Hull – UK City of Culture 2017

Hull begrüßt das Jahr 2017.
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Kingston upon Hull oder kurz Hull im East Riding of Yorkshire ist eine Stadt, die immer wieder versucht, ihren nicht besonders guten Ruf zu verbessern. Ihr scheint das mittlerweile auch zu gelingen, denn in diesem Jahr wurde die 260 000-Einwohner beherbergende Stadt zur UK City of Culture ausgerufen. Die Region Derry/Londonderry in Nordirland war 2013 die erste City of Culture, nach vier Jahren folgt nun Hull. Die Städte, die diese Ehrung erfahren, dürfen den Titel jeweils ein Jahr lang tragen. Hull konnte sich gegen die Mitbewerber Dundee in Schottland, Swansea Bay in Wales und Leicester in England durchsetzen. Durch diese Auszeichnung erhofft man sich, dass die Städte und die Regionen einen wirtschaftlichen, kulturellen und touristischen Anschub bekommen.

Die Verantwortlichen in der Stadt Hull haben sich für dieses Jahr einiges ausgedacht. Schon der Jahresbeginn wurde in großem Stil mit einem Feuerwerk und einer Lightshow begonnen. Jedes Quartal steht unter einem anderen Motto. Von Januar bis März hieß es „Made in Hull“ mit dem Schwerpunkt „to show people what Hull is really made of and the many incredible things Hull has made for the world“. In dem künstlerischen Projekt „Hullywood Icons“ von Quentin Budworth stellen Bewohner der Stadt Filmszenen nach wie dieser Film zeigt.

Die zweite Saison von April bis Juni nennt sich „Roots and Routes“ und stellt Hull als Stadt des Wandels vor, als Einfallstor für Europa und als Stadt mit internationalem Flair.

Die Zeit von Juli bis September steht unter dem Motto „Freedom“ und stellt die Themen Emanzipation und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Höhepunkt in diesem Quartal dürfte das dreitägige Freedom Feastival sein, das vom 3. bis zum 5. September stattfindet.

Tell the World“ heißt es von Oktober bis Dezember und in diesen Monaten geht es um die Zukunft der Stadt Hull. „We’ll look at how Hull is redefining itself as a key city within the North; a place reborn, with the voice and confidence of a city on the up.“

Das Angebot an kulturellen Veranstaltungen ist riesig; allein für heute, den 16. Mai, habe ich 27 Aktionen gezählt. Ich hoffe, dass Hull durch die Ernennung zur UK City of Culture endgültig das Image des Schmuddelkindes hinter sich gelassen hat. Unter den Top 50 der „Crap Towns“ ist die Stadt  schon nicht mehr zu finden.

Die Bewerber für die UK City of Culture 2021 stehen schon in den Startlöchern; dazu gehören u.a. Coventry, Hereford, Sunderland und Wells.

Hull City Hall illuminiert.
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Das City of Culture Logo in den Queens Gardens.
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Eine Kunstinstallation im Rahmen des Kulturprogramms.
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Published in: on 16. Mai 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Seven Seas Fish Trail in Hull (East Yorkshire)

Der "Cod" (Kabeljau) am Beverley Gate.    © Copyright Eirian Evans

Der „Cod“ (Kabeljau) am Beverley Gate.
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„Find the Fish, Explore the City“ heißt es in Hull im Osten der Grafschaft Yorkshire. Der City Council von Hull hatte 1992 die Idee, die Stadt ein Stückchen attraktiver zu machen, indem ein selbstgeführter Rundgang, der Seven Seas Fish Trail, mit Hilfe von in das Straßenpflaster eingelegten Fischen eingerichtet wurde. Man beauftragte den Künstler Gordon Young, der 41 verschiedene Fischarten in ihrer Originalgröße kreierte und diese auf dem Rundgang unterbrachte. Der kleinste Fisch ist eine Sardelle, der größte ein über drei Meter langer Rochen. Dem Ganzen gab man noch einen witzigen Touch, indem man einige Fische an besonderen Orten platzierte. Am Marktplatz, dem „Market Place“, wurde eine „Plaice“ (Scholle) positioniert, an einer Umspannstation ein „Electric Eel“ (Zitteraal) und vor einer Bank ein „Shark“ (Hai).

Mehr als 400 000 Menschen haben den Seven Seas Fish Trail schon „bewältigt“, der am Touristenbüro beginnt. Dort bekommt man eine kleine Karte ausgehändigt, in der die Standorte der Fische eingezeichnet sind. Wer möchte kann an einigen der Fischen auch das in England so beliebte Brass Rubbing durchführen (Brass Rubbing = Durchpausen eines Bildes auf einer Messingplatte). Das dafür benötigte Werkzeug erhält man ebenfalls im Touristenbüro in der Paragon Street.

Die Tour beginnt vor dem Rathaus; dort ist ein Schwarm von 36 kleinen Sardellen eingelassen. Die letzte Station mit der Nummer 41 ist am Whitefriargate; dort findet man den Zander. Gesponsert wurde die originelle Touristenattraktion, die auch bei Kindern sehr beliebt ist, von der ortsansässigen Firma Seven Seas, die Nahrungsergänzungsmittel herstellt.

Hier ist der Fish Trail im Film zu sehen.

Published in: on 14. Juni 2013 at 02:00  Comments (1)  
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Kingston-upon-Hull und seine Telefonzellen

Eine cremefarbene Telefonzelle in Hull.   © Copyright Ian S

Eine cremefarbene Telefonzelle in Hull.
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Eine schöne Frage bei den so beliebten abendlichen Pub-Quizzes wäre. „Wie heißt die einzige Stadt in Großbritannien, in der es nie rote Telefonzellen gab?“
Ob die Frage wohl beantwortet würde? Die Auflösung lautet: Kingston-upon-Hull im äußersten Osten von Yorkshire, am River Humber gelegen.

Hull, so die gebräuchliche Kurzform der Stadt, führte schon immer ein Eigenleben, liegt sie doch ziemlich weit ab von allen anderen Städten des Landes. Von der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg bombardiert, wurde Hull stark in Mitleidenschaft gezogen, und auch der Wiederaufbau gestaltete sich nicht optimal. Man kämpfte viele Jahre gegen ein gewisses „Schmuddelimage“ an, das der Stadt anhaftete, hat aber große Anstrengungen unternommen, um das zu ändern.

Hull ist die einzige Stadt in Großbritannien, die seit 1902 ein eigenes, unabhängiges Telefonsystem hat, das heute von der Firma KC (Kingston Communications) betrieben wird. Die typischen, früher im ganzen Land zu findenden roten Telefonzellen gab es hier nicht. Optisch sehen die Telefonzellen in Hull zwar so ähnlich aus, sind aber cremefarben und haben auch keine Krone über der Tür.
Mittlerweile sind die roten, von Sir Giles Gilbert Scott entworfenen Telefonhäuschen nicht mehr so oft in England zu finden, sie wurden durch modernere, K7, K8 und jetzt KX100 genannte ersetzt.

Die Firma KC wollte die meisten der Telefonzellen in Hull abbauen, da die Nutzung im Zeitalter der Mobiltelefone nachgelassen hatte, stieß dabei aber auf Widerstand in der Bevölkerung, die sich davon nicht trennen mochte. Rund 125 von diesen K6-Boxen sind noch im Stadtgebiet aufgestellt; etwa 1000 wurden an Interessenten verkauft.

In Hull gibt es seit August 2012 sogar eine goldfarbene Telefonzelle. Zu Ehren der britischen Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in London wurde von der Royal Mail in deren Heimatorten jeweils ein Briefkasten in goldener Farbe angemalt (ich berichtete in meinem Blog darüber). In Hull ehrte man Luke Campbell, der die Goldmedaille im Boxen im Bantamgewicht gewann, mit einer seiner Medaille entsprechenden K6-Box, die auf dem Market Place steht.

Die goldene Telefonzelle am Market Place in Hull.   © Copyright Ian S

Die goldene Telefonzelle am Market Place in Hull.
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Published in: on 13. April 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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