Eine Besichtigungstour durch die Greene King Brauerei in Bury St Edmunds (Suffolk)

Das Brauereigebäude in der Westgate Street.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

Nachdem wir uns an einem eiskalten Märzvormittag in Bury St Edmunds (Suffolk) die Abbey Gardens und die Kathedrale angesehen und in der Pilgrim’s Kitchen auf dem Kathedralengelände geluncht hatten, gingen wir in das Brauereigebäude der Greene King Brewery, wo wir uns für eine Besichtigungstour angemeldet hatten (und tatsächlich einen Parkplatz direkt vor der Brauerei fanden). Startpunkt der Tour war das Beer Café, wo man alle Biere von Greene King kaufen und auch einige an der Theke probieren konnte. Wir wurden vom Personal sehr freundlich empfangen, was auch auf den Tourguide zutraf, ein ehemaliger Angestellter der Brauerei, der die Führung sehr humorvoll aufzog. Die fast nur aus Frauen bestehende Gruppe (bis auf zwei Ausnahmen) folgte interessiert den Ausführungen des Guides, der einiges über die Entstehungsgeschichte der Brauerei erzählte und uns dann auf einen Rundgang durch die Westgate Brewery mitnahm. Was sofort auffiel, war, dass kaum ein Mensch zu sehen war, das heißt, vieles von den Brauvorgängen läuft automatisch ab, so dass meistens pro Schicht nur drei Brauer erforderlich sind.

Greene King wird vorgeworfen, eine aggressive Übernahmepolitik kleinerer Brauereien zu betreiben; unser Führer meinte jedoch, dass die übernommenen Betriebe wie zum Beispiele Morland, Ridley’s und Belhaven selbst darum gebeten hätten, unter das Dach der Brauerei in Bury St Edmunds zu kommen.

Greene King unterhält im ganzen Land rund 2900 Pubs, Restaurants und Hotels, gehört also zu den Schwergewichten der Branche.

Auf der Tour wurde uns auch der MG gezeigt, nach dem eine der Biersorten, Old Speckled Hen benannt ist. Ich schrieb darüber vor einigen Jahren in meinem Blog.

Die Besichtigungstour, die £16 kostet, endete in einem Raum, in dem jeder nach Herzenslust alle Greene King-Biersorten ausprobieren konnte. Da mein Auto vor der Tür stand, kam das für mich leider nicht in Frage.

Greene King Brewery
Westgate Street
Bury St Edmunds
Suffolk
IP33 1QT

Drei Biersorten der Greene King Brewery.
Eigenes Foto.

Published in: on 11. April 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Kathedrale St Edmundsbury in Bury St Edmunds (Suffolk) und ihre Nachbildung aus LEGOsteinen

Meine 5 LEGOsteinchen werden eingesetzt.
Eigenes Foto.

Im Jahr 2016 war sie fertig, die komplett aus LEGOsteinen nachgebaute Kathedrale von Durham. Das fanden drei weitere Kathedralen in England eine tolle Idee und machten sich ebenfalls an die gewaltige Aufgabe, ihre Kirchen aus den Steinen nachzubauen: Exeter, Chester und Bury St Edmunds in Suffolk. Letzere, St Edmundsbury, besuchte ich vor einigen Tagen und fand für meinen Besuch gerade noch eine kleine Zeitlücke, denn an diesem Tag waren drei Beerdigungen und dann konnte man nicht mehr hinein. „Vergessen sie nicht die LEGO-Kathedrale aufzusuchen“, sagte mir eine freundliche Dame im Empfang. Das tat ich dann auch, nachdem ich darüber staunte, dass überall in dem Gotteshaus Flatscreen-Bildschirme aufgestellt waren, was ich bisher noch nicht gesehen hatte (aber gar nicht so selten in England sein soll).

In einer Ecke der Kathedrale fand ich dann die im Aufbau befindliche LEGO-Kirche und erfuhr, dass der Starttermin der 28. Mai 2016 war und dass bereits über 50 000 Steine verbaut worden sind. Schätzungsweise 200 000 LEGOsteinchen sind erforderlich, um St Edmundsbury im Mini-Format auferstehen zu lassen. Jeder Besucher der Kathedrale kann sich an dem Aufbau beteiligen und für £1 einen Stein kaufen. Ich beteiligte mich auch und kaufte fünf Steine, die sofort in den Bau eingesetzt wurden. Rund 150 000 Steinchen bzw £150 000 fehlen also noch bis zur Fertigstellung von St Edmundsbury II. Das dürfte noch einige Jahre dauern; allein für den Boden benötigte man ein ganzes Jahr. 45 Freiwillige lösen sich ab, um das Bauwerk im Auge zu behalten und Spender zu werben. Von Montag bis Samstag in der Zeit von 10.30 Uhr bis 16.30 Uhr und sonntags von 12.30 Uhr bis 14.30 Uhr ist man sehr willkommen, den Bau der Kathedrale mittels einer Geldspende  voranzutreiben.

Siehe auch meinen Blogeintrag über den Appleby Rose Garden in den Abbey Gardens von Bury St Edmunds.

Das Innere von St Edmundsbury.
Eigenes Foto.

Überall im Kirchenraum waren Flatscreens aufgestellt.
Eigenes Foto.

Published in: on 26. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Appleby Rose Garden in Bury St Edmunds (Suffolk)

   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Während des Zweiten Weltkriegs waren unzählige US-amerikanische Soldaten in East Anglia stationiert; von den Flugplätzen aus wurden die Angriffe auf Ziele in Deutschland geflogen. Einer dieser Flugplätze war RAF Lavenham, etwa zehn Kilometer nördlich von Sudbury in der Grafschaft Suffolk.

John Tate Appleby (1907-1974) aus Arkansas verbrachte die letzten Kriegsmonate auf dieser Luftwaffenbasis der 8th United States Army Air Force. Vor dem Krieg arbeitete Appleby als Journalist für mehrere Zeitungen und im Sommer 1945, als der Krieg zu Ende war, erkundete er per Fahrrad die Region im Osten Englands. Er verliebte sich regelrecht in Suffolk und aus seinen Aufzeichnungen über die Fahrradtouren wurde schließlich ein Buch, das er 1948 unter dem Titel „Suffolk Summer“ veröffentlichte. Dieses Buch wurde zu einem Verkaufserfolg und es erlebte immer wieder Reprints und war viele Jahre lieferbar. Der Amerikaner schreibt darin u.a. über die Kirchen, die er aufsuchte und über sein Hobby, das Brass-Rubbing.  „Suffolk Summer“ ist ein Dokument des Landlebens in East Anglia Mitte des 20. Jahrhunderts.

John Tate Appleby ging wieder nach Arkansas zurück, wo er sich intensiv mit der englischen Geschichte beschäftigte und mehrere Biografien englischer Könige verfasste. Er sollte nie wieder in sein geliebtes Suffolk zurückkehren, aber er machte der Stadt Bury St Edmunds ein Geschenk in Form eines Rosengartens, wofür er die Einnahmen aus seinem Buch „Suffolk Summer“ verwendete. Auf sechzehn Rosenbeeten sind über 400 Rosenbüsche versammelt, die einen Teil des Abbey Gardens bilden, die wiederum zu den Ruinen der Bury St Edmunds Abbey gehören. Der großzügige Stifter des Rosengartens ist im Namen „Appleby Rose Garden“ verewigt worden.

An die in Suffolk stationierten und im Einsatz gefallenen US-Soldaten erinnert ein Gedenkstein im Rosengarten. Eine recht ungewöhnliche Sitzbank ist hier auch zu finden, die aus Teilen einer Tragfläche eines B17 Flying Fortress Bombers gefertigt wurde.

Die Abbey Gardens sind täglich geöffnet und liegen mitten im Zentrum von Bury St Edmunds am Angel Hill. Dieser Film zeigt einen Rundgang.

Das War Memorial im Appleby Rose Garden.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das  an die gefallenen US-Soldaten erinnernde War Memorial im Appleby Rose Garden.
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