Wer war eigentlich… Ann Summers?

Das Hauptquartier der Firma in Whiteyleafe (Surrey).
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

In meiner losen Serie über englische Firmennamen komme ich heute auf die Ladenkette Ann Summers zu sprechen, die in vielen High Streets des Landes zu finden ist. Ann Summers ist etwa vergleichbar mit den deutschen Beate Uhse-Geschäften, hier werden also in erster Linie sexy Lingerie und Sexspielzeug verkauft.

Das Unternehmen Ann Summers entstand 1970, und das erste Geschäft öffnete in diesem Jahr in der Londoner Wardour Street. Gründer war der Unternehmer Michael Caborn-Waterfield (1930-2016), der den Spitznamen Dandy Kim hatte, eine schillernde Figur der Londoner Society, der sich zahlloser Affären mit Frauen rühmte. Eine davon war die 1941 geborene Annice Summer, die auch für ihn arbeitete. Als er für seine geplanten Sex Shops einen Namen suchte, wollte er seinen eigenen nicht verwenden, sondern benutzte den seiner Freundin, den er leicht abwandelte. Von nun an konnten die Damen des Landes ihre erotischen/sexuellen Wünsche in Ann Summers-Läden wahr werden lassen.

Die Namensgeberin überwarf sich bald mit ihrem Arbeitgeber, verließ die Firma und siedelte sich in Italien an. Im Jahr 2012 starb sie an Krebs.

Die Geschäftsführerin des Unternehmens ist seit 1987 Jacqueline Gold, die zu den wohlhabendsten Frauen des Königreichs gehört, und die Ann Summers zu einer florierenden Firma ausgebaut hat, mit einem Jahresumsatz jenseits der £100 Millionen. Eine Besonderheit von Ann Summers sind die Verkaufsparties wie man sie von der Firma Tupperware her kennt. Bei privaten Verkaufsveranstaltungen, zum Beispiel bei einem Glas Sekt, werden die Produkte einem kleinen Kreis von interessierten Damen präsentiert, die sich dann vor Ort für die passende Unterwäsche oder für das interessanteste Sexspielzeug entscheiden können.

Das Hauptquartier von Ann Summers liegt an der A22, der Godstone Road, in Whiteyleafe in Surrey. Dort gibt es auch einen Factory Shop, in dem man Produkte des Hauses zu reduzierten Preisen erstehen kann.

Das Buch zum Artikel:
Jacqueline Gold: Good Vibrations – True Story of „Ann Summers“. Pavillion Books 1995. 192 Seiten.  978-1857937428.

Der Factory Shop.
Photo © tristan forward (cc-by-sa/2.0)

Eine Filiale in Huddersfield (West Yorkshire).
Photo © Betty Longbottom (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Oktober 2019 at 07:15  Kommentar verfassen  
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