Sea Tractors – Merkwürdige, hochbeinige Gefährte an der Küste von Devon

Der Sea Tractor von Burgh Island.
Eigenes Foto.

In meinem Blogeintrag über das Burgh Island Hotel vor der Südküste von Devon erwähnte ich bereits einmal einen der wenigen, noch im Einsatz befindenden Sea Tractors, merkwürdige, hochbeinige Gefährte, mit denen man durch Wasser fahren kann. Der Sea Tractor von Burgh Island wird immer dann eingesetzt, wenn die Insel von der Flut vom Festland abgeschnitten ist und Gäste an- bzw. abreisen möchten. Auf einer erhöhten Plattform sitzen die Passagiere und der Fahrzeuglenker, ein Dach schützt sie vor Regen, seitlich aber ist der Traktor offen, so dass bei stärkerem Wellengang alle ganz schön nass werden können wie dieser Film zeigt. Bei Sturm und einer gewissen Höhe des Wassers muss aber auch der Fahrbetrieb des Sea Tractors eingestellt werden, dann ist man im Burgh Island Hotel von der Außenwelt abgeschnitten und muss auf die Ebbe warten. Übrigens wurde das Art Déco-Hotel („the best hotel West of The Ritz“) im vorigen Jahr verkauft. Der neue Besitzer will viel Geld in die Erweiterung  des Hauses und in die Renovierung des benachbarten Pilchard Inns stecken. Der Sea Tractor wird hoffentlich beibehalten werden.

Gar nicht weit von Burgh Island entfernt, am South Sands Beach, ebenfalls in Devon, ist ein weiterer Einsatzort eines Sea Tractors. Er dient dort als verlängerter Arm des kleinen Fährschiffs, das Passagiere vom gegenüberliegenden Salcombe zu den Stränden bringt. Da das Boot nicht direkt am Beach anlegen kann, kommt ihm der Sea Tractor entgegen und übernimmt bzw. übergibt die Fahrgäste. 2014 wurde der alte Traktor ausgemustert, der 30 Jahre lang im Einsatz war und durch einen neuen ersetzt, der aber genauso wie sein Vorgänger aussieht. In diesem Film ist die Prozedur des Anlegemanövers South Sands Ferry/Sea Tractor zu sehen.

An Bord des Traktors.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Der Sea Tractor von South Sands.
Photo © Derek Voller (cc-by-sa/2.0)

Übergabe der Passagiere von der Fähre zum Traktor am South Sands Beach.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 9. Februar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Hue and Cry auf Burgh Island in Devon

Die Reste der Kapelle bzw. die Huer’s Hut auf Burgh Island.
Photo © Rob Purvis (cc-by-sa/2.0)

Über das nostalgische Burgh Island Hotel vor der Südküste Devons bei Bigbury habe ich in meinem Blog schon berichtet. Burgh Island ist bei Ebbe zu Fuß zu erreichen, bei Flut holt bzw. bringt der Sea Tractor des Hotels seine Gäste hin und zurück. Dann gibt es noch den Pilchard Inn auf der kleinen Insel und das war es denn auch…bis auf die Mauerreste einer kleinen Kapelle auf der höchsten Stelle von Burgh Island.
Diese Ruinen dienten eine Zeit lang als „Huer’s Hut„, als Beobachtungsposten für jemanden mit scharfen Augen, der im Auftrag der lokalen Fischer eingerichtet worden war, um von dort oben nach Sardinenschwärmen (pilchards) Ausschau zu halten, die hin und wieder vor der Südküste Devons vorbeizogen. Sobald der Ausguck einen Schwarm im Meer gesichtet hatte, veranstaltete er einen Riesenlärm, woraufhin die Fischer zu ihren Booten liefen, in See stachen und ihre Netze mit den zappelnden Tieren füllten. Heute gibt es diese Fischschwärme nicht mehr.

Der von dem Ausguck verursachte Lärm ging in die englische Sprache ein und heißt „hue and cry„, wobei das „hue“ aus dem Altfranzösischen übernommen wurde (huer=rufen). Im Deutschen spricht man „Zeter und Mordio schreien“, ein nur noch selten verwendeter Ausdruck. Ich kann mir vorstellen, dass der Ausguck oben in der sturmumtosten Huer’s Hut, nachdem er Feierabend hatte, erst einmal im Pilchard Inn einkehrte, um sich dort aufzuwärmen und das eine oder andere Pint zu trinken.

Hue and Cry“ war auch der Titel eines Films, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gedreht wurde, mit Burgh Island und seinen Fischern aber nichts zu tun hat. Hier ist ein Ausschnitt.

Ein Gesangsduo aus Schottland, die Brüder Pat und Greg Kane, nennen sich auch Hue and Cry. Sie wurden 1987 mit „Labour of Love“ bekannt.

Die Ruine noch einmal aus einer anderen Perspektive.
Photo © Debbie J (cc-by-sa/2.0)

Burgh Island bei Ebbe.
Photo © Kate Jewell (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. Oktober 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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