Großbritanniens älteste Strandhütte in Bournemouth

Strandhütten sind eine ganz praktische Sache; man kann in ihnen alles unterbringen, was man am Strand so braucht wie Sonnenschirme und Liegen, man kann sich darin einen Tee zubereiten usw. usw. So wundert es nicht, dass diese „beach huts“ außerordentlich begehrt sind und lange Wartelisten existieren für Leute, die sich ebenfalls eine zulegen möchten. Es soll an die 20 000 Hütten in ganz Großbritannien geben, von denen allein 10% am Strand von Bournemouth (Dorset) aufgereiht sind. Hier stehen traditionelle, ältere Modelle, aber auch „super huts“, die von Wayne und Geraldine Hemingway, den berühmten Designern aus Chichester (West Sussex) , entworfen worden sind.

Eine „beach hut“, die mit der Nummer 2359, ist eine ganz besondere, sie ist die älteste im ganzen Königreich und wurde im Jahr 1909 von Frederick Percy Dolamore entworfen und gebaut. Dolamore war der Chief Assistant Borough Engineer and Surveyor und lebte von 1869 bis 1951, zu lesen auf einer blauen Plakette, die 2011 an der Strandhütte angebracht wurde. Es sind zwar einige Veränderungen an der Hütte vorgenommen worden, aber das Fundament ist noch dasselbe wie zur Zeit der Entstehung. Im Vergleich zu ihren direkten Nachbarn sieht man Nummer 2359 ihr Alter nicht an. Sie gehörte der Stadtverwaltung von Bournemouth (auch das war damals ein Novum) und wurde vermietet.

In der Nähe des West Cliff Lifts gab es eine Zeit lang auch eine Strandhüttenkapelle in der Hochzeitszeremonien durchgeführt wurden; sie existiert aber nicht mehr in dieser Form.

Eine Notiz am Rande: Vor drei Jahren wurde Großbritanniens teuerste Strandhütte für £295 000 verkauft. Sie steht an der Küste von Christchurch in Dorset, am Mudeford Spit. Sie hat weder einen Stromanschluss, noch eine Toilette oder fließendes Wasser.

Wer sich für das Thema interessiert, findet weitere Informationen in meinem Blog, zum Beispiel über die Strandhütten von Southwold oder über die Expertin für Strandhütten, Kathryn Ferry.

Published in: on 28. Mai 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Cumberland Clark – Ein englischer Dichter und die Küstenstadt Bournemouth

Das Highcliff Hotel in Bournemouth, in dem Cumberland Clark eine Zeit lang wohnte.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Vor kurzem stellte ich in einem meiner Blogartikel den Dichter John Clare vor, der in Deutschland nur wenig bekannt ist. Noch unkannter dürfte der Dichter Cumberland Clark sein, den außerhalb der Region Bournemouth an der englischen Südküste auch in seinem Heimatland kaum noch jemand kennen dürfte. Ich bin auf Cumberland Clark gestoßen, als ihn einmal jemand als „England’s most awful poet“ bezeichnete, habe mir aber leider nicht notiert, wer diese Äußerung gemacht hat.

Mr Clark wurde 1862 in London geboren, er starb in der Nacht vom 10. auf den 11. April 1941 während eines Luftangriffs der deutschen Luftwaffe auf Bournemouth (Dorset). Er führte jahrzehntelang ein abenteuerliches Leben in Australien, Neuseeland, Südafrika und Nordamerika, u.a. als Schafzüchter, Goldwäscher und Pfarrer. Ab 1933, als seine Frau gestorben war, ließ er sich für den Rest seines Lebens in Bournemouth nieder.

Literarisch betätigte sich Cumberland Clark auf zwei Feldern. Er beschäftigte sich intensiv mit William Shakespeare und Charles Dickens und schrieb mehrere Bücher über sie, und er veröffentlichte Gedichte, in deren Mittelpunkt hauptsächlich die Stadt Bournemouth und die nähere Umgebung standen. Gesammelt wurden diese im „The Bournemouth Songbook„.

Einige Beispiele zur Veranschaulichung: In „The Bournemouth Hotels“ stellt  Clark einige Hotels seines Wohnortes vor:
„You visit the Savoy; you’ll soon be filled with joy“, „The Canford Cliffs Hotel will do you very well“, „The Highcliffe can’t be matched – the finest ever hatched“. Eine kleine Anmerkung: Das Savoy Hotel existiert noch in der West Hill Road, das Canford Cliffs Hotel nicht mehr, das Highcliffe Hotel gibt es noch unter dem heutigen Namen Bournemouth Highcliff Marriott Hotel in der St Michael’s Road.

Den jungen Damen von Dorsets Hauptstadt widmet Cumberland Clark Aufmerksamkeit in seinem Gedicht „The Bournemouth Girls„, darin lobt er ihre körperlichen Vorzüge („Look close from all directions – their figures bear inspections“) und ist der festen Überzeugung, dass jedermann  die Mädchen einfach lieben muss („And even old men, gay old dogs, admit that they adore them“).

Auch den „Bournemouth Schoolgirls“ widmet der ältere Herr einige Zeilen („Bournemouth is full of them. Getting to know them is not a mere frivolous treat“) sowie der Bournemouth Regatta, den Boarding Houses, dem Sonnenuntergang, der Luft, der Landwirtschaftsschau, den Schlangen Arbeitsloser vor dem Arbeitsamt, den Schwalben usw. usw. Cumberland Clark war ein echter Fan der Küstenstadt.

Wer dem Dichter einen Besuch abstatten möchte, der sollte sich auf den East Cemetery von Bournemouth begeben, wo seine Grabstelle leicht zu finden ist: Ein großer steinerner Engel ragt über all die  anderen Gräber hinaus und weist den Weg.

Fern Bank in der St Stephens Road in Bournemouth: Hier starb der Dichter während eines Angriffs der deutschen Luftwaffe im April 1941.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Mai 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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