Ufford (Suffolk) und einer der schönsten Taufsteine in Großbritannien in St Mary of the Assumption

Wenn ich mir eine englische Kirche ansehe, bin ich immer gespannt wie der Taufstein („font“ im Englischen) aussehen wird. Man hatte vor Hunderten von Jahren, als man diese Steine schuf, sehr viel Wert auf die Gestaltung gelegt, und viele von ihnen sind noch heute erhalten und nun ja, steinalt. Über besonders schöne Exemplare in der Grafschaft Buckinghamshire habe ich in meinem Blog vor einiger Zeit geschrieben.

Ein ganz besonderes Taufbecken, genauer gesagt der Deckel dazu, ist in der Kirche St Mary of the Assumption (hier sind die Glocken zu hören) in der kleinen Gemeinde Ufford, nordöstlich von Ipswich, in der Grafschaft Suffolk zu bestaunen. Der „font cover“ ist sage und schreibe sechs Meter hoch und wird nur noch von dem in der St Edmund’s Church in Southwold (ebenfalls in Suffolk) übertroffen, der acht Meter hoch ist.

Errichtet wurde die Taufsteinabdeckung im 15. Jahrhundert, und ich gebe hier die Kurzbeschreibung auf der Webseite „suffolkchurches.co.uk“ wieder: „The cover is telescopic, and crocketting and arcading dances around it like waterfalls and forests. There are tiny niches, filled today with 19th century statues. At the top is a gilt pelican, plucking its breast„. Besser kann man dieses kunstvolle Gebilde nicht beschreiben. Der „font cover“ wirkt schon fast etwas überladen, trotzdem finde ich ihn grandios. Immer wieder wird er als der schönste der Welt bezeichnet.

Es grenzt an ein Wunder, dass die Kirche in Ufford die Metzeleien des William „Basher“ Dowsing überstanden hat (ich berichtete über ihn in meinem Blog), der hier am 21. August 1644 weiteres Unheil anrichten wollte, aber selbst er war von dem Taufbecken so angetan, dass er es verschonte.

In St Mary of the Assumption gibt es noch mehr höchst interessante und beeindruckende Dinge zu sehen, zum Beispiel die großartigen Holzschnitzereien wie die Margaret and Catherine Bench direkt vor dem Taufstein.

Ein Umweg zu dieser Kirche lohnt sich; sie ist leicht über die A12, die von Ipswich nach Lowestoft führt, zu erreichen.

„The pelican plucking its breast“ an der Spitze des „font covers“.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Margaret and Catherine Bench.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

St Mary’s of the Assumption.
Photo © Evelyn Simak (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Juli 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Alte Taufbecken in den Kirchen von Buckinghamshire

Ich habe in meinem Blog schon mehrfach zum Ausdruck gebracht, dass ich eine Vorliebe für englische „country churches“ habe, wobei ich besonders viele in der Grafschaft Buckinghamshire aufgesucht habe, wenn ich auf den Spuren von Inspector Barnaby wandelte, denn Kirchen spielen in dieser TV-Serie häufig eine wichtige Rolle. Heute möchte ich speziell einige alte Taufbecken (englisch=font) vorstellen, die mir in den Kirchen Buckinghamshires aufgefallen sind. Diese meist steinernen Becken bilden einen wichtigen Bestandteil der Gotteshäuser, und sie haben schon unzählige mehr oder weniger schreiende Babies erlebt, die erstmals (widerwillig) mit dem geweihten Wasser in Berührung gekommen sind.

Die Holy Trinity Church in Bledlow beherbergt einen sogenannten Aylesbury font, das sind dem Taufbecken der St Mary’s Church in Aylesbury nachempfundene Taufbecken, von denen es 22 geben soll. Leider ist diese Kirche, die in mehreren Inspector Barnaby-Episoden zu sehen ist, meist geschlossen, nur am Samstag- und Sonntagnachmittag ist sie in den Sommermonaten geöffnet.
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Ein weiterer Aylesbury font befindet sich in der Kirche St Nicholas in Chearsley, einem kleinen Dorf in der Nähe von Thame. Aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts soll dieser Taufstein stammen, der über einen schönen hölzernen Deckel verfügt.
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Und noch einen weiteren Aylesbury font kann man in St Mary’s in Pitstone in der Nähe von Tring betrachten, der im Jahr 1190 angefertigt worden sein soll und zwar, wie auch die anderen, aus Totternhoe Stein, der in Steinbrüchen bei Dunstable (Bedfordshire) abgebaut wurde.
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Das idyllische Haddenham darf sich auch eines Aylesbury Fonts rühmen, der in St Mary’s zu finden ist. Verziert ist das Taufbecken mit drachenartigen Wesen, die sich unterhalb des Beckenrandes zu jagen scheinen.Hoffentlich haben sich die Haddenhamschen Babies bei der Taufe nicht zu sehr vor ihnen gefürchtet.
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Zu guter Letzt ein Taufbecken aus dem späten 12. Jahrhundert, das sich in St Nicholas in Great Kimble befindet, südlich von Aylesbury; es ist reich verziert und wird mit einem Holzdeckel abgeschlossen.

 

Published in: on 26. Oktober 2018 at 02:00  Comments (1)  
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