Das Leben im Norden Englands…im Spiegel der Rockmusik – Teil 2: The KLF und „It’s Grim Up North“

Die erste im Song genannte Stadt: Bolton (Greater Manchester) mit einem ehemaligen Fabrikgebäude,   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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„It’s Grim Up North“, das sagten gern die Bewohner des englischen Südens, wenn sie von ihren Landsleuten im Norden sprachen (manche sagen es wohl noch heute, vor allem die, die noch nie in den nördlichen Landesteilen waren). Schmutzige Städte, qualmende Schornsteine, Menschen, die ihren schweren, gesundheitsschädigenden Arbeiten nachgingen, so stellte man sich das vor und es stimmte eine Zeitlang ja wirklich.

The KLF griffen diesen Spruch 1991 in ihrem gleichnamigen Song auf, der von den beiden führenden Köpfen der Band, Bill Drummond und Jimmy Cauty, geschrieben wurde. Die exzentrische Band, die auch unter dem Namen The Justified Ancients of Mu Mu firmierte, war von 1987 bis 1992 aktiv und konnte ihre Single „It’s Grim Up North bis auf Platz 10 der britischen Charts lancieren. Das Besondere am Text ist, dass er nur aus einer Aufzählung nordenglischer Städtenamen besteht, beginnend mit Bolton, Barnsley, Nelson, Colne, Burnley. Das Musikvideo spiegelt die ganze Misere des Norden wieder: Strömender Regen, dichter Autoverkehr, und damit damit das alles noch düsterer wirkt, hat man das Musikvideo in Schwarzweiß aufgenommen. Trostlosigkeit pur! Aber, es gibt ein tröstliches Ende, nachdem die berühmte Hymne „Jerusalem“ im zweiten Teil des Songs eingespielt wird: „The North Will Rise Again“ heißt es im Abspann.

Hier ist das Video zu „It’s Grim Up North“ zu sehen, und wer sich für alle genannten Städtenamen interessiert, hier sind sie aufgelistet.

Barnsley in South Yorkshire, das an zweiter Stelle im KLF-Song genannt wird, und eine verlassene Industrieanlage.   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Barnsley in South Yorkshire, das an zweiter Stelle im KLF-Song genannt wird, und eine verlassene Industrieanlage.
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Published in: on 5. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The KLF – „What Time Is Love?“

This work has been released into the public domain by its author

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Der Name „Kopyright Liberation Front“ war etwas sperrig, so nannte man die britische Band kurzerhand The KLF, die in den 1980er Jahren von Bill Drummond und Jimmy Cauty gegründet wurde. Sie traten auch unter dem Namen The Justified Ancients of Mu Mu und The Timelords auf und was sie machten, wirkte alles recht skurril. So haben sie einmal auf der schottischen Insel Jura eine Million Pfund verbrannt, und auch ihre Musikvideos waren nicht „von der Stange“.

Nach ihrem ersten Nummer-Eins-Hit „Doctorin‘ the Tardis“ (als The Timelords) wurden sie 1990 international einem breiteren Publikum durch „What Time Is Love?“ bekannt. An das Musikvideo dazu möchte ich heute noch einmal erinnern. Es wurde in Wiltshire auf dem Woodborough Hill bei Alton Barnes auf dem Getreidefeld des Farmers David Reid gedreht, der dafür £350 erhielt. In dieser Region hat man schon zahlreiche mysteriöse Kornkreise vorgefunden und so wurde auch für das Video ein „Crop Circle“ in das Getreidefeld geschnitten und zwar in der Form des Logos der Band KLF: Eine Pyramide mit einem Ghettoblaster (s. Abbildung oben). Drummond und Cauty hatten sich schon immer für das Phänomen der Kornkreise interessiert, das sie „Landscape Art“ nannten und so bauten sie ein ganzes Musikvideo darauf auf, das hier zu sehen ist.

Hier sind einige Crop Circles am Woodborough Hill zu bewundern.

Woodborough Hill in Wiltshire. Hier wurde das KLF-Video gedreht.    © Copyright Andrew Smith

Woodborough Hill in Wiltshire. Hier wurde das KLF-Video gedreht.
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Published in: on 24. April 2013 at 02:00  Comments (2)  
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