Freilandskulpturen Teil 3: Der Tout Quarry auf der Isle of Portland (Dorset)

Blick vom Tout Quarry Sculpture Park auf die Isle of Portland.   © Copyright Adrian King and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick vom Tout Quarry Sculpture Park auf die Isle of Portland.
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Die Londoner St Paul’s Cathedral, der Buckingham Palace und das Banqueting House sind nur drei Beispiele für berühmte Gebäude, die aus Portland-Stein gebaut worden sind, jenem Naturstein, der aus den Steinbrüchen auf der Isle of Portland in der Grafschaft Dorset  herausgebrochen wird.

Einer dieser vielen Steinbrüche ist der Tout Quarry, der von 1750 bis 1982 das Baumaterial für unzählige Häuser lieferte. Nachdem er geschlossen worden war, gründete der Portland Sculpture and Quarry Trust hier einen Park, in dem Lehrgänge für Bildhauer und Steinmetze angeboten werden. Stein steht nach wie vor in jeder Menge zur Verfügung, und die Kunstwerke, die hier geschaffen worden sind, kann man besichtigen.
Die Zufahrt zum Tout Quarry erfolgt von Weymouth aus über die A354. Südlich von Fortuneswell biegt an einem Kreisverkehr die Wide Street ab, von der es wiederum zum Tradecroft Estate abgeht. Dort ist der Steinbruch zu finden.

Zahlreiche Kunstwerke sind in dem Skulpturenpark zu sehen, temporäre als auch permanente. Eine kleine Auswahl möchte ich hier vorstellen:

  • Antony Gormley ist wohl der berühmteste und bekannteste Künstler, der im Tout Quarry gearbeitet hat. „Still Falling“ heißt seine Skulptur, die er in den Stein des Tout Quarry gemeißelt hat.
  • 1992 entstand „Window“ von Justin Nichol, das sich großer Beliebtheit bei den Besuchern erfreut.
  • Eine Gruppe niederländische Bildhauer, die sich Group 85 nannte, schuf den „Circle of Stones„, in dessen Mitte ein Tisch steht, der von steinernen Sitzen umgeben ist. Dieser Steinkreis ist von einem weiteren umgeben, der aus bankartigen Steinblöcken besteht.
  • Ein Schiffswrack gestaltete die Londoner Künstlerin Rosie Leventon, das sie „Wreck“ nannte und nach einem Boot namens Lerret geformt wurde, das in dieser Region von Fischern verwendet wurde.

Dieser Film zeigt einige besonders schöne Kunstwerke in dem Steinbruch auf der Isle of Portland.

"Still Falling" von Antony Gormley.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Still Falling“ von Antony Gormley.
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"Window" von Justin Nichol.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Window“ von Justin Nichol.
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"Circle of Stones" von Group 85.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Circle of Stones“ von Group 85.
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"Wreck" von Rosie leventon.   © Copyright Oliver Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

„Wreck“ von Rosie Leventon.
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Published in: on 9. Dezember 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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„Rabbit“ – Ein absolutes Tabuwort auf der Isle of Portland in Dorset

Ein auf der Isle of Portland gefürchtetes  "underground mutton". This file is made available under the Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.

Ein auf der Isle of Portland gefürchtetes „underground mutton“.
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Die meisten Menschen finden Kaninchen putzig und niedlich, es sei denn, sie treten in Massen auf, fressen die Pflanzen in Gärten ab  und unterhöhlen ganze Landstriche. Auf der Isle of Portland im äußersten Süden der Grafschaft Dorset finden sich für Kaninchen wohl kaum Freunde; dort ist sogar das Wort „rabbit“ absolut verpönt und man sollte sich als Besucher der Insel dafür hüten, dieses Wort auszusprechen, denn die Bewohner reagieren darauf allergisch. Warum?

Das Wort Kaninchen leitet sich aus dem Lateinischen „cuniculus“ ab, was gleichzeitig auch „unteridischer Gang“ bedeutet und genau dafür sind die Vierbeiner berüchtigt: Das Anlegen unterirdischer Gänge. Die „Isle of Portland rabbits“ taten das mit besonderer Begeisterung, was irgendwann dazu führte, dass Steinbrüche einstürzten und die Arbeiter unter den Geröllmassen begruben. Einmal kippte sogar ein Kran um, weil der Boden auf dem er stand durch zahlreiche Kaninchenbaue unterhöhlt war, wobei der Kranführer getötet wurde.

Der Abbau des weltberühmten Portland-Steins war die wichtigste Einnahmequelle der Insel und eine Behinderung dieses Wirtschaftszweiges konnte nur negative Folgen haben. Die Steinbrucharbeiter waren aber auch ein abergläubiges Völkchen, denn es hieß, wenn sie morgens zu den Steinbrüchen gingen und ein Kaninchen sahen, drehten sie gleich wieder um und gingen nach Hause, aus Furcht, dass es wieder zu einem Unglück kommen könnte.

So ähnlich wie bei Theaterleuten, die den Titel des Shakespeare-Dramas „Macbeth“ nicht auszusprechen wagen und stattdessen „Das schottische Stück“ sagen, sprechen die Bewohner der Isle of Portland niemals von „rabbits“, sondern sagen „underground mutton“ oder „those furry things„.

Im Jahr 2005, als der Animationsfilm „Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit“ (dt.: „Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen“) in England in die Kinos kam, verwendete man hier unten im Süden Dorsets nicht die Originalposter, sondern fertigte spezielle an, auf den nicht der Titel stand, sondern nur „Something Bunny Is Going On„.

Kaninchen sind überhaupt in England eng mit Aberglauben verwoben, so heißt es, wenn man am ersten Tag eines neuen Monats als erstes die Worte „rabbit, rabbit, white rabbit“ ausspricht, dann wird das ein guter Monat.

Fazit: Wenn man von Weymouth kommend, auf der A354 auf die Isle of Portland fährt, sollte man am besten das Thema“…“ gar nicht erst ansprechen, es könnte nur Unglück bringen.

Ein ehemaliger Steinbruch an der Westküste der Isle of Portland.    © Copyright Jim Champion and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein ehemaliger Steinbruch an der Westküste der Isle of Portland.
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Published in: on 9. August 2015 at 02:00  Comments (1)  
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