The Streets of London Teil 1: Ralph McTell und sein gleichnamiger Song

The Streets of London.
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Zu meinen Lieblingsbüchern in meiner Bibliothek gehört das Monumentalwerk „Dictionnaire Historique des Rues de Paris“ von Jacques Hillairet, der darin sämtliche Straßen von Paris (meiner zweiten „großen Liebe“ neben England) auflistet und näher beschreibt. Ein großartiges Buch!

Der 1944 in Farnborough in Kent geborene Sänger Ralph McTell zog in den 1960er Jahren quer durch Europa und arbeitete als „busker„, also als Straßensänger, auch sehr gern in Paris. Die Armut vieler Menschen, der er dort begegnete, wollte er in einem Song mit dem Titel „The Streets of Paris“ dokumentieren. Da er aber den Parisern nicht zu nahe treten wollte, entschied er sich dafür, seinen Song „The Streets of London“ umzubenennen, denn auch in der britischen Hauptstadt gab/gibt es viele obdachlose und arme Menschen.

Eigentlich sollte das Lied Bestandteil von Ralph McTells ersten Album „Eight Frames a Second“ sein, aber er empfand es selbst als so düster und deprimierend, dass er davon Abstand nahm. Erst auf seinem nächsten Album „Spiral Staircase„, das 1969 erschien, sollte dann der Song zu finden sein. 1974 veröffentlichte man „The Streets of London“ als Single, mit sehr großem Erfolg, auch in Deutschland.

Von dem englischen Sänger hat man in Deutschland seitdem nicht mehr viel gehört,  in seinem Heimatland ist er aber noch sehr aktiv und geht gern auf Tour. Am 4. Oktober beginnt seine neue Tour in Runcorn in Cheshire, die am 8. Dezember in der Londoner Cadogan Hall zu Ende geht.

So how can you tell me you’re lonely,
And say for you that the sun don’t shine?
Let me take you by the hand and lead you through the streets of London
I’ll show you something to make you change your mind

Das ist der Refrain von Ralph McTells „The Streets of London“, das die dunkle Seite der Hauptstadt beschreibt; auch heute noch, nach vielen Jahrzehnten, aktuell.

Ein vergleichbares Lexikon über die Straßen von London wie das oben erwähnte von Paris gibt es leider nicht. Am nähesten kommt da die ebenfalls großartige „The London Encyclopedia„, die aber bei weitem nicht alle Londoner Straßen umfasst.

Hier ist Ralph McTells „The Streets of London“ zu hören.

Eine Notiz am Rande: Ralph McTell wurde nach dem britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams (s. hierzu meinen Blogeintrag) benannt, bei dem sein Vater als Gärtner arbeitete.