Bramall Hall – Eines der schönsten Häuser in der Region Greater Manchester

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Der Stockport Metropolitan Borough Council betreibt seit 1974 eines der schönsten Tudorhäuser in der Region Greater Manchester: Bramall Hall. Gerade einmal drei Familien haben davor in den letzten 800 Jahren dieses wunderschöne Haus bewohnt: die Davenports, die De Bromales und die Nevills.
Bramall Hall und seine Gärten sind zu besichtigen, es gibt eine ganze Reihe von Aktivitäten, so z.B. am 26. Oktober eine Christmas Craft Fayre und am 21.November die Tudor Living History Experience, man kann in der Hall seine Hochzeit feiern und dort Konferenzen und Bankette buchen. Irgendwie muss das Geld, das man für den Unterhalt des Gebäudes und seiner Gärten ausgibt, ja wieder hereinbekommen.

Gern stellt man Bramall Hall auch für Filmaufnahmen zur Verfügung. So wurden hier vor Ort schon Folgen von den beliebten TV-Serien „Coronation Street“, „Cash in the Attic“ und „Extreme Makeover“ gedreht.
Und selbstverständlich gibt es hier auch einen Gift Shop und einen Tea Room. Was will man mehr?
Wer sich für die Geschichte von Bramall Hall nähert interessiert, kann sich hier darüber informieren.

Published in: on 30. September 2010 at 07:01  Schreibe einen Kommentar  
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Arkesden – Das Bilderbuchdorf in Essex, in dem Steve Marriott starb

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Arkesden in Essex.
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Ein Jahr bevor sich das tragische Unglück ereignete, bei dem der englische Rocksänger Steve Marriott starb, war ich in Arkesden in Essex und schrieb darüber in meinem Blogeintrag vom 26.Juni über den Pub „The Axe and Compasses„. Was ich damals nicht wusste, war, dass der Sänger in dem Pub, der direkt gegenüber von seinem Haus lag, aus und ein ging, sich dort häufiger einmal Getränke holte oder Gläser auslieh.

Was war passiert? Steve Marriott und seine Frau Toni Poulton kamen am 20. April 1991 aus den USA zurück und er soll schon an Bord des Flugzeuges große Mengen Alkohol und Valium genommen haben, um seine Flugangst zu bekämpfen. Marriott fuhr in sein Cottage nach Arkesden und was dann geschah, konnte nie ganz aufgeklärt werden. Gegen 6.30 Uhr morgens sah ein Autofahrer, dass das Dach des Marriottschen Cottages in Flammen stand: Er rief sofort die Feuerwehr, die auch in das Haus eindrang, aber den Sänger nicht mehr lebend vorfand. Man vermutete, dass der übermüdete Marriott sich im Bett noch eine Zigarette angezündet hatte und dann einschlief. Die High Street von Arkesden soll damals durch den Brand vollkommen in Rauch gehüllt gewesen sein.
Hätte ich das damals gewusst, was sich ziemlich genau ein Jahr nach meinem Besuch in Arkesden abspielen sollte…

Hier ist Steve Marriott mit den Small Faces und sein berühmtes „Itchycoo Park“ aus dem Jahr 1967.

 

Jede Menge Fussballer-Biografien gibt es in diesem Bücherherbst in England

Engländer lesen gern Biografien und diese tauchen dann auch regelmäßig auf den Bestsellerlisten auf. Besonders gern werden Fußballer-Biografien gekauft und in diesem Bücherherbst gibt es davon eine ganze Menge. Hier eine Auswahl:

Charles Buchan: A Lifetime in Football (Mainstream Publ. ISBN: 978-1845966546). Das Buch erscheint am 7. Oktober.
Charles Buchan wurde 1891 geboren war ein erfolgreicher Mittelstürmer für Sunderland (1911-1925) und für Arsenal (1925-1928).

 

 

John Giles: A Football Man – My Autobiography (Hodder & Stoughton. ISBN: 978-1444720969). Das Buch erscheint am 11. November.
John Giles wurde 1940 geboren und bereits im Alter von 15 Jahren hatte er einen Vertrag bei Manchester United. Später ging er zu Leeds United und feierte dort seine größten Erfolge.

Michael Perkin: Jermain Defoe – The Biography (John Blake Publ. ISBN: 978-1843582526). Das Buch erscheint am 4. Oktober.
Defoe spielte u.a. für West Ham United, FC Portsmouth und jetzt wieder bei Tottenham Hotspur und in der Nationalmannschaft.

Frank Worrall: Walking in a Fergie Wonderland –  The Biography of Alex Ferguson (John Blake Pub. ISBN: 978-1843582793).  Das Buch erscheint am 4. Oktober.
Über den legendären Trainer von Manchester United braucht man eigentlich kein Wort zu verlieren.

Roy Reyland: Shirts, Shorts and Spurs (John Blake Publ. ISBN: 978-1843582830).  Das Buch erscheint am 4. Oktober.
Roy Reyland, der Zeugwart von Tottenham Hotspur, erinnert sich.

 

 

Ryan Giggs: Ryan Giggs – My Life, My Story (Headlien ISBN: 978-0755361427).  Das Buch erscheint am 30. September.
Die Memoiren von Ryan Giggs, der 20 Jahre für Manchester United spielte.

Peter Storey: True Storey – My Life and Crimes as a Football Hatchet Man (Mainstream Publ. ISBN: 978-1845965846). Bereits erschienen.
Die Autobiografie eines der härtesten Spieler Englands, der in den 60er und 70er Jahren für Arsenal spielte.

Kenny Dalgliesh: My Liverpool Home (Hodder & Soughton ISBN: 978-1444704198). Bereits erschienen.
Einer der erfolgreichsten Spieler in der Geschichte des FC Liverpool erinnert sich.

 

 

Patrick Barclay: Football – Bloody Hell! –  The Biography of Alex Ferguson (Yellow Jersey Press ISBN: 978-0224083058). Das Buch erscheint am 14. Oktober.
Noch einmal eine Biografie über den Trainer von ManU.

Published in: on 27. September 2010 at 13:06  Comments (1)  

Sandbanks (Dorset) – Das Monte Carlo Englands

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Auf der Liste der teuersten Wohngegenden der Welt nimmt der winzige Ort Sandbanks in Dorset Platz 4 ein (nach Hongkong, Tokyo und Belgravia in London) ; wer hätte das gedacht? Zwischen Poole Harbour und Bournemouth gelegen, ist Sandbanks ein Refugium für Millionäre, wo Häuser durchaus schon einmal 10 Millionen Pfund kosten können. Englands Monte Carlo oder Palm Beach ist der kleine Ort schon tituliert worden, der über die schönsten Strände des Landes verfügt. Bentleys gehören hier zur Grundausstattung der Bewohner, aber Geld spielt in Sandbanks keine Rolle. Wer hier wohnt, hat genug davon und genießt den Blick auf Poole Harbour, den zweitgrößten natürlichen Hafen der Welt (der größte ist Sydney).

Der Boom begann 2001 als Tom Doyle, ein Immobilienmakler, eine Wohnung für £1 Million an den Mann bringen konnte; danach brachen alle Dämme und die Nachfrage nach Häusern und Grundstücken ist weitaus höher als das Angebot.

Sandbanks verfügt auch über drei Hotels von denen eines das bekannte Haven Hotel ist. Von hier aus führte Guglielmo Marconi 1899 erste Versuche mit der drahtlosen Telegrafie durch. In der Marconi Lounge des Hotels kann man sich darüber näher informieren.

Published in: on 27. September 2010 at 09:08  Schreibe einen Kommentar  
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Bryan Ferry wird heute 65 Jahre alt…und er klingt noch so wie vor 30 Jahren

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In der Stadt Washington im County Durham (s. hier auch mein Blogeintrag über das Penshaw Monument vom 24. Juli) wurde er am 26. September 1945 geboren und heute wird er 65 Jahre alt: Bryan Ferry, der seit den frühen 70er Jahren im Musikgeschäft tätig ist und der heute noch genauso klingt wie damals, als er mit der Gruppe Roxy Music auftrat.
„Let’s stick together “ (1976), „Slave to love“ (1985) und „The right stuff“ (1987) sind nur einige Titel, an die ich mich noch gut erinnern kann.

RP-Online bezeichnet ihn als „Ikone des dandyhaften Popstars„; er trat/tritt meist im Anzug auf und wirkte immer etwas verschwitzt.

Am 25. Oktober kommt sein neues Album „Olympia“ heraus. Daraus hier sein Video „You can dance„:

Published in: on 26. September 2010 at 04:16  Schreibe einen Kommentar  
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Tebay Services – Hervorragende Service-Qualität an der M6 in Cumbria

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Wenn man den Motorway M6 in Cumbria in Nord- oder in Südrichtung befährt, sollte man unbedingt einmal eine Rast bei den Tebay Services einlegen, die zwischen den Ausfahrten 38 und 39 liegen.

Diese beiden Autobahnraststätten gehören nicht zu den großen Ketten wie Moto, Welcome Break oder Roadchef, sondern sie sind die einzigen in England in Familienbesitz.
1972 bereits wurde die Raststätte in Nordrichtung eröffnet, 1993 folgte ein paar hundert Meter gegenüber eine Motorway Service Area in Südrichtung.

Die Tebay Services liegen in freier Landschaft inmitten von Bäumen und kleinen Seen; die Gebäude wurden aus Holz und Stein aus der unmittelbaren Umgebung gebaut. Man legt Wert auf umweltbewusstes Verhalten, so bietet das Restaurant überwiegend lokale Produkte an, z.B. Rind- und Lammfleisch von der eigenen Farm, die neben der Raststätte in Südrichtung liegt. Die Farm Shops wurden 2004 sogar von Prince Charles feierlich eröffnet.

Westmoreland Ltd, so der Namen des Familienunternehmens, das die Tebay Services betreibt, wurde mehrfach ausgezeichnet, so zuletzt 2009 mit Egon Ronays Grand Prix of Gastronomy und Best Motorway Service Area 2009.

Published in: on 24. September 2010 at 07:03  Schreibe einen Kommentar  
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The Deep in Hull (East Yorkshire) – Ein Aquarium der Extraklasse

 
 
 

 

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Hull ist eine Stadt in East Yorkshire, die weitab von den anderen Metropolen des Landes liegt und deren Ruf immer noch nicht der beste ist, obwohl man einiges getan hat, um dem entgegenzuwirken. 2002 wurde ein eigenartiges Gebäude an der Mündung des Humber eingeweiht, in dem sich „The Deep“ befindet, eines der spektakulärsten Aquarien und Meeresmuseen der Welt. Hier ein kleiner  Rundgang.

Der vielfach ausgezeichnete Architekt Sir Terry Farrell hat das Gebäude entworfen über das er sagt: I genuinely consider that this project has the potential to be regarded as one of the most characterful and unique new public buildings in Britain

Im Zentrum von „The Deep“ steht das 10m tiefe Aquarium in einem 2,5 Millionen Liter Tank, in dem zahllose Fische zu sehen sind, u.a. sieben verschiedene Arten von Haien. Ein Höhepunkt bei der Besichtigung des Aquariums ist die tägliche Handfütterung der Haie durch Taucher.
Weiterhin gibt es hier jede Menge audiovisuelle und interaktive Ausstellungen zu sehen, so dass auch Kinder in dem Museum voll auf ihre Kosten kommen.

„The Deep“ ist aber nicht nur eine Touristenattraktion, sondern hier führen Meeresbiologen auch Forschungsarbeiten durch.

„The Deep“ ist täglich von 10 – 18 Uhr geöffnet, hat einen Shop, zwei Cafés und das „Two Rivers Restaurant„, das allerdings nur freitags und samstags am Abend geöffnet ist und einen Blick auf das riesige Aquarium bietet.

 

Published in: on 23. September 2010 at 05:51  Schreibe einen Kommentar  
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The Great British Pub of the Year Award 2010: Battlesteads in Wark-on-Tyne (Northumberland)

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Weit oben im Norden, in der Grafschaft Northumberland liegt der beste Pub des Jahres 2010. Battlesteads heißt er, in dem Dörfchen Wark-on-Tyne, ca 20 km nördlich von Hexham.
Am 9. September wurden die besten englischen Pubs im Londoner Hilton Hotel an der Park Lane gekürt. Das Battlesteads erhielt gleich noch eine weitere Auszeichnung; es wurde auch noch zum Best Green Pub of the Year 2010 ausgerufen.
Das an der B6320 gelegene Haus ist auch Hotel und Restaurant und verfügt eigentlich über alles, was man sich von einem englischenLandgasthof erhofft: Ein gepflegtes, ansprechendes Gebäude mit vielen Blumen im Sommer, ein prasselndes Kaminfeuer in der kalten Jahreszeit, ein Wintergarten mit Restaurant und natürlich gepflegte Biere wie Black Sheep Bitter und Wylam Gold Tankard.
Das Umweltbewusstsein spielt hier eine ganz große Rolle, so gibt es im ganzen Haus nur Energiesparlampen, die Heizung wird von einem Biomasse-Boiler betrieben, die Küche arbeitet weitgehend mit Produkten aus der Region und neben dem Haus gibt es einen Kräutergarten und Salatanpflanzungen. Dafür wurde das Haus z.B. mit dem Gold Award des Green Tourism Business Schemes ausgezeichnet.
Also: Alles in allem ein Vorzeige-Pub sondergleichen, nur schade, dass er so weit weit weg liegt!

 

Published in: on 22. September 2010 at 07:06  Schreibe einen Kommentar  
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Hamleys in London – Der größte Spielzeugladen der Welt

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Nicht nur Kinder, nein, auch viele Erwachsene ohne Kinder sind bei Hamleys, im größten Spielzeugladen der Welt in der Regent Street 188-196 in London zu finden;  die Ausmaße dieses Geschäftes sind überwältigend. Auf 5 Stockwerken und 5000 m² findet sich alles, wovon Kinder (und manchmal auch Erwachsene) träumen. Im Erdgeschoss ist die Abteilung Stofftiere und hier geben sich Teddybären und alle anderen erdenklichen Tiere in allen Größen ein Stelldichein. Für eine riesige Giraffe kann man schon einmal locker einen vierstelligen Betrag hinblättern.

Bereits 1760 gründete William Hamley, der aus Bodmin in Cornwall stammte, einen Spielzeugladen namens „Noah’s Ark“ im Londoner Stadtteil High Holborn. 1881 wurde dann eine Filiale in der Regent Street gegründet. 1981 zog die Firma dann in die heutige Adresse.

Hamleys hat mehrere Filialen in britischen Flughäfen und expandiert zunehmend ins Ausland. Dublin, Dubai und Mumbai sind einige Orte, in denen der britische Spielzeughändler Läden aufgemacht hat.

Etwas ganz Besonderes ist natürlich alljährlich die Dekoration des Hauptgeschäftes zur Weihnachtszeit, wenn die ganze Regent Street festlich geschmückt ist. Ich habe das einmal erlebt und Hamleys ist in diesen Wochen vor Weihnachten noch voller als sonst, aber absolut sehenswert. Hier gibt es wirklich „the finest toys in the world“ wie es auf der Homepage der Firma angekündigt ist.
Hier ist ein Film über Hamleys.

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Published in: on 21. September 2010 at 07:05  Comments (6)  
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Der exzentrische Reverend von Warleggan (Cornwall) – Eine Kirche ohne Besucher

St Bartholomew's in Warleggan heute.    © Copyright roger geach and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Bartholomew’s in Warleggan heute.
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Warleggan am Rande des Bodmin-Moores war einmal eines der abgelegensten Dörfer Cornwalls, bis man 1953 eine Straße dorthin baute. Wahrscheinlich hätte kein Mensch jemals etwas von diesem Mini-Dorf gehört, wenn es nicht einen Pastor gegeben hätte, der eindeutig in die Kategorie „Exzentriker“ gehörte.
Reverend Frederick W. Densham kam 1931 im Alter von 61 Jahren als neuer Pastor nach Warleggan und war von nun an für die Gemeinde St. Bartholomew’s zuständig. Probleme zeichneten sich schnell ab. Die religiösen Vorstellungen der konservativen Gemeindemitglieder deckten sich nicht mit denen des Reverends.
Der Pastor schaffte den traditionellen Kartenspieltag im Pfarrhaus ab, ebenso wie die Sonntagsschule. Er weigerte sich, seinen Schäfchen die Hand zu geben und als er auch noch die Kirchenorgel abschaffen wollte, weil er keine Orgelmusik mochte, war das Maß voll für die Bewohner Warleggans. Von jetzt ab boykottierten sie die Kirche des Reverends. Einige besuchten anglikanische Kirchen in der Nachbarschaft, andere wiederum wandten sich der methodistischen Kirche zu. Auch eine Eingabe beim Bischof von Truro, Densham abzulösen, wurde abschlägig beschieden.
Reverend Densham störte sich nicht weiter an dem Boykott. Er ließ einen Stacheldrahtzaun um sein Haus ziehen und predigte sonntags eben allein in seiner Kirche, d.h. er soll Pappkameraden auf die Kirchenstühle gesetzt haben, um dem Gottesdienst einen „normalen“ Anstrich zu geben.

Eines Tages fand man den einsiedlerischen Pastor tot in seinem Haus vor; er wurde 83 Jahre alt. Wieder ein Exzentriker weniger. Die damalige Rectory ist mittlerweile in Wohnungen aufgeteilt worden und soll „badly haunted“ sein.

Diese Geschichte bildete übrigens die Grundlage für den Spielfilm „ A Congregation of Ghosts(hier ein kurzer Ausschnitt), der voriges Jahr unter der Regie von Mark Collicott entstand, mit Edward Woodward in der Hauptrolle.

Published in: on 20. September 2010 at 07:14  Schreibe einen Kommentar  
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Ground Force – Garten-TV der etwas anderen Art

Die Briten lieben ihre Gärten und sie lieben die zahllosen Gartensendungen im Radio und Fernsehen. „Gardener’s Question Time“ zum Beispiel läuft ununterbrochen seit dem 9. April 1947 bei BBC Radio 4.

Die BBC-TV-Serie „Ground Force“ erfreute sich von 1997 bis 2005 großer Beliebtheit, deren Gastgeber der „Garten-Papst“ Alan Titchmarsh, Tommy Walsh und Charlie Dimmock waren. Vor allem letztere sorgte für hohe Einschaltquoten, da sie die Sendung, auch bei niedrigen Temperaturen, immer nur „braless“, also ohne BH unter ihrem T-Shirt, moderierte. Da schalteten häufig auch gartendesinteressierte Männer ein.

Das Schema von „Ground Force“ : Ein Team von Experten machte sich über den Garten irgendeines abwesenden Menschen her, gestaltete ihn von Grund auf neu und wartete bei der Rückkehr des Gartenbesitzers auf dessen überraschtes Gesicht. Die ganze Aktion war vorher von einem Familienmitglied oder einem Freund initiiert worden.

Titchmarsh stieg 2002 aus, da ihm das alles zu gleichförmig und langweilig wurde und wandte sich neuen Projekten zu (er schrieb zahlreiche Gartenbücher, aber auch Romane).
Zu Spitzenzeiten sahen sich  bis zu 12 Millionen Zuschauer „Ground Force“ an, aber auch diese Sendung lief im Jahr 2005 aus.
Eine sehr schöne Beschreibung der eingestellten Serie liefert Wolfgang Koydl in seinem kürzlich im Ullstein-Verlag erschienen Buch „Bitte ein Brit!“ :
„Gartensendungen wie „Ground Force“, wo sich ein Team von Grünfingern so genussvoll in Torf und Erde wälzt wie ein Trüffelschwein im Morast, bescheren der BBC traumhafte Einschaltquoten und katapultieren die Popularität der erdverbundenen Moderatoren in die Rockstar-Atmosphäre“.

Published in: on 19. September 2010 at 07:48  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs – The Black Swan Hotel in Middleham (North Yorkshire)

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Wie in meinem Blogeintrag vom 24. August über Middleham in North Yorkshire angekündigt, hier ein paar Worte zum Black Swan Hotel. Das Hotel/Der Pub liegt zentral am Marktplatz und der Garten stößt fast an das Areal des Middleham Castles. Im 17. Jahrhundert wurde der „Schwarze Schwan“ erbaut und selbstverständlich gibt es dort jede Menge Eichenbalken und im Herbst/Winter offene Kamine; also so richtig zum Wohlfühlen. Ich empfand es jedenfalls so bei meinem Lunch.
Natürlich gibt es hier das ganze Jahr über als „Stammbier“  Old Peculier aus der nahe gelegenen Theakston Brewery (s. hierzu mein Blogeintrag vom 8. November 2009). Meine Empfehlung für einen Aufenthalt in der hübschen und sehenswerten Kleinstadt Middleham im Wensleydale!

Published in: on 18. September 2010 at 07:49  Comments (2)  
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Die Royal British Legion Poppy Factory in Richmond (Surrey) – Seit 1922 im Zeichen der Klatschmohnblüte

Seit 1921 wird in England jedes Jahr am 11. November der Remembrance Day gefeiert. Zur Erinnerung an den 1. Weltkrieg steckt man sich dort an diesem Tag eine Klatschmohnblüte, eine Poppy, aus Papier ans Revers. Die Poppies sind in der englischsprachigen Welt zum Symbol für den „Großen Krieg“ geworden.
John McCrae schrieb in seinem Gedicht „In Flanders Fields„:

In Flanders fields the poppies blow
Between the crosses, row on row,
That mark our place; and in the sky
The larks, still bravely singing, fly
Scarce heard amid the guns below

Die künstlichen Klatschmohnblüten werden seit 1922 in der Royal British Legion Poppy Factory hergestellt, die zuerst in London an der Old Kent Road lag, 1933 aber nach Richmond (Surrey) umzog.
Die nach dem 1. Weltkrieg gegründete Disabled Society hatte das Ziel, den im Krieg verwundeteten und dadurch behinderten Soldaten zu helfen und so kam man auf die Idee, die Poppies durch diese Menschen herstellen zu lassen. Nach Absprache mit der Royal British Legion entwickelte man Poppies, die auch ein Behinderter mit nur einer Hand herstellen konnte. Schon nach wenigen Monaten stieg die Zahl der Beschäftigten von 5 auf 50.

Auch heute werden die Poppies von Männern und Frauen hergestellt, die einmal in der Armee gedient haben und behindert sind. 50 davon arbeiten in der Fabrik und etwa 50 sind Heimarbeiter. 31 Millionen Poppies für den Remembrance Day werden hier jährlich hergestellt, sowie 86 000 Kränze und Sträuße und 900 000 Remembrance Kreuze.

Man kann die Poppy Factory auch besichtigen: Montag bis Donnerstag werden jeweils zwei Führungen für Gruppen durchgeführt.

Published in: on 17. September 2010 at 07:10  Schreibe einen Kommentar  
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Der Neasden-Hindutempel im Londoner Stadtteil Brent – Ein Stück Indien in England

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Wer einmal durch den nordwestlichen Londoner Stadtteil Brent gefahren ist, vielleicht auf dem Weg zum Wembleystadion, wird sich beim Anblick des Neasden-Hindutempels plötzlich nach Indien versetzt gefühlt haben.
Das prächtige Bauwerk heißt korrekt BAPS Shri Swaminarayan Mandir London und wurde am 20. August 1995 feierlich eröffnet. Es handelt sich hier um den größten Hindutempel außerhalb Indiens, der etwa £12 Millionen gekostet hat; eine Summe, die allein von der Londoner Hindugemeinde aufgebracht wurde.
Der Tempel besteht aus mehreren tausend Tonnen bulgarischem Kalkstein und italienischem Marmor, die zuerst nach Indien transportiert, dort von über 1000 Bildhauern bearbeitet und schließlich nach London gebracht wurden.
Der Tempel bildet das Zentrum einer großen hinduistischen Gemeinde in London; allein 40 000 Hindus wohnen im Stadtteil Brent, 45 000 im nahe gelegenen Harrow.

Das Gebäude wurde auf Grund seiner architektonischen Bedeutung mehrfach ausgezeichnet, so z.B. 2007 mit dem „UK Pride of Place’ Award“ und schon kurz nach der Eröffnung 1996 mit dem “ Most Enterprising Building Award„.

Der Tempel ist zu besichtigen; man muss allerdings einige Verhaltensregeln beachten; so z.B. den Tempel ohne Schuhe betreten, keine kurzen Röcke oder Shorts tragen, sein Mobiltelefon ausschalten – eigentlich Selbstverständlichkeiten.
Die nächste U-Bahnstation ist Neasden Station auf der Jubilee Line.

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Published in: on 16. September 2010 at 07:32  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Carl von Siemens: Kleine Herren

Kürzlich erschien im Scherz-Verlag (ISBN 978-3-502-15159-3) ein Roman von Carl von Siemens mit dem Titel „Kleine Herren: Ein Deutscher in Oxford„, der mir viel Spaß gemacht hat.
Daniel Groß-Blotekamp kommt auf das Trinity College in Oxford und muss sich erst einmal an das Leben in einem englischen College gewöhnen. Bereits am ersten Tag wird er von seinen Kommilitonen nicht Daniel sondern Rattles genannt, ein Spitzname, den er nicht mehr los wird. Viele skurrile Gestalten kreuzen seinen Weg, er nimmt Kontakt zur Damenwelt Oxfords auf und genießt das Partyleben. Das Buch endet mit einem furiosen Finale in einem schottischen Schloss und erinnert da an die Romane von Tom Sharpe, die  überwiegend in Cambridge spielen und noch wesentlich bombastischer sind.

Man erfährt einiges über das Leben hinter den Mauern der Oxforder Colleges. Der Autor hat selbst am Trinity College studiert und dies ist sein Debütroman.

Trinity College, Oxford

Published in: on 15. September 2010 at 14:01  Schreibe einen Kommentar  

Das Roald Dahl Museum und Story Center in Great Missenden (Buckinghamshire) – Hier gibt es jede Menge Spaß für Kinder

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

 

Great Missenden ist ein größeres Dorf in Buckinghamshire und war für mehr als 30 Jahre der Wohnort des bekannten englischen Kinderbuchautors Roald Dahl. Dahl wurde 1916 in Wales geboren und starb 1990 in Great Missenden. Hier setzte man ihm auch mit dem 2005 eingeweihten Roald Dahl Museum und Story Centre ein Denkmal.
„Charlie und die Schokoladenfabrik“, „James und der Riesenpfirsich“ und „Hexen hexen“ gehören mit zu seinen größten Erfolgen, die auch verfilmt wurden. Ich habe die Kinderbücher nie gelesen, fand aber sein Kurzgeschichtenbände „Küsschen, Küsschen“ und „…und noch ein Küsschen“ sehr lesenswert. Dahl schrieb übrigens auch das Drehbuch zu dem James Bond-Film „Man lebt nur zweimal“.

Im Museum kann man sich nicht nur über den Schriftsteller informieren, hier sollen Kinder kreativ und aktiv werden und ihre Fantasie spielen lassen.  Für diese vielen Initiativen erhielt das Museum die Auszeichnung „Enjoy England’s Best Small Visitor Attraction 2008″.
Vorgestern feierte man hier zum fünften Mal den Roald Dahl Day aus Anlass seines Geburtstages mit einer Fülle von Angeboten für Kinder.

Hier ist ein Film über das Roald Dahl Museum.

Im Innenhof. Eigenes Foto.

Im Innenhof.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

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Published in: on 15. September 2010 at 07:42  Comments (8)  
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Spukorte: The Ostrich Inn in Colnbrook (Berkshire) – Einer der „most haunted pubs“ in England

An- und abfliegende Flugzeuge vom nahegelegenen Flughafen Heathrow sind mehr als deutlich in Colnbrook zu hören und der Lärm der viel befahrenen Autobahnen M25 und M4 ist auch nicht weit. Man erwartet in so einem verkehrstechnisch ungünstig gelegenen Ort  nicht unbedingt den drittältesten Pub Englands, aber hier ist er, der Ostrich Inn.  Der „Straußengasthof“ ist auch ein gruseliges Anwesen, denn hier sollen sich unheimliche Dinge abspielen.

Der Hintergrund: Im 17. Jahrhundert war Thomas Jarman der Inhaber des Gasthofs. Im besten Zimmer des Hauses, dem Blue Room, hatte Jarman unter dem Bett eine Falltür angebracht, die direkt über der Küche lag. Kam jetzt ein wohlhabender Gast, so öffnete  Jarman in den frühen Morgenstunden die Falltür, der arme Schlafende stürzte in die Küche und mitten in einen großen Behälter mit kochendem Wasser. Der Gast überlebte dieses „Bad“ nicht und wurde in einem nahegelegenen Fluss entsorgt. Die Wertsachen und das Pferd des (ehemaligen) Gastes wurden umgehend veräußert.
Etwa 60 Menschen kamen auf diese Weise ums Leben, bis man schließlich Jarman und seiner Frau, die an dem bösen Spiel beteiligt war, auf die Schliche kam und beide aufhängte.
Es ist also kein Wunder, dass es in einem Pub, der so viel Blutvergießen miterlebt hat, spukt. „Strange noises, ghostly figures and objects moving by themselves are all in a days work if you‘ re employed at the Ostrich Inn„, so die Aussage eines Pubmanagers.
Das Team von LivingTVs „Most Haunted“ besuchte den Inn natürlich auch und hier sind ihre Erlebnisse in Colnbrook:

Published in: on 14. September 2010 at 04:18  Comments (1)  
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Georgie Fame and the Blue Flames: Yeh Yeh – Das hörte man 1964 gern

Clive Powell wurde 1943 in Leigh (Lancashire) geboren, wurde zu Beginn seiner Gesangskarriere in Georgie Fame umbenannt und hatte in England zwei Nummer-Eins-Hits: 1964 „Yeh, Yeh„, das ich heute vorstelle und 1966 „Sunny„. Beide Hits spielte er mit seiner Band The Blue Flames ein.
Nach der Trennung von seiner Band hatte er 1968 noch einmal einen Charterfolg mit „The Ballad of Bonnie and Clyde„.

Danach wurde es ruhiger um ihn. Er spielte mit wechsenden Partnern (Alan Price, Van Morrison) und konzentrierte sich später auf Jazzaufnahmen.

Hier also sein erster großer Hit „Yeh Yeh“.

 

Published in: on 13. September 2010 at 04:17  Schreibe einen Kommentar  
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The Maiwand Lion – Der größte Löwe der Welt in Reading (Berkshire)

 

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Das ist jetzt der schon der zweite „Löweneintrag“ in meinem Blog. Nach den Trafalgar Square-Löwen (s. mein Eintrag vom 9. August 2010) jetzt noch ein Löwe, der einige Dutzend Kilometer westlich von London seinen Wohnsitz hat und zwar in der Stadt Reading. Ich habe Reading eher in unangenehmer Erinnerung, weil ich mich jedesmal, wenn ich durch Stadt fuhr, in der unübersichtlichen Straßenführung verirrte.

Dafür kann besagter Löwe natürlich nichts, der in den Forbury Gardens auf einem Podest steht, 1886 geboren wurde, sich Maiwand Lion oder auch Forbury Lion nennt und der größte „Denkmalslöwe“ der Welt ist. Der örtliche Bildhauer George Blackall Simonds schuf ihn in zweijähriger Arbeit. Old Maiwand besteht aus Gusseisen, ist 16 Tonnen schwer und 9,5 m lang, also ein ganz schöner Koloss.
Die Statue erinnert an den „Battle of Maiwand„, eine Schlacht im englisch-afghanischen Krieg, die 1880 stattfand und in der 329 Soldaten des 66. Berkshire-Regiments fielen. Die Schlacht wurde von den afghanischen Truppen gewonnen und insgesamt starben dort fast tausend englische und indische Soldaten, während auf afghanischer Seite schätzungsweise 2500 Tote zu beklagen waren. Auch damals zeigte sich schon, dass man in Afghanistan keinen Krieg gewinnen kann.

Auf dem Denkmal findet man auch die Namen der gefallenen Soldaten aus Berkshire. Es gab zeitweise Diskussionen über die korrekte Wiedergabe der Haltung des Löwen. Manche meinten, ein Löwe würde niemals so laufen, aber der letzte Stand der Dinge ist wohl, dass George Blackall Simonds alles richtig gemacht hat.
Wer sich also nach Reading hineintraut, sollte dem gewaltigen Löwen ruhig einmal einen Besuch abstatten.

Published in: on 11. September 2010 at 07:52  Comments (2)  
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Widecombe Fair in Widecombe-in-the-Moor (Devonshire) – Das Dorffest des Jahres

 

 

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Widecombe-in-the-Moor feiert einmal im Jahr am zweiten Dienstag im September ein großes Fest, die Widecombe Fair, zu dem Besucher aus ganz England in das Dorf strömen. Der hübsche Ort liegt im Dartmoor und ist im Sommer oft überlaufen, wenn sich ganze Busladungen von Touristen auf das Dorf stürzen. Das restliche Jahr geht es hier aber ruhiger zu, bis natürlich auf den zweiten Dienstag im September.
So um 1850 soll die Fair erstmals abgehalten worden sein; damals als eine Art Rinderauktion. Nach und nach wurde das Spektrum erweitert und heute findet man dort u.a. Stände mit Produkten aus der Region, eine Hundeshow, Tauziehwettkämpfe, Schafscherwettbewerbe und eine Ausstellung von alten Treckern und Dampfmaschinen.

Es gibt auch ein altes Volkslied in Devon mit dem Titel „Widecombe Fair„, dessen erster Vers so lautet:

Tom Pearce, Tom Pearce, lend me your grey mare.
All along, down along, out along lee.
For I want for to go to Widecombe Fair,
With Bill Brewer, Jan Stewer, Peter Gurney,
Peter Davy, Dan’l Whiddon, Harry Hawke,
Old Uncle Tom Cobley and all,
Old Uncle Tom Cobley and all

Der letzte Satz „Uncle Tom Cobley and all“ hat Eingang in die englische Sprache gefunden und bedeutet etwa „und viele andere“.
Die Widecombe History Group hat ein Buch zusammengestellt, in dem man sich ganz genau über den Werdegang der Fair informieren kann: „The History of Widecombe Fair„, das man über deren Homepage für £6.95 erwerben kann.
Die diesjährige Widecombe Fair findet am 14. September statt.

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Aus Widecpmbe mitgebracht. Eigenes Foto.

Aus Widecombe mitgebracht.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 10. September 2010 at 08:15  Schreibe einen Kommentar  
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Café Below in Londons St. Mary-le-Bow – Ein Restaurant der besonderen Art

St Mary-le-Bow.    © Copyright Mike Faherty and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Mary-le-Bow.
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Im Londoner Cheapside-Viertel gibt es ein Restaurant, dessen Lage sehr ungewöhnlich ist. Das Café Below liegt in der Krypta einer Kirche. Während oben die andächtigen Kirchenbesucher sitzen, kann man es sich in den Gewölben unter der Kirche gemütlich machen und dort in aller Ruhe seinen Lunch oder sein Dinner zu sich nehmen.

1989 eröffnete Bill Sewell „The Place Below“ in der mehr als 900 Jahre alten Kirche St. Mary-le-Bow. Das Große Feuer in London 1666 vernichtete auch diese Kirche, aber der allgegenwärtige Sir Christopher Wren baute sie wieder auf. Im 2. Weltkrieg wurde sie bombardiert, schwer zerstört, aber wieder aufgebaut und 1964 eingeweiht.

„The Place Below“ wurde umbenannt in „Café Below“ und war eine Zeit lang ein rein vegetarisches Restaurant, was es jetzt aber nicht mehr ist.  Es ist Montag bis Freitag von morgens bis abends geöffnet.
Bill Sewell besitzt übrigens noch zwei weitere Restaurants, die in Kirchen untergebracht sind: Das Café @ All Saints in Hereford und das Michaelhouse Café in St. Michael’s in Cambridge.
Wer sich für das Café Below und dessen Speisenangebot näher interessiert sei auf zwei Bücher hingewiesen, die Bill Sewell geschrieben hat: „Food from The Place Below“ und „Feasts from The Place Below„. Hier findet sich eine Vielzahl von Rezepten aus dem „Krypta-Restaurant“.

 

Published in: on 9. September 2010 at 09:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Plough Roundabout in Hemel Hempstead (Hertfordshire) – Empfohlen nur für Autofahrer mit starken Nerven

Als absoluter Kreisverkehr-Fan habe ich mich in meinem Blog schon mehrfach geäußert (z.B. am 03.11.2009 und am 19.04.2010). Ein weiteres sehr schönes Beispiel für das Kreisverkehrfahren für Fortgeschrittene ist „The Plough Roundabout“ in Hemel Hempstead (Hertfordshire), auch „Magic Roundabout“ genannt. In diesen Kreisverkehr münden 6 Straßen und die jeweilige Einmündung beginnt mit einem Mini-Roundabout. Also: 6 kleine und ein großer Roundabout versuchen den Verkehrsfluss in Hemel Hempstead zu führen, was von den Autofahrern, die sich dort nicht auskennen, einige Nervenstärke erfordert.
Als „The Plough“ 1973 eröffnet wurde, mussten sich auch die Einheimischen an die neue Verkehrsführung gewöhnen und es gab zeitweise so ein Chaos, dass an jedem Mini-Roundabout ein Polizist stationiert wurde, um Schlimmeres zu vermeiden.
Es werden immer wieder Autofahrer gesichtet, die sich in dem System mehrfach verfahren haben. John Timpson beschreibt das sehr schön in seinem Buch „Timpson’s Towns of England and Wales„:
I have known people take ten minutes or more to find their way round the dartboard. I have met the same chap two or three times making unplanned extra circuits. There can be long pauses at each roundabout while everyone waits for everyone else to make a move; and there are moments of drama when a despairing driver gives up the struggle and makes a beeline for his exit, straight across round-abouts, double lanes and unwary cyclists. You shouldn’t miss this fun-filled experience; but remember to take sandwiches.“

Nachtrag: Ich bin vor einigen Tagen noch einmal durch diesen Mega-Roundabout gefahren, aber ich muss sagen, es war gar nicht so schwierig!

Hier ein kleiner Film vom „Roundabout Man“:

Published in: on 7. September 2010 at 11:09  Comments (6)  
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Die Girls von St. Trinian – Eine Filmkomödie um ein Internat voller aufmüpfiger Mädchen

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Das Mädcheninternat St. Trinian steht vor der Katastrophe. Die Kassen sind leer, die Schule bankrott. Zu allem Überfluss hat auch noch der allzu eifrige Bildungsminister Geoffrey Thwaits ein Auge auf St. Trinian geworfen. Der Ex-Geliebte der schrulligen Rektorin Camilla Fritton will Disziplin und Ordnung in die gesetzlose und anarchistische Schule bringen. Unter der Führung der dreisten Kelly verbünden sich die rivalisierenden Cliquen und fassen einen furchtlosen Plan. Wenn es um ihr gemeinsames Zuhause geht, kennen die durchtriebenen Mädchen keine Gnade.

Oliver Parker und Barnaby Thompson führten in der 2007 gedrehten britischen Filmkomödie „Die Girls von St. Trinian“  Regie, in der Rupert Everett, Colin Firth und Gemma Arterton die Hauptrollen spielen. In Nebenrollen sind Russell Brand und der großartige Stephen Fry zu sehen.

Der Ursprung von „Die Girls von St. Trinian’s“ sind Cartoons aus den 1940er Jahren des englischen Zeichners Ronald Searle, die in mehreren Büchern veröffentlich wurden.
Das Park Place in Remenham bei Henley-on-Thames in der Grafschaft Oxfordshire, ein historisches Gebäude aus dem 19. Jahrhunderts  auf einem 150 Hektar großen Areal, wurde als Drehort für die St. Trinian-Schule ausgewählt. Dieses Gebäude wurde kürzlich für £42 Millionen verkauft und ist damit wohl das teuerste Country House aller Zeiten.

2009 kam mit „Die Girls von St. Trinian 2“ mit überwiegend den gleichen Schauspielern ein Nachfolgefilm in die Kinos und ein dritter Teil, der den Titel „Revenge of the Boys“ tragen soll, ist im Planungsstadium.

Published in: on 6. September 2010 at 14:31  Comments (10)  
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Twinwood Airfield (Bedfordshire) – Von hier aus startete Glenn Miller in den Tod

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4 Kilometer nördlich von Bedford liegt das Twinwood Airfield, ein früherer Flugplatz der Royal Air Force, die diesen Platz im 2. Weltkrieg benutzte, der aber auch schon zum Ende des Krieges wieder aufgelöst wurde.
Am 15. Dezember 1944 startete von hier aus der berühmte amerikanische Bandleader Glenn Miller, um nach Paris zu fliegen und dort ein Konzert vor amerikanischen Soldaten zu geben. Das Wetter an diesem Tag soll sehr schlecht gewesen sein, aber trotzdem hob das Flugzeug, ein Norseman Transporter ab. Es existieren kein Aufzeichnungen von diesem Start, so dass es Gerüchte gab, ob Glenn Miller nicht vielleicht in geheimer Mission unterwegs war. Andere wiederum meinen, das Flugzeug wäre durch RAF-Bomber zum Absturz gekommen. Wie auch immer: Glenn Millers Flugzeug wurde nie gefunden und der Bandleader selbst blieb für immer verschollen.

Heute hat man in dem Kontrollturm des Twinwood Airfields ein Glenn Miller-Museum eingerichtet, in dem man sich über das Leben des Amerikaners informieren kann. Weiterhin wird jährlich hier das Glenn Miller-Festival veranstaltet, im Rahmen des  „Twinwood Festival of Swing, Jazz, Jive & Rock n Roll„.

Published in: on 5. September 2010 at 14:35  Schreibe einen Kommentar  
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Derek Jarmans Garten in Dungeness (Kent) – Ein Gesamtkunstwerk an einsamer Stelle

 

Prospect Cottage in Dungeness.    © Copyright Ron Strutt and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Prospect Cottage in Dungeness.
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Der südliche Zipfel der Romney Marsh, einer flachen Marschlandschaft, liegt Dungeness, beherrscht von den Türmen des Kernkraftwerks gleichen Namens; eine ziemlich einsame Gegend.
Den Filmregisseur Derek Jarman zog es in den letzten Jahren seines Lebens hierher. Er kaufte sich das kleine Prospects Cottage, eine ehemalige Fischerhütte,  in der Nähe des Strandes und versuchte, dort einen kleinen Garten anzulegen. Eigentlich hatte er davon keine Ahnung und auch wenig Hoffnung, dass auf dem Boden etwas gedeihen würde. Einige Freunde halfen ihm bei der Anlage; man sammelte Steine, angeschwemmtes Holz, alte Gartengeräte und bastelte damit einen ganz besonderen Garten, der von keinem Zaun umgrenzt wurde und der allmählich zu einem Gesamtkunstwerk heranwuchs.
Derek Jarman veröffentlichte  zusammen mit seinem Freund, dem Fotografen Howard Sooley, ein Buch über seinen Garten mit dem Titel „Derek Jarman’s Garden„, das 1995 bei Thames & Hudson veröffentlicht wurde, eine der letzten Arbeiten des Mannes, der am 19. Februar 1994 an AIDS starb und auf dem Friedhof der St. Clements Church in Old Romney, einige Kilometer nördlich seines geliebten Gartens, beigesetzt wurde.

1990 drehte Jarman einen Film mit dem Titel „The Garden„, in dem sein Garten und die Gegend um Dungeness den Hintergrund bildeten für eine Geschichte, in der die Themen Homosexualität und Christentum im Mittelpunkt stehen. Ein Film, der fast ohne Dialoge auskommt.

Man kann sich den Garten ansehen, sollte aber auch die Privatsphäre des jetzigen Besitzers beachten.

Published in: on 4. September 2010 at 08:17  Schreibe einen Kommentar  
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Die Corpus Clock im Corpus Christi College in Cambridge – Der Zeitfresser

 

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Ein Chronophage ist ein Zeitfresser und so wird die Corpus Clock, die an der Taylor Library des Corpus Christi Colleges in Cambridge angebracht ist von ihrem Schöpfer John C. Taylor genannt.
Am, 19. September 2008 enthüllte niemand geringeres als Stephen Hawking dieses fantastische Meisterwerk, an dem Taylor und weitere 200 Menschen 5 Jahre lang gearbeitet haben und das etwa £1 Million gekostet hat.
Es handelt sich hier um eine mechanische Uhr auf der sich blaue Lichtdioden in unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen und die Zeit anzeigen. Zeiger gibt es hier nicht. Angetrieben wird die Corpus Clock von den Beinen eines Grashüpfers, der die Sekunden frisst. Das Prinzip geht auf den britischen Uhrmacher John Harrison zurück, der den speziellen Aufzugsmechanismus um 1772 erfand.

John C. Taylor hatte in den 50er Jahren am Corpus Christi College studiert und die Uhr der Universität geschenkt. „The strangest clock in the world“ wurde von dem US-Magazin TIME zu den besten 50 Erfindungen des Jahres 2008 gezählt.

Hier ist ein Film über die Uhr.

Published in: on 3. September 2010 at 09:07  Schreibe einen Kommentar  
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Last of the summer wine – Die endlose Geschichte hat doch noch ein Ende gefunden

Hier in Holmfirth wurde "Last of the Summer Wine" gedreht. - © Copyright Tom Pennington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

37 Jahre ist die englische Sitcom gelaufen, 295 Episoden wurden ausgestrahlt: „Last of the summer wine“ hat am Sonntag, dem 29. August ein Ende gefunden. Die BBC begann am 12. November 1973 mit der ersten Folge und damals hatte man sicher nicht gedacht, dass sich diese Sitcom zu einer Erfolgsstory sondergleichen entwickeln würde.

Die Lieblingssendung der Queen wurde in zahlreiche Länder exportiert; nach Deutschland aus irgendwelchen Gründen nicht. Der afghanische Staatspräsident Hamid Karzai soll auch ein großer Fan der Sendung sein.

Hauptfiguren der Serie sind drei Rentner, die in einer Kleinstadt in Yorkshire eine zweite Kindheit erleben und mit viel Humor und Unternehmungslust durch die Straßen ziehen. Sie philosophieren über alltägliche Dinge und bringen sich durch irrwitzige Ideen in peinliche Situationen, so die Kurzdarstellung in der Wikipedia.

Gedreht wurde die Serie in Holmfirth in West Yorkshire, was der Kleinstadt nach dem Niedergang der Textilindustrie enorm half, denn die Touristen kommen in Busladungen, um sich anzusehen, wo Cleggy, Compo und Foggy ihr Unwesen trieben. Die Geschäftsinhaber freuen sich, der Wrinkled Stocking Tea Room erfreut sich großer Beliebtheit und der Pub „The White Horse“ dürfte auch keine Umsatzprobleme haben. Viele Dorfbewohner sind im Laufe der Jahrzehnte in die Dreharbeiten mit einbezogen worden und ihnen werden jetzt sicher die Kameras und die Darsteller fehlen, die zum Alltag in Holmfirth dazugehörten.

Der jetzt 89jährige Peter Sallis, der den Norman „Cleggy“ Clegg spielt, war von Anfang an dabei und ist der einzige, der von der ursprünglichen Besetzung übrig geblieben ist.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus einer der Episoden:

Published in: on 1. September 2010 at 08:57  Comments (1)  
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