Famous Graves – Malcolm McLaren auf dem Londoner Highgate Cemetery

Malcolm McLaren (1946-2010) war laut Wikpedia „ein britischer Künstler, Modemacher, Designer, Musikmanager und Musiker“, sicher eine der schillerndsten Figuren im Musikbusiness seines Landes. Er war Manager der New York Dolls, von Adam and the Ants und den Sex Pistols. Er experimentierte mit allen möglichen Musikstilen, die er miteinander verwob und war einer der führenden Musiker der Punkbewegung. McLaren bzw. die von ihm gemanagten Bands provozierten gern und fielen immer wieder durch ihre mit Skandalen verbundenen Auftritte auf. Mein Lieblingssong von ihm: „Waltz Darling“ aus dem Jahr 1989.

Am 8. April 2010 starb Malcom McLaren in der Schweiz an einer seltenen Form von Lungenkrebs. Die Trauerfeier für ihn wurde in der Holy Trinity Church in Marylebone abgehalten, einer ehemaligen anglikanischen Kirche, in Anwesenheit vieler, die ihn auf seinem Lebensweg begleitet hatten wie seine geschiedene Frau Vivienne Westwood, Bob Geldof, Tracey Emin und Adam Ant. Gespielt wurde dabei „My Way“ in der Interpretation des ehemaligen Sex Pistols-Sängers Sid Vicious, der schon 1979 gestorben war. Auf McLarens Sarg stand geschrieben: „Too fast to live, too young to die„. Hier sind Bilder vom Trauerzug.

Nach der Trauerfeier wurden seine sterblichen Überreste zum Highgate Cemetery überführt, jenem Londoner Gegenstück zum Pariser Père Lachaise. Knapp hundert Meter vom Grab von Karl Marx entfernt, fand Malcolm McLaren seine letzte Ruhe. Sein aus schwarzem Granit geformter Grabstein schmückt seine Totenmaske, die von dem Bildhauer Nick Reynolds geschaffen wurde, dem Sohn des Eisenbahnräubers Bruce Reynolds, der als Mastermind 1963 den Großen Postzugraub beging und dessen Grab ebenfalls auf dem Highgate Cemetery zu finden ist. Nick Reynolds hat sich auf die Anfertigung von Totenmasken spezialisiert, so fertigte er u.a. auch die des berühmt-berüchtigten Einbrechers George „Taters“ Chatham an, der 1997 starb.
Ferner finden wir auf Malcolm McLarens Grabstein die Inschrift „Better a spectacular failure, than a benign success“ und seine Initialen MM.

Übrigens wurde 2016 auch der Sänger George Michael auf dem Highgate Cemetery begraben, aber in einem Bereich, der für Besucher nicht zugänglich ist.

Die Holy Trinity Church in Marylebone, wo die Trauerfeier für Malcolm McLaren stattfand.
Photo © Richard Rogerson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Highgate Vampire – Unheimliches auf dem Londoner Highgate Cemetery

Der Eingang zum Highgate Cemetery.    © Copyright Marathon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Eingang zum Highgate Cemetery.
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Friedhöfe können, besonders nachts, ganz schön gruselig sein. Auf dem riesigen Pariser Père Lachaise-Friedhof sollen sich nachts merkwürdige Dinge abspielen. Friedhofswärter wagen sich bei ihren Rundgängen in bestimmte Bezirke nicht mehr vor, an bestimmten Gräbern werden bizarre Rituale zelebriert, obwohl ein Betreten des Friedhofs nach der Schließung nicht mehr gestattet ist.
Das Londoner Pendant zum Père Lachaise ist der Highgate Cemetery; auch dieser Friedhof besteht aus den unterschiedlichsten Gräbern, mal sind es richtig große Mausoleen, mal kleine verfallene Grabstätten. Ich berichtete in meinem Blog schon einmal darüber.

Ende 1969 geriet der Highgate Cemetery erstmals in die Schlagzeilen der Boulevardpresse, als mehrere unabhängige Zeugen von nächtlichen Begegnungen mit einer großen unheimlichen Gestalt mit rotglühenden Augen berichteten. Schnell machten Vermutungen die Runde, dass ein Vampir sein Unwesen auf dem Londoner Friedhof treibt, was natürlich auch Geisterjäger auf den Plan rief. Einer von ihnen war David Farrant, der sich auf die Spuren des Phantoms heftete und der sich bis heute mit dem Highgate Vampire beschäftigt. Farrant war, wie eine ganze Reihe anderer Gleichgesinnter, nachts auf dem Friedhof unterwegs, „bewaffnet“ mit einem Kruzifix, Knoblauchzehen und einem angespitzten Pfahl, um dem Monster ein Ende zu bereiten. Die Polizei fand diese Aktivitäten gar nicht witzig und nahm Farrant kurzerhand fest.

Ein Konkurrent David Farrants war der Vampirjäger Seán Manchester, der zeitgleich mit Knoblauch und Pfahl den Highgate Cemetery aufsuchte und einmal kurz davor war, in einem geöffneten Sarg die darinliegende Leiche zu durchbohren, weil er sie für den Vampir hielt. Es war also eine Menge los auf dem Londoner Friedhof Anfang der 1970er Jahre. Die Situation wurde aber immer bizarrer als David Farrant den Polizisten, die sich mit dem Vampirfall befassten, Voodoo-Puppen und Drohungen schickte. Auch stand er im Verdacht, eine kopflose Leiche in das Auto eines Friedhof-Anwohners gesetzt zu haben, die er aus einem der Gräber geholt haben soll. Ein Richter verurteilte den Vampirjäger zu vier Jahren Gefängnis.

1997 gründete Farrant die Highgate Vampire Society, die sich aber im Jahr 2001 wieder auflöste. Heute ist er Präsident der British Psychic and Occult Society, die sich mit okkulten Themen befasst und Bücher herausgibt wie Farrants „In the Shadow of the Highgate Vampire“ und „Dark Secrets“. Auf den Webseiten David Farrants findet sich jede Menge Material über den Highgate Vampire, er betreibt auch einen eigenen Youtube-Kanal.

Das Buch zum Artikel:
Paul Adams: Written in Blood: A Cultural History of the British Vampire. The History Press 2014. 224 Seiten. ISBN 978-0752497150.

Die Schlafstätte des Vampirs?    © Copyright Oxyman and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Schlafstätte des Vampirs?
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Published in: on 29. August 2014 at 02:00  Comments (1)  
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Highgate Cemetery – Der idyllische Friedhof im Norden Londons

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Ich spaziere ausgesprochen gern auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, auf dem man sich stundenlang aufhalten kann. Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt, da die Friedhöfe in der Innenstadt von Paris nicht mehr in der Lage waren, die vielen Toten aufzunehmen.
In London war es nicht anders. Auch hier quollen die Friedhöfe in der Innenstadt über, die hygienischen Verhältnisse waren katastrophal, so dass man sich entschied, an der Peripherie der Stadt sieben neue Friedhöfe anzulegen, einer davon der Highgate Cemetery, der am 20. Mai 1839 eröffnet wurde. Die parkartige Anlage ist nur wenige Gehminuten von Hampstead Heath im Norden Londons entfernt, aber, im Gegensatz zum Père Lachaise in Paris, nicht vollständig frei zugänglich. Im neueren, östlichen Teil kann man sich frei bewegen, während der alte, der westliche Teil nur mittels Führungen zu besichtigen ist.
Die werktäglichen Führungen für den Westteil sind sehr begehrt, so dass empfohlen wird, mindestens eine Woche vorher zu buchen, während die Führungen am Wochenende (stündlich von 11 Uhr bis 15 Uhr bzw. 16 Uhr im Sommer) nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt…“ vorgenommen werden.

Der Highgate Cemetery ist ein Dorado für die Vogel- und Tierwelt Londons. Zahlreiche Vogelarten und Kleintiere sind hier zu sehen, die sich in dem idyllischen Friedhof angesiedelt haben. Wie sich ein Spaziergang über den Friedhof  anhört, kann man hier erfahren.

Highgate ist der letzte Ruheort für viele Prominente geworden, deren Gräber natürlich am häufigsten aufgesucht werden. Unumstrittener „Star“ hier ist das Grab von Karl Marx. Marx starb 1883 in London und bei seiner Beisetzung waren lediglich eine Handvoll Trauergäste anwesend. Auf seinem Grabstein steht der berühmte Satz „Workers of all land unite“.

Hier sind noch einige bekannte Menschen, die auf dem Highgate Cemetery beigesetzt sind:
Douglas Adams, Verfasser der Romanreihe „Per Anhalter durch die Galaxis“
George Eliot alias Mary Ann Evans, Autorin der Romane „Die Mühle am Fluss“ und „Middlemarch“
Malcolm McLaren, Punker, Sänger, Modemacher, der erst am 22. April 2010 hier seine letzte Ruhestätte fand
– Ein Teil der Dickens-Familie: Charles‘ Bruder Alfred, seine Frau Catherine und seine Eltern John und Elizabeth. Charles Dickens selbst wurde in der Westminster Abbey beigesetzt.
John Galsworthy, Literaturnobelpreisträger und Autor der „Forsyte-Saga“
Patrick Wymark, Schauspieler und Vater von Jane Wymark (Tom Barnabys Frau Joyce in der ITV-Krimiserie „Inspector Barnaby“)

Anfang der 1970er Jahre geriet der Friedhof in die Schlagzeilen, als Berichte von einem Vampir laut wurden, der angeblich dort sein Unwesen trieb und der Highgate Vampire genannt wurde.

Schätzungsweise 53 000 Gräber sind auf dem Highgate Cemetery bis jetzt zu finden und es werden immer mehr, denn der Friedhof wird auch weiterhin genutzt.

Highgate Cemetery
Swain’s Lane
London
Highgate
N6 6PJ
Tel. 020 8340 1834

Das Buch zum Artikel:
John Gay & Francis Barker: Highgate Cemetery – Victorian Valhalla. John Murray Publishers 1988. 111 Seiten. ISBN 978-0719541377 (nur noch antiquarisch erhältlich).

Das Grab von Karl Marx.    © Copyright Julian Osley and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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