Die Severn View-Tankstelle bei Aust in Gloucestershire und das spurlose Verschwinden eines Rockstars

Severn View Services bei Aust in Gloucestershire. Hierwurde das Auto von Richey Edwards gefunden.   © Copyright John Grayson

Severn View Services bei Aust in Gloucestershire. Hier wurde das Auto von Richey Edwards gefunden.
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Es kommt immer wieder vor, dass Menschen von heute auf morgen spurlos verschwinden und man nie wieder von ihnen hört. Für die Angehörigen ist das eine außerordentlich schwer zu ertragende Situation.

Der Gitarrist der walisischen Rockband Manic Street Preachers, Richey James Edwards, verschwand am 1. Februar 1995 von der Bildfläche und wurde seitdem nie wieder gesehen. Edwards checkte am Morgen diesen Tages aus dem Londoner Embassy Hotel (heute The London Hyde Park Hotel) in der Bayswater Road aus und fuhr mit seinem Vauxhall Cavalier offenbar in sein Apartment, das er in der walisischen Stadt Cardiff besaß. Es gab zwar in den nächsten Tagen einige Meldungen, dass Edwards in Wales gesehen worden sein soll, aber sicher ist das alles nicht.

Am 14. Februar wird der Vauxhall Cavalier auf dem Parkplatz der Severn View-Tankstelle bei Aust in Gloucestershire abgestellt, eine Anlage, die sich dicht an der Severn Bridge befindet, die England mit Wales verbindet. Edwards scheint einige Zeit in seinem Auto verbracht zu haben, so die Spurenlage der Polizei. Die Tank- und Rastanlage gehört heute zu der „Moto“-Kette und verfügt über eine BP-Tankstelle, einen Burger King und einen Costa Coffee-Shop („Possibly the windiest service area known to man“).

Warum hat Richey James Edwards sein Auto gerade hier abgestellt? Die Vermutung liegt nahe, dass er sich das Leben genommen hat, indem er von der Severn Bridge gesprungen ist, eine Brücke, die schon häufiger von Selbstmördern benutzt wurde. Die Strömung des Severn ist hier besonders stark und so besteht die Möglichkeit, dass Edwards‘ Leiche ins offene Meer abgetrieben wurde.
Die Auswertung der Überwachungskameras der Brücke haben seinerzeit keinerlei Ergebnisse gebracht, was die ganze Sache noch mysteriöser macht.

Ob Edwards selbstmordgefährdet war, ist unklar; die Meinungen aus dem Freundeskreis gehen da auseinander. In den Jahren nach seinem Verschwinden gab es immer wieder Meldungen aus allen Teilen der Welt, wonach man ihn gesehen haben will, so z.B. in Corralejo auf der Kanareninsel Fuerteventura, am Famara-Strand auf Lanzarote oder im indischen Goa. Erst im Jahr 2008 wird Richey James Edwards offiziell für tot erklärt.

Hier ist ein Film über das Verschwinden des Rockstars mit Edwards‘ Schwester Rachel.

Das Buch zum Artikel:
Rob Jovanovic: A Version of Reason – In Search of Richey Edwards. Orion 2010. 297 Seiten. ISBN 978-0752883397.

Die Severn Bridge. Sprang Edwards hier in seinen Tod?   © Copyright Barrie Jenkins

Die Severn Bridge. Sprang Edwards hier in seinen Tod?
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Published in: on 2. Dezember 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
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