Der (einstmals singende) Hubert Fountain im Victoria Park in Ashford (Kent)

George Harper (1841-1912) liebte seine Heimatstadt Ashford in Kent. Er wohnte und arbeitete dort in der Castle Street, wo er eine Möbeltischlerei und Polsterei betrieb. Später war er als Immobilienmakler und Auktionator tätig, seine große Liebe aber gehörte den Antiquitäten, die er sammelte. Ein Jahr vor seinem Tod wollte er Ashford etwas Gutes tun und der Stadt einen Brunnen für den Victoria Park schenken. Dieser sogenannte Hubert Fountain stand zum Verkauf, denn das Herrenhaus, wo der Brunnen bisher sein Domizil hatte, Olantigh Towers im nahegelegenen Wye (Kent), war 1903 abgebrannt. George Harper kaufte den Brunnen, übernahm auch die Transportkosten, und so konnte der Hubert Fountain am 24. Juli 1912 im Victoria Park eingeweiht werden. Eine Bedingung stellte Mr Harper damals: An seinem Geburtstag, dem 23. Juli, sollte der Brunnen jedes Jahr angestellt und „gespielt“ werden, denn der Hubert Fountain verfügte über 64 installierte Pfeifen, die durch einen Mechanismus zum Singen gebracht werden konnten, sobald Wasser hindurch floss. Leider funktioniert das heute nicht mehr, da die Pfeifen alle verrottet sind. Der Brunnen wurde mehrere Male restauriert, die Musikanlage aber nicht. Drei Wochen nach der Einweihung starb George Harper auf tragische Weise: Er wurde von einem Zug überrollt.

Gebaut wurde der Hubert Fountain 1862 von der Fonderie d’art du Val d’Osne im Département Haute-Marne in Frankreich, einer renommierte Gießerei, die bis 1986 in Betrieb war. Der Brunnen wurde in den Londoner Royal Horticultural Society’s Gardens anlässlich der Second International Exhibition 1862 aufgestellt und gelangte anschließend in die Gärten des oben genannten Olantigh Towers.

Der rund zwölf Meter hohe und 45 Tonnen schwere Brunnen war früher noch mit lebensgroßen gusseisernen Hirschen verziert, die aber abgebaut worden sind. Er ist Grade II listed, steht also unter Denkmalschutz.

Dieser Film zeigt die Geburtstagsfeierlichkeiten für George Harper am Brunnen aus dem Jahr 2015.

Ein Mark IV-Panzer mitten in Ashford (Kent), der den St George’s Square bewacht.

   © Copyright Peter Trimming and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Trimming and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nachdem wir den Kanaltunnel durchquert hatten, suchten wir einen Geldautomaten, um uns mit Bargeld zu versorgen. Dazu fuhren wir in das Zentrum von Ashford, einer lebhaften Stadt mit rund 75 000 Einwohnern, die in Kent einen der wichtigsten Wirtschaftsstandorte und Verkehrsknotenpunkte bildet.

Seit fast 100 Jahren bewacht hier mitten in der Stadt ein Panzer den St George’s Square. Unter einem Schutzdach steht der Mark IV-Panzer mit der Registrierungsnummer 245 aus dem Ersten Weltkrieg, einer von rund 1200 Exemplaren, die damals gebaut wurden und der letzte aus der Serie, der öffentlich zur Schau gestellt wird. Am 1. August 1919 wurde der Panzer von Captain Walter Ferrar der Stadt Ashford übergeben, als Dank für die finanzielle Unterstützung der Bevölkerung während der Kriegszeiten. Es handelt sich hier um einen sogenannten „weiblichen“ Panzer, der nur mit Maschinengewehren bestückt war. Die „männlichen“ Gegenstücke waren mit Kanonen, also mit schwererer Bewaffnung versehen. 26 Tonnen wogen die Mark IV-Panzer, in denen acht Soldaten Platz fanden und die sich nur sehr langsam fortbewegen konnten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden mehr als 200 ausgemusterte Panzer in britischen Städten aufgestellt, aber keiner außer dem in Ashford hat überlebt. Viele wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen, andere wiederum waren dermaßen durchgerostet, dass sie entfernt werden mussten.

Die Bewohner von Ashford lieben ihren Mark IV, der vor Wind und Wetter von einem Dach geschützt wird und der immer noch wie neu aussieht, nachdem man ihn im Jahr 2005 generalüberholt und neu angestrichen hat. Seit November 2006 gilt der Panzer am St George’s Square offiziell als Kriegsdenkmal. Hier ist ein kurzer Film über ihn.

In Ashford gibt es übrigens noch einen weiteren Panzer und zwar steht der auf dem Kreisverkehr, an dem der Templer Way auf die Chart Road trifft. Dabei handelt es sich um einen AFV 432 aus dem Jahr 1967, der zuerst in Deutschland stationiert war und dann im ersten Golfkrieg und in Bosnien-Herzegowina eingesetzt wurde.

   © Copyright Peter Trimming and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Trimming and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Panzer auf dem "Tank Roundabout" in Ashford. Photo: Angus Willson. Creative Commons 2.0

Der Panzer auf dem „Tank Roundabout“ in Ashford.
Photo: Angus Willson.
Creative Commons 2.0

Published in: on 31. Januar 2015 at 02:00  Comments (2)  
Tags: