Mein Buchtipp – Tom Bolton: Low Country – Brexit on the Essex Coast

Foto meines Exemplares.

Am 22. Mai diesen Jahres stellte ich an dieser Stelle Justin Hoppers Buch „The Old Weird Albion“ vor, das in dem Londoner Verlag Penned in the Margins erschienen ist und von den Wanderungen des Autors durch Hampshire und Sussex erzählt. Im gleichen Verlag erschien ein ähnlich gelagertes Buch mit dem Titel „Low Country – Brexit on the Essex Coast“ von Tom Bolton. Bolton und seine Partnerin berichten darin von ihren Wanderungen entlang der Küste der Grafschaft Essex.

Die Reise beginnt dort, wo Greater London auf Essex trifft, eine nicht sehr attraktive Region, die von Industriebauten und riesigen Lagerhallen beherrscht wird. Amazon hat dort in Tilbury sein größtes Warenlager in Europa errichtet. Weiter geht die Reise über die Halbinsel Canvey Island und Southend-on-Sea zu der höchst merkwürdigen Foulness Island, die dem britischen Verteidigungsministerium gehört und die häufig mit der amerikanischen Area 51 in Nevada verglichen wird (ich berichtete in meinem Blog über die Insel). Weitere Stationen sind die Dengie-Halbinsel, Northey Island und Osea Island im Mündungstrichter des River Blackwater und die Mersea Island. Bei Manningtree an der Grenze zu Suffolk geht die Reise zu Ende.

Wir erleben die Grafschaft Essex wie sie die die meisten Touristen nicht zu sehen bekommen. Von den unansehnlichen Industriegebieten im Westen zu den gering besiedelten Marschlandschaften im Osten, wo Land und See manchmal fließend ineinander übergehen. Tom Bolton schreibt außerordentlich fesselnd; man erfährt ständig Interessantes und Merkwürdiges, das Buch wird nie langweilig. Außerdem ist der Autor ein entschiedener Gegner des Brexits, was ihn mir noch sympathischer macht.

Absolut empfehlenswert!!

Tom Bolton: Low Country – Brexit on the Essex Coast. Penned in the Margins 2018. 292 Seiten. ISBN 978-1-908058-59-1.

Die weniger schöne Seite von Essex: Öltanks an der Küste.
Photo © Christine Matthews (cc-by-sa/2.0)

Und das andere Essex: Mersea Island.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

 

 

Published in: on 3. Juli 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Dee Gordon: Essex’s Own

Foto meines Exemplares.

Es ist zwar schon zehn Jahre her als Dee Gordons Buch „Essex’s Own“ erschien, und so einiges bedürfte einer Aktualisierung, trotzdem ist es interessant zu lesen. Vielen im Lande fällt, wenn sie den Namen der Grafschaft Essex vor den Toren Londons hören, erst einmal „Essex Girls“ ein, ein Begriff, der die jungen Frauen von dort in einem eher ungünstigen Licht erscheinen lässt, ein bisschen vulgär, kurze Röcke, tiefe Dekolletés, immer auf der Suche nach einem amourösen Abenteuer.

Dee Gordons Buch beinhaltet Kurzbiografien von Prominenten, die in irgendeiner näheren Beziehung zu der Grafschaft stehen, und da sind auch Essex Girls dabei, allerdings keine, die in das oben erwähnte Klischee passen.

Da ist beispielsweise die Krimiautorin Ruth Rendell (1930-2015), die vor allem durch ihre Inspector Wexford-Romane weltweit bekannt wurde (ich persönlich ziehe ihre anderen Krimis vor). Ruth Rendell arbeitete zu Beginn ihrer Karriere bei der Lokalzeitung Chigwell Times, die in Essex erschien und die es heute nicht mehr  gibt. Geboren wurde sie 1930 in South Woodford, das bis zum Jahr 1965 zu Essex gehörte, dann Greater London zugeschlagen wurde.
Weitere Essex Girls sind die Sängerinnen Sandie Shaw und Sade. Sandie wurde 1947 in Dagenham geboren (auch dieser früher in Essex gelegene Ort wurde 1965 in London eingemeindet), Sade (eigentlich Helen Folesade Adu, 1959 in Nigeria geboren) lebte als Teenager in Clacton-on-Sea und besuchte die dortige High School.

Dee Gordons Buch porträtiert natürlich auch „Essex Boys“, darunter ist der Kultautor Douglas Adams (1952-2001), der einen Teil seiner Kindheit in Brentwood und in Stondon Massey verbrachte, der Jazzmusiker Kenny Ball (1930-2013), der in Essex geboren wurde und dort auch starb, und die Fußball-Ikone Bobby Moore (1941-1993), der in Barking (damals Essex, heute Greater London) geboren wurde, eine Zeit lang die Mannschaft von Southend United trainierte und einige Jahre in Leigh-on-Sea wohnte.

Die Autorin ist selbst ein Essex Girl und hat viele weiterer Bücher geschrieben, die meisten über Essex und speziell Southend-on-Sea, wo sie auch wohnt.

Dee Gordon: Essex’s Own. The History Press 2009. 127 Seiten. ISBN 978-0-7509-5121-0.

Southend-on-Sea in Essex.
Photo © Oliver Mills (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 8. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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