Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Henley-on-Thames (Oxfordshire)

The Argyll am Market Place, Ausgangspunkt für die geführten Midsomer Murders-Touren.   © Copyright Bill Nicholls and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Argyll am Market Place, Ausgangspunkt für die geführten Midsomer Murders-Touren.
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Die Regattastadt Henley-on-Thames im Süden der Grafschaft Oxfordshire diente schon mehrere Male als Drehort für die TV-Serie „Midsomer Murders“ alias „Inspector Barnaby„. Seit kurzem wird hier einmal pro Woche ein Rundgang angeboten, der zu den Schauplätzen führt. Von März bis Oktober beginnt die Tour samstags um 11 Uhr am Market Place vor dem Argyll Pub und kostet £5. Wer die Drehorte lieber auf eigene Faust erkunden möchte, kann das anhand eines Planes tun, den man kostenlos im Tourismusbüro bekommt oden den man sich hier herunterladen kann.

Wenn ich an Henley-on-Thames in Zusammenhang mit Tom Barnaby denke, fällt mir als erstes die Folge 37 „Dead in the water“ (dt. „Nass und tot“) ein, die in großen Teilen hier gedreht wurde. Eine Ruderregatta steht im Mittelpunkt dieser Episode, in Anlehnung an die berühmte Henley Royal Regatta, die immer Ende Juni/Anfang Juli auf der Themse ausgetragen wird.

Der Argyll Pub am Market Place, Startpunkt des geführten Rundgangs, war einmal in Folge 51 „Last year’s model“ (dt.“Mörder-Falle“) zu sehen. Der Gastwirt war so stolz darauf, dass er in der Bar eine Messingplakette anbrachte mit der Inschrift, dass Tom Barnaby und Ben Jones bzw. John Nettles und Jason Hughes hier im Jahr 2006 die o.a. Episode gedreht haben. Im Pub hat man auch die Gelegenheit ein spezielles Bier zu probieren, das Midsomer Murders Bitter Sweet Finest Ale.

Ebenfalls am Market Place, neben dem Pub The Three Tuns, findet man in der Hausnummer 7 das Fleischergeschäft Gabriel Machin („Henley’s favourite butcher since 1910“), das in Episode 64 „The magician’s nephew“ (dt. „Der Wald der lebenden Toten“) als Anton Thorneycrofts Butcher Shop diente. Der Gründer Gabriel Machin wurde 1836 geboren, der heutige Besitzer ist Barry Wagner.

Auch die Town Hall findet man am Market Place. Hier ist die Henley Visitor Information untergebracht. Das Gebäude kann man in zwei Barnaby-Folgen sehen: Im oben erwähnten „Last year’s model“, da dient die Town Hall als das Gerichtsgebäude von Causton, und in Episode 68 „The black book“ (dt. „Morden ist auch eine Kunst“), als man die Hall in ein Auktionshaus umwandelte.

Die Hart Street ist die Verlängerung des Market Place in Richtung Themse und hier steht in der Nummer 38 auf der rechten Seite ein wunderschönes Fachwerkhaus, in dem einmal ein spanisches Restaurant, La Bodega, untergebracht war. Dort wurden einige Szenen für die Folge 47 „Down among the dead men“ (dt. „Die Spur führt ins Meer“) aufgenommen. La Bodega wurde 2014 geschlossen und ein Steakhaus der CAU-Kette (Carne Argentina Unica) nahm dessen Platz ein.

Das alte Antiquitätengeschäft Tudor House Antiques in der Duke Street Nummer 49 sieht man in Episode 88 „A sacred trust“ (dt. „Vier Bräute für Christus“).

Auch wer sich für Inspector Barnaby nicht interessiert, wird in Henley-on-Thames auf seine Kosten kommen. Ich bin viele Male in der Stadt gewesen und habe mehrfach in meinem Blog darüber geschrieben. In den chronisch verstopften Straßen ist es nicht ganz leicht, einen Parkplatz zu finden. Mein Tipp: Die Parkplätze am River & Rowing Museum. Von dort ist man zu Fuß in 5 bis 10 Minuten im Zentrum.

Das Fleischergeschäft am Market Place.   © Copyright Roger A Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Fleischergeschäft am Market Place.
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Die Town Hall.   © Copyright Stuart Logan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Town Hall.
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The Old Tudor House in der Duke Street.   © Copyright Kurt C and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Tudor House in der Duke Street.
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Published in: on 17. Juli 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Red Lion Hotel in Henley-on-Thames – Hier wohnten zahlreiche illustre Gäste

The Red Lion Hotel in Henley-on-Thames. Eigenes Foto.

The Red Lion Hotel in Henley-on-Thames.
Eigenes Foto.

Direkt an der Themse liegt in Henley-on-Thames (Oxfordshire) das 600 Jahre alte Red Lion Hotel, das früher auf der Strecke von London nach Oxford als Kutschenstation diente. Zentraler kann man in Henley nicht wohnen, und wenn die berühmte Regatta hier stattfindet, ist das Haus lange Zeit im voraus ausgebucht, denn von vielen Zimmern aus hat man einen freien Blick auf den Fluss. Einen Gästeparkplatz gibt es auch, also was will man mehr?

Über dem Eingang des Hotels sitzt, oder besser springt, der namensgebende rote Löwe. Er hat im Laufe der Zeit viele berühmte Gäste kommen und gehen gesehen, nach denen die Zimmer des Hauses benannt worden sind, aber man fand es auch für angemessen, dem Löwen ein Zimmer zu widmen; so heißt Zimmer 106 The Red Lion Room.

König Charles I stieg gern in diesem Hotel in Henley ab und so gibt es natürlich auch einen Charles I Room (Zimmer 108), dessen Besonderheit das königliche Wappen mit dem Monogramm des Königs ist, das hier hinter Glas zu bewundern ist. Zimmer 109 erinnert an den Duke of Marlborough, der auf seinem Weg von Blenheim nach London gern hier eine Übernachtung einlegte. Zimmer 111 (General Blucher’s Room) und 201 (Caroline Cooper’s Room) haben einen historischen Zusammenhang. Auf dem Weg nach Oxford legten General Blücher und der Duke of Wellington, die Sieger von Waterloo, im Red Lion eine Rast ein. Zu diesem Anlass wurden zwölf der hübschesten Henley-Mädchen ins Hotel geschickt, um die erlauchten Gäste zu unterhalten. Eine davon war Caroline Cooper, von der der preußische General gern einen Kuss haben wollte. Aber: Die standhafte Caroline verweigerte den Kuss. Wie Blücher darauf reagierte, weiß ich nicht, aber immerhin hat man der schönen Themse-Anwohnerin ein Zimmer gewidmet.

Ein häufiger Besucher im Red Lion war König George III und auch George IV besuchte das Haus. Als letzterer noch Prinzregent war, soll er dort einmal 14 Koteletts auf einen Streich gegessen haben. Soviel ich weiß, steht dieser Rekord noch immer. Zimmer 208 wurde nach ihm benannt.
Grace Kelly, als sie noch nicht Fürstin von Monaco war, übernachtete 1947 einmal im Red Lion; Zimmer 114, der Princess Grace Room, wurde ihr gewidmet. Sir Winston Churchill war auch schon hier und nahm einen Drink an der Bar.

Es gibt sicher nicht viele Hotels in England, die sich mit so vielen berühmten Gästen brüsten können.
Die Zimmerpreise beginnen in etwa bei €120, klettern aber zu Regattazeiten auf das Mehrfache. So werden heute (noch!) Zimmer am 4. und 5. Juli zu einem Übernachtungspreis von €755 angeboten, aber auch die dürften schnell vergeben sein.

Hier ist ein Porträt des Hotels im Film.

The Red Lion Hotel
Henley-on-Thames
Oxfordshire
RG9 2AR
Tel. 01491 572161

 

 

Zwei bemerkenswerte Brücken Teil 1: Die Henley Bridge – Eine Brücke über die Themse, die Oxfordshire mit Berkshire verbindet

Eigenes Foto.

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Der Baumeister, der Ende des 18. Jahrhunderts die Themsebrücke in Henley-on-Thames schuf, hatte zweifellos gute Arbeit geleistet, denn noch heute erträgt die Brücke klaglos den tagsüber nicht abreißenden Verkehr aus der Stadt hinein bzw. aus der Stadt in Richtung Maidenhead hinaus. Weit und breit ist für die Henley Bridge keine Entlastung zu finden; die nächste Möglichkeit die Themse zu überqueren, ist im Süden in Sonning und im Osten in Marlow (ich berichtete in meinem Blog über die Hängebrücke), und so quälen sich PKWs und Lastzüge mangels Alternative über die schmale Brücke, die die Grafschaften Oxfordshire und Berkshire verbindet.

Auf der Oxfordshire-Seite wacht der Gasthof The Angel on the Bridge (ich berichtete in meinem Blog schon über ihn) über das Geschehen auf der Brücke, das man von der Terrasse des Pubs aus gut beobachten kann. Auf der Berkshire-Seite steht das schön anzusehende Gebäude des Leander Clubs, ein 1818 gegründeter Ruderclub, der zu den ältesten der Welt zählt.

1786 wurde die Brücke, deren Bau £10 000 kostete,  für den Verkehr eröffnet. Sie besteht aus fünf Bögen und hat eine Höhe von 4,34m. Bei Hochwasser bekommt der Schiffsverkehr auf der Themse da schon einmal Probleme. Für „Kunst am Bau“ sorgte damals die Bildhauerin Anne Seymour Damer, die die Brücke auf jeder Seite mit einem Schlussstein versah. Auf dem an der Nordseite findet man das Antlitz von Tamesis, auf dem an der Südseite das von Isis. Tamesis ist der alte Name der Themse, Isis heißt der Fluss in Oxford.

Im August 2010 erlitt die Brücke einen Schaden von rund £200,000, als der Kabinenkreuzer Crazy Love flussabwärts gegen den mittleren Bogen stieß, wobei sich mehrere Steine lösten und einen der Passagiere verletzten. Techniker vom Oxfordshire County Council untersuchten sofort die Brücke und stellten fest, dass die Sicherheit nicht gefährdet war. Während der Inspektion musste die Brücke an diesem Samstagnachmittag für den Verkehr gesperrt werden, was zu gewaltigen Staus in Henley und Umgebung führte.
Im Juni 2012 kam es noch einmal zu einer Karambolage, wieder am mittleren Bogen, als die Tortuga in eine starke Strömung der Themse geriet. Dieses Mal war die Beschädigung nicht so groß wie bei der Crazy Love, aber einige Steine fielen doch herunter.

Ich bin immer wieder gern in Henley und habe in meinem Blog schon einige Male über die Stadt berichtet (z.B. über Dusty Springfields Grab und über Asquith’s Teddy Bear Shop). Ein Spaziergang von der Henley Bridge entlang der Themse in Richtung River and Rowing Museum ist sehr empfehlenswert. Dort am Museum stehen auch genügend Parkplätze zur Verfügung; das Parken in der Innenstadt ist etwas problematisch.

   © Copyright Kurt C and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Henley-on-Thames (Oxfordshire) und Dusty Springfields Grab

Eigenes Foto.

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Am kommenden Samstag, dem 16. April, wäre die englische Popsängerin Dusty Springfield 72 Jahre alt geworden. Mary Isobel Catherine Bernadette O’Brien, so ihr richtiger Name, wurde 1939 in West Hampstead geboren und sie war eine der Großen in der Popszene der 60er Jahre. Titel wie „Son of a preacher man“, „You don‘ t have to say you love me“ und „I only want to be with you“  gehören zu ihren Klassikern.

Dusty Springfield wohnte die letzten Jahre ihres Lebens in Henley-on-Thames in Oxfordshire und sie starb dort auch an Brustkrebs am 2. März 1999. Kurz vor ihrem Tod wurde ihr der Order of  the  British Empire zugesprochen, den sie eigentlich am Tage ihres Todes aus der Hand der Queen entgegennehmen sollte. Auch ihre Aufnahme in die Rock ’n‘ Roll Hall of Fame in Cleveland, Ohio, erlebte sie nicht mehr.

Die Trauerfeier für sie fand in der Kirche St Mary the Virgin in Henley statt und viele ihrer Weggefährten nahmen daran teil wie Lulu, Elvis Costello und die Pet Shop Boys. Dusty Springfields Grab ist auch auf diesem Friedhof zu finden. Ihre Asche wurde zur Hälfte hier, zur anderen Hälfte in Irland verstreut.
Ihr zu Ehren wird jedes Jahr der Dusty Day abgehalten; ein Tag, an dem sich ihre Fans treffen und ihrer gedenken. Der diesjährige Dusty Day findet am 1. Mai im Londoner South Ealing statt.

Hier ist Dusty Springfield mit ihrem wunderschönen „Goin‘ Back“ zu hören.

 

Eigenes Foto.

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