The Oxford Dictionary of National Biography – Mehr als 58 500 Biografien in 60 Bänden

 

Es  ist so eine Sache mit gedruckten Enzyklopädien und Lexika im 21. Jahrhundert. Immer häufiger gibt es nur noch Online-Ausgaben, weil die gedruckte Form bei Erscheinen in Teilen schon wieder veraltet ist, und der Aufwand und die Kosten sehr hoch sind. Die 21. Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie z.B. war voraussichtlich die letzte, die in Druckform erschien.

Ähnlich verhält es sich mit dem Oxford Dictionary of National Biography (ODNB), einem Monumentalwerk der Oxford University Press, das mehr als 58 500 Biografien von „men and women who have shaped British history and culture, worldwide, from the Romans to the 21st century“ enthält. Die noch erhältliche Printausgabe zum Preis von ca £1500 umfasst 60 Bände + Register mit 61 472 Seiten. Stand: September 2004. Ein Ergänzungsband erschien 2009 mit 819 Biografien von Männern und Frauen, die zwischen 2001 und 2004 starben.
Hier ist natürlich eine Online-Ausgabe unschlagbar, die schnell auf den aktuellen Stand gebracht werden kann. Drei Updates (jeweils im Januar, Mai und September) werden pro Jahr in die ODNB eingepflegt, die mittlerweile aus über 67 Millionen Wörtern besteht. Die Zugangskosten für Privatpersonen liegen bei £215 plus Mehrwertsteuer pro Jahr. In vielen englischen Bibliotheken kann man aber kostenlos über seinen Leserausweis auf die ODNB zugreifen.

1882 wurde die Idee geboren, die Biografien aller wichtigen Briten in einem Lexikon zusammenzufassen. Der geistige Vater des Projekts war der Verleger George Smith, der u.a. die Bücher der Brontë-Schwestern veröffentlichte. Herausgeber der ersten Ausgabe war Sir Leslie Stephen, Vater von Virginia Woolf. Der momentane Herausgeber der ODNB, an dem ca 10 000 Menschen weltweit mitarbeiten, ist Dr Lawrence Goldman vom St Peter’s College in Oxford.

Wie ein biografischer Eintrag aussieht, kann man sich als Podcast auch einmal anhören und zwar auf dieser Seite.