Reading Rooms und Village Halls im Bild

Reading Room and Village Hall in Great Gransden in Cambridgeshire.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Bei Spaziergängen in englischen Dörfern trifft man hin und wieder auf sogenannte Reading Rooms, das sind Gebäude, die früher einmal von wohlhabenden Männern und Frauen aus der Region der Dorfbevölkerung zur Verfügung gestellt wurden, um einen kulturellen Beitrag zu leisten. Heute sind diese Reading Rooms manchmal mit Village Halls verschmolzen oder dienen anderen Zwecken. In den den deutschen Dorfgemeinschaftshäusern entsprechenden Village Halls trifft man sich bei Feierlichkeiten oder anderen Veranstaltungen, Theateraufführungen können darin stattfinden und Musikabende. Sie sind wie der Pub, die Kirche oder der Village Store ein wichtiger Teil eines funktionierenden Dorflebens.

Ich habe hier einmal einige Beispiele für ehemalige Reading Rooms herausgesucht, die zu Village Halls umfunktioniert wurden.

Früher Reading Room, jetzt Village Hall: Grantchester in Cambridgeshire.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Betley in Staffordshire.
Photo © Jonathan Hutchins (cc-by-sa/2.0)

Tirril Village Hall in Cumbria.
Photo © Christine Johnstone (cc-by-sa/2.0)

Ewelme in Oxfordshire.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Goodrich Village Hall in Herefordshire.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Juni 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Ripon Hornblower – Eine der ältesten Zeremonien der Welt

Seit über 1100 Jahren wird in Ripon in North Yorkshire allabendlich eine Zeremonie ausgeführt, die noch nie unterbrochen worden ist. Der sogenannte Ripon Hornblower bläst exakt um 21 Uhr am Obelisken auf dem Marktplatz viermal in sein Horn „to set the night watch„. Grob geschätzt hat das etwa 410 000 mal stattgefunden.

Der Hintergrund der Zeremonie: Im Mittelalter war der Wakeman von 21 Uhr bis zum Morgengrauen, in Zusammenarbeit mit einigen Hilfskräften, für die Sicherheit und die Bekämpfung der Kriminalität in der Stadt zuständig. Der Stoß ins Horn signalisierte also den Beginn der Nachtwache. Später musste der Hornblower noch eine zusätzliche Aufgabe übernehmen: Nachdem er auf dem Marktplatz seine Pflicht erfüllt hatte, musste er auch vor dem Haus des Bürgermeisters oder dort, wo sich der Bürgermeister gerade aufhielt, noch dreimal in sein Horn blasen. In  diesem Film ist der Hornblower bei der Arbeit zu sehen.

Bis zum Jahr 2015 war George Pickles der alleinige Hornblower, danach hat der Rat der Stadt Ripon entschieden, mehrere Bläser einzustellen, die sich die Aufgabe teilen. £8.72 ist das „Gehalt“ pro Abend, bei Auftritten zu anderen Festivitäten gibt es £21.12.

Ripon ist heute stolz auf diese uralte Tradition und man findet das berühmte Horn natürlich auch im Wappen der Stadt.
Es gibt auch ein Lied, in dem die Geschichte des Hornblowers besungen wird, hier von Barry Sellers zu hören.

Der Arbeitsplatz des Hornblowers: Der Obelisk auf dem Market Place von Ripon.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Auch einen Pub gibt es in Ripon, der nach dem Bläser benannt ist.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 14. Mai 2019 at 02:00  Comments (4)  
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Die Dry Stone Walling Association – Eine Gesellschaft, die sich für den Erhalt von Trockenmauern stark macht

Eine Dry Stone Wall in Lancashire.
Photo © Rude Health (cc-by-sa/2.0)

Wenn man durch die Yorkshire Dales fährt, sieht man, dass die Weiden dort zum großen Teil durch Trockenmauern und nicht durch Zäune umfasst werden. Diese Dry Stone Walls werden in Großbritannien schon seit mehr als 3000 Jahren verwendet und erfreuen sich eben auch heute noch großer Beliebtheit, denn sie sind robust und umweltfreundlich. Es müssen für die Umzäunung keine Bäume gefällt werden, die in den Regionen, in denen die Trockenmauern gebaut werden, sowieso nicht im Überfluss vorhanden sind.

Die 1968 gegründete Dry Stone Walling Association (DSWA) propagiert den Einsatz der Natursteine in der Landwirtschaft, veranstaltet Seminare und gibt Trainingskurse für Interessierte.
The main aims of the Association are to promote a greater understanding and knowledge about the traditional craft of dry stone walling and to encourage the repair and maintenance of dry stone walls throughout the country„.

Es gibt Zweigstellen der DSWA in Schottland, Wales und vielen Teilen Englands, die sich auf regionaler Ebene für den Einsatz der Dry Stone Walls stark machen.

HRH The Prince of Wales ist übrigens ein Befürworter des Trockenmauerbaus und ist Schirmherr der DSWA.

Es gibt in Großbritannien eine Fülle von Büchern und DVDs, die sich alle mit diesem Thema beschäftigen. Der Bau von Trockenmauern, bei denen kein Mörtel zur Anwendung kommt, erfreut sich auch in Privatgärten zunehmender Beliebtheit.

Hier ist ein Film über Dry Stone Walling in Derbyshire.

Das Buch zum Artikel:
Andy Radford: A Guide to Dry Stone Walling. The Crowood Press 2001. 128 Seiten. ISBN 978-1861264442.

…und eine Mauer in North Yorkshire.
Photo © Christopher Hall (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Mai 2019 at 02:00  Comments (3)  
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Reetdachhäuser in Devon

Osmond Cottage in Coffinswell bei Newton Abbott.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

„Thatching is the craft of building a roof with dry vegetation such as straw, water reed, sedges, rushes, heather, or palm branches, layering the vegetation so as to shed water away from the inner roof“, so lautet die Definition der Reetdachdeckerei in der englischen Wikipedia. Häuser, deren Dächer auf diese Art gedeckt sind, gehören zum wesentlichen Bestandteil eines englischen Bilderbuchdorfes; am häufigsten findet man sie in der Grafschaft Devon und dort haben sich seit 1947 die Spezialisten für diese Art der Dachdeckerei, gemeinsam mit ihren Kollegen in Cornwall, in der Devon & Cornwall Master Thatchers Association zusammengefunden. Diese Organisation sorgt dafür, dass die Ausführung der Arbeiten durch ihre Mitgliedsfirmen auf höchstem Standard sind.

Jo Cox und John Thorpe haben ein Buch über das Thema verfasst, das „Devon Thatch“ heißt und 2001 im Verlag Devon Books erschienen ist.

Hier sind einige typische Beispiele für reetgedeckte Häuser in der Grafschaft Devon.

In Yeoford bei Crediton.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

King William Cottage in Yalberton bei Paignton.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Wrayland Manor bei Lustleigh.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

In Cockington bei Paignton.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)

Church Cottage in Buckland-in-the-Moor im Dartmoor.
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)

Reetdachdecker bei der Arbeit, in Newton  Poppleford.
Photo © Richard Webb (cc-by-sa/2.0)

Ein Reetdachhaus brennt ab… in Sowton bei Exeter.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

The Kinks und einige ihrer Songs mit typisch englischen Themen

Die britische Band The Kinks, 1964 von den Brüdern Ray und Dave Davies in London gegründet, zählte in den 1960er Jahren zu den erfolgreichsten Rockgruppen ihres Landes, die mit Songs wie „You Really Got Me“, „Tired of Waiting For You“ und „Sunny Afternoon“ bis auf Platz 1 der UK Charts gelangten.
Mit diesen Hits möchte ich mich in meinem heutigen Blogeintrag nicht beschäftigen, sondern mit einigen weniger bekannten Titeln, die sich mit typisch englischen Themen befassen.

Das Village Green in The Lee (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

Was wäre ein Dorf in England ohne sein Village Green? Mal liegt es in der Mitte, mal am Rande, mal wird es für Dorffeste genutzt, manchmal für Cricketmatches oder, wie im Song der Kinks, als Ort, um seine Geliebte zu treffen und sie unter der alten Eiche zu küssen.. „I miss the village green, The church, the clock, the steeple“, heißt es wehmütig in dem Lied.

Das Village Green in Westlington (Buckinghamshire).
Eigenes Foto.

Sollte es dem Village Green einmal an den Kragen gehen und dort vielleicht Häuser darauf gebaut werden, dann wird eine „Village Green Preservation Society“ ins Leben gerufen, die sich dagegen zur Wehr setzt. „Preserving the old ways from being abused“ singen die Kinks in diesem Song, in dem auch eine Draught Beer Preservation Society und ein Custard Pie Appreciation Consortium erwähnt wird. Sie alle stemmen sich gegen die Abschaffung von Dingen, die man auf gar keinen Fall missen möchte.

Eigenes Foto.

Der Afternoon Tea ist eine Institution in England, der für viele zum Tagesablauf einfach dazu gehört; sei es nur eine Tasse Tee oder die üppigere Version mit Scones usw. In Ray Davies‘ Song geht es um ein tägliches Treffen zum Nachmittagstee mit einem Mädchen namens Donna, die plötzlich nicht mehr zur gewohnten Zeit erscheint:
„They said that Donna walked away You’d think at least she might have stayed To drink her afternoon tea“. Obwohl dem verlassenen Liebhaber der Tee ohne Donna nicht mehr so recht schmeckt, nimmt er auch weiterhin regelmäßig seinen Afternoon Tea ein.

This work is released into the public domain.

Die Kinks nehmen in ihrem Song „Have a Cuppa Tea“ noch einmal das Thema „Tee“ auf und singen ein Loblied auf das Getränk. Tee ist gut für alle möglichen Wehwehchen, kennt keine Rassen- und Klassengrenzen, er schmeckt bei Regen und bei Sonnenschein: „For Christ sake have a cuppa tea.“

Cricket gilt als die britische Sportart schlechthin. Für die meisten, die nicht auf der Insel wohnen, sind die Regeln ein Buch mit sieben Siegeln. In dem Song bringen die Kinks diese Cricketregeln mit den 10 Geboten Gottes in Einklang und warnen vor dem Demon Bowler, der sich im Auftrag des Teufels in das Spiel (das Leben heißt) einmischt.

Published in: on 8. April 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Public Footpaths – Öffentliche Wege, die manchmal ins Nirgendwo zu führen scheinen

Ein Public Footpath auf der Isle of Wight. Wo mag der wohl hinführen?
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

In England nimmt man es mit dem öffentlichen Wegerecht sehr genau. Immer wieder sieht man die Hinweisschilder „Public Footpath„, die das Recht garantieren, dass man darauf auch gehen darf; Reiten und Fahrradfahren ist darauf aber nicht gestattet. Kinderwagen, Hunde an der Leine und Rollstühle sind erlaubt.
Es gab immer mal wieder Auseinandersetzungen mit Grundstückseigentümern, an oder durch deren Besitz ein solcher Public Footpath führt und die damit nicht einverstanden waren. Am bekanntesten war sicher der Mass Trespass of Kinder Scout vom 24. April 1932 im Peak District, über den ich in meinem Blog einmal schrieb.

Einige dieser frei zugänglichen Wege, so sah ich es immer wieder, waren zwar in der Theorie frei zugänglich, nicht aber in der Praxis, denn die Hinweisschilder wiesen auf vollkommen zugewachsene, von Dornenbüschen blockierte Wege hin. Da frage ich mich, wer dann da bitteschön entlanglaufen soll. Menschen mit Gehproblemen haben es auf den Public Footpaths auch nicht ganz leicht, denn oft muss man noch die „stiles“ überwinden, Zauntritte, mit deren Hilfe zwar Menschen, nicht aber Vieh oder Wild über ein Hindernis klettern können. Konfrontiert wird man auf den öffentlichen Fußwegen manchmal auch mit den sogenannten Kissing Gates, die ebenfalls nur Zweibeiner, aber keine Vierbeiner hindurchlassen.

Hier sind einige Bilder von diesen manchmal recht abenteuerlichen Public Footpaths und den Hindernissen, auf die man trifft:

Lädt dieser Weg wirklich zum Wandern ein?
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Public Footpath in Essex.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Ein Stile in Dorney Wood (Buckinghamshire).
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)

Ein Kissing Gate.
Photo © Mat Fascione (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. April 2019 at 02:00  Comments (9)  
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Scarborough Skipping am Fastnachtsdienstag in der Stadt in Yorkshire

Die Foreshore Road in Scarborough bleibt am Faschingsdienstag für das Skipping geschlossen wie dieses Foto zeigt.
Photo © Pauline E (cc-by-sa/2.0)

Am letzten Tag vor Beginn der Fastenzeit, dem in England Shrove Tuesday genannten Tag, werden in einigen Teilen des Landes Traditionen gepflegt wie u.a. Pfannkuchenrennen (s. dazu meinen Blogeintrag über das Olney Pancake Race) oder das Massenseilspringen. Letzeres wird seit mehr als hundert Jahren in Scarborough, der Küstenstadt im Osten Yorkshires, ausgeübt, wo sich Kinder und Erwachsene in der Forshore Road zusammenfinden, um sich dem Scarborough Skipping hinzugeben.

Der Bürgermeister läutet eine Glocke, die „pancake bell“, und der Town Crier ruft mit kräftiger Stimme zuerst zu den Pfannkuchenrennen auf, dann zu dem folgenden Seilspringen. Mehrere Personen hüpfen gleichzeitig über lange Seile, aber jeder kann auch eigene mitbringen und allein darüber springen. Woher der Brauch kommt, ist unklar, er kann möglicherweise mit den Fischern des Ortes zusammenhängen, die Seile und Netze verwendeten. Hier ist ein Film über das Scarborough Skipping.

Etwas Ähnliches findet am Karfreitag jeden Jahres in East Sussex statt, das „Long-Rope Skipping„, bis zum vorletzten Jahr in Alciston am Rose Cottage Inn, ab 2018 am Ram Inn im benachbarten Firle. Garniert wird das Skipping mit Tänzen und den Morris Dancers wir dieser Film zeigt.

Long-Rope Skipping vor dem Rose Cottage in Alciston (East Sussex) – Ein Foto aus den 1960er Jahren.
Photo © Peter Jeffery (cc-by-sa/2.0)

The Ram Inn in Firle (East Sussex), wo das Long-Rope Skipping jetzt ausgetragen wird.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. März 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Old Mother Hubbards Cottage in Yealmpton (Devon)

Mir tut es immer in der Seele weh, wenn ich in England wunderschöne alte Häuser sehe, in denen zum Beispiel ein amerikanischer Burgerladen oder ein asiatischer Takeaway untergebracht sind. In strohgedeckte Cottages oder andere geschichtsträchtige Häuser würde ich viel lieber einen englischen Tearoom oder so etwas Ähnliches sehen.

In Yealmpton in Devon, an der A379 gelegen, die von Plymouth nach Kingsbridge führt, steht an der Market Street (das ist die A379) ein richtig schönes uriges Haus, reetgedeckt, mit einem kleinen Hund auf dem Dach, das Old Mother Hubbards Cottage, und darin ist ein chinesischer Takeaway zu finden. Das gegenüberliegende Rose & Crown würde da viel besser hineinpassen.

In dem rund 400 Jahre alten Haus soll einmal eine Frau gewohnt haben, die als Vorbild für den Kinderreim „Old Mother Hubbard“ gedient hat. In diesem im Jahr 1805 publizierten Reim steht ein Hund im Mittelpunkt (daher der Hund auf dem Dach), für den Mother Hubbard alles Mögliche ins Haus bringt und der daraufhin jeweils unterschiedlich reagiert, Ein Beispiel:

„She went to the alehouse
To get him some beer;
When she came back
The dog sat in a chair“.

Der „nursery rhyme“ endet:

„This wonderful dog
Was Dame Hubbard’s delight,
He could read, he could dance,
He could sing, he could write;
She gave him rich dainties
Whenever he fed,
And erected this monument
When he was dead.“

Der Reim soll aus der Feder von Sarah Catherine Martin (1768-1826) stammen, die ihn schrieb, während sie sich im Haus ihrer Schwester (Kitley House, heute ein Country House Hotel) in Yealmpton aufhielt, die später den Parlamentsabgeordneten mit dem schönen Namen John Pollexfen Bastard heiratete. Es gibt auch noch eine andere Version wie Mrs Martin auf die Idee mit dem Kinderreim kam, und zwar soll sie von der Haushälterin ihrer Schwester inspiriert worden sein, die in dem Cottage an der Market Street wohnte.

Was auch immer stimmen mag oder auch nicht, der Reim ist nett zu lesen und das Old Mother Hubbards Cottage in Yealmpton ist sehr schön anzusehen…wenn nur nicht dieser chinesische Imbiss darin wäre.

Hier ist der Kinderreim in voller Länge im Film zu sehen.

Kitley House in Yealmpton, wo „Old Mother Hubbard“ geschrieben wurde.
Photo © Darrin Antrobus (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. Februar 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Der Beverley Town Trail – Auf den Spuren des mittelalterlichen Handwerks im Osten Yorkshires

Das Handwerk der „jerkin makers“, das waren die Hersteller von Wämsen, den Vorläufern der heutigen Westen.
Photo © Keith Edkins (cc-by-sa/2.0)

Beverley ist eine Stadt im Osten Yorkshires, zu Füßen des großartigen Münsters. Im Mittelalter war Beverley eine wohlhabende Stadt, in der das Handwerk eine große Rolle spielte. Mit dem Beverley Town Trail, der sich durch die ganze Stadt zieht, kann der Besucher sich ein Bild machen von den zahlreichen Berufsgruppen und Gilden, die hier zu finden waren. Hunderte von Schulkindern waren an dem Projekt beteiligt, deren Vorschläge und Ideen auf dem Trail umgesetzt wurden, in Form von größeren und kleineren Skulpturen, die an die einzelnen Handwerke erinnern. 39 Kunstwerke sind auf diese Weise entstanden, von denen ich hier einige vorstellen möchte.

Der „cooper“, der Küfer bzw. Fassmacher.
Photo © Bernard Sharp (cc-by-sa/2.0)

Der „wildfowler“, der Wildvogeljäger (Greylag ist die Graugans).
Photo © Bernard Sharp (cc-by-sa/2.0)

Der „saddler“, der Sattelmacher.
Photo © Bernard Sharp (cc-by-sa/2.0)

Der „hatter“, der Hutmacher.
Photo © Bernard Sharp (cc-by-sa/2.0)

Der „butcher“, der Schlachter.
Photo © Bernard Sharp (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 22. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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„There’ll Always Be An England“ – Ein patriotisches Lied von Ross Parker und Hugh Charles

Ein „country lane“ wie im Lied besungen, hier in Warwickshire.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Die offizielle Nationalhymne“ des Vereinigten Königreichs, ist, wie wohl jeder weiß, „God Save the Queen„. Darüber hinaus gibt es aber noch einige Lieder, die als Nationalhymne 2. Grades gehandelt und mit gleicher Inbrunst gesungen werden, man denke an „Rule Britannia“ (s.mein Blogeintrag) oder „Land of Hope and Glory“ (s. mein Blogeintrag ).

In seinem Buch „England – 1000 things you need to know“ führt Nicholas Hobbes gleich neun National Anthems auf.

Eine davon, „There’ll always be an England„, ist ein patriotisches Lied, das 1939 von Ross Parker (Melodie) und Hugh Charles (Text) geschrieben wurde.
Zum ersten Mal war das Lied in dem Film „Discoveries“ zu hören, der 1939 in die britischen Kinos kam und von Glyn Davis gesungen wurde. Als sich aber Vera Lynn nach Ausbruch des 2. Weltkrieges des Liedes annahm, wurde es zu einem großen Erfolg. Später sangen es noch viele andere, u.a. Tiny Tim und die Sex Pistols, aber das waren dann wieder ganz andere Formen der Interpretation.
Hier ist die Version von Vera Lynn. Der Text des Liedes:

There’ll always be an England
While there’s a country lane,
Wherever there’s a cottage small
Beside a field of grain.
There’ll always be an England
While there’s a busy street,
Wherever there’s a turning wheel,
A million marching feet.

Red, white and blue; what does it mean to you?
Surely you’re proud, shout it aloud,
„Britons, awake!“
The empire too, we can depend on you.
Freedom remains. These are the chains
Nothing can break.

There’ll always be an England,
And England shall be free
If England means as much to you
As England means to me.

…und ein „cottage small“ wie hier in Norfolk.
Photo © Adrian S Pye (cc-by-sa/2.0)

…und ein „field of grain“ vor dem Leeds Castle in Kent.
Photo © nick macneill (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Januar 2019 at 02:00  Comments (2)  

Der Idle Working Men’s Club in Bradford (West Yorkshire) – Der begehrteste Club dieser Art in England

 

Author: John Yeadon
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Working Men’s Clubs entstanden in den Industriegebieten Englands im 19. Jahrhundert mit dem Ziel, der Arbeiterklasse Erholung, Entspannung und Bildung zu vermitteln.
In der kleinen Stadt Idle, einem Vorort von Bradford (West Yorkshire), gibt es auch einen, der sich Idle Working Men’s Club nennt. Das ist doppeldeutig, denn „idle“ bedeutet auch so viel wie faul oder träge.
Klar, dass man von dieser Doppeldeutigkeit auch Gebrauch machte und das Logo des Clubs entsprechend gestaltete (es zeigt einen auf eine Schaufel gelehnten Arbeiter).

Das Besondere an diesem 1928 gegründeten Arbeiterclub ist aber, dass er auf Grund der hohen Nachfrage aus dem In- und Ausland Ehrenmitgliedschaften vergeben hat und zwar an Personen, die man normalerweise nicht in so einem Club anzutreffen vermutet, z.B. ehemals „James Bond“ Roger Moore, Mohammed Al Fayed, Paul Gascoigne oder Uri Geller, ja sogar Michael Jackson war zu seinen Lebzeiten Ehrenmitglied (er bekam die Mitgliedschaft von Uri Geller zu seiner Hochzeit geschenkt).

In Zeiten, in denen die Zahl der Working Men’s Clubs rapide gesunken ist, kann sich der West Yorkshire-Club nicht beklagen: Er blüht und gedeiht. Hier sind Stimmungsbilder aus dem IWMC.

Idle Working Men’s Club
23 High Street
Idle
Bradford
West Yorkshire BD10 8NB

Published in: on 5. Januar 2019 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Toddington (Bedfordshire) – Eine pfannkuchenbackende Hexe und lauschende Kinder

Copyright: Calendar Customs. With friendly permission.

Üblicherweise wurden schon immer am Fastnachtsdienstag (Shrove Tuesday) in England, ein Tag bevor die Fastenzeit (Lent) beginnt, Pfannkuchen gebacken, einfach um noch vorhandene Reste zu verwerten wie Eier, Butter usw., bevor die Zeit des Darbens beginnt.

In manchen Orten wurde zur Mittagszeit eine Glocke geläutet, die Pancake Bell, um die Hausfrauen daran zu erinnern, mit dem Backen der Pfannkuchen loszulegen. Das geschah auch in dem Dorf Toddington in der Grafschaft Bedfordshire, wo die betreffende Glocke in der St George’s Church hängt. Ein nur in diesem Dorf ausgeübter Brauch war, und ist es mittlerweile wieder, dass beim Schlagen der Glocke, Schulkinder zum Conger Hill laufen, sich dort oben hinfallen lassen und ihre Ohren auf den Boden pressen. Warum? Bei genauem Hinhören vernehmen die Kinder ein brutzelndes Geräusch aus dem Hügelinneren, das ist nämlich eine ortsansässige Hexe, die dort wohnt und die sich auch, wie alle anderen in Toddington, ihre Pfannkuchen zubereitet.

Nachdem dieser nette Brauch für einige Zeit nicht mehr ausgeübt worden war, belebten ihn die Mitglieder der Toddington Old Boys Association wieder. Heute ist es so, dass am Shrove Tuesday beim Erklingen der Pfannkuchenglocke die Viertklässler der Toddington St George Church of England School an der Manor Road sich auf den Weg zum Conger Hill machen, um dort, auf dem Boden liegend, der Hexe beim Pfannkuchenzubereiten zu lauschen.

Dieser Film aus dem Jahr 1964 zeigt die Kinder aus Toddington bei der Ausübung des liebenswerten Rituals.

Im vorigen Jahr schrieb ich in meinem Blog schon einmal über das Dorf in Bedfordshire, über den „haunted pub“, The Bell.

Siehe auch meinen Artikel über das Olney Pancake Race.

Die St George’s Church.
Photo © Malc McDonald (cc-by-sa/2.0)

Die Toddington St George Church of England School.
Photo © David Purchase (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 10. November 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Village Store – Eine vom Aussterben bedrohte Institution

Der Bradford Abbas Village Store in Dorset.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Tesco, Morrisons, Aldi, Lidl und wie die ganzen riesigen Supermarktketten auch heißen mögen, sie alle haben dazu beigetragen, dass eine englische Dorfinstitution, der Village Store, vom Aussterben bedroht ist. Wie auch viele Dorfpubs kämpfen sie seit Jahren ums Überleben; gegen das Angebot der Supermärkte haben sie keine Chance. Ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind, mögen sie noch aufsuchen, doch diese Klientel reicht nicht aus, um einen Gewinn zu machen, der fürs Überleben reicht. In manchen Dörfern hat man sich gegen diesen Niedergang angestemmt und die Dorfläden mit freiwilligen Helfern ausgestattet, die ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellen, was manchmal zu funktionieren scheint.

Als wir einmal in Welford-on-Avon (Warwickshire) wohnten, suchten wir hin und wieder den Dorfladen in der High Street auf, The Maypole Store, der über ein gar nicht so schlechtes Angebot verfügte (ein paar Kilometer weiter lockte allerdings in Stratford-upon-Avon ein 24 Stunden geöffneter Tesco-Superstore auch viele Kunden aus Welford an). Dieser Laden wurde Anfang diesen Jahres von mehreren vermummten Männern überfallen, was der mutige Ladeninhaber zu verhindern versuchte wie dieser Film zeigt.

Wie es in einem typischen englischen Dorfladen aussieht, zeigt dieser Film am Beispiel von Clapham in North Yorkshire.

Ich habe hier einmal einige Bilder von Village Stores zusammengestellt. Mögen sie zusammen mit ihren Geschwistern, den Dorfpubs, noch lange erhalten bleiben!

Der Dorfladen in Tilson (Cheshire).
Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)

Village Store und Post Office in Shardlow in Derbyshire.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Der Dorfladen von Buckden in North Yorkshire.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Hier in Berkswell (West Midlands) bietet der Village Store auch einen Tea Room an, davor die Stocks.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. September 2018 at 02:00  Comments (3)  

The Village Fête – Das Dorffest

Dorffest in Longdon (Worcestershire) mit Mini-Kegelbahn und Hüpfburg.
Photo © Bob Embleton (cc-by-sa/2.0)

Aufmerksame Zuschauer der „Inspector Barnaby„-TV-Krimiserie haben sicher gemerkt, dass das Dorffest, The Village Fête, in mehreren Episoden eine wichtige Rolle gespielt hat, leider mit oft tragischen Folgen. Für viele Dörfer ist ihr jährlich stattfindendes Fest ein großes Ereignis für Jung und Alt. Oft wird es auf dem Dorfanger, dem Village Green, veranstaltet, und ein Komitee hat wochenlang darauf hingearbeitet, dass auch wirklich alles klappt. An den Ortseingängen werden Schilder aufgestellt bzw. Banner angebracht, die auf das Datum des Festes hinweisen.
Das Unterhaltungsangebot auf den jeweiligen Dorffesten unterscheidet sich meist nicht besonders. Die Hüpfburgen sind bei kleineren Kindern immer wieder beliebt, eine Tombola darf auf keinen Fall fehlen, Hundeshows finden immer wieder ihre Zuschauer, wobei die Vierbeiner in mehreren Kategorien beurteilt werden, und bei einem Spiel namens Coconut Shy, bei dem mittels Holzkugeln oder anderer Geschosse Kokosnüsse von einem Podest gestoßen werden müssen, finden sich überwiegend die männlichen Besucher des Festes ein.

Dann gibt es viele Buden und Stände, die selbstgemachte Konfitüren und Kuchen anbieten, und beim White Elephant Sale versucht man, nicht mehr benötigte Gegenstände an den Mann bzw. an die Frau zu bringen.

Wie es bei dem Dorffest von Lightwater in Surrey zugeht, zeigt dieser Film. Auch Mr. Bean hat einmal eines dieser Feste besucht.

Coconut Shy in Gee Cross (Greater Manchester).
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Im Kuchenzelt des Dorffestes von Sedlescombe (East Sussex).
Photo © Patrick Roper (cc-by-sa/2.0)

Great Wymondley Village Fête in Hertfordshire.
Photo © Jeff Tomlinson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. August 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die National Piers Society – Hüterin einer britischen Tradition

Der Southsea South Parade Pier, der den Pier of the Year Award 2018 erhielt.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Zu einem richtigen englischen Seebad gehört auch ein Pier, also eine Seebrücke, möglichst mit einem Showtheater auf dem Brückenkopf, einer Fish & Chips-Bude und Vergnügungsständen.
Leider gibt es davon nicht mehr besonders viele. Einige sind abgebrannt und nicht wieder aufgebaut worden, einige fielen Stürmen zum Opfer. Von einst etwa 100 Piers sind nur noch die Hälfte übrig geblieben, von denen einige eine unsichere Zukunft vor sich haben.

Die, die es aber noch gibt, werden aber sehr geliebt und gepflegt, z.B. von der National Piers Society, die 1979 von Sir John Betjeman gegründet wurde. Sie setzt sich für den Erhalt der Piers ein und macht Lobbyarbeit. Die Gesellschaft gibt den „Guide to British Piers“ heraus und veröffentlicht viermal im Jahr ein eigenes Magazin names „PIERS“.

Seit 1996 wird jährlich der „Pier of the Year“-Preis vergeben, den als erster der Eastbourne-Pier in East Sussex erhielt. Aktueller Preisträger für das Jahr 2018 ist der Southsea South Parade Pier in Hampshire.

Brightons Palace Pier gehört sicher zu den bekanntesten und schönsten Piers Englands. Der dabenliegende West Pier ist leider 2003 fast komplett abgebrannt; es stehen nur noch einige Reste im Meer. Es gibt aber immer wieder Bestrebungen, den West Pier zu seiner alten Größe erneut aufzubauen.

Hoffentlich gelingt es der NPS auch weiterhin, den Verfall dieser typisch britischen Einrichtung zu verhindern, denn ob man nun das Angebot auf den Piers mag oder nicht, schön sehen diese Seebrücken doch aus.

Hier ist ein Film mit Anthony Wills von der National Piers Society.

Das Buch zum Artikel:
Anthony Wills & Tom Phillips: British Seaside Piers. Historic England 2014. 304 Seiten. ISBN  978-1848022645.

Der erste Preisträger des Pier of the Year Awards: Der Eastbourne Pier. Hier ein aktuelles Bild nach dem großen Feuer von 2014, das Teile der Seebrücke zerstörte.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Der Brighton Palace Pier.
Photo © Richard Cooke (cc-by-sa/2.0)

Der West Pier in Brighton.
Eigenes Foto.

Published in: on 31. Juli 2018 at 02:00  Comments (2)  
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The Lincolnshire Poacher – Die inoffizielle Hymne von Lincolnshire

Plakette am Lincoln Castle.
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

Das alte Volkslied „The Lincolnshire Poacher„, also der Wilderer aus Lincolnshire, ist ein Ohrwurm, der, einmal gehört, immer im Gedächtnis bleibt. Die erste gedruckte Version des Liedes stammt aus dem Jahr 1775  und es wird als die inoffzielle „county anthem“ von Lincolnshire betrachtet. Der „Wilderer“ ist auch das Regimentslied des 2. Bataillons des Royal Anglian Regiments.

BBC Radio Lincolnshire benutzte viele Jahre lang einige Takte aus dem Lied als Jingle vor dem Beginn der Nachrichtensendungen. Es gibt einige Pubs, die sich des Namens bedienen und ein Magazin namens „The Lincolnshire Poacher„, das vierteljährlich in Lincoln erscheint. Ja, es gibt sogar eine Käsesorte mit dem Namen, der in Alford hergestellt wird.

Die Eisenbahnlinie von Grantham nach Skegness in Lincolnshire wird auch The Poacher Line genannt.

Hier ist eine Version des Liedes, das von Chris Sarjeant vorgetragen wird.

The Kinks haben der Grafschaft Lincolnshire (und ihrer hübschen Mädchen) mit „Lincoln County“ ebenfalls ein Denkmal gesetzt.

Pub in Metheringham (Lincolnshire)
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. Juli 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Muker Silver Band – Eine Blaskapelle aus North Yorkshire

Muker in North Yorkshire.
Photo © Dennis Turner (cc-by-sa/2.0)

Seit Beginn der Industriellen Revolution bildeten sich in den Bergwerksorten Yorkshires Blaskapellen, eine Freizeitbeschäftigung, die von der schweren Arbeit unter Tage ein Gegengewicht darstellte bzw. zur Unterhaltung der Bergleute und der Dorfbewohner diente. Eine der ersten war die Stalybridge Old Band, die im Jahr 1809 gegründet wurde und die es noch immer gibt; eine der bekanntesten war die Grimethorpe Colliery Band, deren Geschichte in dem Film „Brassed Off“ (1996) wiedergegeben wurde (s. hierzu meinen Blogeintrag).

Auch das kleine Dorf Muker im Swaledale in North Yorkshire, in dem vor langer Zeit Blei abgebaut wurde, unterhält noch eine eigene Blaskapelle, die Muker Silver Band, eine der letzten in dieser Region. Am 22. Juni 1897 trat die Muker Subscription Brass Band, wie sie damals hieß, erstmals auf; Anlass war Queen Victorias Diamond Jubilee. Die Kapelle, die überwiegend aus jungen Männern bestand, die sich das Spielen ihrer Instrumente selbst beigebracht hatten, trat hier und da bei Festen in der näheren Umgebung von Muker auf. Doch in den letzten 50 Jahren ist die Muker Silver Band deutlich ambitionierter geworden, ihre Mitglieder kommen nicht mehr nur aus dem Dorf, sondern aus einem weiteren Umkreis, über ein Drittel sind mittlerweile Frauen und das Repertoire hat sich auch verändert, hin zu anspruchsvollerer Musik.

Die Brass Band hat einige CDs aufgenommen und hat sogar Auftritte außerhalb Englands absolviert, u.a. auch entlang des Rheins in Deutschland. Der Dirigent Duncan Bythell, der seit 1985 dabei ist, hat ein Buch über die Muker Silver Band geschrieben, das den Titel „Banding In The Dales“ trägt und aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Blaskapelle 1997 veröffentlicht wurde.

In diesem Jahr sind mehrere Auftritte geplant, alle in Yorkshire, die meisten davon in Muker selbst. Hier ist die Silver Band in Muker zu hören und zu sehen.

Der Mittelpunkt von Muker: The Farmers Arms.
Photo © John Darch (cc-by-sa/2.0)

The Green Man – Eine mysteriöse Figur, der man überall in England begegnet

The Green Man Pub in Grantchester (Cambridgeshire).
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

„Als Grüner Mann werden bestimmte architektonische Zierelemente an sakralen und profanen Gebäuden des Mittelalters und der frühen Neuzeit bezeichnet. Dargestellt wird zumeist ein männlicher Kopf, dessen Haupt- und Barthaare die Gestalt von Blättern haben, die auch aus dessen Mund hervorwachsen“, so die Darstellungsweise der Wikipedia über die mystische Figur, der man in England sehr häufig begegnet. Aufmerksame Kirchenbesucher werden mit dem Green Man zum Beispiel in der Kathedrale von Exeter (Devon) mehr als 60mal konfrontiert, auch im York Minster und im Beverly Minster, beide in Yorkshire, findet man jede Menge grüne Männer.

The Green Man ist ein beliebter Pubname, dem man überall im Land begegnet, es gibt ein Buch von Kingsley Amis mit dem Titel „The Green Man“ (dt. „Der grüne Mann“), das ich mit Vergnügen gelesen habe und das in einem Pub mit diesem Namen in dem fiktiven Ort Fareham in  Hertfordshire spielt.
Episode 29 der „Midsomer Murders“ bzw. „Inspector Barnaby“-TV-Serie heißt „The Green Man“ (dt. „Blut ist dicker…“); darin wird ein im Wald hausender Sonderling des Mordes an einem Teenager verdächtigt.

Die Rockgruppe Jethro Tull hat einen Song mit dem Titel „Jack in the Green“ aufgenommen, XTC nennt einen ihrer Songs „Greenman„.

Im Spirit of the Green Man Studio in Tintern (Monmouthshire) kann man unzählige „Devotionalien“ mit dem Grünen Mann kaufen.

Es gibt den Green Man Day in Barnstaple in Devon und das Green Man Festival in Clun in Shropshire.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen, doch ich möchte jetzt lieber Bilder sprechen lassen.

In der All Saints‘ Church in Evesham (Worcestershire).
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

Im York Minster in North Yorkshire.
Photo © Bob Embleton (cc-by-sa/2.0)

Ein Weg bei Kirstead Green in Norfolk.
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Auf dem Gelände des Muncaster Castles in Cumbria.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Ein kunstvoll geschnittener Grüner Mann in Ashmansworth (Hampshire).
Photo © Chris Talbot (cc-by-sa/2.0)

Green Man Day in Barnstaple (Devon).
Photo © Roger A Smith (cc-by-sa/2.0)

Das Green Man Festival in Clun (Shropshire).
Photo © William Pugh (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Juni 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Der Helston Flora Day – Eine der ältesten Traditionen in Cornwall

Am 8. Mai diesen Jahres war es wieder soweit: In der cornischen Kleinstadt Helston, an der A394 an der Zufahrt zur Lizard Peninsula gelegen, wurde zum x-ten Mal der Flora Day gefeiert, eine der ältesten Traditionen in Cornwall und in ganz England, die auf den Erzengel Michael zurückgeführt wird, der am 8. Mai 495 auf dem Monte Gargano in Süditalien vier Mal erschien.

An diesem Tag ist Tanzen angesagt in Helston, denn mehrere Male wird hier zum Furry Dance aufgerufen. Durch die geschmückten Straßen ziehen Tänzerinnen und Tänzer, musikalisch begleitet von der Blaskapelle The Helston Town Band, die immer wieder den Flora Dance intoniert.

Um 7 Uhr morgens begeben sich an die achtzig Paare zum Morning Dance auf die Straße, dem Anlass entsprechend chic gekleidet, und geben sich der Tanzeslust hin.

Direkt danach findet der Hal-an-Tow Pageant statt, ein Umzug bei dem die wild verkleideten Teilnehmer immer wieder die Geschichte vom Heiligen Georg und seinem Kampf gegen den Drachen und die vom Heiligen Michael und seinem Kampf gegen den Teufel aufführen.

Als nächstes sind die Kinder von Helston an der Reihe, alle in Weiß gekleidet, die Jungen tragen ihre Schulkrawatte, die Mädchen haben Blumen in den Haaren, deren Farbe von der jeweiligen Schulzugehörigkeit abhängt. An die 1000 Kinder nehmen an dem Children’s Dance teil.

Der Midday Dance ist der Höhepunkt des Helston Flora Day, dann starten eigens dafür eingeladene Damen und Herren an der Guildhall zu ihrer Tanzveranstaltung. Die Herren tragen Zylinder und Morning Coats, die Damen lange Kleider und Hüte.

Der Evening Dance schließlich beginnt um 17 Uhr, ebenfalls von der Guildhall aus, und da geht es lockerer zu: Die Damen haben ihre Sommerkleider ausgepackt und die Herren tragen Oberhemd mit Krawatte.

Und immer wieder spielt die Helston Town Band den Flora Dance, der den Zuschauern und den mitwirkenden Tänzern wohl tagelang nicht mehr aus dem Kopf gehen wird.

Der Hal-an-Tow Pageant.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Die Guildhall von Helston.
Photo © Derek Voller (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Beating the Bounds – Ein alter Brauch, der noch heute ausgeübt wird

Beating the Bounds in Cambridge.
Photo © Tiger (cc-by-sa/2.0)

In einigen dörflichen aber auch städtischen Kirchengemeinden wird auch heute noch ein uralter Brauch ausgeübt, der sich „Beating the Bounds“ nennt und in etwa mit „Schlagen der Grenzsteine“ übersetzt werden kann. Da zieht ein Priester mit einer Gruppe von Gemeindemitgliedern und Kindern durch die Kirchengemeinde, alle mit Stöcken „bewaffnet“, die alle Grenzsteine bzw. Grenzmarkierungen aufsuchen, die dann mit den Stöcken „geschlagen“ werden.
Wozu soll das gut sein? Dieser Brauch sollte ursprünglich dazu dienen, dem kirchlichen Nachwuchs (es waren häufig Chorknaben) zu zeigen, wo sich genau die Grenzen der Gemeinde befinden, und damit die sich das auch gut einprägten, wurden sie an den Grenzsteinen manchmal auch mit den Stöcken geschlagen oder mit dem Kopf dagegen gestoßen. Diese brutale Form der Gedächtnisaufbesserung findet sich glücklicherweise heute nicht mehr.

Benedict le Vay beschreibt in seinem Buch „Eccentric Oxford“ wie Beating the Bounds in der Gemeinde St Michael in Oxford abläuft. Da zieht am Himmelfahrtstag der Vikar mit seiner Gemeinde drei Stunden lang durch die Gegend, um die 30 Grenzsteine aufzusuchen, die dann mit den Worten „Mark! Mark! Mark!“ geschlagen werden. Das kann dann zu so kuriosen Situationen führen, dass die Gruppe mitten durch die Damenunterwäscheabteilung von Marks & Spencer zieht und dort den Fußboden mit ihren Stöcken bearbeitet oder dass die Außenwand einer Filiale der Drogeriekette Boots the Chemist geschlagen wird.

Jede Kirchengemeinde, die Beating the Bounds heute noch praktiziert, hat seine Besonderheiten. Je nach Größe kann das Ganze sogar mehrere Tage dauern. In ländlichen Regionen wie z.B. dem Dartmoor wird bei dieser Prozession auch gleich geprüft, ob die Inschrift der Grenzsteine noch leserlich ist.
Mögen diese alten Traditionen noch möglichst lange beibehalten werden!

Dieser Film zeigt wie Beating the Bounds in der Kirchengemeinde von St Michael in Oxford abläuft.

Ein Boundary Stone bei Greystone in Lancashire.
Photo © Dr Neil Clifton (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 6. April 2018 at 02:00  Comments (1)  
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The Biddenden Dole – Eine Ostertradition in Kent

Das Dorfschild von Biddenden (Kent) mit Eliza und Mary Chulkhurst.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Viele Besucher der Sissinghurst Gardens in Kent, die sich dem beliebten Touristenziel von Osten her nähern, sind schon einmal durch den hübschen Ort Biddenden an der A262 gefahren (über die Biddenden Vineyards habe ich vor einigen Jahren in meinem Blog schon geschrieben). Dort, wo die North Street auf die High Street trifft, ist das ungewöhnliche Dorfschild aufgestellt, das zwei siamesische Zwillinge zeigt, Eliza und Mary Chulkhurst, die Biddenden Maids. Die beiden im Jahr 1100 geborenen Mädchen waren an den Schultern und an den Hüften miteinander verbunden und lebten 34 Jahre; sie starben im Abstand von sechs Stunden. Ihre Besitztümer hinterließen die beiden der Kirchengemeinde, mit dem Auftrag, den Ertrag an die Armen des Ortes zu verteilen. Eliza und Mary sind so etwas wie ein Wahrzeichen von Biddenden geworden.

An jedem Ostermontag wird hier eine Tradition gepflegt, bei der die Zwillinge auch eine Rolle spielen. Ab 10 Uhr vormittags können sich die Armen und Bedürftigen des Dorfes die sogenannte Biddenden Dole im Old Workhouse abholen. In diesem an der Ecke Sissinghurst Road/Chulkhurst Road stehenden Haus öffnet sich ein Fenster, aus dem Tüten mit Brot und Käse ausgegeben werden. Wer möchte, kann  auch einen aus Mehl und Wasser hergestellten Biddenden Biscuit erwerben, das ist ein steinharter Keks, den man besser nicht versuchen sollte zu essen, und auf dem Eliza und Mary Chulkhurst abgebildet sind. Hier ist ein Film über die Biddenden Dole.

Die Geschichte der Zwillinge, am Pfosten des Dorfschildes angebracht.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. April 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Kuckuck, Kuckuck…

Wenn der Kuckuck wieder zu rufen beginnt, und er nach einer viele tausend Kilometer langen Reise erneut in Europa angekommen ist, dann ist das für viele ein Zeichen, dass der Winter vorbei und der Frühling da ist. So ist das auch in England und in einigen Dörfern mochte man den kleinen Vogel früher gar nicht mehr ziehen lassen, sondern wollte ihn einsperren, so dass der Frühling und der Sommer immer allgegenwärtig sind. Einige ganz schlaue Dörfler bauten um den Busch, in dem sich ein Kuckuck niedergelassen hatte, heimlich und leise einen Zaun, und als der fertig war, staunten sie nicht schlecht, dass der Vogel einfach weg flog, weil sie nicht daran gedacht hatten, das Mini-Gefängnis auch oben mit einem Deckel zu versehen. Diesen Schildbürgerstreich erzählt man sich in einigen Dörfern Englands, so zum Beispiel in Gotham in Nottinghamshire (ich berichtete in meinem Blog darüber) und in Marsden bei Huddersfield in West Yorkshire, wo es jedes Jahr an einem Samstag Ende April das Marsden Cuckoo Festival gibt (in diesem Jahr am 21. April), dessen Höhepunkt die Grand Cuckoo Procession ist. Hier ist ein Film darüber zu sehen.

Auch in Wareham in Dorset erzählt man sich die Geschichte von den Wise Men und ihrem Umgang mit dem Kuckuck, genauso wie in Madeley in Shropshire und in Borrowdale in Cumbria. In Towednack in Cornwall  wird jedes Jahr an einem Sonntag, der dem 28. April am nächsten ist, das Cuckoo Feast gefeiert, das auf einer alten Legende basiert: An einem kalten Tag im April legte ein Bauer einen Holzscheit in seinen Kamin und aus diesem Scheit flog ein Kuckuck, der sich darin eingenistet hatte. Der Bauer schnappte sich den Vogel, tat ihn in einen Käfig und zog mit ihm, begleitet von seinen Freunden und einigen Musikern, durch das Dorf.

In Downton bei Salisbury in Wiltshire wird jedes Jahr die Downton Cuckoo Fair gefeiert, in diesem Jahr am 5. Mai, aus Freude an der Ankunft der kleinen Sänger.

Einige Pubs sind nach dem Vogel benannt worden wie der Cuckoo Bush Inn in Gotham in Nottinghamshire, der Cuckoo Inn in Hamptworth bei Salisbury in Wiltshire, The Cuckoo in Alwalton bei Peterborough in Cambridgeshire und The Cuckoo Ale House in Toddington in Bedfordshire. Die Driftwood Spars Brewery in St Agnes in Cornwall braute früher einmal ein Cuckoo Ale, das allerdings nicht mehr im Programm ist.

Wer sich für Kuckucksuhren interessiert, der sollte sich unbedingt das Cuckooland Museum in Tabley in Cheshire ansehnen, über das ich in meinem Blog schon einmal berichtete.

Man sieht an diesem kleinen Streifzug, dass der Kuckuck in England eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

Die Downton Cuckoo Fair.
Photo © Jim Champion (cc-by-sa/2.0)

Der Cuckoo Bush Inn in Gotham (Northamptonshire).
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Das Pubschild des Cuckoo Inn in Hamptworth (Wiltshire).
Photo © Maigheach-gheal (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 28. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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A Festival of Nine Lessons and Carols – Ein Gottesdienst am Heiligen Abend in der King’s College Chapel in Cambridge

Das Innere der King’s College Chapel.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)

Für viele Engländer ist die Weihnachtsansprache der Königin ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Auch sehr populär ist das am Heiligen Abend von BBC Radio 4 ausgestrahlte Festival of Nine Lessons and Carols aus der King’s College Chapel in Cambridge.

Um 15 Uhr beginnt dieser spezielle Weihnachtsgottesdienst, der erstmals 1918 zelebriert wurde und schon seit 1928 wird er regelmäßig von der BBC ins ganze Land und auch in die ganze Welt übertragen. Allein in den USA kann man den Gottesdienst aus der Universitätsstadt in mehr als 300 Radiostationen hören.

Noch schöner ist es natürlich, das Festival of Nine Lessons and Carols selbst in der Kapelle zu hören, doch dort stehen nur 650 Plätze zur Verfügung. Am 24. Dezember um 7.30 Uhr morgens sind in diesem Jahr die Karten erhältlich und bis dahin hat sich immer schon eine lange Schlange gebildet. Einlass in die Chapel ist um 13.30 Uhr.

Pünktlich um 15 Uhr geht es dann los mit einer Mischung aus Weihnachtsliedern und Bibellesungen. Seit Beginn des Festivals steht das Lied „Once in Royal David’s Cityam Anfang, 1848 von Cecil Frances Alexander geschrieben. Die gesungenen Lieder variieren von Jahr zu Jahr und speziell für diesen Gottesdienst wird jede Weihnachten ein neues Lied komponiert. Die Bibellesungen werden von Repräsentanten des King’s College vorgenommen und sind in jedem Jahr dieselben.

Für die Besucher des Gottesdienstes gibt es ziemlich strikte Verhaltensregeln, so ist Husten unerwünscht und das Umblättern des Programmheftes mit den Liedtexten sollte leise vor sich gehen. Auch wird genau vorgegeben, wann sich die Gemeinde erheben und wieder setzen soll.

In diesem Jahr stehen u.a folgende Lieder auf dem Programm: “ A Spotless Rose„, John Taveners „The Lamb“ und „The Angel Gabriel„. Das letzte gemeinsam gesungene Weihnachtslied ist „Hark! The Herald Angels Sing„.

King’s College Chapel.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Dezember 2017 at 02:00  Comments (6)  
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Offham in Kent und die einzige noch erhaltene Quintain in England

This work is released into the public domain.

Auf dem Village Green von Offham in Kent (zwischen der A20 und der A228 gelegen), das für einige Dorffestivitäten genutzt wird wie zum Beispiel die May Day Feiern, steht ein Gebilde, das einzigartig in England ist: Eine Quintain. Benutzt wurde diese Apparatur früher bei Reiterspielen als Trainingsobjekt für das Lanzenstechen. An dem galgenähnlichen Pfahl war auf der einen Seite ein Schild oder eine Holzplatte angebracht, die es mit einer Lanze zu treffen galt; auf der anderen Seite befand sich ein Sandsack, manchmal auch ein Eimer mit Wasser. Nun musste der Reiter mit möglichst hoher Geschwindigkeit auf die Quintain zureiten, das Schild treffen und sich ganz schnell wieder vom Acker machen, denn wenn Ross und Reiter zu langsam waren, schwenkte der Arm mit dem Sandsack herum und traf den Reitersmann voll im Gesicht (bzw. der Wassereimer ergoss seinen Inhalt über ihn), sicher sehr zum Vergnügen der Zuschauer.

Die Offham Quintain auf dem Village Green an der Teston Road steht unter Denkmalschutz, ist etwa drei Meter hoch und ruht auf einem Zementfuß. Während des Zweiten Weltkriegs hat man sie abgebaut, in Sicherheit gebracht und 1945, nach Kriegsende, wieder auf dem Green aufgestellt. Damit das historische Objekt nicht beschädigt wird, nutzt man bei Reiterspielen jetzt eine Replika. Vor der Quintain ist an einem Stein eine Plakette angebracht, die den historischen Hintergrund kurz erläutert. Das rare historische Objekt ist auch auf dem Village Sign von Offham zu sehen. In diesem Film kann man es sich näher betrachten.

Reiterspiele auf dem Village Green von Offham.
This work is released into the public domain.

Published in: on 18. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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The Ceremony of Quit Rents – Eine uralte, skurrile Tradition, die alljährlich in London zum Tragen kommt

Die Londoner Royal Courts of Justice, wo alljährlich The Ceremony of Quit Rents stattfindet.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Jeden Herbst zwischen dem 11. Oktober und dem 11. November wird in London in den Royal Courts of Justice eine Tradition ausgeübt, The Ceremony of Quit Rents, die bis in das Jahr 1211 zurückreicht und die so skurril ist, dass sie wohl auch nur in England möglich ist. Die City of London bezahlt an diesem Herbsttag der Krone eine Pacht für zwei Grundstücke, von denen keiner genau weiß, wo die überhaupt genau liegen. Eines davon nennt sich „The Moors“ und soll sich irgendwo südlich von Bridgnorth in der Grafschaft Shropshire befinden. Ein gewisser Nicholas de Morrs hatte damals im 13. Jahrhundert das Land gepachtet, und er bezahlte die Pacht nicht mit Geld,  sondern mit zwei Messern, von denen das eine sehr scharf und das andere stumpf war. Im Laufe der Jahrhunderte ging die Pacht an die City of London über, die bis zum heutigen Tag mit gleicher Münze, sprich mit zwei Messern, bezahlt. In den Royal Courts of Justice nimmt der Queen’s Remembrancer ( „das älteste juristische Amt mit fortgesetzter Existenz“, so die Wikipedia) die beiden Gegenstände entgegen. Im Oktober 2014 ernannte die Queen Barbara Janet Fontaine zum Remembrancer, die erste Frau, die diesen Posten innehat. Ihre Aufgabe bei der Ceremony of Quit Rents ist es, die beiden Messer zu testen, indem sie an einem Haselzweig mit dem scharfen Messer einen Einschnitt vornimmt und mit dem stumpfen eine Markierung hineindrückt. Wenn das alles zur Zufriedenheit des Queen’s Remembrancer ausgefallen ist, sagt er bzw. jetzt sie „Good Service„.

Und dann gibt es ja noch ein zweites Grundstück, für das die City of London Pacht bezahlt. Dabei soll es sich um eine Londoner Schmiede gehandelt haben, die in der Tweezer’s Alley lag, einer kleinen Gasse in der Nähe der Straße Strand. Der Schmied, Walter Le Brun, zahlte damals im 13. Jahrhundert seine Pacht mit sechs Hufeisen und 61 Hufnägeln. Bei der Ceremony of Quit Rents nimmt der Queen’s Remembrancer heute die gleiche Zahl der Eisen und Nägel entgegen und überprüft die Vollzähligkeit. Wenn auch das alles in Ordnung ist, sagt er/sie „Good Number„, womit die Zermenonie beendet ist (Hufeisen und Hufnägel werden dann wieder an die City of London zurückgegeben, damit sie im nächsten Jahr wieder verwendet werden können).
Wenn das keine skurrile Tradition ist…

Die Tweezer’s Alley in London, zwischen Strand und Victoria Embankment, wo einmal die Schmiede gestanden haben soll.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 20. Oktober 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Phyllis, Ada und ihre anderen TBM-Schwestern

Crossrail-Baustelle in Marylebone.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Phyllis und Ada wurden in der kleinen baden-württembergischen Gemeinde Schwanau bei der Firma Herrenknecht AG konzipiert und in London zum Einsatz gebracht, wo sie schwer schuften mussten und das 24 Stunden pro Tag. Die Rede ist von zwei TBMs, das sind Tunnelbohrmaschinen oder tunnel-boring machines wie es in England heißt. Eingesetzt wurden sie beim Bau der Crossrail, jenem Großprojekt, das die Millionenstadt von Ost nach West unterirdisch durchqueren soll und das ab ihrer Fertigstellung den Namen Elizabeth Line annehmen wird.

Die beiden TBMs sind richtige Schwergewichte; Phyllis und Ada wiegen 1000 Tonnen, sind 150 Meter lang und haben einen Durchmesser von über sieben Metern. Eine Besatzung von zwanzig Arbeitern waren in und an den Maschinen in jeweils 12-Stunden-Schichten an sieben Tagen in der Woche beschäftigt, dabei schaffte jede TBM etwa 100 Meter in der Woche.

Doch möchte ich in meinem Beitrag speziell auf die Namen der TBMs eingehen. Es ist weltweit im Tunnelbau üblich, die Bohrmaschinen mit weiblichen Namen zu versehen, bevor es richtig losgeht, denn das soll Glück bringen, und so war es auch in London.

Phyllis und Ada wurden nach Phyllis Pearsall und Ada Lovelace benannt. Über Phyllis habe ich in meinem Blog geschrieben als Gründerin des Stadtplans „London A-Z“, Ada Lovelace war die Tochter des berühmten Dichters Lord Byron, Mathematikerin und Pionierin der Computersprachen. Die zwei Bohrmaschinen waren für die Strecke Royal Oak – Farringdon verantwortlich.

Die beiden TBMs hatten sechs weitere Schwestern, die an ihrer Seite die schweren Tunnelbauarbeiten in London vornahmen, als da sind:

Victoria und Elizabeth bauten die Strecke Limmo Peninsula – Farringdon und wurden nach den beiden Königinnen benannt.

Sophia und Mary setzte man auf der Teilstrecke Plumstead Portal – North Woolwich ein. Hierbei handelt es sich um die Vornamen der Frauen der beiden berühmten Ingenieure Isambard Kingdom Brunel und Marc Isambard Brunel.

Jessica und Ellie wurden beide zweimal eingesetzt, auf den Streckenabschnitten Pudding Mill Lane – Stepney Green und Limmo Peninsula – Victoria Dock Portal. Namensgeber waren die beiden Sportlerinnen Jessica Ennis-Hill, Mehrkämpferin und Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Olympischen Spielen 2012 in London, und Ellie Simmonds, die bei den London Paralympics 2012 zwei Goldmedaillen im Schwimmen gewann.

Dieser Film zeigt wie die TBMs eingesetzt werden.

Phyllis und Ada haben nach dem erfolgreichem Abschluss ihrer Arbeiten nie wieder das Tageslicht erblickt. Es war kostengünstiger, sie einfach unter den Straßen Londons zu belassen. So liegen die beiden Schwestern jetzt nebeneinander unter dem Charterhouse Square bei der Farringdon Station, im Stadtteil Clerkenwell.

Hier, unter dem Charterhouse Square, liegen Phyllis und Ada begraben.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 28. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Mock Mayor von Woodstock (Oxfordshire) – Eine Tradition aus dem Jahr 1786

Hier in der Town Hall residiert die richtige Bürgermeisterin von Woodstock, Jill Dunsmore.   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier in der Town Hall residiert die richtige Bürgermeisterin von Woodstock, Patricia Redpath.
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Woodstock im US-Bundesstaat New Hampshire habe ich als eine der englischsten Kleinstädte im Nordosten der USA in Erinnerung. Ihr Namensvetter in Oxfordshire ist allen bekannt, die schon einmal den berühmten Blenheim Palace besucht haben, denn die Zufahrt zu diesem Stately Home führt über Woodstock, ein hübscher Ort, 13 km nördlich von Oxford.

Hier spielt sich alljährlich eine Zeremonie ab, die bis auf das Jahr 1786 zurückgeht und mit einigen Unterbrechungen bis heute durchgeführt wird: Die Wahl und „Inthronisierung“ des Mock Mayors. Dies ist ein „Scheinbürgermeister“, der neben dem richtigen Bürgermeister existiert.

Wie kam es dazu? Old Woodstock gehörte früher einmal zur Gemeinde Wooton, während der Nachbar New Woodstock eine eigene Gemeinde bildete, die schnell wuchs, ein schönes Rathaus baute und eine Bedeutung erlangte, die  Old Woodstock ein Dorn im Auge war. So versuchte man die Nachbargemeinde etwas zu verspotten, indem man einen Mock Mayor wählte.

Auch heute noch tritt Woodstocks Mock Mayor in einer Robe auf, mit einer Bürgermeisterkette, einem Stab und einem Zylinder. Nach und nach werden die alten Bekleidungsstücke früherer Mock Mayors durch neue ersetzt, weil diese mittlerweile zu empfindlich geworden und im County Museum besser aufgehoben sind.

Den Höhepunkt der Zeremonie bildet das Eintauchen in den River Glyme, der Old und New Woodstock voneinander trennt; nachdem man das Flüsschen durchquert hat, macht sich der Mock Mayor und seine ganze Entourage auf den Weg zum Pub The Black Prince in der Manor Road, wo dann so manches Pint zu sich genommen wird.

Mock Mayors gibt es auch noch in anderen englischen Städten, so z.B. in Penzance, Polperro und Helston in Cornwall.

Der River Glyme bei Old Woodstock.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

The Black Prince.
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0).

Published in: on 25. Juni 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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St Bartholomew-the-Great – Londons älteste Kirche, Witwen und Hot Cross Buns

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Mitten in der City of London, in West Smithfield, steht die älteste Kirche der Stadt, die dem heiligen Bartholomäus gewidmet ist: St Bartholomew-the-Great, 1123 gegründet. Filmfans haben die Kirche sicher schon einmal gesehen, beispielsweise in „Four Weddings and a Funeral“, „Shakespeare in Love“ oder „The Other Boleyn Girl“. Der Kirchengründer, ein Priester namens Rahere, soll hier hin und wieder als Geist spuken, und ein nach ihm benannter Chor, die Rahere Singers, sind bei manchen Gottesdiensten zu hören.

Ich möchte an dieser Stelle aber näher auf einen Brauch eingehen, der an jedem Karfreitag auf dem Kirchhof von St. Bartholomew-the-Great wiederbelebt wird. Ursprünglich hieß diese alte Tradition „Widow’s Sixpence„, die 1887 von von Joshua Butterworth als „The Butterworth Charity“ wieder ins Leben gerufen wurde. An diesem Tag legte man 21 Sixpence-Münzen auf einen Grabstein und 21 arme Witwen durften sich jeweils eine Münze nehmen, anschließend bekamen sie noch ein Hot Cross Bun, das sind kleine süße Brötchen, die mit einem Kreuz verziert sind, in Erinnerung an die Kreuzigung Jesu. Der Brauch mit den Münzen und den armen Witwen hat sich von selbst erledigt, denn hier in der City of London bedürftige Witwen zu finden, ist wohl kaum mehr möglich. Trotzdem fragt der diensthabende Pfarrer immer noch traditionsgemäß seine Gemeinde, ob denn „poor widows“ anwesend seien und in der Regel heben sich da keine Hände (allerdings hat sich vor vier Jahren eine Dame gemeldet).

Also hat man wenigstens an den Hot Cross Buns festgehalten, die nach wie vor am Karfreitag verteilt und von der Cateringfirma Chester Boyd frisch angeliefert werden. Die Körbe mit den heißen Brötchen werden herumgereicht und alle Anwesenden dürfen sich bedienen. Hier sind einige Bilder aus dem Jahr 2014.

Wie man Hot Cross Buns herstellt, zeigt dieser Film.

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Auf dem Kirchhof von St Bartholomew-the-Great werden die Hot Cross Buns am Karfreitag verteilt.
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Hot Cross Buns.
Dieses Bild ist gemeinfrei.

 

The Rye Mayor Making und The Throwing of Hot Pennies

Rye Town Hall.
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Rye in East Sussex ist einer meiner Lieblingsorte in England (s. dazu meinen Blogeintrag) und The Mermaid in der Mermaid Street eines meiner Lieblingshotels. Diese hübsche beschauliche Kleinstadt ist jedes Jahr im Mai Schauplatz des sogenannten Mayor Making, das heißt, dann wird der jeweilige neue Bürgermeister „inthronisiert“ und das mit einem großen Spektakel. Die Tradition ist schon über 700 Jahre alt und man ist stolz darauf in Rye. Neben dem Bürgermeister werden auch der Clerk und der Sergeant in ihre Ämter eingeführt. Alle drei leisten ihren Treueschwur auf die Königin, auf die Stadt Rye und auf die Bewohner der Stadt. Natürlich tut man das nicht im Straßenanzug, sondern „in voller Montur“, also in historischen Kostümen, wobei auch die Zepter der Stadt zum Einsatz kommen.

In diesem Jahr fand die Zeremonie am 1. Mai statt, mit einem Gottesdienst in der St Mary’s Church und dem anschließenden Throwing of Hot Pennies, wobei der neue Bürgermeister von der Town Hall angewärmte Pennymünzen hinunterwirft, die dann von Kindern aufgesammelt werden. So ganz klar ist nicht, wo diese Tradition ihren Ursprung hat. Zwei mögliche Erklärungen: Früher war der Bürgermeister von Rye auch gleichzeitig Parlamentsmitglied, und so versuchte er durch die Münzen seine potentiellen Wähler zu bestechen/beeinflussen. Die andere Erklärung: Rye hatte einmal eine eigene Münzprägeanstalt, und als eines Tages die Pennies in der Stadt knapp wurden, lieferte sie man von dort so schnell, dass sie noch heiß waren.

Hier sind einige Bilder von der Mayor Making Ceremony aus dem Jahr 2014.

St Mary’s.
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Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein: The Mermaid Street mit dem Mermaid Hotel.
Eigenes Foto.

Published in: on 9. Mai 2017 at 02:00  Comments (3)  
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The Blessing of the Sea in Hastings (East Sussex)

Die Hastings Lifeboat Station.
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An The Stade in der Old Town von Hastings in East Sussex ist die Lifeboat Station untergebracht, die von der RNLI, der Royal National Lifeboat Institution, betrieben wird, der britischen Seenotrettungsorganisation, etwa vergleichbar mit der deutschen DLRG. Hier ist das Seenotrettungsboot Sealink Endeavour stationiert, das seit 1989 in Hastings seinen Dienst versieht und dessen Mannschaft schon einige Menschenleben gerettet hat.

Jedes Jahr im Mai oder Juni wird seit über hundert Jahren an der Lifeboat Station in Hastings eine alte Tradition fortgeführt, die The Blessing of the Sea heißt. Bei diesem speziellen Gottesdienst werden die Rettungsboote, die Fischfangflotte der Stadt und alle anderen hier stationierten Schiffe gesegnet sowie an die auf dem Meer ums Leben gekommenen Seeleute gedacht. Vom Heck des Seenotkreuzers Sealink Endeavour wird der Segen ausgesprochen, im vorigen Jahr durch den Vikar der St. Clement’s Church. Die musikalische Begleitung des Gottesdienstes besorgt die Blasmusikkapelle Sussex Brass, die Kirchenlieder, auf die Seefahrt bezogene Lieder und natürlich „Sussex by the Sea“ spielt, die inoffizielle Hymne der Grafschaften East und West Sussex (siehe dazu meinen Blogeintrag).

The Blessing of the Sea war einmal weit verbreitet, auch außerhalb Großbritanniens, und wird heute noch zum Beispiel in Ramsgate (Kent) und Portloe (Cornwall) vorgenommen.

Die Sealink Endeavour.
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Published in: on 27. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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