Kedgeree – Ein Reisgericht mit Fisch, das man auch zum Frühstück essen kann

In jedem Hotel in England, in dem ich bisher gewohnt habe, gibt es auf der Menükarte am Frühstückstisch mindestens zwei Fischgerichte, den Kipper und oft auch den „smoked haddock„. Räucherlachs kann man sich meist zum Rührei bestellen, und dann gibt es noch hin und wieder das Kedgeree, was aber nach meiner Erfahrung nicht so oft vorkommt. Meine erste Begegnung mit Kedgeree fand im Madeley Court Hotel in Telford in der Grafschaft Shropshire statt. Dort sah ich auf der Frühstückskarte das mir bis dahin unbekannte Gericht und orderte es. Ich fand es so wohlschmeckend, dass Kedgeree seitdem auch bei uns zuhause auf den Tisch kommt, allerdings nicht zum Frühstück, sondern mittags oder abends als Hauptgericht.

In der Regel besteht Kedgeree aus Reis, gekochten Eiern, indischen Gewürzen und Fisch; wir nehmen immer in Milch erwärmten, geräucherten Heilbutt, der sich meiner Meinung nach am besten dafür eignet. Der Fisch wird nach dem Erwärmen in kleine Stücke gezupft, fertig!

Wie der Name schon vermuten lässt, ist Kedgeree ein Gericht der britisch-indischen Küche, das Arthur-Robert Kenney-Herbert (1805–1884), ein hochrangiger Kolonialoffizier, in seinem Heimatland populär machte. Er diente nicht nur in der Armee, sondern schrieb auch Kochbücher. Während seiner Zeit in Indien veröffentlichte er seine Rezepte in Tageszeitungen des Subkontinents, meist unter dem Pseudonym Wyvern. Vielleicht war es ihm ein wenig unangenehm, seinen richtigen Namen mit dem Thema „Kochen“ in Zusammenhang zu bringen, denn Soldatentum und Kochen passte in der damaligen Zeit nicht so recht zusammen. Als Kenney-Herbert wieder zuhause in England war, erschienen einige seiner Kochbücher, darunter auch „Fifty breakfasts„, in dem er das Kedgeree propagierte.

Wer gern Fisch ist, dem kann ich dieses Gericht empfehlen, das in diesem Film von Nigella Lawson zubereitet wird, die dafür Lachs verwendet; es gibt also viele alternative Zubereitungsmöglichkeiten.

Published in: on 11. Dezember 2020 at 02:00  Comments (8)  
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