Turning the Devil’s Stone – Ein alter Brauch, der jedes Jahr in Shebbear (Devon) vollzogen wird

Der Devil's Stone unter der Eiche in Shebbear.   © Copyright Humphrey Bolton

Der Devil’s Stone unter der Eiche in Shebbear.
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Nördlich des Dartmoors in Devon liegt der kleine Ort Shebbear, in dem jedes Jahr am 5. November, an dem das restliche England den Guy Fawkes Day feiert, ein eigenartiges Ritual vollzogen wird. Die Bell-Ringer des Dorfes versammeln sich um 20 Uhr in der Kirche St Michael and All Angels und läuten die Glocken, allerdings so unharmonisch, dass man sich am liebsten die Ohren zuhalten möchte. Von der Kirche ziehen sie dann zum Dorfplatz, wo unter einer großen Eiche der Devil’s Stone liegt, ein Felsbrocken mit einem Gewicht von etwa einer Tonne, den sie unter Aufbringung aller Kräfte mit Hilfe von Brechstangen einmal komplett umdrehen. Wenn das vollbracht ist, atmet ganz Shebbear auf, denn mit dem Turning the Devil’s Stone ist für ein weiteres Jahr jegliches Unglück vom Dorf abgewendet.

Der Felsbrocken muss irgendwann einmal in der Eiszeit hierher verfrachtet worden sein und im Laufe der Jahrhunderte haben sich mehrere Legenden darum gebildet. Eine davon ist, dass der Teufel unter dem Stein liegt, und wenn die Dorfbewohner ihn nicht einmal jährlich umdrehen, könnte der Teufel möglicherweise entkommen und Unheil anrichten. Das misstönende Glockengeläut vorher dient dazu, etwaige böse Geister zu irritieren. Während des Ersten Weltkriegs wurde die Prozedur einmal nicht vorgenommen und sofort ereigneten sich Missgeschicke in Shebbear.

Was macht man nach der schweißtreibenden Arbeit mit dem angebrochenen Abend? Man geht natürlich in den Dorf-Pub (wir sind ja in England), der passenderweise Devil’s Stone Inn heißt.

Wie das Turning the Devil’s Stone genau vor sich geht, zeigt dieser Film.

St Michael's Church in Shebbear.   © Copyright Humphrey Bolton

St Michael’s Church in Shebbear.
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Published in: on 3. Januar 2013 at 02:00  Kommentar verfassen  
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