Ein kleiner Spaziergang durch Thame in Oxfordshire

Die Town Hall.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Wer sich regelmäßig die Episoden der TV-Serie „Inspector Barnaby“ angeschaut hat, wird mit großer Wahrscheinlichkeit, bewusst oder unbewusst, die Marktstadt Thame in der Grafschaft Oxfordshire gesehen haben, denn sehr viele Folgen sind hier gedreht worden. Ich bin einige Male in Thame gewesen und fand die Stadt sehr schön. Ein Problem stellt sich dem Besucher gleich, nämlich einen Parkplatz zu finden. Die zentralen Parkplätze an der High Street sind meistens überfüllt, man muss also etwas Geduld aufbringen, bis man sein Auto irgendwo abgestellt hat.

Es gibt einiges in dem Ort zu sehen und ein Spaziergang lohnt sich. Nur rund 12 000 Einwohner zählt Thame, das Verkehrsaufkommen spiegelt das nicht wider. Mitten im Zentrum liegt die Town Hall, die 1887 zu Ehren Königin Victorias goldenem Thronjubiläum erbaut wurde. Nur ein paar Schritte entfernt, ist das Hampden House zu finden, in dem der Politiker John Hampden 1643 starb. Das Market House aus dem 18. Jahrhundert wurde schon als Bäckerei, als Pub und als methodistische Kapelle verwendet. Sehr schön anzusehen, ist The Birdcage, ein uralter Pub aus dem 14. Jahrhundert. Gegenüber liegt das Hotel The Spread Eagle, das mit einem riesigen Schild auf sich aufmerksam macht. Weiter die High Street entlang, finden wir ein sehr schönes Fachwerkhaus, in dem ein Restaurant und Pub untergebracht ist: The Thatch. Im November 2007 eröffnete das Restaurant, das der Hauptpreis in der TV-Serie „The Restaurant“ war und das von dem berühmten Raymond Blanc vom nahe gelegenen Le Manoir aux Quat‘ Saisons finanziell gefördert wurde.

Neben The Thatch steht das Cuttle Brook House, in dem der irische Dichter und Nobelpreisträger William Butler Yeats lebte und in dem sein Sohn Michael Butler Yeats 1921 geboren wurde. Eine blaue Plakette am Haus erinnert daran; eine weitere blaue Plaketten ist am Pub The James Figg angebracht, den der gleichnamige Preisboxer frequentierte und der 1684 in Thame geboren wurde. Auch den Geiger Alfredo Campoli hat man in der North Street 39 mit so einer Plakette geehrt, der die letzten zehn Jahre seines Lebens bis 1991 hier gelebt hatte.

Musikfans werden bei einem Besuch in Thame auf gar keinen Fall das Grab Robin Gibbs von den Bee Gees auslassen, das auf dem Kirchhof von St Mary’s zu finden ist. Gegenüber im Prebendal House hatte er viele Jahre bis zu seinem Tod am 20. Mai 2012 gewohnt.

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was es in Thame zu sehen gibt. Ein Besuch in der Stadt, rund 20 Kilometer östlich von Oxford,  lohnt sich auf jeden Fall. Hier sind noch einige weitere Bilder im Film.

The Birdcage.
Eigenes Foto.

The Spread Eagle.
Photo © Rob Farrow (cc-by-sa/2.0)

The Prebendal, wo Robin Gibb wohnte.
Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 19. August 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Rumsey’s Chocolaterie in Thame (Oxfordshire)

With friendly permission of Kate Rumsey.

So weit ich feststellen konnte, wurden mindestens zehn Episoden der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“ in Thame in Oxfordshire gedreht. Die rund 12 000 Einwohner umfassende lebhafte Marktstadt, zwanzig Kilometer östlich von Oxford, in der bis zu seinem Todesjahr 2012 Robin Gibb von den Bee Gees lebte, habe ich in meinem Blog schon mehrfach erwähnt, auch in Zusammenhang mit den Dreharbeiten zu „Midsomer Murders“.

Heute möchte ich näher auf den Schauplatz eingehen, der in Folge 57, „Picture of Innocence“ (dt. „Kameraschüsse“), die Hauptrolle spielt, die Upper High Street in Thame, genauer gesagt die Hausnummer 8. Dieses Haus diente als Madrigal’s Camera Shop, in dem einige ältere Herren einen Fotoclub betrieben und dabei Wert darauf legten, ausschließlich mit Analogkameras zu arbeiten; Digitalkameras waren absolut verpönt. Mehre Male kommt es zu einem Clash zwischen den Analogen unter der Führung von Headley Madrigal und den Digitalen unter Führung des aggressiven Steve Bright.

Die Location Manager von „Midsomer Murders“ fanden das Haus in der Upper High Street von Thame (im Film Luxton Deeping), in dem Rumsey’s Chocolaterie untergebracht ist und verwandelten es für kurze Zeit in den Kameraladen. Die Ursprünge des Schokoladengeschäfts führen bis in das New College von Oxford, wo der jetzige Inhaber Nigel Rumsey in der Küche arbeitete. Dort entdeckte er sein Talent für das Herstellen von feiner Schokolade, und so eröffnete er 2004 sein erstes Geschäft in der High Street von Wendover (Buckinghamshire), das auch heute noch existiert. Dann folgte die Chocolaterie in Thame, wobei man sich in der Gestaltung der Fassade des Ladens inspirieren ließ von Viannes Schokoladengeschäft in dem Film „Chocolat“ (dt. „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“), der nach dem gleichnamigen Roman von Joanne Harris gedreht wurde. So steht es auf den Webseiten von Rumsey’s zu lesen.

Nach Abschluss der Dreharbeiten zu „Picture of Innocence“, als aus Madrigal’s wieder Rumsey’s geworden war, kreierte der Küchenchef in Erinnerung an den populären Detective Chief Inspector Tom Barnaby ein Barnaby Bun.

Übrigens wurde im Jahr 2012 auch eine Episode der Krimiserie „Lewis“ in dem Schokoladengeschäft gedreht. In „Intelligent Design“ (dt. „Forschungsopfer“) wurde daraus Porters Tea Rooms.

In diesem Jahr fanden von Mai bis Oktober geführte Midsomer Tours in Thame statt, die an allen Drehorten, so auch an Rumsey’s Chocolaterie, vorbeiführten. Das Geschäft in der Upper High Street ist täglich (auch sonntags) geöffnet.

Die Upper High Street in Thame.
Photo © Stefan Czapski (cc-by-sa/2.0)

The Birdcage – Ein uralter Gasthof mitten in Thame (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Über die quirlige Stadt Thame in Oxfordshire habe ich in Zusammenhang mit Dreharbeiten der „Inspector Barnaby„-TV-Serie und mit Robin Gibb von den Bee Gees schon mehrfach berichtet. Mitten im Ort, am Cornmarket, steht der mit Abstand älteste Gasthof der Stadt, The Birdcage, ein sehenswertes Gebäude, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1300 (so etwa) zurückreichen. Man vermutet, dass das Haus erstmals im 15. Jahrhundert als Gasthof genutzt wurde. Um das Jahr 1600 herum wurde er von einem Philip Bird bewirtschaftet; möglicherweise ist der Name The Birdcage auf ihn zurückzuführen. Während der napoleonischen Kriege diente er als Unterkunft für französische Kriegsgefangene, in den oberen Stockwerken wurden eine Zeit lang auch Kleinkriminelle und früher sogar Leprakranke untergebracht. Der Hausgeist des Pubs, The Restless Soul, soll ein Leprakranker gewesen sein, der auf dem Gelände des Bird Cage Inns von den Bewohnern der Stadt Thame gesteinigt wurde. Möglicherweise ist es aber auch ein französischer Soldat, der in den Kellergewölben gefangengehalten wurde. (Übrigens soll es in dem Haus, in dem Robin Gibb wohnte, The Prebendal neben der Kirche St Mary’s, auch gewaltig gespukt haben).

The Birdcage gehört heute der Two Kiwis Pub Company, die noch zwei weitere Pubs in High Wycombe (Buckinghamshire) betreibt, The Bootlegger und The Sausage Tree.
Über 100 Biersorten aus aller Welt gibt es hier zu probieren, aber natürlich auch viele englische Biere, darunter Real Ales aus der Rebellion Brewery in Marlow (Buckinghamshire), über die ich schon einmal berichtete. Wer hier einmal zum Lunch oder Dinner einkehren möchte, der hat eine große Auswahl an Steaks und Burgern.

The Birdcage
4 Cornmarket
Thame
Oxfordshire
OX9 3DX

Cornmarket in Thame (Oxfordshire).    © Copyright John Lord and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cornmarket in Thame (Oxfordshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John Lord and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

 

Published in: on 12. Mai 2014 at 02:00  Comments (4)  
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Thame (Oxfordshire) – Auch im Tod bleibt Robin Gibb seiner Stadt verbunden

Robin Gibbs Haus The Prebendal in Thame. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Steve Daniels

Ich berichtete kürzlich an dieser Stelle über meinen Besuch in der Stadt Thame in Oxfordshire im Rahmen meiner Reihe „Auf den Spuren von Inspector Barnaby“, der hier häufig anzutreffen war.
Am letzten Freitag, dem 8. Juni, wurde Robin Gibb, Sänger der Bee Gees, in seiner Heimatstadt, in der er viele Jahre lebte, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Der Trauerzug bestand aus einer von vier Pferden gezogenen weißen Kutsche, auf der der Sarg Robin Gibbs lag. Am Ende des Sargs befand sich die Flagge der Isle of Man, wo der Sänger am 22. Dezember 1949 geboren wurde.

Weit hatte es der Trauerzug nicht, denn Robin Gibb wohnte gegenüber der St Mary’s Church, wo er beigesetzt wurde. Bei der Trauerfeier in der Kirche las Robins Frau Dwina ein von ihr verfasstes Gedicht vor, das sie „My Songbird Has Flown“ nannte. Etwa 200 Gäste wohnten der Feier bei, darunter fanden sich auch Uri Geller, Mark Knopfler und Sir Tim Rice. Die Sargträger waren Robins Söhne RJ und Spencer, sowie Stevie Gibb, Barrys Sohn und Steven Murphy, Dwinas Sohn.

Als der Sarg aus der Kirche zum Grab getragen wurde, standen Kadetten des 594. Squadron der Royal Air Force aus Thame Spalier. Robin Gibb hatte vor zwei Jahren ihr neues Hauptquartier in der Windmill Road eröffnet.
Hier ist ein Film über den Trauerzug und die Beisetzung.

Die Bevölkerung Thames trauerte um ihren verstorbenen und verehrten Mitbürger. „Ciao Robin“ stand auf einem Banner im Fenster des italienischen Restaurants Mia Capri in der High Street.

Robin Gibb wohnte in dem alten The Prebendal House, das er selbst in diesem Film detailliert vorstellt. „Elizabeth I was here“, sagte Robin Gibb einmal. „So was Henry VIII. George III had some exiles from the French Revolution stay here, about 50 of them“.

Hören wir hier noch einmal Robin Gibb mit „Juliet„.

Nachtrag: Mittlerweile wurde an seinem Haus in Thame eine blaue Plakette angebracht. Hier ist ein Film über die Zeremonie und hier ein Film über Robins Grab.

Nachtrag: Die Folge 117 der TV-Serie „Midsomer Murders“ (dt.“Inspector Barnaby“) mit dem Titel „The Ghost of Causton Abbey“ wurde im Prebendal House in Thame gedreht.

St Mary’s Church in Thame, hier fand Robin Gibb seine letzte Ruhestätte. – Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Roger Davies

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Thame (Oxfordshire)

Das Spread Eagle Hotel am Cornmarket. – Eigenes Foto.

Einer der prominentesten Einwohner von Thame in der Grafschaft Oxfordshire, Robin Gibb, ist am Sonntag, dem 20. Mai seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Der Sänger der Bee Gees wohnte am Rande von Thame in einem großen Anwesen, starb aber in London.

Als wir Thame zuletzt an einem Freitagvormittag besuchten, hatte ich echte Schwierigkeiten, mein Auto zu parken. Die Stadt war so voll, dass es mir erst nach ca 30 Minuten gelang, an der Hauptstraße einen Parkplatz zu finden. Das ist in englischen Kleinstädten häufiger der Fall.

Das Produktionsteam der TV-Serie „Inspector Barnaby“ war schon so häufig in Thame, dass man das kaum noch zählen kann.Wenn man die High Street und den Cormarket entlang geht, wird man ständig mit Gebäuden konfrontiert, die man in der Krimiserie schon einmal gesehen hat. Hier sind nur einige Beispiele:

Das Spread Eagle Hotel spielt als The Morecroft Hotel die Hauptrolle in Episode 63 Midsomer Life“ (dt. „Leben und Morden in Midsomer“), in der eine Horde schnöseliger Off-Roader aus London sich bei den Einheimischen unbeliebt macht. Nur ein paar Schritte vom Hotel entfernt, liegt das Haus, in dem in der gleichen Episode die Redaktion der Zeitschrift „Midsomer Life“ untergebracht war. In dem früheren Thame Tourist Office war zuletzt das Citizen Advice Bureau zu finden.

In der Episode 57 „Picture of Innocence“ (dt. „Kameraschüsse“) finden sich viele Szenen, die in Thame gedreht wurden, beispielsweise steht hier der Fotoladen, der sich strikt der Digitalfotografie verweigert, und auch die Szene, in der Tom Barnaby von einer fremden Frau umarmt und geküsst wird, drehte man in der Stadt am River Thame.

Wer sich noch an Episode 36 „Things that go bump in the night“ (dt. „Nachts, wenn du Angst hast“) erinnert, kennt sicher noch das Beerdigungsunternehmen, in dem sein Inhaber Richard Pennyman ermordet wird. Der Drehort, ein Innenhof etwas abseits der Hauptstraße, wurde später noch einmal in Episode 46 „Vixen’s run“ (dt. „Der Krieg der Witwen“) verwendet. Auch der Oxfam Bookshop am Cornmarket ist in „Vixen’s run“ als der Cover to Cover Bookshop zu sehen, den Jenny, die Tochter der Köchin Hatty, führt.

In vielen weiteren Episoden finden sich noch Straßenszenen, die in Thame aufgenommen wurden. Sehenswert ist hier u.a. noch der Birdcage Pub am Cornmarket, ein aus dem 13. Jahrhundert stammendes Gebäude, in dem es entsetzlich spuken soll. Aber da ich mich in diesem Beitrag auf das Thema „Inspector Barnaby“ beschränke, lasse ich es hiermit erst einmal bewenden (es gibt noch sehr viel mehr in Thame zu sehen!).

In diesem Gebäude befand sich die Redaktion von „Midsomer Life“ in der gleichnamigen Episode. – Eigenes Foto.

Der Birdcage Pub in der High Street von Thame. – Eigenes Foto.