J.M.W Turners großartiges Gemälde „Stonehenge“

Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Im letzten Oktober fuhr ich wieder einmal auf der A303 an Stonehenge (siehe dazu auch meinen Blogeintrag) in Wiltshire vorbei. Von der Straße aus hat man einen guten Blick auf die prähistorischen Steine, die zum festen Besuchsprogramm jeder Südengland-Busreise gehören. Und auch an diesem Oktobertag war der Parkplatz voll belegt, und die Menschenmassen bewegten sich um die abgesperrten Steine herum. Ich war nur ein einziges Mal vor vielen Jahren dort, als die Besucher noch zwischen den monumentalen Felsbrocken umherlaufen konnten. Mir ist Stonehenge einfach zu überlaufen.

Der Maler J(oseph) M(allord) W(illiam) Turner (1775-1851) besuchte Stonehenge mehrere Male im Zeitraum von 1799 bis 1825 und war davon so beeindruckt, dass er 1827 ein Aquarell anfertigte, das die Steinformationen in einer außergewöhnlichen Situation zeigt. Ein gewaltiges Unwetter entlädt sich über Stonehenge, wobei Blitze aus einer großen Wolke heraus in das Monument einschlagen. In der Mitte scheint einer der Steine getroffen worden zu sein, denn er neigt sich schon zur Seite. Ein weiteres Drama spielt sich direkt davor ab: Eine Gruppe von Schafen, die sich hier zum Grasen zusammengefunden haben, ist vom Blitz erschlagen worden; einige liegen tot auf dem Boden, während einige überlebende Schafe nicht so recht wissen, was da mit ihnen passiert ist. Auch den Schäfer hat es erwischt, er liegt am rechten unteren Bildrand ausgestreckt, sein letztes Stündlein hat geschlagen. Sein getreuer Hund steht neben ihm und es sieht so aus, als ob das Tier das Ableben seines Herren laut beklagt.

Dieses, wie ich finde, großartige Gemälde ist Teil der Wessex Collection des Salisbury Museums. Das Museum liegt direkt gegenüber der Kathedrale.
Stonehenge ist vorübergehend wegen der Coronakrise bis zum 1. Mai geschlossen. Auch das Salisbury Museum ist seit dem 17. März bis auf weiteres nicht mehr zugänglich.

Grasende Schafe bei Stonehenge.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Na? Zieht hier ein Unwetter über Stonehenge herauf?
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. April 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Stonehenge – Ein prähistorisches Monument und seine Repliken

Das richtige Stonehenge in Wiltshire.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das richtige Stonehenge in Wiltshire.
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Jahr für Jahr stehen die prähistorischen Steine von Stonehenge in Wiltshire auf Platz 1 der Liste der beliebtesten Touristenattraktionen Großbritanniens. Keine Busreisegesellschaft britischer oder kontinentaler Reisebüros, die hier nicht haltmacht. Ein neues £27 Millionen teueres Visitor Centre, das im Dezember 2013 seine Pforten erstmals öffnete, heißt mehr als eine Million Besucher jährlich willkommen. Es geht hier also sehr trubelig zu. Ich habe Stonehenge einmal besucht, was mir auch reicht, denn es macht keinen Spaß, sich mit diesen Menschenmassen gemeinsam die Steine anzusehen.

Über Stonehenge ist so viel spekuliert und geschrieben worden, dass ich mich in meinem Blog nicht auch noch darüber äußern will. Ich finde es viel interessanter, was für Stonehenge-Repliken geschaffen worden sind, von denen ich hier einmal einige kurz vorstellen möchte:

– Eine Stonehenge-Hüpfburg schuf der britische Künstler und Turner Prize-Inhaber Jeremy Deller und nannte sie „Sacrilege„. Im Jahr 2012 ging das „bouncy castle“, wie man Hüpfburgen in England nennt, auf Tournee durch Großbritannien und erfreute viele Kinder und auch so manchen Erwachsenen. Anschließend durften sich an dem maßstabgerechten Gebilde auch Kinder in Hongkong und Australien erfreuen. Dieser Film zeigt die Hüfburg in Betrieb.

– Der Graffitikünstler Banksy ging das Thema „Stonehenge-Replika“ ganz anders an. Beim Glastonbury-Festival 2007 setzte er mehr oder weniger geschmackvoll besprayte mobile Toilettenhäuschen aufeinander, die so in etwa dem Original in Wiltshire ähnelten.

– 1987 gestaltete Jim Reinders in der Nähe von Alliance im US-Bundesstaat Nebraska ein Carhenge, bei dem statt der Steine 38 Oldtimer-Autos in der gleichen Form wie in England zusammengesetzt worden sind. Diese Aktion erwies sich als so erfolgreich, dass man sogar ein Besucherzentrum anbaute. Der Film „Carhenge: Genius or Junk“ (hier zu sehen) dokumentiert  den Bau der von Stonehenge inspirierten Touristenattraktion.

– Im Jahr 2004 baute der amerikanische Künstler Mark Cline ein Foamhenge in Natural Bridge im Staat Virginia. „Wozu die Druden 1500 Jahren brauchten, das schaffte ich in zehn Tagen“ meinte Cline, nachdem er die naturgetreue und maßstabsgerechte Replik aus Styropor den staunenden Besuchern zeigte. Hier ist ein Film.

– Auf dem Campus der University of Texas in Odessa findet man seit dem Jahr 2004 einen weiteren Nachbau, der dem echten Stonehenge sehr ähnlich sieht und aus Kalkstein geformt ist.

– Aus 137 Granitsteinen, die jeweils zwischen 28 und 50 Tonnen wiegen, errichtete man in Esperance an der Südküste Australiens ebenfalls ein maßstabsgerechtes Stonehenge, das in diesem Film zu sehen ist.

Das sind nur wenige Beispiele, es gibt noch erheblich mehr Stonehenge-Repliken in der ganzen Welt.

Zum Abschluss des heutigen Blogeintrags habe ich noch einen Videoclip der beiden norwegischen Brüder Ylvis zu bieten, die sich auf ihre Art mit Stonehenge befassen.

Die Stonehenge-Hüpfburg des Künstlers Author: Loz Pycock. Creative Commons 2.0.

Die Stonehenge-Hüpfburg des Künstlers Jeremy Deller.
Author: Loz Pycock.
Creative Commons 2.0.

Banksys Toilettenhäuschen-Stonehenge. This work has been released into the public domain.

Banksys Toilettenhäuschen-Stonehenge.
This work has been released into the public domain.

Carhenge bei Alliance in Nebraska. Author: Jacob Kamholz. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Carhenge bei Alliance in Nebraska.
Author: Jacob Kamholz.
This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Foamhenge in Natural Bridge in Virginia. Photo: Ben Schumin. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

Foamhenge in Natural Bridge in Virginia.
Photo: Ben Schumin.
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Stonehenge auf dem Campus der University of Texas in Odessa. Author: Billy Hathorn. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Stonehenge auf dem Campus der University of Texas in Odessa.
Attribution: Billy Hathorn at Wikipedia.
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Published in: on 29. Januar 2015 at 02:00  Comments (6)  
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