Self Service Checkouts in englischen Supermärkten

Ein Tesco Superstore (allerdings nicht der in Amersham, sondern einer in Hereford).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Letzte Woche musste ich wieder einmal feststellen, dass englische Supermärkte in vielen Dingen den deutschen überlegen sind. Das beginnt bei den Öffnungszeiten und den Serviceangeboten und setzt sich bei den technischen Einrichtungen fort. Ich weilte erneut für einige Tage in Amersham in Buckinghamshire. In der Old Town an der London Road West steht der Tesco Superstore, der ganz erstaunliche Öffnungszeiten hat, wenn man bedenkt, dass lediglich 15 000 Menschen hier wohnen. An den meisten Tagen der Woche hat der riesige Supermarkt rund um die Uhr geöffnet, nur samstags schließt er „schon“ um 24 Uhr. Auch sonntags ist er von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Zu den Serviceleistungen gehören eine Apotheke, die jeden Tag von 8 Uhr bis 20 Uhr mit Fachpersonal besetzt ist, ein Travel Money Bureau, in dem man Geld in andere Währungen umtauschen kann, Grocery Collection (man bestellt seine Waren online und kann sie fix und fertig eingepackt am Store abholen), und die angeschlossene Tankstelle mit Autowäsche ist auch rund um die Uhr geöffnet.

In England eine Selbstverständlichkeit sind die Self Service Checkouts. Wer die Kassen, an denen noch „richtige Menschen“ sitzen, nicht in Anspruch nehmen möchte, ist sein eigener Kassierer; dafür stehen viele Terminals zur Verfügung, an denen man seine gekauften Waren einscannt und schließlich entweder bar oder mit Karte bezahlt. Dass es dabei nicht immer rund läuft, zeigt dieser Film.

Bequemer ist das Angebot von Tesco namens Scan As You Shop. Am Eingang nimmt man sich ein Lesegerät, stellt die mitgebrachten eigenen Einkaufstaschen in den Einkaufswagen und scannt mit dem Lesegerät den Barcode der ausgesuchten Waren ein, auf dessen Display man jederzeit die bisherige Zwischensumme sehen kann. Dann wird die Ware in die Einkaufstasche gelegt. Wenn man alles zusammen hat, geht man zu einem der Checkouts, scannt dessen Barcode ein und bezahlt, was in der Regel per Karte vorgenommen wird. Man braucht am Ende des Einkaufs also nicht mehr alles auspacken, aufs Band legen und anschließend wieder einpacken. Eine, wie ich finde, gute Lösung, um beim Einkaufen Zeit zu sparen. Dieser Film zeigt den Ablauf noch einmal detailliert.

Natürlich gibt es im Tesco Amersham Superstore überall kostenloses WLAN.

Die englische Firma Imperial Cars bietet sogar den Self Service Checkout beim Autokauf an wie in diesem Film zu sehen.

 

Published in: on 4. Oktober 2017 at 02:00  Comments (3)  
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Wer war eigentlich…Tesco? – Einige Anmerkungen über die Anfänge

Die Watling Avenue in Burnt Oak, wo der Tesco-Siegeszug begann.    © Copyright Stacey Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Watling Avenue in Burnt Oak, wo der Tesco-Siegeszug begann.
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Tesco ist eine der großen Supermarktketten Großbritanniens, verantwortlich gemacht für den Niedergang unzähliger kleiner Einzelhändler in den Dörfern und Kleinstädten des Landes. In der letzten Zeit ist Tesco in ein unruhiges Fahrwasser geraten, denn die Kette wird von den beiden deutschen Discountern Aldi und Lidl gnadenlos gejagt, was schon dazu geführt hat, dass mehrere Tesco-Projekte abgeblasen und Filialen geschlossen werden mussten.

Was bedeutet Tesco eigentlich? Ist es ein Kunstwort? Gibt es jemanden der Tesco heißt? Nein, der Name geht zum einen auf den Firmengründer Jack Cohen (1898-1979) zurück, der 1919 in London einen Marktstand eröffnete, zum anderen auf seinen Teehandelspartner Thomas Edward Stockwell. Dessen Initialen und Cohens erste beiden Buchstaben ergaben das Wort Tesco.

1929 eröffnete Cohen seinen ersten Laden mit dem Namen Tesco in der Nummer 9 Watling Avenue im Londoner Stadtteil Burnt Oak; gleich um die Ecke am Burnt Oak Broadway findet man den heutigen Tesco-Store.

1948 wurde in St Albans in Hertfordshire der erste Tesco-Laden mit Selbstbedienung installiert und in Maldon in Essex erblickte 1958 der erste richtige Supermarkt in einem ehemaligen Kino das Licht der Welt, mit einer Fleisch- und einer Käsetheke, an der man bedient wurde. Der Markt lag an der High Street, dort, wo sich jetzt eine Filiale der Iceland-Kette befindet. Maldons heutiger Tesco ist natürlich überhaupt kein Vergleich mehr mit dem in den 1950er Jahren. Tesco Malden Extra hat an vier Tagen in der Woche sogar rund um die Uhr geöffnet, an zwei Tagen bis 24 Uhr und sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Hier ist ein Film über Jack „Slasher“ Cohen.

Das heutige Tesco im Londoner Stadtteil Burnt Oak.    © Copyright Stacey Harris and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das heutige Tesco im Londoner Stadtteil Burnt Oak.
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Tesco in Maldon Essex).    © Copyright John Firth and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tesco in Maldon (Essex).
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Published in: on 5. August 2015 at 02:00  Kommentar verfassen  
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