The Diagram Prize – Auszeichnung für das Buch mit dem merkwürdigsten Titel des Jahres – Ein Update

Auf der Frankfurter Buchmesse des Jahres 1978 hatten sich wohl einige der teilnehmenden Aussteller gelangweilt, denn man kam auf die Idee einen neuen Preis zu stiften, den das Buch mit dem merkwürdigsten Titel erhalten sollte. Die britische Fachzeitschrift The Bookseller und die Londoner Diagram Visual Information Limited riefen den Diagram Prize ins Leben, den als erster das Buch „Proceedings of the Second International Workshop on Nude Miceerhielt, also „Berichte der Zweiten Internationalen Arbeitstagung über nackte Mäuse“.

Seit dem Jahr 2000 erfolgt die Wahl des Siegertitels durch Abstimmung im Internet auf der Homepage des „Booksellers“. Geld bekommt der Preisträger nicht, lediglich derjenige, der den Siegertitel vorgeschlagen hat, erhält eine Magnumflasche Champagner.

Ich schrieb vor einigen Jahren schon einmal in meinem Blog über diesen witzigen Literaturpreis und stellte später einen der Preisträger, „Too Naked For the Nazis“ von Alan Stafford, vor. Heute möchte ich den Blogartikel weiter führen und die Preisträger der letzten Jahre vorstellen.

In diesem Jahr gewann erstmals ein nichtenglischer Autor den Diagram Prize, nämlich der Deutsche Thomas Götz von Aust mit seinem Buch „The Joy of Waterboiling: 100 köstliche Rezepte für den Wasserkocher„. Das Buch mit dem englischen Titel gibt es nur auf Deutsch und ist nicht in englischer Übersetzung erschienen. „Künstlerinnen und Künstler des Berliner und Wiener Milieus arbeiten in einem gemeinschaftlichen, interdisziplinären, europäischen Projekt an der visionären visuellen Realisierung und unkonventionellen Verbreitung dieser neuartigen Rezeptsammlung“, heißt es in dem Buch.

Der Preisträger für das Jahr 2017 war „The Commuter Pig Keeper: A Comprehensive Guide to Keeping Pigs when Time is Your Most Precious Commodity“ von Michaela Giles, eine Anleitung wie man am besten eine kleine Herde Schweine hält und dabei so wenig Zeit wie möglich aufwendet.

Den Preisträger 2016 „Too Naked For the Nazis“ erwähnte ich oben schon.

Strangers Have the Best Candy: How Talking To Strangers Leads to a Life of Crazy Adventure and Lasting Friendship“ ist der Siegertitel für das Jahr 2015, geschrieben von Margaret Meps Schulte. Die Autorin schreibt darin von ihren Begegnungen mit Fremden bei ihren Reisen durch die USA.

Mein Favorit ist der Preisträger des Jahres 2014: „How to Poo on a Date: The Lover’s Guide to Toilet Etiquette“ von Mats & Enzo. Die beiden Toilettenexperten geben wertvolle Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man plötzlich bei einem intimen Treffen mit seiner/seinem Geliebten ein menschliches Bedürfnis verspürt.

Published in: on 26. Dezember 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Diagram Prize Winner 2016: „Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford

Im Mai 2011 schrieb ich in meinem Blog schon einmal über den witzigen Diagram Prize, der jedes Jahr von der britischen Fachzeitschrift Bookseller für den ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres vergeben wird. Vor wenigen Tagen wurde der 38. Preisträger verkündet, der sich gegen seine Konkurrenten aus der Shortlist durchsetzen konnte. Hier ist zuerst einmal die Shortlist für das Jahr 2016:

Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford
Reading from Behind: A Cultural History of the Anus“ von Jonathan Allan
Transvestite Vampire Biker Nuns from Outer Space: A Consideration of Cult Film“ von Mark Kirwan-Hayhoe
Soviet Bus Stops“ von Christopher Herwig
Reading the Liver: Papyrological Texts on Ancient Greek Extispicy“ von William Furley und Victor Gysembergh
Behind the Binoculars: Interviews with Acclaimed Birdwatchers“ von Mark Avery und Keith Betton
Paper Folding with Children“ von Alice Hornecke

And the winner is… „Too Naked for the Nazis“ von Alan Stafford, im November im Verlag Fantom Films Limited erschienen. Dabei handelt es sich um eine biografische Darstellung der Comedy-Truppe „Wilson, Keppel and Betty„, die vor allem in den 1930er Jahren internationale Erfolge feiern konnte. Die Truppe bestand aus Jack Wilson (1894-1970), Joe Keppel (1894-1977) und Betty Knox (1906-1963), ein Engländer, ein Ire und eine US-Amerikanerin. Die drei Varieté-Künstler zogen durch die Welt und wurden vor allem durch ihre ägyptisch inspirierten Auftritte bekannt, zum Beispiel durch den „Sand Dance„, den man sich in diesem Clip ansehen kann.

Wie kam es nun zu dem Buchtitel von Alan Stafford? Wilson, Keppel and Betty traten 1936 einmal in einer Show in Berlin auf, die auch von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels besucht wurde. Der nahm Anstoß an der Bekleidung der Künstler, die meist aus kurzen Röcken bestand, und er war der Meinung, dass die zur Schau gestellten nackten Beine der Drei die Moral der Hitlerjugend untergraben würde, daher war der Auftritt „Too Naked for the Nazis“.

Alan Stafford: Too Naked for the Nazis: Wilson, Keppel and Betty“. Fantom Films Limited. ISBN 978-1781961490.

Published in: on 23. März 2016 at 02:00  Comments (1)  
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The Diagram Prize – Auszeichnung für das Buch mit dem merkwürdigsten Titel des Jahres

Auf der Frankfurter Buchmesse des Jahres 1978 hatten sich wohl einige der teilnehmenden Aussteller gelangweilt, denn man kam auf die Idee einen neuen Preis zu stiften, den das Buch mit dem merkwürdigsten Titel erhalten sollte. Die britische Fachzeitschrift The Bookseller und die Londoner Diagram Visual Information Limited riefen den Diagram Prize ins Leben, den als erster das Buch „Proceedings of the Second International Workshop on Nude Miceerhielt, also „Berichte der Zweiten Internationalen Arbeitstagung über nackte Mäuse“.

Seit dem Jahr 2000 erfolgt die Wahl des Siegertitels durch Abstimmung im Internet auf der Homepage des „Booksellers“. Geld bekommt der Preisträger nicht, lediglich derjenige, der den Siegertitel vorgeschlagen hat, erhält eine Magnumflasche Champagner.

Hier einige besonders schöne Beispiele:

2008: Philip M. Parker: The 2009-2014 World Outlook for 60-miligram Containers of Fromage Frais (Der Ausblick für die Jahre 2009-2014 auf den Weltmarkt für 60-Milligramm-Verpackungen für Frischkäse)

2004: Rick Pelicano: Bombproof Your Horse (Machen Sie Ihr Pferd bombensicher)

2002: Kaz Cooke: Living with Crazy Buttocks (Leben mit verrückten Pobacken)

Der aktuelle Preisträger für das Jahr 2010 ist der Titel „Managing a Dental Practice the Genghis Khan Way“ (Wie man eine Zahnarztpraxis nach der Art von Dschingis Khan leitet) von Michael Young. Ob man freiwillig wohl eine Zahnarztpraxis aufsuchen würde, die auf diese Weise gemanagt wird?

 

Published in: on 27. Mai 2011 at 04:00  Comments (2)  
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