Blitz The Butt Week vom 12. bis zum 18. September 2022 – Jetzt geht es den Zigarettenkippen an den Kragen

Photo: cybrgrl.
Creative Commons 2.0

Die Webseiten „http://www.rubbishwalks.co.uk“ tragen den Zusatztitel „Microadventures With A Mission“ und wurden von Jason Alexander in Ipswich in Suffolk gegründet. Er hat sich das Thema Müllvermeidung und Müllbeseitigung auf seine Fahnen geschrieben und sich das Motto zu eigen gemacht „Nicht nur darüber reden, sondern auch Taten folgen lassen“. Er möchte keine Gemeinschaft von Müllsammlern haben, sondern eine Gemeinschaft, die erst gar keinen Müll verursacht.

In der Woche vom 12. bis zum 18. September hat er die „Blitz The Butt Week“ ausgerufen, in der in Großbritannien so viele Zigarettenkippen („butts“) wie möglich aufgesammelt werden sollen. Im Vorfeld dieser Aktionswoche haben die „Rubbishwalks“-Teilnehmer bereits über 1,1 Millionen dieser unappetitlichen Kippen aufgesammelt, die die Straßen und Plätze verschmutzen, bei Regen zerfallen und die in den Filtern enthaltenen Giftstoffe freisetzen und unsere Umwelt in Gefahr bringen.

Wer in der „Blitz The Butt Week“ teilnehmen möchte, steht vor zwei alternativen Herausforderungen. 1: In einer Woche 2022 Kippen aufsammeln, ein Foto davon machen und in die sozialen Medien hochladen. 2: An einem Tag 2022 Zigarettenüberbleibsel von Straßen und Plätzen aufsammeln und ein Foto davon hochladen.

Jason Alexander gibt auf seinen Webseiten Tipps wie man die Kippen am schnellsten zählt; so passen beispielsweise in einen Standard-Maurereimer circa 9000 und in eine Ein-Liter-Plastikflasche 750. Nach Ende der Aktion werden die „butts“ dann ordnungsgemäß entsorgt. Von den geschätzten jährlich weltweit gerauchten 6,5 Billionen Zigaretten, so steht es auf Jasons Webseiten zu lesen, werden nur etwa ein Drittel davon in Müllbehältern entsorgt, der Rest landet „in freier Wildbahn“, stellt also eine große Gefahr für unser aller Gesundheit dar. Wünschen wir den Zigarettenkippensammlern in dieser Woche viel Erfolg!

Published in: on 12. September 2022 at 02:00  Comments (4)  

The Donkey Sanctuary – Ein Paradies für Esel bei Sidmouth in Devon

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Es begann 1969 mit einem Esel namens Naughty Face, den die in Yorkshire geborene Elisabeth Doreen Svendsen (1930-2011) zu sich nahm, die Mitte der 1960er Jahre, gemeinsam mit ihrem Mann, ein Hotel in Devon führte. Naughty Face sollte ihr Leben total verändern, denn Mrs Svendsen entdeckte ihre Liebe zu Eseln, die darin mündete, dass sie ein Asyl für kranke, heimatlose und ungeliebte Esel ins Leben rief, das Donkey Sanctuary bei Sidmouth in Devon. Aus dem einen Esel wurden bald mehr als 200, die sie vor dem sicheren Tod rettete. Hier in Devon finden die Tiere paradiesische Zustände, sie werden wieder geliebt, sowohl von dem Personal, das sich um sie kümmert, als auch von den vielen Besuchern, die jährlich das Sanctuary aufsuchen.

The Donkey Sanctuary kümmert sich aber nicht nur um britische Esel, längst hat es seine Fühler weltweit ausgestreckt und hilft unter anderem mit Geldspenden in anderen Ländern, dass es auch dort den Eseln gut geht. Bereits im Jahr 2008 wurde der 10 000. Esel aufgenommen.

Wer möchte, kann einen der Esel wie Bonnie, Rubin oder Timothy für £3 im Monat adoptieren; Näheres darüber ist hier zu erfahren. Längst sind auch in anderen Gegenden von England weitere „Auffangstellen“ für Esel aufgemacht worden wie zum Beispiel in Birminghams, Leeds und Manchester.

Das Sanctuary bei Sidmouth ist an sieben Tagen der Woche von 9 Uhr bis 17 Uhr für Besucher geöffnet; der Eintritt ist kostenlos, über eine Spende freut man sich aber immer. Hier ist ein Blick in das Tierheim für Esel via Webcam und hier ein Film darüber.

The Donkey Sanctuary
Sidmouth
Devon EX10 0NU.

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 14. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

St Thomas à Becket in Fairfield (Kent) – Eine einsame Kirche in der Romney Marsh

Photo © Stephen Nunney (cc-by-sa/2.0)

Die Romney Marsh an der englischen Südküste in der Grafschaft Kent gehört für mich zu den faszinierendsten Regionen des ganzen Landes. es ist hier vollkommen eben, man kann weit sehen, die Marsch ist durchzogen mit kleinen Flussläufen, Schafe grasen friedlich, es ist still und weit hinten sieht man (leider) das Atomkraftwerk von Dungeness.

Der englische Maler John Piper (1903-1992) sagte einmal in seinem 1950 erschienenen Buch „Romney Marsh“ über die Landschaft sehr treffend: „What I really love about it is that it is all – ninety-seven percent – atmosphere„. Mitten in dieser Einsamkeit steht eine Kirche namens St Thomas à Becket, umgeben von grasenden Schafen, erreichbar über eine kleine Brücke. Sie diente einmal den Bewohnern des Dorfes Fairfield als Andachtsstätte, doch das Dorf gibt es schon lange nicht mehr, nur einige wenige Bauernhöfe sind dort noch anzutreffen. Bis ins 12. Jahrhundert reichen die Anfänge der Kirche zurück, 1913 wurde sie von dem Architekten William Douglas Caröe liebevoll restauriert. Im Inneren findet man weiße „box pews“, das sind Kirchenbänke mit Holzwänden, eine dreistöckige Kanzel und sehr viel verbautes Holz. Dieser Film des „Bald Explorers“ vermittelt einen sehr guten Eindruck von der Kirche.

An und in St Thomas à Becket wurden einige Filme gedreht, unter anderem auch Szenen in Pier Paolo Pasolinis „Pasolinis tolldreiste Geschichten“ (1972).

Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)
Die „box pews“.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 12. August 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Ein Besuch in Hillesheim in der Eifel, Deutschlands Krimi-Hauptstadt Teil 2: Das Kriminalhaus

Eigenes Foto

Keine hundert Meter vom Krimi-Hotel in Hillesheim in der Eifel entfernt, steht das Kriminalhaus, das die Besitzer Monika und Ralf Kramp im September 2007 eröffnet haben und das das zweite Standbein für Deutschlands Krimi-Hauptstadt ist. Auch hier ist wieder ein sehr enger Bezug zu Großbritannien spürbar, so steht vor dem Eingang ein alter Austin und eine rote Telefonzelle.

Das Kriminalhaus ist unterteilt in das ebenerdige Café Sherlock, die daneben liegende Buchhandlung Lesezeichen und in den oberen Stockwerken das Deutsche Krimi-Archiv mit einer Sammlung von über 30 000 Bänden und vielen Nebenräumen, die alle dem Thema „Krimi“ gewidmet sind.

Betritt man das Café Sherlock gelangt man in eine andere Welt. Hier geben die Größen der Kriminal-Literatur den Ton an. Als erstes fiel mir ein großartiges Porträt von David Suchet auf, der in der englischen TV-Serie den Hercule Poirot verkörpert. Das Bild ist mit einer persönlichen Widmung an Ralf Kramp versehen, entstanden, wie er mir erzählte, im Londoner St James’s Club, wo er den Schauspieler traf. Das Porträt hat Ralf Kramp übrigens selbst gemalt, war er doch einmal Karikaturist beim Kölner Stadtanzeiger gewesen.
Man kommt aus dem Staunen im Café Sherlock gar nicht mehr heraus; hier gibt es so viel zu sehen, dass man Stunden bräuchte, um alles in sich aufzunehmen. Beispiel: Ein Vitrinentisch ist Lieutenant Columbo gewidmet, in dem „Devotionalien“ von dem berühmten Detektiv aus Los Angeles zu bewundern sind wie ein Miniaturmodell seines alten klapprigen Peugeot 403-Cabrios und eine Streichholzschachtel von Barney’s Beanery, jenem Lokal, in dem Columbo immer seinen geliebten Chili isst. In dem Café sind mit außerordentlich viel Liebe über Jahre hinweg Kuriositäten zusammengetragen worden, bei deren Anblick jedem Krimi-Liebhaber das Herz aufgeht.

Die Buchhandlung Lesezeichen schließt sich an das Café Sherlock an, das Reich von Monika Kramp; helle, freundliche, ansprechende Räumlichkeiten, selbstverständlich mit einer Spezialabteilung für Krimis, auch hier stehen überall zwischen den Büchern Kuriositäten herum.

Das Deutsche Krimi-Archiv findet man in den oberen Stockwerken, wo, wie bereits erwähnt, mehr als 30 000 Kriminalromane, alphabetisch sortiert, darauf warten, wieder einmal gelesen zu werden. Spezialsammlungen schließen sich an wie die Agatha Christie-Abteilung und das Sherlock-Holmes-Archiv. Hier wirkt nichts angestaubt oder langweilig, überall sind die Räume aufgelockert durch Fotos, Filmbilder und jede Menge anderer humorvoller und interessanter Dinge.

Ganz oben unter dem Dach, durch eine Wendeltreppe zu erreichen, ist schließlich die Spieleabteilung untergebracht, deren Spiele gleich vor Ort ausprobiert werden können. Bei meinem Besuch war der Raum von einer Familie belegt, die eines davon gerade benutzten.

Im Kriminalhaus sind auch die Büros des KBV-Verlages zu finden. Verlagsleiter Ralf Kramp, selbst Autor zahlreicher Krimis (siehe hierzu meinen Blogeintrag), verlegt seit über zwanzig Jahren Kriminalromane deutschsprachiger Autoren mit dem Schwerpunkt Regionalkrimis.

Ein Besuch im Kriminalhaus ist sehr zu empfehlen, auch wenn man nicht besonders viel mit Krimis am Hut hat. Bei einer Tasse „Schwarzer Tod“-Espresso, einem Killerkakao, einem Stück Kuchen oder bei einem Ploughman’s Lunch im Café Sherlock hat man die Muße, die vielen Objekte des Raumes zu bewundern; es ist auch ein Stück England mitten in der Eifel. Das sympathische Ehepaar Monika und Ralf Kramp empfängt die Gäste auf liebenswürdige Weise.

Die Öffnungszeiten des Kriminalhauses: Mittwoch bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Das Kriminalhaus
Am Markt 5 – 7
54576 Hillesheim

Das David Suchet-Porträt mit Widmung.
Eigenes Foto.
Im Café Sherlock.
Eigenes Foto.
Sherlock Holmes höchstselbst am Kamin in dem nach ihm benannten Café.
Eigenes Foto.
Einer der Vitrinentische im Café, hier der Hercule Poirot gewidmete.
Eigenes Foto.
Ein „Bobby“ wacht über die Café-Gäste.
Eigenes Foto.
Published in: on 19. Juni 2022 at 02:00  Comments (7)  

Bridlington an der Küste von Yorkshire Teil 2: Der Große Sturm von 1871, der vielen Menschen das Leben kostete

Ein Sturm tobt über dem Hafen von Bridlington.
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Wenn sich ein Sturm vor der Nordseeküste von Yorkshire zusammenbraut, dann kann es schon einmal heftig zur Sache gehen. Ganz besonders schlimm war es am 10. Februar 1871 als der Great Gale zuschlug. Die hohen Wellen schlugen über die Hafenmauern von Bridlington, und die Schiffe, die zu der Zeit im Nordosten Englands unterwegs waren, traf der Sturm mit voller Härte. Ganze 28 von ihnen erlitten Schiffbruch und zwischen fünfzig und siebzig Menschen verloren ihr Leben. Einige von den Schiffen versuchten in der Bucht von Bridlington Schutz zu suchen, was aber den meisten nicht gelang, da sie entweder auf Grund liefen oder an der Hafenmauer zerschellten. Es waren viele Kohlenschiffe dabei, deren Ladung noch Wochen nach dem Sturm an der Küste von Yorkshire angespült wurde. Die meisten von ihnen sollen überladen und in einem schlechten Zustand gewesen sein.

Die Zahl der Opfer hätte sich noch wesentlich erhöht, wenn nicht die mutigen Männer der Royal National Lifeboat Institution von Bridlington eingegriffen hätten, die mit ihren beiden Seenotrettungsbooten mehrfach in die stürmische See hinausfuhren und Menschen von Bord holten beziehungsweise aus dem Meer zogen. Robert Whitworth und Harbinger hießen die Boote, von denen das letztere bei einem Rettungsversuch von einer riesigen Welle erfasst wurde und sank. Sechs der neun Besatzungsmitglieder ertranken in den Fluten.

Jedes Jahr im Februar findet ein Gedenkgottesdienst in der Bridlington Priory Church statt (2021 jährte sich die Katastrophe zum hundertfünfzigsten Mal) auf deren Kirchhof ein Obelisk an die ertrunkenen Seeleute erinnert. 43 von ihnen haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Das Buch zum Artikel:
Richard M. Jones: The Great Gale of 1871. Mereo 2013. 136 Seiten
. ISBN 978-1909544727.

Ein Seenotrettungsboot im Hafen von Bridlington.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)
Bridlington Priory Church.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)
Die Grabstätten von drei Besatzungsmitgliedern der Seenotrettungsschiffe aus Bridlington auf dem Kirchhof der Priory Church.
Credit: RNLI/Andy Brompton
Published in: on 10. Juni 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Ipsos Veracity Index oder Welche Berufe genießen das höchste Vertrauen in der britischen Gesellschaft

Auf der Rangliste auf Platz 1: The nurse.
Foto: timefornurses.
Creative Commons 2.0

Ipsos ist ein weltweit tätiges Marktforschungsunternehmen, das seit 1983 jährlich den Veracity Index erstellt, der die Vertrauens- und Glaubwürdigkeit verschiedener Berufe in der britischen Gesellschaft darstellt. Durch diesen Index sind gesellschaftliche Entwicklungen und Umbrüche erkennbar. So rangieren beispielsweise im zuletzt veröffentlichten Index 2021 Politiker und Regierungsmitglieder ganz weit unten, mit nur jeweils 19% Vertrauenswürdigkeit, ein verheerendes Urteil. Denkt man aber an die Skandale des letzten Jahres in der britischen Politik (Parties während Coronazeiten und deren Verleugnung durch den Premierminister) ist das nicht verwunderlich. Im Jahr zuvor sah es noch schlechter aus, da lag die Glaubwürdigkeit von Politikern nur bei 15%, die von Regierungsmitgliedern bei 16%.

Ähnlich schlecht kommen bei der Ipsos-Umfrage andere Berufe weg wie Journalisten mit 28% (im Vorjahr 23%), Wirtschaftsführer mit 31% (Vorjahr 33%) und Immobilienmakler mit einem Glaubwürdigkeitsindex von 32% (im Jahr davor 27%). Das Schlusslicht bilden in den letzten beiden Jahren die „Advertising executives“, also die Werbefachleute.

Im Mittelfeld des Indexes bewegen sich die Polizisten mit 63%, abgeschmiert von 71% im Jahr davor, eine Vertrauenskrise in die Gesetzeshüter, die immer ausgeprägter wird. Rechtsanwälte und Männer und Frauen der Kirche stehen mit 59% beziehungsweise 58% auch nicht besonders gut da.

Doch sehen wir uns einmal an, wer das höchste Ansehen in der britischen Gesellschaft genießt. Da führen die Krankenschwestern mit 94% die Rangliste an (im Vorjahr 93%). Und dann kommt eine Überraschung: Auf Platz 2 stehen erstmals Bibliothekarinnen und Bibliothekare mit 93%, die im Vorjahr im Index überhaupt nicht auftauchten. Wie mag das zustande gekommen sein? Auf Platz 3, keine besondere Überraschung, finden wir die Ärzte mit 91%; Platz 4 nehmen gemeinsam die Lehrer und die Museumskuratoren ein mit jeweils 86%.
Hier ist der komplette Veracity Index zu sehen.

Auf der Rangliste auf Platz 2: The librarian.
Foto: charlieishere@btinternet.com.
Creative Commons 2.0
Published in: on 13. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Sheepwash Bridge in Ashford in the Water (Derbyshire) – Sehr unbeliebt bei wasserscheuen Schafen

Photo © Jo Turner (cc-by-sa/2.0)

„Oh nein, nicht schon wieder“ werden sich manche Schafe denken, wenn sie mit einem Transporter zu der Sheepwash Bridge in Ashford in the Water in Derbyshire gebracht werden, damit an ihnen „rituelle Waschungen“ vorgenommen werden. Natürlich werden die armen Tiere nicht von der Brücke aus ins Wasser geschubst, daneben ist ein „pen“, also ein Pferch, von dem aus sie mehr oder weniger sanft in die Fluten des River Wye befördert werden, wo einige stämmige Männer darauf warten, die Schafe vom Schmutz zu befreien.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein hatte das Ganze auch einen Sinn, denn bevor die Tiere geschoren beziehungsweise zum Markt zum Verkauf gebracht wurden, mussten sie ja sauber sein. Heute wird das „sheepwashing“ nur noch zur Unterhaltung für Touristen durchgeführt (und zum Ärger der Wollträger).

Die sehr schön anzusehende mittelalterliche Sheepwash Bridge ist eine „packhorse bridge„, die im 17. Jahrhundert ständig von Packpferden überquert wurde, die Malz aus der Stadt Derby transportierten.

Die viel fotografierte Brücke im Peak District ist sehr beliebt bei Kindern und auch Erwachsenen, die gern Pooh Sticks spielen. The English National Tourist Board ist der Meinung, dass sich die Sheepwash Bridge dazu am besten eignet. Mehr über das Stöckchenspiel in meinen entsprechenden Blogeinträgen.

Hier ist ein Film, der das sheepwashing zeigt.

Der Sheepwash Pen.
Photo © Terry Robinson (cc-by-sa/2.0)
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 10. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Fahrbibliotheken in England in Wort und Bild

Einer der Bücherbusse, die in Lincolnshire unterwegs sind.
Photo © Bob Harvey (cc-by-sa/2.0)

Man nennt sie bookmobiles oder book vans, manchmal auch travelling libraries, in Deutschland heißen sie Fahrbibliotheken, also Fahrzeuge mit einem Buchangebot, die vorwiegend in ländliche Regionen beziehungsweise in Orte fahren, in denen sich eine feste Bibliothek nicht lohnt. Gern werden sie von Kindern und älteren Menschen, die nicht mehr sehr mobil sind, genutzt. In der Regel fahren diese Bücherbusse, wie Linienbusse, nach einem festgelegten Fahrplan ihre Routen ab. Die Buchauswahl ist natürlich wegen der Platzverhältnisse überschaubar.

Es gibt Karosseriebaufirmen, die sich auf die Herstellung von bookmobiles spezialisiert haben, und so sieht jeder Bücherbus, vor allem durch die Bemalung und Beschriftung anders aus.

In der TV-Krimiserie „Midsomer Murders“ beziehungsweise „Inspektor Barnaby“ ist Tom Barnabys Tochter Cully einige Male als Fahrerin eines bookvans zu sehen wie zum Beispiel in „Death and Dreams“ (dt. „Trau, schau, wem!“). Dabei handelt es sich um ein nicht ganz so großes Fahrzeug.

Es wurden auch schon Romane geschrieben, in denen ein „bookmobile“ im Mittelpunkt steht wie beispielsweise „The Case of the Missing Book“ aus der Reihe „A Bookmobile Mystery“ von Jack Lombard oder „An Amish Surprise“ aus der „Berlin Bookmobile Series“ von Shelley Shephard Gray, in der die Bibliothekarin Sarah Anne Miller und ihr Bücherbus im Mittelpunkt stehen.

Im Folgenden stelle ich einmal einige englische Bücherbusse im Bild vor.

Ein ziemlich großes Exemplar in Exeter (Devon).
Photo © Robin Stott (cc-by-sa/2.0)
Auf der Isle of Wight.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)
Haltestelle am Village Green von Wall in Northumberland.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)
Ein Bücherbus mitten in der Einsamkeit von Shropshire. Wer mag hier wohl hinkommen?
Photo © John H Darch (cc-by-sa/2.0)
Es geht auch eine Nummer kleiner wie hier in Wakefield (West Yorkshire).
Photo © Chris Neale (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 3. Mai 2022 at 02:00  Comments (4)  

„Heartbeat“ – Eine der erfolgreichsten britischen TV-Serien

Foto meiner Videocassette.
Foto meiner Videocassette.

Vor einiger Zeit fuhr ich durch den kleinen Ort Goathland in North Yorkshire, der mitten in dem großen Moorgebiet North York Moors liegt. Hier wurden große Teile der ITV-Serie „Heartbeat“ gedreht, von der ich noch die ersten Teile auf Video besitze. Basierend auf den „Constable“- Büchern von Nicholas Rhea (das Pseudonym des ehemaligen Polizisten Peter Walker, siehe hierzu meinen Blogeintrag) wurde die Serie erstmals am 10. April 1992 ausgestrahlt und erreichte sofort sehr hohe Einschaltquoten. Damals hatte sich von den Verantwortlichen bei ITV wohl keiner vorstellen können, dass „Heartbeat“ bis zum 12. September 2010 laufen und 372 Episoden umfassen würde.

„Heartbeat“ ist eine „police drama“-Serie, die im Yorkshire der 1960er Jahre spielt und in der der Alltag einer Gruppe von Polizeibeamten gezeigt wird, die in dem fiktiven Ort Ashfordly stationiert sind. Hier und in dem benachbarten Ort Aidensfield (=Goathland) spielen sich die kleinen und großen Dramen ab, mit denen die Polizisten konfrontiert werden.

Nick Berry spielte jahrelang die Hauptrolle als PC Nick Rowan, und er sang auch die Titelmelodie, die auf einem alten Buddy Holly-Song basierte (und mit dem Berry 1992 bis auf Platz 2 der britischen Charts gelangte).

Wenn man sich einmal einige Folgen der TV-Serie angesehen hat, wird man unwillkürlich an eine andere Serie erinnert, die ebenfalls in Yorkshire spielt, nämlich an „All Creatures Great and Small“ beziehungsweise „Der Doktor und das liebe Vieh“, in der es auch von kauzigen Figuren wimmelt.

Der sympathische Nick Berry stieg 1998 aus der Serie aus und in eine neue BBC-Serie namens „Harbour Lights“ ein, in der er einen Hafenmeister spielte, die aber nach einem Jahr wieder abgesetzt wurde, weil sie beim Fernsehpublikum nur auf geringes Interesse stieß.

Viele Episoden von „Heartbeat“ sind auf DVD noch lieferbar, ebenso die „Constable“-Romane von Nicholas Rhea. Leider wurde die TV-Serie nie im deutschen Fernsehen gezeigt.
Hier einige Ausschnitte aus den ersten Episoden von „Heartbeat“.

Dreharbeiten in Goathland.
Photo © Mike Searle (cc-by-sa/2.0)
Eines der Polizeiautos der TV-Serie in Goathland.
Photo © Nick Mutton (cc-by-sa/2.0)
Hinweisschild kurz vor Goathland, denn mit Schafen auf der Fahrbahn muss hier überall gerechnet werden.
Eigenes Foto
Published in: on 1. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Garden Visitors Handbook – Die gelbe Bibel für alle Gartenenthusiasten

Lullebrook Manor in Cookham (Berkshire) öffnete seinen Garten für interessierte Besucher.
Photo © Malcolm Gould (cc-by-sa/2.0)

Vom 16. bis zum 24. Juli 2022 findet wieder die Great British Garden Party statt; eröffnet wird sie von Dame Mary Berry, die in Großbritannien jeder als die unumstrittene TV-Königin der Torten und Kuchen kennt. Außerdem ist die Dame Präsidentin des National Garden Schemes, der dafür sorgt, dass jedes Jahr Besitzer privater Gärten in England und Wales diese der Allgemeinheit öffnen und die dadurch eingenommenen Gelder wohltätigen Zwecken zur Verfügung stellen. Zu Beginn, im Jahr 1927, waren es etwas mehr als 600 Gartenbesitzer, die sich dem National Garden Scheme angeschlossen hatten, heute sind es über 3700. Häufig bieten diese ihren Besuchern Tee und Gebäck an, es wird gegrillt oder ein Glas Sekt gereicht. Es entwickeln sich oft angenehme Gespräche und es wird gefachsimpelt. Jeder Gartenbesitzer kann selbstverständlich seinen Garten auch außerhalb der oben genannten Zeiten öffnen.

Damit man bei so vielen Gärten nicht den Überblick verliert, gibt es die Gelbe Bibel wie das Garden Visitors Handbook auch genannt wird, dessen aktuelle Ausgabe 744 Seiten stark ist (die Ausgabe 2022 erscheint am 20. September). Darin werden alle Gärten aufgelistet, die an der Aktion teilnehmen und auch detailliert beschrieben. Die meisten von diesen privaten Gärten sind sonst öffentlich nicht zugänglich.

Die Einnahmen aus den Gartenbesuchen belaufen sich auf rund £3 Millionen pro Jahr, insgesamt sind schon mehr als £60 Millionen eingenommen worden. Empfänger dieser Gelder waren bisher zum Beispiel die Wohltätigkeitsorganisationen Parkinson UK, Hospice UK, Horatio’s Garden („creates and nurtures beautiful gardens in NHS spinal injury centres“).

The Garden Visitors Handbook. Constable 2021. 744 Seiten. ISBN  978-1408715260.

Auch dieser kleine Hinterhofgarten in Midgley in West Yorkshire schloss sich der Aktion an.
Photo © Christine Johnstone (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 25. April 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Katastrophe am Flugtag von Shoreham-by-Sea (West Sussex) am 22. August 2015

Die Hawker Hunter kurz vor dem Absturz.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Flugtage, bei denen Piloten am Himmel ihre Kunststücke vorführen, sind so eine Sache für sich, einerseits ist es faszinierend anzusehen, andererseits hat es schon schwere Unglücksfälle dabei gegeben, ich denke da nur an Ramstein am 28. August 1988 in Deutschland und Farnborough am 6. September 1952 in England. Bei letzterem Unglück kamen 31 Menschen ums Leben; 63 Jahre später kam es wieder bei einer Flugshow zu einem Flugzeugabsturz, dieses Mal in Shoreham-by-Sea (West Sussex) an der englischen Südküste, ganz in der Nähe der Stadt Brighton.

Es war ein sonniger Sommertag am 22. August 2015, als wieder einmal die Shoreham Airshow veranstaltet wurde. Viele Besucher zog es zum Shoreham Airport (der jetzt Brighton City Airport heißt), um die akrobatischen Kunstflüge einiger waghalsiger Piloten zu sehen. Eines dieser eingesetzten Flugzeuge war eine Hawker Hunter T7, die ehemals der Royal Air Force gehört hatte, die einen Looping ausführte, wobei sich der Pilot verschätzte und die Maschine abstürzte. Absturzort war die an diesem Samstag stark befahrene A27, die parallel zur Küste etwas landeinwärts verläuft. Der Pilot konnte das Unglück zwar schwer verletzt überleben, doch das abgestürzte Flugzeug riss elf Menschen in den Tod, die von den Wrackteilen getroffen wurden. Hier sind Bilder von dem Absturz.

Untersuchungen über die Ursache des Absturzes zeigten keine technischen Probleme, es handelte sich um einen Pilotenfehler. Es kam zu einer Anklage des Piloten, der aber am 8. März 2019 im Londoner Gerichtsgebäude Old Bailey von den Geschworenen freigesprochen wurde.

Die Shoreham Airshow ist seitdem nicht wieder durchgeführt worden. Zur Erinnerung an die Opfer wurde etwa 800 Meter von der Unglücksstelle entfernt, an der Old Toll Bridge, einer Fußgängerbrücke über den River Adur, in Shoreham-by-Sea ein Memorial aufgestellt, das die beiden Künstler Jane Fordham und David Parfitt entworfen und dabei eng mit den Angehörigen zusammengearbeitet hatten. Elf vier Meter hohe, stählerne Bögen repräsentieren jeweils einen der elf Männer, die an diesem Augusttag starben, wobei jeder einzelne personalisiert ist, das heißt auf die Interessen und Vorlieben hinweist, die er hatte.

Der Shoreham Airport, jetzt Brighton City Airport.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)
Das Memorial am River Adur.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)
Die Old Toll Bridge in Shoreham nach dem tragischen Unglück.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0
Published in: on 17. April 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Dale Dyke Disaster am 11. März 1864, das die Stadt Sheffield in South Yorkshire schwer in Mitleidenschaft zog

Dale Dyke Reservoir.
Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

Als die industrielle Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts Fahrt aufgenommen hatte, benötigte man in den Städten am Rande des Peak Districts wie in Manchester und Sheffield viel Wasser, daher wurden mehrere Wasserreservoirs oben in den Bergen angelegt.
Eines dieser Reservoirs war der Dale Dyke bei Bradfield, der die Stadt Sheffield, 13 Kilometer entfernt, versorgen sollte. Fünf Jahre lang dauerte es, bis der Staudamm errichtet war und 1864 in Betrieb genommen werden sollte. Das Wasser wurde eingelassen und kaum war die Talsperre gefüllt, zeigte sich ein langer Riss im Damm. War da beim Bau gepfuscht worden? In der Nacht des 11. März 1864 konnte der Damm den Wassermassen nicht länger standhalten und brach. Drei Millionen Kubikmeter Wasser ergossen sich in das Loxley Valley, rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte und suchten sich ihren Weg nach Sheffield, wo verheerende Schäden entstanden, nicht direkt im Zentrum, aber in anderen Stadtteilen. 240 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben und Hunderte von Häusern wurden zerstört oder beschädigt.

Was war der Grund für das Dale Dyke Disaster? Es ist nie eindeutig geklärt worden. Die Betreibergesellschaft wies alle Schuld von sich und machte einen Erdrutsch in der Region dafür verantwortlich. Andere wiederum waren der Meinung, dass die Unglücksursache in Konstruktionsfehlern zu finden war.

Das Wasserreservoir wurde noch einmal neu gebaut, jetzt aber unter verschärften Sicherheitsauflagen. 1875 ging der Dale Dyke erneut in Betrieb und hat bis heute seine Wassermassen in Zaum gehalten.

Anlässlich des 150. Jahrestages der Katastrophe wurde am Reservoir ein Gedenkstein für die Opfer errichtet; hier ist ein Film darüber.

Mike Lydiat und Dave Markham, zwei Musiker aus Sheffield, die sich Toffee Music nennen, haben einen Song über das Unglück geschrieben, der hier zu hören ist.

Anlässlich des 150 Jahrestages des Dale Dyke Disasters hat die lokale Bradfield Brewery ein Bier auf den Markt gebracht, das sie „Dam’it“ nannten, “ A deep golden coloured bitter with a clean & citric bitter aroma with a twist of vanilla“, englischer schwarzer Humor.

Das Buch zum Artikel:
Geoffrey Amey: Collapse of the Dale Dyke Dam 1864. Littlehampton Book Services 1974. 240 Seiten. ISBN  978-0304293629
.

Der Erinnerungsstein.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)
Ein alter Markierungsstein an der Stelle, an der früher die alte Staumauer stand. CLOB = Centre Line of Old Bank.
Photo © Andrew Tryon (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 26. Februar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Fleur Lombard (1974-1996) – Die erste Feuerwehrfrau, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien bei einem Einsatz ums Leben gekommen ist

Photo © Roger Lombard (cc-by-sa/2.0)

Staple Hill ist ein Stadtteil von Bristol; dort an der Broad Street, gegenüber von einem Tesco-Supermarkt, steht ein Memorial, das an Fleur Lombard erinnert, eine junge Frau, die 1974 in Watford geboren wurde und am 4. Februar 1996, gerade einmal 21 Jahre alt, in einem Flammeninferno ums Leben kam. Sie war Feuerwehrfrau, stationiert in der Speedwell Fire Station und wurde an diesem verhängnisvollen Tag, zusammen mit ihren Kollegen, zu einem Einsatz in der Broad Street gerufen, wo Leos Supermarket in Flammen stand (dort, wo sich heute der Tesco-Markt befindet). Als sie das Gebäude betrat, kam es zu einem Flashover, einer schlagartigen Flammenausbreitung, vor der sie sich nicht mehr retten konnte. Fleur Lombard hatte keine Chance. Posthum wurde sie mit der Queen’s Gallantry Medal ausgezeichnet. Sie war die erste Feuerwehrfrau, die nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs bei einem Einsatz ums Leben kam.

Fleur fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Kirchhof von St Enodoc in Trebetherick in Cornwall, nicht weit entfernt von dem Grab des Dichters und Schriftstellers Sir John Betjeman (1906-1984). Sie hatte in dieser Region häufig mit ihren Eltern ihre Ferien verbracht.
St Enodoc ist eine besondere Kirche, die in Sanddünen gebaut ist, und so kam es früher immer mal wieder vor, dass sie fast ganz von Sand verschüttet war, so dass der Pfarrer samt Gemeinde durch ein Loch im Kirchendach einsteigen musste, um darin einen Gottesdienst abzuhalten.

Auf Fleur Lombards Grabstein sind Auszüge aus „The Firefighters Prayer“ eingraviert und der Bibelspruch „Her sun is gone down while it was yet day“. Beeindruckend!

Photo © Roger Lombard (cc-by-sa/2.0)
St Enodoc in Trebetherick (Cornwall).
Photo © Derek Harper (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 25. Februar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Kingley Vale Trail in West Sussex, der durch Europas größten Eibenwald führt

Photo © Richard William Thomas (cc-by-sa/2.0)

Von allen Baumarten gehören die Eiben zu meinen Favoriten, darum habe ich in meinem Blog schon einige Prachtexemplare in England vorgestellt. Beispiele: The Ankerwycke Yew bei Wraysbury in Berkshire, The Crowhurst Yew in Crowhurst in Surrey, die Yew Tree Avenue auf Clipsham Hall in Rutland und die 99 Eiben auf dem Kirchhof von St Mary’s in Painswick in Gloucestershire.

Ergänzen möchte ich heute den wohl größten Eibenwald Europas in der Kingley Vale National Nature Reserve, nördlich von Chichester in der Grafschaft West Sussex. Der Kingley Vale Trail führt durch diesen ganz besonderen Wald, in dem man die ältesten Bäume des Königreichs findet. Meistens stehen diese uralten „yew trees“ allein oder in kleinen Gruppen, hier aber gibt es eine Menge von ihnen. Früher, das heißt vor über 500 Jahren, gab es wesentlich mehr Eibenwälder in England, die stark dezimiert wurden, da sich das Holz dieser Bäume hervorragend für die Anfertigung von Langbögen eignet, und die Nachfrage nach dieser Waffe war in ganz Europa im Spätmittelalter sehr groß.

Eines der Prunkstücke im Kingley Vale ist die Kingley Vale Great Yew, die 2019 bei dem Wettbewerb Tree of the Year nominiert wurde, sich aber der Allerton Oak in Liverpools Calderstones Park geschlagen geben musste.

Dieser Film zeigt einen Drohnenflug über das Kingley Vale und hier kann man einen virtuellen Rundgang durch den Wald unternehmen.

Photo: Simon Burchell.
Creative Commons 3.0
Photo © Simon Huguet (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 6. Februar 2022 at 02:01  Comments (1)  

„Pet Holocaust“ – Massentötungen von Haustieren im Zweiten Weltkrieg

The Battersea Dogs and Cats Home heute, wo viele Tiere den Zweiten Weltkrieg überlebten.
Photo © Christopher Hilton (cc-by-sa/2.0)

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde The National Air Raid Precautions Animals Committee (NARPAC) gegründet, dessen Aufgabe es war, sich darüber Gedanken zu machen, was im Falle eines Krieges mit den Haustieren im ganzen Land geschehen sollte. Ergebnis der Überlegungen war eine Schrift mit dem Titel  „Advice to Animal Owners„, in der vorgeschlagen wurde, Haustiere aus den großen Städten auf das Land zu bringen beziehungsweise sie zu töten. Wie man das bewerkstelligen sollte, lieferte die Schrift gleich mit und empfahl einen Schussapparat namens CASH, „the standard instrument for the humane destruction of domestic animals“. Diese Ratschläge wurden in den Zeitungen des Landes abgedruckt und von der BBC gesendet. Eine meiner Meinung nach fürchterliche Empfehlung; seinen eigenen lieb gewonnenen Hund oder seine Katze zu erschießen! War dieser Ratschlag der NARPAC wirklich sinnvoll? Tatsächlich brachten hunderttausende von Menschen ihre Tiere zu Veterinären und ließen sie einschläfern. Es sollen über 750 000 Haustiere gewesen sein, die gleich zu Beginn des Kriegs in Großbritannien auf diese Weise getötet worden sind.

Tierschutzorganisationen sträubten sich mit Händen und Füßen gegen diese Tötungsaktionen und nahmen so viele Tiere wie irgend möglich in ihren Heimen auf. Allein Londons Battersea Dogs and Cats Home nahm während des Kriegs 145 000 Hunde auf und half ihnen zu überleben. Die Duchess of Hamilton, eine große Tierfreundin, versuchte den Vierbeinern zu helfen und holte Hunderte von Tieren aus London in ihr Ferne Animal Sanctuary in Dorset.

Zwei Bücher sind über diese auch „Pet Holocaust“ genannten Massentötungen geschrieben worden. „The British Cat and Dog Massacre: The Real Story of World War Two’s Unknown Tragedy“ von Hilda Kean (University of Chicago Press 2017) und „Bonzo’s War: Animals Under Fire 1939 -1945“ von Clare Campbell (Constable 2013).

Auf einem Wiesengelände bei Ilford im Osten Londons sind über 500 000 Tiere beigesetzt, die Anfang des Zweiten Weltkriegs getötet worden sind. Auf dem Ilford Animal Cemetery sind auch Grabsteine von Tieren zu finden, die die Dickin Medal erhalten haben; siehe dazu meinen Blogeintrag.

Published in: on 29. Januar 2022 at 02:00  Comments (5)  

Die besten britischen Hotels des Jahres 2021 der Sunday Times

Callow Hall in Derbyshire.
Photo: steve.wilde.
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Wie in jedem Jahr hat die Sunday Times auch für das Jahr 2021 eine Liste der 100 besten britischen Hotels erstellt, von denen ich hier einige vorstellen möchte.

Da ist erst einmal das Hotel des Jahres: Callow Hall in Derbyshire. Den Namen des Country House-Hotels kenne ich schon lange, habe aber dort leider noch nicht übernachtet. Das 4*-Hotel liegt sehr ruhig in einer Parklandschaft außerhalb des Ortes Ashbourne am südlichen Rand des Peak Districts. Es verfügt über 15 Zimmer, aber auch zwei Baumhäuser und elf sogenannte „woodland hives“, das sind mit einer Küche ausgestattete Holzhäuser, die auf dem Gelände verstreut sind.

Was mich besonders freut, ist, dass mein absolutes Lieblingshotel, das Thornbury Castle, nördlich von Bristol, in der Grafschaft Gloucestershire, zum „Romantic Hotel of the Year“ gewählt worden ist. Ich bin hier mittlerweile neunmal gewesen, leider noch nicht wieder nach der Komplettrenovierung im vergangenen Jahr. Das Hotel verfügt über alle Attribute eines romantischen Hotels mit großartigen Zimmern, bedchamber genannt. Seit kurzem gehört das Hotel der renommierten Hotelgruppe Relais&Châteaux an. Es gibt auch einen neuen General Manager; auf Tim Pettifer folgte Simone Arcucci, der vorher im Stapleford Park Hotel in Leicestershire gearbeitet hatte. Siehe hierzu auch meine zahlreichen Blogeinträge über das Hotel.

Eigenes Foto.

Das „Foodie Hotel of the Year“ führt uns nach Lancashire, wo am River Wyre der Cartford Inn liegt, ein Boutique Hotel, dessen Ursprünge ins 17. Jahrhundert zurückreichen, als es eine Kutschenstation war. Es ist gleichzeitig ein Fine Dining Pub mit angeschlossener Kunstgalerie und einem Feinkostgeschäft.

Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

In Shipton-under-Wychwood in Oxfordshire liegt der Pub of the Year der Sunday Times, The Lamb Inn. Der Cotswolds-Pub, der auch über zehn Zimmer verfügt, geht bis ins 16. Jahrhundert zurück und dürfte von den vielen wohlhabenden Menschen profitieren, die sich in diese landschaftlich wunderschöne Region zurückgezogen haben.

Photo © andrew auger (cc-by-sa/2.0)

Als letztes möchte ich noch auf ein sehr schönes Hotel hinweisen, das in der Sunday Times-Liste als Best Hotel in the Southeast gewählt worden ist: The Starin der hübschen Kleinstadt Alfriston in East Sussex. Das Hotel besteht aus mehreren Gebäuden, wovon das Haupthaus mit seiner eindrucksvollen, mittelalterlichen Fassade das schönste ist. The Star ist wirklich der Star mitten in Alfriston.

Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 19. Januar 2022 at 02:00  Comments (1)  

Chillingham Castle in Northumberland – Zu Besuch in der gruseligsten Burg Englands

Photo © Ian Capper (cc-by-sa/2.0)

Weit oben im englischen Norden, in der Grafschaft Northumberland, liegt Englands „most haunted castle“: Chillingham Castle. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg wird von Sir Humphry Wakefield und seiner Familie bewohnt, und da man für den Unterhalt eines so alten Gebäudes viel Geld benötigt, wird Chillingham Castle heute für alle möglichen Dinge vermarktet. Hochzeiten in Schlössern sind in England sehr beliebt, so wird auch dieses Haus in Northumberland dafür zur Verfügung gestellt. Weiterhin kann man hier Tagungen durchführen und die Räumlichkeiten für private Feiern mieten.

Da Chillingham Castle das Spukschloss Nummer Eins in England sein soll, werden natürlich auch Ghost Tours (£25)angeboten, die zwei Stunden durch die Burg und das Gelände drumherum führen. Wem das noch nicht reicht, dem stehen sogenannte Ghost Hunts zur Verfügung, die vier Stunden dauern und £50 kosten.

Auch RTL II war hier zu Besuch und drehte einen Film. In der US-amerikanischen Reality TV-Show „The Scariest Places on Earth“ musste eine Familie aus Illinois eine Nacht in der Burg verbringen; wie es ihr dabei erging kann man hier sehen.

Der Historienfilm „Elizabeth“ mit Cate Blanchett und Ralph Fiennes wurde zum Teil hier gedreht, wobei Chillingham Castle zu Leith Castle wird.

Wer in dem Castle einmal übernachten möchte, kann dies tun. Einige Apartments im Schloss selbst und die Coaching Rooms, wo früher die Kutschen und die Pferde untergebracht waren, stehen dafür das ganze Jahr über zur Verfügung.

Chillingham Castle
Chillingham
Alnwick
Northumberland
NE66 5NJ

Bitte Platz nehmen…in der Folterkammer der Burg.
Author: Glen Bowman.
Creative Commons 2.0
The Iron Maiden, ebenfalls in der Folterkammer.
Author: DavidRBadger.
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Hier wird nicht gefoltert, sondern gespeist.
Author: Andrew Stawarz.
Creative Commons 2.0


Published in: on 31. Oktober 2021 at 02:00  Comments (3)  

Reverend Edward Stone (1702-1768) – Wie ein Pfarrer zur Entwicklung des Aspirins beitrug

Photo © David Stowell (cc-by-sa/2.0)

In dem Cotswolds-Städtchen Chipping Norton in Oxfordshire findet man in der West Street Nummer 2 eine blaue Plakette mit der Aufschrift „The Revd Edward Stone 1702-1768 Discovered the active ingredient in Aspirin whilst living near here from 1745 – 1768„.

Edward Stone wurde am 5. November 1702 in Lacey Green, einem Dorf bei Princes Risborough in Buckinghamshire geboren, wo seine Familie im Grimsdyke House wohnte. Im Alter von 18 Jahren ging er nach Oxford, um dort im Wadham College zu studieren, ein Studium, das er sieben Jahre später abschloss und anschließend zum Priester geweiht wurde. Stone übernahm mehrere Kirchengemeinden, bis er sich 1745 in Chipping Norton niederließ.

Da der Reverend immer wieder unter Fieberanfällen litt, experimentierte er mit allen möglichen Mitteln, um eine fiebersenkende Substanz zu finden, unter anderem auch mit der Rinde von Weiden, aus der einen Extrakt gewann, den er an fünfzig Menschen testete und herausfand, dass dieses Mittel tatsächlich Wirkung zeigte. Der Reverend hatte die Salicylsäure entdeckt (salix ist das lateinische Wort für den Weidenbaum) und damit die Grundlage für ein Medikament geschaffen, das später weltweit unter dem Namen Aspirin bekannt geworden ist. 1763 schrieb Edward Stone über seine Erfahrungen mit dem Weiderindenpulver, die von der Royal Society veröffentlicht wurden. Der Rest ist Geschichte wie man so schön sagt.

Edward Stone starb am 26. November 1768 in Chipping Norton; er wurde auf dem Kirchhof der St Michael’s Church in dem Dorf Horsenden in Buckinghamshire beigesetzt, etwa 1,5 Kilometer westlich von Princes Risborough.

Lacey Green in Buckinghamshire, Edward Stones Geburtsort.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)
Edward Stones letzte Ruhestätte auf dem Kirchhof von St Michael’s in Horsenden in Buckinghamshire.
Photo © David Hawgood (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 13. Oktober 2021 at 02:00  Comments (4)  

The Bustard Flag – Die offizielle Flagge der Grafschaft Wiltshire

This work is released into the public domain.

Und wir bleiben nach der gestrigen Duck Feast in Charlton noch einmal in Wiltshire. Am 1. Dezember 2009 akzeptierte der Wiltshire Council die neue Flagge der Grafschaft, die „Bustard Flag„. Sie ist grün-weiß gestreift, wobei die grünen Streifen die grüne Landschaft der Downs und die weißen Streifen die Kalkfelsen darstellen sollen. Zugleich symbolisiert das Weiß der Flagge den Frieden und das Grün Hoffnung oder Freude.
Im Zentrum der Flagge Wiltshires befindet sich ein Vogel, eine Großtrappe (The Great Bustard). Dieser Vogel wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Großbritannien ausgerottet, aber im Jahr 2004 von der sogenannten Great Bustard Group in einem Projekt wieder eingeführt und zwar in der  Salisbury Plain in Wiltshire.

Der Great Bustard steckt in einem grünen Kreis, der seinen Lebensraum, die Graslandschaft, repräsentiert, darüberhinaus aber auch für zwei berühmte Steinkreise Wiltshires steht, für Stonehenge und für Avebury.
Der Außenrand dieses Kreises ist noch einmal in sechs Teile untergliedert, wobei jeder dieser Teile eine Grafschaft symbolisiert, an die Wiltshire grenzt.

Entworfen wurde die Flagge schon 2007 von Mike Prior aus Bath und seiner Tochter Helen Pocock.

Published in: on 23. September 2021 at 02:00  Comments (1)  

Das Harlaxton Manor bei Grantham in Lincolnshire -Eines der großartigsten Herrenhäuser Englands

Eines der beeindruckendsten Gebäude in England, das ich leider bisher nur von außen gesehen habe, ist das Harlaxton Manor, nicht weit von Grantham in Lincolnshire gelegen.

Leider ist das Haus nicht zu besichtigen, denn es gehört der University of Evansville, Indiana, und fungiert als europäischer Campus der Universität. Lediglich Gruppenführungen sind nach vorheriger Absprache möglich.

1837 wurde Harlaxton erbaut und zwar von jemandem, der den recht einfallslosen Namen Gregory Gregory trug. Die Besitzer wechselten mehrfach, bis das Haus 1937 von Violet Van der Elst gekauft wurde, einer exzentrischen Dame, die durch die Herstellung von Rasierschaum zu viel Geld kam. Sie interessierte sich sehr für alles Übernatürliche und führte in Harlaxton Séancen durch. Eine sehr interessante Biografie schrieb Charles Neilson Gattey: „The Incredible Mrs. Van der Elst.

Daß es in einem Haus wie Harlaxton spukt, liegt eigentlich auf der Hand. Peter Underwood, einer der führenden Ghost-Hunter Englands, hat in seinem Buch „Nights in haunted houses“ (London 1994) von seinen nächtlichen Untersuchungen in Harlaxton Manor berichtet.

Mehrere Filme wurden hier gedreht, zum Beispiel „The Haunting“ („Das Geisterschloss“), „The Ruling Class“ und „The Lady and the Highwayman“ („Gefährdete Liebe“).

Dieser Film zeigt das Manor House aus der Vogelperspektive und hier ist eine Tour durch das ganze Haus.

The Cedar Staircase.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)
The Great Hall.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)
Der Van der Elst Room.
Photo © Richard Croft (cc-by-sa/2.0)
Eigenes Foto.
Foto meines Exemplares.
Published in: on 19. September 2021 at 02:00  Comments (2)  

Songs about London – Die Electric Avenue im Stadtteil Brixton

Photo © Danny P Robinson (cc-by-sa/2.0)

Der Londoner Stadtteil Brixton ruft sofort Assoziationen wach; man denkt an die „Brixton Riots„, die Aufstände in den Jahren 1981, 1985 und 1995, und an die multi-kulturelle Gesellschaft, die sich hier im Süden Londons etabliert hat.

Mitten in diesem oftmals unruhigen Stadtteil liegt die Electric Avenue, die ihren Namen dadurch erhalten hat, dass hier 1888 erstmals eine Marktstraße durch Straßenlampen elektrisch beleuchtet wurde. Auch heute noch ist die Electric Avenue eine belebte und geschäftige Marktstraße, die einen Teil des Brixton Markets bildet. Hier fühlt man sich nach Afrika und in die Karibik versetzt, denn man bekommt hier so gut wie alle Produkte aus diesen Regionen. Yamwurzeln, Kochbananen, exotische Fische, im Brixton Market auf der Electric Avenue gibt es das alles zu kaufen.

Leider hat auch diese Straße einen schwarzen Tag erlebt: Am 17. April 1999 zündete der „Nailbomber“ David Copeland vor einem kleinen Supermarkt eine mit Nägeln gefüllte Bombe, die 39 Menschen verletzte. Der Neonazi wollte mit dieser Aktion in Großbritannien einen Krieg gegen die Zuwanderer aus anderen Nationen beginnen. Copeland wurde von der Polizei gefasst, nachdem er auch noch im Osten Londons und in Soho Bomben explodieren ließ und dabei drei Menschen tötete.

Der aus Guyana stammende Sänger Eddy Grant, der auch in Deutschland mit seiner Band The Equals („Baby come back“) bekannt wurde, hatte 1982 einen großen Hit mit seinem Song „Electric Avenue„, in dem es um die Brixton-Aufstände von 1981 geht. Darin heißt es unter anderem:

Workin‘ so hard like a soldier
Can’t afford a thing on TV
Deep in my heart, I’m a warrior
Can’t get food for them kids, good God

We gonna rock down to Electric Avenue
And then we’ll take it higher

Author: It’s No Game.
Creative Commons 2.0
Der Markt in der Electric Avenue ist beendet. Und wer räumt das jetzt alles weg???

Author: Bahi P.
Creative Commons 2.0

Published in: on 15. September 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Nash-Healey – Ein seltener Sportwagen aus britisch-amerikanischer Produktion

Author: Rex Gray.
Creative Commons 2.0

Ich komme heute noch einmal auf meinen Blogeintrag vom 31. August diesen Jahres zurück. Auf dem Umschlagbild des Kriminalromans „Noch ein Mord, Mylord“ aus der Feder von Ralf Kramp ist vor der wunderschönen Kulisse des Belvoir Castles in Leicestershire ein Auto abgebildet, das wohl nur wenige mit eigenen Augen gesehen haben. Es ist kein Fantasieauto, es handelt sich um einen Nash-Healey Sportwagen, den in den Kriminalerzählungen der Rechtsanwalt Nigel Bates fährt und in den sich der korpulente Detektiv Lord Merridew immer hineinzwängen muss.

Fahrzeuge dieses Typs wurden in der Zeit von 1951 bis 1954 gebaut, dann wurde die Produktion in den Fabrikhallen an der Millers Road in Warwick (Warwickshire) eingestellt. Das Auto war damals den meisten einfach zu teuer, und so wurden lediglich etwas über 500 Nash-Healeys als Roadster und als Coupé hergestellt.

Der Name Nash-Healey setzt sich zusammen aus der amerikanischen Firma Nash Motors (1916 von Charles Nash gegründet) und der in Warwick ansässigen englischen Firma Donald Healey Motor Company (1945 von Donald Healey gegründet).

Die Sportwagen hatten eine Leistung von 125 PS und sollten eine Höchstgeschwindigkeit zwischen 175 und 200 Stundenkilometern erreichen.

Von den damals produzierten Fahrzeugen hat schätzungsweise ein Viertel überlebt, dementsprechend hoch werden sie bei Auktionen gehandelt, zwischen $60 000 und $80 000.

Den ersten ausgelieferten Nash-Healey Sportwagen erhielt übrigens damals die Sängerin Petula Clark aus der Hand von Donald Healey. Das Kennzeichen: PET 1. Petula erreichte 1953 erstmals die britischen Charts mit dem Liedchen „Where did my snowman go?„.

In diesem Film kann man den „seldom seen Nash-Healey“ eingehender betrachten.

Author: Jack Snell.
Creative Commons 2.0
Published in: on 2. September 2021 at 02:00  Comments (3)  

Mein Buchtipp – Ralf Kramp: Noch ein Mord, Mylord – Lord Merridew ermittelt wieder

Foto meines Exemplares.

Ralf Kramps kauziger, exzentrischer Privatdetektiv Reginald Lord Merridew ist nach fünf Jahren Abwesenheit wieder da und ermittelt in fünf Kriminalfällen, bei denen die englische Polizei ziemlich alt aussieht. Nach „Ihr Mord, Mylord“ vom November 2016 ist jetzt der Nachfolgeband „Noch ein Mord, Mylord: Lord Merridew ermittelt wieder“ erschienen.

Lord Merridew, mit dem Erzähler, dem Londoner Rechtsanwalt Nigel Bates an seine Seite, ist keine besonders sympathische Figur; er ist fett, nicht sehr gut zu Fuß, isst und trinkt gern im Übermaß und verfügt über ein riesengroßes Ego. Er ist intellektuell seiner Umgebung haushoch überlegen und lässt diese das auch wissen. Aber er löst die Kriminalfälle alle bravourös.

Das Besondere an diesen fünf Erzählungen, wie schon im Vorgängerband, ist, dass wir mit Personen konfrontiert werden, die wir aus Filmen und Büchern kennen. Nehmen wir als Beispiel die Geschichte „Das Geheimnis des Bombay Saphirs„, der man auch den Untertitel „Lord Fauntleroy trifft Downton Abbey“ geben könnte. Ja, Lord Fauntleroy, den wir als „Der kleine Lord“ aus dem gleichnamigen Spielfilm kennen, nur dass dieser jetzt 89 Jahre alt ist und nach wie vor auf Schloss Dorincourt wohnt (das Belvoir Castle in Leicestershire, wo der Film gedreht worden ist, steht auch in dieser Erzählung Pate). Wir treffen zum Beispiel auf die Dogge Dougal, die wir aus dem Film kennen und aus der x-ten Nachfolgegeneration stammen muss. Wir werden mit einem gewissen Thomas Barrow konfrontiert (na, klickt da etwas?), ja, das war der Footman und spätere Butler in der TV-Serie „Downton Abbey„. Mehr möchte ich hier aber nicht verraten.

In „Das Rätsel der einsamen Leute“ steht der Text des Beatles-Songs Eleanor Rigby“ aus dem Album „Revolver“ im Mittelpunkt, um den Ralf Kramp eine Geschichte rankt.

Mein Favorit aber ist die letzte Kriminalerzählung „Das Geheimnis der dritten Schwester„, die in der Kleinstadt Rye in East Sussex spielt und in der die Protagonisten in The Mermaid Inn wohnen, der detailliert beschrieben wird und in dem der Autor auch schon selbst genächtigt hat. Die Atmosphäre des hübschen Städtchens ist sehr gut eingefangen.

Mir hat die Lektüre des Buches sehr viel Spaß gemacht; ich war immer wieder gespannt, welche bekannte Figur als nächstes um die Ecke kommen würde.

„Noch ein Mord, Mylord: Lord Merridew ermittelt wieder“ gibt es auch als Hörbuch, bei dem Ralf Kramp alle Rollen selber spricht; acht kurzweilige Stunden lang.

Ralf Kramp: Noch ein Mord, Mylord: Lord Merridew ermittelt wieder. KBV 2021. 350 Seiten. ISBN  978-3954415656.

Foto meiner MP3-CD
Belvoir Castle in Leicestershire (beziehungsweise Dorincourt).
Photo © Stephen Rogerson (cc-by-sa/2.0)
The Mermaid in Rye (East Sussex).
Eigenes Foto.
Ralf Kramp, Lord Merridews geistiger Vater.
Copyright Ralf Kramp.
Published in: on 31. August 2021 at 02:00  Comments (2)  

Wensleydale Cheese – Der Käse aus den Yorkshire Dales

Photo © John Firth (cc-by-sa/2.0)

Die kleine Stadt Hawes im Wensleydale ist die Heimat des englischen Hartkäses, der aus Kuhmilch hergestellt wird. Das Rezept für den Wensleydale Cheese soll bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen, als französische Zisterziensermönche sich in dem Tal in Yorkshire niederließen, die aus der Region von Roquefort kamen und sich mit der Käseherstellung auskannten.

Es gibt fünf verschiedene Sorten:
Real Yorkshire Wensleydale
Mature Wensleydale
Extra Mature Wensleydale
Blue Wensleydale
Oak Smoked Wensleydale

44% des Wensleydale-Käses wird noch direkt in Hawes hergestellt und zwar von der Firma Wensleydale Creamery. Alle anderen Käse, die sich so nennen, kommen nicht aus Yorkshire. Hier ein kurzer Werbespot der Firma.

In den 90er Jahren gab es Absatzprobleme und es bestand die Gefahr, dass die Käseproduktion komplett eingestellt werden könnte und da kam ein gewisser Wallace zu Hilfe, der den Wensleydale-Käse rettete und ihm sogar einen Absatzboom bescherte. Wallace & Gromit sind die Hauptfiguren in mehreren britischen Animationsfilmen von Nick Park und seiner Firma Aardman Animations. Wallace hat eine ausgeprägte Vorliebe für Cracker und Käse, insbesondere für Wensleydale-Käse.
Als die Käsemacher von Wallaces Vorliebe erfuhren, kontaktierten sie die Filmemacher und baten um die Genehmigung, eine besondere Sorte Käse herzustellen, den „Wallace and Gromit Wensleydale„, der zu einem großen Verkaufserfolg wurde. Nachdem der W&G-Film  „Curse of the Were-Rabbitin die Kinos kam, stieg der Absatz des Käses sogar um 23%.

Wer ins Wensleydale kommt, kann sich im Besucherzentrum der Firma Wensleydale Creamery in Hawes über die Herstellung des Käses informieren wie dieser Film zeigt.

Hier an der Käsetheke kann man die Käsesorten probieren.
Photo © Ashley Dace (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. August 2021 at 02:00  Comments (3)  

The Brighton Naked Bike Ride – Mit nackten Körpern gegen die Autogesellschaft

Photo © David Lally (cc-by-sa/2.0)

Weltweit gibt es eine Aktion, die sich World Naked Bike Ride nennt, und in vielen Städten ausgetragen wird.
„We face automobile traffic with our naked bodies as the best way of defending our dignity and exposing the unique dangers faced by cyclists and pedestrians as well as the negative consequences we all face due to dependence on oil, and other forms of non-renewable energy“. So lautet der Wahlspruch der Aktivisten.

Seit 2006 wird dieses Nacktradeln auch in der Region Brighton ausgetragen mit dem Titel „Brighton Naked Bike Ride„. Nachdem im vergangenen Jahr Corona auch diese Veranstaltung abgewürgt hat, soll sie in diesem Jahr wieder stattfinden und zwar am 15. August. Drücken wir die Daumen, dass es trotz stark steigender Neuinfektionen klappt.
Nach Absprache mit der Polizei ist „full nudity“ erlaubt, was sicher dem Interesse der Zuschauer entgegenkommt.

Körperbemalung ist von den Veranstaltern ausdrücklich erwünscht und auch seinen fahrbaren, zweirädrigen Untersatz kann man gern dekorieren.
Der Start ist im Preston Park, und dann führt die drei Kilometer lange Route durch das Zentrum Brightons, am Pier und Royal Pavillion vorbei, und endet am Black Rock-FKK-Strand, wo man sich dann bei einem erfrischenden Bad im Meer von der Tour erholen kann.

Brighton & Hove gehörten zu Englands Cycling Demonstration Towns, das waren besonders fahrradfreundliche Städte. Diese Initiative wurde im Jahr 2011 wieder eingestellt.

Hier einige Impressionen von einem früheren Brighton Naked Bike Ride.

Published in: on 29. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Bishop’s Castle Tandem Triathlon

Teilnehmer des Tandem Triathlons.
Photo © Jonathan Wilkins (cc-by-sa/2.0)

Triathlon gehört mit zu den härtesten Sportarten, und wer es schafft, in der Königsdisziplin, dem Ironman, hintereinander 3 862 Meter zu schwimmen, 180,246 Kilometer radzufahren und dann auch noch einen Marathonlauf über 42,195 Kilometer zu absolvieren, der/die gehört zu den ganz Großen im Sport. Siehe dazu meinen Blogeintrag über das Buch „Operation Ironman“ von George Mahood.

Es gibt aber auch Formen des Triathlons, die nicht ganz so fordernd sind wie der Ironman: Zum Beispiel der weltweit einzigartige Bishop’s Castle Tandem Triathlon, benannt nach dem Austragungsort, der Stadt Bishop’s Castle in der Grafschaft Shropshire. Natürlich gehören auch hier die Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen dazu, aber die Teilnehmer teilen sich die Last. Das sieht so aus: Es treten immer Zweierteams an, von denen einer das Schwimmen übernimmt (ein Kilometer), dann folgt das gemeinsame Radfahren auf einem Tandemrad (30 Kilometer) und schließlich übernimmt der Zweite das Laufen (10 Kilometer). Zum Schluss gibt es dann noch einmal eine gemeinsame Fahrt über fünf Kilometer per Tandem zurück zum Ausgangspunkt der Veranstaltung.

Start ist das Leisure Centre von Bishop’s Castle, wo der Schwimmwettbewerb ausgetragen wird, dann geht es per Tandem über die Straßen im Großraum Bishop’s Castle und Clun, und der Lauf führt durch den Colstey Wood.

Da wir in England sind, geht es bei dem Tandem Triathlon nicht immer bierernst zu. Einige der Teilnehmer treten kostümiert an (das Thema „fancy dress“ spielt in England immer eine große Rolle) und besuchen zwischendurch auch einmal einen Pub, um sich mit einem Pint zu erfrischen.

Es gibt Preise in mehreren Kategorien zu gewinnen, für rein männliche, rein weibliche und gemischte Teams, und ein Preis gewinnt auch das Team, das sich am fantasievollsten gekleidet hat.

Leider hat Covid in diesem Jahr auch diesen Wettbewerb zunichte gemacht, so dass die Organisatoren hoffnungsvoll auf das Jahr 2022 blicken.

Published in: on 15. Juli 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Der Pendle Hill in Lancashire – Der unheimliche Berg der Hexen

Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Der berühmt-berüchtigte Pendle Hill liegt im Nordosten der Grafschaft Lancashire, nicht weit von den Städten Burnley und Clitheroe entfernt.
Hier sollen Anfang des 17. Jahrhunderts zwölf Hexen gelebt haben, die zehn Menschen durch Zauberei getötet haben. Ihnen wurde in Lancaster der Prozess gemacht, der als die „Pendle Witch Trials“ in die Geschichte eingegangen sind. Hier ist ein Film über den Berg und die Hexen.

Auch heute noch gilt der Pendle Hill als ein Ort, wo merkwürdige Dinge passieren. Im Jahr 2004 war dort die Crew der Fernsehserie „Most Haunted“ und sie hatten hier die schlimmsten Erlebnisse überhaupt. Zu Halloween besuchten sie die Lower Well Head Farm, die Bull Hole Farm und die Tynedale Farm und was sie dort erlebten, war selbst für die hartgesottene Fernsehcrew zuviel.  In Derek Acorah, das Medium der Sendung, fuhr der Geist der Elizabeth Southworth, eine der Pendle Witches, und Stuart Torvelle, der Beleuchter, bekam Atemprobleme und musste aus dem Farmhaus geschafft werden. Die Sendung wurde live von LivingTV übertragen und von Millionen von britischen Fernsehzuschauern verfolgt.

Hier ein Ausschnitt aus „Most Haunted Live“.

Author: ARG_Flickr.
Creative Commons 2.0
Alice Nutter, eine der Pendle Witches. Ihre Statue in Roughlee, wo sie wohnte.
Author: waldopepper.
Creative Commons 2.0
Die Moorhouse’s Brewery in Burnley hat ein Bier nach den Hexen benannt.
Author: Nathan Chantrell.
Creative Commons 2.0
Published in: on 14. Juli 2021 at 02:00  Comments (4)  

HP Sauce – Die beliebteste Würzsauce im Königreich

Author: jonbro.
Creative Commons 2.0

Kaum ein Lokal, Pub oder Restaurant in Großbritannien, in dem man auf dem Tisch keine Flasche mit HP Sauce vorfindet. Mit einem Marktanteil von über 70% ist das die beliebteste „Brown Sauce“ im Königreich.
Laut Hersteller enthält HP Sauce folgende Zutaten: Malzessig aus Gerste, Tomaten, Melasse, Branntweinessig, Traubenzucker-Fruchtzucker-Sirup, Datteln, Zucker, Salz, Modifizierte Maisstärke, Roggenmehl, Tamarindenextrakt, Gewürze und Zwiebelextrakt. Und man schüttet sie über so ziemlich alles wie man es früher in Deutschland mit Maggi-Sauce tat.

Über die Herkunft des Namens gibt es unterschiedliche Interpretationen. Zum einen soll „HP“ für Houses of Parliament stehen, wo die Sauce erstmals in einem Restaurant verwendet worden sein soll. Eine Abbildung des Parlamentsgebäudes ziert bis heute jedes Etikett der Flasche. Zum anderen heißt es, „HP“ sind die Initialen von Harry Palmer, der das Rezept kreiert haben soll. Hier ist ein Werbespot für die Sauce.

Im Juni 2005 übernahm der Konzern Heinz die Firma HP Foods vom Konkurrenten Danone für 470 Millionen Pfund.

Bis zum Jahr 2006 wurde die Sauce in einer Fabrik in Aston, Birmingham, hergestellt. Dann schloss der Konzern die Fabrik, und die Produktion wanderte in die Niederlande, in die Stadt Elst. Und wieder gingen Arbeitsplätze verloren…

Siehe auch meinen Blogeintrag über die Worcestershiresauce.

Die ehemalige Fabrik in Aston, Birmingham.
Author: tim ellis.
Creative Commons 2.0
Published in: on 10. Juli 2021 at 02:00  Comments (2)  

Ein tragisches Unglück auf dem Bahnhof von Bere Ferrers in Devon am 24. September 1917

Der Bahnhof von Bere Ferrers.
Photo © Martin Bodman (cc-by-sa/2.0)

Der Erste Weltkrieg war noch im vollen Gang als die Alliierten Verstärkung aus Neuseeland bekamen. Im September 1917 legte ein Schiff im Hafen von Plymouth (Devon) an, das Soldaten nach England brachte, die, bevor sie an die Front gebracht wurden, noch eine Ausbildung auf der Salisbury Plain durchlaufen sollten. Die jungen Männer fuhren mit dem Zug am 24. September in Plymouth los und erhielten die Order, dass beim ersten Halt in Exeter jeweils zwei pro Waggon aussteigen und Verpflegung von einem angehängten Wagen holen sollten. Dann begann eine Verkettung unglücklicher Ereignisse. Der Zug musste einen nicht eingeplanten Zwischenstopp im Bahnhof von Bere Ferrers (Devon) einlegen, um einen entgegenkommenden Expresszug aus London vorbeizulassen. Die natürlich vollkommen ortsunkundigen Soldaten meinten, schon in Exeter angekommen zu sein und stiegen aus, und das auch noch auf der falschen Seite. Der Zugführer sah die Männer auf den Gleisen erst in letzter Sekunde und hatte keine Chance, seinen Expresszug abzubremsen. Neun junge Neuseeländer starben auf der Stelle, ein weiterer wurde schwer verletzt und verstarb kurze Zeit später in einem Krankenhaus in Tavistock.

Die zehn toten Soldaten wurden nicht in ihre Heimat zurückgebracht, sondern auf dem Friedhof von Efford bei Plymouth beigesetzt. In der St Andrew’s Church in Bere Ferrers erinnert eine Messingplakette an die zehn Männer vom anderen Ende der Welt, ebenso eine Zusatztafel am Kriegerdenkmal des Ortes, die in einer speziellen Zeremonie im September 2001 in Anwesenheit von vielen Neuseeländern eingeweiht wurde.

Dieser Film zeichnet noch einmal die Ereignisse vom 24. September 1917 nach.

Das Kriegerdenkmal von Bere Ferrers.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 25. Mai 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

…und noch mehr „Rude Place Names“

Der Cockshot Wood bei Keswick in Cumbria.
Photo © Dave Thompson (cc-by-sa/2.0)

Rude Place Names“ hieß ein Eintrag, den ich am 25. Juli 2012 in meinen Blog setzte, und daran möchte ich heute anknüpfen, indem ich noch mehr von diesen „anrüchigen“ Orts- bzw. Straßennamen aufführe. Wer der englischen Vulgärsprache nicht ganz so mächtig ist, dem kann ich zum Nachschlagen das Urban Dictionary empfehlen, das sich in dieser Beziehung bestens auskennt. In England wimmelt es nur so von zweideutigen oder auch eindeutigen Ortsnamen. Los geht’s:

Tutts Clump ist ein Dörfchen in der Grafschaft Berkshire, nicht weit von Reading entfernt; ein für sich genommen schon eigenartiger Namen…und wer dann auch noch im Cock Lane wohnt, hat eine unschlagbare Adresse.

Nicht viel schlechter ist Cockintake in Staffordshire, das ganz in der Nähe von Swineholes Wood liegt.

Bleiben wir gleich bei Wäldern: Da gibt es einen Cockshot Wood bei Keswick, der dem National Trust gehört, und da der Name so schön ist, wurde er noch einmal im Mole Valley in Surrey gewählt und noch einmal bei Leeds in West Yorkshire und noch einmal bei Rothbury in Northumberland. Okay, lassen wir es dabei.

Was mögen sich wohl die Bewohner des Dorfes Crapstone am Rand des Dartmoors in Devon alles anhören müssen, wenn sie ihren Wohnort nennen oder die aus Penistone in South Yorkshire?

Was mag wohl jemanden bewogen haben, sein Haus Great Butts House zu nennen, das in Cousley Wood bei Wadhurst in East Sussex liegt?

Der Name Prickwillow im Osten der Grafschaft Cambridgeshire dürfte bei dem einen oder der anderen ein Kichern hervorrufen, da bin ich mir sicher.

…das dürfte auch der Fall sein, wenn man seine Ferien im Sandy Balls Holiday Village in Hampshire verbringt.

Zum Schluss noch einige „female rude place names“, bisher drehte es sich ja fast nur um Namen, die mit dem männlichen Geschlecht (!) zu tun hatten. Da gibt es ein Dorf mit dem hübschen Namen Titty Hill, das bei Chichester in West Sussex liegt, und ein Upperthong bei Holmfirth in West Yorkshire… und zum Schluss gehen wir noch einmal nach Cambridgeshire, wo es ein Shingay cum Wendy gibt.

Manche dieser Orte haben möglicherweise ein Problem damit, dass ihr Ortsschild gestohlen wird wie es beispielsweise Shitterton in Dorset erging, wo man genervt das Blechschild gegen einen tonnenschweren Stein austauschte, auf dem der Ortsname prangt. Auf wundersame Weise wurde der Felsbrocken nie gestohlen.

Crapstone in Devon.
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…in Cambridgeshire.
Photo © Geographer (cc-by-sa/2.0)
Das Village Green von Titty Hill in West Sussex.
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Upperthong in West Yorkshire (es gibt natürlich auch ein Netherthong.
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Dieses Ortsschild wurde immer wieder entwendet und durch einen Felsblock ersetzt.
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Published in: on 21. Mai 2021 at 02:00  Comments (5)