Pudding Lane in London – Hier begann 1666 der Große Brand von London

Pudding Lane heute; im Hintergrund “The Monument to the Great Fire of London”.     © Copyright Peter Trimming and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pudding Lane heute; im Hintergrund “The Monument to the Great Fire of London”.
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Pudding Lane, London EC3, das klingt doch eigentlich ganz gut. Süße Nachspeisen erscheinen da vor dem geistigen Auge und in einer  Straße mit diesem netten Namen würde man doch eigentlich ganz gern wohnen.

ABER: Mit Nachspeisen hat das Wort „pudding“ in diesem Fall gar nichts zu tun. Im Gegenteil, es ist eher eklig. „Pudding“ war im Mittelalter ein Begriff, der mit „Schlachtabfälle“ übersetzt werden kann, Eingeweide und alles, was nicht zum menschlichen Verzehr geeignet ist.
Auf dem Weg von den Schlachterläden, die sich in der benachbarten Straße Eastcheap in der City of London befanden, zu den Themse-Frachtkähnen, die diese Abfälle entsorgten, kamen die Karren durch die Pudding Lane und Teile der übelriechenden Ladung fiel da auch schon einmal auf die Straße. Die Adresse war seinerzeit also kein bevorzugtes Wohngebiet.

Im Jahr 1666 hatte auch ein Bäcker namens Thomas Farryner (es gibt auch andere Schreibweisen) seine Backstube in der Pudding Lane. Am frühen Morgen des 2. September brach hier ein Feuer aus; vermutlich hatte der Bäcker die Glut in seinem Backofen nicht vollständig gelöscht (auch hier gibt es noch andere Versionen über die Entstehung des Feuers). Farryner konnte dem sich rasch ausbreitenden Feuer entfliehen, einige andere Londoner jedoch nicht. Das Feuer, das vier Tage lang im Zentrum Londons wütetete, kostete einige Menschenleben (es war immer die Rede von sechs bis neun, es können aber auch wesentlich mehr gewesen sein) und legte die Innenstadt in Schutt und Asche. Über 13 000 Häuser und 87 Kirchen fielen den Flammen zum Opfer; auch die St Paul’s Cathedral war betroffen. Einer profitierte allerdings vom Great Fire of London: Der Architekt Sir Christopher Wren, denn der hatte in den nächsten Jahrzehnten alle Hände voll zu tun, alles wieder aufzubauen, was die Flammen zerstört hatten.

Das Buch zum Artikel:
Adrian Tinniswood: By Permission of Heaven – The Story of the Great Fire of London. Pimlico 2004. 352 Seiten. ISBN 978-0712668477.

Erinnerungsplakette.    © Copyright Christine Matthews and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 28. November 2011 at 02:00  Comments (1)  
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