Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Episode 101 „The Dagger Club“ (dt. „Britisches Roulette“)

Das Long Crendon Courthouse. Eigenes Foto.

Das Courthouse in Long Crendon (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

Am 18. Dezember wurde in Großbritannien die erste Folge der 19. Staffel der „Inspector Barnaby“-Reihe (mit dem neuen Sergeant DS Jamie Winter, gespielt von Nick Hendrix), „The Village That Rose From the Dead“, ausgestrahlt; fünf weitere werden Anfang 2017 folgen.

Am 8. Januar nimmt das ZDF den Faden wieder auf und bringt die vier neue Folgen der 17. Staffel und die erste der 18. Es beginnt mit Episode 101 „The Dagger Club„, die auf Deutsch „Britisches Roulette“ heißt. Um es gleich vorweg zu sagen, meiner Auffassung nach eine ganz schwache Folge, die ich auch nach mehrmaligem Anschauen nicht ganz verstanden habe. Da spielen todbringende Rouletteräder  eine Rolle, das Luxton Deeping Crime Festival wird ausgetragen und das Manuskript eines Kriminalromans des angeblich verstorbenen Schriftstellers George Summersbee wird gestohlen. Mehr sei hier noch nicht verraten.
Wir treffen einige Schauspieler aus früheren Folgen wieder wie Adam Kotz als Nick Summersby, der den James Herrington in Folge 21  „The Worm in the Bud“ (dt. „Die Hexe von Setwale Wood“) spielte, und Simon Kunz als Miles Rattigan, vielleicht noch bekannt als Bruce Hartley in Episode 39 „Bantling Boy“ (dt. „Erben oder Sterben?“).

Da mich bei der ganzen „Midsomer Murders“-Serie aber sowieso die Drehorte mehr interessieren als die Handlung, hier noch einige Hinweise darauf. Long Crendon in Buckinghamshire (über das ich in meinem Blog mehrfach berichtete) wurde zum wiederholten Mal als Drehort ausgesucht; das große Dorf eignet sich eben sehr gut für Filmaufnahmen. Am Ende der High Street stehen das Courthouse, das dem National Trust gehört, und die St Mary’s Church. Das Courthouse wurde für „The Dagger Club“ als Buchhandlung umfunktioniert, in dem das Luxton Deeping Crime Festival stattfindet. Einge Szenen wurden auch auf dem Kirchhof von St Mary’s gedreht. Hier suchte ich einmal nach dem Grab meiner Lieblings-Schriftstellerin Margaret Yorke, die in Long Crendon wohnte, aber leider vergeblich. Auch ein Bediensteter der Kirche und die Bibliothekarin der Public Library, rund hundert Meter von der Kirche entfernt, konnten mir über die Grabstelle keine Auskunft geben, obwohl ein Foto von Margaret Yorke in der Bibliothek ausgestellt war.

Ein weiterer Drehort war das Britwell House in Britwell Salome in Oxfordshire, über das ich in meinem Blog schon einmal berichtete. Hier wohnen in der Folge „Britisches Roulette“ die Summersbees. Aufmerksame Verfolger der TV-Serie erkennen das Haus vielleicht wieder aus Folge 28 „Birds of Prey“ (dt. „Unglücksvögel“) und Folge 50 „Death in Chorus“ (dt. „Tote singen nicht“).

Die nächsten vom ZDF gesendeten Folgen:
Am 15. Januar „Murder by Magic“ -> „Mord mit Magie“
Am 22. Januar „The Ballad of Midsomer County“ -> „Ein mörderisch guter Song“
Am 29. Januar „A Vintage Murder“ -> „Ein letzter Tropfen“
Am 05. Februar „Habeas Corpus“ -> „Und wo sind die Leichen“

 

St Mary's direkt neben dem Courthouse in Long Crendon. Eigenes Foto.

St Mary’s direkt neben dem Courthouse in Long Crendon.
Eigenes Foto.

Britwell House in Britwell Salome (Oxfordshire).   © Copyright Andrew Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Britwell House in Britwell Salome (Oxfordshire).
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Published in: on 26. Dezember 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Episode 98: The Christmas Haunting (dt. „Wer mit Geistern spielt“)

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Fünf Episoden der Staffel 16 der ITV-Krimiserie „Midsomer Murders“ wurden bereits im englischen Fernsehen gezeigt. Die Folge 98 „The Christmas Haunting“  (dt. „Wer mit Geistern spielt“) lief am 24. Dezember, also noch vor den Folgen 96 und 97, die am 8. bzw. am 29. Januar 2014 ausgestrahlt wurden. Die DVDs der drei Episoden erscheinen am 4. März im Handel; ich hatte das Glück, alle drei schon vorab direkt von der Produktionsfirma Acorn Media erwerben zu können, die eine begrenzte Auflage zur Verfügung stellte.

Ich war besonders an „The Christmas Haunting“ interessiert, weil ich einen kleinen Moment der Geburtsstunde dieser Episode in England miterleben konnte. Wie ich schon in meinem Blogeintrag über das Long Crendon Manor in Long Crendon (Buckinghamshire) berichtete, erzählte mir die Besitzerin des Manors, als ich dort im letzten Jahr nach dem Frühstück aufbrach, dass gerade eben die Produktionsfirma von „Midsomer Murders“ angerufen und nachgefragt hätte, ob sie ihr Haus noch einmal für Dreharbeiten zur Verfügung stellen würde. Nun, sie hatte ihr Okay dazu gegeben, und im Sommer 2013 wurde „The Christmas Haunting“ dort gedreht. Es ist natürlich besonders interessant, sich einen Film anzusehen, an dessen Drehort man schon einmal gewohnt hat.

Ausgerechnet an den heißesten Tagen des vorigen Sommers fanden die Filmaufnahmen für die Weihnachtsepisode statt, nicht ganz einfach für die Darsteller. Wir treffen erstmals auf den neuen Sergeant Charlie Nelson, der Ben Jones ablöst (der wiederum als Detective Inspector nach Brighton gegangen ist) und von Gwilym Lee gespielt wird.

Im Manor House von Morton Shallows wird während einer Ghost Tour Conor Bridgeman mit einem antiken Schwert ermordet; John Barnaby und sein neuer DS Charlie Nelson machen sich an die Aufklärungsarbeit. Der Fall eskaliert, als auch noch der Besitzer des örtlichen Pubs „The Blacksmith’s Arms“, Ross Clymer, in seiner Kühlkammer erschlagen aufgefunden wird. Und das alles zur Weihnachtszeit… Nach der Aufklärung der Morde treffen sich Tom und seine hochschwangere Frau Sarah am Weihnachtsabend mit Charlie Nelson und der Gerichtsmedizinerin Dr. Kate Wilding (und natürlich auch Hund Sykes) zu einem netten Umtrunk im Haus der Barnabys.

Das Produktionsteam hatte für diese Episode keine langen Wege zurückzulegen, denn von Long Crendon ist es nicht weit bis nach Great Milton in Oxfordshire, wo die Dreharbeiten für die Szenen im Pub vorgenommen wurden. Wie ich schon einmal in einem früheren Blogeintrag berichtete, liegt in Great Milton eines der besten Hotels (und Restaurants!) Englands, Raymond Blancs „Le Manoir aux Quat‘ Saison„. Wenn man den Church Lane, der von der A329 abbiegt, und an dem das Hotel liegt, weiterfährt, kommt man in die Ortsmitte von Great Milton und dort am Village Green findet man den Pub „The Bull„, der als „The Blacksmith’s Arms“ fungiert. Seit dem 29. April letzten Jahres gehört der Gasthof der Dorfgemeinschaft, die ihn von der Brauerei Greene King übernommen hat. Was muss das für ein Bild gewesen sein, als man den Pub an einem heißen Julitag weihnachtlich dekorierte!

Hier ist ein kurzer Ausschnitt aus der Episode.

Long Crendon Manor, Schauplatz von "The Christmas Haunting". Eigenes Foto.

Long Crendon Manor, Schauplatz von „The Christmas Haunting“.
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Die Einfahrt zum Long Crendon Manor. Eigenes Foto.

Die Einfahrt zum Long Crendon Manor.
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The Bull in Great Milton (Oxfordshire).   © Copyright Sarah Charlesworth and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Bull in Great Milton (Oxfordshire).
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Long Crendon Manor (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Ich bin zwar schon einige Male in Long Crendon gewesen, einem sehr hübschen Dorf in Buckinghamshire, hatte aber noch nie im Long Crendon Manor gewohnt, was ich in der vorletzten Woche nachholte. Für zwei Nächte blieben wir in dem wunderschönen alten Tudorhaus, das von Sue Soar nicht als Hotel, sondern als B&B geführt wird. Sie vermietet pro Nacht meist nur 2 bis 3 Zimmer. Mir hat das Manor House schon in den drei Inspector Barnaby-Folgen, die hier gedreht wurden, sehr gut gefallen.

Wir kamen gegen 16.30 Uhr an und wurden von Sue sehr nett mit einer Tasse Tee und einem Stück Kuchen empfangen. Zum Empfangskomitee gehörte auch Coco, der liebenswerte Bernhardiner, zu dem sich später Charly, der zweite Hund des Hauses, gesellte. Dann bekamen wir eine kleine Führung durch Long Crendon Manor und wurden in unser Zimmer geleitet, das aus dem Schlafraum, einem Ankleideraum und dem nur durch Vorhänge getrennten Badezimmer bestand.

Das Frühstück, von Sue zubereitet, wurde in einem der Räume serviert, die wir schon aus der Barnaby-Serie kannten. Am ersten Tag unseres Aufenthaltes kam eine Busgesellschaft zum Tee ins Manor House…bestehend aus Barnaby-Fans, geführt von Antony Richards, dem Herausgeber des Buches „Midsomer Murders on Location„, also einem Spezialisten für die Drehorte der Serie.

Kurz bevor wir Long Crendon Manor verließen, erzählte Sue uns noch von einem Anruf, den sie gerade eben erhalten hatte: Eine Anfrage der Midsomer-Produktionsfirma nach einem weiteren Dreh im Haus. Ich kann das Manor House für einen Aufenthalt sehr empfehlen. Ein Tipp: Bei der Ankunft am Haupteingang an einer Klingelschnur (!) ziehen, die hatte ich nämlich übersehen und musste erst anrufen, damit uns jemand die Tür öffnete.

Man erreicht Long Crendon Manor über die Frogmore Lane, die von der Hauptstraße am Square abgeht, dann durch den (bekannten) Torbogen am Ende der Straße links auf den Innenhof fahren.

Zum ersten Mal wurde das Haus in Folge 14 „Garden of Death“ (dt. „Der Garten des Todes“) als Drehort genutzt. Die Inkpens, Großmutter, Mutter und die zwei Töchter, wohnten darin. Die Aufnahmen des Gartens stammen übrigens nicht von hier, die wurden nach Auskunft von Sue irgendwo anders gedreht (obwohl Long Crendon Manor auch über schöne Gartenanlagen verfügt!).

Im Jahr 2004 kam das Produktionsteam wieder und drehte hier Episode 36 „Things That Go Bump in the Night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“). Die vermeintliche Hellseherin Rosetta Price residiert in dem Haus und dieses Mal, so Sue, wurden die kompletten Innenaufnahmen auch im Manor gedreht (die Stühle, auf denen die Anhänger des Mediums saßen, waren unsere Frühstücksraumstühle).

Schließlich rückte DCI Barnaby plus Team noch einmal für Folge 55 „The Axeman Cometh“ (dt. „Mord mit Groove“) an. Eine Gruppe von Rockmusikern zieht in das Manor House ein und der Cadillac von Nicky Harding, einer der Musiker, wird im dortigen Pool versenkt (mit Nicky an Bord). Den Pool gibt es wirklich; er ist gleich hinter der Gartenpforte zu finden (mein eigener Caddy stand nur ca 10m von dem Pool entfernt, ich fürchtete Schlimmes…).

Während meines Aufenthaltes in Long Crendon ging ich auch die High Street entlang, an deren Ende sich die Kirche St Mary befindet. An der Straße stehen einige wunderschöne reetgedeckte Cottages und auch die Öffentliche Bibliothek hat sich hier angesiedelt, deren Innenraum in zwei Barnaby-Episoden zu sehen ist: In Folge 45 „Dead Letters“ (dt. „Die tote Königin“) und Folge 61 „Blood Wedding“ (dt. „Ganz in Rot“). Ich warf auch einmal einen Blick hinein. Schräg gegenüber der Long Crendon Library steht das Church House, das in der o.a. Folge „Garden of Death“ als Village Hall fungiert, in der die Dorfversammlung stattfindet, die über die Zukunft des Garden of Remembrance diskutiert.

Übrigens: Der Frogmore Lane, an dem das Manor House steht, wurde in Folge 27 “ A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) und in Folge 40 „Second Sight“ (dt. „Blick in den Schrecken“) für kurze Szenen verwendet.

Nicht nur die genannten Barnaby-Folgen wurden in Long Crendon Manor gedreht, sondern auch noch einige Spielfilme wie:
The Private Life of Henry VIII  (dt. „Das Privatleben Heinrichs VIII“) mit Charles Laughton (1934)
The Seven Dials Mystery (dt. „Das Geheimnis der sieben Zifferblätter“) mit Sir John Gielgud (1980)
Little Dorrit (dt. „Klein Dorrit“) 2009
The Woman in Black (dt. „Die Frau in Schwarz“) mit Daniel Radcliffe (2011). Sue war von Daniel „Harry Potter“ Radcliffe besonders angetan!

Nachtrag vom 27.12.2013:
Aus dem oben erwähnten Anruf wurde die Episode 98 „The Christmas Haunting“ (dt. „Wer mit Geistern spielt“), die am 24. 12. diesen Jahres von ITV gesendet wurde und die zum großen Teil im Long Crendon Manor gedreht wurde, wo das Haus als Morton Shallows Manor House fungiert.

Unser Frühstücksraum. Eigenes Foto.

Unser Frühstücksraum.
Eigenes Foto.

Der Raum wurde für "Things That Go Bump in the Night" verwendet. Eigenes Foto.

Der Raum wurde für „Things That Go Bump in the Night“ verwendet.
Eigenes Foto.

Long Crendon Manor bei Nacht. Eigenes Foto.

Long Crendon Manor bei Nacht.
Eigenes Foto.

Unser Zimmer im Long Crendon Manor. Eigenes Foto.

Unser Zimmer im Long Crendon Manor.
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Long Crendon Public Library. Eigenes Foto.

Long Crendon Public Library.
Eigenes Foto.

Published in: on 4. Juni 2013 at 02:00  Comments (7)  
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Margaret Yorke und Long Crendon (Buckinghamshire) – Die Krimiautorin, die im „Midsomer County“ lebt

 

Das Long Crendon Courthouse. Eigenes Foto.

Das Long Crendon Courthouse.
Eigenes Foto.

Margaret Yorke, 1924 geboren, ist für mich eine der besten englischen Krimiautorinnen. Sie schrieb ihre Bücher zwischen 1970 und 1990 und mein absoluter Lieblingskrimi von ihr ist der 1974 erschienene „No medals for the Major“ (auf Deutsch „Der Hass der Selbstgerechten“). In der Idylle des Dorfes Wiveldown gerät Major Johnson, der dort ein ruhiges Dasein führt, in den Verdacht, ein Mädchen aus dem Ort ermordet zu haben. Die Gerüchteküche in Wiveldown kocht hoch und der (natürlich unschuldige) alte Herr sieht keinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Ein ganz hervorragender Krimi!
In Margaret Yorkes Romanen ist es oft so, dass in der Idylle eines Dorfes oder einer Kleinstadt plötzlich ein Gewaltverbrechen alles durcheinander bringt: Vandalismus, Vergewaltigung und Jugendkriminalität passen eigentlich hier gar nicht hin, aber Verbrechen, die man vorwiegend aus Großstädten kennt, halten leider auch Einzug in das Dorfleben.
Hier ist ein kleiner Film mit Margaret Yorke anlässlich der Eröffnung der Long Crendon Library.

Margaret Yorke lebt seit langer Zeit in dem hübschen Long Crendon in Buckinghamshire, das ich mir einmal näher ansah. Hier findet man reetgedeckte Häuser, mehrere Dorfpubs und zwei Manorhouses. Das Courthouse aus dem 15. Jahrhundert ist schon seit 1900 im Besitz des National Trusts und das obere Stockwerk ist zu besichtigen.

Long Crendon gehört zu den Dörfern im Bereich Buckinghamshire/Oxfordshire, die am häufigsten als Drehort für die TV-Kimiserie Midsomer Murders (in Deutschland „Inspector Barnaby“) benutzt wurden. Die Folgen „Garden of death“ (dt. „Der Garten des Todes“), „The axeman cometh“ (dt. „Mord mit Groove“), „Things that go bump in the night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“) und „A tale of two hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) wurden hier z.B. gedreht, wobei der Pub „Eight Bells“, die Dorfbibliothek und das Courthouse eine Rolle spielten.
Long Crendon liegt 3 km nordwestlich von Thame in Oxfordshire, auch das ein Ort, der häufig von Inspector Barnaby aufgesucht wird.

Nachtrag: Margaret Yorke ist am 17. November 2012 in Long Crendon an Krebs gestorben. In der Kirche St Mary’s wurde am 30.11. eine Trauerfeier abgehalten.
Leider ist es mir nicht gelungen, ihr Grab zu finden; selbst Einheimische konnten mir nicht weiterhelfen.

St Mary's in Long Crendon. Eigenes Foto.

St Mary’s in Long Crendon.
Eigenes Foto.