Queen Anne’s Alcove im Londoner Hyde Park

Es sieht so aus wie ein überdimensioniertes Wartehäuschen an einer Bushaltestelle (Sorry, Sir Christopher!), der Queen Anne’s Alcove im Londoner Hyde Park. Im Inneren gibt es eine Bank und man ist vor Regen geschützt, aber es wird nie ein Bus hier halten. Man findet Queen Anne’s Alcove am Ende des Serpentine Lake in Richtung Bayswater Road..

Entworfen hatte das Gebäude der berühmte Sir Christopher Wren (ja, er konnte nicht nur Kirchen bauen) im Jahr 1705, da stand es aber noch am Kensington Palace, am Dial Walk. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Stimmen laut, das Haus abzureißen, da vielen das Publikum, das sich dort einfand, nicht gefiel. Prostituierte gingen hier auf Kundenfang und das wollte man so dicht am vornehmen Kensington Palace nicht haben. Als ein Londoner Bauunternehmer von den Vernichtungsplänen hörte, war er außer sich, denn er mochte das Gebäude im Hyde Park sehr, und ein „brainchild“ von Sir Christopher Wren abreißen, das ging ja nun gar nicht, also griff der Mann tief in seine Privatschatulle und ließ Queen Anne’s Alcove im Jahr 1867 an die jetzige Stelle versetzen. Ob Queen Anne, die 1714 im Kensington Palace verstarb, jemals in dem ihr gewidmeten Alcove gesessen hat, kann ich leider nicht sagen.

Wer beim Besuch der Italian Gardens, die direkt vor dem Alcove liegen, von einem Regenschauer überrascht wird und keinen Schirm dabei hat, kann hier schnell Zuflucht finden (oder in das benachbarte Italian Gardens Café einkehren).

Das 7 July Memorial im Londoner Hyde Park

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Im Londoner Hyde Park finden sich eine ganze Reihe von Gedenkstätten, von denen ich in meinem Blog zum Beispiel die Achilles Statue und das Animals in War Memorial vorgestellt habe. Am 7. Juli 2009 fand die Einweihung eines weiteren Denkmals statt, das an die Bombenanschläge vom 7. Juli 2005 und deren Opfer erinnert. Der Prince of Wales und seine Gattin Camilla nahmen die feierliche Einweihung am vierten Jahrestag der Anschläge vor, denen 52 Menschen zum Opfer fielen. Hier ist ein Film über die Einweihung.

Man findet das 7 July Memorial im Südosten des Hyde Parks; es besteht aus 52 Stahlsäulen, jede für eines der Opfer, die 3,5 Meter hoch und in vier Gruppen zusammengefasst sind. Jede Gruppe steht für einen der Anschlagsorte:
Tavistock Square – Hier traf es einen Bus der Linie 30
Aldgate – Eine Bombe wurde in einem Zug der U-Bahnlinie Circle Line auf dem Weg von der Liverpool Street Richtung Aldgate gezündet.
King’s Cross – Eine weitere Bombe explodierte in einem Wagen der Piccadilly Line zwischen King’s Cross und Russel Square
Edgware Road – Wieder war es ein Wagen der Circle Line, der gerade den Bahnhof Edgware Road in Richtung Paddington verlassen hatte, als er von einer Bombe zerrissen wurde.

Die Namen der 52 Opfer sind auf einer stählernen Tafel am Rande des Memorials eingraviert.

Die Gedenkstätte entstand in Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Opfer und dem Londoner Architekturbüro Carmody Groarke, dem ebenfalls in London ansässigen Ingenieurbüro Arup (beteiligt u.a. an The Shard, The Gherkin, Angel of the North) und den Landschaftsarchitekten Colvin and Muggridge (Arbeiten im Blenheim Park, Petworth Park und Compton Verney). Dem Team stand der berühmte Bildhauer Antony Gormley beratend zur Seite. Carmody Groarke wurde 2010 für den Entwurf mit dem RIBA Award des Royal Institute of British Architects ausgezeichnet.

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Published in: on 18. Februar 2016 at 02:00  Comments (3)  
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