Oxbridge – Auf der Suche nach den besten Colleges

Die Nummer 1 in Cambridge im Jahr 2019 nach The Tompkins Table: Christ’s College.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Nachdem ich im März eine ausgiebige Tour durch acht Colleges in Cambridge gemacht habe, dank meines Freundes, eines ehemaligen Juraprofessors, konnte ich mir ein besseres Bild davon machen, wie es hinter den Kulissen in den Universitätsgebäuden zugeht. Leider konnte ich etwas Vergleichbares in Oxford noch nicht tun.

Es wird immer wieder die Frage gestellt, ob nun Oxford oder Cambridge die bessere Adresse für eine Hochschulausbildung ist, eine Frage, die man pauschal sicher nicht beantworten kann. Es gibt aber Rankings, innerhalb der beiden Universitätsstädte, aber auch für beide zusammen, die einen Überblick geben, welche Colleges die besten der besten sind.

Für Cambridge gibt es The Tompkins Table, 1981 von Peter Tompkins, einem Studenten vom Trinity College, aufgestellt, ein Ranking, das bis heute jährlich veröffentlicht wird. Im Jahr 2019 liegt das Christ’s College zum zweiten Mal hintereinander auf Platz 1, das den Endlos-Spitzenreiter Trinity College vom seinem Podest gestoßen hat. Im Christ’s College haben 44% aller Studenten einen „first-class degree“ erhalten. Auf Platz 2 und 3 des Tompkins Tables liegen das Trinity College und das Pembroke College.

Was für Cambridge der Tompkins Table ist für Oxford der Norrington Table, benannt nach dem ehemaligen Präsidenten des Trinity College  Sir Arthur Lionel Pugh Norrington. Die besten Abschlüsse für dieses Jahr machten nach diesem Ranking die Studenten des Merton College (Platz 1), des New College (Platz 2) und des Magdalen College (Platz 3).

Es gibt aber auch noch weitere Rankings, die zu anderen Ergebnissen kommen, so zum Beispiel das des Daily Telegraphs, der beide Universitätsstädte zum Vergleich heranzog. Vor wenigen Tagen veröffentlicht, stellte der Telegraph St John’s (Oxford) auf Platz 1, Trinity (Cambridge) auf Platz 2 und Magdalen (Oxford) auf Platz 3.

Man sieht, dass es unterschiedliche Ergebnisse dieser Rankings gibt; das definitiv beste Oxbridge-College ist also nicht auszumachen.

Oxfords Nummer 1 nach der Norrington Table: Merton College.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)

Für den Daily Telegraph Oxbridges Nummer 1: St John’s in Oxford.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 9. Oktober 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die „Serpentine Drownings“ im Londoner Hyde Park

The Serpentine ist ein See im Londoner Hyde Park und dient den Städtern und Touristen als Naherholungsgebiet im Sommer wie im Winter. Der ruhig daliegende See, auf dem Schwäne ihre Kreise ziehen, ist allerdings schon für viele Menschen zur Todesfalle geworden, wobei Leichtsinn oft der Hauptgrund war.

Am 10. Dezember des Jahres 1816 nahm sich die schwangere Harriet Westbrook im See das Leben. Sie war die Frau des Dichters Percy Bysshe Shelley, der gleichzeitig eine Beziehung mit Mary Godwin hatte. Gerüchte machten die Runde, dass hier Mord und kein Selbstmord vorlag.

Am 25.12.1835, als der See zugefroren war, ereignete sich ein Unglück, bei dem purer Leichtsinn ausschlaggebend war. Tausende Schlittschuhfahrer waren an dem Weihnachtstag unterwegs und nachdem schon einige ins Eis eingebrochen waren, wurden Warnschilder an besonders gefährlichen Stellen aufgestellt. Trotzdem kümmerten sich einige nicht darum, mit der Folge das weitere zwei Männer einbrachen. Doch als Hilfe nahte, brachen auch die Helfer ein. Schließlich wurden 15 Menschen aus dem eiskalten Wasser gezogen, von denen sieben starben.

Noch viel tragischer ging es am 15. Januar 1867 auf dem See zu, der wieder zugefroren war und auf dem sich viele Schlittschuhläufer verlustierten. Wie bei dem Unglück zu Weihnachten 1835 wurde auch hier wieder vor zu dünnem Eis gewarnt. Wieder kümmerten sich die wenigsten darum. Die Folge: Mehr als 200 Menschen brachen in das Eis ein und trotz der Hilfe, die vom Ufer aus geleistet wurde, starben 40 Personen. Die Bergung der Leichen zog sich mehrere Tage hin, da bei den tiefen Temperaturen der See immer gleich wieder zufror und Schneisen in das Eis geschlagen werden mussten, um an die Ertrunkenen heranzukommen.

Doch auch im Sommer fordert The Serpentine immer wieder seine Opfer. Bei hohen Temperaturen springen Erfrischung suchende in das Wasser und erleiden einen Schock, manche sind betrunken, was die Gefahr noch erhöht. Ein 18-jähriger Student des Imperial College sprang im März 2011 nach einer ausgelassenen Party zum Examensende in den See und ertrank. Zwei Wochen später wurde seine Leiche entdeckt.

Drei Jahre später ertrank ein 26-jähriger Mann, ebenfalls betrunken, im See. Im gleichen Jahr, 2014, wiederholte sich das Unglück als ein gleichaltriger junger betrunkener Mann in der Mitte des Sees unterging und starb. Im März diesen Jahres entdeckte man die Leiche eines 24-jährigen Studenten aus Malaysia am Seeufer.

So schön der Serpentine Lake auch aussieht, er kann zur tödlichen Falle werden.

Published in: on 26. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Cerne Abbas in Dorset und der Riese mit der Dauererektion

Wann genau der Riese von Cerne Abbas in Dorset enstanden ist, weiß niemand. Die Schätzungen variieren stark: Manche schätzen sein Alter auf mehrere tausend Jahre, manche meinen er wäre im 17. Jahrhundert in die Kalkschicht des Hügels nahe des Dorfes Cerne Abbas gegraben worden.

Der Cerne Abbas Giant ist etwa 55m hoch, hält eine Keule in der rechten Hand und präsentiert stolz seinen erigierten Penis, der 7m lang ist. Kein Wunder, dass der Riese als Fruchtbarkeitssymbol dient und ihm Wunderdinge zugeschrieben werden. So heißt es z.B., dass eine Frau, die innerhalb der Umrisse des Riesen schläft, fruchtbar wird oder wenn sich ein Pärchen auf dem Penis liebt, von Unfruchtbarkeit geheilt wird.

1920 gelangte der Giant in den Besitz des National Trust, der auch dafür sorgt, dass alle 25 Jahre die Umrisse nachgezogen werden, damit er gut erkennbar bleibt. Im 2. Weltkrieg verdeckte man den Cerne Abbas Giant, damit feindliche Flugzeuge sich nicht an ihm orientieren konnten. Im Augenblick (September 2019) wird der Riese gerade wieder „renoviert“, mit Hilfe von 20 Tonnen Kalk.

Der Rude Man, wie er auch genannt wird, diente auch schon als Werbefigur für verschiedene Produkte wie Kondome, Jeans und Fahrräder.
Im Jahr 2007 wurde aus Anlass der Premiere des Filmes „Die Simpsons – Der Film“, eine riesige Figur von Homer Simpson mit einem Doughnut in der Hand (aber bekleidet!) direkt neben den Giant gesetzt. Homer bestand aber aus wasserlöslicher Farbe, so dass der Regen ihn allmählich wieder wegspülte. Dieser Werbegag kam nicht bei allen gut an.
Kurz darauf herrschte erneut Aufregung in der Region Cerne Abbas, denn das „Purple Phantom“ hatte zugeschlagen und über Nacht den Penis lila angemalt. Man schrieb das der Aktionsgruppe „Fathers 4 Justice“ zu, die sich speziell für ein gemeinsames Sorgerecht und bessere Vaterrechte einsetzt, sich aber von der spektakulären Aktion distanzierte.
Also: Es ist immer etwas los in Cerne Abbas.

Hier ist ein kurzer Film über den Riesen und über das Dorf Cerne Abbas.

Homer Simpson in Cerne Abbas.
Photo © Jim Champion (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 7. September 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Darren Hayman und die Thankful Villages

Im Ersten Weltkrieg gab es kaum einen Ort, der keine Verluste an Soldaten zu beklagen hatte. Die wenigen Dörfer, die Rede ist von 53 in England und Wales, die tatsächlich niemanden verloren hatten, werden Thankful Villages genannt. Es gibt sogar einige Double Thankful Villages, das sind die Dörfer, deren Soldaten aus beiden Weltkriegen wieder zurückgekommen sind. Ich ging auf das Thema in einem meiner Blogeinträge näher ein.

Der 1970 geborene Sänger und Komponist Darren Hayman hat alle diese „dankbaren Dörfer“ besucht und auf drei CDs ein Mini-Porträt jedes einzelnen angefertigt. Diese Porträts können aus Songs, kleinen Geschichten, Interviews, Geräuschschnipseln usw. bestehen. Hayman ließ sich bei seinen Kompositionen von den Orten inspirieren, das Thema „Erster Weltkrieg“ steht nicht im Vordergrund, sondern das jeweilige Dorf selbst. Es entstand “ something akin to an arcane musical radio documentary“, „tiny, human vignettes plucked from Britain’s blanket of green“ (wie es auf Haymans Webseiten steht). Die drei CDs entstanden in den Jahren 2016, 2017 und, 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, 2018.  SIE SIND GROßARTIG!!!

Hier sind einige Beispiele:

Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Hunstanworth im County Durham. In diesem kleinen Porträt Darren Haymans steht die 1974 geschlossene Dorfschule im Mittelpunkt.

Woodend in Northamptonshire.
Photo © Ian Rob (cc-by-sa/2.0)

Und so sieht Darren Hayman Woodend in Northamptonshire.

Ousby Chapel in Cumbria.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Das Thankful Village Ousby in der Grafschaft Cumbria wird von Darren Hayman so gesehen.

 

 

Haileybury – Ein renommiertes College in Hertfordshire und seine rebellischen Schüler im Jahr 1900

Haileybury College.
Photo © Chris Hunt (cc-by-sa/2.0)

Haileybury ist ein College in Hertfordshire, südöstlich der Grafschaftshauptstadt Hertford gelegen, das sich einen sehr guten Ruf erworben hat, der bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Zu den Alumnis der Schule gehören zum Beispiel Sir Alan Ayckbourn, Autor von Theaterkomödien, der Regisseur und Filmproduzent Christopher Nolan, die durch ihr Mandolinenspiel berühmt gewordene und schon früh verstorbene Alison Stephens und der Premierminister Clement Attlee (1945-1951).

Um letzeren geht es in meinem heutigen Blogeintrag. Der 17jährige Attlee sorgte im Jahr 1900 für Aufregung in der Haileybury School und legte sich mit dem Headmaster an, einem gewissen Edward Lyttleton, der von 1890 bis 1905 ein strenges Regiment in der Schule führte. Was war der Grund für die Mini-Rebellion? Im Jahr 1900 gab es während der Burenkriege den sogenannten Relief of Ladysmith, als die britischen Truppen den Belagerungsring der Buren in der Stadt Ladysmith in Südafrika durchbrachen und einen entscheidenden Sieg errungen.

In England wurde das Ereignis gefeiert und aus Freude über den Sieg gaben viele Schulen ihren Schülern einen halben Tag frei. Nicht so in Haileybury, wo Edward Lyttleton dies seinen Schülern verweigerte. Es wurde vermutet, dass der Schulleiter mit den Buren sympathisierte. Der 17jährige Clement Attlee wollte diesen unfreundlichen Akt des Headmasters nicht hinnehmen und organisierte einen „Walk out“, das heißt unter Attlees Führung genehmigten sich die Schüler ihren freien Tag einfach selbst. Von Haileybury aus zogen sie, unter dem Absingen patriotischer Lieder, erst nach Hertford, dann nach Ware und kehrten anschließend wieder in ihre Schule zurück.
Lyttleton war alles andere als „amused“, nahm sich die widerborstigen Schüler vor und verabreichte ihnen eine Tracht Prügel, was damals durchaus erlaubt war und nicht selten vorkam; auch der spätere Premierminister erhielt Schläge von seinem Headmaster.
Im Jahr darauf verließ Attlee Haileybury und ging in das University College von Oxford, wo er ein Geschichtsstudium aufnahm.

Hier ist das College im Film zu sehen.

Published in: on 21. Juli 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Londoner Cremorne Gardens an der Themse in Chelsea

Im Londoner Stadtteil Chelsea liegt direkt an der Themse, eingerahmt von Wohnblocks, ein kleiner Park namens Cremorne Gardens. Ein sehr schönes schmiedeeisernes Tor führt in den Park, der auch über eine eigene Schiffsanlegestelle verfügt. Es handelt sich hier um ein winziges Überbleibsel eines einst riesigen Geländes, das auf eine bewegte Vergangenheit zurückschauen kann. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Sportstätte eingerichtet, in der geboxt, gefechtet und geschwommen wurde (und nach einem Viscount Cremorne benannt ist), entwickelte sich das Gelände weiter zu einem großen Vergnügungspark. Das Publikum wurde durch alle möglichen Amüsements unterhalten wie Feuerwerke, Tanzveranstaltungen, Theateraufführungen usw. usw.

Eine Madame Geneviève begeisterte 1861 die Parkbesucher durch eine waghalsige Überquerung der Themse auf einem Seil, ganz im Stil eines Charles Blondin. Sehr beliebt war das Zuschauen bei Ballonaufstiegen, die immer wieder in den Cremorne Gardens stattfanden. Der berühmte Ballonfahrer Charles Green sorgte einmal für Aufsehen, indem er, begleitet von einer Dame und einem Leoparden, vom Park aus abhob. 1864 startete ein weiterer berühmter Aeronautiker gleich zweimal von hier aus: Der Franzose Eugène Godard, der einmal in Greenwich und das zweite Mal in Walthamstow landete.

Einige Zeit später ging es mit den Cremorne Garden bergab. Eine ganz andere Klientel, die einen schlechten Ruf hatte, traf sich im Park („a nursery of every kind of vice“ wie es in einem Pamphlet hieß), und so wurde er 1877 geschlossen. Das Gelände bebaute man nach und nach, bis nur noch der kleine Park übrig blieb, der 1982 neu eröffnet wurde.

Das wunderschöne Eingangstor stand viele Jahre lang auf dem Gelände der Bowden’s Brewery in der Kings Road, wurde 1981 restauriert und 1997 wieder an alter Stelle aufgebaut.

Hier ist ein kleiner Spaziergang durch die Anlage im Film.

Das schöne Original-Eingangstor.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Die Schiffsanlegestelle.
Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Helm Wind – Der einzige Wind in England, der einen eigenen Namen führt

Der Helm Wind fällt über Milburn in Cumbria herein.
Photo © Simon Ledingham (cc-by-sa/2.0)

In Südfrankreich ist es der Mistral, auf dem Balkan der Bora und in den Alpen der Föhn, Namen für Fallwinde, die manchmal ganz schön nerven können (die Winde, nicht die Namen). In England gibt es einen einzigen Wind dieser Art, der auch einen eigenen Namen hat: The Helm Wind, zu finden bzw. zu spüren und zu hören ist er in der Grafschaft Cumbria und dort vor allem im Bereich der Cross Fell Range, die in den nördlichen Pennines liegt. Dieser föhnartige Wind kann ganz schön stark blasen und erinnert, wenn er in Hochform ist, an einen dahin donnernden Zug. Die Bewohner des Dörfchens Milburn können ein Lied davon singen, denn hier weht der Helm Wind besonders kräftig und häufig.

Wo der Wind seinen Namen her hat, ist nicht so ganz eindeutig festzustellen, am wahrscheinlichsten ist die Version, dass das Wort „Helm“ von „helmit“ kommt, also Helm oder Kappe, denn wenn der Wind so richtig stark bläst, bildet sich über den Hügeln eine Wolkenkappe, „helm bar“ genannt.

Als erster hatte sich der berühmte britische Klimaforscher Gordon Valentine Manley (1902-1980) in den 1930er Jahren mit dem Helm Wind beschäftigt und das Phänomen ausgiebig untersucht.

In diesem Zeitraffer-Film kann man optisch sehen wie sich der Helm Wind entwickelt und hier kann man ihn auch hören.

Die Helm Bar bei Milburn in Cumbria.
Photo © Andrew Smith (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 8. Juli 2019 at 02:00  Comments (1)  
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Hausärztemangel in England – Ein immer größer werdendes Problem

Eine geschlossene Arztpraxis in Witney (Oxfordshire).
Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

NHS crisis forces 500 000 patients to find new GP after mass surgery closures“ titelte der Mirror, „Surgeries facing disaster as family doctors quit„, hieß es beim Daily Express und „GP Surgeries in crisis: You can’t get an appointment„, meldeten die BBC News. Was ist da los in England?

GPs, also Hausärzte, verspüren in den letzten Jahren eine immer stärker werdende Belastung, viele haben ein Burn-out, darum geben sie ihre Praxen auf, das heißt die verbleibenden Hausärzte müssen die Patienten dieser Kollegen übernehmen, was wiederum zu einer weiteren Belastung der Ärzte führt. Die Patienten haben weitere Wege zu ihrem Hausarzt zurückzulegen, was vor allem älteren Menschen schwer fällt, die nicht motorisiert sind. Die Wartezeiten auf einen Termin werden ebenfalls länger, manchmal kann das schon bis zu drei Wochen dauern. Die Folge ist, dass mehr Menschen die Notfallaufnahmen in Krankenhäusern aufsuchen, die auch chronisch unterbesetzt sind.

Noch vor fünf Jahren kamen 65 Hausärzte auf 100 000 Menschen, jetzt sind es nur noch 60, mit fallender Tendenz, denn 42.1% aller GPs wollen in den nächsten fünf Jahren ihre Praxis schließen bzw. in den Ruhestand gehen. Wo soll das noch hin führen? 6000 Hausärzte werden eigentlich sofort gebraucht, doch wo sollen die her kommen? Es dauert rund zehn Jahre bis ein Mediziner inklusive Studium so weit ist, um voll in den Beruf einzusteigen. Eine Landarztpraxis zu eröffnen, wird immer weniger attraktiv, so wie es auch in Deutschland der Fall ist.

Die Worte „Krise“ und „Katastrophe“, die die Medien verwenden, scheinen also nicht übertrieben zu sein.

Eine ehemalige Landarztpraxis in West Auckland (County Durham) aus der ein Pflegeheim wurde.
Photo © Stanley Howe (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Juli 2019 at 02:00  Comments (5)  
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Meine Brighton-Trilogie Teil 1: Max „The Cheeky Chappie“ Miller (1894-1963) – Ein Comedian aus der guten alten Zeit

Max Millers Statue in den Pavilion Gardens.
Photo © Mike Pennington (cc-by-sa/2.0)

Max Miller, dessen richtiger Name Thomas Henry Sargent  lautet, wurde 1894 im südenglischen Brighton geboren, wo er auch 67 Jahre später starb. Er war ein fester Bestandteil der englischen Varieté- und Unterhaltungsszene von den 1920er bis in die 1950er Jahre. Er tourte viel durch die Lande, trat auch in Übersee auf, doch Brighton war sein zuhause, und sofern es seine Engagements zuließen, hielt er sich bevorzugt in seiner Geburtsstadt auf. Bekannt war er durch seine schrillen Anzüge und durch seine manchmal etwas gewagten, mehr oder weniger doppeldeutigen „saucy jokes„, die ihn hin und wieder mit der Zensurbehörde in Konflikt brachten. Sein Publikum liebte aber gerade diese Art von Unterhaltung wie zum Beispiel diesem Spruch:

„Have you heard about the girl of eighteen who swallowed a pin, but didn’t feel the prick until she was twenty-one?“

Nun, man muss diese Art von Humor mögen.

Die Stadt Brighton liebt ihren Comedian wie er Brighton liebte. Am 1. Mai 2005 errichtete man zu seinem Gedenken ein Denkmal in den Pavilion Gardens an der New Road.  An der Burlington Street Nummer 25, dem Haus, in dem Max Miller starb, ist eine blaue Plakette angebracht, ebenso an der Marine Parade Nummer 160, dort, wo er viele Jahre lang lebte. Am Walk of Fame an der Marina, wo man ähnlich wie in Hollywood, den Personen einen Gedenkstein ins Pflaster gesetzt hat, die in irgendeiner Form mit Brighton verbunden waren, ist auch einer, der dem Comedian gewidmet ist. Eine Straße trägt den Namen des Varietékünstlers, der Max Miller Walk am Strand von Brighton.

Einer der Linienbusse der Brighton and Hove Bus Company (ich berichtete in meinem Blog darüber) ist nach Max Miller benannt.

Die Max Miller Appreciation Society, die über 1000 Mitglieder zählt,  sorgt dafür, dass der Name des Comedians nicht in Vergessenheit gerät. Sie hat in Bardsley’s Fish and Chips Restaurant in der 22-23a Baker Street eine Dauerausstellung mit Erinnerungsstücken von Max Miller eingerichtet; dazu gehört auch einer seiner schrillen Anzüge.

Hier ist ein Film über den Cheeky Chappie.

Das Buch zum Artikel:
John M. East: Max Miller: The Cheeky Chappie. Robson Books 1998. 224 Seiten. ISBN 978-0860518556.

160 Marine Parade, wo Max Miller wohnte, mit blauer Plakette links neben der Haustür.
Photo © Simon Carey (cc-by-sa/2.0)

Der Max Miller Walk am Strand von Brighton.
Photo © Paul Gillett (cc-by-sa/2.0)

Suffolk Punch – Eine Pferderasse, die schon fast ausgestorben war

Um ein Haar war die Suffolk Punch genannte Pferderasse in den 1960er Jahren ausgestorben. Die schweren Arbeitspferde waren in der Landwirtschaft eingesetzt und je mehr Maschinen ihre Arbeit übernahmen, umso weniger wurden sie gebraucht. Bis zu einer Tonne schwer können diese Pferde werden, und sie besitzen eine enorme Zugkraft, daher waren sie bei Farmern sehr beliebt.

Heute kümmert sich der Suffolk Punch Trust in Hollesley bei Woodbridge um diese Tiere, die hier am Woodbridge Walk gezüchtet werden (die Straße führt zum Gefängnis Ihrer Majestät HMP Hollesley Bay). Der Trust unterhält ein Besucherzentrum, in dem ein kleines Museum untergebracht ist mit Ausstellungsstücken rund um die Pferderasse und mit landwirtschaftlichen Maschinen und anderen Gegenständen. Die Besucher können sich die Suffolk Punch Pferde ansehen, die Namen tragen wie Easton Bill („will accept a cuddle when nobody is looking“), Colony Calypso („one cheeky little girl“) und May („lovely little girl who has a big heart“). Für £15 kann man auch einige der Pferde adoptieren, das heißt, man wird dann regelmäßig über die Verfassung „seines“ Pferdes informiert, erhält ein Adoptionszertifikat und ein Foto des Tieres. Hier ist ein Film über den Trust.

Eine weitere Organisation, die sich mit der Zucht dieser besonderen Pferde befasst, ist die Suffolk Horse Society, die 1877 gegründet wurde und deren Büro in Rendlesham, nordöstlich von Woodbridge, zu finden ist. Sie definiert u.a. die Zuchtstandards und führt das Zuchtbuch für die Rasse.

Das Logo des Fußballvereins Ipswich Town F.C. in Suffolk, der in der English Football League Championship spielt, zeigt ein Suffolk Punch Pferd.

Dieser Film zeigt weitere Informationen über die Pferderasse.

Es gibt auch Pubs, die nach der Pferderasse benannt sind. Hier das Schild eines Pubs in Ipswich (Suffolk).
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. April 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Thornbury Castle Hotel revisited 2019

Eigenes Foto.

Nach wie vor ist das Thornbury Castle in Thornbury (South Gloucestershire) mein absolutes Lieblingshotel in England. Mein allererster Blogeintrag vor mehr als neun Jahren galt diesem Hotel und im Laufe der Zeit habe ich mehrfach über diese wunderschöne, romantische Burg geschrieben. Für mich ist ein Englandurlaub eigentlich erst perfekt, wenn ich einige Tage in dem Hotel nördlich von Bristol verbracht habe.

Im März wohnte ich wieder einmal drei Tage und Nächte in dem alten Gemäuer, zum achten Mal, in dem schon Heinrich VIII und Anne Boleyn einige Zeit residierten. Die jungen Damen an der Rezeption empfingen uns sehr freundlich, und wir wurden in unsere „bedchamber“ geführt, dieses Mal war es „Henry VIII“ (die Zimmer haben hier keine Nummern, sondern Namen), in diesem waren wir noch nicht. Der Zugang erfolgte über eine sehr steile Treppe, für Menschen mit Gehschwierigkeiten wäre das nichts. Ein großes Himmelbett sorgte für die entsprechende Atmosphäre in dem Raum, in dem wir uns sofort wohlfühlten.

Nach dem Abendessen zeigte uns auf meinen Wunsch hin, die Dame an der Rezeption die Tower Suite ganz oben in der Burg, die über mehr als 70 Stufen zu erreichen ist. Hier steht also Englands größtes Hotelbett, mit einer Breite von drei Metern, in dem eine ganze Familie unterkommen kann (was auch hin und wieder wahrgenommen wird).

Um noch einmal auf das Abendessen zurückzukommen: Der Küchenchef, Andrew Chan, ist großartig und zaubert hervorragende Gerichte auf den Teller (seine Vorgänger hatten doch einige Schwächen). Er hatte schon früher im Castle gearbeitet, kam dann wieder als Head Chef zurück. Auch im Restaurant trafen wir auf freundliches, kompetentes Personal.

Während unseres Aufenthaltes nahmen wir erstmalig an einer Burgführung teil, die auf Wunsch von Valerie vorgenommen wird, die früher an der Rezeption gearbeitet hat und das Hotel in und auswendig kennt. In der Lounge erzählte sie von der Geschichte des Thornbury Castles und führte uns durch das Haus und durch die schönen Tudorgärten, die von Kate, der Chefgärtnerin gepflegt werden, die wir auch kennenlernten und die mit Begeisterung von ihrer Aufgabe sprach.

Wer in der Zeit von Mai bis September hier wohnt, kann am „Dining in the Dungeon“ teilnehmen, an einem Abendessen bei Kerzenlicht, dass in dem ehemaligen, aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kerker serviert wird, allerdings nur für Gruppen von sechs bis acht Personen (ein Mindestumsatz von £300 ist erforderlich). Dort ist auch der Weinkeller untergebracht, in dem, neben vielen anderen Flaschen, Wein aus eigenem Anbau lagert, dem Thornbury Castle Wein, den wir im Restaurant probieren konnten.

Nach drei Übernachtungen haben wir schweren Herzens unser Lieblingshotel wieder verlassen, das wir mit Sicherheit bald wieder aufsuchen werden (vielleicht dann in der Tower Suite).

Thornbury Castle
Castle Street
Thornbury, South Gloucestershire, BS35 1HH

Unsere Henry VIII Bedchamber.
Eigenes Foto.

Unser Lieblingsplatz in der Lounge.
Eigenes Foto.

Thornbury Castle vom angrenzenden Kirchhof aus gesehen.
Eigenes Foto.

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Published in: on 7. April 2019 at 02:00  Comments (3)  
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David Bradshaw – Ein ehemaliger Jurist, ein Schriftsteller…und ein sehr guter Freund

Philomena und David Bradshaw mit seinem letzten Buch bei mir zuhause.

Ich kenne David Bradshaw seit etwa drei Jahren, und meine Frau und ich statteten ihm und seiner Frau Philomena kürzlich einen mehrtägigen Besuch in seinem Wohnort Milton bei Cambridge ab. In diesem Blogeintrag möchte ich einmal ein Loblied auf zwei wunderbare Menschen singen!

David Bradshaw wurde auf der Karibikinsel Montserrat geboren und ging als Kind, zusammen mit seinem Bruder, nach Großbritannien, wo er nach Swindon in Wiltshire zu seinen bereits dort lebenden Eltern zog. Er ging dort zur Schule, absolvierte später die Kingston Law School in Surrey und studierte Rechtswissenschaften am Trinity Hall College in Cambridge. Er war Barrister-at-Law am Lincoln’s Inn in London, Professor an der Leeds University und Deputy Dean an der Rechtsfakultät der University of the West Indies in Barbados. Einige Jahre lang arbeitete David Bradshaw als Rechtsanwalt für den BBC World Service in London.

Jetzt lebt er im Ruhestand, ist aber noch sehr aktiv. Sein reich erfülltes Leben hat er in seiner bisher dreibändigen Autobiografie zu Papier gebracht und arbeitet derzeit am vierten Band. Seine Recherchen wickelt er in der Universitätsbibliothek von Cambridge ab.

Ich habe selten einen Menschen kennengelernt, der dermaßen lebensfroh, freundlich und offen auf andere Menschen zugehend ist wie David Bradshaw. Wir wurden von ihm und Philomena, die noch als Lehrerin arbeitet, außerordentlich freundlich in ihrem Haus willkommen geheißen, wo wir typisch englische Gerichte probieren konnten, wie u.a. Bangers and Mash und Kippers, die Phil zubereitete. David zeigte uns einen ganzen Tag lang Cambridge, wobei wir dank seines Universitätsausweises hinter die Kulissen von acht Colleges blicken konnten, darunter auch seine Alma Mater Trinity Hall (hier studierten u.a. der Wissenschaftler Stephen Hawking, der Journalist Andrew Marr und der Schriftsteller John Boynton Priestley). Einen Abend aßen wir alle vier zusammen in der Hall vom Churchill College.

Ich bin stolz, David und Philomena Bradshaw zu meinen Freunden zählen zu können und freue mich schon auf unser nächstes Wiedersehen!

David Bradshaw: Growing Up Barefoot Under Montserrat’s Sleeping Volcano – Memories From a Colonial Childhood in a British Caribbean Island 1952-1961. Upfront Publishing 2010. 174 Seiten. ISBN 978-1844268641.

David Bradshaw: Swimming Without Mangoes -Memories of a West Indian Lad’s Boyhood in the English Railway Town of Swindon During the 1960’s and Early 1970’s. The Hobnob Press 2013. 292 Seiten. ISBN 978-1906978297.

David Bradshaw: Fledgling and Learning to Fly – A Memoir of a Young Afro-Caribbean Man’s Kingston, Cambridge and Barrister Student Days, As Well As His Early Working and („Inter-Racial“) Married Life, at Leeds University and Elsewhere in 1970’s England. Kingston University Press 2017. 756 Seiten. ISBN 978-1899999712.

Eigenes Foto.

Montserrat in der Karibik: Hier wurde David Bradshaw geboren.
Author: Aah-Yeah.
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Die Kingston Law School in Surrey.
Photo © David Anstiss (cc-by-sa/2.0)

Trinity Hall College in Cambridge, wo David Bradshaw studierte.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Hier, in Milton bei Cambridge, wohnen David und Philomena Bradshaw.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 27. März 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Bark and Read-Projekt des britischen Kennel Clubs

In vielen Ländern der Welt, auch in Deutschland,  Österreich und der Schweiz, hat man festgestellt, dass Kinder, die Leseprobleme haben, in Anwesenheit von Hunden, besser lesen bzw. vorlesen können. Im US-Bundesstaat Missouri gab es ein Projekt, bei dem Kinder in Tierheime gingen, um dort verängstigten und verstörten Hunden aus Büchern vorzulesen, und der Erfolg war beidseitig. Die Kinder wurden sicherer beim Lesen und die Hunde entspannten sich und fühlten sich ganz offensichtlich wohl. Hier ist ein Film.

Der britische Kennel Club hat ein ähnliches Projekt aus der Taufe gehoben, das den Titel „Bark and Read“ trägt. Manche Kinder fühlen sich verunsichert, wenn sie vor anderen Menschen vorlesen müssen, legen diese Scheu aber ab, wenn der Zuhörer ein Hund ist. Diese speziell ausgebildeten Hunde gehen in Schulen und Bibliotheken und helfen dort durch ihre Anwesenheit Kindern mit Leseschwäche. Die Hunde kritisieren nicht und machen sich nicht lustig (im Gegensatz zu menschlichen Zuhörern), wenn es mal nur etwas holperig mit dem Lesen voran geht und das gibt den Kindern wiederum mehr Sicherheit.

Die Hunde müssen bestimmte Vorgaben erfüllen, um sich als Vorlesehunde zu qualifizieren: Sie müssen mindestens ein Jahr alt sein, dürfen nicht bellen und Menschen anspringen, müssen auch bei einem erhöhten Lärmpegel ruhig bleiben und überhaupt sehr kinderlieb sein.

Dieser Bericht im Shropshire Star zeigt den Vorlesehund Hector.

Ein tolles Projekt!

Published in: on 19. November 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Lincolnshire Poacher – Die inoffizielle Hymne von Lincolnshire

Plakette am Lincoln Castle.
Photo © J.Hannan-Briggs (cc-by-sa/2.0)

Das alte Volkslied „The Lincolnshire Poacher„, also der Wilderer aus Lincolnshire, ist ein Ohrwurm, der, einmal gehört, immer im Gedächtnis bleibt. Die erste gedruckte Version des Liedes stammt aus dem Jahr 1775  und es wird als die inoffzielle „county anthem“ von Lincolnshire betrachtet. Der „Wilderer“ ist auch das Regimentslied des 2. Bataillons des Royal Anglian Regiments.

BBC Radio Lincolnshire benutzte viele Jahre lang einige Takte aus dem Lied als Jingle vor dem Beginn der Nachrichtensendungen. Es gibt einige Pubs, die sich des Namens bedienen und ein Magazin namens „The Lincolnshire Poacher„, das vierteljährlich in Lincoln erscheint. Ja, es gibt sogar eine Käsesorte mit dem Namen, der in Alford hergestellt wird.

Die Eisenbahnlinie von Grantham nach Skegness in Lincolnshire wird auch The Poacher Line genannt.

Hier ist eine Version des Liedes, das von Chris Sarjeant vorgetragen wird.

The Kinks haben der Grafschaft Lincolnshire (und ihrer hübschen Mädchen) mit „Lincoln County“ ebenfalls ein Denkmal gesetzt.

Pub in Metheringham (Lincolnshire)
Photo © JThomas (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 30. Juli 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Cornish National Liberation Army – Sie kämpft(e) für ein unabhängiges Cornwall

Im Fadenkreuz der Cornish National Liberation Army: Jamie Olivers Fifteen Restaurant bei Newquay…
Photo © Rod Allday (cc-by-sa/2.0)

Es gibt in der Grafschaft Cornwall durchaus Menschen, die mit dem fernen London absolut nichts am Hute haben und keine Probleme damit hätten, ein selbständiger Staat zu sein. Diese Einstellung äußerst sich in der Regel mit Worten, aber nicht mit Taten. Die Cornish National Liberation Army (CNLA) sah das anders und ging eine Zeit lang gegen alles Englische in ihrer Grafschaft vor. Man wollte die englischen Fahnen in Cornwall abhängen und die Zweitwohnsitze reicher Engländer und deren Autos abfackeln. Der Zorn der CNLA, die sich aus Mitgliedern der An Gof und der Cornish Liberation Army zusammensetzte, richtete sich merkwürdigerweise auch gegen zwei Köche und Restaurantbesitzer, nämlich Jamie Oliver („The Naked Chef“) und Rick Stein. Ins Fadenkreuz der CNLA gerieten Jamie Olivers Fifteen Restaurant in der Watergate Bay bei Newquay und Rick Steins The Seafood Restaurant in Padstow. Drohungen wurden gegen diese Restaurants ausgesprochen, man wollte sie anzünden und abbrennen (was nicht geschah).

Warum hatten sich die militanten Englandhasser gerade diese beiden Köche ausgesucht? Nach ihrer Meinung verkörperten diese beispielhaft die englischen Invasoren, die mit viel Geld in der Hand u.a. die Hauspreise in die Höhe trieben, was letztendlich mit dazu führte, dass sich die cornische Bevölkerung in ihrem eigenen Land immer mehr als Außenseiter fühlte. Durch die vielen aufgekauften und selten bewohnten Häuser entwickelten sich immer mehr Dörfer in Geisterdörfer.

Die Vorgängerorganisation der CNLA, die An Gof, hatte in den 1980er Jahren mehrere Anschläge in Cornwall verübt: In St Austell wurde eine Bombe im dortigen Gerichtsgebäude gezündet, in Penzance ein Friseursalon abgefackelt (wahrscheinlich ein Irrtum, man wollte eigentlich eine Bank treffen) und die Zodiac Bingo Hall in Redruth angezündet.

Mittlerweile hat sich die CNLA in The Cornish Republican Army umbenannt und macht weiter Hetzjagd auf ihre englischen Feinde. Erst am 12. Juni 2017 übernahm sie die Verantwortung für eine Brandstiftung an Rick Steins Restaurant in Porthleven an der kornischen Südküste. Die Bewohner des kleinen Fischerortes waren aufgebracht, dass der prominente Koch nun auch in ihrem Dorf ein Restaurant aufgemacht hat und sich weiter krakenartig in Cornwall verbreitet.

…und ebenso Rick Steins The Seafood Restaurant in Padstow.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Rick Steins Restaurant am Hafen von Porthleven, auf das 2017 ein Brandanschlag verübt wurde.
Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

 

 

 

 

Published in: on 14. Mai 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Siebenschläfer von Tring in Buckinghamshire

Author: Zwiegel.
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Glis glis heißt der Siebenschläfer im Lateinischen und Edible dormouse im Englischen. Edible, also essbar? Ja, die Römer  verzehrten die kleinen Nager seinerzeit gern, dann verschwand diese „Delikatesse“ aber weitgehend wieder von den europäischen Speisekarten, bis auf einige Regionen im Süden und Südosten, wo man Glis glis noch isst. Vor einigen Jahren sorgte Starkoch Heston Blumenthal für Aufsehen, als er in seinem Weihnachtsmenü einen Siebenschläfer-Lollipop einbaute. Hier ist das Rezept: Man fange einige der Nagetiere, enthäute sie… ach, Quatsch, das ist mir zu unappetitlich, lassen wir den Meister selbst in diesem Film zu Wort kommen.

Rund 30 000 Siebenschläfer soll es nach der letzten „Volkszählung“ in England geben und die meisten davon leben in den Chiltern Hills um die Kleinstadt Tring in Buckinghamshire herum. Warum haben sich die putzigen Tierchen gerade diese Region zu ihrem Wohnsitz auserkoren? Schuld daran ist einer aus der Bankiersfamilie Rothschild und zwar Lionel Walter Rothschild (1868-1937), der seinen Wohnsitz im Tring Park hatte. Viel lieber als mit Geldzählen beschäftigte sich der etwas exzentrische Baron mit dem Sammeln von allerlei Getier aus der ganzen Welt, speziell mit Insekten, Schmetterlingen und Vögeln. Aber auch andere Tiere wie Kängurus und Zebras hielt er auf seinem Landsitz; letztere spannte er gern vor seine Kutsche und ließ sich damit durch die Gegend fahren. Im Natural History Museum at Tring kann man sich heute noch die gesammelten Schätze des Baron Rothschilds ansehen.

Kommen wir auf die Siebenschläfer zurück. Lionel Walter R. hatte 1902 sechs von dieser Spezies von seinen Reisen mitgebracht und einige von ihnen hatten nichts Besseres zu tun, als bald darauf auszubüchsen und sich in den Chilterns eine neue Heimat zu suchen. Sie vermehrten sich kräftig und gehören heute zu den Tieren, die die größte Gefahr für die Natur darstellen, denn eine ihrere Lieblingsbeschäftigungen ist, die Bäume von ihrer schützenden Rinde zu befreien, was sie natürlich tun ohne die Bäume vorher zu fragen. Auch in Obstplantagen werden die Nager nicht gern gesehen. Hausbesitzer in den Chilterns gehören nicht zu den größten Fans der Tiere, wenn die sich in deren Dachböden gemütlich gemacht haben, denn die kleinen Biester machen nachts dort oben einen ziemlich großen Lärm und wetzen ihre Zähne gern an Elektroleitungen…

Zum Abschluss noch ein kleiner Film von einer Verwandten des Siebenschläfers, der Hausmaus, die sich hier verzweifelt mit einem Keks herumschlägt…und gewinnt!

Tring Park. Wohnsitz von Lionel Walter Rothschild.
Photo © Gerald Massey (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. März 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Charles Dickens und The Dog and Pot in Southwark (London)

Source and copyright: www.londonremembers.com

Der kleine Charles Dickens, der später einmal zu einem der bedeutendsten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts werden sollte, hatte es nicht leicht. Sein Vater wurde in ein Gefängnis gesteckt, weil er seine Schulden nicht bezahlen konnte, und er selbst musste im Alter von zwölf Jahren in Warren’s Blacking Factory in London, die Schuhcreme herstellte, jeden Tag zehn Stunden arbeiten. Auf dem Weg dorthin kam er immer an Antony Walkers Eisenwarenladen vorbei, den eine ungewöhnliche Figur schmückte: Ein Hund, der einen Topf ausleckte. Manchmal sind es kleine Dinge, die ein ansonsten tristes Leben ein wenig aufhellen. Charles mochte den Hund. und ich könnte mir denken, dass er ihm auf dem Weg öfter einmal zugewinkt hat. Diese „Dog and Pot“ genannte Originalfigur existiert noch immer, allerdings nicht mehr hier an der Ecke Blackfriars Road und Union Street im Londoner Stadtteil Southwark, sondern im Cuming Museum in der Walworth Town Hall. Heute aber finden wir an dieser Stelle eine Replika , die oben an einem Pfahl angebracht ist und die an den Schriftsteller erinnern soll. Anlässlich seines 201. Geburtstages am 7. Februar 2013 wurde diese „Dog and Pot“-Replika eingeweiht und zwar von Charles Dickens‘ Ur-Urenkel Mark Dickens. Am Fuß des Pfahles befindet sich eine Plakette mit der Inschrift:

My usual way home was over Blackfriars Bridge and down that turning in the Blackfriars Road which has Rowland Hill’s chapel on one side, and the likeness of a golden dog licking a golden pot over a shop door on the other„, ein Auszug aus der Autobiografie des Schriftstellers. Daneben ist die Reproduktion eines eisernen viktorianischen „coal hole“ in den Boden eingelassen, auf dem ebenfalls der den Topf ausschleckende Hund abgebildet ist.

Mike Painter, ein Holzschnitzer und Bildhauer aus Warwickshire, hat die Figur angefertigt, nach dem Original im Cuming Museum.

Die Enthüllungszeremonie wurde von vielen Menschen begleitet, darunter auch von einigen in viktorianischen Kostümen. Schüler der Charles Dickens Primary School in Southwark sangen einige Lieder, darunter auch „How much is that doggie in the window?„.

 

Published in: on 29. Januar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Amy Winehouse Statue im Londoner Stables Market und die Lieblings-Pubs der Sängerin in Camden

Mitten im Londoner Stables Market im Stadtteil Camden, einem bunten Markt, der Einzelhändlern vorbehalten und für die allgegenwärtigen Kettenläden tabu ist, steht die lebensgroße Statue einer Sängerin, die im Alter von 27 Jahren am 23. Juli 2011 an einer Alkoholvergiftung starb: Amy Winehouse. Ich erinnere mich noch so genau an das Datum, weil ich damals nur wenige Kilometer entfernt war und von ihrem tragischen Tod aus dem Fernsehen erfuhr. Amy Winehouse lebte ganz in der Nähe, am Camden Square Nummer 30. Ein Baum gegenüber von ihrem Haus ist zu einer Kultstätte für ihre Fans geworden.

Der renommierte Londoner Künstler Scott Eaton wurde damit beauftragt, die Skulptur der Sängerin anzufertigen, die am 14. September 2014 eingeweiht wurde, dem Tag, an dem Amy 31 Jahre alt geworden wäre. Eaton, der auch durch seine Venus of Cupertino iPod Docking Station bekannt wurde, hat eine sehr lebensnahe Bronzestatue geschaffen, die ursprünglich am Roundhouse in Camden aufgestellt werden sollte, dort, wo sie kurz vor ihrem Tod zuletzt auftrat. Doch man entschied sich dann doch für den Stables Market. Die Schauspielerin und Winehouse-Freundin Barbara Windsor nahm die Enthüllungszeremonie vor, die dieser Film zeigt.

Amy Winehouse liebte ihren Stadtteil Camden und hier waren auch ihre Lieblings-Pubs wie zum Beispiel The Dublin Castle in 94 Parkway. In diesem Musik-Pub trat die Sängerin häufig auf. Diese Dokumentation zeigt den Pub, in dem zum Beispiel die britische Band Madness ihre ersten Auftritte hatte. Ein anderer von Amy Winehouse favorisierter Pub war The Hawley Arms in der Castlehaven Road, ein weiterer Musik-Pub, in dem sie durchaus auch mal hinter die Theke ging und Biere zapfte.

Hier ist noch einmal zur Erinnerung ihr großartiges „Back to Black“ zu hören.

 

 

Published in: on 14. November 2017 at 02:00  Comments (2)  
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Das HandsFree Hectare-Projekt der Harper Adams University in Shropshire

Das Harper Adams-Universitätsgebäude.
Photo © A Holmes (cc-by-sa/2.0)

Ich mag die kleinen Rasenmäherroboter, die leise schnurrend an Grashalmen knabbern und, so lange der Akku hält, kreuz und quer ihre Bahnen über Rasenflächen ziehen. Es macht Spaß ihnen bei der Arbeit zuzusehen.

Etwas Ähnliches, aber in weit größerem Stil, hat sich in diesem Jahr auf einem Experimentierfeld der Harper Adams University bei Newport in der Grafschaft Shropshire abgespielt. Dort wurde ein ganzes Getreidefeld gesät, überwacht und schließlich geerntet, ohne dass Menschen bei den einzelnen Prozessen Hand anlegten. Alle Arbeiten haben fahrerlose Maschinen übernommen,von Drohnen überwacht. Sieht so die Landwirtschaft der Zukunft aus?

Das sogenannte HandsFree Hectare-Projekt, gestartet mit einem £200 000 Zuschuss des Staates, wurde von der Harper Adams University durchgeführt. Die Universität wurde nach Thomas Harper Adams benannt, einem wohlhabenden Farmer des 19. Jahrhunderts, der nach seinem Tod seine Ländereien für Forschung und Lehre zur Verfügung stellte. 1901 wurde das Harper Adams College gegründet, das 2012 Universitätsstatus erlangte, und das sich auf Agrarwissenschaft spezialisiert hat. Kanzlerin ist Anne, Princess Royal. 2016 wurde Harper Adams bei einer Studentenumfrage zur Universität des Jahres gekürt.

Die Betreiber des Projekts sehen in der Automatisierung der Landwirtschaft die Zukunft. Sie setzen dabei auf kleinere smarte Erntemaschinen, da ihrer Meinung nach die riesigen Mähdrescher im Laufe der Zeit durch ihr Gewicht Schäden am Ackerboden anrichten. Kameras, Laser, GPS und ferngesteuerte Drohnen werden möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft zum selbstverständlichen Handwerkszeug eines Farmers gehören, der, während seine Maschinen für ihn arbeiten, sich anderen Tätigkeiten zuwenden kann.

Das HandsFree Hectare-Projekt ist bisher einmalig in der Welt, und dieser Film zeigt Bilder davon.

Der neue Agri-tech Innovation Hub auf dem Gelände der Universität.
Photo © Richard Law (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 12. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Einige Veränderungen im britischen Währungssystem im Jahr 2017

The Royal Mint in Llantrisant (Wales), wo die britischen Münzen geprägt werden.
Photo © M J Roscoe (cc-by-sa/2.0)

Seit Mitternacht ist sie nicht mehr gültig, die gute alte runde 1-Pfundmünze, und wird jetzt komplett durch die neue zwölfeckige ersetzt. Seit über dreißig Jahren war die alte Münze im Umlauf, seit dem 28. März 2017 kam die neue hinzu, die ab heute die allein gültige ist. Der Grund für den Wechsel: Die bisherige Münze war relativ leicht nachzumachen und man schätzt, dass über 3% gefälscht waren. Wer jetzt noch viele alte Pfundmünzen hat, kann die unproblematisch bei jeder Bank oder Postfiliale umtauschen.
The Royal Mint ist der Meinung, dass die zwölfeckige Münze die sicherste der Welt ist und nicht gefälscht werden kann. Auf der Vorderseite ist das Konterfei der Queen zu sehen, auf der Rückseite die schottische Distel, der walisische Lauch, das nordirische Kleeblatt und die englische Rose. Dieser Film stellt die neue Münze im Detail vor.

Als ich vorletzte Woche in England mit einer Fünf-Pfund-Banknote bezahlen wollte, wurde mir gesagt, dass diese nicht mehr gültig sei. Leider habe ich nicht bekommen, dass die alten Banknoten seit Mai 2017 ihre Gültigkeit verloren haben. Von meiner Englandreise 2016 hatte ich noch einige mit nach Hause genommen, um beim nächsten Mal gleich wieder ein kleines Startkapital zu haben. Am 13. September 2016 wurde die neue Fünf-Pfund-Note in Umlauf gebracht, weil sie erstens fälschungssicherer ist und zweitens statt aus „cotton paper“ aus Polymer besteht, was eine längere Lebensdauer verspricht und umweltfreundlicher ist, da sie später einmal für andere Plastikprodukte recycelt werden kann. Es gibt viel zu sehen auf der neuen Banknote; auf der einen Seite natürlich wieder die Queen mit dem Londoner Elizabeth Tower, auf der anderen Seite Sir Winston Churchill mit seinen berühmten Worten „I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat“, und dem Parlament im Hintergrund. Dieser Film zeigt die neue Fünf-Pfund-Banknote. Natürlich konnte ich meine alten Fiver noch in einer Bank umtauschen.

Auch die neue Zehn-Pfund-Banknote besteht aus Polymer (die alte verliert ihre Gültigkeit im Frühjahr 2018). Anstelle von Charles Darwin ist Jane Austen auf dem neuen Schein zu sehen, deren Todestag sich in diesem Jahr zum zweihundersten Mal jährt. Ihr Porträt wird durch ein Zitat aus ihrem Roman „Pride and Prejudice“ (dt. „Stolz und Voruteil“) ergänzt: „I declare after all there is no enjoyment like reading“. Die neue Banknote ist seit dem 14. September 2017 im Umlauf.

Geplant ist, dass auch die Zwanzig-Pfund-Note ersetzt werden soll, allerdings erst im Jahr 2020.

Die De La Rue Factory in Loughton (Essex), die im Auftrag der Bank of England die Banknoten druckt.
Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 16. Oktober 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Mauersegler vom Oxford University Museum of Natural History

Das Oxford University Museum of Natural History mit seinem Mauersegler-Turm.
Photo © Alan Heardman (cc-by-sa/2.0)

Heute begeben wir uns wieder einmal nach Oxford und zwar in das Oxford University Museum of Natural History. Wir wollen aber nicht die Schätze des Museums im Inneren betrachten, sondern den Turm, der dafür bekannt ist, dass dort jeden Sommer Mauersegler ihre Kinder zur Welt bringen und sie geduldig aufpäppeln. Das Winterhalbjahr verbringen die Vögel in Afrika, meist in Zimbabwe, Tansania und Zaire, doch wenn es in Europa langsam wieder wärmer wird, hält es die Mauersegler nicht mehr länger auf dem schwarzen Kontinent und sie machen sich auf den langen Weg zurück; einige von ihnen zielgerichtet nach Oxford, wo sie den Turm des Museums erneut beziehen. Jedes Jahr sind circa 60 Vogelpärchen hier in luftiger Höhe anzutreffen, und sie bauen ihre Nester so,  dass sie für ihre natürlichen Feinde nicht erreichbar sind.

Die Mauersegler-Eltern haben in der Brutzeit jede Menge zu tun, um ihren Nachwuchs mit leckeren Insekten zu füttern; dabei legen sie manchmal Hunderte von Kilometern am Tag zurück. Rund fünf bis acht Wochen dauert es, bis die kleinen Mauersegler flügge geworden sind und dann machen sie sich auch schon auf den Weg nach Afrika, bald darauf gefolgt von ihren Eltern.

Bereits 1948 begann man sich hier in Oxford für die Mauersegler zu interessieren, als David Lack vom Edward Grey Institute des Department of Zoology das Oxford Swift Research Project ins Leben rief. In seinem Buch „Swifts in a Tower“ (1956) schrieb er über das Projekt. Sein Sohn Andrew Lack veröffentlichte zum Thema viele Jahre später eine kleine Broschüre mit dem Titel „The Museum Swifts: The Story of the Swifts in the Tower of the Oxford University Museum of Natural History“ (2002).

Während der Brutzeit hat man im Turm des Museums eine Webcam aufgestellt, die rund um die Uhr das Treiben in den Nestern in die ganze Welt überträgt. Wer möchte, kann hier einen Blick dort hineinwerfen. Dieser Film bringt zusätzliche Informationen über die Mauersegler der Universitätsstadt.

Ein Mauersegler (Apus apus).
Author: Paweł Kuźniar.
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Wold Newton im Osten von Yorkshire – Schauplatz eines Meteoritenabsturzes

Das Wold Newton Monument.
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Am 13. Dezember 1795 gegen 15 Uhr hatten die Bewohner des Dörfchens Wold Newton im East Riding of Yorkshire, zwischen Scarborough und Driffield gelegen, mächtiges Glück. Ein 25 kg schwerer Meteorit stürzte aus dem Himmel und verfehlte das Dorf nur um Haaresbreite. Der Farmarbeiter John Shipley stand so dicht an der Einschlagstelle, dass er von dem hochspritzenden Matsch durchnässt wurde.
Der Meteorit war so tief in den Boden eingedrungen, dass er mühsam ausgegraben werden musste. Der Eigentümer des Geländes, ein Mr. Edward Topham, leitete den größten Teil dieses ehemaligen Himmelskörpers an das Londoner Natural History Museum weiter, wo er noch heute zu besichtigen ist.

Im Jahr 1799 errichtete Mr. Topham an der Stelle, an der der Meteorit einschlug, ein Denkmal, das die Inschrift trägt:

Here on this spot, December 13, 1795 fell from the atmosphere an extraordinary stone. In breadth twenty-eight inches, in length thirty-six inches and whose weight was fifty-six pounds. This column in memory of it was erected by Edward Topham, 1799.

Der Wold Newton Meteorit brachte den amerikanischen Science Fiction-Autor Philip José Farmer auf die Idee, dieses Ereignis literarisch zu verwenden. So soll der Stein durch seine Radioaktivität genetische Veränderungen in Menschen hervorgerufen haben, die zufällig in einer Kutsche am Absturzort vorbeifuhren. Deren Nachkommen verfügten über außergewöhnliche Fähigkeiten und waren z.B. Sherlock Holmes, Tarzan, James Bond oder Philip Marlowe; sie wurden kurz die Wold Newton Family genannt.

Farmers Idee wurde später von Win Scott Eckert aufgegriffen und fortgeführt, indem er das „Wold Newton Universe“ erschuf.

Das Buch zum Artikel:
Win Scott Eckert: Myths for the Modern Age – Philip Jose Farmer’s Wold Newton Universe. Monkey Brain 2005. 400 Seiten. ISBN 978-1932265149.

Published in: on 12. April 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Peter Skellern (1947-2017) – Ein englischer Sänger, der vor allem durch einen Song in die Popmusikgeschichte einging

Am 17. Februar starb Peter Skellern, ein Sänger, der in den 1970er Jahren von sich reden machte und mit „You’re a Lady“ in Großbritannien einen großen Hit hatte, der bis auf Platz 3 der Charts aufstieg.
Geboren wurde er 1947 in der Stadt Bury (Greater Manchester), die vor allem durch den dort hergestellten Black Pudding bekannt ist. Schon früh entdeckte er seine Liebe zur Musik und spielte in seiner Heimatstadt in der St Michael’s Church die Orgel. Später besuchte Skellern die renommierte Londoner Guildhall School of Music and Drama, wo er sich dem Klavier widmete. Nach einigen nicht sehr erfolgreichen Versuchen, in der Welt der Popmusik Fuß zu fassen, gelang ihm der Durchbruch mit dem oben genannten Song „You’re a Lady“, der in Frankreich in einer Version mit Hugues Auffray und einer weiteren mit Laurent Vergez und Brigitte Bardot gecovert wurde. Gern setzte Skellern im Hintergrund Blaskapellen ein wie zum Beispiel in „Love Is the Sweetest Thing„, bei der ihn die berühmte Grimethorpe Colliery Band begleitete (ich berichtete über die Band in meinem Blog).
Nachdem weitere Erfolge ausblieben, gründete Peter Skellern 1984 zusammen mit dem Cellisten Julian Lloyd Webber und Mary Hopkin (sie hatte 1968 ihren größten Hit mit „Those Were the Days“) die Band Oasis, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Formation der Gallagher-Brüder. Aber die drei Musiker brachten lediglich ein Album auf den Markt, bevor sie ihre Band bald wieder auflösten.

Peter Skellern schrieb Musik für Musicals, arbeitete für die BBC und komponierte in seinen letzten Jahren Chormusik. Er widmete sich verstärkt der Kirche und wurde im vorigen Jahr zum Priester geweiht. Am 17. Februar starb er an einem Gehirntumor.

Published in: on 25. Februar 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Das John F. Kennedy Memorial an der Themse in Runnymede (Surrey) – Ein Geschenk der Briten an die Amerikaner

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Man hätte für das John F. Kennedy Memorial wohl keinen besseren Platz wählen können als hier in den Wiesen von Runnymede an der Themse, nur ein paar Schritte entfernt von einem anderen Denkmal, das an die Magna Carta erinnert. Zu finden sind beide am südlichen Ortsrand von Old Windsor.

50 Steinstufen, eine für jeden US-Bundesstaat, führen den Cooper’s Hill hoch, auf dem das Denkmal errichtet worden ist. Im Mai 1965 wurde es eingeweiht, von niemand Geringerem als der Queen selbst, in Anwesenheit von Kennedys Witwe Jacqueline und ihren Kindern. Dieser Film zeigt Bilder von der Einweihung.

Der Grund auf dem das Memorial steht, das vom National Trust betreut wird, wurde dem amerikanischem Volk vom britischen Volk geschenkt. Das Denkmal, entworfen von dem berühmten englischen Landschaftsarchitekten Sir Geoffrey Jellicoe, besteht aus einem einfachen Block aus Portland-Stein mit einer Inschrift, die aus der Antrittsrede Präsident Kennedys aus dem Jahr 1961 entnommen wurde:

„Let every Nation know, whether it wishes us well or ill, that we shall pay any price, bear any burden, meet any hardship, support any friend or oppose any foe, in order to assure the survival and success of liberty.“

Hier ist ein Film über das Denkmal mit dem Designer Sir Geoffrey Jellicoe.

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Wie die Hängebrücke über die Themse in Marlow (Buckinghamshire) im Jahr 2016 beinahe Schaden genommen hätte

Durch diese Poller der Marlow Bridge zwängte der LKW-Fahrer seinen 2.5 Meter breiten Lastzug.   © Copyright Peter Jemmett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Durch diese Poller der Marlow Bridge zwängte der LKW-Fahrer seinen 2.5 Meter breiten Lastzug.
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Über die hübsche attraktive Stadt Marlow habe ich in meinem Blog bereits mehrere Artikel geschrieben, auch über die Hängebrücke, die die Themse überquert und die Grafschaften Buckinghamshire und Berkshire miteinander verbindet. In dem Beitrag schrieb ich auch über die engen Zufahrten, die durch Poller begrenzt werden, damit keine schweren LKWs die Brücke passieren können, die ein Maximalgewicht von drei Tonnen verträgt. Am 24. September 2016 gegen 22.30 Uhr wäre es der von William Tierney Clark erbauten Straßenbrücke beinahe an den Kragen gegangen, denn ein 37 Tonnen schwerer Lastzug aus Litauen der Speditionsfirma Girteka Logistics versuchte sie zu überqueren. Vielleicht verließ sich der Fahrer auf sein Navigationsgerät und übersah im Dunklen die Warnschilder vor der Brücke („Weak Bridge“, >2.0m<, 3T mgw) auf jeden Fall schaffte er es irgendwie, die Poller zu überwinden, wobei ein Reifen in die Brüche ging, und dann blieb er schließlich mit seinem Gefährt auf der anderen Seite der Brücke hängen (hier sind einige Fotos). Wie er durch die ersten Poller kam, grenzt schon an ein Wunder, denn ich musste mit meinem PKW schon sehr vorsichtig sein, damit ich nicht seitlich daran anschrammte. Da hing er nun am späten Abend auf der Brücke fest, der litauische Fernfahrer und konnte sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen. Die Polizei von Marlow kümmerte sich um den Fall, als sie zu Hilfe gerufen wurde, und ließ den schweren Truck über die Brücke zurückschleppen, die die 37 Tonnen-Last tatsächlich aushielt.

Aber was waren denn nun für Schäden an dem Bauwerk entstanden? Spezialisten untersuchten die Marlow Bridge sehr intensiv und stellten fest, dass sie kaum beschädigt worden war und die Sicherheit in keiner Weise gefährdet ist. Man befürchtete anfangs, dass die Themsebrücke bis zu sechs Monaten geschlossen werden müsste, aber es dauerte dann doch nur zwei Monate, bis sie am 25. November wieder für den Verkehr freigegeben werden konnte. Die Zeremonie ist hier im Film festgehalten. Die Kosten für die entstandenen Arbeiten trug übrigens die Versicherung der Speditionsfirma, deren Fahrer sicher in Zukunft einen weiten Bogen um Marlow machen wird.

Bis maximal drei Tonnen dürfen die Fahrzeuge wiegen, die die Brücke überqueren möchten.    © Copyright Chris Allen and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Bis maximal drei Tonnen dürfen die Fahrzeuge wiegen, die die Brücke überqueren möchten.
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Fulbrook in Oxfordshire – Hier befindet sich die weltweit größte Sammlung von Verkehrsleitkegeln

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David Morgan aus Fulbrook bei Burford in Oxfordshire steht im Guinness Buch der Rekorde und íst unbestritten weltweit der „König der Verkehrsleitkegel“ oder Verkehrshütchen oder wie immer man diese Plastikhütchen bezeichnen will, die zur Absperrung bzw. Verkehrslenkung verwendet werden.
David Morgan soll über 550 von diesen Teilen besitzen und sie aus der ganzen Welt zusammengetragen haben. Da David in der Firma Oxford Plastic Systems arbeitete, dem weltweit größten Hersteller von „traffic cones“, ist sein Interesse daran zu erklären.
Es gibt da die unterschiedlichsten Hütchen: Ganz große und ganz kleine, schwarze wie sie Bestattungsfirmen benutzen, blaue, die Wasserversorger verwenden, hölzerne und Hütchen aus recyceltem Material usw.usw.
In der Sammlung von David Morgan, die er bereits 1986 begann, gibt es u.a. ein Hütchen aus Malaysia, das an den Scilly Inseln angeschwemmt wurde und eines, das er am Flughafen von Korsika fand und auch gleich mitnahm.

Hier ist eine kleine filmische Dokumentation über den sehr sympathischen „Cone Man“ David Morgan.

Fulbrook bei Burford in Oxfordshire.    © Copyright Robin Webster and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Fulbrook bei Burford in Oxfordshire.
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Ein einsamer, trauriger "traffic cone" in Derbyshire.   © Copyright Alan Murray-Rust and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein einsamer, trauriger „traffic cone“ in Derbyshire.
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Ein ertrunkenes Verkehrshütchen in Kent.   © Copyright nick macneill and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein ertrunkenes Verkehrshütchen in Kent.
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Der arme Sir Edward Elagr wurde in der High Street von Worcester mit einem "Hütchen" verunstaltet.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der arme Sir Edward Elgar wurde in der High Street von Worcester mit einem „Hütchen“ verunstaltet.
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Published in: on 13. Januar 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Der Combe Gibbet in Berkshire – Ein ehemaliger Galgen auf einem bei Drachenfliegern sehr beliebten Hügel

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Da wo die beiden Grafschaften Berkshire und Hampshire zusammenstoßen, in der Nähe des Dörfchens Combe, steht auf einem Hügel der Combe Gibbet, ein Galgen, der erstmals 1676 errichtet wurde. Natürlich handelt es sich bei dem heute hier stehenden nicht mehr um den Originalgalgen, denn der wäre mittlerweile wohl vollständig den Holzwürmern zum Opfer gefallen.

Diese „gibbets“ dienten nicht nur zum Erhängen von Menschen, sie sollten auch abschreckend wirken und so blieben die Erhängten dort auch über einen längeren Zeitraum den Naturgewalten ausgesetzt.

Der Combe Gibbet, heute ein beliebtes Ausflugsziel, wurde errichtet, um George Broomham aus Combe und Dorothy Newman aus dem benachbarten Inkpen zu Tode zu befördern. Die beiden hatten eine Affäre miteinander und wurden dabei von Georges Frau und Sohn erwischt; mit fatalen Folgen für Mutter und Sohn, denn George und Dorothy ermordeten beide. Das wurde wiederum von Mad Jack, dem Dorfidioten, beobachtet, der die Mörder den Behörden meldete.

Niemand wurde seitdem mehr hier aufgeknüpft und so steht der Galgen bzw. einer der Ersatzgalgen noch immer oben auf dem Hügel, der heute gern von Drachenfliegern als Startpunkt genutzt wird und von dem man eine wunderbare Rundumsicht hat. Nur wenige Kilometer entfernt, liegen das Highclere Castle und der Ort Linkenholt, über die ich in meinem Blog schon einmal berichtete.

Dieser Film zeigt einen Drachenflug über den Combe Gibbet.

Blick vom Combe Gibbet auf die umliegende Landschaft.   © Copyright Peter and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick vom Combe Gibbet auf die umliegende Landschaft.
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Aus Combe in Berkshire kam der gehängte   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Aus Combe in Berkshire kam der an dem Galgen aufgehängte George Broomham.
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...und hier aus Inkpen kam Georges Geliebte Dorothy   © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und hier aus Inkpen (Berkshire) kam Georges Geliebte Dorothy Newman.
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Published in: on 10. Januar 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  

Das Howden Moor im Peak District – Teil 2: The Howden Moor Incident

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Über The Dark Peak im Peak District in Derbyshire habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. In dem als Bermuda-Dreieck Englands bezeichneten Gebiet kam es zu zahlreichen Flugzeugabstürzen und noch heute finden sich hier und da Wrackteile dieser Maschinen. Diese mysteriöse Region stand auch am 24. März 1997 im Brennpunkt, als sich über dem Howden Moor merkwürdige Dinge ereigneten. Dieser sogenannte Howden Moor Incident ist bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt worden bzw. die zuständigen Behörden halten die tatsächlichen Hintergründe unter Verschluss, wozu viele der Menschen tendieren, die damals die Vorfälle beobachteten.

Gegen 22.15 Uhr meldeten zwei Farmer, dass über dem Moor wohl ein Militärjet abgestürzt sein muss, denn sie sahen wie das Flugzeug aus ihrem Sichtfeld verschwand und es anschließend zu einer Explosion und zu einem grellen Lichtblitz kam. Die Polizeibehörden von Derbyshire und South Yorkshire stellten daraufhin Suchmannschaften zusammen, die sich in das unwegsame Gebiet des Howden Moors machten, Hubschrauber flogen das Gelände ab, doch es wurde nichts gefunden. Die Royal Air Force meldete keinen Flugzeugverlust. Schon vorher war es über dem Peak District zu Flugzeugbewegungen gekommen, die besonders auffielen, da in dieser Nacht der Komet Hale-Bopp am Himmel zu sehen sein war und viele sich dieses Spektakel nicht entgehen lassten wollten. In den nächsten Tagen meldeten sich immer mehr Augen- und Ohrenzeugen, die eigenartige Dinge gesehen und gehört haben wollten. Da war die Rede von einem riesigen dreieckigen Gebilde am Himmel, das von bläulichem Licht umgeben war und in Richtung des Howden Moors flog; mehrere Menschen berichteten von einem summenden Geräusch in der Luft. Die British Geological Survey zeichnete eine Explosion auf, deren Quelle nicht auf dem Boden, sondern in der Luft gewesen sein muss. UFO-Gläubige waren der Meinung, dass Militärflugzeuge ein unidentifiziertes Flugobjekt jagten, dieses dann abstürzte und das MoD (das Verteidigungministerium) die Trümmer schnell abtransportieren ließ. Es kam sogar zu einer Anfrage im Unterhaus, bei der ein Sprecher des MoD aussagte, es hätte zwar an dem Abend Übungsflüge über dem Moor gegeben, aber nicht nach 21.30 Uhr.

In jener Nacht war also allerhand über dem Peak District los und viele Menschen haben unabhängig voneinander Statements über ihre Beobachtungen abgegeben, aber was sich dort tatsächlich ereignet hat, bleibt möglicherweise in den Geheimarchiven des MoD verborgen.

Hier ist ein Vortrag aus dem Jahr 2011, in dem die Vorgänge des Howden Moor Incidents noch einmal genau analysiert werden.

Was mag sich hier am über dem Howden Moor abgespielt haben?   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was mag sich hier am 24. März 1997 über dem Howden Moor abgespielt haben?
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Published in: on 15. September 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Das Howden Moor im Peak District – Teil 1: Tip, der treue Schäferhund, der nicht von der Seite seines toten Herrchens wich

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Joseph Tagg wurde 1868 in Derbyshire geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens in dieser Grafschaft. „Old Joe“ war Schäfer und züchtete leidenschaftlich gern Schäferhunde. Noch bis ins hohe Alter hinein war er aktiv, so auch am 12. Dezember 1953 als der 85jährige an einem eiskalten Dezembertag mit seinem Schäferhund Tip zum Howden Moor im Upper Derwent Valley in Derbyshire ging, um dort nach den Schafen zu sehen. Als der Schäfer und sein Hund am nächsten Morgen noch nicht nach Hause gekommen waren, machten sich mehrere Suchtrupps auf den Weg, um sie aufzuspüren…ohne Erfolg. Das blieb auch in den nächsten Tagen so, die beiden waren wie vom Erdboden verchwunden. Das Howden Moor, das westlich von Sheffield in Deryshire und South Yorkshire liegt ist eine einsame öde Region, in der Menschen schon einmal verschwinden können.

Am 27. März 1954, also 105 Tage nach dem Verschwinden von Old Joe und Tip, fanden zwei Männer der Wasserbehörde zufällig die Leiche des alten Mannes und wer lag, mehr tot als lebendig neben ihm, sein treuer Hund, der die ganze Zeit nicht von der Leiche seines toten Herren gewichen war. In einem der kältesten Winter, die das Howden Moor je heimgesucht hatten, war es Tip gelungen, zu überleben.
Diese Geschichte rührte die Menschen in der Region. Der Hund wurde wurde wieder aufgepäppelt und mit der Bronzemedaille der Canine Defence League, einer Organisation, die sich um das Wohl von Hunden kümmert, und die heute Dogs Trust heißt, ausgezeichnet. Tip sollte nur noch ein knappes Jahr leben, der tapfere Hund starb am 16. Februar 1955.

Damit Tip nicht in Vergessenheit geriet, errichtete man ein Denkmal für ihn, das am Westufer des Upper Derwent Reservoirs zu finden ist.

Das Howdwn Moor im Winter.   © Copyright Neil Theasby and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Howden Moor im Winter.
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Published in: on 14. September 2016 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Peasmarsh in East Sussex – Sir Paul McCartney und „Granny“ Smith

Die Hauptstraße von Peasmarsh.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Hauptstraße von Peasmarsh.
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An der A268 liegt der kleine Ort Peasmarsh, nur wenige Fahrminuten mit dem Auto von Rye in East Sussex entfernt. Die Main Street zieht sich endlos durch das Dorf hindurch, an der neben den Wohnhäusern ein Superstore und der hübsche Cock Inn zu finden sind, dessen Wirtshausschild ein Pfau schmückt. Die Dorfkirche St Peter and Paul ist ziemlich weit weg von den nächsten Häusern, dafür liegt sie idyllisch ruhig, umgeben von vielen alten Gräbern, deren Grabsteine in unterschiedlichen Neigungswinkeln aus dem Boden ragen.

Sir Paul McCartney hat sich Peasmarsh als Wohnort ausgesucht, vielleicht war die Nähe zum Meer für die Wahl ausschlaggebend. Er lebt auf einer Farm, in der 1799 ein kleines Mädchen geboren wurde, das Maria Ann Sherwood hieß, Tochter eines Farmarbeiters. Getauft wurde sie am 5. Januar 1800 in St Peter and Paul. 1819 heiratete sie in der Dorfkirche von Ebony in Kent einen gewissen Thomas Smith und hieß nun Maria Ann Smith. Beide lebten in Beckley (Kent) und bekamen in den nächsten neunzehn Jahren acht Kinder. Wie so viele Familien in dieser Zeit wanderten die Smiths nach Australien aus und ließen sich in New South Wales nieder, wo sie in Obstplantagen arbeiteten. Thomas Smith erwarb später selbst einige Plantagen und dort soll seine Frau Maria (mittlerweile „Granny“ Smith genannt) an einem Bach ein paar junge Apfelbäume gefunden haben, die da eigentlich gar nicht hingehörten. Sie päppelte die Bäume auf und einige Zeit später pflanzte ein Nachbar von ihr diese Apfelbäume in großer Stückzahl an und konnte jedes Jahr eine gute Ernte einfahren. Wie wurden die Äpfel genannt? Genau Granny Smith, die noch heute in vielen Ländern der Welt angebaut werden.

Ein grasgrüner Granny Smith Apfel ziert das Etikett des Plattenlabels Apple Records, das von den Beatles 1968 gründet wurde, und da wären wir wieder bei Ex-Beatle Paul McCartney und seiner Farm in Peasmarsh, auf der Maria Ann geboren wurde.

St Peter and Paul, in der getauft wurde.   © Copyright N Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

St Peter and Paul, in der Maria Ann Sherwood getauft wurde.
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...und hier heirateten Mary Ann und Thomas, in St Mary the Virgin in Ebony (Kent).   © Copyright Julian P Guffogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

…und hier heirateten Maria Ann und Thomas, in St Mary the Virgin in Ebony (Kent).
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Granny Smith Äpfe. This work has been released into the public domain by its author, Kristina Walter.

Granny Smith Äpfel.
This work has been released into the public domain by its author, Kristina Walter.

Published in: on 24. August 2016 at 02:00  Comments (1)  
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