Mein Buchtipp anlässlich des 125. Geburtstages von Agatha Christie – Hilary Macaskill: Agatha Christie At Home

Foto meines Exemplares.

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Am 15. September 1890, heute vor 125 Jahren, wurde die Schriftstellerin Agatha Christie in Torquay (Devon) geboren. Einen großen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie im elterlichen Ashfield House in der Barton Road, ein Haus, das sie liebte und erst 1938 verkaufte. In den 1960er Jahren wurde Ashfield abgerissen, um Platz für einen neuen Wohnblock zu schaffen. Nur eine Plakette erinnert noch an den Ort, der Agatha Christie so wichtig war. Die Schriftstellerin war Zeit ihres Lebens besonders stark mit der Grafschaft Devon verbunden und auf diese enge Verbindung geht Hilary Macaskill in ihrem Buch „Agatha Christie At Home“ ein. Im Mittelpunkt des sehr ansprechend aufgemachten Buches steht vor allem Greenway, Christies Landsitz bei Galmpton am Ufer des River Dart. Über meinen Besuch dort habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben.

Der reich illustrierte Band zeigt Fotos aus Greenway, das im Jahr 2000 von den Nachkommen der Krimiautorin an den National Trust übergeben wurde, der mit großem finanziellen Aufwand das schöne Gebäude restaurierte.
Ein Kapitel des Buches ist Torquay gewidmet, wo alljährlich das International Agatha Christie Festival stattfindet. Auch in diesem Jahr werden vom 11. bis zum 20. September jede Menge Veranstaltungen angeboten; natürlich besonders viele am heutigen Tag, u.a. in der Torre Abbey und im Torquay Museum.

Ein weiteres Kapitel widmet Hilary Macaskill den beiden Dörfern Galmpton und Churston, die in ummittelbarer Nähe von Greenway liegen. Agatha Christie war im Schulbeirat der Galmpton Primary School und besuchte regelmäßig den Gottesdienst in der Kirche St Mary the Virgin in Churston (ich berichtete in meinem Blog über ein Kirchenfenster dort).
Nur kurz geht Macaskill auf Winterbrook House in Wallingford (Oxfordshire) ein, wo Agatha Christie am 12. Januar 1976 starb. Das Haus ist heute in Privatbesitz; neben der Eingangstür ist eine blaue Plakette angebracht. Ihr Grab findet man ganz in der Nähe von Winterbrook House, auf dem Kirchhof von St Mary’s im Nachbarort Cholsey. Ich berichtete früher schon einmal über den Dame Agatha Christie Trail in Wallingford.

Hilary Macaskill hat zwei weitere Bücher in der gleichen Aufmachung geschrieben: „Daphne Du Maurier At Home“ (2013) und „Charles Dickens At Home“ (2011).

Hilary Macaskill: Agatha Christie At Home“. Frances Lincoln 2009. 144 Seiten. ISBN 978-0-7112-3029-3

Greenway, Agatha Christies Landsitz in Devon. Eigenes Foto.

Greenway, Agatha Christies Landsitz in Devon.
Eigenes Foto.

Winterbrook House in Wallingford.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 15. September 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„Partners in Crime“ – Eine neue Mini-Serie der BBC nach Motiven von Agatha Christie

Turville (Buckinghamshire); Drehort der Serie "Partners in Crime". Hier wohnen Tommy & Tuppence. Eigenes Foto.

Turville (Buckinghamshire), Drehort der Serie „Partners in Crime“. Hier wohnen Tommy & Tuppence.
Eigenes Foto.

Das Ermittlerduo Tommy & Tuppence stand eigentlich immer im Schatten von Miss Marple und Hercule Poirot. Die „geistige Mutter“ der vier war Agatha Christe, deren 125. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Aus diesem Anlass hat die BBC die Mini-Serie „Partners in Crime“ produziert, die zur Zeit in England ausgestrahlt wird. Im Mittelpunkt der sechsteiligen Serie stehen Tommy & Tuppence und als Vorlage dienten die beiden Romane „The Secret Adversary“ (dt. „Ein gefährlicher Gegner“) und „N or M?“ (dt. „Rotkäppchen und der böse Wolf“).

Tommy ist Thomas Beresford, gespielt von David Walliams, und Tuppence ist Prudence Beresford, dargestellt von Jessica Raine. Die Serie spielt in England in den 1950er Jahren zur Zeit des Kalten Krieges, und das Ehepaar hat es mit Mord und Spionage zu tun. Gedreht wurde u.a. in Turville (Buckinghamshire), einem wunderschönen Dorf in den Chilterns, über das ich in meiner Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“ bereits berichtete und das von Filmteams geradezu heimgesucht wird (die IMDB weist 26 hier gedrehte Filme nach). Weitere Drehorte waren Englefield House in Berkshire (ein weiterer Barnaby-Drehort über den ich in meinem Blog berichtete) und das Didcot Railway Centre in Oxfordshire. Die erste Folge von „The Secret Adversary“ lief am 26. Juli bei BBC One; die nächsten werden jeweils am Sonntagabend um 21 Uhr gesendet. Die DVD dazu kommt schon am 31. August auf den Markt. Hier ist der Trailer.

1983/84 gab es schon einmal eine TV-Serie über das Detektivpärchen Tommy & Tuppence, die von London Weekend Television produziert wurde und „Agatha Christie’s Partners in Crime“ hieß. In den titelgebenden Hauptrollen waren James Warwick und Francesca Annis zu sehen (seit 2013 auf DVD erhältlich). In Deutschland trug die Serie den Titel „Detektei Blunt“ und wurde 1986 vom Regionalsender SWR ausgestrahlt.

Zu dem diesjährigen Agatha Christie-Geburtstagsjubiläum wird es noch weitere Highlights für die Fans der Krimiautorin geben. „And Then There Were None“ ist neu verfilmt worden und wird ab dem 27. Dezember als Miniserie im Fernsehen gesendet. Das Buch hieß in deutscher Übersetzung erst „10 kleine Negerlein“, später „Und dann gabs keines mehr“. Ebenfalls neu verfilmt werden soll der Hercule Poirot-Fall „Murder on the Orient Express„; darüber wird zurzeit noch viel spekuliert.

Ganz besonders gefeiert wird die Lady of Crime anlässlich des International Agatha Christie Festivals, das im September wie immer in Torquay (Devon) stattfinden wird.

Das Buch zum Artikel:
James Cresswell: Tommy & Tuppence and All Their Characters. Privatdruck des Autors 2009. 150 Seiten. Das Buch wurde in einer Auflage von 300 Exemplaren hergestellt (ich habe die Nummer 140).

Englefield House in Berkshire, ein weiterer Drehort der Serie.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Englefield House in Berkshire, ein weiterer Drehort der Serie.
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Das Didcot Railway Centre in Oxfordshire.    © Copyright Richard Croft and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Foto meines Exemplares.

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Published in: on 30. Juli 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Agatha Christie, ihr mysteriöses Verschwinden im Dezember 1926 und die Schauplätze heute

Die Charters Road in Sunningdale (Berkshire). Hier wohnte Agatha Christie in ihrem Haus "Styles".    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Charters Road in Sunningdale (Berkshire). Hier wohnte Agatha Christie in ihrem Haus „Styles“.
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Anlässlich des Agatha Christie-Jahres (ihr Geburtstag war am 15. September 1890) werde ich mich in meinem Blog wohl noch mehrere Male mit der großen Dame des englischen Kriminalromans beschäftigen.
Heute geht es um ihr mysteriöses Verschwinden im Dezember des Jahres 1926, das damals ganz England in Atem hielt und über das viel geschrieben und spekuliert worden ist. Ich möchte einmal die drei wichtigsten Schauplätze vorstellen, so wie sie heute aussehen.

Es begann alles am Abend des 3. Dezember, einem Freitag, als die 36jährige und bereits erfolgreiche Agatha Christie ihr Haus in Sunningdale in Berkshire verließ. Sie wohnte mit Mann und Tochter in diesem ansehnlichen Anwesen, das sie nach einem ihrer Roman „Styles“ getauft hatte („The Mysterious Affair at Styles“, 1921 in Großbritannien erschienen, die deutsche Übersetzung lautet „Das fehlende Glied in der Kette“). „Styles“ lag und liegt noch heute in der Charters Road, einer ruhigen baumbestandenen Straße in Sunningdale, an der sich noch andere sehenswerte Villen befinden. Der Ort gilt als sehr wohlhabend, liegt er doch im Speckgürtel von London, nicht weit vom Windsor Great Park und Ascot entfernt. Viele Prominente aus dem Showbusiness haben sich hier niedergelassen; man ist relativ schnell über die M3 und die M25 in London.

Agatha Christie fuhr an jenem Abend, nach einer heftigen Auseinandersetzung mit ihrem Mann Archie, in ihrem Morris Cowley in Richtung Süden nach Guildford und von dort ein Stückchen weiter nach Osten, wo sie ihr Auto in Newlands Corner abstellte, einem Höhenzug der North Downs. Ganz in der Nähe befindet sich ein kleiner See, The Silent Pool. Von dort verloren sich die Spuren der Kriminalromanautorin. Als ihr Auto verlassen aufgefunden wurde, schossen die Spekulationen ins Kraut; man munkelte, ihr Mann hätte sie ermordet oder sie hätte sich im Silent Pool ertränkt, der abgepumpt wurde. Über 15000 freiwillige Helfer suchten erfolglos das Gelände ab.

Während man im Bereich Newlands Corner nach ihr suchte (auch ihre Berufskollegen Sir Arthur Conan Doyle und Dorothy L. Sayers waren dabei involviert), befand sich Agatha Christie weit weg: Sie hatte sich im Norden des Landes, in Harrogate in Yorkshire in einem Hotel unter dem Namen Mrs. Neele (so hieß die Geliebte ihres Mannes) einquartiert und verbrachte hier elf Tage, die sie offensichtlich sehr  genoss. The Swan Hydro hieß das Hotel, das noch heute existiert, allerdings unter dem Namen The Old Swan. Das Haus liegt an der Swan Road, die von der Ripon Road, der A61, abgeht; es gehört heute zu der Hotelgruppe Classic Lodges.
Bob Tappin, ein Banjospieler im Hotel, erkannte die Frau, nach der ganz England suchte und informierte die Polizei, die wiederum Mr. Christie informierte, der sich sofort auf den Weg nach Harrogate machte, um seine Frau wieder einzusammeln.

1979 drehte Warner Bros. einen Film über das Verschwinden der A.C. unter dem Titel „Agatha„, mit Vanessa Redgrave,  Dustin Hoffman und Timothy Dalton in den Hauptrollen. Gedreht wurde an den Originalschauplätzen, so auch im Old Swan in Harrogate.

Hier ist ein Film über das Verschwinden Agatha Christies, präsentiert von David „Hercule Poirot“ Suchet.

Das Newlands Corner Visitor Centre bei Guildford.    © Copyright Alan Hunt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Newlands Corner Visitor Centre bei Guildford.
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The Silent Pool, in dem man die leiche von Agatha Christie vermutete. This work is released  into the public domain.

The Silent Pool, in dem man die Leiche von Agatha Christie vermutete.
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The Old Swan in Harrogate.    © Copyright Keith Edkins and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Swan in Harrogate.
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Published in: on 12. April 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Agatha Christie und das Kirchenfenster von St Mary the Virgin in Churston Ferrers (Devon)

St Mary the Virgin in Churston Ferrers (Devon).    © Copyright Dave Kelly and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary the Virgin in Churston Ferrers (Devon).
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Am 15. September diesen Jahres feiern wir den 125. Geburstag von Agatha Christie, einer der außergewöhnlichsten Kriminalromanautorinnen der 20. Jahrhunderts. In ihrer Geburtsstadt Torquay in Devon wird vom 11. bis zum 19. September  das International Agatha Christie Festival veranstaltet, zu dem wieder Besucher aus nah und fern erwartet werden, die der Autorin ihre Ehre erweisen wollen.

Ganz in der Nähe von Torquay liegt Agatha Christies Landsitz Greenway, den ich im letzten Herbst besuchte und über den ich in meinem Blog berichtete. Immer wenn sie hier zu Besuch war, suchte sie sonntags die Kirche St Mary the Virgin in Churston Ferrers auf, die sie mit dem Auto in wenigen Minuten erreichen konnte. Mrs. Christie war eine gläubige Frau und nahm Anteil am Gemeindeleben. Sie mochte die Kirche, doch missfiel ihr das Fenster an der Ostseite, das war ihr zu einfach und zu langweilig. So sollte ein neues her, das sie aus eigener Tasche finanzieren wollte. Zu diesem Zweck schrieb sie die Geschichte „The Greenshore Folly“ (mit Hercule Poirot), deren Erlös durch die Abdrucksrechte in Zeitungen der Kirche zur Verfügung gestellt werden sollte (viele ihrer Werke erschienen zuerst als Serie in Zeitungen oder Zeitschriften und erst dann in Buchform). Doch leider klappte das nicht, denn „The Greenshore Folly“ war weder ein richtiger Roman noch eine Kurzgeschichte, und der Umfang der „novella“ eignete sich nicht für eine Veröffentlichung in einer Zeitschrift. Jetzt musste Agatha Christie sich etwas Neues einfallen lassen, was sie auch sofort tat: Eigentlich mochte sie ja „The Greenshore Folly“, und so entschied sie sich, daraus einen richtigen Roman zu gestalten, der dann unter dem Titel „Dead Man’s Folly“ (dt. „Wiedersehen mit Mrs. Oliver“) erschien. Für ihre Kirchenfensteraktion schrieb sie eine neue Kurzgeschichte, die den sehr ähnlichen Titel „Greenshaw’s Folly“ (dt. „Greenshaws Monstrum“) erhielt, in der statt Hercule Poirot Miss Marple agierte. Die Daily Mail druckte diese Geschichte im Dezember 1956 ab. In Buchform erschien sie 1960 in dem Sammelband „The Adventure of the Christmas Pudding„. Die deutsche Übersetzung findet sich in dem Sammelband „Der Unfall und andere Fälle„, der 1964 im Scherz-Verlag erschien.

St Mary the Virgin erhielt also doch das versprochene Geld für das neue Buntglasfenster, das Agatha Christie mithalf zu gestalten. Als Künstler wurde James Patterson (1916-1986) aus Bideford in Devon engagiert, der Jesus als guten Hirten in den Mittelpunkt des Fensters stellte. Patterson verwendete auf Wunsch von Agatha Christie auch grüne und malvenfarbige Elemente, Farben, die sie besonders mochte.

Die Krimiautorin wollte nicht, dass ihr Name als Spenderin des Fensters in der Kirche auftauchte, doch nach ihrem Tod ließ ihre Tochter Rosalind doch eine Plakette anbringen, auf der steht, dass A.C. Mallowan das Fenster „to the glory of God“ spendete.

Die Novelle „The Greenshore Folly“ erschien übrigens vor kurzem erstmals in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Das Geheimnis von Greenshore Garden: Ein Fall für Hercule Poirot“ in einer liebevoll gestalteten Ausgabe im Atlantik-Verlag.

Church of St Mary the Virgin
Green Lane
Churston Ferrers
Brixham
Devon TQ5 OJG

Greenways in Devon, Agatha Christie Landsitz. Eigenes Foto.

Greenway in Devon, Agatha Christie Landsitz.
Eigenes Foto.

Foto meines Exemplares.

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Published in: on 30. März 2015 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – James Cresswell: Miss Marple and All Her Characters

Foto meines Exemplares.

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Nachdem ich in meinem gestrigen Blogeintrag über Miss Marple und Nether Wallop geschrieben habe, nehme ich heute das Thema „Miss Marple“ noch einmal auf. Im letzten Herbst besuchten meine Frau und ich Agatha Christies Landsitz Greenway bei Torquay in Devon (ich berichtete darüber). In dem sehr gut sortierten Laden dort fanden wir eine große Auswahl an Sekundärliteratur über die Altmeisterin des englischen Kriminalromans, darunter auch die Werke von James Cresswell, die nur in einer sehr kleinen Auflage von jeweils 300 Exemplaren als Privatdruck erschienen sind und von denen wir jeweils ein handsigniertes und nummeriertes (wir haben die Nummer 290) Exemplar mitnahmen.

James Cresswell hat sich intensiv mit den Figuren in den Romanen Agatha Christie beschäftigt. In „Miss Marple and All Her Characters“ (2006 veröffentlicht) hat der Autor eine Liste aufgestellt, in der er sämtliche Personen aufzählt, die jemals in einem Miss Marple-Roman aufgetaucht bzw. genannt worden sind; dazu informiert Cresswell, wer die Person ist und wann sie in welchem Roman in welchem Kapitel erstmals erscheint. Da steckt also eine Wahnsinnsarbeit dahinter und wie der Autor in der Präambel seines Buches schreibt, hat er daran mehrere Jahre gearbeitet. Der Inhalt jedes Romans wird zusätzlich kurz wiedergegeben (natürlich ohne den Mörder bekannt zu geben!) und am Ende des Buches hat James Cresswell noch ein ausführliches Porträt von Miss Marple hinzugefügt.

Wer zum Beispiel wissen möchte, in welchen Romanen Inspector Slack eine Rolle spielt, der kann auf einen Blick sehen, dass das in „The Murder at the Vicarage“, „The Body in the Library“, „Tape-Measure Murder“ und „The Case of the Perfect Maid“ der Fall ist (die beiden letztgenannten sind Kurzgeschichten aus der Sammlung „Miss Marple’s Final Cases“).

Das gleiche hat James Cresswell mit Agatha Christies Detektiv Hercule Poirot gemacht. 2011 erschien sein „Hercule Poirot and All His Characters“ (wir besitzen die Nummer 13 von 300), mit 334 Seiten allerdings deutlich umfangreicher als der Miss Marple-Band, der nur 168 Seiten stark ist. Auch den weniger bekannten Christie-Figuren Tommy und Tuppence hat Cresswell einen genauso aufgebauten Band gewidmet: „Tommy & Tuppence and All Their Characters“ 150 Seiten, 2009 erschienen).

Wer mehr als ein flüchtiges Interesse an den Agatha Christie-Romanen hat, wird diese Bücher lieben.

James Cresswell:  Miss Marple and All Her Characters. Privately published 2006. 168 Seiten. Ohne ISBN.

Agatha Christies Landsitz Greenway in Devon. Eigenes Foto.

Agatha Christies Landsitz Greenway in Devon, wo wir die Bücher von James Cresswell kauften.
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Blick von Greenway auf den River Dart. Eigenes Foto.

Blick von Greenway auf den River Dart.
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Published in: on 23. Februar 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Greenway in Devon – Agatha Christies ehemaliges Haus, das jetzt dem National Trust gehört

Greenway in Devon. Eigenes Foto.

Greenway in Devon.
Eigenes Foto.

Das abgeschiedene Greenway House im Süden Devons kann man auf unterschiedliche Weise erreichen  – per Fähre, per Oldtimer-Bus, zu Fuß (das ist aber eine ganze Strecke) oder per Auto. Letzteres ist eingeschränkt, denn man muss seinen Parkplatz vorher reservieren, da es davon nicht sehr viele gibt. Ich tat das schon von zuhause aus, was völlig unproblematisch über das Internet möglich ist. Bei der Zufahrt zu Greenway kontrolliert ein freundlicher Parkplatzwächter die Reservierung anhand einer Liste. Die Zufahrt aus Richtung Brixham, hinter den Dörfern Churston und Galmpton über die Greenway Road ist sehr eng, so dass meistens zwei Autos nicht aneinander vorbeifahren können; aber es gibt Ausweichstellen und das klappt sehr gut.
Vom Parkplatz geht man noch einmal rund zehn Minuten, bis man am Haus angelangt ist. Für gehbehinderte Menschen gibt es einen kleinen Buggy-Shuttle, der vom Parkplatz aus zum Greenway House fährt.

Als wir Agatha Christies ehemaliges Haus an einem Donnerstagvormittag besuchten, war der Besucherstrom so groß, dass es in den einzelnen Räumen des Hauses schon sehr voll wurde. Die Beliebtheit der Krimiautorin hat also in keiner Weise nachgelassen.

1938 kauften Agatha Christie und ihr Mann Max Mallowan das Anwesen für nur 6000 Pfund Sterling. Die Dame des Hauses schrieb hier in der Abgeschiedenheit Devons zwei Kriminalromane, nämlich 1943 „Five Little Pigs“ (dt. „Das uvollendete Bildnis“) und 1956 „Dead Man’s Folly“ (dt. „Wiedersehen mit Mrs. Oliver“). Bei letzterem Werk diente Greenway und die Umgebung als (leicht verschleierter) Schauplatz der Handlung. Agatha Christie liebte ihre Wohnsitz sehr und nannte ihn „the loveliest place in the world„. 1959 überschrieb sie Greenway auf ihre Tochter aus erster Ehe Rosalind Hicks, die bis zu ihrem Tode im Jahr 2004 hier wohnte. Vier Jahre zuvor entschieden Rosalind, ihr Mann Anthony und ihr Sohn Matthew schweren Herzens, Greenway dem National Trust zu übergeben, der nach Rosalinds Tod das Haus für £5,4 Millionen restaurierte und es im Frühjahr 2009 für Besucher öffnete.

Im Haus selbst kann man sich die einzelnen Räume ansehen wie den Drawing Room, den Sitting Room, den Dining Room und die Küche. Überall im Haus ist die Sammelleidenschaft Agatha Christies und ihrer Familie zu spüren, die Schränke sind vollgestopft mit allem Möglichen, auf den Tischen und Kommoden stehen jede Menge Figuren herum. Die Bibliothek umfasst 5000 Bücher, darunter sämtliche Bücher, die Agatha Christie geschrieben hat.

Man kann sich stundenlang in Greenway und Umgebung aufhalten, einen Spaziergang zum Bootshaus oder zur Fähranlegestelle unternehmen. Der Blick auf den River Dart unterhalb des Hauses ist wunderschön, vor allem bei Sonnenschein. Wir hatten das Glück, Greenway bei schönstem Wetter besuchen zu können.

In diesem Film stellt Agatha Christies Enkel Matthew Pritchard Greenway vor.

Das Buch zum Artikel:
Hilary Macaskill: Agatha Christie At Home. Frances Lincoln Limited 2009. 144 Seiten. ISBN 978-0-7112-3029-3.

Impressionen aus Greenway. Eigenes Foto.

Impressionen aus Greenway.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Im Dining Room. Eigenes Foto.

Im Dining Room.
Eigenes Foto.

Ein Sammlerstück. Eigenes Foto.

Ein Sammlerstück.
Eigenes Foto.

...und noch ein Sammlerstück. Eigenes Foto.

…und noch ein Sammlerstück.
Eigenes Foto.

...und noch ein letztes. Eigenes Foto.

…und noch ein letztes.
Eigenes Foto.

Foto meines Exemplares.

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Der Dame Agatha Christie Trail in Wallingford (Oxfordshire)

The Corn Exchange in Wallingford, Heimat der Sinodun Players – Eigenes Foto.

Englands wohl bekannteste Krimiautorin, Agatha Christie, verbrachte einen Teil ihres Lebens in der Kleinstadt Wallingford in Oxfordshire, wo sie auch am 12. Januar 1976 starb. Um genau zu sein, sie lebte in Winterbrook, einem Stadtteil von Wallingford.
Das hervorragend ausgestattete Tourismusbüro der Stadt  (mit sehr freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiterinnen!!) hat ein Faltblatt herausgegeben, mit dessen Hilfe  man auf den Spuren von Dame Agatha Christie in Wallingford und Umgebung wandeln kann.

Winterbrook House, wo die Schriftstellerin viele Jahre ihres Lebens  verbrachte, ist jetzt in Privatbesitz und mit einer blauen Plakette neben der Eingangstür versehen, die an die berühmte frühere Bewohnerin erinnert. Eine hohe Hecke versperrt allerdings die Aussicht auf das Haus (Hier ein kleiner Film).

Agatha Christie war von 1951 bis 1976 auch die Präsidentin der örtlichen Theatergruppe The Sinodun Players, die in der Corn Exchange spielen, dem Theater und Kino Wallingfords (auch heute noch). In und vor der Corn Exchange im Zentrum der Stadt wurden übrigens auch mehrere Episoden der „Inspector Barnaby“-Serie gedreht, doch davon in einem eigenen Blogeintrag später mehr.

Beerdigt wurde Agatha Christie in dem kleinen Nachbardorf Cholsey, das man auch leicht zu Fuß erreichen kann. Auf dem Kirchhof von St Mary’s direkt an der Umfassungsmauer steht ihr Grabstein, dessen Inschrift schon recht verwittert ist.
Ein echter Fan der englischen Krimiautorin muss diesem Ort einfach einen Besuch abstatten!

Das Buch zum Artikel:
Richard Hack: Duchess of Death – The Biography of Agatha Christie. JR Books 2010. 320 Seiten. ISBN 978-1906779832.

St Mary’s in Cholsey. – Eigenes Foto.

Agatha Christies Grab auf dem Kirchhof von St Mary’s in Cholsey. – Eigenes Foto.

Eigenes Foto meines Trailguides.

Eigenes Foto meines Trailguides.