The Great Vine – Der größte Weinstock der Welt in Hampton Court (Surrey)

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Wenn man sich etwas näher mit englischen Parks und Gärten beschäftigt, stößt man allenthalben auf einen Namen: Lancelot „Capability“ Brown. Dieser viel beschäftigte Landschaftsarchitekt lebte von 1716 bis 1783 und hatte u.a. im Chatsworth House, Blenheim Palace, Harewood Hous und im Belvoir Castle gearbeitet und das ist nur eine ganz kleine Auswahl seiner Wirkungsstätten. Auch bei der Gestaltung der Gärten im Hampton Court Palace in Surrey hatte er seine Hände im Spiel und im nächsten Jahr wird es vom 6. bis zum 8. Juni anlässlich seines 300. Geburtstages hier eine Tagung geben mit dem Thema „Capability Brown Royal Gardener – The Man and His Business – Past, Present and Future“.

Vielleicht ist es vielen Besuchern von Hampton Court nicht bekannt, dass in einem der Glashäuser in den Gärten der größte und wohl auch älteste Weinstock der Welt, The Great Vine, wächst, den Mr. Brown im Jahre 1769 gepflanzt hat. Die kleine Pflanze stammte aus dem Valentines Mansion bei Ilford in Essex, das die Witwe des Erzbischofs von Canterbury, Lady Tillotson, 1696 erbauen ließ. Capability Brown hätte sich damals nicht träumen lassen, dass sein Weinstock auch nach 246 Jahren existiert und Jahr für Jahr eine reiche Ernte bringt. Rund 5 bis 6 Zentner Trauben werden durchschnittlich jedes Jahr geerntet, Trauben, die die Besucher im September in Hampton Court auch kaufen können (in fester, nicht in flüssiger Form!). Queen Victoria hatte die Traubenernte noch für sich in Beschlag genommen, ihr Nachfolger, Edward VII, mochte wohl Weintrauben nicht besonders, denn er gab die Order, die Früchte vor Ort an die Besucher zu verkaufen.

The Great Vine beansprucht ein Glashaus ganz für sich allein, das schon erweitert werden musste, da die Pflanze wucherte und wucherte. Manche Ranken sind über 30 Meter lang. Wer möchte, kann sich diese Seltenheit ansehen; es gibt eine spezielle „viewing area“ für Besucher. Hier ist ein Schwenk über The Great Vine.

Der Eintrittspreis für Hampton Court beträgt zurzeit £19.30.
Wie man zum Palast kommt, zeigt diese Animation.

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Valentines Mansion in Essex. Von hier stammt der Setzling des Great Vines.   © Copyright Ian Cranston and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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The Haunted Gallery im Hampton Court Palace

Die gruselige Galerie im Hampton Court Palace. With freindly permission of Natalie Grueninger.

Die gruselige Galerie im Hampton Court Palace.
With friendly permission of Natalie Grueninger.

„Most Haunted“ ist ein Begriff, der in England gern in Zusammenhang mit Kirchen, Pubs, Hotels, Burgen und Schlössern verwendet wird. In die Kategorie „Most haunted castles“ gehört auf jeden Fall Hampton Court Palace an der Peripherie Londons. Hier soll eine Grey Lady (Sybil Penn, die sich um die Kinder Heinrichs VIII gekümmert hatte) ihr Unwesen treiben, eine schemenhafte Gestalt, der man den Namen Skeletor gegeben hat und natürlich Catherine Howard, die fünfte Frau Heinrichs VIII. Sie ist vor allem mit der sogenannten Haunted Gallery im Schloss verbunden, in der immer wieder von merkwürdigen Erscheinungen und Geräuschen berichtet wird.

Nachdem Catherine Howard bei ihrem Mann wegen angeblichen Ehebruchs in Ungnade gefallen war, verbannte er sie in ihre Gemächer in Hampton Court. Ihr schwante schon sehr bald, was auf sie zukommen würde, und so entkam sie eines Tages ihren Bewachern, lief die Galerie entlang und hämmerte an die Tür, die zur Privatkapelle des Königs führte, in der er gerade einer Messe beiwohnte. Sie schrie und flehte um Gnade, doch ihre Häscher waren gleich zur Stelle und zerrten die Frau in ihre Gemächer zurück. Diese Szene soll sich viele Male in der Haunted Gallery wiederholt haben. Sowohl das Personal von Hampton Court als auch Besucher berichten immer wieder von geisterhaften Schreien, die in der Galerie widerhallen; manche fühlen sich in dem langen Gang unwohl, einige erleben einen Temperatursturz. An einem Abend im Jahr 1999 fielen zwei Besucherinnen in kurzem Abstand nacheinander in der Haunted Gallery in Ohnmacht, ohne dass man das erklären konnte. Kurze Zeit darauf versuchten Psychologen der Universität von Hertfordshire dem Spuk in der Galerie auf die Spur zu kommen, doch ohne nennenswerten Erfolg.

Zu bestimmten Zeiten werden abendliche Rundgänge durch das Schloss angeboten, bei denen man auf den Spuren der Palastgeister wandern kann und die ca zwei Stunden dauern. Ich kenne die Haunted Gallery (leider) nur bei Tage und da macht sie, wenn man im Besucherstrom mitschwimmt, keinen so geisterhaften Eindruck; das dürfte aber im Dunklen, wenn die Tore des Palastes geschlossen sind, ganz anders sein…

Dieser Film gibt einen Eindruck von der nächtlichen Atmosphäre des Hampton Court Palaces.

Hampton Court Palace.    © Copyright Paul Gillett and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 4. März 2015 at 02:00  Comments (1)  
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