Lewis Carroll Teil 2: Sein Sterbeort Guildford (Surrey)

The Chestnuts in Guildford.   © Copyright David960 and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Chestnuts in Guildford.
   © Copyright David960 and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nachdem ich in meinem gestrigen Blogpost über Lewis Carroll und seinen Geburtsort Daresbury in Cheshire geschrieben habe, möchte ich heute über Guildford in Surrey schreiben und die Beziehung des Schriftstellers zu dieser Stadt. Charles Lutwidge Dodgson, wie sein richtiger Name lautet, verbrachte hier die letzten Jahre seines Lebens, in einem Haus namens The Chestnuts. Er hatte das Haus nach dem Tode seines Vaters im Jahr 1868 gekauft, denn er war jetzt an das neue Familienoberhaupt und musste sich um seine sechs unverheirateten Schwestern kümmern, die er alle in The Chestnuts unterbrachte. Das Haus steht noch heute an der steilen Straße Castle Hill; nicht weit davon entfernt, an der Castle Street Nummer 12, gibt es einen kleinen Laden, der The Mad Hatter heißt und natürlich…Hüte herstellt und verkauft.

Am 14. Januar 1898 starb Dodgson alias Carroll in The Chestnuts, in dem er 1872 sein zweites erfolgreiches Buch „Through the Looking- Glass“ (dt. „Alice hinter den Spiegeln“) geschrieben hatte. Kurz vor seinem Tod hinterließ er noch Instruktionen wie seine Beerdigungsfeier ablaufen sollte: Ohne großes Brimborium und mit möglichst geringen Kosten. Beerdigt wurde er auf dem Guildford Cemetery an der Straße The Mount im Süden der Stadt. Sein Grabstein trägt den Bibelspruch „Where I Am There Shall Also My Servant Be“ und die Inschrift „Revd Charles Lutwidge Dodgson (Lewis Carroll) Fell Asleep Jan. 14. 1898, Aged 65 Years“.

Die Figuren, die er sich für seine beiden Alice-Bücher erdachte, sind leider nicht auf dem Grab verewigt, die finden wir aber an einer anderen Stelle in Guildford. Am 11. Juli 1984 wurde die Figurengruppe „Alice and the White Rabbit“ in der Nähe des Stadtzentrums am River Wey eingeweiht, die ein lokaler Bildhauer, Edwin Russel, geschaffen hatte und die in London in Bronze gegossen wurde. Die beiden Mädchen, die dort zu sehen sind, wurden nach dem Abbild zweier Freundinnen der Töchter des Bildhauers geformt.

Da Lewis Carroll seinen Roman „Through the Looking-Glass“ in Guildford geschrieben hatte, errichtete man 1990 in den Castle Gardens eine Skulptur von Jeanne Argent, die Alice zeigt wie sie durch einen Spiegel blickt. Die Figur ist nur wenige Meter von Carrolls The Chestnut entfernt.

Das Hutgeschäft The Mad Hatter in der Castle Street.   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Hutgeschäft The Mad Hatter in der Castle Street.
   © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lewis Carrolls Grab.   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Lewis Carrolls Grab.
  © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alice and the White Rabbit am River Wey.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alice and the White Rabbit am River Wey.
   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alice Through The Looking-Glass" in den Castle Gardens.   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Alice Through The Looking-Glass in den Castle Gardens.
  © Copyright Colin Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 28. April 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,

Lewis Carroll Teil 1: Sein Geburtsort Daresbury (Cheshire)

The Lewis Carroll Centre in Daresbury.   © Copyright Stephen Craven and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Lewis Carroll Centre in Daresbury.
   © Copyright Stephen Craven and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Reverend Charles Dodgson arbeitete 16 Jahre lang, von 1827 bis 1843, als Vikar an der All Saints‘ Church in Daresbury in der Grafschaft Cheshire und hier in The Old Parsonage kamen Charles Lutwidge Dodgson, der sich später als Schriftsteller das Pseudonym Lewis Carroll zulegte, und neun seiner Brüder und Schwestern zur Welt. The Old Parsonage existiert schon lange nicht mehr, doch der National Trust hegt und pflegt die Stelle, an der der  „Alice in Wonderland„-Erfinder geboren wurde und die ersten elf Jahre seines Lebens verbrachte, noch immer, obwohl es außer einigen Gedenktafeln an dieser Stelle nichts mehr zu sehen gibt.

In Daresbury ist der Name Lewis Carroll noch immer präsent und es kommen regelmäßig Verehrer aus der ganzen Welt hierher, um den Spuren des Schriftstellers zu folgen. Da gibt es das Lewis Carroll Centre in der Daresbury Lane, ein Anbau an die All Saints‘ Church, das erst 2012 eröffnet wurde und in dem man sich sehr gut über das Leben des Mannes informieren kann, der eines der klassischen Kinderbücher überhaupt geschrieben hat. Im Centre hängt auch noch jene Glocke mit der sein Vater auf dem benachbarten Kanal die Flussschiffer zur Andacht auf seine schwimmende Kapelle rief. Man kann sich die berühmten Geschichten von Alice und ihren Freunden anhören, die zum Beispiel von Ken Dodd gelesen werden. Das Lewis Carroll Centre ist täglich geöffnet und der Eintritt ist kostenlos.

Viele kommen auch nach Daresbury, um sich in der All Saints‘ Church das berühmte Glasfenster anzusehen, auf dem Szenen aus dem Leben Carrolls und aus „Alice in Wonderland“ dargestellt sind. Da finden wir sie alle wieder, den Mad Hatter, die Cheshire Cat und The White Rabbit. 1935 wurde das Glasfenster anlässlich Carolls 100. Geburtstag eingeweiht.

Die Figuren, die wir in dem Glasfenster bewundern können, finden wir in Warrington wieder, das nur wenige Kilometer von Daresbury entfernt ist. Seit 1984 steht dort auf dem Market Square die acht Tonnen schwere Granitskulptur Mad Hatter’s Tea Party, die von Prinzessin Diana anlässlich eines Besuches in der Stadt eingeweiht wurde.

All Saints' Church.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Saints‘ Church.
   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Lewis Carroll-Gedenkfenster in All Saints' in Daresbury.   © Copyright Rich Tea and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Lewis Carroll-Gedenkfenster in All Saints‘ in Daresbury.
   © Copyright Rich Tea and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mad Hatters Tea Party in Warrington (Cheshire).   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Mad Hatters Tea Party in Warrington (Cheshire).
    © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St. Mary’s Church in Beverley (East Yorkshire) – Hier entdeckte Lewis Carroll sein Weißes Kaninchen

 

© Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

 

Beverley ist eine schöne alte Stadt im Osten Yorkshires und berühmt geworden durch das riesige Beverley Minster. Viele Besucher strömen dorthin und übersehen, dass es im Ort noch eine weitere sehr sehenswerte Kirche gibt, die aus der normannischen Zeit stammende St. Mary’s Church.

Freunde von Lewis Carrolls Geschichte „Alice im Wunderland“ besuchen aber vielleicht doch diese Kirche, weil es in ihr die Figur eines Kaninchens gibt, das Vorbild für Carrolls Weißes Kaninchen gewesen sein soll.

 Charles Ludwidge Dodgson, so der richtige Name von Lewis Carroll, soll einmal im Verlaufe eines Familienausflugs St. Mary’s besichtigt und dabei das Kaninchen gesehen haben, das im 13. Jahrhundert seinen Platz in der Kirche gefunden haben soll. Wer das „pilgrim rabbit“ (so genannt, weil es einen Pilgerstab in den Pfoten hält) erschaffen hat und aus welchem Grund ist unbekannt. Ganz leicht zu finden ist die Steinfigur in der Kirche nicht, man muss schon etwas suchen oder jemanden fragen.

Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Published in: on 13. Oktober 2010 at 04:40  Schreibe einen Kommentar  
Tags: ,