Das Wunder von Durham am 1. Mai 1942

Etwa so muss Durham in jener Nacht im Mai 1942 ausgesehen haben, bevor der Nebel vom Fluss emporstieg.   © Copyright Adrian Beney and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Etwa so muss Durham in jener Nacht im Mai 1942 ausgesehen haben, bevor der Nebel vom Fluss emporstieg.
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Es war in den frühen Morgenstunden des 1. Mai im Jahr 1942. Die Stadt Durham im Norden Englands lag unter einem sternenklaren, wolkenlosen Himmel als das Unheil nahte. Ein deutsches Bombergeschwader hatte den Auftrag, Städte im Norden des Landes zu zerstören. Es hieß damals, dass die Luftwaffe alle Gebäude zerstören wollte, die im Baedeker-Reiseführer für England mit mindestens 3 Sternen versehen waren. Diesem sogenannten Baedeker-Blitz fielen viele Menschen und Bauwerke im ganzen Land zum Opfer. Zwei Tage bevor sich die deutschen Bomber Durham näherten, hatten sie schon Teile der Stadt York in Schutt und Asche gelegt.

In jener Nacht am 1. Mai 1942 rissen die Sirenen die Bürger von Durham aus dem Schlaf. Zeitgleich geschah etwas sehr Merkwürdiges: Eben noch war der Himmel über der Stadt klar und die Kathedrale von Durham zeichnete sich deutlich gegen den Nachthimmel ab, als sich plötzlich ein dicker, weißer Nebel vom River Wear erhob und sowohl die Kathedrale als auch die Burg komplett einhüllte. Die Besatzungen der Bombenflugzeuge, die sich an der großen Kirche orientieren wollten, fanden diese nicht mehr und nachdem sie einige Zeit vergeblich danach gesucht hatten, zogen sie wieder ab, ohne eine einzige Bombe abgeworfen zu haben. Dafür musste leider die Gemeinde Beamish, nördlich von Durham büßen, auf die drei Bomben fielen, die acht Menschen töteten und viel Gebäudeschäden anrichteten. Der Ortshistoriker Jack Hair hat darüber ein Buch geschrieben, das den Titel „The Bombs at Beamish“ trägt.

Was ist in jener Nacht in Durham passiert? Einige vertraten damals der Meinung, dass das Phänomen des plötzlich aufsteigenden Nebels auf die kühle Nachtluft und das Wasser des Flusses Wear zurückzuführen war. Stimmt nicht, meinten andere, hier hatte der Heilige Cuthbert seine Hände im Spiel, dessen Gebeine in der Kathedrale ruhten; er hatte die Stadt vor einer Katastrophe bewahrt, weshalb man den Nebel auch als The Cuthbert Shroud bezeichnete. Merkwürdigerweise verschwand der Nebel sofort wieder, nachdem die Bomber davongeflogen waren.

Das Grab des Heiligen Cuthbert in der Kathedrale von Durham. War er für das Wunder von Durham verantwortlich? This work is releades into the public Domain.

Das Grab des Heiligen Cuthbert in der Kathedrale von Durham. War er für das Wunder von Durham verantwortlich?
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Published in: on 14. Februar 2016 at 02:00  Comments (4)  
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Durham – Die alte Kathedralenstadt im Norden Englands

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Durham  liegt in der Grafschaft Durham im Nordosten Englands. Das Stadtzentrum ist umschlossen vom Fluss Wear. Die Stadt hatte im Jahr 2001 knapp 43.000 Einwohner und ist Verwaltungssitz des Bezirks City of Durham. Sie liegt etwa 30 km südlich von Newcastle upon Tyne.

Überragt wird die Stadt durch die riesige Kathedrale, die korrekt The Cathedral Church of Christ, Blessed Mary the Virgin and St Cuthbert of Durham heißt und deren Grundstein 1093 gelegt wurde. Hören Sie hier die Glocken der Kathedrale.

Neben der Kathedrale liegt die Chorister School, die Tony Blair und Rowan Atkinson („Mr. Bean“) besuchten.

Gegenüber der Kathedrale steht Durham Castle, eine Burg, die im 11. Jahrhundert gebaut wurde. Sie wurde zusammen mit der Kathedrale 1986 zum UNESCO Weltkulturerbe enannt.

Der Kanzler der Durham Universityist übrigens der in der ganzen Welt bekannte und beliebte Reiseschriftsteller und Journalist Bill Bryson.

Published in: on 22. Oktober 2009 at 18:44  Comments (2)  
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