Sheffield in South Yorkshire und die Rolle der Stadt in der Geschichte des Fußballs

Sheffield Uniteds Stadion am Bramall Lane.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Sheffield in der Grafschaft South Yorkshire ist nicht nur als „Steeltown“ berühmt geworden, sondern auch als Stadt, die eine große Rolle in der Geschichte des Fußballs gespielt hat.
Sheffield F.C. ist der erste Fußballverein der Welt (hier ist ein Film über den Club) und wurde am 24. Oktober 1857 gegründet. Heute spielt der Club in einer der niedrigeren Spielklassen, der Non League Division One und steht da, zum jetzigen Zeitpunkt, auf Platz 9. Längst ist der Verein von den Lokalrivalen Sheffield United (Premier League) und Sheffield Wednesday (Championship) überholt worden.

Beim Sheffield F.C. wurden auch die ersten Fußballregeln erstellt, so wurde der Einwurf eingeführt, der Freistoß nach Fouls und die Eckfahnen, um nur einiges zu nennen.

Das älteste Stadion der Welt, in dem noch immer Fußball gespielt wird, liegt am Bramall Lane und wird von Sheffield United benutzt. Das erste Spiel hier fand am 29. Dezember 1862 statt, zwischen den lokalen Mannschaften Sheffield F.C. und Hallam F.C., dem zweitältesten Fußballverein der Welt. Hallam F.C. spielt heute in der Northern Counties East Football League (zur Zeit Platz 11); deren Stadion Sandygate gilt nach dem Guinness Book of Records als  „Oldest Ground in the World“. Die Matchs zwischen den beiden Vereinen, Rules Derby genannt, waren legendär, kam es doch in der Frühzeit des Fußballs immer wieder zu ziemlich gewalttätigen Szenen auf dem Platz.

Einer der legendären Spieler aus Sheffield, der in der Zeit von 1891 bis 1909 für Sheffield United spielte, war Ernest Needham (1873-1936), der das Spiel der „Blades“, wie der Club auch genannt wird, entscheidend prägte. Needham brachte es sogar bis zum Kapitän der englischen Nationalmannschaft.
Eine weitere Legende war William Henry „Fatty“ Foulke, der von 1894 bis 1905 als Torwart für Sheffield United im Einsatz war und als schwergewichtigster Spieler der Welt gilt (nach dem Guinness Book of Records). Er wog über drei Zentner und war bei den gegnerischen Mannschaften auf Grund seiner Körpermasse gefürchtet. Einmal soll er das Frühstück von seinen zehn Mannschaftskameraden aufgegessen haben, bevor diese am Frühstückstisch erschienen. Heutzutage wohl undenkbar.

Sandygate, das Stadion des Hallam F.C.
Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. Dezember 2019 at 02:00  Comments (3)  
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Sheffield Legends oder Was die Stadt in South Yorkshire mit Hollywood gemein hat

Das imposante Rathaus von Sheffield.   © Copyright Richard Rogerson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das imposante Rathaus von Sheffield.
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Bei einem Besuch in Los Angeles bestaunte ich einmal den Hollywood Walk of Fame, der sich entlang des Hollywood Boulevards erstreckt, in dessen Pflaster derzeit 2554 Sterne eingelassen sind, die jeweils eine Berühmtheit aus dem Showbusiness ehren. Stern 1 war 1960 für den amerikanischen Regisseur und Filmproduzenten Stanley Kramer vorgesehen, Stern 2554 wurde am 1. Juli 2015 angebracht und gilt dem Schauspieler Paul Rudd.

Etwas Ähnliches wie den Hollywood Walk of Fame, allerdings auf bescheidenerer Basis, gibt es vor dem Rathaus der 563 000 Einwohner zählenden Stadt Sheffield in South Yorkshire. „Sheffield Legends“ nennt sich diese „Hall of Fame“, die Männern und Frauen gewidmet ist, die die Stadt national oder international bekanntgemacht haben. 18 Plaketten gibt es bisher, auf denen 3 Frauen und 15 Männer geehrt werden, also ein starkes Ungleichgewicht. Was ist mit den Sheffielder Frauen los?

Um die Chance zu bekommen, als Sheffield Legend in die Geschichte der Stadt einzugehen und mit einem „Pflasterstern“ ausgezeichnet zu werden, muss man zwei Bedingungen erfüllen: Man muss in Sheffield geboren sein bzw. eine sehr starke Verbindung zu der Stadt haben, und man muss auf nationaler oder noch besser internationaler Ebene etwas Besonderes geleistet haben.

Sehen wir uns doch einmal einige dieser Legenden an. Was für den Hollywood Walk of Fame Stanley Kramer war, das ist für Sheffield der ehemalige Fußballtorhüter Gordon Banks, mit dem im Jahr 2006 alles begann. Banks wurde 1937 in Sheffield geboren und galt als zweitbester Torhüter des 20. Jahrhunderts (nach dem Russen Lew Jaschin). Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an das legendäre Weltmeisterschaftsendspiel England gegen Deutschland 1966; da stand Gordon Banks im Tor. Die Queen ehrte ihn für seine Leistungen mit dem Order of the British Empire.

Noch eine weitere Fußballlegende finden wir vor dem Rathaus verewigt: Derek Dooley, der 1929 in Pittsmoor, einem Vorort von Sheffield geboren wurde. Er spielte für den lokalen Club Sheffield Wednesday und war nach seinem Karriereende sowohl für die Owls (wie die Spieler von Sheffield Wednesday genannt werden) als auch für den Rivalen Sheffield United als Manager tätig. Dooley starb im Jahr 2008.

Neben mehreren weiteren Sportlern (darunter Sebastian Coe, Jessica Ennis und Clinton Woods) ist unter den Sheffield Legends auch eine Schriftstellerin vertreten, die 1939 in der Stadt geborene Margaret Drabble. Einige Romane der mehrfach ausgezeichneten Autorin (sie ist u.a. CBE, also Commander of the Order of the British Empire) sind auch ins Deutsche übersetzt worden wie „The Gates of Ivory“ (dt. „Die Tore aus Elfenbein“) und „The Witch of Exmoor“ (dt. „Die Hexe von Exmoor“).

Weitere Legenden sind der Krebsspezialist Professor Barry Hancock, die Astronautin Helen Sharman, der Ex-Monty Python Michael Palin und die Rockband Def Leppard.

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Published in: on 24. August 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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