Die GoGo Hares von Norwich (Norfolk) – Bunte Hasen, die die Stadt im Sommer 2018 bevölkerten

George the Watchmaker.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Es ist jetzt zwei Jahre her, dass eine Invasion von bunten Hasen die Stadt Norwich in der Grafschaft Norfolk heimsuchte. Elf Wochen lang, im Sommer 2018, standen an strategischen Punkten der Stadt fünfzig große Hasenskulpturen, die der Stadt einen freundlichen Anstrich verliehen. Leider wurden sie nach der Aktion wieder entfernt und bei einer Auktion versteigert. Neben diesen Stadthasen gab es auch noch „county hares“ und 164 „leverets“, also Häschen, die alle für einen guten Zweck eingesetzt wurden, nämlich zur finanziellen Unterstützung von Norfolks Break, einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich um benachteiligte Kinder kümmert und sieben Kinderheime in Norfolk und Cambridgeshire unterhält.

Die GoGo Hares, wie die Hasen genannt wurden, brachten eine Menge Geld ein; £409.600 waren es, die bei der Auktion zusammen kamen. Die Hasen wurden überwiegend von lokalen und regionalen Firmen und Organisationen gesponsert und von Künstlern bemalt.

Hier ist der offizielle „Hoppy-Film“. Einige der schönsten Exemplare habe ich im Folgenden zusammengestellt.

Etwas Ähnliches fand in Stockport (Greater Manchester) statt, dort waren es allerdings Frösche (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Professor Hare and his Magic Library.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Lewis the Timely Hare.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Hare LeQuin.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Wonderland Hare.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. Juli 2020 at 02:00  Comments (7)  
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Norwich in Norfolk und zwei Dinge, die man nicht unbedingt über die Stadt wissen muss…

Sexy enough for Norwich women? Ein Lingerie-Geschäft in Hyde (Tameside).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

In Großbritannien gibt es sehr viele „Capital of…“, das sind meist kuriose oder skurrile Dinge, durch die sich die jeweilige Stadt von anderen hervorhebt. Einige davon habe ich in meinem Blog schon vorgestellt wie Alresford (Hampshire) als Wasserkresse-Hauptstadt, Wem (Shropshire) als Sweet Pea Capital und Tenbury Wells (Worcestershire) als Mistletoe Capital.

Norwich, die Hauptstadt der Grafschaft Norfolk, hat zwei „Capital of“-Titel, die aber ein wenig abseits der Spur liegen. Die Stadt ist „Cougar Capital of the UK„, wobei man wissen sollte, dass unter „cougar“ hier nicht der amerikanische Berglöwe zu verstehen ist, sondern eine Frau etwas fortgeschrittenen Alters, die sich gern einmal einen jüngeren Liebhaber nimmt. Die Lingerie-Firma Bluebella hat ermittelt, dass die Frauen von Norwich in der Altersgruppe zwischen 45 und 55 Jahren mehr Geld für sexy Unterwäsche ausgeben als in jeder anderen Stadt des Königreichs (Platz 2: Sheffield, Platz 3: Manchester). Eine Erklärung, warum es gerade die Stadt in East Anglia ist, wurde nicht genannt, aber der Trend, dass ältere Frauen sich verstärkt für sexy Lingerie (mit denen sie ihre Young Lovers verführen wollen) interessieren, wird dadurch erklärt, dass Filme und TV-Serien wie „Sex in the City“ dazu beigetragen haben.

Thematisch nicht weit entfernt: Norwich ist ebenfalls die „Y-Front Capital“ Großbritanniens. Hier die Erklärung für Y-Fronts im Cambridge Dictionary „a brandname for a piece of underwear for men and boys, covering the area between the waist and the tops of the legs, with an opening at the front in the shape of an upside-down Y„. Die Männer von Norwich kaufen die meisten dieser Unterhosen im ganzen Land, was die Warenhauskette John Lewis herausgefunden hat. 1936 wurde diese Form der Unterhose, die in ständigem Kampf mit den Boxershorts liegt, erstmals in Großbritannien verkauft, mit großem Erfolg.
Wer das nächste Mal Norwich besucht, sollte sein Interesse vielleicht nicht ausschließlich auf die Kathedrale der Stadt richten…

Dieser junge Mann, nicht in Norwich sondern in Glasgow zu finden, ist offensichtlich ein Fan von Y-Fronts.
Photo © Richard Sutcliffe (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 10. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Norwich und Nottingham – Zwei UNESCO Cities of Literature

The Forum, in dem die Norwich Millennium Library untergebracht ist.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Forum, in dem die Norfolk and Norwich Millennium Library untergebracht ist.
   © Copyright N Chadwick and
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Seit dem Jahr 2004 ernennt die UNESCO jährlich sogenannte Cities of Literature; dreimal ist Städten im Vereinigten Königreich diese Ehre zuteil geworden: Edinburgh (2004) in Schottland und Norwich (2012) und Nottingham (2015) in England. Um zur UNESCO Stadt der Literatur ernannt zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden, darunter:

  • Es müssen Bibliotheken, Buchhandlungen und private/öffentliche Kulturinstitutionen vor Ort sein, die sich intensiv mit inländischer/ausländischer Literatur beschäftigen
  • Literatur, Theater und Dichtkunst müssen in der Stadt eine herausgehobene Rolle spielen.
  • Literaturfestivals und vergleichbare kulturelle Aktivitäten sollten angeboten werden.
  • Das Verlagswesen muss in der Stadt eine überdurchschnittliche Rolle spielen.

Norwich in der Grafschaft Norfolk erfüllte diese und weitere Kriterien spielend. Beispiele dafür sind u.a.:
Die Norfolk and Norwich Millennium Library gehört zu den beliebtesten öffentlichen Bibliotheken des Landes.
Die Buchhandlungen Waterstones und The Book Hive führen das ganze Jahr über literarische Veranstaltungen durch.
Auch der 1943 gegründete Norwich Writers Circle ist literarisch sehr aktiv und präsentiert monatlich Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen.
Das Writers‘ Centre Norwich fördert das kreative Schreiben lokaler Autoren und führt u.a. Schreibwerkstätten und Lesungen durch und organisiert das internationale Worlds Literature Festival.
Dieser Film zeigt einige Stellungnahmen Einheimischer zu der Auszeichnung der UNESCO.

Wie sieht es nun in Nottingham aus, der zweiten englischen UNESCO City of Literature?
Nottingham war die Heimat einiger literarischer Größen wie D. H. Lawrence, Lord Byron und Alan Sillitoe; aber auch eine Vielzahl weniger bekannter Autoren waren/sind hier zuhause.
Die Stadt unterhält viele Gruppierungen, die sich mit kreativem Schreiben befassen.
Nottingham hat sich aktiv für die Verbesserung der Bildung in der Bevölkerung eingesetzt.
Das 1948 gegründete Nottingham Playhouse hat sich einen sehr guten Ruf erworben.

Auch dieser Film zeigt Stellungnahmen einiger Nottinghamer aus der literarischen Szene der Stadt.

In diesem Sommer gab jede der UNESCO Cities of Literature eine Leseempfehlung ab; die von den beiden englischen Städten sind:
Sarah Perry: The Essex Serpent (Norwich). Sarah wurde 1979 in Essex geboren, lebt aber in Norwich. Sie war UNESCO World City of Literature Writer in Residence in Prag.
Kim Slater: Smart (Nottingham). Das Buch wurde unter dem Titel „Smart oder Die Welt mit anderen Augen“ ins Deutsche übersetzt. Kim wurde in Nottingham geboren und lebt dort auch.

P.S. Die bisher einzige deutsche Stadt, die zur UNESCO City of Literature ernannt wurde, ist Heidelberg (2014).

Das Nottingham Playhouse Theatre.    © Copyright Stephen Richards and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Nottingham Playhouse Theatre.
   © Copyright Stephen Richards and
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Published in: on 31. Juli 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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