Die Gin Bar im Holborn Dining Room des Londoner Rosewood Hotels

The Rosewood, London.
Author: Can Pac Swire.
Creative Commons 2.0

252 High Holborn, London, so lautet die Adresse eines der vielen 5*-Hotels der britischen Hauptstadt, dem Rosewood. Das palastartige Gebäude ist ein restauriertes edwardianisches Herrenhaus, in dem die Zimmerpreise jenseits der 500 Euro beginnen.

Eines der Hotelrestaurants ist der Holborn Dining Room, ein im Brasserie-Stil gehaltener Raum, in dem die britische Küche vorherrscht (Fillet of Cornish pollock, Holborn beef burger). Auf der recht kleinen und überschaubaren Karte steht als Vorspeise auch Gin cured salmon, ein selten anzutreffendes Gericht. Und da kommen wir schon zum Thema „Gin„. In der Gin Bar des Holborn Dining Rooms findet der Gast die größte Auswahl dieses Getränks in ganz London. 500 verschiedene Gins warten darauf, probiert zu werden, und wer ihn am liebsten mit Tonic Water trinkt, hat die Wahl zwischen dreißig Sorten. G+T-Freunde kommen so auf rund 15 000 unterschiedliche Variationen. Angeboten werden die bekannten, großen Namen wie Bombay Sapphire oder Tanqueray, aber auch die kleineren Ginhersteller sind mit ihren Produkten vertreten. Es gibt einen speziellen Gin, der extra für das Restaurant, beziehungsweise die Bar, hergestellt wird, den Holborn Dining Room Gin, in Zusammenarbeit mit der Firma Tarquin’s in Cornwall. Die Besonderheit dieses Gins ist, dass dem Getränk Meerfenchel (samphire) zugefügt wird, der von Mitarbeitern der Bar an der Küste von Cornwall geerntet worden ist.

Wer also am 1. Januar eines Jahres beginnt, täglich einen anderen Gin in der Bar zu probieren, der dürfte im April/Mai des folgenden Jahres damit fertig sein.

Wer sich für das Thema Gin interessiert: Ich habe in meinem Blog mehrmals darüber geschrieben. Siehe dazu meine Gin-Trilogie Teil 1, Teil 2, Teil 3 und mein Blogeintrag über Gin im London des 18. Jahrhunderts.

Published in: on 27. August 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das ideale Weihnachtsgeschenk für Gin-Liebhaber – Ein individuell hergestellter Gin aus der Cambridge Distillery

Mit freundlicher Genehmigung der Cambridge Distillery.

Mit freundlicher Genehmigung der Cambridge Distillery.

Gin-Aficionados würden sich mächtig über ein Weihnachtsgeschenk freuen, das aus einem Gin besteht, den es nur einmal auf der Welt gibt und der ganz nach individuellem Wunsch hergestellt wird. Als einzige Destillerie weltweit kommt diesen Wünschen die Cambridge Distillery nach, die auch in der Universitätsstadt angesiedelt ist.

2012 haben Will and Lucy Lowe diese Marktnische entdeckt und sich selbständig gemacht. Will Lowe kommt aus der Spirituosenbranche und hat schon einmal für die Queen einen Drink kreiert, während Ehefrau Lucy für das Marketing zuständig ist.
Das Konzept der kleinsten Distillerie des Landes: Jeder der möchte, egal ob Restaurant, Firma oder Privatperson, kann sich seinen ganz persönlichen Gin „zurechtschneidern“ lassen (Gin tailoring), dh. er entscheidet über die Zutaten, die in den individualisierten Gin hineinkommen sollen, wobei Will Lowe dabei natürlich mit Rat und Tat zur Seite steht. So ein 90minütiges Gin Tailoring kostet £192, inklusive der ersten Flasche. Ein Kunde ist z.B. das weltbeste Restaurant, das Noma in Kopenhagen, das seinen individuellen Gin mit Ameisenaroma bestellt hat wie ich kürzlich im Daily Telegraph las.

Nachdem die Entscheidung gefallen ist, bleibt das spezielle „Rezept“ bei der Cambridge Distillery unter Verschluss und man kann jederzeit seinen eigenen Spezial-Gin nachbestellen. Die Kosten pro Flasche liegen dann bei ca £70, abhängig von den gewählten Zutaten.

Wer diesen ganzen Prozess nicht mitmachen, aber trotzdem einmal einen Gin aus Cambridge probieren möchte, der kann das auch haben, indem er sich eine Flasche des Autumn-Winter-Gins kauft, der allerdings nur in geringer Stückzahl bei Selfridges zu haben ist, für £79.99.

The Cambridge Distillery
Tel. 01223 269 209

Published in: on 16. Dezember 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Gin im London des 18. Jahrhunderts

William Hogarth: Beer Street and Gin Lane. Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

William Hogarth: Beer Street and Gin Lane.
Dieses Bild ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Der beliebte Drink G&T (Gin and Tonic) geht bis ins 18. Jahrhundert zurück, allerdings spielte damals das „T“ keine Rolle; man trank den Gin pur, und zwar in rauen Mengen. Durch William III von Oranien-Nassau, der aus den Niederlanden kam, wurde das Getränk in England populär und da auf Gin keine Steuern erhoben wurden und man auch für den Verkauf keine Lizenz brauchte, war er überall in den Straßen Londons billig zu haben. Friseure, Schuhmacher, Tabakverkäufer und alle möglichen anderen Händler boten Gin an und die Umsätze kletterten gewaltig  . „Drunk for a penny and dead drunk for twopence“ hieß es damals und die Auswirkungen des Gins auf die Bevölkerung zeigte der Maler William Hogarth in seinem berühmten Bild „Gin Lane and Beer Street“ aus dem Jahr 1751.

Das Parlament versuchte, gegen diesen Gin Craze vorzugehen, indem es von 1729 bis 1751 mehrere Gesetze erließ, durch die Steuern auf Gin erhoben wurden und eine Lizenz zum Verkauf erworben werden musste. Die Bevölkerung war damit nun gar nicht einverstanden und man trank weiter, wobei aus Gin nun „Ladies‘ Delight“ oder Cuckold’s Comfort“ wurde. Man schrieb einen großen Teil der in London begangenen Verbrechen dem Genuss von Gin in übermäßigen Mengen zu.

Erst durch den Gin Act von 1751 bekam man das Problem langsam in den Griff. Die Ginproduzenten durften das Getränk nicht mehr an Händler ohne Lizenz verkaufen und auch die Lizenzen waren nicht mehr so einfach zu bekommen.

Gin ist auch heute noch in England populär, aber überwiegend in Form von Mixgetränken. In London gibt es mehrere Gin Bars wie z.B. The London Gin Club in der Great Chapel Street, der über 70 Sorten Gin anbietet.

Published in: on 9. Juli 2013 at 02:00  Comments (2)  
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