Die West Pier in Brighton und die Filme, die hier gedreht wurden

Eigenes Foto.

Vor dem British Airways i360-Turm am Strand von Brighton (ich berichtete in meinem Blog darüber) stehen noch immer einige wenige der  verbrannten Reste der West Pier im Meer, auf der früher einmal das große Pavilion Theatre stand, das 1000 Besuchern Platz bot. 1866 wurde die Pier eröffnet und 1975 geschlossen. Danach verfiel sie allmählich und wurde 2003 ein Opfer zweier Brände. Stürme taten ein übriges und zerstörten auch noch die Ruinen. Es gab immer wieder Pläne, an der Stelle eine neue Pier zu bauen, die aber immer wieder zu den Akten gelegt wurden.

Die Pier war mehrere Male Schauplatz von Filmen, die hier gedreht wurden. Hier sind einige Beispiele:

Aus der „Carry On“-Reihe fanden in den 1970er Jahren die Dreharbeiten zu „Carry On, Girls“ (dt. “ Ist ja irre – Mißwahl auf Englisch“) und „Carry On at Your Convenience“ (dt. „Ist ja irre – Ein Streik kommt selten allein“) u.a. auf der Pier statt. Die Klamaukfilme waren damals die größten kommerziellen Erfolge in Großbritannien.

Richard Attenborough hatte mit „Oh What a Lovely War“ (1969) sein Debut als Regisseur. In dem Musikfilm traten Schauspieler auf, die damals schon einen großen Namen hatten bzw. sich später einen großen Ruf erwerben sollten wie Dirk Bogarde, Laurence Olivier, Vanessa Redgrave und Maggie Smith.

In dem Film „Villain“ (1971) mit Richard Burton in der Hauptrolle, der den deutschen Titel „Die alles zur Sau machen“ trug, ist die West Pier zu sehen, ebenso wie in den Eröffnungsszenen von „Loot“ (dt. „Die größten Gauner weit und breit“) aus dem Jahr 1970.

Joan Collins und Alan Price waren 1975 in dem Film „Alfie Darling“ zu sehen, der den vielversprechenden deutschen Titel „Alfie, der liebestolle Schürzenjäger“ hatte.

Der in Brighton geborene Regisseur Pete Walker drehte 1968 an der West Pier seinen Film „The Big Switch“ (dt. „Die Sexparty“) und Ross Boyask 1995 den Thriller „Night Warrior: Deadly Jade„.

In dem Musikvideo „Just Like Fred Astaire“ aus dem Jahr 1999 der aus Manchester stammenden Rockband James ist die kleine hässliche Schwester der Palace Pier in Brighton ebenfalls zu sehen.

 

Published in: on 2. August 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die zerstörte West Pier in Brighton – Man hat Großes mit ihr vor

Was von der West Pier übrigblieb. - Eigenes Foto

Die West Pier in Brighton ist so etwas wie das Aschenputtel am Strand von Brighton. Ihre große Schwester, Brighton Pier oder Palace Pier genannt, ist die schöne, strahlende Seebrücke, während die West Pier immer wieder von Stürmen und von Feuersbrünsten heimgesucht und zerstört wurde, so dass seit Jahren nur noch ein (nicht zugängliches) Skelett übrig geblieben ist.

1866 wurde die West Pier eröffnet, war ca 350 m lang und verfügte am Kopf der Brücke über eine Konzerthalle. Jahrzehntelang konnten sich auf ihr die Besucher amüsieren und auf das offene Meer hinausblicken, bis das Schicksal dann zuschlug und dem Treiben ein Ende bereitete.

Viele der „Brightonians“ wollten die Pier komplett abreißen lassen, weil der Trümmerhaufen vor ihrem Strand alles andere als attraktiv aussah, viele sprachen sich aber auch für einen Erhalt aus. 1978 wurde der West Pier Trust gegründet, mit dem Ziel die Pier wieder aufzubauen, was ihm fast gelang, aber es gab leider immer wieder Rückschläge, und als auch noch der Heritage Lottery Fund die zugesagten £14.2 Millionen zurückzog, sah es düster aus.

Aber jetzt scheint die Zukunft der West Pier gesichert, allerdings kommt es zu keinem Neuaufbau, stattdessen soll dort der i360 gebaut werden, ein 150 m hoher Aussichtsturm mit einem grandiosen Blick aufs Meer. Die Idee dazu stammt von dem Londoner Architektenbüro Marks Barfield, das auch das London Eye kreiert hat. Man rechnet mit ca 750 000 Besuchern jährlich, wodurch der Touristenstrom nach Brighton deutlich anschwellen wird. Außerdem könnte der i360 das neue Wahrzeichen der Stadt werden (zum Leidwesen der Palace Pier?). Der Rat der Stadt Brighton hat dem Projekt bereits zugestimmt und wenn nichts dazwischen kommt, soll der i360 rechtzeitig zum Beginn der Olympischen Spiele fertiggestellt sein. Hoffen wir, dass es dem i360 besser ergehen wird als der armen West Pier!

Das Buch zum Artikel:
Asa Briggs & Fred Gray: Walking on Water – The West Pier Story. Brighton West Pier Trust 1998. 96 Seiten. ISBN 978-0950408255 (antiquarisch problemlos erhältlich).

Mit den Bauarbeiten wurde am 16. Januar 2012 noch nicht begonnen. - Eigenes Foto

So soll der i360 einmal aussehen. - Eigenes Foto