Famous Graves – Major General Sir William Casement in Kensal Green Cemetery in London

Der Friedhof von Kensal Green hat viele Ähnlichkeiten mit dem Père Lachaise in Paris, dichtbewachsene Wege ziehen sich durch die riesige Anlage, romantisch-morbide Grabmäler reihen sich aneinander, man trifft auf berühmte Persönlichkeiten, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Das Grabmal von Major General Sir William Casement (1778-1844) ist eines jener bombastisch gestalteten Bauwerke, das auf einer Platte aus Portlandstein ruht. Darauf steht der Sarkophag, bedeckt mit dem Mantel des Generals, und darauf sein Schwert und sein Zweispitz. Das Grabmal wird von einem Baldachin überdacht, der auf den Köpfen von vier indischen Säulenträgern steht. Casement war in Indien stationiert und sollte eigentlich in sein Heimatland zurückkehren, als er einen Brief erhielt, der ihn aufforderte in Indien zu bleiben, da es in der Madras Army Unruhen gab. Er erkrankte bald darauf an Cholera und starb 1844 in Cossipore.

Das unter Denkmalschutz stehende Grabmal ist in keiner guten Verfassung mehr und soll möglichst bald restauriert werden.

This image is in the public domain because its copyright has expired. However it must not be used  for commercial purposes.

 

Published in: on 17. Februar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Famous Graves – Charles Blondins Grab auf dem Londoner Kensal Green Cemetery

Grab Nummer 13198, Quadrat 140, Reihe 1, so lautet die letzte Adresse von Jean François Gravelet, besser bekannt unter dem Namen Charles Blondin, der 1824 im französischen St Omer im Pas-de-Calais geboren wurde und einen großen Teil seines Lebens in England zugebracht hatte. Wie seinem Grabstein zu entnehmen ist, starb er am 22. Februar 1897 im Niagara House in Ealing, einem westlichen Stadtteil von London. Das Haus liegt in der Northfield Avenue. Der Name von Blondins Wohnsitz weist auf einen Ort hin, der in seinem Leben eine große Rolle gespielt hat: Die Niagara-Wasserfälle im US-Bundesstaat New York an der Grenze zu Kanada.

Wer Monsieur Blondin nicht kennt, er war einer der bedeutendsten Seiltänzer der Welt und besonders spektakulär waren seine Überquerungen der Wasserfälle in fünfzig Meter Höhe. Doch ihm genügte die „einfache“ Überquerung auf einem Seil bei weitem nicht, Blondin schraubte den Schwierigkeitsgrad immer höher; so begab er sich mit verbundenen Augen auf das Seil, nahm seinen Manager huckepack mit, schob einen Menschen auf einer Schukarre hinüber, ging auf Stelzen, nahm eine Kamera mit Stativ auf seine rund 23-minütige „Reise“ und fotografierte aus luftiger Höhe sein Publikum. Einmal nahm er einen kleinen Ofen mit und bereitete auf halber Strecke ein Omelett zu. Der Mann kannte einfach keine Angst; alle seine Vorführungen unternahm er ohne Netz.

In England trat er an verschiedenen Orten in London auf, wo er das Publikum ebenfalls begeisterte. 1873 überquerte er das Edgbaston Reservoir in Ladywood in Birmingham. Die Begeisterung dort für Blondins Kunststück hielt offenbar sehr lange an, denn 1992 stellte man am Ladywood Middleway eine Statue auf, die den Akrobaten zeigt wie er gerade sein Seil „besteigt“.

In seinem letzten Wohnort Ealing nehmen zwei Straßen Bezug auf den berühmten Bewohner, eine kurze Sackgasse mit dem pompösen Namen Blondin Avenue und die parallel dazu verlaufende Sackgasse Niagara Avenue, beide in unmittelbarer Nähe zum Niagara House.

Blondin teilt sich sein Grab auf dem Kensal Green Cemetery mit seiner Frau Charlotte, die bereits 1888 starb. Das Grabmal aus rotem Granit zeigt marmorene Medaillons der Gesichter der beiden. Ein Engel steht oben darauf und wacht über die Ruhe der Blondins. Einmal im Jahr trifft sich der Blondin Memorial Trust an der Grabstelle und gedenkt dem Akrobaten.

Hier ist ein kleiner Film über Blondin und seine Niagara Falls-Überquerung.

Die Blondin Avenue in Ealing.   © Copyright James Emmans and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Blondin Avenue in Ealing.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright James Emmans and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Blondin-Denkmal in Ladywood/Birmingham. Author: Oosoom. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Das Blondin-Denkmal in Ladywood/Birmingham.
Author: Oosoom.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 6. Januar 2017 at 02:00  Comments (1)  
Tags: ,

Der Kensal Green Cemetery – Eine grüne Oase im Westen Londons

Der Haupteingang zum Kensal Green Cemetery an der Harrow Road.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rodney Burton

Als die hygienischen Zustände auf den Londoner Friedhöfen im 19. Jahrhundert immer schlimmer wurden, entschied man sich dafür, neue große Anlagen dafür vorzusehen. Bisher bestattete man die Toten auf kleinen Kirchhöfen, die schnell überfüllt waren. 1832 wurde ein Gesetz erlassen, das private Friedhöfe zuließ und der erste der sogenannten „Magnificent Seven„, der Kensal Green Cemetery, wurde am 24. Januar 1833 vom Bischof von London geweiht und in diesem Monat fand auch die erste Beerdigung statt.

Vorbild für den Kensal Green Cemetery war der Pariser Friedhof Père Lachaise und so pflanzte man gleich zu Beginn 800 Bäume, um der Anlage einen parkähnlichen Charakter zu geben. Wie in Paris findet man auch auf dem Londoner Pendant zahlreiche große Mausoleen, in denen die Reichen und Berühmten beigesetzt wurden.
Betrieben wird Kensal Green seit Beginn bis heute von der General Cemetery Company, die auch für das West London Crematorium zuständig ist, das auf dem gleichen Gelände liegt.

Über 65 000 Grabstellen findet man hier und es sollen 550 Berühmtheiten in Kensal Green beerdigt worden sein, deren Namen im Dictionary of National Biography stehen. Hier einige Beispiele:

– Die beiden Ingenieure Sir Marc Isambard Brunel und sein Sohn Isambard Kingdom Brunel
– Der Schriftsteller William Makepeace Thackeray
– Der Schriftsteller Wilkie Collins
– Der Mathematiker und Erfinder Charles Babbage
– Der österreichische Lyriker Erich Fried
– Der Nobelpreisträger Harold Pinter
– Der Erfinder und Industrielle Carl Wilhelm Siemens

Im West London Crematorium wurden seinerzeit die Schauspielerin Ingrid Bergman und der Queen-Sänger Freddie Mercury verbrannt.

Die Friends of Kensal Green Cemetery bieten im Sommerhalbjahr jeden Sonntag um 14 Uhr eine geführte Tour durch den Friedhof an, die zeitweise auch die Katakomben einschließt, die unter der Anglican Chapel liegen. Im Winterhalbjahr finden diese Touren nur an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat statt.

Hier sind einige stimmungsvolle Bilder vom Kensal Green Cemetery zu sehen.

Kensal Green Cemetery
Harrow Road
London
W10 4RA

Das Buch zum Artikel:
James Stevens Curl: Kensal Green Cemetery. Phillimore 2001. 448 Seiten. ISBN 978-1860771941.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Mike Quinn

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sebastian Ballard