Die Statue des Peter Pan in den Londoner Kensington Gardens

 

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Sir James Matthew Barrie (1860-1937) ist mit seiner Figur des Peter Pan in die Annalen der Weltliteratur eingegangen. 1902 erblickte Peter das Licht der Welt und zwar in der Geschichtensammlung „The Little White Bird“ (dt. „Kleiner weißer Vogel: Abenteuer im Kensington Park“). 1906 tauchte sein Name dann auch im Titel eines Buches auf,  „Peter Pan in Kensington Gardens“ (dt. „Peter Pan im Waldpark“), eine nahezu unveränderte Fassung der Kapitel 13 bis 18 aus dem „Little White Bird“.

Wie man sieht, spielen die Londoner Kensington Gardens eine Rolle in den Peter Pan-Geschichten; kein Wunder, wohnte doch der Schöpfer des „kleinen Jungen, der nie erwachsen werden wollte“ direkt am Park in der Bayswater Road 100, in einem Haus, das mit einer blauen Plakette verziert ist, auf dem die Lebensdaten des Schriftstellers vermerkt sind. Die drei Söhne seiner Nachbarn Arthur and Sylvia Llewelyn Davies waren die ersten, die die Peter Pan-Geschichten zu hören bekamen; Barrie erzählte sie ihnen im Park.

Schon früh war Sir James der Ansicht, dass Peter Pan mit einer Statue in den Kensington Gardens verewigt werden sollte. Er beauftragte den Bildhauer Sir George Frampton mit der Arbeit und 1912 war die Bronzestatue fertig. In der Nacht zum 1. Mai wurde sie heimlich aufgestellt, und Barrie setzte an dem Tag eine Anzeige in die Times, in der er mitteilte, dass auf die Kinder, die am Serpentine-See die Enten füttern gehen, eine Überraschung wartet. Am nördlichen Ende des Sees, The Long Water genannt, stand Peter nun Flöte spielend auf einem Baumstumpf, umgeben von Feen, Eichhörnchen, Kaninchen und Mäusen. Modell für die Peter Pan-Statue stand einer der drei Llewelyn Davies-Söhne, Michael*.

Später wurden Repliken der Statue angefertigt und an anderen Orten aufgestellt, z.B. in Liverpools Sefton Park. Auch in Belgien, Australien, Kanada, den USA und in Japan sind Abgüsse des Werks von George Frampton zu finden.

*Michael Llewllyn Davies ertrank kurz vor seinem 21. Geburtstag unter mysteriösen Umständen am Sandford Lock in der Themse, nicht weit von Oxford entfernt.

Hier ist ein Film über die Statue.

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Und hier die Replika im Sefton Park von Liverpool.    © Copyright Sue Adair and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 9. Dezember 2014 at 02:00  Comments (1)  
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James Matthew „Peter Pan“ Barrie und seine Begeisterung für Cricket

Das Stanway House und der berühmte Springbrunnen.    © Copyright Colin Craig and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Stanway House und der berühmte Springbrunnen.
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Vor kurzem sah ich mir bei ARTE den Spielfilm „Wenn Träume fliegen lernen“ (Originaltitel „Finding Neverland“) mit Johnny Depp und Kate Winslet an; darin geht es um die Entstehung des Kinderbuch-Klassikers „Peter Pan“. Das brachte mich auf die Idee, einmal über eine andere, weniger bekannte Seite des „Peter Pan“-Schöpfers James Matthew Barrie zu schreiben: Seine Vorliebe für das Cricketspiel.

Der schottische Schriftsteller (1860-1937) war häufig auf dem Landsitz Stanway House in Gloucestershire zu Gast, das den Eltern seiner Sekretärin, Cynthia Asquith, gehörte. Lord und Lady Wemyss nahmen Barrie gern bei sich auf, der sich hier sehr wohlfühlte und das Stanway House bald als seine zweite Heimat betrachtete. Hier gab es ein Cricketspielfeld mit einem alten ausgedienten Eisenbahnwaggon als Pavillon; den ließ Barrie entfernen und stattdessen durch ein richtiges gemauertes Gebäude ersetzen, das auf 25 sogenannten „staddle stones“ ruht, das sind pilzförmige Steine, die verhindern sollen, dass sich dort Ungeziefer breitmacht.  Dieses reetgedeckte Haus steht auch heute noch in Stanway.

Barrie hatte sogar einen eigenen Cricketclub gegründet, den er „Allahakbarries“ nannte, ein Wortspiel aus seinem Nachnamen und dem Arabischen Allah Akbar, was er als „Der Himmel möge uns helfen“ deutete, was aber „Gott ist groß“ heißt. Dieser Club war zeitweise so etwas wie eine literarische All Stars-Vereinigung, denn zu seinen Mitgliedern gehörten namhafte Schriftsteller wie Sir Arthur Conan Doyle, P.G. Wodehouse, A.A. Milne, Herbert George Wells, Jerome K. Jerome und Gilbert Keith Chesterton. Wie hoch Barrie das Cricketspiel einschätzte, zeigte seine Aussage, dass er den Cricket-Erfinder noch über den „Hamlet“-Schöpfer Shakespeare einstufte.

1890 schrieb Barrie ein 40seitiges Buch über seinen Cricketclub mit dem Titel „Allahakbarries C.C„, das 1950 noch einmal nachgedruckt wurde.

Das Stanway House und die dazugehörenden Gärten, die noch heute im Besitz der Wemyss Familie (Lord und Lady Neidpath) sind, kann man in den Sommermonaten jeweils dienstags und donnerstags zwischen 14 und 17 Uhr besichtigen. Berühmt ist der Springbrunnen, der zu den höchsten in ganz Europa zählt.

Stanway liegt nordöstlich von Cheltenham an der B4077.

Das Buch zum Artikel:
Kevin Telfer: Peter Pan’s First XI: The Story of J.M. Barrie’s Cricket Team. Hodder&Stoughton 2010. ISBN 9780340919453.
Hier ist ein Video über das Buch.

Barries Cricket-Pavillon in Stanway.    © Copyright Jeremy Bolwell and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 7. April 2014 at 02:00  Comments (1)  
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