Vor allem aus dem Ortsteil Leightonstone kommen sie: Der Regisseur Sir Alfred Hitchcock, der Schauspieler Sir Derek Jacobi und der Fußballspieler David Robert Joseph Beckham, OBE, um nur einige zu nennen.

Der Waltham Forest Council hat letzteren vor einigen Jahren mit dem David Beckham Trail geehrt, einem Rundgang, der zurück in die Kindheit des Mannes führt, der zurzeit immer noch für die Los Angeles Galaxy spielt. Der Trail führt an den Stätten vorbei, die den kleinen David damals prägten und ihn schließlich zu einem der besten englischen Fußballspieler aller Zeiten machten.

Das Licht der Welt erblickte er am 2. Mai 1975 im Whipps Cross Hospital an der Whipps Cross Road. Seine Kindheit verbrachte er im Reihenhaus seiner Eltern in der Norman Road und besuchte die Chase Lane Junior School im Ortsteil Chingford. Beckhams erste Kontakte mit einem Fußball fanden im Ridgway Park und im Mansfield Park statt; beide Parks liegen in Chingford. Als er acht Jahre alt war, trat er dem Fußballverein Ridgeway Rovers bei, deren Jugendmannschaft von Davids Vater trainiert wurde. Seine Karriere begann wohl im Peter May Sports Centre an der Wadham Road in Walthamstow, wo er für seinen Verein mehr als 100 Tore erzielte.

Im Larkswood Park, Ecke New Road/Larkswood Road, verfeinerte der angehende Fußballstar seine Technik im Umgang mit dem Ball. Im Walthamstow Stadium, in dem Hunderennen abgehalten wurden und das jetzt geschlossen ist, verdiente sich David Beckham sein Taschengeld, indem er dort Flaschen aufsammelte.
David wechselte in die Chingford Foundation School am Nevin Drive über, wo er natürlich auch für die Schulmannschaft spielte. Als David zwölf Jahre alt war, klopfte der große Fußballverein Manchester United an die Tür, und da seine Eltern begeisterte Fans des Vereins waren, unterstützten sie die Karriere ihres Sohnes. Von da an ging es nur noch aufwärts…

Einen Plan zum Ausdrucken für den David Beckham Trail gibt es hier.

Das Buch zum Artikel:
Gwen Russell: Arise Sir David Beckham – Footballer, Celebrity, Legend – The Biography of Britain’s Best Loved Sporting Icon. John Blake Publishing 2011. 288 Seiten. ISBN 978-1843582984

Author: Chris McKenna (Thryduulf). This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.

Das Walthamstow Greyhound Stadium.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Julian Osley

Published in: on 22. Oktober 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Royal Mail ehrt die britischen Goldmedaillengewinner mit goldenen Briefkästen in ihren Heimatstädten

Eine "gold postbox" in Henley-on-Thames.   © Copyright Bill Nicholls

Eine „gold postbox“ in Henley-on-Thames.
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Die Royal Mail hatte eine gute Idee für die Olympischen Spiele in London: Jeder britische Goldmedaillengewinner wird mit einem goldenen Briefkasten in seiner Heimatstadt geehrt, das gilt auch für die nachfolgenden Paralympics.

Seit 1874 ist Rot die offizielle Farbe für die Briefkästen der Royal Mail und es ist, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, das erste Mal, dass die Farbe geändert wurde.

Hier einige Beispiele:
– In Penzance in Cornwall in der Quay Street wurde die Ruderin Helen Glover mit einem goldenen Briefkasten geehrt
– Für Jessica Ennis, Gewinnerin der Goldmedaille im Siebenkampf, wurde vor dem Rathaus in Sheffield ein Briefkasten neu gestrichen
– Auch die Bürger der Stadt Huddersfield in West Yorkshire können ab sofort ihre Briefe in einen goldenen Briefkasten in der Railway Street stecken, dank des Radrennfahrers in der Mannschaftsverfolgung Ed Clancy.

Hier ein Film der Royal Mail über die Aktion.

Published in: on 8. August 2012 at 15:10  Comments (1)  

Das National Football Museum in Manchester öffnet heute seine Pforten

Hier im Urbis Centre in Manchester ist das National Football Museum untergebracht. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Eirian Evans

Manchester ist zurzeit der Nabel der britischen Fußballwelt. Die beiden besten Vereine, Manchester City und Manchester United, sind hier zuhause; so ist es optimal, wenn in der Stadt auch das National Football Museum zu finden ist, das heute, am 6. Juli, eröffnet wird.
Bis zum Jahr 2010 war das ganz dem Fußball gewidmete Museum ziemlich weitab vom Schuss im Deepdale Stadium in Preston (Lancashire) untergebracht. Um es besser zu positionieren und um mehr Besucher anzulocken, zog man mit den ganzen Sammlungen nach Manchester ins Urbis Centre um, einem beeindruckenden Gebäude im Zentrum der Stadt, wo das Museum vier Etagen einnimmt.

Was man hier alles zusammengetragen hat, ist schon beeindruckend. Die FIFA Collection ist die größte Sammlung von Fußball-Memorabilien in der ganzen Welt (mit der berühmten Jules Rimet Trophy).

Zu sehen gibt es hier u.a. den Ball aus dem legendären Endspiel um die Fußball-Weltmeisterschaft, in dem England Deutschland mit 4:2 besiegte und in dem es die umstrittene Szene gab, ob nun der Ball die deutsche Torlinie überschritten hatte oder nicht.
Diego Maradonas Trikot wird ausgestellt, in dem er 1986 bei der Fußball-WM das Tor gegen England mit der „Hand Gottes“ erzielte.
In der Sir Stanley Matthews Collection sind Gegenstände zusammengetragen worden, die mit einem der größten Spieler der britischen Fußballgeschichte zusammenhängen.

Unter den unzähligen Ausstellungsstücken finden sich, um nur einige zu nennen, weiterhin ein signiertes Trikot von Chelseas Didier Drogba und eine der Kopfschutzkappen seines Vereinskollegens Petr Cech. Maskottchen, Schals, Abzeichen, Fanmagazine, Tickets, Fotos – Alles, was ein Fußballerherz höher schlagen lässt, ist im Museum versammelt.

In der Football Hall of Fame schließlich sind die überragendsten Figuren aus der Welt des Fußballs versammelt, die Jahr für Jahr durch Neuzugänge ergänzt werden.

Der Eintritt ist frei.
Die Öffnungszeiten: Montags bis Samstags: 10 – 17 Uhr, Sonntags: 11 – 17 Uhr.
Im 5. und 6. Stock sind ein Restaurant und eine Bar untergebracht und ein Shop versorgt den Fußballfan mit den nötigen Souvenirs.

National Football Museum
Urbis Building
Cathedral Gardens
Manchester
M4 3BG
Tel. 0161 605 8200

Published in: on 6. Juli 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  

Pubschilder – The Billy Wright in Wolverhampton (West Midlands)

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gordon Griffiths

In der Princess Street in Wolverhampton wurde Ende letzten Jahres ein Pub eröffnet, der nach einer Fußballerlegende des örtlichen Vereins Wolverhampton Wanderers erinnert: The Billy Wright.

Der 1994 verstorbene Fußballer spielte von 1939 bis 1959 für die „Wolves“ und absolvierte 105 Spiele für die englische Nationalmannschaft. Wright wurde 1952 zum „Spieler des Jahres“ gewählt und erreichte 1957 bei der Wahl des „Fußballer des Jahres Europas“ den zweiten Platz. Ganz besonders zeichnete er sich durch seine Fairness aus; er wurde während seiner gesamten Karriere nie vom Platz gestellt und erhielt nie eine Verwarnung. Welcher Fußballspieler kann das in der heutigen Zeit von sich behaupten?

Vor dem Molineux Stadium, dem Stadion der Wolverhampton Wanderers, steht eine Statue von Billy Wright und eine Tribüne ist nach ihm benannt worden; nun also auch ein Pub in Wolverhampton.

Das Pubschild zeigt das Konterfei Billy Wrights und sein Geburts- und Sterbejahr. Der Pub ist in erster Linie ein Treffpunkt für Fußball- und Sportfans, denn in den Räumen sind viele Flachbildfernseher zu finden, die alle auf Sportkanäle eingestellt sind. Darüberhinaus werden zahlreiche Memorabilia der Wolverhampton Wanderers ausgestellt.

Hier sind einige Bilder von den Trauerfeierlichkeiten zu Ehren Billy Wrights und hier ist er und seine Mannschaft in voller Aktion zu sehen.

The Billy Wright
9 Princess Street
Wolverhampton
WV1 1HW
01902 421007

Das Buch zum Artikel:
Norman Giller: Billy Wright – A Hero for All Seasons. Robson Books 2002. 272 Seiten. ISBN 978-1861055286.

Published in: on 22. Juni 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Horse Guards Parade in London – Historischer Paradeplatz mitten in London und Austragungsort für die olympischen Beachvolleyball-Wettbewerbe 2012

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Die Queen feiert hier jedes Jahr im Juni ihren offiziellen Geburtstag und ihr zu Ehren wird die Militärparade Trooping the Colour hier abgehalten: Auf dem  Paradeplatz Horse Guards Parade mitten im Zentrum von London.
Schon seit dem 17. Jahrhundert dient der riesige Platz für Zeremonien und Heerschauen. Wenn Premierminister David Cameron sich eine Leiter nimmt und diese an die Mauer stellt, die den Garten von No 10 Downing Street begrenzt, so blickt er direkt auf diesen Platz (was er ja vielleicht während der Olympischen Spiele tut, um das Eintrittsgeld zu sparen :-)).

Einige Jahre lang wurde Horse Guards Parade als Parkplatz für 500 privilegierte Staatsbeamte benutzt, die dieses Privileg nur äußerst widerwillig aufgaben, als Dame Jennifer Jenkins sich dafür einsetzte, den Platz wieder den ursprünglichen Zwecken zuzuführen (wahrscheinlich besaß die Dame kein Auto bzw. parkte dort nicht).

Auf diesem Platz, auf dem britische Traditionen gepflegt werden, wird es während der Olympischen Spiele 2012 sehr viel lockerer zugehen, wenn junge Damen in knappen Bikinis und Herren in Badehosen hier Beachvolleyball spielen. Erst 1996 in Atlanta neu in die olympischen Wettbewerbe aufgenommen, erfreut sich diese Sportart großer Beliebtheit und in London werden 96 Athletinnen und Athleten auf dem Horse Guards Parade um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Neben einigen Übungsplätzen steht das Hauptspielfeld, für das Tribünen mit einem Fassungsvermögen von 15 000 Zuschauern aufgebaut werden.
Am 28. Juli um 9 Uhr beginnt das erste Spiel. Am 8. August um 21 Uhr treten die beiden besten Damenteams in Kampf um Gold und Silber gegeneinander an, am 9. August, ebenfalls um 21 Uhr, ist das Endspiel der Herren.
Wenn dieser ganze Spuk vorbei ist, werden die Herren Feldmarschälle  Horatio Herbert Kitchener, Frederick Sleigh Roberts und Garnet Joseph Wolseley, deren Statuen am Rande des Platzes stehen, einmal tief durchatmen, denn dann haben sie die Horse Guards Parade wieder für sich allein.

Beachvolleyballspielerin in vollem Einsatz. Author: David Bunting. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Beachvolleyballspielerin in vollem Einsatz.
Author: David Bunting.
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Manchester City – Ein Fußballverein im Spiegel der Literatur

Das Stadion des Manchester City Football Club. – © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nach 44 Jahren gewann der Fußballverein Manchester City vor wenigen Tagen wieder einmal die englische Meisterschaft, zum Leidwesen des Lokalrivalen, Alex Fergusons Manchester United.

Aus diesem Anlass möchte ich an dieser Stelle einmal eine Auswahl an Büchern vorstellen, die sich mit dem Verein beschäftigen.

David Clayton: „Manchester City On This Day: History, Facts & Figures from Every Day of the Year“ (2011).  Eine Chronik der „Blues“, wie die Spieler genannt werden, mit allen wichtigen Daten aus der Vereinsgeschichte.

David Clayton: „When Football Was Football – Manchester City: A Nostalgic Look at a Century of the Club“ (2010). 100 Jahre Manchester City. Der Verein in Fotografien aus dem Archiv des Daily Mirror.

Colin Shindler: „Manchester City Ruined My Life“ (2012). „The cry of a frustrated romantic“. Das Buch eines Fans über die Glitzerwelt des Vereins, in den gewaltige Geldsummen gepumpt worden sind.

David Conn: „Richer Than God – Manchester City, Modern Football and Growing Up“ (erscheint im Juli 2012). Ein Verein und seine schwerreichen arabischen Besitzer.

Ian Cheeseman: Colin Bell – Reluctant Hero: The Autobiography of a Manchester City and England Legend“ (2005). Porträt des Mittelfeldspielers Colin Bell, von dem viele sagen, er sei einer der größten in der Vereinsgeschichte gewesen. Er spielte von 1966 bis 1979 für Manchester City.

Eric Alexander: „Please May I Have My Football Back – My Life at Manchester City“ (2009). Geschichte der Alexander Familie, die viele Jahre auf das engste mit dem Club verbunden war.

Paul Lake: „I’m Not Really Here“ (2011). Autobiografie eines Manchester City-Spielers, der dem Verein von 1986-196 treu blieb und der auf Grund einer schweren Verletzung seine Karriere schon früh aufgeben musste.

Mark Hodkinson: „Blue Moon – Down Among the Dead Men with Manchester City“ (2011). Der Autor schildert die schlimmsten Jahre des Vereins, als er 1998/99 in die dritte Liga abstieg.

…und das ist nur eine kleine Auswahl an Büchern über Manchester City. Weitere sind bereits angekündigt.

Und hier zum Abschluss noch einige (bierselige?) Fangesänge.

Published in: on 15. Mai 2012 at 15:08  Kommentar verfassen  
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Dorney Lake (Buckinghamshire) – Austragungsort für die olympischen Ruderwettbewerbe 2012

Author: Doc Searls. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Nur wenige hundert Meter vom Oakley Court Hotel entfernt, in dem ich letztes Jahr einige Tage lang wohnte (s. hierzu auch meinen Blogeintrag), liegt der Austragungsort der Ruderwettbewerbe bei den diesjährigen Olymischen Spielen: Dorney Lake. Gleich daneben liegt übrigens Dorney Court, Schauplatz mehrerer Episoden der „Inspector Barnaby“-TV-Serie (s. auch hierzu meinen Blogeintrag).

Ursprünglich war Dorney Lake als Trainingsgelände für die Rudermannschaften des nahegelegenen Eton College gedacht. Die Themse fließt zwar gleich nebenan, aber durch den Schiffsverkehr auf dem Fluss und die zeitweise recht starken Strömungen war das zum Trainieren nicht optimal.

Der 2200 m lange, achtbahnige Kurs hat sich im Lauf der Jahre zu einer der besten Anlagen in ganz Europa entwickelt, auf dem z.B. im Jahr 2006 die Ruderweltmeisterschaften ausgetragen wurden.
Das Eton College Rowing Centre wurde speziell für die Olympischen Spiele noch einmal verbessert und erweitert, so dass bis zu 30 000 Besucher gleichzeitig die Wettbewerbe verfolgen können. Die Athleten werden übrigens in dem 16 km entfernten Royal Holloway College untergebracht, ein riesiger Prachtbau der University of London.

Die Ruderwettbewerbe werden in der Zeit vom 28. Juli bis zum 4. August ausgetragen. Anschließend, vom 6. bis zum 11. August, finden auf dem Dorney Lake olympische Kanuwettbewerbe statt. Die paralympischen Ruderer treffen sich hier in der Zeit vom 31. August bis zum 2. September.

Dieser Film gibt einen ersten Eindruck von der Ruderanlage.

Eton College Rowing Centre
Dorney Lake, off Court Lane
Dorney
Windsor, SL4 6QP
Tel. 01753 832756

© Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 11. Februar 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Eclipse – Eines der besten Rennpferde aller Zeiten

"Eclipse At New Market With Groom". Gemälde von George Stubbs (1724-1806). - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Als am 1. April 1764 in England ein Pferd zur Welt kam, nannte man es, da an diesem Tag gerade eine Sonnenfinsternis zu sehen war, kurzerhand Eclipse. Dieser Tag sollte auch in die Geschichte des englischen Pferderennsports eingehen, da dieses Pferd einmalig war. Eclipse gewann sein erstes Rennen am 3. Mai 1769 in Epsom und blieb in allen 18 Rennen, an denen er teilnahm, ungeschlagen. Es ging soweit, dass eigentlich kein Pferdebesitzer mehr bei Rennen mitmachen wollte, bei denen Eclipse antrat, da er alle seine Konkurrenten weit hinter sich ließ. „Eclipse first and the rest nowhere“ hieß es damals und auf andere Pferde wettete damals niemand mehr.

Ein großes Aufatmen ging dann 1771 durch die Welt der englischen Buchmacher und Pferdebesitzer, denn von da ab wurde Eclipse nur noch als Zuchthengst eingesetzt. Er zeugte hunderte von Fohlen und gilt als Stammvater der Pferderasse Englisches Vollblut.

Im Alter von 24 Jahren starb das Wunderpferd schließlich am 26. Februar 1789. Der Name des Pferdes findet sich heute noch u.a. in den Eclipse Stakes, das ist ein Rennen, das auf dem Sandown Park Racecourse in Esher (Surrey) ausgetragen wird und das zuletzt von einem Pferd mit dem Namen „So You Think“ gewonnen wurde.

Das Buch zum Artikel:
Nicholas Clee: Eclipse – The story of the rogue, the madam and the horse that changed racing. Black Swan 2011. 352 Seiten. ISBN 978-0552774420.

Hier spricht der Autor Nicholas Clee über sein Buch.

Published in: on 25. Januar 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Berwick Rangers – Ein englischer Fußballverein, der in der schottischen Liga spielt

Shielfield Park, das Stadion der Berwick Rangers.    © Copyright Walter Baxter and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Shielfield Park, das Stadion der Berwick Rangers.
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Berwick-upon-Tweed in Northumberland ist schon eine merkwürdige Stadt. Sie ist die nördlichste Stadt Englands, liegt nur ein paar Kilometer von der schottischen Grenze entfernt und stand mehrfach im Zentrum der schottisch-englischen Grenzkriege.
Man spricht hier einen eigenen Dialekt, der aus Elementen der schottischen Lowlands und der Mundart der Grafschaft Northumberland besteht. Die Bewohner von Berwick sind überhaupt ziemlich hin und her gerissen, ob nun ihr Herz für England oder für Schottland schlägt. Für sie ist es näher nach Edinburgh zu fahren, als zur nächsten großen englischen Stadt, nämlich Newcastle.

Diese weiten Entfernungen zu anderen englischen Städten führte auch dazu, dass der Fußballverein von Berwick, der Berwick Rangers Football Club, seit 1905 als einziger englischer Verein in der schottischen Liga spielt. So viel Geld hatte der Club nicht, dass er die hohen Reisekosten in den Süden des Landes tragen konnte.
Eine große Rolle spielten die Berwick Rangers allerdings nie in der Geschichte des schottischen Fußballs. In ihrem Stadion Shielfield Park haben The Borderers oder The Wee Gers, wie die Spieler auch genannt werden, so manche Niederlage  hinnehmen müssen. Sie spielen zurzeit in der schottischen Third Division, die aus zehn Mannschaften besteht, und liegen da momentan auf einem Mittelplatz. Ihre Gegner sind kaum bekannte Clubs wie Alloa Athletic oder Elgin City F.C.

Die Berwick Rangers sind stolz auf ihren höchsten Sieg gegen einen Verein namens Cramlington Percy Villa. Sie gewannen mit 14:0, allerdings ist das schon lange her, das war im Jahr 1904. Nicht so stolz sind sie auf ihre höchste Niederlage, die war 0:12 gegen Newcastle United, aber das ist noch länger her (1897).
Dass ein ständig finanziell klammer Verein nicht viel Geld für den Ankauf von Spielern ausgeben kann, liegt auf der Hand. £27,000 war die bisherige Rekordsumme, die man 1991 ausgab, um Sandy Ross aus Cowdenbeath zu verpflichten.

Das Buch zum Artikel:
Tom Maxwell: The Lone Rangers – An English Club’s Century in Scottish Football. Northumbria Press 2011. 192 Seiten. ISBN 978-0857160270.

Published in: on 16. Januar 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Jump London – Durch die Straßen und über die Dächer der Hauptstadt

This work has been released into the public domain by its author, Wavertree.

„Parkour ist eine unter anderem von David Belle gegründete Sportart, bei welcher der Teilnehmer – der Traceur (französisch: „der den Weg ebnet“ oder „der eine Spur legt“) – unter Überwindung sämtlicher Hindernisse den kürzesten oder effizientesten Weg von A zum selbstgewählten Ziel B nimmt“; so die Wikipedia.

Diese nicht ganz ungefährliche Sportart wird überwiegend von jungen Männern auch in der britischen Hauptstadt ausgeübt, wo sie an Mauern hoch klettern, über Dächer springen und andere Hindernisse überqueren. Das sieht alles sehr leicht aus, erfordert aber eine sehr gute Kondition.

Nicht so ganz klar scheinen die Unterschiede zwischen den Traceurs und den Free Runners zu sein, die ebenfalls auf akrobatische Weise in den Großstädten unterwegs sind. Begriffe wie Pop Vault, Cat Crawl oder Gap Jump bezeichnen die Art und Weise wie die Hindernisse angegangen bzw. überwunden werden.

Die Dokumentation „Jump London„, die im Jahr 2003 von Channel 4 ausgestrahlt wurde, machte die Themen Parkours und Free Running auch in der Öffentlichkeit bekannt. Der Film zeigt drei französische Traceurs bei der Ausübung ihrer Sportart in London, wobei sie berühmte Bauwerke wie die Royal Albert Hall oder das Globe Theatre mit einbeziehen.

Zwei Jahre später folgte die Fortsetzung „Jump Britain„, in der zwei der drei Traceurs, gemeinsam mit Mitgliedern von Urban Freeflow, London verlassen und andere britische Bauwerke wie das Edinburgh Castle oder  die Tyne Bridge in Newcastle „bezwingen“.

Hier ist die komplette Dokumentation „Jump London“.

In dem Musikvideo „Proper Education“ von Eric Prydz sind auch einige Free Runner mit ihren Aktionen zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Jan Witfeld, Ilona Gerling, Alexander Pach: Le Parkour & Freerunning – Entdecke deine Möglichkeiten! Meyer & Meyer 2010. 320 Seiten. ISBN 978-3898995412

Published in: on 9. Oktober 2011 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Blaydon Races – Hymne der Geordies und des Newcastle United Football Clubs

Hier fanden früher die Blaydon Races statt. - Author: Keith Hall. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Geordies nennt man die Menschen, die in Newcastle upon Tyne und Umgebung im Nordosten Englands leben und einen bestimmten Dialekt sprechen, den man ebenfalls als Geordie bezeichnet. Auch die Anhänger des bedeutendsten Fußballvereins der Region, Newcastle United, sind Geordies und haben sich eine Hymne gewählt, die sie gern bei den Matchs ihres Lieblingsclubs singen,  „The Blaydon Races„.

George „Geordie“ Ridley (1835 – 1864) hat dieses Lied im 19. Jahrhundert geschrieben, in dem es um die Pferderennen in Blaydon geht, eine Stadt im Verwaltungsbezirk Gateshead. Den Rennplatz von Blaydon gibt es heute nicht mehr, es wurde ein Kraftwerk darauf  gebaut, das aber inzwischen abgerissen wurde; dafür entsteht auf der Fläche das Riverside Crescent, ein großes Wohngebiet mit hunderten von Wohnungen.

Da sich „The Blaydon Races“ so schön grölen lassen, haben auch Fans von anderen Fußballvereinen sich dieses Lied zu eigen gemacht, allerdings mit etwas geändertem Text. Die Anhänger der Bolton Wanderers und der Blackburn Rovers gehören zum Beispiel dazu.

Hier sind noch einige prominente Geordies:
Paul „Gazza“ Gascoigne, der skandalträchtige ehemalige Fußballspieler , der seine Karriere bei Newcastle United begann, war ein echter Geordie.

– Die beiden beliebten Fernsehmoderatoren Ant and Dec (das sind Anthony „Ant“ McPartlin und Declan „Dec“ Donnelly) kommen aus Newcastle und sprechen vor der Kamera gern ihren Dialekt.

Cheryl Cole, Mitglied der Gruppe Girls Aloud und Jurymitglied bei The X Factor, ist stolz darauf, Geordie zu sein.

Kevin Whateley, der aus Northumberland stammt, machte in der TV-Serie „Morse“ als Detective Sergeant Lewis kein Hehl daraus, ein Geordie zu sein. Inzwischen ist er ja zum Detective Inspector befördert worden und hat seine eigene Serie „Lewis“.

Hier ist das Lied „The Blaydon Races“ zu hören.

Published in: on 21. September 2011 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Hadleigh Farm in Benfleet (Essex) – Einer der Austragungsorte der Olympischen Spiele 2012

Die Hadleigh Farm in Essex. - © Copyright william and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Die Hadleigh Farm in Benfleet (Essex), etwa 40 Km von London entfernt, ist einer der Austragungsorte der Olympischen Sommerspiele 2012, der außerhalb der Londoner Stadtgrenzen liegt. Hier wird das Mountainbiking stattfinden, eine olympische Disziplin, die erstmals 1996 in Atlanta in Georgia eingeführt wurde.

Der Mountainbiking-Kurs ist rund um das Hadleigh Castle gebaut worden, das dem English Heritage gehört, aber auf dem Farmgelände steht, das wiederum der Heilsarmee gehört. William Booth, der Gründer der Heilsarmee, hatte die Farm 1891 gekauft, um dort verarmten Londonern ein Asyl zu bieten. Heute findet sich auf der Farm ein „Rare Breed Centre„, wo gefährdete Nutztierrassen gehalten und gezeigt werden und das man auch besichtigen kann.

Die Wettbewerbe im Mountainbiking werden am 11. und 12. August nächsten Jahres auf dem sehr anspruchsvollen Parcours rund um Hadleigh Castle ausgetragen. Was mit der im März 2011 fertiggestellte Anlage nach den Olympischen Spielen geschehen wird, ist noch nicht endgültig entscheiden.

Wer den Kurs schon einmal virtuell abfahren möchte, kann das hier tun.

Salvation Army-Hadleigh Farm,
Castle Lane,
Benfleet,
Essex,
SS7 2AP
Tel. 01702 558550

Published in: on 23. Juni 2011 at 04:00  Kommentar verfassen  
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York Racecourse – Mehr als nur eine Pferderennbahn

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Vor langer Zeit wohnte ich einmal in einem Hotel direkt am York Racecourse in der schönen alten Stadt York. Weit reichte der Blick vom Hotelzimmer über die Wiesenflächen der Rennbahn.
Der York Racecourse gehört zu den führenden Rennplätzen der Welt und erhielt schon jede Menge Auszeichnungen. Allein im Jahr 2010 erhielt der Platz u.a. die Preise  „Best Racecourse in the North“ (übrigens zum 21. Mal!), „Best Overall Catering Experience on a British Racecourse“ und „Best Overall Racecourse Experience for an Owner„.

Die Saison 2011 wird sich bis zum Oktober hinziehen; in dieser Zeit werden diverse Pferderennen stattfinden, aber der York Racecourse bietet darüber hinaus ganzjährig viele andere Nutzungsmöglichkeiten: Man kann hier seine Hochzeit feiern, man kann Meetings und Konferenzen durchführen, private Feiern veranstalten und vieles mehr.

Am 31. Mai 1982 versammelten sich auf dem Gelände 200 000 Menschen, um einer Open-Air-Messe beizuwohnen, die Papst Johannes Paul II abhielt.

Das Highlight des Jahres ist das viertägige Yorkshire Ebor Festival, das bis auf das Jahr 1843 zurückgeht. In diesem Jahr findet es vom 17. bis zum 20. August statt. In dieser Zeit herrscht hier rund um den Rennplatz Hochbetrieb, denn bis zu 60 000 Besucher finden Platz auf dem Racecourse.
Hier ist ein längerer Film über Pferderennen in York zu sehen.

York Racecourse
York
YO23 1EX
Tel: 01904 620911

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Published in: on 24. Mai 2011 at 04:00  Comments (3)  
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FC Liverpool – Das Stadion an der Anfield Road, das man auch besichtigen kann

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Hier im Anfield Stadion in Liverpool an der Anfield Road sind Joe Cole und Steven Gerrard zu Hause, zwei englische Nationalspieler, die für den FC Liverpool antreten. Der Verein gehört mit zu den erfolgreichsten der englischen Premier League.

Wer einmal hinter die Kulissen des Vereins bzw. des Stadions blicken möchte, kann das auf geführten Touren auch tun. Bei den Touren werden Teile des Stadions gezeigt, die man sonst nicht zu sehen bekommt; man kann die Umkleideräume der FC-Spieler besichtigen, den Tunnel entlang gehen, durch den die Spieler ins Stadion gehen, sich einmal auf die besten und teuersten Zuschauerplätze setzen und die Fantribüne „The Kop“ in Augenschein nehmen.

Im Vereinsmuseum sind die Pokale zu sehen, die der FC Liverpool im Laufe der Jahrzehnte gewonnen hat und natürlich viele weitere Erinnerungsstücke aus der Vereinsgeschichte der Reds, wie die Spieler genannt werden.
Die Preise für die Touren liegen zwischen £14 und £35 für Erwachsene, Kinder zahlen in etwa die Hälfte.
Wer nach der Tour immer noch nicht genug vom FC Liverpool hat,hat die Möglichkeit, sich im Vereinsshop mit einem Steven Gerrard-T-Shirt oder anderen Fanartikeln eindecken und zum Abschluss in „The Boot Room„, der täglich geöffnet ist, ein Mittag- oder Abendessen zu sich nehmen.

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Published in: on 20. Mai 2011 at 04:00  Kommentar verfassen  
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The Grand National in Aintree (Lancashire) – Das berühmteste Pferdehindernisrennen der Welt

Der Eingang zum Aintree Racecourse. - © Copyright Sue Adair and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Nördlich von Liverpool liegt Aintree, wo jedes Jahr das berühmteste Pferdehindernisrennen der Welt stattfindet und das seit 1836.
Das Grand National wird über eine Länge von 7 Kilometern ausgetragen und ist mit Hindernissen gespickt, u.a. den gefährlichen „The Chair“ und „Becher’s Brook„. Einige Pferde stürzen an diesen Hindernissen und darum gehören Tierschützer nicht zu den Fans dieses Rennens.

Hier einige interessante Fakten aus der Geschichte des Grand National:

Die meisten der gestarteten Reiter, nämlich 23, kamen 1984 ins Ziel; die wenigsten, nur zwei, im Jahr 1928.

Der jüngste aller Jockeys, die das Rennen gewannen, war der 17jährige Bruce Hobbs im Jahr 1938, und er gewann auch noch auf dem kleinsten aller Pferde, die je an den Start gegangen sind. Der älteste Sieger war 1982 der 48jährige Dick Saunders.

Das erfolgreichste Pferd aller Zeiten in Aintree war Red Rum, das das Rennen 1973, 1974 und 1977 gewann. Der erfolgreichste Jockey war George Stevens, der in den 1860er und 1870er Jahren  fünfmal siegte.

1956 nahm ein Jockey am Grand National auf einem Pferd der Queen Mother teil, das den Namen „Devon Loch“ trug. Das Pferd lag weit in Führung, als es plötzlich 50 m vor dem Ziel aus unerklärlichen Gründen stürzte und so den sicher geglaubten Sieg verpasste. Dem Jockey kam das so seltsam vor, dass er von nun an Krimis schrieb, die alle im Rennmilieu spielten. Sein Name: Dick Francis, der in diesem Jahr im Alter von 89 Jahren starb.

Hier das Grand National 2010 im Film:

Published in: on 28. Oktober 2010 at 04:44  Kommentar verfassen  
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