
Photo © Gordon Hatton (cc-by-sa/2.0)
Was haben die Stadt Paris und das Dörfchen Oare in der Grafschaft Wiltshire gemein? Beide haben Bauwerke, die von dem chinesisch-amerikanischen Stararchitekten Ieoh Ming Pei (1917-2019) entworfen worden sind. In Paris ist es die Glaspyramide über dem Eingang zum Louvre, in Oare ist es der nach dem Dorf benannte Pavilion auf dem Gelände des Oare House. Der Ort in Wiltshire kann sich auch rühmen, dass nirgendwo sonst in ganz Großbritannien ein weiteres Gebäude aus der Ideenschmiede von Ieoh Ming Pei steht.
Im Jahr 2003 ist der Oare Pavilion fertiggestellt worden; eine Auftragsarbeit für den Geschäftsmann Sir Henry Neville Lindley Keswick (1938-2024) und für seine Frau Annabel Thérèse Keswick, Lady Keswick (1942-2022), einer Politikerin und von 2014 bis 2020 Kanzlerin der Universität von Buckinghamshire. Sir Henry ist in China geboren worden und hatte Zeit seines Lebens immer wieder Beziehungen zu dem Land, außerdem kannten Keswicks Vorfahren den Vater des Architekten, sonst wäre es wohl nicht möglich gewesen sein, so einen berühmten Mann für das geplante Bauvorhaben zu gewinnen.
Der 270 qm große Oare Pavilion, der am Ende einer Lindenallee steht und als Sommerhaus fungiert, ist eine Art Folly des 21. Jahrhunderts auf dem weitläufigen Gelände des Oare House, in dem die Keswicks wohnten. Es ist eine achteckige Glasstruktur mit einem pagodenartigen Dach. Für die Inneneinrichtung konnten die Keswicks eine weitere renommierte Persönlickeit engagieren, den Londoner Innenarchitekten John Stefanidis, der weltweit tätig ist und unter anderem durch seine Arbeit im Auftrag von großen Luxushotels bekannt geworden ist.
In Fachkreisen ist der Oare Pavilion sehr positiv bewertet worden. Pei erhielt im Jahr 2010 den vielleicht wichtigsten internationalen Architekturpreis des Royal Institute of British Architects (RIBA), die Royal Gold Medal.
Das Bauwerk ist ein privates Gebäude und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Photo: Anguskirk.
Creative Commons NC-ND 2.0

Oare House, in dem die Keswicks wohnten.
Photo: Anguskirk.
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