Mein Buchtipp – Ray Hamilton: M25 – A Circular Tour of the London Orbital

Foto meines Exemplares.

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Am 8. Oktober diesen Jahres erschien bei Summersdale Publishers in Chichester (West Sussex) ein weiteres Buch über die Londoner Ringautobahn: „M25 – A Circular Tour of the London Orbital„, und wenn ich nicht schon meine persönliche Auszeichnung für mein Buch des Jahres an Bill Brysons „The Road to Little Dribbling“ vergeben hätte, wäre Ray Hamiltons Buch ein weiterer Anwärter darauf gewesen. Hamilton hat eine wunderbar witzige Art zu schreiben, typisch englischer Humor!

Er nimmt uns mit auf eine Umrundung der M25, wobei wir im Uhrzeigersinn fahren. Startpunkt ist die Queen Elizabeth II-Brücke und dann geht es los, von der Littlebrook Junction (1a) bis zur letzten Abfahrt,  der Junction 31, der Purfleet Interchange. Ray Hamilton beschreibt zuerst, nach Grafschaften unterteilt,  die einzelnen Abfahrten und Autobahnkreuze („The Functions of the Junctions„), dann folgt unter der Rubrik „On the Road„, was man auf den Autobahnteilstücken aus sehen kann, und zuletzt, unter „Places to Visit„, Sehenswürdigkeiten im Umland der M25. Klingt langweilig? Ist es aber bei weitem nicht, denn Hamiltons Humor macht die Lektüre zu einem reinen Vergnügen.

Außer der 188 Kilometer langen Umrundung der Autobahn erfährt der Leser Vieles über die Geschichte und Entstehung der Straße, über die Pflanzen und Tiere, die es sich dort „gemütlich“ gemacht haben (einige der letzteren hauchen ihr Ende leider als „Roadkill“ aus) und über die „M25 in Popular Culture“. Verhaltenstipps für das Fahren auf der London Orbital beenden das Buch, z.B. Hören Sie im Auto niemals Chris Reas „Road to Hell“ und Wenn Sie gerade im Stau stehen, freuen Sie sich einfach auf Ihren nächsten Urlaub, es sei denn, Sie versuchen gerade Ihr Flugzeug in Heathrow zu erreichen, um damit in den Urlaub zu fliegen, und die Chancen, es noch rechtzeitig zu erreichen, schwinden dahin. Ein wirklich tolles Buch!!!

Ray Hamilton: M25 – A Circular Tour of the London Orbital. Summersdale Publications 2015. 202 Seiten. ISBN 978-1-84953-769-8.

Unterwegs auf der M25. Eigenes Foto.

Unterwegs auf der M25.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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25×25 – „Gimpo’s 25 Hours M25 Spin“

   © Copyright David Martin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Alan Goodrick kennt man im Allgemeinen unter dem Namen Gimpo, in Zusammenhang mit allen möglichen verrückten Sachen, die er schon angestellt hat. Da war zum Beispiel sein Film „K Foundation Burn a Million Quid“ vom 23. August 1994, als die beiden ehemaligen Mitglieder der Rockgruppe The KLF, Bill Drummond und Jimmy Cauty, auf der schottischen Insel Jura eine Million Pfund Sterling in Banknoten verbrannten.

Ein Projekt, das Gimpo schon seit 1997 verfolgt und das noch bis zum Jahr 2021 laufen soll, ist sein „25 Hours M25 Spin„. Jedes Jahr im Monat März fährt Gimpo 25 Stunden lang die Autobahn M25, die London Orbital, entlang, natürlich ohne jemals ans Ziel zu kommen, da die Straße ja ein riesiger Kreisverkehr ohne Anfang und Ende ist. 25mal will er das machen und in diesem Jahr hat er es schon zum neunzehnten Mal geschafft. 188 Kilometer lang ist eine Umrundung und wie schnell man das schafft hängt selbstverständlich vom Verkehrsaufkommen ab. Aber Schnelligkeit und Staus spielen für Gimpo keine Rolle. Die Hauptsache ist, dass er 25 Stunden lang London auf der M25 umkreist. Die Strecke wird immer im Uhrzeigersinn zurückgelegt und in jedem Jahr wird das Event auch gefilmt, 25 Stunden lang! Gimpo ist nicht allein auf der Autobahn unterwegs, jedes Jahr schließen sich Freunde an, die ihn auf der Tour begleiten.

Die M25 hat es auch einigen Schriftstellern angetan, so Iain Sinclair mit seinem hochinteressanten „London Orbital“ und Roy Phippen mit „M25: Travelling Clockwise“. Über beide Bücher habe ich in meinem Blog berichtet. Kürzlich hat Ray Hamilton ein großartiges Buch veröffentlicht „M25: A Circular Tour of the London Orbital“, das ich morgen vorstellen werde.

Hier ist ein Film über einen Teil der M25-Umrundung.

 

Published in: on 19. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Ring of Red auf den Autobahnen M25 und M60 am Remembrance Day

Eine Mohnblume ("poppy"); Symbol des gedenkens an gefallene Soldaten.   © Copyright Richard Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Mohnblume („poppy“); Symbol des Gedenkens an gefallene Soldaten.
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Am Remembrance Day, dem zweiten Sonntag im November, gedenkt man in ganz Großbritannien den in den beiden Weltkriegen und danach gefallenen Soldaten. An zahllosen Kriegerdenkmälern im Land kommen Menschen zusammen, legen Kränze aus Mohnblumen nieder und halten zwei Schweigeminuten um 11 Uhr ab. Die Mohnblume (poppy) ist das Symbol schlechthin für die Erinnerung an die Männer und Frauen, die für ihr Land gestorben sind. Man trägt sie am Revers als künstliche Ansteckblume und im vorigen Jahr wurden bei der Installation Blood Swept Lands and Seas of Red fast 900 000 Mohnblumen am Tower of London angebracht, für jeden gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs eine.

Eine ganz besondere Aktion haben sich britische Biker für den Remembrance Sunday ausgedacht. Wie schon im Vorjahr wollen sie auch jetzt am 8. November die weltgrößte „poppy“ bilden und zwar an zwei Stellen im Land. Einmal auf der M25, der London Orbital, der Ringautobahn, die 188 Kilometer um die Hauptstadt herumführt und einmal auf der M60, dem 58 Kilometer langen Autobahnring um Manchester. Die Idee für diese „The Ring of Red“ genannte Aktion hatte eine Motorradfahrerin namens Julia Stevenson aus Dartford in Kent. Die Biker werden in mohnblumenroter Kleidung auf den beiden Autobahnen einen Kreis bilden „the biggest poppy in the world„. Auf der London Orbital wird man im Uhrzeigersinn fahren, auf dem Manchester Ring Motorway gegen den Uhrzeigersinn.

Gestartet werden die beiden Rings of Red von der Organisation Ride of Respect, in der sich Biker zusammengefunden haben, die bei „Massenausritten“ Geld für wohltätige Zwecke sammeln, das Angehörigen gefallener Soldaten zugute kommt bzw. für in Auslandseinsätzen verwundete Armeeangehörige verwendet wird. Der diesjährige Ride of Respect ging im Mai nach Royal Wootton Bassett, einer Stadt in Wiltshire, die sich einen Namen gemacht hat, indem sie die in die Heimat zurückgebrachten, in Afghanistan und in Irak gefallenen Soldaten auf besondere Weise geehrt hat (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Hier ist ein Film vom letztjährigen Ride of Respect auf der M25.

Die M25.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die M25 bei Denham.
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Die M60, kurz vor der Ausfahrt 5.   © Copyright Andy Farrington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die M60, kurz vor der Ausfahrt 5.
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Published in: on 18. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Rund um London auf der M25 mit dem Reisebus – Ein Vergnügen der besonderen Art

   © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Die meisten Menschen hassen die M25, auch London Orbital oder Großbritanniens größter Parkplatz genannt, die einmal komplett um die britische Hauptstadt herumführt. Sie ist eine der am stärksten befahrenen Straßen des Landes auf der man häufig im Stau steht. Ich bin viele Male auf der M25 gefahren, notgedrungen, da ich zu einer bestimmten Zeit am Eurotunnel sein musste. Die zurzeit (noch) gültigen 70 Meilen Höchstgeschwindigkeit werden hier oft weit überschritten, sofern es der Verkehrsfluss denn überhaupt zulässt.

Seit kurzem gibt es die Möglichkeit, die M25 zum Vergnügen zu befahren – mit dem Reisebus. Das in Hove (East Sussex) ansässige Busunternehmen Brighton & Hove Bus and Coach Company hat im letzten Herbst versuchsweise eine „M25 Orbital Coach Tour“ ins Programm genommen, die sofort ausverkauft war. Am 22. März findet die nächste Fahrt statt, die auch schon ausverkauft ist. Weitere Touren sind bereits terminiert. Für die vergleichsweise geringe Summe von £15 kann man auf diese Weise, ohne selbst fahren zu müssen, die Sehenswürdigkeiten links und rechts der Ringautobahn von einem bequemen Reisebussitz aus begutachten. Und zu sehen gibt es einiges, worauf ein eigens mitfahrender Reiseleiter aufmerksam macht.
Ob man die M25 im oder gegen den Uhrzeigersinn befährt, bleibt eine Überraschung für die Fahrgäste und wie lange die Tour überhaupt dauern wird, weiß kein Mensch, das hängt ganz von der Verkehrsdichte ab. Geplant sind für die etwa 180 km lange Strecke jedenfalls 4 Stunden. Als kleinen Gag kann man eine Flasche Champagner gewinnen, die derjenige erhält, der die im Bus  zurückgelegten Meilen errät bzw. am nähesten dran ist.

Andere Busunternehmen haben bereits die Ohren gespitzt und werden wohl demnächst ähnliche Touren anbieten; außerdem stehen die Olympischen Spiele vor der Tür mit unzähligen London-Besuchern, die amüsiert werden wollen.

Zur Vorbereitung auf so eine Reise empfehle ich zwei sehr lesenswerte Bücher (s. hierzu auch meinen früheren Blogeintrag):

Roy Phippen: M25 Travelling Clockwise (Pallas Athene Arts 2004)
Iain Sinclar: London Orbital (Penguin 2003).  Sinclair ist damals zu Fuß die ganze M25 entlanggegangen.

Einen kleinen Trip auf der M25 zeigt dieser Film.

Brighton & Hove Bus and Coach Company
43 Conway Street
Hove, East Sussex, BN3 3LT
Tel. 01273 886226