Spinster’s Rock – Eine Megalithanlage im Dartmoor und ihre Legenden

Westlich des Dörfchens Drewsteignton im Dartmoor steht eine Megalithanlage, dort in Devon auch als Quoit bezeichnet, die den Namen Spinster’s Rock trägt. Drei einzelne Felsen tragen eine große Felsplatte, Teil einer ehemaligen Grabkammer. Auf einem Schild erhalten wir Auskunft:
Spinsters’s Rock – A neolithic burial chamber erected around 3500-2500 BC. The chamber probably contained many burials and would originally have been covered by a long earthen mound. The stones fell down in 1862 and were re-erected in the same year. Traditionally the monument was erected by three spinsters one morning before breakfast„.

Da haben wir schon eine Legende. Drei „spinsters“, in diesem Falle handelt es sich bei den Damen um keine alte Jungfern, sondern um Frauen, die Wolle gesponnen haben, warteten auf einen Händler, der ihnen die Wolle abnehmen sollte. Um sich die Zeit zu vertreiben, stapelten die Frauen, die wohl sehr kräftig gewesen sein müssen, ein paar herumliegende Felsen aufeinander. Der Händler wird gestaunt haben, als er bei seiner Ankunft das neu entstandene Bauwerk bewundern konnte, das die Spinnerinnen sogar noch vor dem Frühstück errichtet hatten.

Laut einer anderen Legende soll ein alter Mann mit seinen drei Söhnen dort im Dartmoor aufgetaucht sein und, aus welchem Grund auch immer, das Felsengebilde aufgestellt haben; danach verschwanden sie und wurden nie wieder gesehen. Es heißt, dass es sich bei den Männern um die biblische Figur Noah samt seinen Söhnen gehandelt haben soll, die an dieser Stelle versteinert worden sind (Noah liegt oben drauf auf seinen Söhnen).

Wie es auf dem Schild schon zu lesen war, kollabierten die Felsen im Jahr 1862 und zwar im Januar, nachdem es im Jahr zuvor besonders viele Niederschläge im Dartmoor gegeben hatte. Man machte sich bald darauf an die Arbeit, um Spinster’s Rock wieder aufzustellen, was nicht ganz einfach war, denn der Deckstein wog rund 16 Tonnen. Im November standen die Felsen wieder fast genau wie vorher auf der Wiese, nur ein paar Kleinigkeiten, wie die Positionierung der Steine, waren anders, was aber kaum auffiel.

Published in: on 3. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Spukorte – Die B3212 im Dartmoor bei Postbridge in Devon

Die B3212 zwischen Postbridge und Two Bridges.   © Copyright Alan Hunt and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die B3212 zwischen Postbridge und Two Bridges.
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Auf einem Teilstück der B3212 im Dartmoor (Devon) kam es immer wieder zu zahlreichen Unfällen, deren Ursache manchmal unklar war. Vor allem zwischen Postbridge und Two Bridges verunglückten Autos, manchmal mit tödlichem Ausgang. Bei schönem Wetter sieht das Dartmoor eigentlich ganz freundlich aus, doch wenn das Hochmoor im Nebel liegt, herrscht eine ganz andere Atmosphäre und wer nachts unterwegs ist, sieht das alles mit ganz anderen Augen. Ich bin selbst einmal an einem nebelverhangenen Tag durch das Moor gefahren und traf dabei auf zwei große Hunde, wobei sofort Erinnerungen an The Hound of the Baskervilles wach wurden.

Mehrere der Fahrer, die auf der B3212 verunglückten, erzählten eine unglaubliche Geschichte wie es zu dem Unfall kam. Während der Fahrt hätten sich plötzlich unheimliche behaarte, körperlose Hände auf das Lenkrad gelegt und das Fahrzeug von der Straße manövriert. Die Hände sollen soviel Kraft gehabt haben, dass ein Gegenlenken nicht möglich war. Merkwürdigerweise ähnelten sich alle diese Geschichten sehr stark und nach Presseberichten waren bald im ganzen Land die „Hairy Hands“ vom Dartmoor bekannt und berüchtigt. Nicht nur Autofahrer hatten diese unheimliche Begegnung, auch Motorradfahrer waren betroffen wie einmal im Jahr 1921 als Dr Helby, Angestellter des nahegelegenen Dartmoor Prison, tödlich verunglückte. Zwei Kinder, die im Beiwagen mitfuhren, erzählten wie der Arzt verzweifelt um die Kontrolle des Motorrades gekämpft hatte, als ob jemand gegen seinen Willen das Lenken übernommen hätte.

Eine andere Geschichte machte einige Jahre später die Runde, als ein in einem Wohnwagen campierendes Pärchen erzählte wie sie eines Nachts aufwachten und die Hairy Hands am Fenster sahen, die offensichtlich einen Weg in das Innere des Caravans suchten.

Erklärungsversuche für die Vorgänge gab es einige, zum Beispiel dass die Hände einem ehemaligen Insassen des berüchtigten Dartmoor Gefängnisses gehörten, der seine Opfer stets erwürgt hatte, oder einem anderen Kriminellen, dem man vor langer Zeit zur Strafe die Hände abgehackt hatte. Eine ganz andere Erklärung für die vielen Unfälle auf dem Straßenstück haben die Bewohner des Dartmoors, die behaupten, dass manche Fremde viel zu schnell auf der unübersichtlichen Straße unterwegs waren und dadurch die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren haben. Doch warum sollten die Fahrer, die von den Hairy Hands vorher noch nie gehört hatten, unabhängig voneinander die gleiche Geschichte erzählen?

Dieser Film vollzieht die Geschichte von den Hairy Hands noch einmal nach.

Ein kleiner, knapp 12minütiger Spielfilm mit dem Titel „The Hairy Hands“ wurde 2010 gedreht und ist hier in voller Länge zu sehen (er ist nicht für Zartbesaitete geeignet!).

Published in: on 7. August 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Dartmoor Magazine – Reportagen über eine der wildesten Landschaften Englands

With friendly permission of Dartmoor Magazine.

With friendly permission of Dartmoor Magazine.

Viermal im Jahr erscheint das Dartmoor Magazine, dessen Untertitel „People, Places and Pursuits“ anzeigt, um was es geht: Um Menschen, Orte und Freizeitvergnügen in der vielleicht wildesten Hügellandschaft Englands. Chefredakteurin des Magazins ist Sue Viccars, Geographin und Archäologin, die früher für den Verlag David & Charles gearbeitet hat. 2008 übernahm sie die Leitung des Dartmoor Magazins, das 1985 an den Start gegangen war. Seit 1980 lebt Sue Viccars am Rande des Dartmoors, das sie wie kaum ein anderer kennt. Mehrere Bücher hat sie über den Südwesten Englands und das Dartmoor geschrieben, darunter „Dartmoor: Short Walks„, „Walking the Two Moors Way“ und „South Devon and Dartmoor: Walks„.

Herausgegeben wird die Quartalszeitschrift von Blackingstone Publishing, ein Verlag, der Sue Viccars und ihrem Bruder David gehört, und der in Moretonhampstead, im Nordosten des Dartmoors ansässig ist.

In der aktuellen Ausgabe des Dartmoor Magazines geht es u.a. um folgende Themen:
– Der Dartmoor Pony Heritage Trust bei Bovey Tracey, der sich seit 2005 um das Überleben der kleinwüchsigen Ponyrasse kümmert (hier ist ein kurzer Film).

– Der Lustleigh May Day, der jeden ersten Samstag im Mai veranstaltet wir. Lustleigh ist ein Dorf im Dartmoor Nationalpark.

Dartmoor Inn Names and Signs, ein Artikel von Robert Hesketh aus Bovey Tracey, der mehrere Bücher über den Südwesten Englands geschrieben hat wie „Devon Place Names“ und „Tales of the Dorset Coast“.

– Ein Porträt des Landschaftsmalers Stewart Edmondson, der im Dartmoor lebt. Hier ein Film über ihn.

Das Dartmoor Magazine ist ideal für alle, die sich in dieser eigenartigen Landschaft wohlfühlen.

Das Abonnement der Druckausgabe kostet £16.50 pro Jahr, die Digitalausgabe nur £10.50.

Ein Dartmoot-Pony. Author: Mark Robinson. This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Ein Dartmoor-Pony.
Author: Mark Robinson.
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Lustleighs Village Green.    © Copyright David Gearing and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lustleighs Village Green.
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Der Warren House Inn, wohl einder bekanntesten Gasthöfe im Dartmoor.    © Copyright Alan Hunt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Warren House Inn, wohl einer der bekanntesten Gasthöfe im Dartmoor.
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Published in: on 17. Mai 2015 at 02:00  Comments (2)  
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