Helen Browning’s Royal Oak in Bishopstone (Wiltshire) – Inn of the Year 2022 des Good Hotel Guides

Photo © Stuart Logan (cc-by-sa/2.0)

Helen Browning betreibt seit 1986 eine Farm in Bishopstone (Wiltshire), ein paar Kilometer östlich von Swindon gelegen. Auf der Eastbrook Farm wird alles organisch angebaut. Helen plante schon als Kind den Bauernhof ihres Vaters zu übernehmen, und sie hat ihn zu einem erfolgreichen Unternehmen ausgebaut. Sie war Chief Executive der Soil Association, einer Organisation, die sich gegen Intensivlandwirtschaft wendet und sich für die Zertifizierung von Bio-Lebensmitteln einsetzt. Dieser Film zeigt eine Tour durch die Farm.

Am Cues Lane in Bishopstone betreibt Helen Browning auch einen Pub, The Royal Oak, einen Dining Pub, der ebenfalls zwölf Zimmer zur Übernachtung anbietet. Die Tester vom The Good Hotel Guide waren von The Royal Oak dermaßen begeistert, dass sie ihn in diesem Jahr zum Inn of the Year kürten. Im Mittelpunkt des Speiseangebots stehen selbstverständlich Produkte von der Eastbrook Farm, also Schweine- und Rindfleisch, Eier, beziehungsweise von Farmen aus der näheren Umgebung. Das im Pub servierte Eis stammt von den Milchkühen der Farm, zusätzlich wird auch veganes Eis angeboten.
Die Biere, die im Pub ausgeschenkt werden, kommen von der Arkell’s Brewery im benachbarten Swindon.

Helen Browning’s Royal Oak
Cues Lane, Bishopstone
Nr Swindon
SN6 8PP

Hier geht’s lang zur Royal Oak.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Silvanus Trevail (1851-1903) – Ein Architekt aus Cornwall

Trevails Meisterwerk: Das Headland Hotel in Newquay.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Der Name Silvanus Trevail, obwohl sehr markant und ungewöhnlich, ist heute selbst in seiner Heimat Cornwall kaum noch bekannt, obwohl er ein Architekt im 19. Jahrhundert war, der zahllose Bauwerke in der Grafschaft geschaffen hat. Er wurde 1851 in dem Dorf Trethurgy in Cornwall geboren und starb 1903 auf tragische Weise, in dem er sich in der Toilette eines Zuges erschoss, mitten im Brownqueen Tunnel auf der Strecke von Truro nach Bodmin. Trevail litt an Depressionen. Sein Grab liegt auf dem Kirchhof von
in Luxulyan, ganz in der Nähe seines Geburtsortes.

Silvanus Trevails Spezialitäten als Architekt waren Schulen und Hotels. Etwa 50 Schulen hatte er in Cornwall konzipiert und viele weitere Gebäude, die vorwiegend in den Orten St Austell und Truro zu finden sind. In letzterer Stadt war er auch eine Zeit lang Bürgermeister.

1890 gründete er die Cornish Hotels Company, mit dem Ziel, eine Reihe von Luxushotels zu erbauen. Doch finanzielle Probleme hinderten ihn daran, den Plan in großem Stil umzusetzen. Schon in den 1870er Jahren hatte Trevail die Pläne für das Great Western Hotel in Newquay an der kornischen Nordküste erstellt, das 1879 eröffnet wurde. 1892 folgte ein weiteres Hotel in Newquay nach Trevails Plänen, das Atlantic Hotel (in dem die Beatles 1967 für die Dreharbeiten an dem Film „Magical Mystery Tour“ wohnten). Das Highlight von Trevails Hotelbauten war aber das Headland Hotel, ebenfalls in Newquay, das im Juni des Jahres 1900 fertig gestellt und eröffnet wurde. Die Bewohner Newquays wussten das nicht zu schätzen und es kam zu gewalttätigen Protesten, denn das Hotel stand ihrer Meinung nach auf Gemeindeland, das bis dato für andere Zwecke genutzt wurde. Trotz allem, das Headland Hotel prosperierte und sogar Royals quartierten sich dort ein. Szenen des Films „The Witches“ (dt. „Hexen hexen“) aus dem Jahr 1990, nach dem gleichnamigen Buch von Roald Dahl, wurden hier im Hotel gedreht.

Die meisten Gebäude des kornischen Architekten stehen noch heute, und er hätte es verdient, auch noch nach weit über hundert Jahren, bekannter zu sein.

Das Buch zum Artikel:
Ronald Perry and Hazel Harradence: Silvanus Trevail – Cornish Architect and Entrepreneur. Francis Boutle Publishers 2008. 245 Seiten. ISBN 978-1903427439.

The Great Western Hotel in Newquay.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)
The Atlantic Hotel in Newquay.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)
Die Einfahrt zum Brownqueen Tunnel, in dem sich Silvanus Trevail das Leben nahm.
Photo © roger geach (cc-by-sa/2.0)
St Cyriacus and St Julitta in Luxulyan, die letzte Ruhestätte des Architekten.
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Das Carn Brea Castle bei Redruth in Cornwall und ein Restaurant mit jordanischer Küche

Photo © Richard Rogerson (cc-by-sa/2.0)

Oberhalb von Redruth in der Grafschaft Cornwall, gut und schnell über die A30 zu erreichen, liegt auf einem Hügel die Burg Carn Brea Castle, was auf kornisch „Burg auf einem felsigen Hügel“ bedeutet. Ihre Ursprünge gehen bis in das 14. Jahrhundert zurück, als hier eine Kapelle erbaut wurde. Ende des 18. Jahrhunderts nahm die Familie Basset das Schicksal des Gebäudes in die Hand und machte daraus ein Jagdschlösschen. In Sichtweite der Burg steht das Basset Monument, ein 30 Meter hoher Obelisk, der 1836 in Erinnerung an Francis Bassett, Lord de Dunstanville, errichtet wurde. Von den 1950er bis in die 1970er Jahre stand die Burg leer, was ihr nicht gut bekam, denn sie begann allmählich zu verfallen. Glücklicherweise erbarmte sich die Baufirma Percy Williams aus Redruth dem Carn Brea Castle, die es komplett restaurierte und darin ein kleines Restaurant eröffnete. Anfang 1990 kam das Restaurant in neue Hände: Die aus Jordanien stammende Familie Sawalha übernahm es und noch heute, nach mehr als 30 Jahren, wird in den alten Burgmauern jordanische Küche serviert.

Jordanische Restaurants sind sehr selten in England wie auch in Deutschland. Auf der Karte im Carn Brea Castle Restaurant stehen zum Beispiel Gerichte wie Shish Tawuk (gegrillte Hühnchenbrust mit speziellen Gewürzen), Sayadeyhe (Garnelen mit Champignons, Knoblauch, Chilies auf Safranreis) und das Carn Brea Special (gebratenes Rumpsteak mit Zwiebeln, Champignons, Paprika und Pinienkernen). Gespeist wird hier abends bei Kerzenschein wie dieser Film zeigt. Das Restaurant ist täglich ab 18 Uhr geöffnet. Die mit vielen Schlaglöchern versehene, schmale Zufahrtsstraße ist nicht ganz leicht zu finden.

Von einer Drohne aus gesehen, zeigt dieser Film das Bassett Monument und die Burg auf dem Carn Brea Hill.

Photo © Derek Voller (cc-by-sa/2.0)
Das Basset Monument.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Ein Besuch in Hillesheim in der Eifel, Deutschlands Krimi-Hauptstadt Teil 1: Das Krimi-Hotel

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In dieser Woche war ich für ein paar Tage in der hübschen Kleinstadt Hillesheim in der Eifel, die sich zurecht „Deutschlands Krimi-Hauptstadt“ nennt. Im ersten Teil meiner Hommage an Hillesheim möchte ich über meinen Besuch im Krimi-Hotel berichten, morgen über das Kriminalhaus, das nur wenige Schritte vom Hotel entfernt ist. Beide Einrichtungen haben einen engen Bezug zu England.

Im Krimi-Hotel hat man die Auswahl unter themenbezogenen Zimmern und Suiten, die jeweils einem Autor/einer Autorin von Kriminalromanen und Filmgestalten gewidmet sind. Ich buchte die Barnaby-Suite im dritten Stock, über deren Bett ein großes Foto von John Nettles als DCI Barnaby und seinem ersten Assistenten Daniel Casey als DS Gavin Troy hängt. An den Wänden der Suite findet man weiterhin großformatige Szenenfotos aus einzelnen „Midsomer Murders“-Episoden wie „The Killings of Badger’s Drift“ (dt.“Tod in Badgers’s Drift“), „Written in Blood“ (dt.“Blutige Anfänger“) und „Dead Man’s Eleven“ (dt. „Sport ist Mord“).
Gleich im Eingangsbereich hängt ein gerahmter Übersichtsplan des Midsomer Counties mit den realen Namen der Schauplätze in Buckinghamshire und Oxfordshire. Für einen gesunden und sicheren Schlaf der Gäste in der Barnaby-Suite sorgt eine hoch gewachsene, englische Polizistin, die in voller Montur vor dem Bett steht und auf die Eingangstür schaut, damit dort keine ungebetenen Gäste hereinkommen. In einem kleinen herausgebauten Erker hinter der Polizistin steht ein Stativ mit einem Fernglas, durch das man sich die nähere Umgebung heranzoomen kann. Eine Remineszenz an die oben erwähnte Episode „The Killings of Badgers’s Drift“, in der Iris Rainbird mit einem Fernglas von ihrem Haus aus die Nachbarschaft ausspioniert und erpresst.

Gegenüber von unserer Barnaby-Suite ist die Suite „Der Name der Rose„, in der ein Mönch in einer Kutte in voller Lebensgröße für eine gruselige Atmosphäre sorgt. Weitere Zimmer sind unter anderem James Bond, Miss Marple, Sherlock Holmes und Edgar Wallace gewidmet.

Im Restaurant des Hauses wählt man aus der „Liste des Würgers von Blackmore Castle“ sein Abendessen, das zum Beispiel aus einem Salat „Der Mörder ist immer der Gärtner“, „Das letzte Mahl“ (Hirschgulasch) oder „Ein Mord wird angekündigt“ (Tafelspitz) bestehen kann.

Ein sehr originelles Hotel für alle Krimi-Liebhaber. Nebenan steht das Hotel Augustiner Kloster (beide Hotels gehören zusammen), das durch die verheerenden Regenfälle im Juli letzten Jahres stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist und erst im nächsten Monat wieder eröffnet werden kann. Der winzige Bach zwischen den Hotels trat über seine Ufer und richtete schwere Schäden an. Im Krimi-Hotel waren vor allem die Kellerräume betroffen; nach 222 Schließungstagen konnte es am 22.2. 22 seine Pforten wieder öffnen und krimibegeisterte Gäste empfangen.

Das Krimi-Hotel
Am Markt 14
54576 Hillesheim

Eigenes Foto
Eigenes Foto
Der Duschvorhang im Badezimmer. Erinnerungen an den Film „Psycho“ werden wach.
Eigenes Foto
Ein Bild im Restaurant.
Eigenes Foto.

Bridlington an der Küste von Yorkshire Teil 1: Meeresfrüchte und die EU

Sonnenaufgang über dem Hafen von Bridlington.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Immer wenn ich den Namen der Stadt Bridlington an der Ostküste von Yorkshire höre, steht vor meinem inneren Auge das Bild des Restaurants The Blue Lobster, ein Seafood Restaurant, in dem ich vor längerer Zeit sehr gute Austern gegessen habe, zu denen Tabasco-Sauce gereicht wurde, was ich in dieser Form nirgendwo mehr gesehen habe. The Blue Lobster existiert nicht mehr, was ich zu meinem Leidwesen bei meinem letzten Besuch in Bridlington feststellen musste; dafür steht an derselben Stelle jetzt ein neues Restaurant mit dem Schwerpunkt Meeresgetier, Salt on the Harbour, am South Pier mit einem sehr schönen Blick auf den Hafen der Stadt. Der Unternehmer-Gastronom Michael Harrison hat  £250,000 in den Umbau des Hauses gesteckt, das im vorigen Jahr eröffnet worden ist. Frischeren Fisch, Hummer, Langusten, Muscheln usw. kann man wohl kaum bekommen als in Bridlington, dem größten Hafen für Meeresfrüchte in ganz Großbritannien. Die Fischer der Stadt freuten sich über die Neueröffnung des Salt on the Harbour, denn ihnen geht es nicht besonders gut, seitdem ihr Land aus der Europäischen Union ausgetreten ist.
Der vermaledeite Brexit macht ihnen zu schaffen. Das alteingessene Familienunternehmen Baron Shellfish musste im vergangenen Jahr schließen; der Eigner Sam Baron wirft der Regierung vor, nicht mit offenen Karten gespielt und die potentiellen Brexit-Folgen für die Fischindustrie heruntergespielt zu haben. Die EU war ein wichtiger Abnehmer der Meeresfrüchte aus Bridlington und sorgte dadurch für sichere Arbeitsplätze hier an der Ostküste. Sam Barons Vater Mick war übrigens der Besitzer des Blue Lobsters.

Kommen wir noch einmal kurz zum Salt on the Harbour zurück. Die Spezialitäten des Restaurants sind der Bridlington Bay Hummer, das Monkfish Saltimbocca, das Surf and Turf (ein Steak mit Riesengarnelen) und das Surf and Surf (ein halber Hummer mit Riesengarnelen).

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch den Hafen und durch die Stadt.

Hummerfangkörbe im Hafen von Bridlington.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

The Grand Hotel in Brighton (East Sussex) – Viktorianisches Prachthotel direkt am Strandboulevard

Eigenes Foto

Die Marine Parade und die King’s Road sind die beiden großen Boulevards, die sich in der Küstenstadt Brighton in East Sussex, direkt am Meer entlangziehen und die von zahlreichen Hotels gesäumt sind. Das Prachtstück ist hier das Grand Hotel, das 1864 erbaut wurde und sich damals an eine betuchte Klientel wandte.
Das Grand Hotel in Brighton verfügt über 200 Zimmer und Suiten; die schönsten sind natürlich die mit Meeresblick. In der siebten Etage liegen die King Suites, 100qm groß mit Wohnzimmer und separatem Schlafzimmer, die sich über zwei Etagen erstrecken.

Die Zimmerpreise beginnen etwa bei 230 Euro für ein Standard-Doppelzimmer mit Landblick, aber wer möchte schon in so einem Hotel nach hinten schauen? Für ein Meerblickzimmer muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen, die beginnen in der einfachsten Form bei etwa 325 Euro. Die DeLuxe-Zimmer mit Meerblick liegen bei 400 Euro und höher. Empfehlenswert sind natürlich auch immer die Sonderangebote, die Dinner, Bed & Breakfast umfassen.

Zum Abendessen trifft man sich im 2019 neu eröffneten Cyan Restaurant, einem beeindruckenden Raum mit Marmorsäulen, oder dem Victoria Terrace Grill.

Am 12. Oktober 1984 stand das Grand Hotel in den Schlagzeilen der Weltpresse, als die IRA während einer Konferenz der Conservative Party eine Bombe zündete, die die damalige Premierministerin Margaret Thatcher töten sollte. Fünf Menschen starben bei dem Anschlag und 34 wurden zum Teil schwer verletzt; doch die Eiserne Lady ließ die Konferenz nicht ausfallen, sondern eröffnete sie wie geplant mit einer Rede.

Bei dem Bombenanschlag wurde das Hotel stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass es eine Zeit lang schließen musste. Am 28. August 1986 wurde es wiedereröffnet, in Anwesenheit von Mrs. Thatcher.

Hier ist ein Film über die Geschichte des Hotels.

The Grand
97-99 King’s Road
Brighton
East Sussex
BN1 2FW

Das Buch zum Artikel:
Pamela Sydney Wilson: Home Was a Grand Hotel – Tales of a Brighton Belle. Book Guild Publishing 2008. 200 Seiten. ISBN 978-1846242595.

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Published in: on 23. Mai 2022 at 02:08  Kommentar verfassen  

The Langley Castle Hotel bei Haydon Bridge in Northumberland

Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Northumberland gehört vielleicht nicht zu den bevorzugten Reisezielen von Besuchern vom Kontinent, dabei hat die Grafschaft viel zu bieten, vor allem landschaftlich. Mitten in einer Wald- und Parklandschaft liegt ein eindrucksvolles Hotel in einer Burg aus dem 14. Jahrhundert, das Langley Castle Hotel. Die Burg kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken; Anfang des 15. Jahrhunderts stand sie im Mittelpunkt heftiger Kämpfe und wurde von den Truppen Heinrichs IV. stark beschädigt. Erst viele Jahrhunderte später erbarmte sich der Historiker Cadwallader John Bates (1853-1902) der Ruine und restaurierte sie. Die Fertigstellung erlebte er nicht mehr, da er sehr früh in der Burg starb. Im Zweiten Weltkrieg zogen Soldaten ein, in den 1980er Jahren ging es hier heiterer zu, wenn das Gekicher junger Mädchen durch die Räume schallte, denn Langley Castle diente eine Zeit lang als Mädchenschule. 1986 schließlich wurde die Burg von dem renommierten Informatik-Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology Dr Stuart Madnick gekauft, der sie in ein 4-Sterne-Hotel umwandelte.

Das alte Gemäuer sorgt für eine besondere Atmosphäre, und so erhielt das Hotel im Jahr 2018 die Auszeichnung „Best Hotel for Romance in the UK„. Im Haupthaus gibt es neun Zimmer, einige davon mit Himmelbetten, weitere 18 Zimmer sind in Nebengebäuden untergebracht. Die Preise für ein Doppelzimmer beginnen etwa bei 160 Euro während der Woche, sie ziehen am Wochenende aber deutlich an.

Es gibt zwei Restaurants im Langley Castle Hotel: Fine Dining gibt es in dem wunderschönem Josephine Restaurant, das Pavilion Restaurant ist modern und hell ausgestattet.

Täglich werden Führungen durch die Burg angeboten, die Battlement Tours, an denen auch Nicht-Hotelgäste teilnehmen können.

Erwähnen möchte ich noch die ausgezeichneten Webseiten des Hotels, auf denen man sich die Zimmer und die anderen Räumlichkeiten virtuell sehr genau ansehen kann!! Hier ist ein Film über Langley Castle.

Langley Castle Hotel
Langley
Hexham NE47 5LU

Photo © Andrew Curtis (cc-by-sa/2.0)
Photo: Jamie Penfold LBIPP.
Creative Commons 2.0

The Eagle House in Launceston (Cornwall) und ein Lotteriegewinn

Photo © Michael Parry (cc-by-sa/2.0)

Ja, hätte der Bürgermeister der Stadt Launceston in der Grafschaft Cornwall, Coryndon Carpenter, im Jahr 1763 nicht ein Lotterielos gekauft, das er seiner Angebeteten geschenkt hatte, und dieses nicht auch noch gewonnen, dann gäbe es das Eagle House nicht, das heute als Hotel geführt wird. Mr Carpenter wird seinen Augen nicht getraut haben, als er erfahren hatte, dass das Los £10,000 in seine, beziehungsweise in die Taschen seiner zukünftigen Frau, gespült hatte, damals eine riesige Summe.

Nachdem Mr. und Mrs Carpenter geehelicht hatten, begannen sie mit dem Bau eines Hauses, ganz in der Nähe des Launceston Castles, das sie Eagle House nannten, weil der Eingang von zwei großen steinernen Adlern bewacht wird. Die Legende sagt, dass die beiden immer um Mitternacht zum River Kensey fliegen, um sich dort am Wasser des Flusses zu laben. Frisch gestärkt, nehmen sie dann wieder auf dem Wachposten vor dem Eagle House Platz.

Die Carpenter-Familie stellte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts immer wieder den Bürgermeister von Launceston, nach Coryndon waren es dann seine Söhne John und Joseph. Das Eagle House war der Familiensitz der Carpenters für eine ganze Weile. Seit damals wechselten die Besitzer immer wieder, bis es 1963 in ein Hotel und Restaurant umgewandelt wurde. 2013 wollten die Besitzer aus dem Hotel ein Mehrfamilienhaus machen, doch der Cornwall Council stellte sich dagegen, und so stand ein neuer Verkauf an. Die neuen Eigentümer führten das Haus als Hotel wieder weiter.

Das Eagle House Hotel erhielt im Jahr 2019 aus den Töpfen der EU finanzielle Mittel, um sich eine Gin-Destillerie anzuschaffen und rühmt sich nun, Cornwalls einziges Gin-Hotel zu sein (ob wohl die Hotelbesitzer angesichts des Geldregens von Seiten der EU auch für den Brexit gestimmt haben?). Der Eagle One Gin, so steht es auf den Webseiten des Hotels zu lesen, ist vom Lifestyle-Magazin GQ schon einmal auf die Liste der besten Gins der ganzen Welt gesetzt worden.

Wer hier einmal übernachten möchte: Die Preise beginnen bei £75 für einen einfachen Budget Room und enden bei £119 für einen Superior Room.

The Eagle House Hotel
3 Castle Street
Launceston PL15 8BA

Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)
Der River Kensey bei Launceston: Hier laben sich die beiden Adler immer um Mitternacht am Wasser des Flusses.
Photo © Tony Atkin (cc-by-sa/2.0)

The Crewe Hall Hotel bei Crewe in Cheshire

Photo © John M (cc-by-sa/2.0)

Bei meinen Reisen durch England ist es mir immer besonders wichtig, schöne Hotels für die Übernachtungen auszusuchen. Ich liebe Country House Hotels, Burg- und Schlosshotels und habe in vielen davon wunderschöne Aufenthalte gehabt. Einige habe ich im Laufe der Jahre in meinem Blog vorgestellt.

In der Grafschaft Cheshire findet sich in der Nähe der Stadt Crewe die wunderschöne Crewe Hall, ein Gebäude aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, das von Sir Randolph Crewe in Auftrag gegeben wuorden war, einem hochrangigen und wohlhabenden Richter. Nach einem verheerenden Feuer im Jahr 1866 gestaltete es der Architekt Edward Middleton Barry um, Sohn des berühmten Sir Charles Barry, und machte aus Crewe Hall ein noch großartigeres Haus. In den besten Zeiten arbeiteten mehr als hundert Beschäftigte in der Hall, die sich unter anderem um die 190 Zimmer des Hauses kümmern mussten.

Bis in die 1930er Jahre hinein blieb die Hall Familiensitz der Crewes, dann wurde sie verkauft, da keine männlichen Erben da waren und zwar an das Herzogtum Lancaster, das wiederum der Krone gehört. 1955 statteten Königin Elizabeth II. und ihr Gemahl Crewe Hall einen Besuch ab.

Heute hat man in dem 117 Betten-Hotel die Wahl, ob man im Haupthaus (in dem Räumlichkeiten mit Himmelbetten zur Verfügung stehen) oder in dem modernen Westflügel wohnen möchte. Ich entscheide mich immer für die „Four Poster“-Variante. Die Übernachtungspreise beginnen etwa bei €130 für ein einfaches Classic Doppelzimmer.

Das Mittag- und das Abendessen werden in der modern eingerichteten The Brasserie Bar & Restaurant serviert. Schade, dass man nicht einen der wunderschönen historischen Räume als Restaurant ausgewählt hat, diese stehen nur für Bankette zur Verfügung. Für mich ein klares Manko!

Dieser Film zeigt einige Impressionen aus dem Hotel (leider etwas businesskopflastig).

The Crewe Hall Hotel
Weston Road
Haslington
Crewe CW1 6UZ

Author: string_base_dave.
Creative Commons 2.0
Author: daleexpress.
Creative Commons 2.0

Published in: on 29. November 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Zwei Themenhotels in Bournemouth, in denen Schokolade im Mittelpunkt steht

In einem meiner früheren Blogeinträge beschäftigte ich mich mit dem Chocolate Trail in der Stadt York und erwähnte dabei das Indigo Boutique Hotel, ein Hotel, in dem sich alles um das Thema Schokolade dreht.

In Bournemouth an der englischen Südküste gibt es gleich zwei Schokoladenhotels, das Chocolate Box Hotel und das Chocolate Boutique Hotel. Gerry Wilton, der Besitzer der beiden Etablissements gründete bereits im Jahr 2006 das erstgenannte Hotel, das erste dieser Art in Großbritannien, zehn Jahre später folgte das zweite. Schokoladenliebhaber aus allen Teilen der Welt können hier ihrem Laster fröhnen, denn an Schokolade mangelt es in den beiden Häusern nicht. Schon zum Frühstück wird sie serviert, in den Zimmern stehen damit bestückte Schalen, Schokoladenspringbrunnen sind zu finden, an der Rezeption wird man gleich beim Betreten der Hotels mit Schokolade konfrontiert.

Das Chocolate Box Hotel ist sehr beliebt bei Hen Parties; Chocadence heißen diese themenbezogenen Parties. Bei einer Variante gibt es für £45 pro Person, neben Schokolade in jeder Form, auch Prosecco so viel man trinken möchte. Ob das wohl gut geht…?

Chocolate Boutique Hotel
5 Durley Rd
Bournemouth, Dorset
BH2 5JL

The Chocolate Box Hotel
2 West Cliff Road

Bournemouth, Dorset
 BH2 5EY

Published in: on 19. November 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Hazel Bank Country House Hotel im Borrowdale (Cumbria)

Photo © Gordon Brown (cc-by-sa/2.0)

Wenn Condé Nast Johansens ein Hotel empfiehlt, so kann man sich darauf verlassen, so meine jahrelange Erfahrung. Das Hazel Bank Country House Hotel wird auch empfohlen, ein kleines Haus mit nur wenigen Zimmern, ruhig und einsam gelegen am Ende des Hazel Bank Drives im Borrowdale der Grafschaft Cumbria, mitten im Lake District.

Der britische Automobilclub AA hat das Hotel mit drei hohen Auszeichnungen versehen, dem Gold Award mit fünf Sternen, dem Breakfast Award und mit zwei Rosetten für die Kulinarik. Die Übernachtungspreise inklusive Frühstück und einem viergängigen Abendessen beginnen bei etwa £240 pro Doppelzimmer. Die Hotelbesitzer akzeptieren nur Gäste, die über 15 Jahre alt sind.
Hier ist eine Film über das Hotel.

Die Geschichte des Hazel Bank Country House Hotels, das in den 1840er Jahren erbaut wurde, ist eng mit dem Schriftsteller Hugh Walpole (1884-1941) verbunden. In den 1930er Jahren schrieb er die vierbändigen „Herries Chronicles„. Das Haus des fiktiven Rogue Herries, eine der Hauptpersonen, ist dem Hazel Bank House nachempfunden. Die Bücher sind in den 1950er und 1960er Jahren auf Deutsch erschienen, aber nicht mehr neu aufgelegt worden.

In meinem Blog habe ich bisher noch zwei weitere Hotels im Lake District vorgestellt, das Holbeck Ghyll Country House Hotel und das Armathwaite Hall & Spa.

Hazel Bank Country House
Borrowdale

Keswick
CA12 5XB

Author: Dave Wilson Cumbria.
Creative Commons 2.0
Hugh Walpole.
This work is in the public domain 

Published in: on 18. Oktober 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The French Dining Room im Cliveden House Hotel in Berkshire

Author: Traveloscopy.
Creative Commons 2.0

Das Cliveden House Hotel , außerhalb Londons und oberhalb der Themse in der Grafschaft Berkshire, manche sagen auch Buckinghamshire, ist zweifelsohne eine der Topadressen in ganz England. Nirgendwo sonst habe ich bei meinen Aufenthalten einen so aufmerksamen und freundlichen Service erfahren. Bevor mein Auto vorgefahren wurde, hatte man es vollkommen vom Schnee befreit, der in der Nacht gefallen war, man stellte uns vor einem Spaziergang im Park Gummistiefel in den passenden Größen zur Verfügung, und wir wurden persönlich von der General Managerin in der wunderschönen Hall empfangen. Mehrfach habe ich in meinem Blog einzelne Aspekte dieses großartigen Hauses vorgestellt; einen ganz besonderen Raum aber noch nicht: The French Dining Room.

Ich habe mir diesen Raum genauer angesehen, und er ist wirklich fantastisch. Genutzt wird er meist für geschlossene Gesellschaften, etwa 60 Personen können an Tischen Platz nehmen. Wer den Dining Room mieten möchte, muss circa £1000 für einen Abend bezahlen, und der Verzehr muss mindestens bei £3000 liegen. Dafür speist und trinkt man aber in einer Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

Der damalige Besitzer von Cliveden, William Waldorf Astor, war bei einem Besuch des Chateau d’Asnières in der Nähe von Paris von Madame Pompadours ehemaligem Speiseraum aus dem 18. Jahrhundert derart begeistert, dass er die Einrichtung kaufte und sie in sein Haus nach Berkshire transportieren ließ. Hier entstand dann Madame Pompadours French Dining Room 2.0, eine Augenweide.

Im November 2008 kam ein Filmteam für zwei Tage nach Cliveden, um hier einige Szenen für den Film „Sherlock Holmes“ mit Robert Downey jr und Jude Law in den Hauptrollen zu drehen, unter anderem auch im French Dining Room, der als Irene Adlers Hotelzimmer im Grand Hotel herhalten musste, wo sie Sherlock Holmes trifft (hier ist ein kurzer Ausschnitt).

Hier ist der French Dining Room im Film zu sehen.

Cliveden House Hotel.
Author: Roger.
Creative Commons 2.0
Chateau d’Asnières.
Author: Parisette.
Creative Commons 3.0
Published in: on 3. September 2021 at 02:00  Comments (1)  

Die Gin Bar im Holborn Dining Room des Londoner Rosewood Hotels

The Rosewood, London.
Author: Can Pac Swire.
Creative Commons 2.0

252 High Holborn, London, so lautet die Adresse eines der vielen 5*-Hotels der britischen Hauptstadt, dem Rosewood. Das palastartige Gebäude ist ein restauriertes edwardianisches Herrenhaus, in dem die Zimmerpreise jenseits der 500 Euro beginnen.

Eines der Hotelrestaurants ist der Holborn Dining Room, ein im Brasserie-Stil gehaltener Raum, in dem die britische Küche vorherrscht (Fillet of Cornish pollock, Holborn beef burger). Auf der recht kleinen und überschaubaren Karte steht als Vorspeise auch Gin cured salmon, ein selten anzutreffendes Gericht. Und da kommen wir schon zum Thema „Gin„. In der Gin Bar des Holborn Dining Rooms findet der Gast die größte Auswahl dieses Getränks in ganz London. 500 verschiedene Gins warten darauf, probiert zu werden, und wer ihn am liebsten mit Tonic Water trinkt, hat die Wahl zwischen dreißig Sorten. G+T-Freunde kommen so auf rund 15 000 unterschiedliche Variationen. Angeboten werden die bekannten, großen Namen wie Bombay Sapphire oder Tanqueray, aber auch die kleineren Ginhersteller sind mit ihren Produkten vertreten. Es gibt einen speziellen Gin, der extra für das Restaurant, beziehungsweise die Bar, hergestellt wird, den Holborn Dining Room Gin, in Zusammenarbeit mit der Firma Tarquin’s in Cornwall. Die Besonderheit dieses Gins ist, dass dem Getränk Meerfenchel (samphire) zugefügt wird, der von Mitarbeitern der Bar an der Küste von Cornwall geerntet worden ist.

Wer also am 1. Januar eines Jahres beginnt, täglich einen anderen Gin in der Bar zu probieren, der dürfte im April/Mai des folgenden Jahres damit fertig sein.

Wer sich für das Thema Gin interessiert: Ich habe in meinem Blog mehrmals darüber geschrieben. Siehe dazu meine Gin-Trilogie Teil 1, Teil 2, Teil 3 und mein Blogeintrag über Gin im London des 18. Jahrhunderts.

Published in: on 27. August 2021 at 02:00  Comments (1)  
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The Enchanted Manor Hotel in Niton auf der Isle of Wight

An der äußersten Südspitze der Isle of Wight, in dem Dörfchen Niton, liegt ein ganz besonderes Hotel, das Gäste anspricht, die eine Vorliebe für Einhörner, Elfen und ähnliche mysteriöse Wesen haben: Das Enchanted Manor Hotel.

1838 als  Windcliffe Manor erbaut, wurde es für £750,000 von dem sympathischen Ehepaar Ric und Maggie Hilton ersteigert und in dieses, wie der Name schon sagt, verzauberte Hotel umgebaut. Unterstützt wurden sie dabei von der Fantasy-Künstlerin Josephine Wall, die dem Haus ihren ganz persönlichen Touch verlieh.

Vielleicht ist das Interieur des Hotels manchem zu überladen, doch wer eine romantische Ader hat, wird einen Aufenthalt im Enchanted Manor genießen. In den Zimmern finden die Gäste Himmelbetten, frei stehende Badewannen, verschnörkeltes Mobiliar; die Zimmer und Suiten haben Namen wie Oberon, Enchantment, Candlelight und Dreamtime.
„You wouldn’t be surprised if a choir of angels appeared from the wardrobes of your bedroom and serenades you with harps whilst chubby cherubs sprinkled you with rose petals“ ist auf der Webseite von Cool Places zu lesen. Und der Daily Telegraph meint „there’s not an inch left bare when it could be sprinkled with glitter, festooned in fairy lights, draped in damask or covered in murals“.

Vor drei Jahren haben Ric und Maggie Hilton ihr Hotel verkauft, das heute einer südafrikanischen Familie gehört, die das Haus auf einer ähnlichen Linie weiter führt („Welcome to the Enchanted Realm: Where magic and dreams are the reality“).

Die Übernachtungspreise beginnen bei etwa €240 inklusive Frühstück. Wie wäre es mit einer Märchenhochzeit im Enchanted Manor Hotel? Dieser Film zeigt wie sie aussehen könnte.

P.S. Hausgeister gibt es hier natürlich auch wie in dem Film oben erzählt wird.

The Enchanted Manor
Sandrock Road

Niton Undercliff
Ventnor PO38 2NG
Isle of Wight

Published in: on 1. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Marshall Meadows Hotel in Northumberland – Englands nördlichstes Hotel

Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Kurz bevor die A1, die von Newcastle kommt und nach Edinburgh führt, die Grenze von England nach Schottland überquert, führt eine kleine Stichstraße zu Englands nördlichstem Hotel, dem Marshall Meadows Hotel, circa 300 Meter entfernt. Hier kann man über Nacht in aller Ruhe überlegen, ob man dem nördlichen Nachbarn wirklich einen Besuch abstatten soll oder besser doch wieder umkehrt.

Das Haus wurde 1780 von einem wohlhabenden Kaufmann erbaut und wechselte vielfach die Besitzer. Erst im Jahr 1986 erkannte eine Hoteliersfamilie das Potential des Hauses für ein Country House Hotel und eröffnete es als ein solches. Doch der Besitzerwechsel zog sich weiterhin wie ein roter Faden durch die Geschichte des georgianischen Gebäudes: 2006 und 2011 wurde es jeweils verkauft bzw. gekauft und gerade eben vollzieht sich wieder ein Wechsel. Das Marshall Meadows Hotel soll im Sommer nach umfangreichen Umbauten neu eröffnet werden.

Die vielbefahrene A1 ist ein Stück entfernt, und so geht es hier recht ruhig zu. Die Zufahrt erfolgt durch ein kleines Wäldchen, es ist keine Durchgangsstraße, am Ende wartet das Hotelgebäude mit seinem großen Parkplatz; weiter geht es nicht.

Warten wir ab wie sich das Marshall Meadows Hotel unter seinem neuen Besitzer entwickelt. Bisher hatte es 3*-Standard.

Hier sind einige Bilder vom Hotel aus dem Jahr 2016.

Marshall Meadows Country House Hotel
Marshall Meadows
Berwick-upon-Tweed TD15 1UT,

Published in: on 2. Juni 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das gastronomische Imperium des Andrew Pern in North Yorkshire

The Star Inn in Harome.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Im tiefen Süden Englands, von Padstow in Cornwall aus, betreibt der Starkoch Rick Stein ein gastronomisches Imperium, so dass man von dem Küstenort schon von „PadStein“ spricht (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Im hohen Norden, in der Grafschaft North Yorkshire, gibt es ebenfalls einen Koch, der in den letzten Jahren mehrere Restaurants eröffnet hat: Der Sternekoch Andrew Pern. Er ist seit 1996 Inhaber des The Star Inn in dem kleinen Bilderbuchort Harome in der Nähe von Helmsley, und wie es sich für ein Restaurant mit diesem Namen gehört, ist es schon seit vielen Jahren mit einem Michelinstern ausgezeichnet.

Andrew Pern, der vorher im Milburn Arms bei Pickering (North Yorkshire) gearbeitet hatte, übernahm den heruntergekommenen Pub und baute ihn zu einem der besten Gastropubs in ganz Großbritannien auf. Siehe hierzu meinen Blogeintrag vom vorigen Jahr.

The Star Inn ist in einem schönen, reetgedeckten Haus aus dem 14. Jahrhundert in der High Street untergebracht, in dem „modern Yorkshire food“ auf hohem Niveau serviert wird. In der Bar des Restaurants findet man übrigens Möbel, die von Robert Thompson, dem „Mouse Man of Kilburn“ gebaut worden sind (siehe dazu meinen Blogeintrag).

Für Gäste des Restaurants, die gleich in Harome übernachten wollen, hat Andrew Pern gegenüber ein Boutique-Hotel eröffnet, Cross House Lodge, das 13 Zimmer hat. die alle individuell eingerichtet worden sind (die Übernachtungspreise liegen zwischen £120 und £280, Frühstück inklusive).

Andrew Pern hat sich noch weitere Restaurants zugelegt. Im Oktober 2013 eröffnete er in York an der Lendal Bridge am Ufer der Ouse sein The Star Inn The City, eine All Day Dining Brasserie im ehemaligen Engine House.
Ein anderes Lokal in York an der Low Petergate, Mr P’s Curious Tavern, im Juni 2016 eröffnet, wurde im letzten Sommer nach dem Lockdown nicht mehr wiedereröffnet und ist Corona zum Opfer gefallen.

In Whitby an der Küste von Yorkshire floriert Andrew Perns The Star Inn The Harbour, ein sehr hübsch eingerichtetes Restaurant am Hafen, das sich auf Meeresgetier spezialisiert hat (hier ist ein Film).

Andrew Pern ist auch Autor zweier Kochbücher mit den Titeln „Black Pudding and Foie Gras“ und „Loose Birds and Game„.

In Harome gibt noch ein weiteres Hotel mit einem anspruchsvollen Restaurant, das von Andrew Perns Frau Jacquie und von Peter Neville geführt wird: The Pheasant. Das kleine Dorf hat also in kulinarischer Hinsicht so einiges zu bieten.

The Star Inn the City in York.
Author: alh1
Creative Commons 2.0
The Pheasant Hotel in Harome.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 10. April 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Plumber Manor – Ein Country House Hotel in Dorset

Im frühen 17. Jahrhundert wurde das Plumber Manor erbaut und ist seitdem im Besitz der Familie Prideaux-Brune geblieben, das findet man nicht allzu oft. Seit mehr als vierzig Jahren wird das Haus als Hotel betrieben. Es liegt in Thomas Hardys „Vale of little dairies“, das man aus seinem Roman „Tess of the d’Urbervilles“ kennt (es gibt darin auch ein „Vale of the great dairies“, das ist das Frome Valley), außerhalb von Sturminster Newton (wo Hardy eine Zeit lang lebte).
Richard Prideaux-Brune und seine Familie leiten das Haus, das von mehreren Hotelführern empfohlen wird (Good Hotel Guide, Good Food Guide usw.). Auch das Restaurant genießt einen guten Ruf, in dessen Küche Louis Haskell die Regie führt. Er bekocht die Hotelgäste schon seit zwölf Jahren.

Das Plumber Manor verfügt über sechzehn Zimmer, davon liegen sechs im Haupthaus und zehn im Courtyard. Die Übernachtungspreise beginnen bei £170 für ein kleines Doppelzimmer und enden bei £250 für die Superior Doppelzimmer, Frühstück jeweils inklusive. Das Hotel ist sehr hundefreundlich und so gibt es mehrere Zimmer im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum Garten, ideal für die Vierbeiner und deren Besitzer.

Das Hotel wird gern für Hochzeiten gebucht, dann aber wahrscheinlich komplett; als Einzelgast fühlt man sich zwischen den vielen Feiernden nicht so ganz wohl (wie ich es einige Male in englischen Hotels erlebt habe).

Plumber Manor Country House Hotel
Sturminster Newton
Dorset
DT10 2AF

Published in: on 21. März 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Hotel De Vere Horsley Estate in East Horsley (Surrey)

Auf halber Strecke zwischen Guildford und Leatherhead liegt East Horsley in der Grafschaft Surrey und dort befindet sich auch das Hotel De Vere Horsley Estate. Sehr beliebt ist das Haus bei Hochzeitspaaren; es gibt viel Platz, auch für große Gesellschaften, und das Gebäude Horsley Towers macht ganz schön Eindruck (Dieser Film macht künftigen Brautpaaren vielleicht Appetit, hier zu feiern).  Das zur Gruppe der De Vere Hotels gehörende Haus besteht zum einen aus dem Haupthaus und zum anderen aus einem Anbau, in dem sowohl weitere Gästezimmer als auch ein Tagungsbereich untergebracht sind.

Am interessantesten ist natürlich das Haupthaus, Horsley Towers, das von dem renommierten Architekten Sir Charles Barry, dem Erbauer des britischen Parlaments in London, entworfen und gebaut worden ist. Es war eine Auftragsarbeit von Sir William Currie (1756-1829), einem wohlhabenden Bankier und Parlamentsmitglied. Nach Curries Tod kaufte William King-Noel, 1st Earl of Lovelace das Haus und das Grundstück. Er war der Ehemann von Lord Byrons Tochter Ada, die in die Geschichte der Datenverarbeitung als erste Computer-Programmiererin eingegangen und nach der die Programmiersprache Ada benannt worden ist.

Der nächste Besitzer von Horsley Towers war der Geschäftsmann und Luftfahrtpionier Sir Thomas Octave Murdoch Sopwith, der das Haus 1919 übernahm. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog ein Management-Trainingscenter ein und nun wird das Horsley Estate dreigleisig als Hotel, Tagungsort und „Wedding Venue“ geführt.

Das Haus ist ein 3-Sterne-Hotel wie die meisten anderen der De Vere-Gruppe auch, so dass man hier schon ab circa 80 Euro übernachten kann, was für englische Landhaushotels sehr wenig ist.

Meines Wissens wurde in Horsley Towers bisher nur ein Film gedreht und zwar der Horrorfilm „The Stone Tape“ nach dem Drehbuch von Nigel Kneale, den die BBC 1972 ausstrahlte.

De Vere Horsley Estate
Ockham Rd S
East Horsley
Leatherhead KT24 6DT

Published in: on 19. Februar 2021 at 02:00  Comments (5)  
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Lyme Regis in Dorset Teil 1: Das historische, leerstehende Three Cups Hotel

Heute und morgen begeben wir uns wieder einmal in den Küstenort Lyme Regis in Dorset; über einen Besuch dort habe ich vor längerer Zeit in meinem Blog berichtet. Cinéasten erinnern sich vielleicht an den Spielfilm „Die Geliebte des französischen Leutnants“ mit Meryl Streep und Jeremy Irons, der hier gedreht wurde, nach dem gleichnamigen Roman von John Fowler, der in Lyme Regis lebte. Überhaupt war die hübsche kleine Stadt Treffpunkt von einer ganzen Schar von Schriftstellern, die sich gern die frische Seeluft um die Nase bliesen ließen.

Jane Austen war hier im Jahr 1804 in einer Pension in der Broad Street Nummer 18 zu Gast. Große Teile ihres Romans „Persuasion“ (dt. „Überredung“) spielen in Lyme Regis und Umgebung. Drei Verfilmungen diese Romans fanden am Originalschauplatz statt wie zum Beispiel dieser. Aus der Pension wurde später ein Hotel, das Three Cups Hotel, das von den literarischen Besuchern der Stadt gern als Übernachtungsort gewählt wurde. Das waren beispielsweise Alfred Lord Tennyson, der es liebte, auf Jane Austens Spuren zu wandeln, der Amerikaner Henry Wadsworth Longfellow, der gebürtige Franzose Hilaire Belloc und Gilbert Keith Chesterton, die beide häufig zusammenarbeiteten, und John Ronald Reuel Tolkien, der Schöpfer des Fantasyepos „Der Herr der Ringe“, der hier schrieb und zeichnete, unter anderem das Bild „Lyme Regis Harbour from the drawing Room of The Three Cups Hotel„. Das Hotel war auch Drehort des oben genannten Films „Die Geliebte des französischen Leutnants“.

Es ist ein Jammer, dass das Three Cups Hotel seit nunmehr dreißig Jahren leer steht. Das an sich architektonisch interessante Gebäude verfällt zusehends; der Fotograf Andrew Blackmore hat Aufnahmen aus dem Inneren des baufälligen Gebäudes gemacht. Eigentümerin ist die Palmers Brewery in Bridport (Dorset), die Pläne angekündigt hat, das Haus umzugestalten. Wenn die Pläne akzeptiert werden, wird es kein neues Hotel geben, sondern Apartments und ein Restaurant; die historischen Elemente des ehemaligen Hotels sollen erhalten bleiben. Geplanter Beginn der Bauarbeiten: 2021.

Das ehemalige Hotel ist auf der rechten Seite zu sehen.
Author: Darkroom Daze
Creative Commons 2.0

The Swan Hotel in Lavenham (Suffolk)

Lavenham in Suffolk, eine Kleinstadt mit zahlreichen Tudorhäusern, beherbergt ein Hotel, das so recht nach dem Herzen vieler europäischer und amerikanischer Touristen ist, denn so stellt man sich einfach eine urige englische Herberge vor.
Seit dem 15. Jahrhundert schon steht „The Swan Hotel“ mitten im Herzen von  Lavenham und bietet äußerlich eine attraktive Fachwerkfassade und im Inneren finden wir Eichenbalken, Kaminfeuer und vertäfelte Wände, alles, um sich hier so richtig wohl zu fühlen.

Die Zimmerpreise bewegen sich in etwa zwischen €135 für ein Standard-Doppelzimmer und €250 für eine Suite, wobei das Frühstück inbegriffen ist.

Für das Abendessen empfiehlt sich das Fine Dining „Gallery Restaurant„, für das Chefkoch Justin Kett zuständig ist, der früher im Castle Hotel in Taunton (Somerset) tätig war. Das Restaurant im Swan Hotel wurde von der Automobile Association (AA) mit zwei Rosetten ausgezeichnet (das Hotel mit 4 Sternen). Es gibt auch noch eine Brasserie, die einfachere Speisen serviert.

Nach dem Abendessen kann man noch einen Drink in der „Airmen’s Bar“ zu sich nehmen, benannt nach den amerikanischen Soldaten der Air Force im Zweiten Weltkrieg, die in der Nähe von Lavenham stationiert waren. Einige Erinnerungsstücke an diese Zeit sind in der Bar ausgestellt.

„The Swan Hotel“, das zu der „Pride of Britain„-Hotelgruppe gehört, bietet sich als Standort an, wenn man diesen Teil von Suffolk einmal näher kennenlernen möchte.

Dieser Film zeigt die Annehmlichkeiten des „Schwanenhotels“ auf.

Siehe auch diesen Blogeintrag über Lavenham.

The Swan Hotel
High Street
Lavenham, Suffolk CO10 9QA

The Gallery Restaurant.
Author: john bugg photography
Creative Commons 2.0

 

Published in: on 10. November 2020 at 02:00  Comments (2)  
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Little Chef – Das Ende einer Restaurantkette

Es war einmal…Friedlich (?) vereint mit der Konkurrenz. Hier an der A64 bei Bilbrough in North Yorkshire.
Photo © Margaret Clough (cc-by-sa/2.0)

Vielleicht kennt noch jemand die Restaurantkette Little Chef, deren Filialen an britischen Autobahnen und Schnellstraßen zu finden waren. Hier konnte man sich für relativ wenig Geld satt essen. Die Qualität der Speisen war nicht gerade berauschend; ich habe nur ein einziges Mal in einem dieser Schnellrestaurants Rast gemacht, und ich meine mich zu erinnern, dass ich dieses Little Chef in die Abteilung „greasy spoon“ verfrachtet hatte. Es gab einmal einen Versuch, eines dieser Lokale aufzupeppen, mit Hilfe des Starkochs Heston Blumenthal. Ich berichtete darüber vor über zehn Jahren in meinem Blog. Es war das Little Chef in Popham (Hampshire) an der A303. Blumenthal verpasste dem Restaurant eine total andere Speisekarte, die Medien im ganzen Land berichteten darüber und eine Zeit lang war es hier richtig voll. Doch dann verflüchtigte sich das Interesse der Reisenden; die meisten wollten statt Ochsenbäckchen und Lammkeulen lieber ihre gewohnten fettigen Sattmacher essen, so wurden nach einiger Zeit die Blumenthal-Kreationen von der Karte genommen. Im Jahr 2017 wurde Pophams Little Chef geschlossen und von Starbucks übernommen.

Den anderen Little Chefs im Land ging es nicht anders. Im Lauf des Jahres 2018 war keines mehr übrig geblieben. Immer wieder neue Übernahmen durch insgesamt sechs Unternehmen zeitigten seit Mitte der 1980er Jahre keine nennenswerten Erfolge. Die Konkurrenz durch die großen US-Ketten wie McDonald’s, Burger King und KFC war übermächtig.

Ähnlich wie der Little Chef-Kette ging es den Happy Eater-Restaurants, die von 1973 bis 1997 existierten. Sie wurden teils in Little Chefs umgewandelt oder gleich geschlossen. An Autobahnen und Durchgangsstraßen finden sich heute überwiegend, neben McD, BK und KFC, Filialen von Starbucks, Greggs, Subway, Costa und Leon.

Wie traurig…ein geschlossenes Little Chef an der A21 bei Kilndown in Kent.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

…und ein noch trostloserer Anblick: Ein Little Chef nach der Schließung an der A1 bei Wansford in Cambridgeshire.
Photo © Trevor Alder (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 21. Oktober 2020 at 02:00  Comments (5)  
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The Angel in Hetton (North Yorkshire) – César Winner im The Good Hotel Guide 2021

Nördlich von Skipton und südlich von Grassington in North Yorkshire liegt in dem Dorf HettonThe Angel„, der zu den ersten sogenannten Gastro-Pubs in England gehört. Denis Watkins („The Godfather of the Gastropub)“, 2004 verstorben, übernahm den Gasthof 1983, verbannte den typischen „Pub Grub“ aus seiner Küche und machte den „Angel“ zu einem der besten Gasthäuser Englands, wofür er mehrfach ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2014 wurde The Angel von der Times und der Sunday Times zu den besten Country Pubs Englands gewählt. Die Automobile Association verlieh dem Restaurant drei Rosetten. Im gerade veröffentlichten The Good Hotel Guide 2021 erhielt das Haus einen der zehn Césars, die jedes Jahr für die besten Hotels, Inns und B&Bs Großbritanniens vergeben werden.

Ein Teil des Gebäudes stammt aus dem 15. Jahrhundert, mit Anbauten aus dem 18. Jahrhundert. Die Räume sind voller Atmosphäre und sehr gemütlich eingerichtet. Es stehen auch neun sehr komfortable Suiten und Studios zum Übernachten in einer umgebauten Scheune zur Verfügung.

Meine Erfahrungen mit diesem Yorkshire-Pub sind sehr positiv. Wir genossen dort einen angenehmen Lunch und werden dort sicher wieder einkehren. Ich war dort, als noch Bruce Ellsworth als Küchenchef das Kommando hatte. 2018 übernahm Michael Wignall The Angel, der von sich behaupten kann, dass er in jedem Restaurant in dem er arbeitete, einen Michelinstern bekommen hat. Er war unter anderem tätig in Waldo’s Restaurant im Cliveden Hotel in Berkshire, im The Burlington Restaurant im The Devonshire Arms in den Yorkshire Dales und im Latymer Restaurant in Pennyhill Park (Surrey), wo er sogar zwei Michelinsterne erkochte. Seine letzte Station war das renommierte Gidleigh Park in Devon, das ebenfalls zwei Sterne hat.

In Michael Wignalls Gastro-Pub (mit bisher einem Michelinstern ausgezeichnet) gibt es beispielsweise ein fünfgängiges Tasting Menu für £60. Die Karte ist recht klein, wobei die Preise für die Hauptgänge zwischen £27 und £32 liegen.

The Angel Inn
Hetton, near Skipton
North Yorkshire BD23 6LT

Published in: on 11. Oktober 2020 at 02:00  Comments (3)  
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The Queen’s Lane Coffee House und The Grand Café – Zwei Kaffeehäuser in der High Street von Oxford

Eines meiner Lieblings-Restaurants in Paris ist Le Grand Café Capucines am Boulevard des Capucines, nahe der Oper, ein wunderschönes Jugendstil-Restaurant. Auch in Oxford, an der High Street, findet sich ein Etablissement mit dem Namen The Grand Café, das allerdings optisch mit dem Pariser Pendant nicht mithalten kann. Wie schön, dass sich neben den unzähligen Starbucks- und Costa Coffee-Filialen in Großbritannien noch einige individuelle Kaffeehäuser erhalten haben. Das Oxforder Kaffeehaus an der High Street, das älteste seiner Art in England, wurde schon in den Tagebüchern des Samuel Pepys erwähnt und das im Jahr 1650. Es war aber nicht durchgehend ein Kaffeehaus; ursprünglich war es in The Angel untergebracht, ein Gasthof, der bis 1866 existierte und den dann der „Oxford Marmalade Man“ Frank Cooper bis 1919 übernahm. Anschließend waren an dieser Stelle unter anderem ein Co-Op-Laden, ein Postamt und ein Teddybär-Geschäft untergebracht, bis sich dann 1990 The Grand Café etablierte. Es ist also nicht das älteste Kaffeehaus, sondern es steht an der Stelle, an der das älteste einmal ins Leben gerufen wurde. Es wird hier auch weit mehr als nur Kaffee angeboten. Hier ist ein kurzer Videofilm.

Genau gegenüber, auf der anderen Straßenseite der High Street, Ecke Queen’s Lane, steht das Queen’s Lane Coffee House, das 1654 eröffnet wurde und damit das älteste kontinuierlich geöffnete Kaffeehaus in ganz Europa sein soll. Ein gewisser Cirques Jobson begann damals in seinem Etablissement, das exotische Getränk anzubieten, das bald viele Freunde fand. In dem Café trafen sich die Studenten der umliegenden Colleges, was noch heute der Fall ist, gemixt mit Touristen aus aller Welt. Da das Lokal in türkischer Hand ist, stehen viele türkische Gerichte auf der Speisekarte, auch türkischer Kaffee wird angeboten. Auch hier ist ein Film über das Lokal.

The Grand Café
84 High Street
Oxford
OX1 4BG

Queen’s Lane Coffee House
40 High Street
Oxford
OX1 4AP

Le Grand Café Capucines in Paris.
Author: voces
Creative Commons 2.0

 

 

Published in: on 8. Oktober 2020 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Ritz Hotel in London – Seit 2020 in Besitz einer Investmentfirma aus Katar

Die Queen Mum liebte das Restaurant des Londoner Ritz Hotels, eines der Ikonen in der Londoner Hotellandschaft. In diesem Jahr ging der Besitz des Hotels in Mayfair von den beiden Zwillingsbrüdern Sir Frederick und Sir David Barclay in den einer Investmentfirma aus Katar über, wieder ein Hotel der Luxusklasse, das nicht mehr in britischer sondern arabischer Hand ist. Die direkten Konkurrenten des Ritz, Claridges, The Berkeley und The Connaught gehören bereits der Maybourne Hotel Group an, ein Unternehmen das in irischer und katarischer Hand ist. Das Emirat Katar übernimmt immer mehr traditionelle Unternehmen in England; das Kaufhaus Harrod’s ist zum Beispiel im Besitz der Quatar Investment Authority. Auch mein persönliches Lieblingshotel, das Thornbury Castle Hotel in South Gloucestershire, ist im vorigen Jahr an eine arabische Gesellschaft verkauft worden.
Ist das wirklich gesund für die britische Wirtschaft, wenn immer mehr Unternehmen in arabischer Hand sind? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Eigner im Nahen Osten ein persönliches Verhältnis zu den Objekten haben und diese sofort wieder abstoßen, wenn es ihnen passt.

Im Vorfeld des Verkaufs des Ritz Hotels gab es in der Barclay-Familie Streit zwischen den Brüdern, beide 85 Jahre alt, und deren Nachkommen. Die Söhne Sir Davids sollen im Hotel Gespräche zwischen ihrem Onkel Sir Frederick und dessen Tochter Amanda abgehört haben. Es gab Streit über die Höhe des Verkaufspreises, der nach Sir Frederick Barclay mindestens £1 Milliarde betragen müsste. Nun ist das Luxushotel mit der Adresse 150 Piccadilly für £800 Millionen an den katarischen Geschäftsmann Abdulhadi Mana Al-Hajri übergegangen, der eine enge Beziehung zum Emir von Katar hat, dessen Familie mehr Eigentum in London haben soll als die Queen. Was allerdings für den neuen Besitzer spricht, ist, dass er während der Coronakrise dem gesamten Personal das volle Gehalt weiter gezahlt hat.

Ein Standardzimmer im Londoner Ritz kostet zur günstigsten Zeit £433, was gegenüber dem Namensvetter in Paris geradezu günstig ist, denn dort ist ein Zimmer unter €1000 pro Nacht kaum zu bekommen.

Hier ist ein Film über das Ritz in Mayfair, das zu den Leading Hotels of the World zählt, zu sehen.

Published in: on 28. September 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Bats & Broomsticks – Ein Guesthouse für Vampirfreunde in Whitby (North Yorkshire)

Dieses ist jetzt bereits mein 13. Blogeintrag über Whitby, der Hafenstadt an der Küste North Yorkshires, ein Zeichen dafür, dass das einer meiner Lieblingsorte in England ist. Seitdem Bram Stoker seinen Dracula hier in Whitby anlanden ließ, ist die Stadt zu einem Zentrum für Menschen geworden, die sich für Vampire und Geister interessieren. Es werden Ghost Walks und Vampir-Rundgänge angeboten, und jedes Jahr findet in der Stadt das Whitby Goth Weekend statt, zu dem sich die Goths, Anhänger der Gothic-Kultur, aus dem ganzen Land treffen und das Straßenbild mit ihrer schwarzen Kleidung beherrschen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass der ebenfalls schwarze Whitby-Jet-Schmuck in vielen Läden angeboten wird.

Wo übernachtet man in Whitby, wenn man tagsüber auf den Spuren Draculas gewandelt ist? Stilecht wäre das Bats & Broomsticks Guesthouse am Prospect Hill, das drei Zimmer zur Verfügung stellt, den Green Man Room, den Dracula Room und den Lunar Room, alle mit Himmelbetten ausgestattet. Die Besitzer haben Unmengen an gruseligen Dingen und Figuren zusammengetragen; am Hauseingang wird der Gast von einer lebensgroßen Dracula-Figur begrüßt. Die drei Zimmer sind unterschiedlich eingerichtet; für Gäste mit kleinen Kindern ist das B&B nicht zu empfehlen, denn die würden sich vor den herabhängenden Fledermäusen, Totenschädeln und Gerippen bestimmt fürchten. Im Frühstücksraum, in dem man bei Kerzenlicht den neuen Tag beginnt, dominiert Schwarz als Farbe.

Die Übernachtung kostet £85 inklusive eines Full Breakfast. Wer im Bats & Broomsticks nächtigen möchte, sollte frühzeitig buchen, denn es ist sehr beliebt. In diesem Film sind einige Bilder aus dem Guest House zu sehen.

Sollte das Guest House ausgebucht sein, wäre Bagdale Hall eine weitere Empfehlung (wo es spuken soll!).

Bats & Broomsticks Guesthouse
11 Prospect Hill
Whitby,
North Yorkshire YO21 1QE

Published in: on 23. September 2020 at 02:00  Comments (1)  
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Das Chateau Impney in Worcestershire – Ein Hotel, das dem Coronavirus zum Opfer gefallen ist

Ich las es mit großem Bedauern, dass das Coronavirus einem wunderschönen Hotel, dem Chateau Impney in Worcestershire, den Garaus gemacht hat. Am 16. März verkündete das Management das Ende des Hotels.

Erst einmal zur Orientierung: Das Chateau Impney liegt an der A38, rund einen Kilometer von der Autobahn M5 entfernt, am Rand der Stadt Droitwich. Es wurde im Stil eines französischen Schlosses erbaut und könnte genau so gut irgendwo an der Loire stehen. Der Industrielle John Corbett ließ es zwischen 1873 bis 1875 erbauen; genug Geld hatte der „Salt King“ durch den Salzabbau in der Region Droitwich verdient. Corbett investierte £247,000 in das Schlösschen und schenkte es seiner Frau Hannah Eliza O’Meara, die er in Paris kennengelernt hatte und die nur widerstrebend von der französischen Metropole in die englische Provinz gezogen war. Um ihr ein wenig französisches Flair in Worcestershire zu vermitteln, beauftragte er den Pariser Architekten Auguste Tronquois mit dem Entwurf des Schlosses, dessen Bau von dem englischen Architekten Richard Phené Spiers beaufsichtigt wurde.

Doch so richtig wohl fühlte sich John Corbetts Ehefrau auch im Chateau Impney nicht, und so zog sie in eines der anderen Anwesen ihres Mannes. Nachdem John Corbett 1901 gestorben war, ging das Schloss durch viele Hände bis es 1925 als Impney Manor Hotel eröffnet wurde. In den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs litt das Chateau sehr, als es vom War Office requiriert worden war, und der neue Besitzer, Ralph Edwards, musste sehr viel Geld in die Hand nehmen, um das Haus wiederherzustellen und erneut als Hotel zu eröffnen. Nachdem Edwards das Haus in den 1960er Jahren verkauft hatte, wechselten die Besitzer wieder mehrere Male, aber es blieb als Hotel erhalten. Jetzt ist es leider geschlossen worden und die Zukunft des Chateaus ist ungewiss. Ich hoffe nur, dass es nicht in die Hände eines russischen Oligarchen, eines Scheichs oder eines superreichen Chinesen fällt, sondern eines Tages erneut als Hotel seine Tore für jedermann öffnet.

Der Schriftsteller Pelham Grenville Wodehouse (1881-1975) war häufig hier zu Gast, und das Chateau diente als Vorbild für Sir Buckstone Abbotts Walsingford Hall in dem Roman „Summer Moonshine“ (1938), das Wodehouse so beschreibt: „a vast edifice constructed of glazed red brick, in some respects resembling a French chateau“.

Viele Jahre war das Hotel der Austragungsort des Chateau Impney Hill Climb, einer Autosportveranstaltung, die 2019 zum letzten Mal stattfand. Hier sind einige Bilder davon.

Meine Erfahrungen mit indischen Restaurants in England

The Sultan of Lancaster in Lancaster (Lancashire), in einer ehemaligen Kirche untergebracht.
Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Wenn meine Frau und ich früher im Wohnmobil unterwegs waren oder Cottages gemietet hatten, suchten wir uns zum Abendessen immer ein Restaurant in der Nähe aus, darunter auch hin und wieder ein indisches.

Unsere allererste Begegnung mit der indischen Küche war in Warwick, wo wir unser Wohnmobil an der Rennbahn abgestellt hatten. Nicht weit entfernt entlang der High Street gab es ein kleines indisches Restaurant, das wir betraten und dort keine weiteren Gäste vorfanden. Ein total verschniefter Kellner brachte uns die Karte und nachdem wir gewählt hatten, fragte er, ob wir unser Essen „hot“ haben wollten. Wir guckten uns an und nickten, natürlich sollte unser heiß sein, was für eine Frage. Offensichtlich durchschaute der Kellner unsere Unwissenheit und klärte uns auf, dass „hot“ auf Englisch auch „scharf“ bedeutet. Okay, wieder etwas gelernt, aber, wie gesagt, das ist schon sehr lange her.

Unsere zweite Begegnung mit der indischen Küche war in Thatcham in Berkshire, wo wir gern ein Tandoori-Gericht gehabt hätten, aber leider warf man in diesem Etablissement den Tandoori-Ofen erst abends an, so dass wir mit etwas anderem Vorlieb nehmen mussten.

Ich esse sehr gern scharf, aber die Variante „Vindaloo“ liegt so am Rande des Erträglichen, was ich in einem indischen Restaurant in Margate (Kent) zu spüren bekam. Mein Lamm-Vindaloo war wirklich extrem scharf, und meine Frau wunderte sich wie man so etwas überhaupt essen kann.

In York gab  es direkt an der Ouse ein nettes kleines Restaurant mit indischer Küche, das Taj Mahal, das wir mehrere Male aufsuchten, das aber das Problem hatte, bei Hochwasser der Ouse nicht mehr zugänglich zu sein. Inzwischen gibt es das Restaurant nicht mehr. Einen „Edel-Inder“ findet man in York in der Straße Fossgate, die sehr empfehlenswerte Mumbai Lodge, die auch Gerichte aus Bangladesh anbietet. Dieses Restaurant war bei unserem Besuch gut gefüllt, während in fast allen indischen Restaurants, die wir im Lauf der Jahre besuchten, kaum jemand außer uns saß. Das kann natürlich Zufall sein.
Chicken Tikka Masala ist eines der populärsten Gerichte in Großbritannien und macht sogar den Fish and Chips Konkurrenz.

Die Indian Lounge in Newbury (West Berkshire).
Photo © Jaggery (cc-by-sa/2.0)

The Cherry Tree Indian Restaurant in Wheathampstead (Hertfordshire).
Photo © Adrian Cable (cc-by-sa/2.0)

Das Nawab in Tiverton (Devon).
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. August 2020 at 02:00  Comments (3)  
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Mein Buchtipp – Tony Cherry and Meg Wise: Thornbury Castle Revisited

Foto meines Exemplares.

Wenn mich jemand fragt, ob ich in England einen Lieblingsplatz habe, dann muss ich nicht lange überlegen: Mein absoluter Favorit ist das Thornbury Castle in South Gloucestershire, nördlich von Bristol. Ich habe mehrere Male in meinem Blog über meine neun Besuche in diesem wunderschönen Castle Hotel geschrieben, das für mich eine außergewöhnliche Atmosphäre hat und die ich am liebsten im Winter genieße. Diesen kurzen Film habe ich vor einigen Jahren im Tudor Garten zwischen dem Hotel und der Kirche St Mary’s mit meinem Handy gemacht, und vielleicht gibt der ein wenig von dieser speziellen Atmosphäre wieder (obwohl er zugegebenermaßen nicht oscarwürdig ist!).

Tony Cherry und Meg Wise vom Thornbury & District Museum haben 2019 ein Buch veröffentlicht, in dem sie sich mit der Geschichte des Thornbury Castles beschäftigen, das Anfang des 16. Jahrhunderts von Edward Stafford, dem dritten Duke of Buckingham, erbaut wurde. Nach dessen Hinrichtung gelangte die Burg in die Hände Heinrichs VIII., der aber hier nur einmal für wenige Tage zusammen mit Anne Boleyn weilte. Ich will hier nicht näher auf die einzelnen Stationen in der Geschichte der Burg eingehen, aber noch einiges über die letzten fünfzig Jahre berichten.

1966 kaufte Kenneth Bell Thornbury Castle und richtete darin ein Restaurant ein, das sich zu den besten Großbritanniens entwickeln sollte. 1972 legte er wieder einen Weingarten an, der noch heute existiert und dessen Erträge auf Flaschen aufgezogen werden. Man kann den Wein im Restaurant des Hotels zum Essen bestellen (ich habe ihn einmal probiert). Nach Kenneth Bell, der bereits einige Räume der Burg in Hotelzimmer umgewandelt hatte, war ab 1986 Maurice Taylor, der Baron of Porthlethen, der neue Besitzer, der Thornbury Castle jetzt zu einem  richtigen Hotel machte. 1999 benannte das renommierte Condé Nast Traveller Magazin Thornbury Castle zum zweitbesten Hotel der Welt (die Nummer 1 war das Windsor Court Hotel in New Orleans). Bei meinen ersten Aufenthalten hier habe ich den Baron noch kennengelernt, der 2017 starb und dessen Asche in dem kleinen Castle Cemetery beigesetzt ist.

Als Maurice Taylor sein Hotel im Jahr 2000 verkaufte, ging es in den Besitz der Von Essen Hotelgruppe über, die 2011 Konkurs anmeldete (ich war wenige Tage nach dem 11. September 2001 zu Gast, als sämtliche Buchungen aus den USA storniert worden waren, und meine Frau und ich fast die einzigen Hotelgäste waren, ein ganz besonderes Erlebnis, die Burg beinahe für sich ganz allein zu haben!). Die Zukunft der Burg war damals im Jahr 2011 ungewiss, bis eine andere Hotelgruppe, Luxury Family Hotels, Thornbury Castle übernahm.

Bei meinem letzten Besuch im Oktober 2019 sagte mir der General Manager, dass das Haus jetzt einer arabischen Investmentgruppe gehört, die es komplett umgestalten will. Zur Zeit ist das Hotel geschlossen, einmal wegen der Corona-Krise und einmal wegen der noch laufenden Bauarbeiten. Ich hoffe nur, dass Thornbury Castle, das mir so ans Herz gewachsen ist, behutsam umgebaut wird und dass ich es, wenn es wiedereröffnet wird, noch wiedererkennen werde!!

Ich habe Tony Cherrys und Meg Wises Buch mit großem Genuss gelesen und bin dadurch dem Castle noch ein Stück nähergerückt. Meg Wise habe ich im Museum von Thornbury persönlich kennen gelernt.

Tony Cherry and Meg Wise: Thornbury Castle Revisited. Redcliffe Press 2019. 138 Seiten. 

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Die Lounge, mein Lieblingsplatz im Hotel.
Eigenes Foto.

 

Das Prince Rupert Hotel in Shrewsbury (Shropshire) – Eine Heimstatt für Obdachlose in der Coronakrise

Die Infrastruktur in Form von Hotels, Restaurants und Pubs ist seit vielen Wochen in England nicht mehr vorhanden. Überall stößt man auf verschlossene Türen, und man kann nur hoffen, dass möglichst viele die Coronakrise überleben. Frühestens Anfang Juli ist mit einer Lockerung zu rechnen in diesem von der Pandemie schwer gebeutelten Land.

Auch das Prince Rupert Hotel in Shrewsbury, der Grafschaftshauptstadt von Shropshire, wurde im März geschlossen. Ich habe hier einmal einige Tage gewohnt und in meinem Blog darüber geschrieben, und so war ich besonders berührt, als ich hörte, dass der Hotelbesitzer Mike Matthews sein Haus für Obdachlose geöffnet hat. Menschen ohne festen Wohnsitz gibt es nicht nur in den großen Metropolen, auch in der Provinz sind Männer und Frauen zu finden, die sich irgendwie über Wasser halten und nachts im Freien schlafen. Mike Matthews sagte sich, hier ist nun mein Hotel mit leer stehenden Zimmern und draußen halten sich Menschen auf, die nicht wissen, wo sie die nächste Nacht verbringen sollen. Seit mehreren Wochen schon beherbergt das 4*-Hotel 25 „homeless people“, die gar nicht wussten wie ihnen geschah, als sie sich plötzlich in dem Komfort und Luxus eines Hotels wiederfanden. Die neuen Gäste des Prince Rupert sind dankbar für diese unerwartete Unterstützung, und einige machten sich auch gleich nützlich. Wie der Shropshire Star berichtet, hat sich einer von ihnen aller reparaturbedürftigen Stühle im Hotel angenommen und diese repariert.
Die 25 Hotelbewohner bekommen nicht nur freie Logis, sie werden auch verpflegt und erhalten regelmäßig ihre Mahlzeiten.

Mike Matthews und sein Team machen da wirklich tolle Arbeit, und er hat bereits angedeutet, dass er möglicherweise dem einen oder anderen eine feste Arbeitsstelle anbieten könnte. Hier ist ein Film über Mike Matthews‘ gute Tat.

Zum Thema Obdachlosigkeit in England siehe meine Einträge über die Zeitung The Big Issue und Charlie Carrols Buch „No Fixed Abode: A Journey Through Homelessness from Cornwall to London„.

Der französische Komponist Claude Debussy (1862-1918) und das Grand Hotel in Eastbourne (Kent)

Claude Debussy.
This work is in the public domain.

Am 14. Oktober 1904 versuchte eine Frau mitten auf dem Place de la Concorde in Paris, sich das Leben zu nehmen. Mit einem Revolver schoss sie sich mehrfach in die Brust, aber es gelang ihr nicht, sich zu töten. Schwer verletzt wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Name: Rosalie Lilly Debussy. Der Grund: Ihr Mann, der berühmte Komponist Claude Debussy (1862-1918) hatte sie wegen einer anderen Frau verlassen.
Der Selbstmordversuch geschah auf dem berühmten Platz in Paris, in Sichtweite eines der besten und renommiertesten Grand Hotels der Stadt, dem Crillon (in dem ich einmal einige Tage lang wohnte und es sehr genoss).

Etwa 450 Kilometer nördlich von Paris liegt an der Südküste von Kent, in Eastbourne, ein weiteres Grand Hotel, das mit dem französischen Komponisten in Zusammenhang steht. Hierhin flüchtete Debussy mit seiner Geliebten, der Bankierstochter Emma Bardac, die er bald darauf heiratete, um dem Skandal in Paris zu entgehen, denn der Selbstmordversuch seiner Ex und die anstehende Scheidung hatten dort hohe Wellen geschlagen.
Zwei Monate lang wohnten Claude Debussy und die schwangere Emma Bardac in einem Zimmer im Eastbourne Grand Hotel; während dieser Zeit vollendete der Komponist sein Werk La mer, trois esquisses symphoniques pour orchestre (hier ist ein Ausschnitt), an dem er schon seit 1903 gearbeitet hatte. Wer heute noch einmal auf den Spuren des Paares aus Paris wandeln möchte, braucht sich im Hotel nur das Zimmer 200 reservieren lassen, das auch die Debussy Suite genannt wird. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Meer.

Das Grand Hotel gehört zu der kleinen Gruppe der Elite Hotels, zu der auch Tylney Hall bei Hook (Hampshire) und Ashdown Park bei Forest Row (East Sussex) gehören, über die ich in meinem Blog geschrieben habe. Es verfügt über 152 Zimmer, von denen 23 Suiten sind.
Die Übernachtungspreise beginnen etwa bei 220 Euro für ein Standardzimmer. Hier ist ein Film über das Haus.

Eastbourne hat den Ruf, dass die Einwohner einen sehr hohen Altersdurchschnitt haben; tatsächlich liegt das Durchschnittsalter in einigen Teilen der Stadt bei über 70 Jahren.
Ich mag die Promenade am Meer, die Pier und die unzähligen Strandhütten; man kann hier endlos lange spazieren gehen.

The Grand Hotel
King Edward’s Parade
Eastbourne BN21 4EQ