Der Londoner Berkeley Square – Platanen, Geister und ein Nachtclub

 

Der Berkeley Square im Londoner West End ist eine der exklusivsten Wohngegenden der Stadt und hier eine Wohnung zu bekommen, ist sehr schwierig.
Der Architekt William Kent hat den Platz Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt und die hohen Platanen wurden auch in dieser Zeit gepflanzt.

Das Haus mit der Nummer 44 wurde einmal als einer der schönsten von ganz London bezeichnet und beherbergt heute den „Annabel’s Club„, einen der exklusivsten Nachtclubs Londons, der gern auch von den Prinzen William und Harry besucht wurde

Das Haus Nummer 50 ist Londons „most haunted house“, in dem sich das uralte Antiquariat Maggs  Brothers befindet. 1947 drehte man sogar einen Film über die Geschehnisse in diesem Haus: „The Ghosts of Berkeley Square„. Winston Churchill verbrachte hier einen Teil seiner Kindheit.

Wer P.G. Wodehouses heitere Romane gelesen hat, wird sich erinnern, dass Bertie Wooster und sein treuer Super-Butler Jeeves am Berkeley Square wohnten.

BBC 1 dreht 1998 eine Mini-Serie mit 10 Episoden unter dem Titel „Berkeley Square„.

Schließlich gibt es noch das berühmte Lied „A Nightingale Sang in Berkeley Square„, das 1939 erstmals öffentlich aufgeführt und von unzähligen Sängern interpretiert wurde; hier als Beispiel mit Nat King Cole.

Weihnachten 2019 vor dem Annabel’s Club am Berkeley Square.
Photo © Robert Lamb (cc-by-sa/2.0)

No. 50 Berkeley Square: Maggs Brothers.
Author: Spudgun 1967.
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Published in: on 24. Dezember 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Songs about London – A Nightingale Sang in Berkeley Square

Der Berkeley Square: Schauplatz des romantischen Liebeslieds.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Die Geschichte zu „A Nightingale Sang in Berkeley Square“ beginnt im Jahr 1939 in dem Badeort Le Lavandou an der Côte d’Azur. Ich erinnere mich an warme Sommerabende, Al Fresco Dining, Roséwein und Boulespieler. Dort trafen Albert Eric Maschwitz (1901-1969), ein vielseitiger Engländer, der im Radio, später im Fernsehen und in den Printmedien sein Geld verdiente, und Manning Sherwin (1902-1974), ein US-amerikanischer Komponist, aufeinander. Beide schrieben gemeinsam einen Song, der international noch viele Jahrzehnte lang zum Standardrepertoire renommierter Sängerinnen und Sänger gehörte, eben das Lied von der Nachtigall, die auf dem Londoner Berkeley Square singt. Die Uraufführung fand in einer Bar in Le Lavandou statt, wobei Maschwitz sang und von Sherwin am Klavier begleitet wurde.

Einer der ersten, der den Song aufnahm, war der legendäre Glenn Miller mit seinem Orchester, Gesang Ray Eberle. Die Schallplatte erreichte 1940 Platz 2 der US Charts. Es folgten Aufnahmen mit Frank Sinatra, Perry Como, Nat King Cole, Bing Crosby usw usw. Doch nicht nur Amerikaner waren mit dem Song erfolgreich, auch in England gab es zahlreiche Aufnahmen, u.a. mit Vera Lynn und Twiggy.

„A Nightingale Sang in Berkeley Square“ ist ein romantisches Liebeslied, das an dem Londoner Platz im Stadtteil Mayfair angesiedelt ist. Die besungene Nachtigall wird sicher auf einer der Platanen auf der Mitte des Platzes gesessen und dem Liebespaar ein Ständchen gebracht haben. In der ersten Strophe heißt es „There were angels dining at the Ritz“; nun das Ritz Hotel liegt nicht am Berkeley Square, sondern ein paar hundert Meter weiter die Berkeley Street hinunter.
Der Song hat leider einen Haken: Es ist höchst unwahrscheinlich, dass sich jemals eine Nachtigall ins Zentrum von London verirrt haben könnte, denn das Habitat dieser Vögel sind nicht Großstadtplatanen, sondern dichte Wälder und Buschwerk. Aber für die beiden Liebenden passte nun einmal eine Nachtigall am besten als Begleitmusik für ihre romantische Begegnung.

Hier dinierten die Engel in Maschwitz und Sherwins Song.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Le Lavandou in Süd-Frankreich.
Author: Ladislaus Hoffner.
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Published in: on 31. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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