Lyme Regis in Dorset Teil 1: Das historische, leerstehende Three Cups Hotel

Heute und morgen begeben wir uns wieder einmal in den Küstenort Lyme Regis in Dorset; über einen Besuch dort habe ich vor längerer Zeit in meinem Blog berichtet. Cinéasten erinnern sich vielleicht an den Spielfilm „Die Geliebte des französischen Leutnants“ mit Meryl Streep und Jeremy Irons, der hier gedreht wurde, nach dem gleichnamigen Roman von John Fowler, der in Lyme Regis lebte. Überhaupt war die hübsche kleine Stadt Treffpunkt von einer ganzen Schar von Schriftstellern, die sich gern die frische Seeluft um die Nase bliesen ließen.

Jane Austen war hier im Jahr 1804 in einer Pension in der Broad Street Nummer 18 zu Gast. Große Teile ihres Romans „Persuasion“ (dt. „Überredung“) spielen in Lyme Regis und Umgebung. Drei Verfilmungen diese Romans fanden am Originalschauplatz statt wie zum Beispiel dieser. Aus der Pension wurde später ein Hotel, das Three Cups Hotel, das von den literarischen Besuchern der Stadt gern als Übernachtungsort gewählt wurde. Das waren beispielsweise Alfred Lord Tennyson, der es liebte, auf Jane Austens Spuren zu wandeln, der Amerikaner Henry Wadsworth Longfellow, der gebürtige Franzose Hilaire Belloc und Gilbert Keith Chesterton, die beide häufig zusammenarbeiteten, und John Ronald Reuel Tolkien, der Schöpfer des Fantasyepos „Der Herr der Ringe“, der hier schrieb und zeichnete, unter anderem das Bild „Lyme Regis Harbour from the drawing Room of The Three Cups Hotel„. Das Hotel war auch Drehort des oben genannten Films „Die Geliebte des französischen Leutnants“.

Es ist ein Jammer, dass das Three Cups Hotel seit nunmehr dreißig Jahren leer steht. Das an sich architektonisch interessante Gebäude verfällt zusehends; der Fotograf Andrew Blackmore hat Aufnahmen aus dem Inneren des baufälligen Gebäudes gemacht. Eigentümerin ist die Palmers Brewery in Bridport (Dorset), die Pläne angekündigt hat, das Haus umzugestalten. Wenn die Pläne akzeptiert werden, wird es kein neues Hotel geben, sondern Apartments und ein Restaurant; die historischen Elemente des ehemaligen Hotels sollen erhalten bleiben. Geplanter Beginn der Bauarbeiten: 2021.

Das ehemalige Hotel ist auf der rechten Seite zu sehen.
Author: Darkroom Daze
Creative Commons 2.0

The Swan Hotel in Lavenham (Suffolk)

Lavenham in Suffolk, eine Kleinstadt mit zahlreichen Tudorhäusern, beherbergt ein Hotel, das so recht nach dem Herzen vieler europäischer und amerikanischer Touristen ist, denn so stellt man sich einfach eine urige englische Herberge vor.
Seit dem 15. Jahrhundert schon steht „The Swan Hotel“ mitten im Herzen von  Lavenham und bietet äußerlich eine attraktive Fachwerkfassade und im Inneren finden wir Eichenbalken, Kaminfeuer und vertäfelte Wände, alles, um sich hier so richtig wohl zu fühlen.

Die Zimmerpreise bewegen sich in etwa zwischen €135 für ein Standard-Doppelzimmer und €250 für eine Suite, wobei das Frühstück inbegriffen ist.

Für das Abendessen empfiehlt sich das Fine Dining „Gallery Restaurant„, für das Chefkoch Justin Kett zuständig ist, der früher im Castle Hotel in Taunton (Somerset) tätig war. Das Restaurant im Swan Hotel wurde von der Automobile Association (AA) mit zwei Rosetten ausgezeichnet (das Hotel mit 4 Sternen). Es gibt auch noch eine Brasserie, die einfachere Speisen serviert.

Nach dem Abendessen kann man noch einen Drink in der „Airmen’s Bar“ zu sich nehmen, benannt nach den amerikanischen Soldaten der Air Force im Zweiten Weltkrieg, die in der Nähe von Lavenham stationiert waren. Einige Erinnerungsstücke an diese Zeit sind in der Bar ausgestellt.

„The Swan Hotel“, das zu der „Pride of Britain„-Hotelgruppe gehört, bietet sich als Standort an, wenn man diesen Teil von Suffolk einmal näher kennenlernen möchte.

Dieser Film zeigt die Annehmlichkeiten des „Schwanenhotels“ auf.

Siehe auch diesen Blogeintrag über Lavenham.

The Swan Hotel
High Street
Lavenham, Suffolk CO10 9QA

The Gallery Restaurant.
Author: john bugg photography
Creative Commons 2.0

 

Published in: on 10. November 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Little Chef – Das Ende einer Restaurantkette

Es war einmal…Friedlich (?) vereint mit der Konkurrenz. Hier an der A64 bei Bilbrough in North Yorkshire.
Photo © Margaret Clough (cc-by-sa/2.0)

Vielleicht kennt noch jemand die Restaurantkette Little Chef, deren Filialen an britischen Autobahnen und Schnellstraßen zu finden waren. Hier konnte man sich für relativ wenig Geld satt essen. Die Qualität der Speisen war nicht gerade berauschend; ich habe nur ein einziges Mal in einem dieser Schnellrestaurants Rast gemacht, und ich meine mich zu erinnern, dass ich dieses Little Chef in die Abteilung „greasy spoon“ verfrachtet hatte. Es gab einmal einen Versuch, eines dieser Lokale aufzupeppen, mit Hilfe des Starkochs Heston Blumenthal. Ich berichtete darüber vor über zehn Jahren in meinem Blog. Es war das Little Chef in Popham (Hampshire) an der A303. Blumenthal verpasste dem Restaurant eine total andere Speisekarte, die Medien im ganzen Land berichteten darüber und eine Zeit lang war es hier richtig voll. Doch dann verflüchtigte sich das Interesse der Reisenden; die meisten wollten statt Ochsenbäckchen und Lammkeulen lieber ihre gewohnten fettigen Sattmacher essen, so wurden nach einiger Zeit die Blumenthal-Kreationen von der Karte genommen. Im Jahr 2017 wurde Pophams Little Chef geschlossen und von Starbucks übernommen.

Den anderen Little Chefs im Land ging es nicht anders. Im Lauf des Jahres 2018 war keines mehr übrig geblieben. Immer wieder neue Übernahmen durch insgesamt sechs Unternehmen zeitigten seit Mitte der 1980er Jahre keine nennenswerten Erfolge. Die Konkurrenz durch die großen US-Ketten wie McDonald’s, Burger King und KFC war übermächtig.

Ähnlich wie der Little Chef-Kette ging es den Happy Eater-Restaurants, die von 1973 bis 1997 existierten. Sie wurden teils in Little Chefs umgewandelt oder gleich geschlossen. An Autobahnen und Durchgangsstraßen finden sich heute überwiegend, neben McD, BK und KFC, Filialen von Starbucks, Greggs, Subway, Costa und Leon.

Wie traurig…ein geschlossenes Little Chef an der A21 bei Kilndown in Kent.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

…und ein noch trostloserer Anblick: Ein Little Chef nach der Schließung an der A1 bei Wansford in Cambridgeshire.
Photo © Trevor Alder (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Oktober 2020 at 02:00  Comments (5)  
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The Angel in Hetton (North Yorkshire) – César Winner im The Good Hotel Guide 2021

Nördlich von Skipton und südlich von Grassington in North Yorkshire liegt in dem Dorf HettonThe Angel„, der zu den ersten sogenannten Gastro-Pubs in England gehört. Denis Watkins („The Godfather of the Gastropub)“, 2004 verstorben, übernahm den Gasthof 1983, verbannte den typischen „Pub Grub“ aus seiner Küche und machte den „Angel“ zu einem der besten Gasthäuser Englands, wofür er mehrfach ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2014 wurde The Angel von der Times und der Sunday Times zu den besten Country Pubs Englands gewählt. Die Automobile Association verlieh dem Restaurant drei Rosetten. Im gerade veröffentlichten The Good Hotel Guide 2021 erhielt das Haus einen der zehn Césars, die jedes Jahr für die besten Hotels, Inns und B&Bs Großbritanniens vergeben werden.

Ein Teil des Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert, mit Anbauten aus dem 18. Jahrhundert. Die Räume sind voller Atmosphäre und sehr gemütlich eingerichtet. Es stehen auch neun sehr komfortable Suiten und Studios zum Übernachten in einer umgebauten Scheune zur Verfügung.

Meine Erfahrungen mit diesem Yorkshire-Pub sind sehr positiv. Wir genossen dort einen angenehmen Lunch und werden dort sicher wieder einkehren. Ich war dort, als noch Bruce Ellsworth als Küchenchef das Kommando hatte. 2018 übernahm Michael Wignall The Angel, der von sich behaupten kann, dass er in jedem Restaurant in dem er arbeitete, einen Michelinstern bekommen hat. Er war unter anderem tätig in Waldo’s Restaurant im Cliveden Hotel in Berkshire, im The Burlington Restaurant im The Devonshire Arms in den Yorkshire Dales und im Latymer Restaurant in Pennyhill Park (Surrey), wo er sogar zwei Michelinsterne erkochte. Seine letzte Station war das renommierte Gidleigh Park in Devon, das ebenfalls zwei Sterne hat.

In Michael Wignalls Gastro-Pub (mit bisher einem Michelinstern ausgezeichnet) gibt es beispielsweise ein fünfgängiges Tasting Menu für £60. Die Karte ist recht klein, wobei die Preise für die Hauptgänge zwischen £27 und £32 liegen.

The Angel Inn
Hetton, near Skipton
North Yorkshire BD23 6LT

Published in: on 11. Oktober 2020 at 02:00  Comments (2)  
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The Queen’s Lane Coffee House und The Grand Café – Zwei Kaffeehäuser in der High Street von Oxford

Eines meiner Lieblings-Restaurants in Paris ist Le Grand Café Capucines am Boulevard des Capucines, nahe der Oper, ein wunderschönes Jugendstil-Restaurant. Auch in Oxford, an der High Street, findet sich ein Etablissement mit dem Namen The Grand Café, das allerdings optisch mit dem Pariser Pendant nicht mithalten kann. Wie schön, dass sich neben den unzähligen Starbucks- und Costa Coffee-Filialen in Großbritannien noch einige individuelle Kaffeehäuser erhalten haben. Das Oxforder Kaffeehaus an der High Street, das älteste seiner Art in England, wurde schon in den Tagebüchern des Samuel Pepys erwähnt und das im Jahr 1650. Es war aber nicht durchgehend ein Kaffeehaus; ursprünglich war es in The Angel untergebracht, ein Gasthof, der bis 1866 existierte und den dann der „Oxford Marmalade Man“ Frank Cooper bis 1919 übernahm. Anschließend waren an dieser Stelle unter anderem ein Co-Op-Laden, ein Postamt und ein Teddybär-Geschäft untergebracht, bis sich dann 1990 The Grand Café etablierte. Es ist also nicht das älteste Kaffeehaus, sondern es steht an der Stelle, an der das älteste einmal ins Leben gerufen wurde. Es wird hier auch weit mehr als nur Kaffee angeboten. Hier ist ein kurzer Videofilm.

Genau gegenüber, auf der anderen Straßenseite der High Street, Ecke Queen’s Lane, steht das Queen’s Lane Coffee House, das 1654 eröffnet wurde und damit das älteste kontinuierlich geöffnete Kaffeehaus in ganz Europa sein soll. Ein gewisser Cirques Jobson begann damals in seinem Etablissement, das exotische Getränk anzubieten, das bald viele Freunde fand. In dem Café trafen sich die Studenten der umliegenden Colleges, was noch heute der Fall ist, gemixt mit Touristen aus aller Welt. Da das Lokal in türkischer Hand ist, stehen viele türkische Gerichte auf der Speisekarte, auch türkischer Kaffee wird angeboten. Auch hier ist ein Film über das Lokal.

The Grand Café
84 High Street
Oxford
OX1 4BG

Queen’s Lane Coffee House
40 High Street
Oxford
OX1 4AP

Le Grand Café Capucines in Paris.
Author: voces
Creative Commons 2.0

 

 

Published in: on 8. Oktober 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Ritz Hotel in London – Seit 2020 in Besitz einer Investmentfirma aus Katar

Die Queen Mum liebte das Restaurant des Londoner Ritz Hotels, eines der Ikonen in der Londoner Hotellandschaft. In diesem Jahr ging der Besitz des Hotels in Mayfair von den beiden Zwillingsbrüdern Sir Frederick und Sir David Barclay in den einer Investmentfirma aus Katar über, wieder ein Hotel der Luxusklasse, das nicht mehr in britischer sondern arabischer Hand ist. Die direkten Konkurrenten des Ritz, Claridges, The Berkeley und The Connaught gehören bereits der Maybourne Hotel Group an, ein Unternehmen das in irischer und katarischer Hand ist. Das Emirat Katar übernimmt immer mehr traditionelle Unternehmen in England; das Kaufhaus Harrod’s ist zum Beispiel im Besitz der Quatar Investment Authority. Auch mein persönliches Lieblingshotel, das Thornbury Castle Hotel in South Gloucestershire, ist im vorigen Jahr an eine arabische Gesellschaft verkauft worden.
Ist das wirklich gesund für die britische Wirtschaft, wenn immer mehr Unternehmen in arabischer Hand sind? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eigner im Nahen Osten ein persönliches Verhältnis zu den Objekten haben und diese sofort wieder abstoßen, wenn es ihnen passt.

Im Vorfeld des Verkaufs des Ritz Hotels gab es in der Barclay-Familie Streit zwischen den Brüdern, beide 85 Jahre alt, und deren Nachkommen. Die Söhne Sir Davids sollen im Hotel Gespräche zwischen ihrem Onkel Sir Frederick und dessen Tochter Amanda abgehört haben. Es gab Streit über die Höhe des Verkaufspreises, der nach Sir Frederick Barclay mindestens £1 Milliarde betragen müsste. Nun ist das Luxushotel mit der Adresse 150 Piccadilly für £800 Millionen an den katarischen Geschäftsmann Abdulhadi Mana Al-Hajri übergegangen, der eine enge Beziehung zum Emir von Katar hat, dessen Familie mehr Eigentum in London haben soll als die Queen. Was allerdings für den neuen Besitzer spricht, ist, dass er während der Coronakrise dem gesamten Personal das volle Gehalt weiter gezahlt hat.

Ein Standardzimmer im Londoner Ritz kostet zur günstigsten Zeit £433, was gegenüber dem Namensvetter in Paris geradezu günstig ist, denn dort ist ein Zimmer unter €1000 pro Nacht kaum zu bekommen.

Hier ist ein Film über das Ritz in Mayfair, das zu den Leading Hotels of the World zählt, zu sehen.

Published in: on 28. September 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Bats & Broomsticks – Ein Guesthouse für Vampirfreunde in Whitby (North Yorkshire)

Dieses ist jetzt bereits mein 13. Blogeintrag über Whitby, der Hafenstadt an der Küste North Yorkshires, ein Zeichen dafür, dass das einer meiner Lieblingsorte in England ist. Seitdem Bram Stoker seinen Dracula hier in Whitby anlanden ließ, ist die Stadt zu einem Zentrum für Menschen geworden, die sich für Vampire und Geister interessieren. Es werden Ghost Walks und Vampir-Rundgänge angeboten, und jedes Jahr findet in der Stadt das Whitby Goth Weekend statt, zu dem sich die Goths, Anhänger der Gothic-Kultur, aus dem ganzen Land treffen und das Straßenbild mit ihrer schwarzen Kleidung beherrschen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass der ebenfalls schwarze Whitby-Jet-Schmuck in vielen Läden angeboten wird.

Wo übernachtet man in Whitby, wenn man tagsüber auf den Spuren Draculas gewandelt ist? Stilecht wäre das Bats & Broomsticks Guesthouse am Prospect Hill, das drei Zimmer zur Verfügung stellt, den Green Man Room, den Dracula Room und den Lunar Room, alle mit Himmelbetten ausgestattet. Die Besitzer haben Unmengen an gruseligen Dingen und Figuren zusammengetragen; am Hauseingang wird der Gast von einer lebensgroßen Dracula-Figur begrüßt. Die drei Zimmer sind unterschiedlich eingerichtet; für Gäste mit kleinen Kindern ist das B&B nicht zu empfehlen, denn die würden sich vor den herabhängenden Fledermäusen, Totenschädeln und Gerippen bestimmt fürchten. Im Frühstücksraum, in dem man bei Kerzenlicht den neuen Tag beginnt, dominiert Schwarz als Farbe.

Die Übernachtung kostet £85 inklusive eines Full Breakfast. Wer im Bats & Broomsticks nächtigen möchte, sollte frühzeitig buchen, denn es ist sehr beliebt. In diesem Film sind einige Bilder aus dem Guest House zu sehen.

Sollte das Guest House ausgebucht sein, wäre Bagdale Hall eine weitere Empfehlung (wo es spuken soll!).

Bats & Broomsticks Guesthouse
11 Prospect Hill
Whitby,
North Yorkshire YO21 1QE

Das Chateau Impney in Worcestershire – Ein Hotel, das dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist

Ich las es mit großem Bedauern, dass das Coronavirus einem wunderschönen Hotel, dem Chateau Impney in Worcestershire, den Garaus gemacht hat. Am 16. März verkündete das Management das Ende des Hotels.

Erst einmal zur Orientierung: Das Chateau Impney liegt an der A38, rund einen Kilometer von der Autobahn M5 entfernt, am Rand der Stadt Droitwich. Es wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut und könnte genau so gut irgendwo an der Loire stehen. Der Industrielle John Corbett ließ es zwischen 1873 bis 1875 erbauen; genug Geld hatte der „Salt King“ durch den Salzabbau in der Region Droitwich verdient. Corbett investierte £247,000 in das Schlösschen und schenkte es seiner Frau Hannah Eliza O’Meara, die er in Paris kennengelernt hatte und die nur widerstrebend von der französischen Metropole in die englische Provinz gezogen war. Um ihr ein wenig französisches Flair in Worcestershire zu vermitteln, beauftragte er den Pariser Architekten Auguste Tronquois mit dem Entwurf des Schlosses, dessen Bau von dem englischen Architekten Richard Phené Spiers beaufsichtigt wurde.

Doch so richtig wohl fühlte sich John Corbetts Ehefrau auch im Chateau Impney nicht, und so zog sie in eines der anderen Anwesen ihres Mannes. Nachdem John Corbett 1901 gestorben war, ging das Schloss durch viele Hände bis es 1925 als Impney Manor Hotel eröffnet wurde. In den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs litt das Chateau sehr, als es vom War Office requiriert worden war, und der neue Besitzer, Ralph Edwards, musste sehr viel Geld in die Hand nehmen, um das Haus wiederherzustellen und erneut als Hotel zu eröffnen. Nachdem Edwards das Haus in den 1960er Jahren verkauft hatte, wechselten die Besitzer wieder mehrere Male, aber es blieb als Hotel erhalten. Jetzt ist es leider geschlossen worden und die Zukunft des Chateaus ist ungewiss. Ich hoffe nur, dass es nicht in die Hände eines russischen Oligarchen, eines Scheichs oder eines superreichen Chinesen fällt, sondern eines Tages erneut als Hotel seine Tore für jedermann öffnet.

Der Schriftsteller Pelham Grenville Wodehouse (1881-1975) war häufig hier zu Gast, und das Chateau diente als Vorbild für Sir Buckstone Abbotts Walsingford Hall in dem Roman „Summer Moonshine“ (1938), das Wodehouse so beschreibt: „a vast edifice constructed of glazed red brick, in some respects resembling a French chateau“.

Viele Jahre war das Hotel der Austragungsort des Chateau Impney Hill Climb, einer Autosportveranstaltung, die 2019 zum letzten Mal stattfand. Hier sind einige Bilder davon.

Meine Erfahrungen mit indischen Restaurants in England

The Sultan of Lancaster in Lancaster (Lancashire), in einer ehemaligen Kirche untergebracht.
Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Wenn meine Frau und ich früher im Wohnmobil unterwegs waren oder Cottages gemietet hatten, suchten wir uns zum Abendessen immer ein Restaurant in der Nähe aus, darunter auch hin und wieder ein indisches.

Unsere allererste Begegnung mit der indischen Küche war in Warwick, wo wir unser Wohnmobil an der Rennbahn abgestellt hatten. Nicht weit entfernt entlang der High Street gab es ein kleines indisches Restaurant, das wir betraten und dort keine weiteren Gäste vorfanden. Ein total verschniefter Kellner brachte uns die Karte und nachdem wir gewählt hatten, fragte er, ob wir unser Essen „hot“ haben wollten. Wir guckten uns an und nickten, natürlich sollte unser heiß sein, was für eine Frage. Offensichtlich durchschaute der Kellner unsere Unwissenheit und klärte uns auf, dass „hot“ auf Englisch auch „scharf“ bedeutet. Okay, wieder etwas gelernt, aber, wie gesagt, das ist schon sehr lange her.

Unsere zweite Begegnung mit der indischen Küche war in Thatcham in Berkshire, wo wir gern ein Tandoori-Gericht gehabt hätten, aber leider warf man in diesem Etablissement den Tandoori-Ofen erst abends an, so dass wir mit etwas anderem Vorlieb nehmen mussten.

Ich esse sehr gern scharf, aber die Variante „Vindaloo“ liegt so am Rande des Erträglichen, was ich in einem indischen Restaurant in Margate (Kent) zu spüren bekam. Mein Lamm-Vindaloo war wirklich extrem scharf, und meine Frau wunderte sich wie man so etwas überhaupt essen kann.

In York gab  es direkt an der Ouse ein nettes kleines Restaurant mit indischer Küche, das Taj Mahal, das wir mehrere Male aufsuchten, das aber das Problem hatte, bei Hochwasser der Ouse nicht mehr zugänglich zu sein. Inzwischen gibt es das Restaurant nicht mehr. Einen „Edel-Inder“ findet man in York in der Straße Fossgate, die sehr empfehlenswerte Mumbai Lodge, die auch Gerichte aus Bangladesh anbietet. Dieses Restaurant war bei unserem Besuch gut gefüllt, während in fast allen indischen Restaurants, die wir im Lauf der Jahre besuchten, kaum jemand außer uns saß. Das kann natürlich Zufall sein.
Chicken Tikka Masala ist eines der populärsten Gerichte in Großbritannien und macht sogar den Fish and Chips Konkurrenz.

Die Indian Lounge in Newbury (West Berkshire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

The Cherry Tree Indian Restaurant in Wheathampstead (Hertfordshire).
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Das Nawab in Tiverton (Devon).
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. August 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Mein Buchtipp – Tony Cherry and Meg Wise: Thornbury Castle Revisited

Foto meines Exemplares.

Wenn mich jemand fragt, ob ich in England einen Lieblingsplatz habe, dann muss ich nicht lange überlegen: Mein absoluter Favorit ist das Thornbury Castle in South Gloucestershire, nördlich von Bristol. Ich habe mehrere Male in meinem Blog über meine neun Besuche in diesem wunderschönen Castle Hotel geschrieben, das für mich eine außergewöhnliche Atmosphäre hat und die ich am liebsten im Winter genieße. Diesen kurzen Film habe ich vor einigen Jahren im Tudor Garten zwischen dem Hotel und der Kirche St Mary’s mit meinem Handy gemacht, und vielleicht gibt der ein wenig von dieser speziellen Atmosphäre wieder (obwohl er zugegebenermaßen nicht oscarwürdig ist!).

Tony Cherry und Meg Wise vom Thornbury & District Museum haben 2019 ein Buch veröffentlicht, in dem sie sich mit der Geschichte des Thornbury Castles beschäftigen, das Anfang des 16. Jahrhunderts von Edward Stafford, dem dritten Duke of Buckingham, erbaut wurde. Nach dessen Hinrichtung gelangte die Burg in die Hände Heinrichs VIII., der aber hier nur einmal für wenige Tage zusammen mit Anne Boleyn weilte. Ich will hier nicht näher auf die einzelnen Stationen in der Geschichte der Burg eingehen, aber noch einiges über die letzten fünfzig Jahre berichten.

1966 kaufte Kenneth Bell Thornbury Castle und richtete darin ein Restaurant ein, das sich zu den besten Großbritanniens entwickeln sollte. 1972 legte er wieder einen Weingarten an, der noch heute existiert und dessen Erträge auf Flaschen aufgezogen werden. Man kann den Wein im Restaurant des Hotels zum Essen bestellen (ich habe ihn einmal probiert). Nach Kenneth Bell, der bereits einige Räume der Burg in Hotelzimmer umgewandelt hatte, war ab 1986 Maurice Taylor, der Baron of Porthlethen, der neue Besitzer, der Thornbury Castle jetzt zu einem  richtigen Hotel machte. 1999 benannte das renommierte Condé Nast Traveller Magazin Thornbury Castle zum zweitbesten Hotel der Welt (die Nummer 1 war das Windsor Court Hotel in New Orleans). Bei meinen ersten Aufenthalten hier habe ich den Baron noch kennengelernt, der 2017 starb und dessen Asche in dem kleinen Castle Cemetery beigesetzt ist.

Als Maurice Taylor sein Hotel im Jahr 2000 verkaufte, ging es in den Besitz der Von Essen Hotelgruppe über, die 2011 Konkurs anmeldete (ich war wenige Tage nach dem 11. September 2001 zu Gast, als sämtliche Buchungen aus den USA storniert worden waren, und meine Frau und ich fast die einzigen Hotelgäste waren, ein ganz besonderes Erlebnis, die Burg beinahe für sich ganz allein zu haben!). Die Zukunft der Burg war damals im Jahr 2011 ungewiss, bis eine andere Hotelgruppe, Luxury Family Hotels, Thornbury Castle übernahm.

Bei meinem letzten Besuch im Oktober 2019 sagte mir der General Manager, dass das Haus jetzt einer arabischen Investmentgruppe gehört, die es komplett umgestalten will. Zur Zeit ist das Hotel geschlossen, einmal wegen der Corona-Krise und einmal wegen der noch laufenden Bauarbeiten. Ich hoffe nur, dass Thornbury Castle, das mir so ans Herz gewachsen ist, behutsam umgebaut wird und dass ich es, wenn es wiedereröffnet wird, noch wiedererkennen werde!!

Ich habe Tony Cherrys und Meg Wises Buch mit großem Genuss gelesen und bin dadurch dem Castle noch ein Stück nähergerückt. Meg Wise habe ich im Museum von Thornbury persönlich kennen gelernt.

Tony Cherry and Meg Wise: Thornbury Castle Revisited. Redcliffe Press 2019. 138 Seiten. 

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die Lounge, mein Lieblingsplatz im Hotel.
Eigenes Foto.

 

Das Prince Rupert Hotel in Shrewsbury (Shropshire) – Eine Heimstatt für Obdachlose in der Coronakrise

Die Infrastruktur in Form von Hotels, Restaurants und Pubs ist seit vielen Wochen in England nicht mehr vorhanden. Überall stößt man auf verschlossene Türen, und man kann nur hoffen, dass möglichst viele die Coronakrise überleben. Frühestens Anfang Juli ist mit einer Lockerung zu rechnen in diesem von der Pandemie schwer gebeutelten Land.

Auch das Prince Rupert Hotel in Shrewsbury, der Grafschaftshauptstadt von Shropshire, wurde im März geschlossen. Ich habe hier einmal einige Tage gewohnt und in meinem Blog darüber geschrieben, und so war ich besonders berührt, als ich hörte, dass der Hotelbesitzer Mike Matthews sein Haus für Obdachlose geöffnet hat. Menschen ohne festen Wohnsitz gibt es nicht nur in den großen Metropolen, auch in der Provinz sind Männer und Frauen zu finden, die sich irgendwie über Wasser halten und nachts im Freien schlafen. Mike Matthews sagte sich, hier ist nun mein Hotel mit leer stehenden Zimmern und draußen halten sich Menschen auf, die nicht wissen, wo sie die nächste Nacht verbringen sollen. Seit mehreren Wochen schon beherbergt das 4*-Hotel 25 „homeless people“, die gar nicht wussten wie ihnen geschah, als sie sich plötzlich in dem Komfort und Luxus eines Hotels wiederfanden. Die neuen Gäste des Prince Rupert sind dankbar für diese unerwartete Unterstützung, und einige machten sich auch gleich nützlich. Wie der Shropshire Star berichtet, hat sich einer von ihnen aller reparaturbedürftigen Stühle im Hotel angenommen und diese repariert.
Die 25 Hotelbewohner bekommen nicht nur freie Logis, sie werden auch verpflegt und erhalten regelmäßig ihre Mahlzeiten.

Mike Matthews und sein Team machen da wirklich tolle Arbeit, und er hat bereits angedeutet, dass er möglicherweise dem einen oder anderen eine feste Arbeitsstelle anbieten könnte. Hier ist ein Film über Mike Matthews‘ gute Tat.

Zum Thema Obdachlosigkeit in England siehe meine Einträge über die Zeitung The Big Issue und Charlie Carrols Buch „No Fixed Abode: A Journey Through Homelessness from Cornwall to London„.

Der französische Komponist Claude Debussy (1862-1918) und das Grand Hotel in Eastbourne (Kent)

Claude Debussy.
This work is in the public domain.

Am 14. Oktober 1904 versuchte eine Frau mitten auf dem Place de la Concorde in Paris, sich das Leben zu nehmen. Mit einem Revolver schoss sie sich mehrfach in die Brust, aber es gelang ihr nicht, sich zu töten. Schwer verletzt wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Name: Rosalie Lilly Debussy. Der Grund: Ihr Mann, der berühmte Komponist Claude Debussy (1862-1918) hatte sie wegen einer anderen Frau verlassen.
Der Selbstmordversuch geschah auf dem berühmten Platz in Paris, in Sichtweite eines der besten und renommiertesten Grand Hotels der Stadt, dem Crillon (in dem ich einmal einige Tage lang wohnte und es sehr genoss).

Etwa 450 Kilometer nördlich von Paris liegt an der Südküste von Kent, in Eastbourne, ein weiteres Grand Hotel, das mit dem französischen Komponisten in Zusammenhang steht. Hierhin flüchtete Debussy mit seiner Geliebten, der Bankierstochter Emma Bardac, die er bald darauf heiratete, um dem Skandal in Paris zu entgehen, denn der Selbstmordversuch seiner Ex und die anstehende Scheidung hatten dort hohe Wellen geschlagen.
Zwei Monate lang wohnten Claude Debussy und die schwangere Emma Bardac in einem Zimmer im Eastbourne Grand Hotel; während dieser Zeit vollendete der Komponist sein Werk La mer, trois esquisses symphoniques pour orchestre (hier ist ein Ausschnitt), an dem er schon seit 1903 gearbeitet hatte. Wer heute noch einmal auf den Spuren des Paares aus Paris wandeln möchte, braucht sich im Hotel nur das Zimmer 200 reservieren lassen, das auch die Debussy Suite genannt wird. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Meer.

Das Grand Hotel gehört zu der kleinen Gruppe der Elite Hotels, zu der auch Tylney Hall bei Hook (Hampshire) und Ashdown Park bei Forest Row (East Sussex) gehören, über die ich in meinem Blog geschrieben habe. Es verfügt über 152 Zimmer, von denen 23 Suiten sind.
Die Übernachtungspreise beginnen etwa bei 220 Euro für ein Standardzimmer. Hier ist ein Film über das Haus.

Eastbourne hat den Ruf, dass die Einwohner einen sehr hohen Altersdurchschnitt haben; tatsächlich liegt das Durchschnittsalter in einigen Teilen der Stadt bei über 70 Jahren.
Ich mag die Promenade am Meer, die Pier und die unzähligen Strandhütten; man kann hier endlos lange spazieren gehen.

The Grand Hotel
King Edward’s Parade
Eastbourne BN21 4EQ

 

The Falstaff Hotel in Canterbury (Kent)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Bei meinen Besuchen in Canterbury wohnte ich immer im Falstaff Hotel, das nur einige Schritte vom Westgate entfernt absolut zentral liegt. In wenigen Minuten erreicht man alle Sehenswürdigkeiten der sehr reizvollen Stadt, von denen es eine ganze Menge gibt.

Das Falstaff Hotel ist ein uralter Coaching Inn, der 1403 erstmals erwähnt wurde und in dem es sich angenehm wohnt. Das Auto ist auf dem hoteleigenen Parkplatz gut untergebracht; bei der schwierigen Parksituation in Canterbury sehr wichtig.
Die 49 Zimmer im Hotel sind sehr gemütlich eingerichtet, mit alten Holzbalken und Vertäfelungen; einige haben auch Kamine.

Es gibt ein Pizza-Restaurant im Hotel und man kann seinen Afternoon-Tea im Haus einnehmen, aber in wenigen Gehminuten entfernt, findet man auch zahlreiche weitere Restaurants und Pubs in der Stadt.

Die Preise für die Standard-Doppelzimmer beginnen bei £75, die Superior-Rooms kosten ab etwa £109 un die Junior Suites ab £119, jeweils inklusive englischem Frühstück;  also sehr günstige Übernachtungspreise.

Für einen Besuch der Stadt Canterbury kann ich dieses Hotel empfehlen!

The Falstaff Hotel
8-12 St Dunstans Street
Canterbury, CT2 8AF

 

Published in: on 23. Februar 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Sally Lunn’s in Bath – „Historic Eating House“

Mitten im Zentrum der alten, sehenswerten Stadt Bath in Somerset steht das älteste Haus der Stadt. Hier gründete Sally Lunn ca. 1680 ihre berühmte Bäckerei, deren Waren sich bald in der vornehmen Gesellschaft großer Beliebtheit erfreuten. Noch heute kann man in Sally Lunn’s Teehaus die berühmten Bath Buns probieren, eine Art Rosinenbrötchen, die direkt im Haus nach einem geheimen Rezept hergestellt werden. Man versuchte immer wieder in den USA, in Australien und auch in Großbritannien die Buns zu kopieren, aber die wirklich echten werden nur bei Sally Lunn’s gebacken.

Sehenswert ist auch der aus der Römerzeit stammende Keller des Gebäudes, der in ein kleines Museum umgewandelt wurde, in dem u.a. auch die ursprüngliche Küche zu besichtigen ist.

Sally Lunn war übrigens ein junges Mädchen, das vor über 300 Jahren aus Frankreich flüchtete, in diesem alten Haus in Bath Arbeit fand und hier die Buns erstmals buk.

Sally Lunn’s ist täglich von 10 Uhr bis 21 Uhr geöffnet; ab 17 Uhr wird ein Early Dinner und ab 18 Uhr ein Abendessen bei Kerzenschein angeboten. Hier ist ein Film über das Etablissement.

Sally Lunn’s House
4 North Parade Passage
Bath, BA1 1NX.

 

Published in: on 20. Februar 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Burgers of Marlow – Eine Institution in der Stadt an der Themse seit 1942

Als ich kürzlich über den Kirchhof von All Saints in Marlow (Buckinghamshire) spazierte, sah ich eine Grabstelle, auf der der Name Burger eingemeißelt war, zusammen mit einem französischen Vornamen, an den ich mich leider nicht mehr erinnern kann. Schätzungsweise 250 Meter von der Kirche entfernt an der High Street gegenüber vom Higginson Park an einem Kreisverkehr liegt eine Bäckerei mit angeschlossenem Tea Room, die Burgers heißt. Existiert da ein Zusammenhang? Ja, denn Eric und Marie Burger zogen 1942 von Neuchâtel in der Schweiz nach England und ließen sich in Marlow an der Themse nieder, wo sie eine Bäckerei eröffneten, die sie Burgers nannten, wobei der Name französisch ausgesprochen werden sollte. Ich könnte mir vorstellen, dass es immer wieder Besucher der Stadt geben wird, die Appetit auf einen Ham(burger) haben und dort einkehren, um festzustellen, dass dort keine im Angebot zu finden sind.

Die Bäckerei ist noch immer in Familienhand und wird von Bernard und seiner Tochter Rachel geleitet. Ich habe den Tea Room zur Mittagszeit immer voll erlebt. Neben Frühstück und Lunch werden auch Afternoon Teas angeboten. Burgers ist täglich von 8 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr.

Die Bäckerei bietet ein breites Spektrum an unterschiedlichen Brotsorten an, sowie Kuchen, Torten und selbst hergestellte Pralinen. Burgers hat sich zu einer Institution in Marlow entwickelt, die ein Stückchen Schweiz mit englischen Traditionen verschmelzt.

Im August 2015 erhielt Burgers prominenten Besuch in der Person des legendären Sir Terry Wogan, der für seine BBC-TV-Serie „Terry and Mason’s Great Food Trip“ (Episode 20 von Staffel 1) in Marlow unterwegs war. Nach der Ausstrahlung der Episode nahm die Zahl der Gäste im Burgers deutlich zu.
Einen Besuch der Bäckerei und des Tea Rooms kann ich sehr empfehlen.

Burgers of Marlow
The Causeway
Marlow Bucks, Sl7 1NF

Published in: on 8. Januar 2020 at 02:00  Comments (1)  
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The French Horn Hotel in Sonning (Berkshire)

Sonning ist einer jener hübschen Orte an der Themse, der von Jerome K. Jerome in seinem Buch „Drei Mann in einem Boot“ beschrieben wurde. „The most fairy-like little nook on the whole river“ nennt er Sonning, und ich muss ihm recht geben. Wenn man diese Gegend näher erkunden möchte, bietet sich das Hotel The French Horn an der B478 direkt an der Themsebrücke als Standort an. Direkt am Fluss gelegen, ist es ein ausgesprochen romantisches Haus, das hier schon seit ca zwei Jahrhunderten steht. Es befindet sich seit 1972 im Familienbesitz und verfügt über einen ausgezeichneten Ruf.

Bei etwa £160 liegt der Übernachtungspreis für die einfachen Zimmer (abhängig vom Wochentag), die Zimmer mit Themseblick sind entsprechend teurer, jeweils inklusive Full English Breakfast.

Auch vom Hotelrestaurant aus hat man einen Blick auf die Themse und die Gärten. In der Küche steht, wie sollte es auch anders sein in einem Hotel, das The French Horn heißt, eine Französin am Herd. Josiane Diaga ist Chefköchin, die früher schon einmal als Sous-Chefin unter ihrem Vorgänger Gilles Company im French Horn gearbeitet hat. Nach Abstechern u.a. in das berühmte  Hotel Negresco in Nizza und in das Londoner Waldorf Hotel ist sie wieder in Sonning gelandet.

Auf der anderen Seite der Themsebrücke, nur ein kurzes Stück entfernt, liegt das Mill House, das George Clooney vor einigen Jahren gekauft hat.

The French Horn Hotel
Sonning 
Berkshire
RG4 6TN

 

Published in: on 16. Dezember 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Green Dragon in Hereford (Herefordshire) – Eines der ältesten Hotels Englands

An der Broad Street in Hereford, der Hauptstadt der Grafschaft Herefordshire, steht ein imposantes Gebäude, das eines der ältesten Hotels Englands beherbergt, das Green Dragon Hotel. Seine Ursprünge gehen mehr als 900 Jahre zurück, als es The White Lyon hieß, und Herberge für die Steinmetze gewesen sein soll, die damals die Kathedrale erbauten. Im Jahr 1708 wurde aus dem White Lyon The Green Dragon, möglicherweise aus Sympathie für den Earl of Pembroke, dessen „livery badge“ (persönliches Abzeichen) ein grüner Drache war. Ein solcher ziert das Dach des Hotels noch heute.

Im Laufe der Jahrhunderte waren hier viele berühmte Persönlichkeiten zu Gast, darunter Admiral Lord Nelson und Lady Emma Hamilton sowie der Komponist Sir Edward Elgar. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel von den Alliierten in Beschlag genommen, nach Kriegsende wieder seiner eigentlichen Verwendung zugeführt. Vor kurzem, 2018/19, fanden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, nachdem das Hotel durch ständige Besitzerwechsel und wenig Investitionen ziemlich heruntergekommen war. Regionale Investoren hatten den Green Dragon übernommen, damit im Zentrum Herefords weiterhin ein vorzeigbares Hotel vorhanden ist.

83 Zimmer stehen den Gästen zur Verfügung, im Brasserie-Restaurant The Hereford hat Chef Simon Bolsover das Sagen, in der Offa Bar und der Orange Bar kann man einen Drink zu sich nehmen und in der Garrick Lounge werden zum Beispiel Afternoon Tea, Sandwiches und andere Kleinigkeiten angeboten. Die Lounge wurde nach dem Schauspieler David Garrick benannt, der 1717 im Angel Inn in der Widemarsh Street, nördlich der Broad Street, geboren wurde. Den Gasthof gibt es nicht mehr.

Der Green Dragon diente eine Zeit lang als Kutschenstation und hatte einen Anbau, in dem die Pferde untergebracht waren. Am ersten Weihnachtstag des Jahres 1843 brach dort ein Brand aus. Die Flammen griffen schnell um sich, weil im Stall tonnenweise Heu gelagert war. Die Einsatzkräfte hatten alle Hände voll zu tun, damit sich das Feuer nicht auf das Hauptgebäude ausbreiten konnte. Von den 17 im Stall untergebrachten Pferden konnten nur 10 gerettet werden und auch diese trugen Brandwunden davon.

The Green Dragon Hotel
Broad Street
Hereford HR4 9BG

 

Broad Street, Hotel und die St Peter’s Church.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. Dezember 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Premier Inns – Die größte Hotelkette Großbritanniens

Hotels der Premier Inn-Gruppe sieht man in Großbritannien überall, gibt es davon doch schon um die 800 mit etwa 72 000 Zimmern. Die meisten dieser Budget-Hotels sind im 3*-Bereich angesiedelt und für britische Verhältnisse recht günstig. Um die £100 sollte man etwa für eine Übernachtung rechnen, allerdings mit deutlichen Abweichungen nach unten und nach oben, abhängig wo das Hotel steht.

Die Firma Whitbread mit Sitz in Dunstable (Bedfordshire) ist seit 1987 Eigentümerin der Hotels, die ursprünglich Travel Inns, dann Premier Travel Inns und schließlich Premier Inns hießen. Wie in der internationalen Hotelbranche üblich wurden Häuser anderer Hotelgruppen dazugekauft, andere abgestoßen. Am 600. Hotel der Gruppe in Stratford-upon-Avon kam ich kürzlich vorbei, günstig am Rand des Stadtzentrums gelegen. Überhaupt liegen viele Premier Inns, deren Zielgruppe sowohl Geschäftsreisende als auch Privatleute sind, in den Zentren der Städte, in der Nähe von Flughäfen oder anderen günstigen Lagen. Die Zimmer sind recht einheitlich ausgestattet, ein Restaurant ist in den meisten Fällen in das Hotel integriert.

In Deutschland gibt es seit kurzem auch drei Premier Inns, in Frankfurt am Main, Hamburg und München, viele weitere Standorte sind in Planung (man spricht von 20 bis Ende 2020). „Premium-Economy-Konzept mit exzellentem Preis-Leistungs-Verhältnis“, so der Slogan der Hotelgruppe in Deutschland. Das Markenzeichen ist der schlafende Halbmond mit den drei Sternen.

Am 17. Juli diesen Jahres ging ein Hotel der Gruppe in Bristol in Flammen auf und brach teilweise in sich zusammen (hier ist ein Film darüber). Gäste und Personal konnten sich rechtzeitig retten. Mittlerweile ist es abgerissen worden.

Ich selbst habe noch in keinem Premier Inn gewohnt, kann also nicht von eigenen Erfahrungen berichten.

In diesem Film wird ein Premier Inn (das Southampton Airport Hotel) vorgestellt und hier ist ein Werbespot aus dem Jahr 2014.

Premier Inn in Stratford-upon-Avon.
Photo © David P Howard (cc-by-sa/2.0)

Premier Inn London Blackfriars.
Photo © Thomas Nugent (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 29. November 2019 at 02:00  Comments (1)  
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The Compleat Angler – Ein Hotel direkt an der Themse in Marlow (Buckinghamshire)

Eigenes Foto.

„Der vollkommene Angler oder eines nachdenklichen Mannes Erholung“ ist der Titel eines Buches, das 1653 in England erschien und aus der Feder des Schriftstellers Izaak Walton stammt. Der Originaltitel lautet: „The Compleat Angler„, und dieses Werk gilt noch heute als ein Klassiker der Angler-Literatur.

Das Hotel, das den Namen dieses Buches trägt, liegt passenderweise direkt an der Themse. „The Compleat Angler“ in Marlow-on-Thames, das zu den MacDonald Hotels & Resorts gehört, ist ein romantisches und idyllisch gelegenes Haus, dessen 64 Zimmer neben den Nummern auch noch individuelle Namen nach Begriffen aus der Fliegenfischerei tragen. Das Zimmer, in dem wir übernachteten, die Nummer 21, hieß „Watson’s Fancy“ („Watson’s Fancy is a pattern favoured in Scotland and Ireland for still water fishing. Like many traditional loch patterns the Watson’s Fancy is also useful for sea-trout for night work and as a popular general purpose fly for spate rivers in West Scotland“). Wir hatten einen wunderbaren Blick auf die Themse, die Themsebrücke und die gegenüberliegende, nachts angestrahlte Kirche All Saints.

Das Hotel verfügt über zwei Restaurants: The Riverside und das indische Sindhu. Wir aßen an beiden Abenden im Riverside Restaurant, in dem wir von Ovo bedient wurden, einem sehr netten Kellner aus Armenien, der eigentlich Opernsänger und Pianist ist (wir bekamen eine Kostprobe von seinen Fähigkeiten am Klavier zu hören).

Das gesamte Personal im Hotel war sehr aufmerksam und freundlich. Bereits an der Rezeption wurden wir auf Deutsch begrüßt.
Ein großer Parkplatz steht den Gästen zur Verfügung

Wir hatten Dinner, Bed and Breakfast gebucht und bezahlten für unseren „Room with a view“ etwa €280 pro Nacht. Ein Hotel, das mir sehr gut gefallen hat und das ideal für einen Besuch in der hübschen Kleinstadt Marlow ist.

Hier einige Eindrücke über das Hotel im Film.

The Compleat Angler
Bisham Road

Marlow
Buckinghamshire, SL7 1RG

Nächtliche Impression des Compleat Anglers.
Eigenes Foto.

Blick aus unserem Zimmer auf die Themsebrücke und die All Saints Church.
Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Auch Halloween ging nicht spurlos am Compleat Angler vorbei.
Eigenes Foto.

 
Published in: on 15. November 2019 at 02:00  Comments (10)  
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The George & Pilgrims Hotel in Glastonbury (Somerset)

Ein leicht verfremdetes Foto, das ich nachts vom The George aufgenommen habe.

Ein leicht verfremdetes Foto, das ich vor vielen Jahren nachts vom The George and Pilgrims aufgenommen habe.

1 High Street lautet die Adresse des George & Pilgrims Hotels in Glastonbury (Somerset), nur wenige Schritte von den berühmten Abteiruinen entfernt. Wir waren mehrere Male in diesem uralten Hotel, das 1475 erbaut wurde und den Besuchern der Glastonbury Abbey als Quartier diente.
Heinrich VIII soll  hier einmal während der Zeit der Dissolution of the Monasteries, also der Auflösung der englischen Klöster, gewohnt haben, und so ist auch ein Zimmer nach ihm benannt, in dem wir einmal wohnten.

Es war in diesem Zimmer mit Himmelbett sehr romantisch; draußen stürmte und regnete es, das Wirtshausschild vor unserem Fenster knarrte im Wind. Toll!
Unsere Besuche im George & Pilgrims  liegen schon etwas zurück, so kann ich den momentanen Zustand des Hotels nicht beurteilen, zumal es neue Besitzer gibt. Die Beurteilungen bei Tripadvisor gehen weit auseinander. Von „Excellent value for money“  bis zu „Avoid like the plague“ ist dort alles zu finden. Ich selbst kann nur Positives berichten.
Die gemütliche Bar, die nicht nur für Hausgäste gedacht ist, liegt gleich im Eingangsbereich. Die Doppelzimmer kosten etwa £ 75.

In der vorigen Woche war ich noch einmal in Glastonbury und es hat sich dort seit meinen letzten Besuchen einiges verändert: Es gibt noch mehr New Age-Läden (siehe meinen Blogeintrag über die High Street) und es laufen noch mehr eigenartige Menschen durch die Stadt. Die High Street und einige Nebenstraßen sind durch ihre hohe Kriminalitätsrate im letzten Jahr auch in der überregionalen Presse erwähnt worden. Glastonbury ist schon eine eigenartige Stadt, die man bei einem Besuch in der Region aber einmal gesehen haben sollte.

The George & Pilgrims Hotel Ende Oktober 2019.
Eigenes Foto.

Die High Street von Glastonbury.
Eigenes Foto.

Published in: on 12. November 2019 at 02:00  Comments (5)  
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Thornbury Castle Hotel in Gloucestershire re-revisited

Eigenes Foto

Nachdem ich im März diesen Jahres über meinen achten Besuch im Thornbury Castle bei Bristol berichtete, war ich in der letzten Woche noch einmal dort. Dieses wunderschöne Burghotel hat einen festen Platz in meinem Herzen eingenommen. Bei meinem letzten dreitägigen Aufenthalt wohnten wir in der Edward Suite, die ich bisher noch nicht kannte. Nach dem Betreten der Suite gelangt man zuerst in den Wohnraum, dann geht es durch eine weitere Tür in ein Treppenhaus, das auf der einen Seite nach oben führt (aber gesperrt ist) und auf der anderen Seite über einige Stufen in das Schlafzimmer, das mit dicken Eichenbalken ausgestattet ist. Von dort aus blickt der Gast in den Innenhof der Burg.

Erstaunlicherweise war das Thornbury Castle Hotel vom Sonntag bis zum Mittwoch fast komplett ausgebucht, was für diese Jahreszeit recht ungewöhnlich ist. Das Personal des Hotels ist sehr kompetent und freundlich, angefangen von den jungen Damen in der Rezeption bis zum Service im Restaurant, wo wir wieder von Pedro aus Portugal bedient wurden.

Auf dem Weg von der Lounge ins Restaurant wird jeder Gast von der Hotelkatze begutachtet, die es sich jeden Abend an der Rezeption gemütlich macht. Sie wird vom Personal gehegt und gepflegt und fühlt sich in der Burg sichtlich wohl.

In einem Gespräch mit dem Hotelmanager Tim Pettifer erfuhren wir, dass Thornbury Castle von einer Investment-Firma aus Dubai übernommen worden ist und dass ab Februar 2020 umfangreiche Renovierungsarbeiten stattfinden werden. Ich bin da etwas skeptisch, was die Zukunft des in den letzten Jahren mehrfach verkauften Hotels angeht. Ob eine Investment-Firma im fernen Dubai wirklich Interesse an diesem wunderschönen Gebäude hat? Oder ob das Hotel nach der Renovierung erneut zum Verkauf gestellt wird? Der Manager ist sehr zuversichtlich und meint, dass strenge Bauvorschriften bei diesem historischen Gebäude verhindern, dass es zu stark verändert wird.

Im Juli diesen Jahres erschien ein Buch über die Burg mit dem Titel „Thornbury Castle Revisited“ (Redcliffe Press 2019. 138 Seiten), geschrieben von Tony Cherry und Meg Wise (die wir im Thornbury Museum kennen lernten). Das Buch wurde anlässlich der Veröffentlichung in der Tudor Hall des Hotels aus der Taufe gehoben und auch an der Rezeption verkauft.

Hier geht es zu unserer Edward Suite.
Eigenes Foto.

In der Edward Suite.
Eigenes Foto.

Eine der beiden Lounges.
Eigenes Foto.

„Please let me in in, I’m freezing“. Die Hotelkatze, die ich natürlich gleich mit ins Warme nahm.
Eigenes Foto.

Foto meines Exemplares.

Published in: on 6. November 2019 at 02:00  Comments (2)  
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The Porlock Weir Hotel an der Küste von Somerset

Porlock Weir ist ein winziger, abgelegener Ort an der Küste von Somerset und direkt an dem Miniaturhafen liegt das Porlock Weir Hotel, ein Hotel, das ich in sehr guter Erinnerung habe, als es noch The Anchor hieß.
Einmal aßen wir dort nur zu Abend, und ein anderes Mal hatten wir in einem hübschen Zimmer übernachtet. Neben dem Schlafraum gab es noch ein weiteres Zimmer mit einem „bay window“, das direkt auf den Hafen blickte und von dem man abends die Lichter der gegenüberliegenden walisischen Küste sehen konnte. An einem Abend toste ein Sturm um das Haus, die schweren Vorhänge waren zugezogen und das Abendessen war vorzüglich.

Das Hotel ging später in den Besitz des Londoner Antiquitätenhändlers Martin Miller über, der es in Millers at the Anchor umbenannte und nach seinen persönlichen Vorlieben neu gestaltete. Der 2014 verstorbene Martin Miller war in der Kunstwelt unter anderem auch als Herausgeber der „Miller’s Antiques Guides“ bekannt.

In diesem Jahr gab es wieder einen Besitzer- und Namenswechsel. Jetzt heißt das Hotel The Porlock Weir Hotel und wird von Nigel und Anne Way betrieben, denen auch das nicht weit entfernte Luttrell Arms in Dunster gehört. Zwölf renovierte und neu gestaltete Zimmer stehen den Gästen jetzt zur Verfügung, von denen die Harbour View-Zimmer zu empfehlen sind, die etwa bei £140 pro Nacht liegen.

Ich mag Porlock Weir; es ist ein richtig idyllischer kleiner Küstenort und für eine Übernachtung direkt an der Porlock Bay sehr zu empfehlen!

 

 

 

Published in: on 1. November 2019 at 02:00  Comments (3)  
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Danesfield House – Ein 5*-Hotel bei Marlow in Buckinghamshire

This work has been released into the public domain.

Zwischen Marlow in Buckinghamshire und Henley-on-Thames in Oxfordshire liegt an der Themse ein sehr schönes Hotel namens Danesfield House, das in den letzten Jahren mit Auszeichnungen regelrecht überhäuft wurde. Hier einige Beispiele:

Condé Nast Award for Most Excellent Hotel Venue
Michelin Star awarded in Michelin Guide Great Britain & Ireland
Winner – Most Relaxing Spa
Best Luxury Hotel & Spa in Buckinghamshire

Danesfield öffnete seine Pforten als Luxushotel am 1. Juli 1991. Vorher war es das Hauptquartier der Firma Carnation Foods; davor gehörte es der Royal Air Force.

In der Küche des Hotelrestaurants steht Bruce Theobald am Herd, der vom Seaview Hotel auf der Isle of Wight kam.

Das Danesfield House Hotel verfügt über 86 Zimmer und Suiten, von denen einige auch über Four-Poster-Betten verfügen. Der Blick geht von vielen Zimmern auf die Gärten und die dahinter fließende Themse. Die Preise für eine Nacht bewegen sich, im günstigsten Fall, zwischen €270 (mit Frühstück) für ein Standard-Doppelzimmer und €600 für eine Duplex Suite.

Das Spa Illuminata bietet eine Fülle von Wellness-Anwendungen und verfügt über ein sehr schönes Hallenbad.

Im Oktober 2014 feierten hier George und Amal Clooney nach ihrer Hochzeit in Venedig ein zweites Mal. Die beiden frisch Verheirateten, die nicht weit entfernt ein Haus an der Themse besitzen, sollen in der Tower Suite des Hotels übernachtet haben.

Wer aus der „Inspector Barnaby„- Serie die Episode „Judgment Day“ (dt. „Der Mistgabel-Mörder“) gesehen hat, erinnert sich vielleicht an die Szenen, in denen sich die Jury-Mitglieder für die Perfect Village Competition (inklusive Joyce Barnaby) in einem Hotel treffen, in dem später eine der Jurorinnen ermordet wird (hier ab 44:38) Diese Szenen wurden im Danesfield House Hotel gedreht.

Hier ist ein Film über das Hotel..

Danesfield House Hotel and Spa
Henley Road
Marlow-On-Thames,
Buckinghamshire, SL7 2EY

Published in: on 29. September 2019 at 00:00  Comments (2)  
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Ettington Park Hotel in Warwickshire – Revisited 2019

Eigenes Foto.

Vor kurzem verbrachte ich wieder einmal drei Tage im Ettington Park Hotel bei Alderminster in Warwickshire, ein idealer Ausgangspunkt für Besuche in der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon, für diejenigen, denen es dort zu trubelig ist. In meinem Blog berichtete ich vor einigen Jahren über meine bisherigen Erfahrungen mit diesem Hotel. Dieses Mal gefiel mir alles besser und ich fühlte mich hier sehr wohl. Bei der Ankunft erfuhren wir, dass während unseres Aufenthaltes eine Hochzeitsmesse stattfinden würde, die aber nicht wirklich störte, abgesehen davon, dass die Parkplätze restlos belegt waren. Nach dem freundlichen Empfang an der Rezeption wurden wir auf unser Zimmer geführt; wir hatten die Shakespeare-Suite (Zimmer 49) im ersten Stock gebucht, die uns sehr gut gefiel. Auf dem Bett erwartete uns ein Stoff-Elch, dem das Hotel die Aufgabe übertragen hatte, dafür zu sorgen, dass die Gäste ungestört bleiben konnten, indem sie ihn vor die Tür stellten (anstelle des Schildes „Do not disturb“). Da wir aber gleich merkten, dass unser Elch lieber im Bett bleiben würde, als sich nachts auf den harten Boden vor die Tür zu legen, behielten wir ihn auch im Bett. Der Blick von unserer Suite ging auf die Ruine der Kapelle hinaus und auf das satte Grün des Rasens.

Das Frühstück und das Abendessen werden sowohl im Oak Room als auch in der Library serviert. Die Bibliothek ist mein Lieblingsraum im Hotel, wunderschön eingerichtet mit einem großen Kamin und darüber liegenden Buntglasfenstern. Hier gibt es eine Geheimtür und es wird die Geschichte erzählt, dass immer wieder ein ganz bestimmtes Buch aus dem Regal fällt, das mit den selben aufgeschlagenen Seiten auf dem Boden liegen bleibt. Ettington Park gilt als das „most haunted hotel in England„, in dem 21 Geister umgehen sollen (in Zimmer 6 spukt es ganz besonders).
1963 wurden die Außenaufnahmen des Gruselfilms „The Haunting“ (dt. „Bis das Blut gefriert“) hier gedreht.

In unserer Shakespeare-Suite hatten wir keine Störungen durch Geister, vielleicht hat der Stoff-Elch dafür gesorgt.

Ich kann das Hotel jetzt nach dem dritten Aufenthalt vorbehaltlos empfehlen. Nach Möglichkeit sollte man lieber eine der Suiten buchen, das Standardzimmer bei unserem vorletzten Aufenthalt gefiel mir nicht so gut.
Zu den Übernachtungspreisen: Es spielt eine große Rolle, wann man hier wohnt; so zahlten wir für unsere Suite von Samstag auf Sonntag  £379, von Sonntag auf Montag £219, jeweils mit Frühstück.

Ettington Park Hotel
Alderminster
Stratford-upon-Avon
Warwickshire 
CV37 8BU

Eigenes Foto.

Unsere Shakespeare-Suite.
Eigenes Foto.

Unser Bettgenosse.
Eigenes Foto.

Eine etwas unheimliche Abendstimmung.
Eigenes Foto.

Published in: on 20. Mai 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Thornbury Castle Hotel revisited 2019

Eigenes Foto.

Nach wie vor ist das Thornbury Castle in Thornbury (South Gloucestershire) mein absolutes Lieblingshotel in England. Mein allererster Blogeintrag vor mehr als neun Jahren galt diesem Hotel und im Laufe der Zeit habe ich mehrfach über diese wunderschöne, romantische Burg geschrieben. Für mich ist ein Englandurlaub eigentlich erst perfekt, wenn ich einige Tage in dem Hotel nördlich von Bristol verbracht habe.

Im März wohnte ich wieder einmal drei Tage und Nächte in dem alten Gemäuer, zum achten Mal, in dem schon Heinrich VIII und Anne Boleyn einige Zeit residierten. Die jungen Damen an der Rezeption empfingen uns sehr freundlich, und wir wurden in unsere „bedchamber“ geführt, dieses Mal war es „Henry VIII“ (die Zimmer haben hier keine Nummern, sondern Namen), in diesem waren wir noch nicht. Der Zugang erfolgte über eine sehr steile Treppe, für Menschen mit Gehschwierigkeiten wäre das nichts. Ein großes Himmelbett sorgte für die entsprechende Atmosphäre in dem Raum, in dem wir uns sofort wohlfühlten.

Nach dem Abendessen zeigte uns auf meinen Wunsch hin, die Dame an der Rezeption die Tower Suite ganz oben in der Burg, die über mehr als 70 Stufen zu erreichen ist. Hier steht also Englands größtes Hotelbett, mit einer Breite von drei Metern, in dem eine ganze Familie unterkommen kann (was auch hin und wieder wahrgenommen wird).

Um noch einmal auf das Abendessen zurückzukommen: Der Küchenchef, Andrew Chan, ist großartig und zaubert hervorragende Gerichte auf den Teller (seine Vorgänger hatten doch einige Schwächen). Er hatte schon früher im Castle gearbeitet, kam dann wieder als Head Chef zurück. Auch im Restaurant trafen wir auf freundliches, kompetentes Personal.

Während unseres Aufenthaltes nahmen wir erstmalig an einer Burgführung teil, die auf Wunsch von Valerie vorgenommen wird, die früher an der Rezeption gearbeitet hat und das Hotel in und auswendig kennt. In der Lounge erzählte sie von der Geschichte des Thornbury Castles und führte uns durch das Haus und durch die schönen Tudorgärten, die von Kate, der Chefgärtnerin gepflegt werden, die wir auch kennenlernten und die mit Begeisterung von ihrer Aufgabe sprach.

Wer in der Zeit von Mai bis September hier wohnt, kann am „Dining in the Dungeon“ teilnehmen, an einem Abendessen bei Kerzenlicht, dass in dem ehemaligen, aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kerker serviert wird, allerdings nur für Gruppen von sechs bis acht Personen (ein Mindestumsatz von £300 ist erforderlich). Dort ist auch der Weinkeller untergebracht, in dem, neben vielen anderen Flaschen, Wein aus eigenem Anbau lagert, dem Thornbury Castle Wein, den wir im Restaurant probieren konnten.

Nach drei Übernachtungen haben wir schweren Herzens unser Lieblingshotel wieder verlassen, das wir mit Sicherheit bald wieder aufsuchen werden (vielleicht dann in der Tower Suite).

Thornbury Castle
Castle Street
Thornbury, South Gloucestershire, BS35 1HH

Unsere Henry VIII Bedchamber.
Eigenes Foto.

Unser Lieblingsplatz in der Lounge.
Eigenes Foto.

Thornbury Castle vom angrenzenden Kirchhof aus gesehen.
Eigenes Foto.

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Published in: on 7. April 2019 at 02:00  Comments (3)  
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The Manor Country House Hotel in Weston-on-the Green (Oxfordshire) – Ein Hotel mit viel Potential, das leider nicht genutzt wird

Eigenes Foto.

Mich interessierte schon seit langem das Manor Country House Hotel in Weston-on-the Green in der Nähe von Bicester in Oxfordshire, das früher einmal im Johansen Hotelführer gelistet war. Jetzt habe ich es in der letzten Woche ausprobiert…und war maßlos enttäuscht. Das sehr schön anzusehende historische Haus liegt in einer ebenso schönen Park- und Gartenanlage und hat sehr viel Potential, das leider nicht ausgeschöpft wird.
Als wir das Hotel gegen 16.30 Uhr erreichten, wurde mir mitgeteilt, dass unsere reservierte Manor Suite noch nicht bezugsbereit ist und wir noch einige Minuten warten müssten. Ich holte mittlerweile das Gepäck aus dem Auto und brachte es durch den ziemlich schmutzigen Eingang ins Foyer. Nach einiger Zeit schnappte sich der Rezeptionist unser Gepäck, stellte es vor die Tür unseres Zimmers und verschwand sofort wieder. Er schloss die Tür nicht auf, stellte unseren Koffer nicht auf die dafür vorgesehene Ablage und zeigte uns nicht die aus mehreren Zimmern bestehende Suite; das habe ich bisher noch nie in einem Hotel erlebt.
Die Manor Suite war riesig groß und machte auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Leider erwiesen sich die Räume als sehr kalt, im Badezimmer gab es überhaupt keine Heizung und trotz aller Bemühungen gab es weder im Waschbecken noch in der Badewanne heißes Wasser. An Haarewaschen war also nicht zu denken.
Wir gingen nach dem Check-In in die Bar, um einen Drink zu uns zu nehmen. Die Bar war verwaist, weit und breit war kein Mensch zu sehen. Nach mehrfacher Betätigung der Klingel auf dem Bartresen, kam jemand, der meine Frage nach einer Getränkekarte verneinte, die gäbe es nicht. Wir tranken einen Sherry in der ungemütlichen Bar, die aus zusammengewürfelten Möbeln bestand.

Zum Abendessen gingen wir in das schön anzusehende Restaurant Baron’s Hall mit ebenso schön gedeckten Tischen, das aber leider eiskalt war. Der Ober, es war wieder der Rezeptionist vom Check-In, brachte uns die „Karte“, die aus einem laminierten Blatt bestand, meines mit einem Fleck versehen. Es gab einige Vorgerichte, Hauptgerichte und Desserts, auf der Rückseite fand ich Pizza und Burger. Wie bitte? Pizza in einem Country House Hotel? Die überschaubare Weinkarte, ebenfalls nur ein laminiertes Blatt, wurde uns mit der Bemerkung überreicht, dass nicht mehr alle verzeichneten Weine verfügbar wären. Meine Wahl fiel auf einen Sauvignon Blanc aus Neuseeland, den der Ober mit den Worten „You are lucky“ an den Tisch brachte. Und dann begann die Katastrophe: Mein „Starter“, eine Pastete, war eigentlich kaum genießbar und wurde auf steinhartem Brot serviert. Meiner Frau erging es mit ihrem Vorgericht nicht besser. Mein Hauptgang, Hähnchenbrust, war mit hartem Gemüse umlegt, ebenso ungenießbar. Als ich den Ober auf die „Qualität“ des Abendessens aufmerksam machte, sagte er nur, er würde meine Beschwerde an die Küche weiterleiten. Von dort hörte ich nichts, keine Entschuldigung. Dafür waren die lautstarken Unterhaltungen aus der Küche in unserem Zimmer zu hören, die direkt darunter lag. Wir verzichteten auf Dessert und Digestif und gingen in unsere kalte Suite zurück.

Das Frühstück am nächsten Morgen war bis auf den metallisch schmeckenden Orangensaft okay. Als ich beim Check-Out gefragt wurde, ob ich mit dem Aufenthalt im Hotel zufrieden war, musste ich das natürlich verneinen und wies noch einmal auf das katastrophale Abendessen hin, das mir die freundliche Dame an der Rezeption dann von der Rechnung nahm. Sie wollte, dass wir nicht mit einem „bad feeling“ das Haus verließen. Das war die einzige freundliche Geste, die wir im Manor Country House Hotel erlebten, das wir in Zukunft nicht mehr aufsuchen werden.

Das Schlafzimmer unserer Manor Suite.
Eigenes Foto.

Das Wohnzimmer.
Eigenes Foto.

Die Baron’s Hall (leider ist das Foto unscharf geworden).
Eigenes Foto.

Die Gartenanlage.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 19. März 2019 at 02:00  Comments (7)  
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The George Hotel in Stamford (Lincolnshire)

Wie alt genau „The George“ in Stamford ist, weiß keiner so genau. Die Schätzungen gehen von 900 bis zu 1000 Jahren aus. Der frühere Gasthof war eine Station auf der Strecke von London nach York und unzählige Kutschen hielten hier an, um die Pferde zu wechseln und ihren Passagieren eine Ruhepause auf der langen Fahrt zu gönnen.

„The George“ brüstet sich damit, dass in seiner langen Geschichte lediglich ein Mord in seinen Mauern stattgefunden hat und dass Sir Walter Scott das Gasthaus mehrfach aufgesucht hat.

Ich selbst habe im Gegensatz zu Sir Walter nur zweimal hier gewohnt und beide Male war ich mit dem Hotel und vor allem auch seinem Restaurant sehr zufrieden. Man kann zwischen dem Oak Room Restaurant und dem Garden Room Restaurant wählen; ersteres ist das Hauptrestaurant, das andere ist ganztägig geöffnet und informeller.

Es gibt sehr schöne Zimmer im „George“; die einfacheren Doppelzimmer sind ab £225 zu haben, die schöneren Four-Poster-Rooms beginnen bei £305.

Hier ist ein Film über das Hotel.

Stamford ist eine sehr schöne alte Stadt, dicht an der A1 gelegen und hat als Besonderheit das schönste elisabethanische Haus Englands zu bieten, Burghley House.

Siehe auch meinen Blogeintrag über Stamford als Drehort für Filme.

Weihnachten im The George.
Photo © Richard Humphrey (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 21. Februar 2019 at 02:00  Comments (1)  
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The Bear Hotel in Woodstock (Oxfordshire)

Wenn man den Namen Woodstock hört, denkt man auch gleichzeitig (nein, nicht an das Festival von 1969, das war im US-Bundesstaat New York) an den Blenheim Palace, den Geburtsort Sir Winston Churchills, einen riesigen Palast mit genauso riesigen Parkanlangen. Die meisten Touristen, die nach Woodstock kommen, sind auch in erster Linie wegen dieses sehenswerten Hauses hier. Wenn die ganzen Menschenmassen am späten Nachmittag wieder abgezogen sind, wird es ruhiger in der kleinen Stadt, und der Charme des Ortes, der 12 km nördlich von Oxford liegt, offenbart sich wieder.

Als Übernachtungsmöglichkeit bietet sich in erster Linie The Bear Hotel in der Park Street an, eine alte Postkutschenstation aus dem 13. Jahrhundert. Das Haus gehört zu den Macdonald Hotels (ich berichtete bereits über The Compleat Angler in Marlow und über The Randolph in Oxford, die auch zu der Gruppe gehören). Das efeuumrankte 4*-Hotel ist etwas für Romantiker: Hier gibt es große offene Kamine, uralte Eichenholzbalken, Zimmer mit Himmelbetten… und natürlich Hausgeister, wie sollte es in in so einem alten Haus auch anders ein. Ja, The Bear wird sogar als eines der „most haunted hotels“ in ganz Großbritannien genannt.

54 Zimmer gibt es im Haus, vom einfachen Classic Room bis zu den großen Suiten. Die Preise liegen etwa zwischen £100 (Bed and Breakfast) und £300 (Feature Suite mit Dinner, Bed and Breakfast). Das Restaurant heißt einfach nur The Restaurant (früher The Silk Glove), hat zwei AA-Rosetten und bietet klassische englische Küche.  

Zahlreiche Prominente sind in The Bear abgestiegen, darunter die ehemaligen Premierminister Edward Heath und Harold Wilson und die Schauspieler Elizabeth Taylor und Richard Burton, die sich in den 1960er Jahren in der Marlborough Suite vergnügten, die man auch heute noch buchen kann.

In diesem Film wird The Bear vorgestellt.

The Bear Hotel
Park Street
Woodstock
OX20 ISZ

 

Published in: on 13. Februar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Quo Vadis – Ein Restaurant im Londoner Soho-Viertel mit einer interessanten Vergangenheit

Eingerahmt von einer Pizzeria und einem Stripclub findet man in der Londoner Dean Street im Vergnügungsviertel Soho ein Restaurant namens Quo Vadis. Im Sommer kann man unter einer Markise hier im Freien essen, obwohl das eher kein Vergnügen ist, fließt doch der Autoverkehr hautnah an den Tischen vorbei.

1926 wurde Leoni’s Quo Vadis von dem Italiener Pepino Leoni gegründet, der eine Menge Geld in sein Restaurant steckte, das für ihn sein Ein und Alles war. Man ging gern zu Pepino, um bei ihm italienische Gerichte zu essen und er war allseits beliebt. Dann traf ihn im Jahr 1940 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wie der Blitz seine Internierung als Volksfeind, da in diesem Jahr Italien in den Krieg eingetreten war. Nichts hatte er sich zu Schulden kommen lassen, er hatte niemals irgendwelche Aussagen getroffen, die ihn als Feind des britischen Volkes auswiesen. Er war lediglich der Besitzer eines beliebten Restaurant in der Dean Street. Verständlich, dass Pepino wütend auf die britischen Behörden war. Nach Kriegsende kehrte er nach Soho zurück und verstärkte seine Anstrengungen, um sein Quo Vadis zu einem der besten Restaurants des Viertels zu machen, was ihm auch gelang.

Noch einmal erzürnte eine Maßnahme den Italiener, und zwar wurde an der Fassade seines Restaurants eine blaue Plakette angebracht mit der Inschrift „Karl Marx 1818-1883 lived here 1851-1856„. Gerade an den Mann, der Pepinos wohlhabende Klientel zum Teufel jagen wollte, sollte mit der Plakette erinnert werden, das war Geschäftsschädigung in den Augen des Restaurateurs. Aber Pepino überlebte auch diesen „Schicksalsschlag“.

Nachdem der Italiener gestorben war, wechselte Quo Vadis den Besitzer. Eine Zeit lang gehörte es dem umstrittenen Sternekoch Marco Pierre White und dem ebenso umstrittenen Künstler Damien Hirst. Heute erinnern noch zwei private Speiseräume an die Vergangenheit des Restaurants: Der Marx Room und der Leoni Room. Seit 2012 ist der gebürtige Schotte Jeremy Lee Küchenchef im Quo Vadis, der „British fare“ auf seine Fahnen geschrieben hat.

Quo Vadis
26-29 Dean Street
Soho
London W1D 3LL

Published in: on 31. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Skindles – Ein ehemaliges Hotel in Maidenhead und seine Wiederauferstehung als Brasserie

Für viele Jahre ein Schandfleck an der Themse in Maidenhead, das verbarrikadierte ehemalige Skindles Hotel.
Photo © Kevin White (cc-by-sa/2.0)

Londoner, die ihre außerehelichen Beziehungen pflegen wollten, fuhren gern nach Brighton an die Südküste, wo es viele verschwiegene Hotels gab und noch immer gibt. Für die, die nicht so weit fahren wollten, war das Skindles Hotel in Maidenhead (Berkshire) eine Alternative. Viele Pärchen buchten hier gern ein Zimmer, möglichst mit Blick auf die Themse, die direkt am Hotel vorbei fließt, aber der Ausblick stand nicht im Mittelpunkt des Aufenthaltes der Fremdgänger und Fremdgängerinnen.

Die ehemalige Kutschenstation wurde 1833 von William Skindle als Hotel eröffnet und erfreute sich bald großer Beliebtheit, die bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts anhielt. Größen aus Politik und dem Showbusiness gaben sich die Klinke in die Hand. Zeitweilig war es in den 1920 und 1930er Jahren ein Treffpunkt für berühmte Motorsportler, später dann, in den 1950er Jahren, traf man sich gern im Skindles zum Teetrinken und zum Tanzen.  Bette Davis und die Marx Brothers zählten zu den Gästen.

1978 wurde das Skindles in einen Nachtclub umgewandelt, mit ebenso großem Erfolg, denn nach wenigen Jahren hieß es, dass das Studio Valbonne, so der Name, wäre der beste Nightclub der Welt, in den es u.a die Rolling Stones, John Lennon und Yoko Ono und Prinzessin Margaret zog. Alles lief also bestens, bis es in den 1990er Jahren vorbei mit dem Spektakel war. Das Skindles schloss seine Pforten für immer, wurde mit Brettern vernagelt und gammelte vor sich hin, ein Jammer bei dieser wunderschönen Lage, neben der Themsebrücke an der A4, der Bath Road.

Im Oktober 2015 kamen schließlich Baufahrzeuge, die den ganzen Komplex abrissen, um darauf eine elegante weiträumige Wohnanlage zu bauen, die Taplow Riverside Homes & Apartments. Nichts mehr erinnert an das einstmals so beliebte Hotel…bis auf eine Brasserie, die den Namen Roux at Skindles trägt und im Oktober 2018 an der Stelle eröffnet wurde, wo das Hotel stand. Der Name Roux ist in der Gourmetszene Englands ein Begriff, denn Michel Roux und sein Sohn Alain betreiben ein Stück weiter die Themse entlang in Bray das 3*Sterne Restaurant und Hotel Waterside Inn, eines der besten Englands.
Das Roux at Skindles hat deutlich niedrigere Preise als der Waterside Inn und bietet vom Frühstück über Mittagessen, Afternoon Tea bis zum Abendessen alles an, was die Bewohner von Maidenhead sich wünschen, ohne allzu tief in die Tasche greifen zu müssen, aber trotzdem bei den berühmten Rouxs speisen zu können. Außer Montag ist die Brasserie täglich geöffnet.

Roux at Skindles
Mill Lane
Taplow
Maidenhead SL6 OAG

Hier an der Maidenhead Bridge lag das berühmte Hotel.
Photo © Nigel Cox (cc-by-sa/2.0)

The Waterside Inn in Bray.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 13. Januar 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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