Old Amersham (Buckinghamshire) – Das Kirchenfest von St Mary’s am 21. Juni 2008

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Wir bleiben heute noch einmal in Old Amersham in Buckinghamshire und begeben uns rund 50 Meter weiter von der Market Hall, die ich gestern vorstellte, in die Church Street, wo die St Mary’s Church emporragt, deren Ursprünge im 13. und 14. Jahrhundert zu finden sind. Ich habe sie und die beiden Kirchhöfe erst kürzlich besucht. Die anglikanische Kirche dient sowohl Old Amersham als auch dem moderneren Amersham als Parish Church.

Alljährlich im Sommer begeht man hier ein Kirchenfest, bei dem allerhand geboten wird wie Musik, Spiele, Speisen und Getränke usw. usw. Eine ganz besondere Church Fete fand am 21. Juni 2008 rund um St Mary’s statt. Es war der Midsummer’s Day, und da kam man auf die Idee, einige der Schauspieler von Midsomer Murders (dt. „Inspector Barnaby“) einzuladen, die schon häufig in Old Amersham gedreht haben, und einige von ihnen kamen der Einladung auch gern nach. Der damalige Produzent der TV-Serie, Brian True-May, hatte die Ehre das Kirchenfest zu eröffnen. Mutter und Tochter Barnaby, also Jane Wymark („Joyce“) und Laura Howard („Cully“) waren u.a. anwesend, die Theremin wurde gespielt, dieses eigenartige berührungsfreie Musikinstrument, das in der Titelmelodie der Krimiserie zu hören ist und auch sonst häufig in den Filmen zum Einsatz kommt (immer wenn es unheimlich wird). Für weitere musikalische Unterhaltung sorgte die Chalfont Wind Band aus Chalfont St Peter. Es gab eine Fancy Dress Parade, eine Hundeshow und Führungen zum Kirchturm von St Mary’s, wo die Amersham Bell Ringer zu Hause sind (hier zu hören, feste Läutzeiten sind immer sonntags um 9.45 Uhr und 17.15 Uhr).

Glücklicherweise wurde an diesem Tag bei der Church Fete kein Mord begangen (was in der Region Midsomer bei solcherart Festen eigentlich eher ungewöhnlich ist), so dass DCI Tom Barnaby nicht eingreifen musste.

St Mary’s in Old Amersham.
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St Mary’s noch einmal bei Nacht.
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Published in: on 20. Juli 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Die Market Hall in Old Amersham (Buckinghamshire)

Über einen meiner Lieblingsorte in England, Old Amersham in Buckinghamshire, habe ich schon mehrere Male in meinem Blog geschrieben. Entlang der High Street reihen sich hübsche alte Häuser aneinander, dominiert von dem Hotel King’s Arms, dem Crown Hotel und der Market Hall am Anfang der High Street. Die Markthalle steht unter Denkmalschutz und wurde 1682 erbaut, ein Geschenk von Sir William Drake an Amersham, dessen Member of Parliament er war. Das Wappen der Familie Drake, die damals schon sehr lange in der kleinen Stadt ansässig war, ist in der Market Hall zu finden. Im Erdgeschoss des Gebäudes spielte sich das Markttreiben ab, die Räume darüber dienten und dienen noch für Versammlungen. Das Backsteinhaus wird von einem Türmchen gekrönt, in dem eine Glocke hängt und an dem eine Uhr angebracht ist. Im Jahr 1911 wurde die Market Hall generalüberholt, wofür William Wykeham Tyrwhitt Drake, ein Nachfahre von Sir William Drake, verantwortlich zeichnete. Eine Zeit lang wurde in dem Gebäude ein Feuerwehrfahrzeug untergestellt und es diente eine Weile als Gefängnis.

Der Amersham Town Council vermietet das Obergeschoss, das 1993 komplett renoviert wurde, für Veranstaltungen, Parties, Abendgesellschaften usw.

Old Amersham ist ideal als Drehort für Filme und so waren in den letzten Jahrzehnten immer wieder Filmcrews in der High Street zu sehen. Auch die Market Hall tauchte hin und wieder als Schauplatz in Filmen und TV-Serien auf, so zum Beispiel in „Circus of Horrors“ (dt. „Der rote Schatten“) aus dem Jahr 1960, in dem u.a. Donald Pleasance mitspielte.
1965 wurden Szenen des Musicalfilms „Three Hats for Lisa“ mit Joe Brown und Sophie Hardy in den Hauptrollen an der Market Hall gedreht. Auch in der zweiten Staffel der BBC3-Comedy-Serie „Cuckoo“ dt. („Cuckoo“), die 2012 vom Stapel lief, sind Old Amershams High Street und die Market Hall zu sehen.

Wenn ich mich nicht verzählt habe, wurden bisher neun Folgen der „Inspector Barnaby„-Krimiserie, zumindest in Teilen, in Old Amersham gedreht.

Ich wohnte bei meinen Aufenthalten dort immer im King’s Arms Hotel, einem uralten Haus mit viel Atmosphäre, das auch schon mehrfach für Filmaufnahmen genutzt wurde. Einen Aufenthalt in Old Amersham kann ich sehr empfehlen. Nur ein paar Meter von der Market Hall entfernt, liegt eines der besten Restaurants Englands, artichoke, daneben ein ebenfalls sehr gutes Restaurant, Gilbeys, das ich in meinem Blog schon vorgestellt habe.

Hinweistafel auf das Jahr der Erbauung der Market Hall.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Der Eingang zur Gefängniszelle.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Blick durch einen der Torbögen der Market Hall. Gleich links sind die beiden von mir empfohlenen Restaurants zu finden.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

Bei einem meiner Besuche erstrahlte der Union Jack an der Market Hall.
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Gilbey’s – Ein „posh“ Restaurant in Old Amersham (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

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Vor wenigen Tagen besuchte ich das Restaurant Gilbey’s am Market Square in dem hübschen Ort Old Amersham in Buckinghamshire. Zwei sehr anspruchsvolle Restaurants stehen dort Seite an Seite: Die „Artichoke„, das sich langsam zu einem der besten Häuser in ganz Großbritannien entwickelt und sogar von Raymond Blanc, Chef des Le Manoir aux Quat’Saisons in Great Milton in Oxfordshire (ich berichtete in meinem Blog darüber) empfohlen wird und eben Gilbey’s, in dem ich ein Abendessen zu mir nahm. Ich bekam sogar ohne Reservierung einen Tisch, was nicht die Regel ist.
Das Restaurant ist in den Räumen einer ehemaligen Grundschule aus dem 17. Jahrhundert untergebracht. 1989 wurde das Gebäude, in dem sich bis dahin ein Tea Room befand, komplett umgestaltet und als Restaurant eröffnet; Gilbey ist der Name des Besitzers. Es gibt noch ein Schwester-Restaurant gleichen Namens in Eton, das bereits seit 1975 existiert.

Ich hatte an dem Abend ein dreigängiges „Set Menu“, bestehend aus „Rolled Ham Hock & Chorizo“, „Grilled Whole Cornish Mackerel“ und „White Chocolate & Plum Cheescake“, meine Frau gab sich mit einem „Corn-fed Chicken Suprême“ zufrieden. Als Aperitif hatten wir einen Kir Royal bzw. einen Raspberry Sparkler und tranken zum Essen eine Flasche Pheasants Bacchus aus dem hauseigenen Weingut Pheasants Ridge in Hambleden in Buckinghamshire. Selbst in englischen Restaurants sind Weine aus dem eigenen Land eher selten zu finden.
Die Rechnung belief sich auf £100, wozu automatisch eine sogenannte „voluntary service charge“ in Höhe von 12,5% dazugerechnet wurde. Voluntary??
Leider müssen bei Gilbey’s alle Beilagen extra dazubestellt werden, selbst Brot und Butter kosten hier £1.95. Abgesehen davon und einem leider sehr lauten Nachbartisch fühlten wir uns in dem Restaurant wohl und waren mit der Qualität der angebotenen Speisen zufrieden. Ich kann es gern weiterempfehlen!

Über unseren Aufenthalt im The Kings Arms Hotel in Old Amersham werde ich demnächst berichten.

Gilbey’s
1 Market Place
Old Amersham
Buckinghamshire HP7 0DF

 

 

Published in: on 1. Oktober 2016 at 02:00  Comments (1)  
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