Das Latimer Music Festival 2018 in der Kirche St Mary Magdalene in Buckinghamshire

Über meinen Besuch in dem kleinen Dörfchen Latimer im Dunstkreis von Amersham in der Grafschaft Buckinghamshire gelegen, berichtete ich in meinem Blog schon ausführlich. Die Hauptpunkte hier sind das dreieckige Village Green mit dem Boer War- und dem Pferdeherz-Memorial, das DeVere Latimer Hotel und die Kirche St Mary Magdalene. Die Dorfkirche wurde um 1841 von dem Architekten Edward Blore (1787-1879) erbaut, der in London u.a. am Buckingham Palace, am St James’s Palace und am Lambeth Palace Arbeiten durchgeführt hat. 1867 wurde ein anderer berühmter Architekt beauftragt, St Mary Magdalene zu erweitern: Sir George Gilbert Scott (1811-1878), der unzählige Gebäude errichtet bzw. restauriert hat, darunter auch sehr viele Kirchen. Auftraggeber war William George Cavendish, 2nd Baron Chesham (1815-1882), der im Latimer House, gleich gegenüber der Kirche, residierte.

In dieser Kirche findet in diesem Jahr vom Freitag, dem 31. August bis Sonntag, dem 2. September das Latimer Music Festival statt, das aus fünf Veranstaltungen besteht, bei denen sowohl international bekannte Musiker als auch Chöre aus der näheren Umgebung auftreten werden. Im Mittelpunkt der Konzerte stehen Kammermusik und Werke von Debussy, Mozart, Brahms und Beethoven. Es treten auf die Sopranistin Erica EloffFenella Humphreys (Violine), Shelley Levy (Klarinette), Rudi de Groote (Cello) und Håkon Austbø (Klavier), um nur einige zu nennen. Am Samstagabend wird mit einem Konzert an das Ende des Ersten Weltkrieges von hundert Jahren gedacht. Beendet wird das Latimer Music Festival am Sonntagnachmittag mit dem Auftritt dreier Chöre aus der Region, den Chiltern Singers, den Bucks Voices und dem Chess Valley Singing for Pleasure Choir.

Organisiert wird das Festival von den Friends of Latimer, die sich für das kulturelle und soziale Wohlergehen ihres kleinen Dorfes einsetzen.

Published in: on 3. August 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
Tags:

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Latimer (Buckinghamshire)

Latimers Village Green. Vorn das Denkmal für die im Burenkrieg Gefallenen, links davon "Pferdeherz-Monument".    © Copyright Des Blenkinsopp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Latimers Village Green. Vorn das Denkmal für die im Burenkrieg Gefallenen, links davon das „Pferdeherz-Monument“.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Des Blenkinsopp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Chesham, Chenies, Amersham sind die Nachbarorte des kleinen Dorfes Latimer in der Grafschaft Buckinghamshire, die alle aufmerksamen „Inspector Barnaby„-Zuschauer sicher schon einmal als Drehorte in der TV-Serie gesehen haben, die dort aber alle unter anderen Namen fungieren.
Latimer tauchte bisher nur zweimal auf und das auch nur recht kurz. In Episode 3 „Death of a Hollow Man“ (dt. „Requiem für einen Mörder“) sieht man den Theaterregisseur Harold Winstanley in seinem Cabrio zum Ende der Folge durch ein Dorf fahren, das ist Latimer. Ähnlich kurz war der „Auftritt“ des Ortes in Episode 79 „The Noble Art“ (dt. „Unter der Gürtellinie“), als man am Anfang (nach dem Vorspann) Tom und Joyce Barnaby durch Latimer fahren sieht.

Eine Besonderheit weist das Dorf in Buckinghamshire aber noch auf: Das Village Green. Auf dem kleinen, von hübschen Häusern umgebenen Dorfanger stehen zwei steinerne Denkmäler; eines erinnert an die Gefallenen im Burenkrieg aus Latimer und den Nachbarorten, das andere, kleinere an ein Pferd, das ebenfalls im Burenkrieg „kämpfte“ bzw. eingesetzt wurde. Nicht das ganze Pferd wurde unter dem Denkmal beigesetzt, sondern nur sein Herz. Wie es dazu kam, da kursieren unterschiedliche Geschichten. Eine davon:

Lord Chesham, der im Latimer House wohnte, einem Herrenhaus gleich neben der Kirche St Mary Magdalene (in der übrigens jährlich das Midsummer (!!) Music Festival stattfindet), und seinerzeit im Burenkrieg als General diente, soll dort bei der Schlacht von Boshof am 5. April 1900 Seite an Seite mit dem französischen General Villebois-Mareuil gekämpft haben. Der Franzose wurde getötet, als er gerade versuchte das Leben des britischen Generals zu retten, wobei auch das „französische“ Pferd verwundet wurde. Aus Dankbarkeit nahm Lord Chesham den Vierbeiner mit nach England ins Latimer House zurück und nannte ihn Villebois. Nachdem das Pferd 1911 gestorben war, setzte man sein Herz auf dem Village Green bei und errichtete ihm zu Ehren das kleine Monument.
Ich bin nicht sicher ob Tom und Joyce Barnaby von dieser anrührenden Geschichte wussten, als sie durch Latimer fuhren und am Village Green vorbeikamen (beide Denkmäler sind in der Szene zu sehen).

Übrigens ist Latimer nur auf sehr schmalen einspurigen Straßen zu erreichen. Ich hatte das „Glück“, mit meinem Auto auf einen breiten Trecker zu treffen und musste ein ganzes Stück rückwärts fahren, bis ich eine Ausweichstelle fand.

Und hier noch einmal das Pferdegrab in Großansicht. Eigenes Foto.

Und hier noch einmal das Pferdeherzgrab in Großansicht.
Eigenes Foto.

Latimer House.    © Copyright Graham Horn and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Latimer House.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Horn and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

<