Pubschilder – The Who’d Have Thought It Inn in Milton Combe (Devon)

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sarah Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt (Gott sei Dank!!) in England noch immer richtig schöne Countrypubs, bei denen einfach alles stimmt: Die Lage, das Gebäude, die Qualität des ausgeschenkten Biers und die Zubereitung der Speisen. Einer dieser Vorzeige-Pubs ist „The Who’d Have Thought It“ in Milton Combe, ca 12 km von Plymouth in Devon entfernt, am Randes des Dartmoors.

Der Name des Pubs ist etwas ungewöhnlich (es gibt allerdings noch weitere Pubs mit diesem Namen in leicht veränderter Schreibweise), aber das Pubschild zeigt wie er zustande kam. Ein Dorfbewohner von Milton Combe beantragte vor langer Zeit eine Lizenz, um einen Gasthof zu eröffnen. Nachdem er die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, erreichte ihn schließlich doch noch ein Brief mit der Schanklizenz. „Wer hätte das gedacht“, soll der frisch gebackene Wirt ausgerufen haben oder „Who’d have thought it“. Diesen Namen hat er dann gleich für seinen neuen Pub behalten. Auf dem Pubschild zu sehen: Der Wirt mit der Lizenz in der Hand und im Hintergrund der bisherige Platzhirsch, der Publican des „The First and Last“, der gar nicht erfreut ist, jetzt einen Konkurrenten zu haben. Im Vordergrund die Dorfbewohner, die sich über das Ereignis unterhalten.

Der Gasthof, der nur zwei Gehminuten von der Buckland Abbey entfernt liegt, bietet seinen Gästen eine Fülle von Unterhaltungsmöglichkeiten an wie ein Cider Festival, Live Music und spezielle Menüs für spezielle Tage (Burns Night, St Patrick’s Day, St George’s Day).

The Who’d Have Thought It Inn
Milton Combe
Yelverton
PL20 6HP

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Sarah Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Dovecotes Teil 2: Das Taubenhaus als Pubname

Gestern schrieb ich in meinem Blog über die „dovecotes“, die Taubenhäuser. Dieser Begriff wird auch hin und wieder als Pubname verwendet. Einer dieser Pubs war sogar architektonisch wie ein Taubenhaus gestaltet: The Dovecote in Billericay (Essex), der leider abbrannte und wieder aufgebaut wurde, allerdings nicht mehr so schön, und unter dem Namen The Mayflower fungierte. 2013 war es auch mit ihm vorbei und er wurde geschlossen.

Hier sind einige Beispiele für „Dovecote“-Pubs (manchmal auch „Dovecot“ geschrieben):

In der Coventry Road in Narborough (Leicestershire) steht The Dovecote, dessen Wirtshausschild ein Taubenhaus ziert, das von vier Tauben umflattert wird. In Narborough ereigneten sich in den 1980er Jahren spektakuläre Mordfälle, über die ich in meinem Blog schrieb, aber das nur am Rande.

   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

————————————————————————————————————————–

In den Außenbezirken von Bristol findet man in der Ashton Road in Long Ashton The Dovecote. Die Besonderheit dieses Pubs: Vor ihm steht ein echtes Taubenhaus. Teile des Gebäudes sind über 350 Jahre alt.

   © Copyright Anthony O'Neil and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Anthony O’Neil and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Cross Hill in Laxton (Nottinghamshire) lautet die Adresse des The Dovecote Inns, der mehr ein Restaurant als ein Pub ist, in dem man übernachten kann. Auch hier steht ein echtes Taubenhaus im Biergarten. Dieser kurze Film porträtiert den Country-Pub für Gourmets.

   © Copyright Graham Hogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hogg and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


An der A46, südwestlich von Lincoln in Lincolnshire, trifft man bei Witham St Hughs auf The Dovecote, dessen Wirtshausschild ein stilisiertes Taubenhaus zeigt.

   © Copyright Brian Westlake and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Brian Westlake and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Zum Abschluss noch ein Beispiel aus Kent. In der Alders Road in Capel bei Tonbridge steht der gemütliche The Dovecote Inn, dessen Wirtshausschild kein Taubenhaus, sondern eine Taube zeigt.

   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Chris Whippet and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 2. März 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Pubnamen – „The Black Boy“

The Black Boy in Shinfield (Berkshire).    © Copyright Rob Wilcox and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Shinfield (Berkshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Rob Wilcox and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hin und wieder stößt man in England auf Pubs, die den Namen „The Black Boy“ tragen. Was ist damit gemeint?
Es gibt mehrere Erklärungen dafür, zum Beispiel kann es sich dabei um junge Schornsteinfeger oder Bergarbeiter handeln, die auf Grund ihrer schmutzigen Berufe so bezeichnet wurden, oder aber um Hotelpagen mit schwarzer Hautfarbe, die eine Zeit lang gern in Londoner Hotels eingestellt wurden, oder um König Charles II., der von seiner Mutter Henrietta Maria in seiner Kindheit den Spitznamen „Black Boy“ erhielt, weil er schwarze Haare und dunkle Gesichtszüge hatte.

Seit einigen Jahren gibt es um manche „Black Boy“-Pubs immer mal wieder Kontroversen, da der Namen einigen Menschen nicht „politisch korrekt“ ist. So sollte ein Wetherspoons-Pub in Newtown in Powys (Wales) in Llywelyn ap Gruffydd umbenannt werden. Die Einheimischen verteidigten den alten, angestammten Namen mit Zähnen und Klauen, und so gab die Pubgruppe Wetherspoons nach und es blieb beim „Black Boy“. Ähnliches spielte sich beim „The Black Boy“ in Caernarfon, ebenfalls in Wales gelegen, ab.

Gerade erst vor wenigen Tagen wiederholte sich das Spiel: „The Black Boy“ in Shinfield (Berkshire) bei Reading ging im Januar in den Besitz der Barons Pub Company über, die der Meinung war, dass der Name nicht mehr in die heutige Zeit passt, und so wollten sie ihn in das neutrale „The Shinfield Arms“ umbenennen. Die Folge: Proteste über Proteste, und so zogen die neuen Besitzer ihren Vorschlag schnell wieder zurück. Der über 500 Jahre alte „The Black Boy“ bleibt „The Black Boy“; zurzeit wird der Gasthof generalüberholt und wird seine Pforten am 8. März wieder öffnen.

Eine ähnliche Kontroverse gab es um den Pubnamen „Labour in Vain„, worüber ich in meinem Blog schon einmal schrieb.

Die folgenden Bilder zeigen einige Interpretationen des Namens „The Black Boy“.

The Black Boy in Newtown (Powys).    © Copyright Penny Mayes and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Newtown (Powys).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Penny Mayes and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Retford (Nottinghamshire).    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Retford (Nottinghamshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian S and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Bridgnorth (Shropshire).    © Copyright P L Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Bridgnorth (Shropshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright P L Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Bewdley (Worcestershire). Das Pubschild zeigt Charles II.    © Copyright P L Chadwick and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Black Boy in Bewdley (Worcestershire). Das Pubschild zeigt Charles II.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright P L Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 9. Februar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – „The Hung Drawn and Quartered“ in der Londoner Great Tower Street

   © Copyright Mike Quinn and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright Mike Quinn and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gleich hinter dem Londoner Tower findet sich ein Pub mit dem ungewöhnlichen Namen „The Hung Drawn and Quartered„, dessen Schild einen zum Tode Verurteilten zeigt, der die fürchterliche Strafe Hängen, Ausweiden und Vierteilen über sich ergehen lassen muss. Diese Hinrichtungsart war vorwiegend für des Hochverrats angeklagte und verurteilte Menschen vorgesehen. 1870 wurde diese Strafe abgeschafft; der letzte auf diese Art hingerichtete war der Schotte David Tyrie, dem man 1782 ein Komplott mit den Franzosen vorwarf.

Der Gasthof, der mit seinem Namen an diese unmenschliche Strafe erinnert, steht auf dem Tower Hill, nur wenige Schritte von dem Ort entfernt, der früher einmal als Hinrichtungsstätte für Adelige diente, die in Ungnade gefallen waren. Nur ganz wenige wurden innerhalb der Mauern des Towers exekutiert (ich berichtete in meinem Blog darüber), alle anderen außerhalb des Towers.
An der Außenwand des Pubs hat man ein Schild mit einem kurzen Auszug aus Samuel Pepys‘ Tagebüchern angebracht, dessen Foto ich unten angefügt habe.

The Hung Drawn and Quartered Pub, der der Londoner Fuller Brewery gehört, nennt sich selbst ein „Tower Hill Gem – Executed to perfection„, kann man es treffender ausdrücken? Natürlich gibt es hier auch die Fuller’s Biere im Angebot wie den Klassiker, das London Pride, aber auch Oliver’s Island, Seafarers und das Champion Ale ESB.

Ab 9 Uhr ist das Gasthaus an der Great Tower Street täglich geöffnet, so dass man hier auch schon das Frühstück zu sich nehmen kann. In der Küche hat Gary Carter das Kommando, der sich bereits sein Weihnachtmenü ausgedacht hat, das £30.95 kosten wird und drei Gänge umfasst.

The Hung Drawn and Quartered
26-27 Great Tower Street
London EC3R 5AQ

This work is released into the public domain.

This work is released into the public domain.

Published in: on 22. November 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Pubnamen – The Shoulder of Mutton

The Shoulder of Mutton in Appleton Roebuck (North Yorkshire).   © Copyright Ian S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Appleton Roebuck (North Yorkshire).
   © Copyright Ian S and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gab einmal eine Zeit, zu der das Gericht Hammelschulter häufig auf den Speisekarten englischer Gasthöfe zu finden war und so wurden dann auch einige dieser Häuser danach benannt. „Shoulder of Mutton“ ist auch heute noch ein häufig verwendeter Name für Pubs.

Meine persönliche „Lieblings-Hammelschulter“ liegt in dem idyllischen Dorf Appleton Roebuck (ich berichtete in meinem Blog darüber), vor den Toren der Stadt York in North Yorkshire. Ich war dort viele Male zu Gast und fühlte mich in dem Gasthof immer wieder wohl. In dem kleinen angeschlossenen Restaurant stand allerdings keine Hammelschulter auf der Karte, woraufhin das Pubschild eigentlich hindeutet.

Shoulder of Mutton servierte man früher gelegentlich mit einer Gurkensauce und so gab es auch einmal einen Pub in Yapton (West Sussex), der The Shoulder of Mutton and Cucumbers hieß, leider ist auch dieser Gasthof den Weg alles Irdischen gegangen und schloss 2007 für immer seine Pforten.

Ein schönes Pubschild ziert den Shoulder of Mutton in Grandborough in Warwickshire. Darauf zelebriert ein Koch eine gewaltige mit Gemüsen umlegte Hammelschulter. Auf der Karte des Restaurants steht zwar keine „shoulder of mutton“, dafür aber ein „Warwickshire farm lamb rump“, immerhin.

Ein Pub, der bis vor einiger Zeit nur vegetarische Gerichte anbot, dürfte eigentlich nicht nach einem verspeisbaren Tier benannt sein, aber es war so. The Shoulder of Mutton an der Wallingford Street in Wantage (Oxfordshire) war ein reiner „veggie pub“, was sich allerdings im vorigen Jahr änderte, als ein neuer Landlord den Pub übernahm und Fleisch auf seine Speisekarte setzte.

Ein sehr schön anzuschauender Pub ist The Shoulder of Mutton in Wendover in Buckinghamshire und was finden wir da auf der Karte des historischen, zur Chef&Brewer-Kette gehörenden Gasthauses…“Slow cooked lamb shoulder“. Also, es geht doch!

Das war nur eine kleine Auswahl an Pubs, die diesen Namen tragen. Es gibt noch wesentlich mehr davon im ganzen Land verstreut.

Wie man eine geschmorte Lammschulter mit Kräuter-Salsa zubereitet, zeigt uns Tim Mälzer in diesem Film.

The Shoulder of Mutton in Wantage (Oxfordshire).   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Wantage (Oxfordshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright P L Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Grandborough.   © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Grandborough (Warwickshire).
    © Copyright Stephen McKay and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Wendover (Buckinghamshire).    © Copyright Wayland Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Wendover (Buckinghamshire).
   © Copyright Wayland Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 24. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Uncle Tom Cobley und ein armes geschundenes Pferd – Motiv für zwei Pubschilder in Devon

The Old Inn in Widecombe-in-the-Moor (Devon).   © Copyright Maigheach-gheal and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Old Inn in Widecombe-in-the-Moor (Devon).
   © Copyright Maigheach-gheal and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Tom Pearce, Tom Pearce, lend me your grey mare.
All along, down along, out along lea.
For I want for to go to Widecombe Fair,
With Bill Brewer, Jan Stewer, Peter Gurney,
Peter Davy, Dan’l Whiddon, Harry Hawke,
Old Uncle Tom Cobley and all,
Old Uncle Tom Cobley and all.

So lautet die erste Strophe des Liedes „Widecombe Fair„, das davon handelt, dass sich einige Männer das alte Pferd von Tom Pearce ausleihen, um damit nach Widecombe-in-the-Moor im Dartmoor zu reiten, wo gerade wieder der berühmte Markt stattfindet. Leider bekommt Tom Pearce sein Pferd nicht wieder zurück, denn es überstand die Strapazen des Rittes nicht, kein Wunder, wenn so viele Männer gleichzeitig auf dem Tier unterwegs waren.

Einer dieser Männer war Old Uncle Tom Cobley, dessen Name noch heute durch die Redewendung „Uncle Tom Cobley and all“ bekannt ist, was in etwa mit „…und jede Menge Leute“  oder „…und die ganze Sippschaft“ zu übersetzen ist.

Diese Szene des Rittes der Männer um Tom Cobley nach Widecombe ist auf zwei Pubschildern wiedergegeben. Eines davon findet sich in Widecombe-in-the-Moor in Devon selbst und zwar am The Old Inn mitten im Ortszentrum am Village Green. Das Schild zeigt die sieben Männer auf dem bemitleidenswerten Pferd bei ihrer Ankunft in Widecombe. Ich könnte mir denken, dass der erste Weg die Sieben in The Old Inn geführt hat, wo sie einige Pints vernichtet haben, bevor sie sich den Amüsements der Fair widmeten.

Ein ähnliches Pubschild ist an der Tom Cobley Tavern in Spreyton, ebenfalls in Devon, angebracht. Auf diesem Bild sitzen nur vier Männer auf der „grey mare“, drei laufen nebenher. Trotzdem sieht das arme Tier sehr geschunden aus. In Spreyton am nördlichen Rand des Dartmoors soll sich auch das Grab Tom Copleys befinden, der 1794 starb.

Es gab noch einen weiteren Pub, der Tom Copley gewidmet war und der in der Foxhole Road in Paignton (Devon) stand; leider existiert dieser Gasthof nicht mehr, man hat daraus einen Coop-Supermarkt gemacht. Wie schade!!

Hier ist das Lied „Widecombe Fair“ zu hören.

The Tom Cobley Tavern in Spreyton (Devon).   © Copyright Robin Lucas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Tom Cobley Tavern in Spreyton (Devon).
   © Copyright Robin Lucas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 29. August 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Railway Arms in Alton (Hampshire)

Das im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Merkmal des Pubs The Railway Arms in Alton (Hampshire) ist kein Pubschild, sondern eine Lokomotive über dem Eingang. Der Londoner Bildhauer Richard Farrington, der jetzt in Alton lebt, hat die zwei Meter lange Lokomotive geschaffen, eine Drummond M7 wie Eisenbahnfans sicher gleich erkannt haben. Dabei ließ er sich von einem Bild des belgischen Impressionisten René Magritte inspirieren, das den Namen „La Durée poignardée“ trägt, 1938 entstanden ist und im Art Institute of Chicago hängt. Ein Jahr später gestaltete Richard Farrington ein weiteres Kunstwerk für The Railway Arms, eine Bronze vor dem Eingang, die zwei Brauer zeigt, die ein Bierfass tragen. Der erste Brauer betritt eine Treppe und das ist eine Anspielung auf die Biermarke „Stairway to Heaven“ der Brauerei Triple FFF, Eigentümerin des Pubs. Graham Trott, der die Brauerei gründete, war Rockmusikfan und benannte einige seiner Biere nach Rocksongs, darunter auch „Stairway to Heaven“ der Band Led Zeppelin aus dem Jahr 1971 (vor wenigen Tagen gewannen Led Zeppelin einen Plagiatsprozess in Los Angeles, in dem ihnen vorgeworfen wurde, einen Teil des Songs „Taurus“ der US-Rockband Spirit widerrechtlich kopiert zu haben). Weitere Biernamen der Triple FFF Brewery, die auf Rocksongs basieren: „Pressed Rat and Warthog“ (1968 von Cream aufgenommen) und „Moondance“ (Van Morrison 1970). Die Brauerei liegt ganz in der Nähe von Alton, in Four Marks in der Straße Station Approach, gut über die A31 Guildford-Winchester zu erreichen.

Der Gasthof, dessen Einrichtung seinem Namen entsprechend unter dem Thema „Eisenbahn“ steht, heißt The Railway Arms, weil durch Alton Züge der Watercress Line nach London fuhren, um von dort die regional angebaute Wasserkresse in die Hauptstadt zu fahren. Ein 16 Kilometer langes Teilstück ist noch erhalten geblieben, auf der Nostalgie-Zugfahrten unternommen werden; so kann man zum Beispiel auf dem Real Ale Train frisch gezapftes Bier von Brauereien aus dem Süden Englands probieren.

The Railway Arms
26 Anstey Road
Alton GU34 2 RB
Hampshire

Ein Zug der Watercress Line auf dem Bahnhof von Alton (Hampshire).   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Zug der Watercress Line auf dem Bahnhof von Alton (Hampshire).
   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. Juni 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Beer Drinker of the Year Award 2016: Cathy Price und ihre Roten Löwen

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Die All-Party Parliamentary Beer Group, eine parteiübergreifende Einrichtung des britischen Parlaments (Zweck: „To promote the wholesomeness and enjoyment of beer and the unique role of the pub in UK Society“) hat den diesjährigen Preis „Beer Drinker of the Year“ vergeben und zwar an eine Dame, an Cathy Price. Sie erhielt die Auszeichnung nicht, weil sie Unmengen an Bier getrunken hat, sondern aus einem viel originelleren Grund.

Die kuriose Geschichte begann im Jahr 2011, als Cathy Price im Lake District den Red Lion in Hawkshead (Cumbria) betrat und dort auf einer Plakette las: “ The Red Lion is the most common Name for a Pub in the UK„. Ob wohl schon jemand alle Red Lions auf der Insel aufgesucht hat, schoss es ihr durch den Kopf? Wohl kaum, und der Gedanke an die vielen roten Löwen setzte sich bei ihr fest. Sie forschte ein wenig nach und recherchierte, dass im Jahr 2010 724 Red Lion-Lizenzen ausgestellt waren. Abzüglich der mittlerweile bei Reiseantritt geschlossenen Pubs kam sie auf die Zahl 656, die sie nun tatsächlich alle besuchte.

Nummer 2 (nach Hawkshead) war The Red Lion in Wheelton in Lancashire und Nummer 3 der Red Lion in Mawdesley, ebenfalls in Lancashire. Bei der Reise quer durch das Land legte Cathy Price im Verlauf von vier Jahren 90 000 Meilen zurück und besuchte über 650 Pubs mit dem Namen The Red Lion; in jedem trank sie ein halbes Pint. Die letzte Station ihrer Reise war The Red Lion in Northmoor in Oxfordshire.

Über diese ungewöhnliche Geschichte schrieb sie ein Buch, das Anfang 2016 unter dem Titel „The Red Lioness: One Woman. Four Years. 90 000 Miles. 650+ Pubs“ im Verlag Troubadour Publishing (ISBN  978-1785890369) erschien.

Der Preis wurde vom Vorsitzenden der All-Party Parliamentary Beer Group, Andrew Griffiths, während des alljährlichen Awards Dinner in der Haupstadt überreicht, in Anwesenheit von zahlreichen Parlamentsabgeordneten.

Wo alles begann:    © Copyright Keith Salvesen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles begann: The Red Lion in Hawkshead.
  © Copyright Keith Salvesen and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Station Nummer 2: The Red Lion in Wheelton (Lancashire).   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Station Nummer 2: The Red Lion in Wheelton (Lancashire).
   © Copyright David Dixon and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die 3. Station: The Red Lion in Mawdesley (Lancashire).   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die 3. Station: The Red Lion in Mawdesley (Lancashire).
    © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles endete: The Red Lion in Northmoor (Oxfordshire).   © Copyright Steve Daniels and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo alles endete: The Red Lion in Northmoor (Oxfordshire).
    © Copyright Steve Daniels and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Pubschilder – „Labour in Vain“

All Labour in Vain in Horsehay (Shropshire), leider nicht mehr existent.   © Copyright Mike White and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

All Labour in Vain in Horsehay (Shropshire), leider nicht mehr existent.
    © Copyright Mike White and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Labour in Vain“ kann man am besten mit „Vergebliche Liebesmüh“ übersetzen und diese Worte zieren einige wenige Pubschilder in England. Die eigentliche Aussage sollte heißen: Wir brauen hier so gutes Bier, dass jeder Versuch, uns zu übertreffen „vergebliche Liebesmüh“ wäre. Doch die ideenreichen Maler von diesen Wirtshausschildern fanden weitere Motive, die sie ihren Auftraggebern vorschlugen, wobei eines für besondere Aufregung sorgte und das einen Pub in Yarnfield in Staffordshire betraf. Dort zeigt das Schild einen kleinen dunkelhäutigen Jungen, der in einem Badezuber sitzt und von einer weißen Frau geschrubbt wird, wobei ein ebenfalls weißer Mann zusieht. 1994 beschwerten sich zwei junge Mädchen über das Schild, das daraufhin abgehängt und durch ein anderes ersetzt wurde, das einen Farmer zeigt, der mit Hilfe von zwei Pferden Saatgut ausbringt, das gleich wieder von hungrigenMöwen aufgefressen wird (hier zu sehen). Auch keine schlechte Idee. Das kontroverse, politisch nicht korrekte Pubschild wurde dann nach einigen Jahren wieder im Biergarten aufgehängt, was erneut die Behörden auf den Plan rief. Die Dorfbewohner von Yarnfield und die „Pub Regulars“ hatten jetzt aber die Nase voll, sie wollten ihr ursprüngliches Wirtshausschild behalten und bei einer Umfrage sprach sich die überwältigende Mehrheit für den Verbleib aus. Sie hielten das Bild mit dem kleinen schwarzen Jungen überhaupt nicht für rassistisch und der Name des Pubs sollte auch erhalten bleiben (es war die Rede davon, ihn in Yarnfield Arms“ umzubennen). Die Gemüter scheinen sich aber mittlerweile beruhigt zu haben, denn nach größeren Umbauarbeiten im vorigen Jahr hat das Gasthaus wieder unter dem Namen „Labour in Vain“ eröffnet, lediglich das kontroverse Schild ist nicht mehr zu sehen, sondern  das alternative mit dem Farmer.
Böse Zungen haben einmal behauptet, dass die auf dem Schild abgebildete Szene einen Jungen zeigt, der das Ergebnis einer außerehelichen Affäre ist und dass man versucht, ihn „weiß zu waschen“, um die Sache etwas zu verschleiern

Ein ähnliches Pubschild zierte einmal „All Labour in Vain“ in Horsehay bei Telford in Shropshire, der leider nicht mehr existiert. Auch darauf war ein schwarzer Junge zu sehen, der in einem Badezuber sitzt und von mehreren Menschen saubergeschrubbt werden soll. Hierbei handelt es sich aber um einen Jungen, der in einem Kohlebergwerk arbeitet und man versucht, den armen kleinen Kerl vom Ruß zu befreien.

Labour in Vain in Yarnfield (Staffordshire).   © Copyright Mick Malpass and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Labour in Vain in Yarnfield (Staffordshire).
   © Copyright Mick Malpass and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 22. Mai 2016 at 02:00  Comments (1)  

Pubnamen – „The Hole in the Wall“

The Hole in the Wall in Little Wilbraham (Cambridgeshire).   © Copyright JThomas and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Hole in the Wall in Little Wilbraham (Cambridgeshire).
   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Auf Pubs mit dem Namen „Hole in the Wall“ stößt man in England hier und da. Mein „The Wordsworth Dictionary of Pub Names“ gibt gleich ein ganzes Bündel von möglichen Erklärungen für diesen Namen ab. Da gab es früher beispielsweise in den Gefängniszellen, in denen zum Tode Verurteilte auf ihre Hinrichtung warteten, Löcher in der Wand, durch die die Gefangenen sprechen konnten. Diese Vorrichtung existierte auch in Schuldgefängnissen, durch die die Schuldner mit Nahrung versorgt wurden. Zu der Zeit, als es noch Leprakranke gab, hatte man in deren Behausungen in der Außenwand Löcher, wodurch die Priester ihre Hände streckten, um die Bewohner zu segnen usw. usw.

Ich habe hier einige Beispiele für Pubs mit dem Namen The Hole in the Wall zusammengestellt:

Einen sehr hübschen Gastropub findet man in dem kleinen Dorf Little Wilbraham in der Grafschaft Cambridgeshire, in dem Alex Rushmer am Herd steht, den man aus der TV-Kochshow „Masterchef“ kennt. Das Pubschild zeigt eine Mauer mit einem Loch in der Mitte, lässt aber keine Rückschlüsse auf die Bedeutung zu.

The Hole in the Wall in der Straße High Petergate, direkt an der  Bootham Bar in York, zeigt auf dem Pubschild die Ruinen der St Mary’s Abbey; der Name geht aber auf Ausgrabungen im Jahr 1816 zurück, als man unter dem Haus auf ein Loch stieß, das zu einem Verlies führte, in dem früher Gefangene angekettet worden waren. Aus dem einstigen Board Inn wurde daraufhin The Hole in the Wall, in dem es, wir sind in York(!), spuken soll.

   © Copyright Chris Downer and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Chris Downer and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Wie The Hole in the Wall an der Waterloo Station in London zu seinem Namen kam, ist nicht schwer zu erraten, denn es liegt direkt unter einer Eisenbahnbrücke in einem „Loch in der Wand“ oder besser ausgedrückt, in einer der Arkaden des Viadukts.

   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

   © Copyright N Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Auch die Stadt Darlington im County Durham im Norden Englands verfügt über ein Hole in the Wall am Market Place. Man vermutet, dass der Name auf ein Loch in Darlingtons mittelalterlicher Grenzmauer zurückzuführen ist. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Gasthaus von einem berühmten Sportler geführt. Landlord war damals George Butterfield, der 1906 den Weltrekord über eine Meile innehatte und bei den Olympischen Spielen 1908 in London Großbritannien in den Disziplinen 1500 Meterlauf und 3000 Meterlauf vertrat.

   © Copyright Robert Graham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright Robert Graham and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.


Wir bleiben zum Schluss des kleinen Überblicks in Nordengland und zwar in Bowness-on-Windermere in der Grafschaft Cumbria, wo wir The Hole in t‘ Wall am Robinson Place finden, auch bekannt unter dem Namen New Hall Inn, der älteste Pub des Ortes. Daneben stand früher einmal eine Schmiede, und da die Arbeit darin sehr durstig machte, schlug man einfach ein Loch durch die Außenmauer, durch das der Schmied bedient werden konnte.

   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 >   © Copyright Jaggery and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 17. Mai 2016 at 02:00  Comments (5)  

Pubnamen – The Goldfinger Tavern in Highworth (Wiltshire)

   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

    © Copyright P L Chadwick and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Zugegeben, um einen architektonisch besonders gelungenen Pub handelt es sich hier nicht, aber er ist dafür der einzige auf der Welt, der den Namen Goldfinger Tavern trägt. Man findet ihn in Highworth, einer kleinen Stadt nördlich von Swindon am Newburgh Place. Wenn man den Ort auf der A361 durchquert, kommt man nicht daran vorbei. Um die Goldfinger Tavern zu besuchen, sollte man von der A361 mitten im Ort auf die St Michael’s Avenue abbiegen, die direkt am Pub vorbeiführt.

Was ist jetzt das Besondere an der Tavern? Goldfinger ist sicher jedem bekannt als James Bond-Roman von Ian Fleming, 1959 erschienen, und als Spielfilm aus dem Jahr 1964 mit Sean Connery als James Bond und Gert Fröbe als Auric Goldfinger (hier ist der Trailer). Der geistige Vater von 007, besagter Ian Fleming, wohnte im Nachbardorf von Highworth, in Sevenhampton in seinem Haus Warneford Place und wurde 1964 auf dem Kirchhof von St James beerdigt (ich berichtete in meinem Blog darüber).

Am 16. März 1972 wurde die Goldfinger Tavern eröffnet, und die Witwe Ian Flemings, Ann Fleming, ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnungsfeier dabeizusein. Sie durfte das erste Bier zapfen, in Anwesenheit einiger Figuren aus dem Roman/Film, die von Mitgliedern der Highworth Drama Society verkörpert wurden. Einer war als Oddjob verkleidet, nach dem auch eine Bar in der Tavern benannt wurde. Damals gab es auch ein Pubschild mit dem stilisierten Gesicht von Goldfinger, das heute nicht mehr existiert.

James Bond-Fans, die Ian Flemings Grab im benachbarten Sevenhampton einen Besuch abgestattet haben (seine Frau Ann liegt seit 1981 neben ihm), werden sicher auch die Goldfinger Tavern in Highworth aufsuchen, um dort ein Pint auf das Wohl ihres Idols zu trinken.

Goldfinger Tavern
Newburgh Place
Highworth, Swindon SN6 7DN

 

 

Published in: on 6. April 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubnamen – The Durham Ox

The Durham Ox in Coundon.     © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox in Coundon (County Durham).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine ganze Reihe von Pubs, vorzugsweise in den nördlichen Landesteilen Englands, haben sich den Namen The Durham Ox gegeben, und ein Ochse findet sich dann auch auf den Pubschildern wieder. Hier ist, kurz zusammengefasst, die Hintergrundgeschichte:

Charles Colling aus Brefferton im County Durham zog Ende des 18. Jahrhunderts einen Bullen groß, der einfach nicht aufhören wollte zu wachsen. Als das Tier sechs Jahre alt war, wog es zwei Tonnen, und sein Besitzer verkaufte es an einen Mann aus Yorkshire, der mit dem „Durham Ox“ auf Tour ging und ihn für Geld ausstellte. Aber nach fünf Wochen gab der Yorkshireman auf, denn es war ihm dann doch zu beschwerlich, mit dem schweren Tier, das er auf einem speziell angefertigten Wagen transportierte, durch die Gegend zu ziehen. Also verkaufte er den Bullen an einen gewissen John Day, der die gleichen Pläne wie der Vorbesitzer hegte, aber das Ganze besser in den Griff bekam. Mr. Day fuhr kreuz und quer durch das Land; der Bullentransporter wurde von sechs Pferden gezogen und überall, wo das Tier gezeigt wurde, klingelte Geld in John Days Kasse. Er ließ ein Bild vom Durham Ox anfertigen, das er vervielfältigte und verkaufte und auch das brachte einen ansehnlichen Gewinn ein. Dann schlug das Schicksal zu: Im Jahr 1807 renkte sich der Bulle ein Hüftgelenk aus und trotz aller Bemühungen John Days, seine „goldene Gans“ durchzubringen, gelang ihm das nicht und das schwergewichtige Tier musste getötet werden. Der geschäftstüchtige Mann schlug schließlich auch daraus noch einen Gewinn, denn er verkaufte das Fleisch an mehrere Schlachtergeschäfte.

Die Erinnerung an den Durham Ox wird also durch die Pubs aufrechterhalten, die sich nach ihm benannt haben. Da sind zum Beispiel:

The Durham Ox in der Collingwood Street in Coundon bei Bishop Auckland im County Durham, dessen Pubschild einen stilisierten Ochsenkopf zeigt.

The Durham Ox bei Denby Village in der Street Lane in Derbyshire. Auf diesem Pubschild ist der Ochse in voller Pracht zu sehen.

Auch The Durham Ox in der Norwood Street in Beverley (East Yorkshire) zeigt das Tier in stattlicher Größe.

Gut gelungen finde ich das Tier auf dem Pubschild des The Durham Ox in Crayke in North Yorkshire. Es zeigt das Gemälde, das der sonst auf Pferde spezialisierte Maler John Boultbee Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Ochsen angefertigt hatte.

The Durham Ox bei Denby Village (Derbyshire).    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox bei Denby Village (Derbyshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox in Beverley (East Yorkshire).    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox in Beverley (East Yorkshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox in Crayke (North Yorkshire).    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Durham Ox in Crayke (North Yorkshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian S and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

 

Published in: on 10. Februar 2016 at 02:00  Comments (3)  
Tags:

Pubnamen – The Pineapple

The Pineapple in Dorney (Buckinghamshire).   © Copyright Nigel Cox and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Pineapple in Dorney (Buckinghamshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nigel Cox and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Als es darum ging, Pubs einen Namen zu geben, haben sich manche Gastwirte vielleicht gesagt, nicht schon wieder eine Royal Oak oder Queen’s Head oder Red Lion, nehmen wir doch einmal etwas ganz anderes, zum Beispiel eine Ananas. Und so gibt es in England einige Pubs, die The Pineapple heißen.

Bei einem Gasthof gibt es allerdings einen ganz speziellen Grund für die Benennung, bei The Pineapple an der Lake End Road in Dorney (Buckinghamshire). Nur wenige hundert Meter entfernt von hier, über die Brücke, die den Jubilee River überspannt, zu erreichen, liegt der wunderschöne uralte Dorney Court, über den ich in meinem Blog schon einmal berichtete. Hier wurde erstmals in Großbritannien im Jahr 1661 eine Ananas angepflanzt und als diese reif war, König Charles II. feierlich zum Verzehr überreicht. Bei der Besichtigung von Dorney Court sah ich in der Great Hall auf einem Tisch an der Wand eine große steinerne Ananas stehen, die an die Bedeutung der Frucht für das Haus erinnert.
The Pineapple in Dorney ist ein denkmalgeschützter Pub aus dem 15. Jahrhundert in Hörweite der Autobahn M4, die unter der Lake End Road, der B3026, hindurchführt.

Keine so enge Verbindung zu der tropischen Frucht hat The Pineapple in Brimpton Common in Berkshire. Dieser reetgedeckte Bilderbuch-Pub, der hier schon über 800 Jahre stehen soll, wurde nach dem „pine apple“ benannt, wie die Einheimischen hier die „pine cone“ bezeichneten, also den Kiefernzapfen. Das Pubschild zeigt einen solchen Zapfen und schließt damit jegliche Gedankenverbindung zur Ananas aus. Der attraktive Gasthof liegt direkt an der B3051 an der Grenze zu Hampshire. Eine Bemerkung am Rande: Ruth Ellis, die letzte Frau, die in England hingerichtet wurde, wuchs hier in Brimpton Common auf, nur wenige Schritte vom Pub entfernt (ich berichtete über sie in Zusammenhang mit dem Londoner Magdala-Pub).

Das Bild einer Ananas ziert The Pineapple im Heaton Lane im Zentrum von Stockport (Greater Manchester). Diese ehemalige Kutschenstation, die Anfang des 20. Jahrhunderts in einen Pub umfunktioniert wurde, liegt in unmittelbarer Nähe der stark befahrenen A6 und der Autobahn M60.

Auch in London gibt es einen Pub, der der Ananas geweiht ist und dessen Schild das Bild der Frucht zeigt: The Pineapple Bar, ein attraktives Eckhaus in der Hercules Road im Stadtteil Kennington, südlich der Themse.

 

 

The Pineapple in Brimpton Common.   © Copyright don cload and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Pineapple in Brimpton Common (Berkshire)
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright don cload and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Pubschild von The Pineapple in Stockport.   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Pubschild von The Pineapple in Stockport (Greater Manchester).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Gerald England and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Pineapple im Londoner Stadtteil Kennington.   © Copyright Stephen Craven and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Pineapple im Londoner Stadtteil Kennington.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Stephen Craven and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 8. Dezember 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Pubnamen – The Case is Altered

The Case Is Altered bei Bentley in Suffolk.   © Copyright Adrian Cable and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Case Is Altered bei Bentley in Suffolk.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Adrian Cable and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die US-amerikanische Krimiautorin Martha Grimes benennt ihre Romane gern nach englischen Pubs. Über das Thema habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. Ihr 14. Krimi aus der Inspektor Jury-Reihe, der 1997 veröffentlicht wurde, hieß „The Case Has Altered„, in Deutschland unter dem Titel „Gewagtes Spiel“ erschienen. Darin geht es um Mordfälle in Lincolnshire; allerdings gibt es in ganz Lincolnshire keinen einzigen Pub mit diesem Namen. Es gab in dieser Grafschaft mal einen Gasthof namens „The Case Was Altered“ an der A17 bei Algarkirk, aber der wurde schon 1951 geschlossen. Algarkirk ist eines jener traurigen Dörfer, die überhaupt keinen Pub mehr haben (dafür gibt es hier eine kleine Radiostation).

Ben Jonson, ein Bühnenautor und Zeitgenosse von William Shakespeare, veröffentlichte 1609 ein Theaterstück, das den Titel „The Case is Altered“ trug. Dieser Titel beruht auf einem Ausspruch, den der Rechtsgelehrte Edward Plowden im 17. Jahrhundert prägte, als sich bei einer Gerichtsverhandlung plötzlich neue Gesichtspunkte ergaben, auf Grund derer der Angeklagte freigesprochen wurde.

Der Ausspruch hat sich über die Jahrhunderte hinweg gehalten und ist eben auch einige Male für die Benennung von Pubs genutzt worden. Da gibt es z.B. einen Gasthof  bei Bentley in Suffolk mit einem schönen Pubschild, das eine Gerichtsverhandlung zeigt. Erst im letzten Jahr wurde das Haus neu eröffnet, das sich jetzt im Besitz einer Kooperative befindet, die The Case Is Altered von den Punch Taverns übernahmen und damit vor der Schließung retteten. Mehr als 200 Menschen können jetzt von sich behaupten: „Ich besitze einen Pub“.

The Case is Altered bei Bentley (Suffolk).   © Copyright Adrian S Pye and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Case is Altered bei Bentley (Suffolk).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Adrian S Pye and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Einen weiteren Pub mit diesem Namen gibt es in der Grafschaft Hertfordshire bei Harrow Weald Common. The Case is Altered liegt ziemlich einsam an der bewaldeten Straße Old Redding, nur ein paar Schritte vom Grim’s Dyke Hotel entfernt, über das ich in meinem Blog einmal berichtete.

The Case Is Altered bei Harrow Weald.   © Copyright Martin Addison and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Case Is Altered bei Harrow Weald.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Martin Addison and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ganz in der Nähe von diesem Pub liegt ein weiterer dieses Namens, an der High Road in Eastcote bei Pinner (Greater London). Der Name dieses Gasthauses aus dem 17. Jahrhundert leitet sich aber, nach eigenen Angaben, nicht von dem o.a. Spruch ab, sondern von dem spanischen Begriff „case desaltar“ oder „casa de saltar“, was in den Napoleonischen Kriegen auf der spanischen Halbinsel so etwas wie ein Erholungsort für britische Soldaten war und soviel wie Haus des Springens oder Haus des Tanzes bedeutete. Daraus wurde dann im Laufe der Zeit das heutige „The Case Is Altered“.

The Case Is Altered in Eastgrove (Greater London): Author: Ewan Munro. Creative Commons 2.0

The Case Is Altered in Eastcote (Greater London):
Author: Ewan Munro.
Creative Commons 2.0

Published in: on 3. November 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubnamen – Heart(s) of Oak

Heats of Oak in Drybrook (Gloucestershire).   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hearts of Oak in Drybrook (Gloucestershire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Sehr viele Pubs in England mit dem Namen „Heart of Oak„, bzw. in der Pluralform, gibt es nicht, aber immerhin doch einige. Was bedeutet der Begriff?

Da gibt es zuerst eine biologische Bedeutung: Das Herz der Eiche ist das Innere des Baumstammes, das sich durch besondere Härte auszeichnet und früher gern beim Bau von Schiffen verwendet wurde. An die 2000 Eichen benötigte man damals im 18. Jahrhundert, um ein Kriegsschiff anzufertigen.

Mit „Heart of Oak“ bezeichnete man auch gern einen besonders tapferen und mutigen Menschen.

Und schließlich ist „Heart of Oak“ der Name des offiziellen Marsches der englischen königlichen Marine, komponiert von William Boyce; der Text stammt von dem berühmten Theaterschauspieler David Garrick. Beide Männer lebten im 18. Jahrhundert. Der martialische Refrain lautet:
Heart of Oak are our ships,
Jolly Tars are our men,
We always are ready: Steady, boys, Steady!
We’ll fight and we’ll conquer again and again.

Hier ist der Marsch zu hören.

So stehen die Schilder der Pubs mit dem Namen „Heart of Oak“ also häufig in enger Beziehung zu historischen Segel- oder Kriegsschiffen.
Ein besonders schönes Exemplar ziert das Schild des zu den Admiral Taverns gehörendem „Hearts of Oak„-Pub in Drybrook in Gloucestershire: Ein unter vollen Segeln dahingleitendes Schiff, auf dem Weg zu einem Kriegseinsatz? Drybrook ist ein hübsches Dorf im Forest of Dean, nahe der Grenze zu Wales.

Ähnlich beeindruckend ist das Pubschild des „Hearts of Oak„-Pubs in Lowestoft in Suffolk. Dieses über die Toppen geflaggte Schiff sieht aus, als ob es gerade von einem siegreichen Kampfeinsatz in den Heimathafen zurückkehrt. Das Gasthaus steht in der Raglan Street des Küstenortes.

Das „Heart of Oak“  in der Newtown Road in Hereford (Herefordshire) hat mit aufgetakelten Segelschiffen nichts am Hute; dessen Pubschild zeigt nur eine allein stehende, einsame Eiche.

Das gleiche gilt für die ehemalige Kutschenstation „The Heart of Oak“ in Pinhoe bei Exeter in Devon. Das Pubschild zeigt einen stilisierten Baum, der wohl eine Eiche darstellen soll.

Hearts of Oak in Lowestoft (Suffolk).   © Copyright Adrian S Pye and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hearts of Oak in Lowestoft (Suffolk).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Adrian S Pye and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Heart of Oak in Hereford (Herefordshire).   © Copyright Trevor Littlewood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Heart of Oak in Hereford (Herefordshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Trevor Littlewood and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Heart of Oak in Pinhoe.   © Copyright Anthony Vosper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Heart of Oak in Pinhoe (Devon).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Anthony Vosper and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 4. Oktober 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Dog and Duck in Plucks Gutter (Kent)

   © Copyright Oast House Archive and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Oast House Archive and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was für ein netter Dorfname – Plucks Gutter. Da denkt man unwillkürlich an reetgedeckte, rosenumrankte Häuser, urige Pubs und idyllische Ententeiche. Nun, so ganz trifft das auf diesen Mini-Ort am River Stour, auf halbem Wege zwischen Canterbury und Margate in Kent, nicht zu. Wenn man mit dem Auto hindurchfährt und nicht so ganz bei der Sache ist, hat man Plucks Gutter gar nicht mitbekommen, so klein ist das Dorf. Es gibt hier zwar keinen Ententeich, aber eine Ente ziert das Pubschild des The Dog and Duck Inns. Das Federvieh und ein Hund sehen sich beide geradezu verliebt auf dem Schild an, das den Passanten zu einem Pint einlädt. Hier geht es, abseits vielbefahrener Straßen sehr ruhig zu, am Fluss ankern kleinere Boote und neben dem Gasthof liegt ein dazu gehörender Caravan Park, in dem man sich von Februar bis November einmieten kann. Das war’s auch schon, was man über Pluck’s Gutter sagen kann.

Das heißt, es gibt da noch einen Roman, der „The House at Plucks Gutter“ heißt, und 1963 von dem Autorenpaar Adelaide Frances Oke Manning und Cyril Henry Coles geschrieben wurde, die gemeinsam unter dem Pseudonym Manning Coles ihre Spionageromane verfassten, in denen ihr Protagonist Tommy Hambledon agiert.

Es gibt noch weitere Dog and Duck Pubs im Lande wie z.B. in Old Clipstone bei Mansfield in Nottinghamshire oder in Linton in Cambridgeshire. Der Name geht auf eine (Un)Sitte König Charles II zurück, als man Enten mit zusammengebundenen Flügeln in einen Teich warf und Spaniels auf sie ansetzte, um sie dort wieder (tot oder lebendig) herauszuholen. Manche Gasthöfe nennen sich aber auch Dog and Duck, weil in ihrer Nähe „normale“ Entenjäger mit ihren Hunden Jagd auf das Federvieh machten. Es ist doch schön zu sehen, dass der Hund und die Ente auf dem Pubschild in Plucks Gutter ein sehr freundliches Miteinander pflegen.

In dem abgelegenen Pub mitten in den Obstgärten Kents herrscht aber nicht nur ländliche Ruhe, denn hin und wieder gibt es hier auch einiges zu sehen und zu hören; so meldete die Canterbury Times im Juli vergangenen Jahres „Romeo and Juliet Comes to Plucks Gutter“ und meinte damit eine Aufführung des Changeling Theatres und zur Unterhaltung der Gäste stehen auch Musikdarbeitungen auf dem Programm wie auf diesem Videoclip zu sehen.

The Dog and Duck Inn and Leisure Parks
Plucks Gutter
Canterbury
Kent
CT3 1JB

   © Copyright Nick Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Nick Smith and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 18. September 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubnamen – The Four Alls

Ein besonders gelungenes Pubschild aus Caernarvon in Wales.   © Copyright Jaggery and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein besonders gelungenes Pubschild aus Caernarfon in Wales.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jaggery and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Als wir mit unserem Narrowboat von Evesham in Richtung Stratford-on-Avon fuhren, kamen wir am Ortseingang von Welford-on-Avon (Warwickshire), wo wir schon einmal in einem Cottage gewohnt hatten (ich berichtete in meinem Blog über The Bell Inn), an einem Pub vorbei, der den merkwürdigen Namen The Four Alls trug. Es ist nicht der einzige Pub in England und Wales mit diesem Namen, der bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht.
Was bedeuten nun diese vier „Alls“?

Da ist zuerst einmal der König mit dem Ausspruch „I rule for all
Dann kommt der Geistliche, der da spricht „I pray for all
Als nächstes kommt der AnwaltI plead for all
Der Soldat wird zitiert mit „I fight for all“ bzw. der Arbeiter mit „I work for all

Beim Soldaten und dem Arbeiter gibt es von Pub zu Pub Abweichungen. Mal wird der eine, mal der andere auf dem Pubschild verewigt. Es gibt auch eine Version mit John Bull, der sarkastisch sagt „I pay for all„. Und dann gibt es noch Pubs, auf denen fünf dieser Personen versammelt sind und die „The Five Alls“ heißen.

Hier sind einige Beispiele für Pubs, die sich den Namen The Four Alls zugelegt haben:

Der bereits erwähnte Pub in Welford-on-Avon an der Binton Bridge. Ich kenne ihn noch als „normalen“ Pub, seit 2014 gehört er zu der Steak and Cider Works Pub Company. Jetzt legt man mehr Wert auf den kulinarischen Aspekt. Man kann hier sehr schön draußen sitzen und sich die Boote ansehen, die auf dem Avon sanft und langsam dahingleiten.

An der Grenze zwischen North Yorkshire und dem County Durham, mitten in Ovington im Teesdale, gibt es ein Four Alls, das auch einige Zimmer zur Verfügung stellt und das über eine eigene kleine Brauerei verfügt, deren Biere man nur im Pub bekommt. Hier ist ein Film über das Gasthaus.

In der Nähe des sagenumwobenen Pendle Hills, in Higham (Lancashire), befindet sich der Four Alls Inn. Das Pubschild zeigt den König, den Geistlichen, den Soldaten und den Normalbürger, der alles bezahlt. Der Gasthof, der  1792 erbaut wurde und der früher einmal ein Gerichtshaus war, ist der einzige in Higham.

In der Nähe von Market Drayton in Shropshire, genauer gesagt, an der A529 bei Woodseaves, liegt der Four Alls Inn, der über einen motelartigen Anbau verfügt und in dem u.a. Biere aus der Joule’s Brewery in Market Drayton ausgeschenkt werden.

Aus dem 17. Jahrhundert, als William und Mary regierten, gibt es einen schönen Spruch, der zum heutigen Thema passt:

King William thinks all
Queen Mary talks all
Prince George drinks all
Princess Ann eats all

The Four Alls in Welford-on-Avon.   © Copyright Jonathan Thacker and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four Alls in Welford-on-Avon.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jonathan Thacker and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four All in Ovington.   © Copyright Peter McDermott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four Alls in Ovington.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter McDermott and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four Alls Inn in Higham.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four Alls Inn in Higham.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four Alls Inn bei Woodseaves.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Four Alls Inn bei Woodseaves.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

 

Published in: on 30. August 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

The Eagle and Child – Ein Pubname, der vor allem in Lancashire weit verbreitet ist

The Eagle and Child in Leyland.    © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Leyland.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wer schon einmal durch Lancashire gefahren ist, dem ist vielleicht aufgefallen, dass es in dieser Grafschaft eine Häufung von Pubs gibt, die den Namen „The Eagle and Child“ tragen. Warum gerade hier und was hat denn ein Adler mit einem Kind zu tun?

Es gibt mehrere Versionen wie die „Eagle and Child“-Legende zustande kam. Meine Lieblingsvariante ist diese:

Sir Thomas Lathom gehörte zu der einst einflussreichen Familie der Lathoms, die in Lancashire in Lathom Park bei Skelmersdale ansässig war. Der adelige Herr war verheiratet und wünschte sich sehnsüchtig einen männlichen Erben. Seine Frau hatte bislang immer „nur“ Töchter geboren, womit Sir Thomas nicht so ganz glücklich war. So kam er eines Tages auf die Idee, sich mit einer Bauerntochter aus der Nachbarschaft einzulassen, was im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trug, denn sie brachte einen Sohn zur Welt. Jetzt stand Sir Thomas vor dem Problem „Wie bringe ich das meiner Frau bei, ohne mich selbst zu kompromittieren und meinen Sohn trotzdem zu behalten?“ Und schon hatte er die nächste zündende Idee: Er verfrachtete das Baby in einen Korb und stellte es im Park seines Anwesens unter einen Baum, auf dem ein Adler sein Nest gebaut hatte. Sir Thomas wusste, dass seine Frau einen täglichen Spaziergang an dieser Stelle unternahm. Und tatsächlich: Sir Thomas‘ Plan ging auf, denn als Lady Lathom an dem „Adlerbaum“ vorbeikam, hörte sie ein Baby weinen, dass sie sofort in die Arme nahm. Ihr Mann, der nur darauf gewartet hatte und herbeigeeilt kam, erklärte ihr, dass das ein Zeichen des Himmels sei, denn der auf dem Baum nistende Adler muss das Baby extra für sie dort abgelegt haben, damit beide endlich zu dem heiß ersehnten männlichen Erbe kamen. Ende der Geschichte: Sir Thomas hatte seinen Spaß und seinen Erben, die leichtgläubige Lady Lathom erfuhr nie von dem Seitensprung ihres Mannes und blieb dem Adler im Park ihr Leben lang dankbar.

Die Pubschildermaler Lancashires stellen diese Legende auf unterschiedliche Weise dar. Einige Beispiele habe ich hier zusammengestellt.

The Eagle and Child in Rainford.     © Copyright JThomas and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Rainford.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright JThomas and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Weeton, östlich von Blackpool.    © Copyright Shazz and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Weeton, östlich von Blackpool.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Shazz and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Bispham Green bei Parbold.    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Bispham Green bei Parbold.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian S and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Hurst Green.    © Copyright Tom Howard and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Eagle and Child in Hurst Green.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Tom Howard and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 7. August 2015 at 02:00  Comments (2)  

Pubschilder – The Mousetrap Inn in Bourton-on-the Water (Gloucestershire)

   © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jaggery and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Auftraggeber und der Maler dieses hübschen Pubschilds in dem Cotswolds-Städtchen Bourton-on-the-Water in Gloucestershire hatten Sinn für Humor, als sie sich für den Mousetrap Inn ein entsprechendes Motiv überlegten. Das Bild zeigt zwei wohlgenährte Mäuse vor deren Mäuseloch eine Falle mit einem Stück Käse aufgestellt ist. Maus Eins versucht vorsichtig mit einem Streichholz den Käse aus der Falle herauszubugsieren, während Maus Zwei mit großen Augen dabei zusieht. Ob das wohl gut geht? Wir werden es nie erfahren, obwohl mir die „Streichholz-Maus“ einen sehr erfahrenen Eindruck macht, so als ob sie das nicht zum ersten Mal bewerkstelligt.

Den Mousetrap Inn findet man in der Straße namens Lansdowne, die Verlängerung der High Street, also ein Stückchen weit vom Zentrum des touristischen Bourton-on-the-Water entfernt, das man auf Grund seiner vielen Brücken als das Venedig der Cotswolds bezeichnet (allerdings gibt es zwischen den venezianischen Brücken und den Bourtonschen Brücken einen himmelweiten Unterschied).

Wenn man das Wort „Mousetrap“ hört, denkt man unwillkürlich an das gleichnamige Theaterstück von Agatha Christie, das seit Jahrzehnten in London aufgeführt wird (ich berichtete in meinem Blog darüber). Und auf der Homepage des Gasthofs steht, dass die berühmte Kriminalschriftstellerin hier auch einmal eingekehrt sein soll, mit dem Zusatz „as legend has it“. Hat sie nun oder hat sie nicht? Ich konnte es bisher nicht verifizieren.
Im Mousetrap Inn kann man auch wohnen; wie die Zimmer aussehen, zeigt dieser Film.

Vor längerer Zeit habe ich in meiner Serie über Pubschilder schon einmal über einen anderen Pub in Bourton-on-the-Water berichtet: The Old New Inn in der Rissington Road, das ist die Verlängerung der High Street zur anderen Seite.

 

   © Copyright Jaggery and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jaggery and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Pubschilder – The Bucket of Blood in Phillack (Cornwall)

With friendly permission of Tim Jenkinson.

With friendly permission of Tim Jenkinson.

Das Dorf Phillack liegt an der Nordküste von Cornwall, nur ein paar Kilometer von St Ives entfernt, und kann sich rühmen einen Pub mit einem in England einzigartigen Namen zu haben: The Bucket of Blood. An der Churchtown Road liegt das weißgetünchte Gebäude, in Sichtweite der Parish Church, die den Heiligen St Felicitas & St Piala gewidmet ist, ebenfalls eine selten anzuteffende Kombination.

Das blutrünstige Pubschild mag den potentiellen durstigen Gast vielleicht abschrecken, denn es zeigt einen früheren Gastwirt, der aus seinem Trinkbrunnen einen Holzeimer hervorzieht, aus dem Blut schwappt. Was war da geschehen?

Die Geschichte zum Pubschild geht so: Küstennahe kornische Gasthäuser waren früher häufig Treffpunkte von Schmugglern, Piraten und anderen zwielichtigen Charakteren und da machte auch dieses Haus in Phillack keine Ausnahme. Eines Morgens ging der Gastwirt des damals noch The New Inn genannten Pubs zu seinem Brunnen, aus dem er das für den Tag benötigte Trinkwasser holen wollte. Doch als er den Eimer hochzog, sah er zu seinem Entsetzen, dass das Wasser von Blut rot gefärbt war. Als man der Sache auf den Grund ging, sah man, dass die schrecklich zugerichtete Leiche eines Mannes auf dem Boden des Brunnens lag; es soll sich dabei um den örtlichen Steuereintreiber gehandelt haben…

Es gibt sogar ein kleines Theaterstück mit dem Titel „Last Orders at the Bucket of Blood“ von Peter Delauney, in dem es um mysteriöse Vorfälle in dem Gasthaus geht und das vom Escape Theatre aufgeführt wird.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: In dem Gasthaus, das der St Austell Brewery gehört, spukt es natürlich auch!

The Bucket of Blood
14 Churchtown Road
Phillack
TR27 5AE

   © Copyright Philip Halling and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Philip Halling and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 6. April 2015 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Drunken Duck in Walsall Wood (West Midlands)

   © Copyright John M and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright John M and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt mehrere Pubs in England, die sich den schönen Namen „The Drunken Duck“ zugelegt haben. Einer von ihnen ist der in der High Street in Walsall Wood in den West Midlands. Das Pubschild zeigt die Bescherung mit den betrunkenen Enten, die plötzlich und unerwartet in den Genuss von Bier gekommen sind.
Hier ist die Geschichte, die auf der Webseite des anderen Drunken Duck Inns in Outgate (Cumbria) nachzulesen ist:

Zurzeit Königin Victorias fand eines Tages die Inhaberin eines Pubs alle ihre Enten auf dem Rücken liegend vor und ging davon aus, dass sie aus unerfindlichen Gründen der Tod ereilt hatte. Da sie nichts umkommen lassen wollte, machte sie sich daran, das Federvieh zu rupfen und für das Abendessen zuzubereiten. Die schmerzhafte Prozedur brachte die Enten aber wieder ins Leben zurück, zur großen Verwunderung der Landlady. Sie ging der Sache nach und fand heraus, dass ein Bierfass ein Leck hatte und dass das alkoholische Getränk in den Wassergraben gelangt war, in dem sich die Enten immer ihre flüssige Nahrung holten. Dieses neue Wasser/Biergemisch schien dem Geflügel sehr gut zu schmecken und sie taten sich alle daran gütlich, bis, ja bis sie alle darniederlagen und ihren Rausch ausschliefen.
Die Publady änderte ihren abendlichen Speiseplan wieder um, es gab keine „roasted duck“, sondern irgendetwas anderes. Da die gerupften Enten nun alle sehr nackt aussahen, soll die Dame ihren Lieblingen kleine Jäckchen gestrickt haben, damit sie wieder vorzeigbar waren.

Auf dem Pubschild machen die Enten einen wirklich fröhlichen Eindruck (was für die Qualität des dort ausgeschenkten Bieres spricht).

The Drunken Duck
55 High Street
Walsall Wood WS9 9LR

The Drunken Duck in Walsall Wood (West Midlands).    © Copyright Ian S and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Drunken Duck in Walsall Wood (West Midlands).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Ian S and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. September 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder Teil 2 – The Bladebone Inn in Chapel Row (Berkshire)

With friendly permission of Normann.

With friendly permission of Normann.

Der Name dieses Pubs in Chapel Row bei Bucklebury in Berkshire ist so ungewöhnlich wie sein Pubschild. Wie kann man einen Pub „Schulterblatt-Gasthof“ nennen? Nun, die Antwort ist einfach: Es handelt sich hier um das Schulterblatt eines Mammuts, das man im 17. Jahrhundert in den Ablagerungen des Flusses Kennet (ein Nebenfluss der Themse) gefunden hat. Man fragte sich damals, wohin damit, bis jemand auf die Idee kam, dieses Skelettteil in Kupfer zu hüllen und als Pubschild zu verwenden. So viel ich weiß, ist das einmalig in ganz Großbritannien. Der Erhaltungszustand des Mammutschulterblatts soll dank der Kupferummantelung nach wie vor sehr gut sein.

The Bladebone Inn gehörte früher einmal der Whitbread Brewery, ist jetzt aber ein brauereiunabhängiges Free House.
Der englische Komponist Robert Still (1910-1971) schrieb sogar einmal ein Musikstück mit dem Titel „The Ballad of the Bladebone Inn„, das 1957 in der Londoner Royal Festival Hall uraufgeführt wurde. Still wohnte in Bucklebury, also ganz in der Nähe, und war wohl ein „regular“ des Pubs.

In dem hübschen Gasthof aus dem 17. Jahrhundert wird eine anspruchsvolle Küche geboten; hier bekommt man mehr als den Standard „pub grub“.

Wer The Bladebone Inn einmal aufsuchen möchte: Chapel Row liegt östlich von Newbury und südöstlich von Bucklebury.

The Bladebone Inn
Chapel Row
Bucklebury
Berkshire
RG7 6PD
Tel. 0118 971 2326

With friendly permission of Normann.

With friendly permission of Normann.

Published in: on 24. Juli 2014 at 02:00  Comments (2)  
Tags:

Pubschilder Teil 1 – The Quiet Woman in Earl Sterndale (Derbyshire)

   © Copyright Eirian Evans and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Eirian Evans and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier ist wieder ein typisches Beispiel für die Vorliebe der Engländer für schwarzen Humor. Das Pubschild des Gasthofs „The Quiet Woman“ in Earl Sterndale im Peak District von Derbyshire zeigt eine Frau ohne Kopf, die gerade ein Servierbrett vor sich trägt, auf dem sich wohl das Abendessen(?) eines Gastes befindet. Die Geschichte hinter dem Schild:
Die Frau eines ehemaliges Pubbesitzers, die man „Chattering Charteris“ nannte, weil sie unentwegt redete und sogar noch im Schlaf vor sich hingequasselt haben soll, nervte ihren Mann derart, dass er es schließlich nicht mehr ertragen konnte und ihr den Kopf abschnitt. Gut, eine ziemlich drastische Methode, aber von da ab war Ruhe im Karton. Die Dorfbewohner konnten die Tat offensichtlich nachvollziehen, denn sie unterstützten den Gastwirt, indem sie für den Grabstein seiner redseligen Frau sammelten.
Über der kopflosen Dame auf dem Pubschild steht der Satz „Soft Words Turneth Away Wrath„, in Anspielung auf Kapitel 15 der „Sprüche Salomos“ in der Bibel, in dem es heißt „Eine linde Antwort stillt den Zorn, aber ein hartes Wort erregt Grimm“.

Earl Sterndale liegt zwölf Kilometer westlich von Bakewell und kann sich damit „brüsten“, die einzige Kirche in ganz Derbyshire zu besitzen, die im Zweiten Weltkrieg von einer deutschen Fliegerbombe getroffen wurde. Gezielt bombardiert wurde St Michael sicher nicht, es hat sich wohl eher um einen Fehler des deutschen Bomberpiloten gehandelt, mit tragischen Ausgang, denn die Kirche wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.

In Leek in Staffordshire gibt es noch einen weiteren Pub mit dem Namen „Quiet Woman“, dessen Schild ebenfalls eine Dame ohne Kopf zeigt.

Hier ist ein Film über einen Auftritt der Chapel-en-le-Frith Morris Men vor The Quiet Woman.

   © Copyright Jonathan Clitheroe and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jonathan Clitheroe and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 23. Juli 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Excavator in Buckland Hollow (Derbyshire)

   © Copyright Peter Barr and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Barr and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Dieser Pub an der A610, der Ripley Road, in Buckland Hollow (Derbyshire) hat schon einen ungewöhnlichen Namen: The Excavator, was auf Deutsch „Der Bagger“ heißt.  In den 1980er Jahren wurde das Gasthaus eröffnet und hatte als Besonderheit einen Bagger auf dem Dach stehen; welcher englische Pub konnte so etwas schon vorweisen? Doch irgendwann hatte die Arbeitsschutzbehörde Health & Safety Bedenken, ob das Dach wohl auch zukünftig die Last des Baggers tragen konnte und so musste er runter vom Dach. Jetzt steht eine andere Baumaschine in einem umzäunten Teil des Vorgartens, ein JCB mini CX backhoe loader, dessen Ladeschaufel im Sommer als überdimensionale Blumenschale genutzt wird. Die Firma JCB (benannt nach ihrem Gründer Joseph Cyril Bamford) gehört zu den größten Baumaschinenherstellern der Welt und ihre gelben Fahrzeuge sind auf vielen Baustellen Englands zu sehen.

Hinter dem Gasthof verliefen früher einmal eine Eisenbahnlinie und ein Kanal, der Cromford Canal, die beide nicht mehr in Betrieb sind. Hier wurden Waren von den Schiffen auf Eisenbahnwaggons umgeladen.

The Excavator gehört heute zu den Marston’s Pubs, eine große Brauerei zu der landesweit über 2000 Pubs gehören. Er hat übrigens auch ein normales Pubschild an der Straße stehen, auf dem ebenfalls ein Bagger zu sehen ist, aber die echte Baumaschine im Vorgarten ist schon der „Hingucker“, der auf den Gasthof aufmerksam macht.

The Excavator
Ripley Road
Buckland Hollow
Ambergate
Derbyshire DE56 2HS
Tel. 01773 744400

Buckland Hollow in Derbyshire, rechts The Excavator.    © Copyright Alan Murray-Rust and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Buckland Hollow in Derbyshire, rechts The Excavator.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alan Murray-Rust and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 6. Juni 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Fox & Hounds in Barley (Hertfordshire)

   © Copyright Bikeboy and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bikeboy and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein sehr ungewöhnliches „Pubschild“, wenn man überhaupt davon sprechen kann, besitzt The Fox & Hounds in einem Dorf namens Barley in der äußersten Nordostecke von Hertfordshire. Es besteht aus einem galgenähnlichen Gebilde, das vom Pub die Straße Church End überspannt. Auf dem Balken sieht man bemalte Figuren wie die beiden Jäger, die Jagdhunde und natürlich auch den armen Fuchs, der um sein Leben rennt. Diese Art von Pubschildern sind äußerst selten geworden.

Den Gasthof selbst baute man 1797 aus einem ehemaligen Bauernhaus um. Früher hieß er The Waggon & Horses, als aber in den 1950er Jahren ein anderer Pub mit dem Namen The Fox & Hounds, ein paar hundert Meter weiter die High Street hinunter, abbrannte, übernahm man dessen unversehrtes „Galgenschild“ und benannte The Waggon & Horses einfach in The Fox & Hounds um, damit Name und Schild wieder übereinstimmten.

Seit April 2011 hat das Gasthaus einen neuen Besitzer und es ist nach wie vor ein brauereiunabhängiges Free House. Im Herbst 2007 wurde das historische Haus durch ein Feuer erheblich zerstört, so dass es über einen längeren Zeitraum schließen musste. Auch im letzten Jahr ereignete sich ein Unfall in The Fox & Hounds, als zur Mittagszeit ein Auto mit hoher Geschwindigkeit in den Pub krachte, wobei der Fahrer schwer verletzt und eine Wand des Gebäudes stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Zur Orientierung: The Fox & Hounds steht am Ortseingang von Barley an der B1368, südöstlich von Royston. Öffnungszeiten: Täglich von 12 Uhr bis 23 Uhr.

The Fox & Hounds
High Street
Barley, near Royston, Hertfordshire SG8 8HU
Tel. 01763 849400

 

Published in: on 24. Mai 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Beehive in Grantham (Lincolnshire)

The Beehive in Grantham (Lincolnshire).    © Copyright Jo Turner and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Beehive in Grantham (Lincolnshire).
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jo Turner and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In Margaret Thatchers Geburtsort Grantham in Lincolnshire gibt es in der Straße Castlegate einen Pub aus dem 16. Jahrhundert, dessen „Schild“ außergewöhnlich ist. Statt eines gemalten Schildes weist dort in einem Baum direkt vor der Eingangstür ein Bienenkorb auf den Pubnamen The Beehive hin und darin wohnt sogar ein richtiges Bienenvolk. Ich meine, das ist einmalig in ganz Großbritannien. Die Linde ist der einzige Baum in diesem Teil der Castlegate und der Bienenkorb soll mindestens schon seit 1830 in ihrem Geäst angebracht sein. Unter diesem kuriosen Pubschild ist eine Plakette mit diesem Vers zu finden:

Stop Traveller! This wondrous sign explore
And say, when thou has viewed it o’er,
Grantham, now two rarities are thine:
A lofty steeple and a living sign

Der Hinweis auf den „lofty steeple“ bezieht sich auf die Kirche St Wulfram’s, die am anderen Ende der Straße zu finden ist, und deren Kirchturmspitze 86 Meter in die Höhe ragt, womit sie auf der Rangliste der höchsten Kirchtürme des Landes auf Platz 6 steht.

Die fleißigen Bienen produzieren etwa 30 Pfund Honig pro Jahr, der im Gasthaus auch verwendet wird.
Direkt gegenüber vom Beehive steht ein Konkurrenz-Pub, der nach der Straße benannt ist: The Castlegate, übrigens mit einem „richtigen“ gemalten Pubschild, das den Kirchturm von St Wulfram’s zeigt.

Hier ist ein kleines Porträt der Bienen.

The Beehive
10/11 The Castlegate
Grantham NG31 6SE

Hier werden jedes Jahr rund 30 Pfund Honig produziert.    © Copyright Jo Turner and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier werden jedes Jahr rund 30 Pfund Honig produziert.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Jo Turner and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 14. April 2014 at 02:00  Comments (2)  
Tags: ,

Pubschilder – Der Hark to Bounty Inn in Slaidburn (Lancashire)

   © Copyright Alexander P Kapp and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Alexander P Kapp and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier ist ein Pub mit einem sehr ungewöhnlichen Namen, der in England einzigartig ist: „Hark to Bounty Inn„. Die Geschichte wie der Gasthof in Slaidburn in Lancashire zu seinem Namen kam, ist schnell erzählt. Bis zum Jahr 1875 hieß er „The Dog„, dann spielte wieder ein Hund eine Rolle bei der Namensvergebung. Als der örtliche Gutsherr mit seiner Jagdgesellschaft einmal in dem Gasthaus eine Rast einlegte, „parkte“  man die Jagdhunde vor dem Pub, die sich offensichtlich dort langweilten oder auch eine Erfrischung zu sich nehmen wollten. Es setzte ein fürchterliches Gejaule und Gebelle ein, bei dem sich der Lieblingshund des Gutsherrn, Bounty, besonders hervortat. „Hark to Bounty!“ rief der Mann, was soviel heißt wie „Hört Euch doch bloß mal an wie Bounty bellen kann!“ Der Ausruf blieb beim Gastwirt irgendwie hängen und so benannte er seinen Pub von „The Dog“ zu „Hark to Bounty Inn“ um. Das Pubschild zeigt die Situation wie Bounty am Fenster des Pubs steht und hineinschaut wie sein Herrchen gerade einen Drink zu sich nimmt.

Im ersten Stock des Gasthofs war bis in die 1930er Jahre ein Gerichtssaal untergebracht und The Old Courtroom dient heute als Saal in dem Feiern und Veranstaltungen stattfinden. Der einstige Zeugenstand ist in eine Bar umgewandelt worden.

Slaidburn liegt im Forest of Bowland, eine recht öde Moorlandschaft, die sich rühmen kann, von der Queen als einer ihrer Lieblingsplätze bezeichnet zu werden. Den Pub findet man mitten im Ort an der B6478, wo die Chapel Street in die Straße Town End übergeht.

Hark to Bounty Inn
Slaidburn
Nr. Clitheroe
Lancashire
BB7 3EP

   © Copyright Bill Boaden and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Bill Boaden and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Biergarten des Hark to Bounty Inns.    © Copyright Peter Bond and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Biergarten des Hark to Bounty Inns.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Peter Bond and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

 

Published in: on 10. März 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Haycock in Wansford (Cambridgeshire)

   © Copyright Graham Hogg and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hogg and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In meiner Serie über ungewöhnliche Pubschilder möchte ich heute The Haycock in Wansford, Grafschaft Cambridgeshire, vorstellen. Nun ist The Haycock kein Pub, sondern ein sehr gutes Hotel, das zur Macdonald Hotels & Resorts-Gruppe gehört, aber trotzdem verfügt das Haus über ein originelles Schild, das erklärungsbedürftig ist.

Wansford ist ein Dorf, das dicht an der A1 liegt, auf halbem Wege zwischen Peterborough und Stamford. Die A6118 führt durch den Ort, der durch den River Nene zweigeteilt wird. Auf der Südseite der Brücke finden wir The Haycock, eine ehemalige Kutschenstation, deren Ursprünge auf das Jahr 1620 zurückgehen. Wansford wird auch manchmal Wansford-in-England genannt. Warum dieser Zusatz? In welchem Land sollte Wansford denn sonst liegen? Nun, das hat mit der Geschichte zu tun, die auf dem Pubschild abgebildet ist:

Eines der bekanntesten Werke des Dichters Richard Braithwaite (1588 – 1673) ist „Drunken Barnaby’s Four Journeys„, in dem er die Reisen seines Protagonisten durch England beschreibt. In einer dieser Episoden berichtet Braithwaite wie Barnaby auf einem Heuballen (haycock) am River Nene tief und fest schläft und nicht mitbekommt, wie der Wasserstand des Flusses allmählich angestiegen ist. Sein Heuballen wird vom Wasser mitgerissen und als er aufwacht, weiß er nicht mehr, wo er sich befindet. Als er eine Brücke passiert, ruft er den Leuten dort zu, wo er denn sei. „Wansford“ ist die Antwort. „Was, Wansford in England?“ ruft Barnaby erstaunt zurück. Und so ist bis heute das Anhängsel „in-England“ am Ortsnamen erhalten geblieben.
Ich finde, das Pubschild gibt die Geschichte sehr plastisch wieder.
Hier ist eine kurze Selbstdarstellung des Hotels im Film.

Auch heute kommt es immer wieder vor, dass der River Nene über die Ufer tritt; zuletzt vor wenigen Tagen wie dieser Film zeigt.

The Haycock
Wansford
Peterborough PE8 6JA
Tel. 01780 782223

   © Copyright Graham Hogg and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Graham Hogg and
licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. Februar 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Six Bells in Thame (Oxfordshire)

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

In der Lower High Street in Thame in der Grafschaft Oxfordshire liegt The Six Bells, dessen „Pubschild“ etwas anders aussieht als bei den meisten Pubs. Hier hängt kein gemaltes Schild vor dem Eingang, sondern hier hat man sechs Glocken platziert, drei oben, zwei in der Mitte und eine unten. In der Lower High Street geht es nicht ganz so trubelig zu wie in der ein paar hundert Meter entfernten High Street. Schräg gegenüber geht es in die enge Church Street, die zur Kirche St Mary’s führt und an deren Ende bis zu seinem Tode Robin Gibb von den Bee Gees wohnte.

The Six Bells ist ein Fuller’s Pub, der zu der in London ansässigen Brauerei gehört. Im Herbst wird hier das saisonale Red Fox ausgeschenkt („tawny red in colour and bursting with delicious malty flavours“). Auf der Speisekarte ist mehr als der Standard „Pub Grub“ zu finden wie z.B. „London Pride-battered sustainable cod fillet“ oder „Organic Honeydew & mustard glazed ham“. Zu Weihnachten wird sogar ein festliches Menü für £75 angeboten, das keine Wünsche offen lassen wird. Man geht in England gern zu Weihnachten in Pubs essen; oft sieht man schon zum Ende des Sommers Schilder, dass man jetzt schon das Christmas Menü buchen kann.

Wer durch Thame schlendert, wird an allen Ecken und Enden an die Krimiserie „Inspector Barnaby“ erinnert (ich berichtete darüber), deren Produktionsteam hier sehr häufig drehte. In The Six Bells war es allerdings noch nicht.

The Six Bells
44 Lower High Street
Thame
Oxfordshire
OX9 2AD

Published in: on 17. November 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
Tags:

Pubschilder – The Old New Inn in Bourton-on-the-Water (Gloucestershire)

   © Copyright Richard Croft

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft

Um ein richtiges Pubschild handelt es sich bei diesem Gasthof in den Cotswolds nicht, es ist eher ein Mauervorsprung, auf dem der Name „Old New Inn“ steht, zusammen mit einer Abbildung des Hauses und den Jahreszahlen 1712 und 1938. Im Jahre 1712 wurde der Country Pub eröffnet und im Jahr 1938 hatte man das angeschlossene Miniaturdorf nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt. Das Bourton Model Village, das Bourton-on-the-Water im Kleinformat zeigt, ist seitdem ein Touristenmagnet für den Cotswolds-Ort geworden. Ersonnen und erbaut wurde es, zusammen mit einigen lokalen Handwerkern, von einem früheren Gastwirt des „Old New Inn“. Im Modelldorf gibt es noch die Miniature World, eine Ausstellung von Miniaturen wie einem Schulzimmer oder einem Obst- und Gemüseladen. Das Bourton Model Village ist in den britischen Denkmallisten als Grade II verzeichnet, was bedeutet:  Bauwerke von nationaler Bedeutung und speziellem Interesse. Über ein anderes Modelldorf, das Bekonscot Model Village in Beaconsfield, berichtete ich schon einmal.

Der Gasthof verfügt über 16 Hotelzimmer und wer hier übernachtet, kann die Atmosphäre des Cotswold-Dorfes auch einmal genießen, wenn die ganzen Tagestouristen wieder verschwunden sind. Ein Biergarten hinter dem Haus ist bei schönem Wetter ideal, um hier in Ruhe sein Pint zu trinken.
Der „Old New Inn“ ist von März bis September täglich geöffnet; in den Wintermonaten war er auch schon mal geschlossen, weil zu wenig Gäste kamen und die Heizkosten zu hoch gewesen wären. Das Model Village dagegen ist das ganze Jahr über geöffnet.

The Old New Inn
Rissington Road
Bourton-on-the-Water, Gloucestershire GL54 2AF

   © Copyright Richard Croft

Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Richard Croft

Das Bourton Model Village hinter dem Pub.    © Copyright Brian Robert Marshall

Das Bourton Model Village hinter dem Pub.
Creative Commons Licence [Some Rights Reserved]   © Copyright Brian Robert Marshall

 

Published in: on 28. August 2013 at 02:00  Comments (3)  
Tags: