Skillington in Lincolnshire, ein Dorfpfarrer und die Erstbesteigung des Matterhorns

Der Vikar von Skillington, Charles Hudson. This work is in the public domain.

Der Vikar von Skillington, Charles Hudson.
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Südlich von Grantham in der Grafschaft Lincolnshire liegt das kleine Dorf Skillington mit der Kirche St James, deren Ursprünge bis in das 11. Jahrhundert zurückreichen. Eine Besonderheit an dieser Kirche sind zwei Glasfenster, die an einen Pfarrer erinnern, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Pfarrer hier arbeitete, dessen Berühmtheit aber auf einem ganz anderen Gebiet liegt. Charles Hudson hatte sich nicht nur dem Wohlergehen seiner Gemeinde verschrieben, er war auch ein sehr guter Sportler. Etwas erstaunlich für jemanden, der auf dem platten Land von Lincolnshire lebte, ist die Tatsache, dass Hudson ein erstklassiger Bergsteiger war. Er gab sich nicht mit den Bergen Großbritanniens zufrieden, ihn zog es immer wieder in die Alpen, wo kein Gipfel hoch genug für ihn sein konnte. Einer der letzten, damals noch nicht erstiegenen Berge war das Matterhorn und der reizte Charles Hudson besonders.

Am 14. Juli 1865 ging Hudsons Wunsch in Erfüllung; zusammen mit einer Gruppe sechs weiterer Bergsteiger begann er die Besteigung des 4478 Meter hohen Alpengipfels und tatsächlich gelang den Männern an diesem Tag der Weg bis zur Spitze des Berges. Leider schlug die Euphorie bald in blankes Entsetzen um, als beim Abstieg vier von der Seilschaft in die Tiefe stürzten und dabei zu Tode kamen, darunter auch der Vikar aus Skillington. Er wurde nicht in sein Heimatdorf überführt, sondern auf dem Friedhof von Zermatt beigesetzt.

Kommen wir zu den beiden Glasfenstern von St James zurück: Die Gemeinde von Skillington und Bergsteigerkollegen des Vikars spendeten Geld, um diese sehr schönen farbigen Fenster in die Kirche einzubauen. Eines zeigt das Matterhorn und die Worte „The steps of a good man are ordered by the Lord“ (Psalm 37,23), auf dem anderen sind Bergszenen zu erkennen, ergänzt durch Bibelsprüche.

Das kleine Dorf in Lincolnshire wird noch mit zwei anderen berühmten Persönlichkeiten in Verbindung gebracht, wenn auch ganz am Rande.
Der Schauspieler David Niven war hier einige Male in einem Haus namens The Abbey, gleich bei der Kirche, zu Gast bei der Tochter des Filmmoguls Joseph Arthur Rank, die hier lebte. Bei seinen Spaziergängen durch den Ort soll er sich angeregt mit den Bewohnern unterhalten haben.
Ein junges Mädchen namens Margaret Hilda Roberts aus Grantham begleitete ihren Vater Alfred Roberts häufig nach Skillington, der als Methodistenprediger hierher kam und für die kleine, aber rege Gemeinde dieser Glaubensrichtung Gottesdienste abhielt. Aus Margaret Hilda Roberts wurde später die Eiserne Lady, Margaret Hilda Baroness Thatcher, Großbritanniens erste Premierministerin.

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St James in Skillington.   © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 30. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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BBC Radio 4s Shipping Forecast – Der Seewetterbericht und sein Niederschlag in der britischen Rockmusik

Die Isle of Portland (Dorset), eine der in der Shipping Forecast genannten Regionen.    © Copyright Nigel Mykura and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Isle of Portland (Dorset), eine der in der Shipping Forecast genannten Regionen.
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Viermal täglich erstellt das britische Met Office, der nationale Wetterdienst, einen Seewetterbericht, der für alle von Nutzen ist, die per Schiff in den britischen Gewässern und im Atlantik unterwegs sind. Um 0.48 Uhr, um 5.20 Uhr, um 12.01 Uhr und um 17.54 wird die jeweilige „Shipping Forecast“ verlesen und das von Sprechern, die über eine besonders sonore und ausdruckstarke Stimme verfügen (hier ist ein Beispiel). Das eigenartige an dieser Sendung ist, dass sie von vielen Menschen gehört wird, die mit der Seefahrt überhaupt nichts zu tun haben und denen das Wetter vor den Küsten ziemlich gleichgültig ist. Die Shipping Forecast ist im britischen Rundfunk Kult und viele erfreuen sich einfach nur an den Namen der Seegebiete wie Cromarty, Dogger und Irish Sea. Man muss schon ein klein wenig verrückt sein, um bis 0.48 Uhr aufzubleiben, um den von dieser Erkennungsmelodie eingeleiteten Seewetterbericht anzuhören. Hier ist ein Film über die Geschichte der Shipping Forecast.

Wie weit dieser Wetterbericht von BBC Radio 4 ins Bewusstsein der Briten eingedrungen ist, zeigt u.a., dass eine Fülle von Rocksongs von ihm beeinflusst worden sind. Ich stelle hier einmal ein paar Beispiele vor:

Stranded“ von der Formation Manfred Mann’s Earth Band, aus dem Album „Chance“ von 1980, beginnt mit der Verlesung der Shipping Forecast, die im Verlauf des Songs immer wieder zu hören ist.

Weather Experience“ (1992) stammt aus dem Debütalbum „Experience“ der britischen Band Prodigy und beginnt ebenfalls mit einem Auszug aus dem Seewetterbericht.

Pharaohs“ von Tears for Fears aus dem Jahr 1985 (die B-Seite der Single „Everybody Wants To Rule the World“) zeigt das gleiche Muster wie die beiden vorherigen Songs.

The Goodship Lifestyle“ der Alternative-Rock-Band Chumbawamba, aus dem Album „Tubthumper“ (1997), startet ebenfalls mit einem Auszug aus einer Shipping Forecast.

Der Elektropop-Musiker Thomas Dolby, der gern Meteorologe geworden wäre, verwendet in „Windpower“ (aus dem Album „The Golden Age of Wireless“, 1982 erschienen) erst am Ende des Songs Radio 4s Wetterbericht.

2006 erschien ein Elektropop-Song der Formation The Young Punx, „Rockall„, in dem die Shipping Forecast gesampelt wird.

Zum Abschluss ist hier noch ein gesungener Wetterbericht der Master Singers zu hören.

Published in: on 29. September 2016 at 02:00  Comments (3)  
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The Missing Princes Project – Auf der Suche nach den wahren Mördern der Söhne Edwards IV

Der Tower of London; hier wurden die beiden Prinzen das letzte Mal gesehen.   © Copyright David Dixon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Tower of London; hier wurden die beiden Prinzen das letzte Mal gesehen.
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Die schottische Historikerin Philippa Langley hat ein Händchen für das Aufspüren historischer Persönlichkeiten. Erst fand sie die sterblichen Überreste Richards III. unter einem Parkplatz in der Stadt Leicester und sorgte dadurch dafür, dass der umstrittene König nun seine letzte Ruhestätte in der Kathedrale der Stadt gefunden hat, und nun geht sie ein neues Projekt an, durch das sie beweisen möchte, dass King Richard zu Unrecht einen so schlechten Ruf genießt und er nicht der Mörder seiner beiden Neffen ist.

Die Richard III Society hat viele tausend Mitglieder, die in der ganzen Welt zu finden sind. Ihr Ziel: „The Society aims to promote, in every possible way, research into the life and times of Richard III, and to secure a reassessment of the material relating to this period, and of the role of this monarch in English history“. Philippa Langley, eines der aktivsten Mitglieder der Gesellschaft, hat nun mit dem The Missing Princes Project ein weiteres ehrgeiziges Ziel in Angriff genommen und genießt dabei die volle Unterstützung der Richard III Society.

Was war 1483 geschehen? Die beiden Söhne König Edward IV, der 12jährige Edward V und der 9jährige Richard of Shrewsbury, waren in diesem Jahr im Londoner Tower untergebracht und verschwanden von dort spurlos. Sie sind zweifellos ermordet worden, denn sie standen mehreren hochrangigen Personen im Weg. Hauptverdächtiger war ihr Onkel Richard III, und ob er tatsächlich der Auftraggeber für die Morde war, darüber streiten sich die Historiker noch heute. In ihrem The Missing Princes Project geht Philippa Langley nun diesem geheimnisumwitterten Fall nach und will dabei jeder noch so kleinen Spur folgen, in Archiven nach noch unveröffentlichten Dokumenten suchen und mit Hilfe der Richard III Society-Mitglieder den Fall endgültig lösen.

Im Polizeijargon spricht man von einem „Cold Case“ und mit kriminalpolizeilichen Untersuchungsmethoden soll die Lösung des Falles der ermordeten Prinzen gefunden werden, auch unter Hinzuziehung von Experten wie Profilern und Forensikern. Die Untersuchung beginnt ganz von vorn, alle Gerüchte, die sich im Laufe der Jahrhunderte gebildet haben, werden beiseite geschoben, nur Fakten zählen. Käme der Fall heute vor Gericht, so ein US-amerikanischer Strafverteidiger, würde keine Jury der Welt Richard III verurteilen, denn es liegen keinerlei Beweise gegen ihn vor, niemand sah ihn auf frischer Tat, alles beruht nur auf Hörensagen und Vermutungen.

The Missing Princes Project könnte viele Jahre in Anspruch nehmen (die Suche nach den Überresten Richards III dauerte zehn Jahre). Für ihre bisherigen Arbeiten wurde Philippa Langley von der Queen mit dem Orden Member of the Most Excellent Order of the British Empire (MBE) ausgezeichnet. Über den Fortgang des neuen Projektes kann man sich auf ihren Webseiten bzw. auf Revealing Richard III informieren.

Dieser Film zeigt die historischen Zusammenhänge um die beiden Prinzen im Tower.

Das Buch zum Artikel:
Bertram Fields: Royal Blood – King Richard III and the Mystery of the Princes. The History Press 2006. 352 Seiten. ISBN 978-0750943901.

Die letzte Ruhestätte Richard III in der Kathedrale von Leicester.   © Copyright Julian P Guffogg and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Foto meines Exemplares.

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Published in: on 28. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – David McKie: Great British Bus Journeys

Foto meines Exemplares.

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Warum eigentlich Großbritannien nicht einmal auf eine andere Weise erkunden? Nicht mit dem Auto, dem Fahrrad, dem Hausboot, nein, mit Linienbussen.
David McKie hat genau das getan, wovon er in seinem Buch „Great British Bus Journeys: Travels Through Unfamous Places“ (Atlantic Books 2007) erzählt.

Es gibt viele große und kleine Firmen in Großbritannien, die Buslinien betreiben, nicht nur zwischen großen Städten, sondern auch Überlandlininen, die die kleinen Dörfer bedienen. Sie sind zwar nicht immer pünktlich, fallen auch manchmal aus, aber Busse sind gerade für die älteren Menschen wichtig, die in Dörfern wohnen, um die nächsten Einkaufsmöglichkeiten aufzusuchen.

David McKie erzählt in seinem informativen, unterhaltsamen Buch u.a. auch über Busfahrer, die auf den unübersichtlichen Landstraßen die Orientierung verlieren und nur mit Hilfe der Fahrgäste zum Ziel finden.

Von Cornwall bis in den Norden Schottlands unternimmt der Autor seine Fahrten und der Leser erfährt so manches Interessante, was am Wegesrand liegt.

David McKie ist Journalist (Jahrgang 1935) und arbeitete eine lange Zeit für den „Guardian“, wo er eine wöchentliche Kolumne mit dem Titel „Elsewhere“ schrieb. Seine „Great British Bus Journeys“ gehörten 2007 zu den Kandidaten für den „Dolman Best Travel Book Award“.
Ich habe das inzwischen vergriffene, aber leicht zu beschaffende Buch mit großem Vergnügen gelesen und kann es nur empfehlen!

David McKie: Great British Bus Journeys: Travels Through Infamous Places. Atlantic Books 2007. 359 S. ISBN 978-1-84354-341-1.

In Leeds beginnt David McKies Reise mit Linienbussen quer durch das ganze Land.   © Copyright Leslie and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In Leeds beginnt David McKies Reise mit Linienbussen quer durch das ganze Land.
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Published in: on 27. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

West Wittering (West Sussex) und der Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards

Die Memorial Hall in West Wittering.   © Copyright Ian Capper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Memorial Hall in West Wittering.
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Wie lebt es sich eigentlich als Berühmtheit in einem kleinen englischen Dorf? Ist man da in das Dorfleben integriert oder lebt man zurückgezogen hinter den Mauern seines großen Anwesens?

West Wittering im äußersten Westen der Grafschaft West Sussex ist ein Küstenort, in dem sich einige Prominente niedergelassen haben wie die Schauspieler Michael Ball, Nicholas Lyndhurst und Kate Winslet. Mrs Winslet geriet im vorigen Jahr in die Schlagzeilen der Regionalpresse, da sie vor ihrem Grundstück einen Schutzwall errichten lassen wollte, der ihr Haus langfristig vor der Küstenerosion bewahren sollte. Nachdem dieser Plan heftigen Widerstand durch Naturschützer hervorgerufen hatte, zog die Schauspielerin den Antrag für die Umsetzung der Bauarbeiten wieder zurück.

Wesentlich länger als Kate Winslet wohnt schon der Rolling Stones-Gitarrist Keith Richards in West Wittering. Bereits 1966 kaufte er das Haus Redlands und gleich ein Jahr später gab es dort ein Problem, weil die Polizei im Haus eine Razzia unternahm, bei der der Hausherr, Mick Jagger, Marianne Faithful und andere Gäste wegen des Verdachts auf Drogenkonsum verhaftet wurden. Keiner von ihnen musste ins Gefängnis, Keith Richards wurde vom Crown Court im nahegelegenen Chichester freigesprochen.

Dann ging es hier lange ruhig zu; Richards lebte einen großen Teil seiner Zeit in seinem anderen Haus in Connecticut in den USA.  2002 gab es noch einmal ein kleines Problem mit Redlands, denn der Rolling Stone fühlte sich durch einen dicht an seinem Haus vorbeiführenden öffentlichen Weg in seiner Privatheit gestört und in seiner Sicherheit beeinträchtigt, und so beantragte er, diesen Weg zu verlegen. Fans hatten Löcher in die Hecke geschnitten, um einen freien Blick auf das nur wenige Meter dahinter liegende Haus zu bekommen. Der Ortsrat gab dem Antrag aus Sicherheitsgründen statt. Richards bot stattdessen an, dass ein Radfahrweg an einer anderen Stelle seines Anwesens angelegt werden könne.

Der Musiker brachte sich aber auch ins Gemeindeleben ein, indem er 30 000 Pfund spendete, weil das Dach der örtlichen Memorial Hall neu gedeckt werden musste.

Keith Richards hat neben Redlands noch einen weiteren Besitz in West Wittering und zwar eine Strandhütte. Über 150 dieser verhältnismäßig primitiven Hütten stehen dort am Strand, aber sie sind außerordentlich begehrt, schwer zu bekommen und sehr teuer. Als vor einigen Jahren wieder einmal eine zum Verkauf stand, wurden wie üblich verdeckte Angebote eingereicht. £25 000 bis £40 000 kosten diese Hütten im allgemeinen, aber Keith Richards Gebot war £60 000 und da konnten die anderen Interessenten nicht mithalten.

Im vorigen Jahr ging Richards, gemeinsam mit anderen Bewohnern von West Wittering, auf die Barrikaden, als am Strand ein neues Café errichtet werden sollte, weil das alte abgebrannt war. Das neue Gebäude war deutlich größer und zweistöckig geplant. Nach Meinung von Keith Richards und weiterer Anwohner würde das Café die Natur und die Schönheit des Strandes verschandeln. Das Beach Café wurde trotzdem gebaut, allerdings mit einigen Abänderungen.

Der bibliophile Keith Richards wäre übrigens gern Bibliothekar geworden; in seinen Häusern finden sich denn auch große Büchersammlungen, die er mit viel Liebe hegt und pflegt.

Die begehrten Sztrandhütten in West Wittering.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die begehrten Strandhütten in West Wittering.
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Das Beach Café in West Wittering.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Beach Café in West Wittering.
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Der Standedge Tunnel bei Marsden in West Yorkshire – Ein Nadelöhr für Hausbootfahrer

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Der Standedge Tunnel, der die Ort Marsden und Diggle in West Yorkshire verbindet und die Pennines durchquert, ist der längste und höchst gelegene Kanaltunnel Englands. Er ist 5 Kilometer lang und an seiner tiefsten Stelle fast 200 Meter unter Tage.
Nachdem dieser Tunnel jahrzehntelang geschlossen war, hat man ihn 2001 wieder eröffnet und für Boote frei gegeben.
Da neben dem Kanal im Tunnel kein Platz für einen sogenannten „towpath“ war, also eine Art Treidelweg, musste man früher die Boote so vorwärts bewegen, dass einige Männer auf dem Rücken lagen und sich mit den Füßen an der Tunneldecke abstießen, also ein mühsames Unterfangen. Bis vor kurzem war es nicht erlaubt, dass die Hausbootfahrer allein durch den Tunnel fuhren. Man stellte einen Konvoi zusammen und die Boote wurden von einem Schlepper mit Elektromotor hindurchgezogen. Seit 2007 darf man jetzt selbst hindurchfahren; natürlich nur zu bestimmten Zeiten, da der Tunnel keinen Gegenverkehr zulässt. Eine Begleitperson der British Waterways ist allerdings immer dabei.

Wer kein Hausboot sein eigen nennt und trotzdem einmal den Tunnel durchqueren möchte, kann das auch an Bord eines speziellen Bootes tun und für die Fahrt, auf der es garantiert nichts zu sehen gibt, £10.00 ausgeben. Eine Strecke wohlgemerkt! Zurück kann man entweder laufen oder sich einTaxi bestellen.

Am Eingang des Tunnels auf der Marsden-Seite hat man ein Visitor Centre gebaut, das u.a. ein kleines Konferenzzentrum beherbergt und auch Veranstaltungen durchführt, heute z.B. findet eine „Bat Night“ statt, eine abendliche Wanderung auf den Spuren von Fledermäusen, die dort anzutreffen sind.

Eine Durchquerung des Standedge Tunnels auf dem Huddersfield Narrow Canal beschreibt sehr anschaulich Steve Haywood in seinem Buch „Narrowboat Dreams“ (Summersdale Publishers 2008).

Hier ist eine Fahrt durch den Tunnel im Film zu sehen.

   © Copyright Steve Fareham and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Das Standege Tunnel Visitor Centre.   © Copyright Rude Health and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Standedge Tunnel Visitor Centre.
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Published in: on 25. September 2016 at 10:00  Comments (3)  
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Pubnamen – The Shoulder of Mutton

The Shoulder of Mutton in Appleton Roebuck (North Yorkshire).   © Copyright Ian S and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Appleton Roebuck (North Yorkshire).
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Es gab einmal eine Zeit, zu der das Gericht Hammelschulter häufig auf den Speisekarten englischer Gasthöfe zu finden war und so wurden dann auch einige dieser Häuser danach benannt. „Shoulder of Mutton“ ist auch heute noch ein häufig verwendeter Name für Pubs.

Meine persönliche „Lieblings-Hammelschulter“ liegt in dem idyllischen Dorf Appleton Roebuck (ich berichtete in meinem Blog darüber), vor den Toren der Stadt York in North Yorkshire. Ich war dort viele Male zu Gast und fühlte mich in dem Gasthof immer wieder wohl. In dem kleinen angeschlossenen Restaurant stand allerdings keine Hammelschulter auf der Karte, woraufhin das Pubschild eigentlich hindeutet.

Shoulder of Mutton servierte man früher gelegentlich mit einer Gurkensauce und so gab es auch einmal einen Pub in Yapton (West Sussex), der The Shoulder of Mutton and Cucumbers hieß, leider ist auch dieser Gasthof den Weg alles Irdischen gegangen und schloss 2007 für immer seine Pforten.

Ein schönes Pubschild ziert den Shoulder of Mutton in Grandborough in Warwickshire. Darauf zelebriert ein Koch eine gewaltige mit Gemüsen umlegte Hammelschulter. Auf der Karte des Restaurants steht zwar keine „shoulder of mutton“, dafür aber ein „Warwickshire farm lamb rump“, immerhin.

Ein Pub, der bis vor einiger Zeit nur vegetarische Gerichte anbot, dürfte eigentlich nicht nach einem verspeisbaren Tier benannt sein, aber es war so. The Shoulder of Mutton an der Wallingford Street in Wantage (Oxfordshire) war ein reiner „veggie pub“, was sich allerdings im vorigen Jahr änderte, als ein neuer Landlord den Pub übernahm und Fleisch auf seine Speisekarte setzte.

Ein sehr schön anzuschauender Pub ist The Shoulder of Mutton in Wendover in Buckinghamshire und was finden wir da auf der Karte des historischen, zur Chef&Brewer-Kette gehörenden Gasthauses…“Slow cooked lamb shoulder“. Also, es geht doch!

Das war nur eine kleine Auswahl an Pubs, die diesen Namen tragen. Es gibt noch wesentlich mehr davon im ganzen Land verstreut.

Wie man eine geschmorte Lammschulter mit Kräuter-Salsa zubereitet, zeigt uns Tim Mälzer in diesem Film.

The Shoulder of Mutton in Wantage (Oxfordshire).   © Copyright P L Chadwick and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Wantage (Oxfordshire).
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The Shoulder of Mutton in Grandborough.   © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Grandborough (Warwickshire).
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The Shoulder of Mutton in Wendover (Buckinghamshire).    © Copyright Wayland Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Shoulder of Mutton in Wendover (Buckinghamshire).
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Published in: on 24. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Spukorte – The Ancient Ram Inn in Wotton-under-Edge (Gloucestershire)

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Auf meinen Reisen durch England bin ich mit vielen Spukorten konfrontiert worden; das waren Hotels, Pubs, Kirchen, Burgen und Schlösser. Zu den unheimlichsten Orten, die ich aufgesucht habe, zählt der Ancient Ram Inn in dem kleinen Städtchen Wotton-under-Edge am westlichen Rand der Cotswolds in der Grafschaft Gloucestershire gelegen. 8 Potters Pond lautet die genaue Adresse, doch bekommt man hier schon seit langem kein Bier mehr gezapft, denn der ehemalige Gasthof aus dem 13. Jahrhundert (so steht es auf einem der Giebel geschrieben) ist in Privatbesitz. Ich konnte mir das Haus allerdings nur von außen ansehen.

Unter den Top Ten der „Haunted Places“ in Großbritannien, die The Guardian einmal veröffentlichte, steht The Ancient Ram Inn auf Platz 5 (nach dem Londoner Highgate Cemetery, der nicht mehr existierenden Borley Rectory in Essex, dem Pendle Hill in Lancashire und dem Red Lion in Avebury in Wiltshire).

Seit 1968 ist das Spukhaus im Besitz des heute 87 Jahre alten John Humphries, eines exzentrischen Mannes, der sich nach eigenen Angaben nur mit der Bibel in der Hand durch sein Gebäude bewegt, um dadurch vor den vielen Geistern und Wesen geschützt zu sein, die sein Haus bevölkern. Es soll dort so schlimm sein, dass es mehrere Mitbewohner nicht mehr aushielten und auszogen. Als sich John Humphries Anfang diesen Jahres ein Bein brach und auf Pflegepersonal angewiesen war, weigerte sich dieses anfangs, das Haus aufzusuchen; schließlich kamen die Pflegerinnen doch, aber immer nur zu zweit.

Das ehemalige Gasthaus am Potters Pond wurde schon von vielen Geisterjägern aufgesucht. Am 17. September diesen Jahres organisierte Fright Nights (ich berichtete in meinem Blog darüber) eine „Ghost Hunt“ im Ancient Ram Inn, die schnell ausgebucht war. Zwischen 20 Uhr und 2 Uhr in der Nacht hatten die Teilnehmer freien Zugang zu allen Räumen des gruseligen Hauses (schwangere Frauen waren nicht zugelassen); eine Séance wurde abgehalten und andere Kommunikationsversuche mit dem Jenseits.

Die Fernseh-Crew der Sendereihe „Most Haunted“ verbrachte in dem Haus eine extrem ungemütliche Nacht (hier zu sehen), der Ghost Club war schon zu Besuch, ebenso North London Paranormal Investigations, The Ghostfinder Paranormal Society, The Institute of Paranormal Research, The Severnside Centre for Fortean Reserach und und und. Auf Youtube kann man sich viele Filme über die nächtlichen Geisterjagden ansehen.

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Published in: on 23. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Southwick (West Sussex), sein Village Green, sein Cricket Club und ein erboster Schriftsteller

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hier auf dem Village Green spielt der Southwick Cricket Club.
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Eigentlich fahre ich die A259 von Brighton aus in westlicher Richtung ganz gern, man weiß aber nie so recht, in welchem Ort man sich eigentlich befindet, denn die kleinen Städte an der Südküste liegen wie auf einer Perlenschnur aufgereiht und gehen ineinander über. Einer dieser Orte heißt Southwick, kurz vor Shoreham-by-Sea gelegen. Wenn man von der Küstenstraße, der Albion Street, nach rechts auf die Grange Road abbiegt, kommt man zu dem großen Village Green, Heimstätte des 1790 gegründeten Southwick Cricket Clubs. So haben wir es gern: Ein Green mitten im Ort, darauf Männer in weißer Kleidung, die ihrem Lieblingssport nachgehen und direkt daneben ein Pub, der auch noch The Cricketers heißt.

Doch es gab einmal eine Zeit, als es dem Cricket Club an den Kragen gehen sollte. 1932 verbot der Southwick Urban District Council das Spiel auf dem Green mit der Begründung, dass es zu gefährlich für Passanten und den stärker werdenden Autoverkehr sei, die die Straßen rund um die Grünflächen benutzten. Sie könnten ja von einem der Bälle getroffen werden. Ein Aufschrei ging durch die Reihen der Clubmitglieder und vor allem der Präsident schäumte vor Zorn. Cricket von einem Village Green zu verbannen, das ging ja gar nicht.
Präsident des Clubs war zu dieser Zeit ein gewisser Stuart Petre Brodie Mais (1885-1975), kurz SPB Mais genannt. SPB war als Journalist, BBC-Rundfunksprecher und Buchautor bekannt. Wieviele Bücher er geschrieben hat, lässt sich kaum noch feststellen, die Angaben schwanken zwischen 200 und 300, darunter unzählige Reisebeschreibungen, Sachbücher und Romane. Heute ist SPB Mais weitgehend vergessen.

Der Schriftsteller wohnte direkt am Village Green in seinem Haus The Hall. Er startete eine Kampagne für das Recht seines Vereins, auf dem Green zu spielen, legte sich mit der Polizei an und drohte damit, notfalls mit seinem Anliegen bis ins britische Oberhaus zu gehen. Mais weigerte sich sogar, seine Steuern zu bezahlen, was dazu führte, dass der Council ihn zwangsweise aus seinem Haus ausquartieren ließ. Die Familie des Schriftstellers zog daufhin in den Nachbarort Shoreham-by-Sea. Die aufgewühlten Gemüter des Southwick Cricket Clubs beruhigten sich erst wieder, als im folgenden Jahr ein neuer Rat gewählt wurde, der die Entscheidung der Vorgänger rückgängig machte und das Cricketspielen wieder zuließ. Ob es irgendwann einmal zu Gefährdungen des fließenden Verkehrs oder der Fußgänger durch herumirrende Cricketbälle gekommen ist, konnte ich nicht feststellen.

The Hall am Village Green steht heute noch und erinnert an seinen früheren Bewohner mit einer blauen Plakette. Eine weitere Plakette am Haus weist daraufhin, dass der Maler Douglas Stannus Gray (1890-1959) hier ebenfalls sein Quartier aufgeschlagen hatte, aber nach SPB.

Noch ein Wort am Rande zu Southwick, was aber sicher nur Fußballfans interessieren wird: Ralf Rangnick, hoch angesehener Trainer von mehreren Bundesligavereinen, zuletzt bei RB Leipzig, spielte 1979/80 einmal für den Southwick Football Club, während er an der University of Sussex studierte.

 

Published in: on 22. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Millers at the Anchor Hotel in Porlock Weir (Somerset)

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Porlock Weir ist ein winziger, abgelegener Ort an der Küste von Somerset und direkt an dem Miniaturhafen liegt das Anchor Hotel, das ich in sehr guter Erinnerung habe.
Einmal hatten wir dort nur zu Abend gegessen und ein anderes Mal hatten wir hier auch in einem hübschen Zimmer übernachtet. Neben dem Schlafraum gab es noch ein weiteres Zimmer mit einem „bay window“, das direkt auf den Hafen blickte und von dem man abends die Lichter der gegenüberliegenden walisischen Küste sehen konnte.

Das kleine Restaurant ist sehr gemütlich. An einem Abend toste ein Sturm um das Haus, die schweren Vorhänge waren zugezogen und das Abendessen war vorzüglich.

Das Hotel gehört seit einigen Jahren dem Londoner Antiquitätenhändler Martin Miller, der es in „Millers at the Anchor“ umbenannt und nach seinen persönlichen Vorlieben neu gestaltet hat. Martin Miller ist in der Kunstwelt u.a auch als Herausgeber der „Miller’s Antiques Guides“ benannt.

Die Übernachtungspreise in einem Doppelzimmer der gehobenen Kategorie mit Hafenblick liegen bei ca 160 Pfund inklusive Frühstück, die rückwärtigen Zimmer beginnen bei etwa 90 Pfund.

Hier ist ein Film über das Hotel.

Millers at the Anchor
Porlock Weir
Near Minehead
Somerset TA24 8PB

   © Copyright Roger Cornfoot and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 21. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Dull Men’s Club – Der Club der langweiligen Männer

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

The Dull Men’s Club is a place where dull men share thoughts and experiences, free from gliz and glam, free from pressures to be in and trendy — free instead to enjoy simple, ordinary things„, so steht es auf den Webseiten dieses exzentrischen Clubs zu lesen, der 1985 gegründet wurde und zwar in New York. Leland Carson hieß der Gründer, der 1996 nach Großbritannien übersiedelte und dessen Idee mittlerweile Interesse bei über 5000 Mitgliedern in den USA und hier auf der Insel gefunden hat. Der Club der langweiligen Männer beschäftigt sich mit Dingen, mit denen der „Normalbürger“ eher nichts am Hute hat. In dem 2015 bei der Ebury Press erschienenen Buch „Dull Men of Great Britain: Celebrating the Ordinary“ von Leland Carson findet man eine Auswahl an prominenten Vertretern des Clubs. Hier sind einige Beispiele:

Peter Willis aus Worcester hat einen Traum (von dem wohl außer ihm niemand träumt): Er möchte sämtliche Briefkästen in Großbritannien fotografieren und davon gibt es rund 115 000. In den letzten zehn Jahren hat er bereits 2500 geschafft, der Weg, der noch vor ihm liegt, ist also sehr lang. Sein Sohn hat die Standorte aller Briefkästen in ein tragbares GPS-Gerät eingegeben, das jedesmal piepst, wenn es in die Nähe eines Kastens kommt.

Archie Workman aus Ulverston in Cumbria ist ein Gullydeckel-Enthusiast. Wo immer er sich auch aufhält, er sucht nach zugewachsenen Abdeckungen, befreit sie von Unkraut und lässt sie wieder das Tageslicht erblicken. Archie hat schon einen Kalender mit Gullydeckel-Fotos herausgegeben (der erstaunlicherweise auf großes Interesse stieß), hält Vorträge im ganzen Land über sein Thema und möchte einmal ein Buch darüber schreiben.

Rick Minns aus Wicklewood (Norfolk) ist künstlerisch sehr begabt und freut sich über schmutzige, dreckbespritzte Lieferwagen, die er mit Zeichnungen verschönert, das heißt er macht aus dem angetrockneten Schlamm schöne Bildchen, die allerdings die nächste Autowäsche nicht überstehen. „Ruddy Muddy“ ist sein Spitzname.

John Barnard, Graham Jackson und Myrddin Phillips sind Berg- und Hügelvermesser. Mit einer technisch hochwertigen Ausrüstung haben sie es sich zu ihrer Aufgabe gemacht, nachzuprüfen, ob es sich bei den Erhebungen um einen Berg oder einen Hügel handelt. Ab 2000 Fuß darf sich in England und in Wales ein Berg auch wirklich Berg nennen, alles was darunter liegt ist nur ein Hügel. Die drei Männer haben sich auf die Zweifelsfälle spezialisiert und messen auf den Zentimeter genau nach.

Viele weitere skurrile Fälle von „langweiligen Männern“ finden sich in dem amüsanten, sehr zu empfehlenden Buch.

Leland Carson: Dull Men of Great Britain: Celebrating th Ordinary. Ebury Press 2015. 94 Seiten. ISBN 978-1-78503-090-1

 

Published in: on 20. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Mein DVD-Tipp – David Dimbleby: A Picture of Britain

Foto meiner DVD.

Foto meiner DVD.

Im Jahr 2005 strahlte die BBC eine sechsteilige Serie aus, die den Titel trug „A picture of Britain: an inspirational journey through art, landscape and identity“ und die als DVD erhältlich ist. Geschrieben und moderiert wurde die Serie von David Dimbleby, der Großbritannien von Nord nach Süd bereiste und auf die landschaftlichen Schönheiten einging. Diese stellte er in Relation zu Kunstwerken von z. B. Joseph Mallord William Turner, John Constable und Thomas Gainsborough.

Fantastische Landschaftsaufnahmen, in mitreißender Art von David Dimbleby präsentiert, machen die 6 Filme zu einer reinen Augenweide.
Die Episoden:
1. The Romantic North
2. The Flatlands
3. Highlands &  Glens
4. The Heart of England
5. The Home Front
6. The Mystical West

Der 1938 geborene David Dimbleby ist langjähriger BBC-Kommentator und hat unzählige, überwiegend politische Sendungen moderiert.

Die beiden DVDs (Spielzeit 6 Stunden) sind nach wie vor im Handel und können jedem empfohlen werden, der an Großbritannien und Landschaftsmalerei interessiert ist.
Hier ein kleiner Ausschnitt zum „Appetitanregen“.

Published in: on 19. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Newhaven in East Sussex und der vietnamesische Revolutionär Hồ Chí Minh

Die Fähre nach Dieppe im Hafen von Newhaven.   © Copyright PAUL FARMER and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Fähre nach Dieppe im Hafen von Newhaven.
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Newhaven an der Küste von East Sussex hat keinen besonders guten Ruf. Ich bin einige Male durch die kleine Stadt gefahren; auffällig waren die vielen Leerstände im Zentrum. Newhaven erweckt im Allgemeinen einen Eindruck von Trostlosigkeit und darum rangiert sie auch in der Liste der 50 „Crap Towns“ Großbritanniens auf Platz 24 (das Buch mit dem Titel „Crap Towns Returns“ werde ich in meinem Blog demnächst vorstellen).

Was gibt es über die Stadt zu sagen? Es existiert eine Fährverbindung nach Dieppe in Frankreich. 1974 wurde das Auto von Lord Lucan hier in Newhaven aufgefunden. Richard John Bingham, 7. Earl of Lucan, war ein Adeliger, der angeblich 1974 in London sein Kindermädchen Sandra Rivett ermordet haben soll, daraufhin die Hauptstadt verließ und nie mehr gesichtet wurde. Erst Anfang diesen Jahres stellten die Behörden die offizielle Sterbeurkunde aus. Man vermutet, dass Lord Lucan sich auf der Fähre von Newhaven nach Dieppe das Leben genommen hat, indem er ins Meer sprang.

Das ist natürlich recht wenig für eine Stadt, um über ihre Grenzen hinaus für Aufmerksamkeit zu sorgen. Es gibt aber noch eine Persönlichkeit, die immer wieder mit Newhaven in Verbindung gebracht wird: Der vietnamesische Revolutionär und spätere Präsident der Demokratischen Republik Vietnam Hồ Chí Minh. Wie kommt denn das, fragt man sich?

An zwei Stellen in der Stadt wird an den Vietnamesen erinnert: Im Museum und am West Quay im Hafen. Im Newhaven Museum an der Avis Road wurde im Mai 2013 in Anwesenheit des vietnamesischen Botschafters eine Bronzestatue enthüllt, die Hồ auf einem Stuhl sitzend zeigt mit einem Federhalter in der Hand und einem Schriftstück auf dem Schoß. Es gab damals erregte Debatten in Newhaven, ob es wirklich angebracht war, dieser umstrittenen Person hier die Ehre zu erweisen. Für die einen war er ein Kriegsverbrecher und Massenmörder, für die anderen ein Freiheitsheld. Die Bürgermeisterin der Stadt erhoffte sich bei einer Ansprache anlässlich der Feierlichkeiten eine lange und fruchtbare Freundschaft zwischen Newhaven und Vietnam. Ob da wohl schon etwas Fruchtbares in der Stadt angekommen ist?

Am West Quay im Hafen steht ein schwarzer Hồ Chí Minh-Gedenkstein mit einer Inschrift, die dieses Foto zeigt.

Jetzt bleibt natürlich noch die Frage offen, was denn nun Hồ Chí Minh eigentlich in Newhaven gemacht hat. Als junger Mann soll er nach 1913 als Konditor auf der Fähre zwischen Dieppe und Newhaven gearbeitet haben und dadurch häufig in der Stadt in East Sussex gewesen sein. That’s it!

2012 wurde ein Gebäude in Betrieb genommen, das nicht wirklich zu einer Belebung der Attraktivität von Newhaven beigetragen hat: Eine Müllverbrennungsanlage.
„Crap Town Returns“ empfiehlt „The best thing any visitor can do is pass right through and visit nearby Lewes or Brighton“. Armes Newhaven!

Das Museum von Newhaven.   © Copyright Kevin Gordon and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Museum von Newhaven.
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Newhaven High Street.   © Copyright Paul Gillett and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 18. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Hastings Pier in East Sussex – Im April 2016 wieder zum Leben erweckt

   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Was wäre ein richtiges englisches Seebad ohne seine Pier? Man kann darauf spazierengehen, sich amüsieren, Tee trinken oder einfach nur die schöne Aussicht auf das Meer genießen. Doch Piers sind sehr sensible und empfindliche Gebilde. Viele sind schon Raub von Flammen geworden, sind Herbststürmen zum Opfer gefallen oder von Schiffen gerammt worden. Dazu kommt, dass die „Füße“ der Piers ständig dem Salzwasser ausgesetzt sind und darunter im Laufe der Jahrzehnte leiden. Wenn dann noch zündelnde Teenager ihr Unwesen treiben, haben Piers keine Chance.

All diese Unbillen der Natur und der Menschen (ausgenommen die zerstörerischen Schiffe) haben auch der Pier von Hastings in East Sussex zu schaffen gemacht. Am 5. August 1872 feierte das Seebad am Ärmelkanal die feierliche Eröffnung seiner ersten Pier, die von Eugenius Birch (1818-1884) kreiert wurde, seinerzeit einer der renommiertesten Architekten für diese Spezialbauwerke. Birch baute u.a. auch Piers in Eastbourne, Brighton, Blackpool und Weston-super-Mare.

Das Highlight des Piers in Hastings war der große Pavillion, in dem 2000 Menschen Platz fanden, und der bereits 1917 abbrannte. Fünf Jahre später wurde er durch einen neuen Pavillion ersetzt, in dem später in den 1960er Jahren namhafte Künstler der Rock- und Popszene auftraten wie die Rolling Stones, Pink Floyd und Jimi Hendrix.
1990 erlitt die Pier erhebliche Schäden, die durch einen Sturm verursacht worden waren und es stellte sich heraus, dass der Unterboden instabil geworden war. Das bedeutete hohe Investitionen, die keiner bereit war vorzunehmen. 1999 wurde das Bauwerk geschlossen; es folgten neue Besitzer, Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt Hastings, eine kurzzeitige Neueröffnung, aber 2008 war dann endgültig Schluss. Im Oktober 2010 brannte die Pier fast vollständig ab, was vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen war, aber die Behörden konnten das nie genau nachweisen. Dieser Film zeigt Bilder von dem Brand.

Im August 2013 kaufte die Hastings Pier Charity die Trümmer für den symbolischen Preis von £1 und entwarf einen Plan wie man die Pier doch wieder ins Leben zurückrufen konnte. Der Heritage Lottery Fund war bereit, £11.4 Millionen in das Projekt zu stecken, dazu kamen Gelder aus dem sogenannten Community Share Scheme plus Spenden und das bedeutete, die Pier konnte wieder aufgebaut und in diesem Jahr am 27. April der Öffentlichkeit übergeben werden. Mögen von nun an, die Stürme einen weiten Bogen um Hastings machen und alle Zündler und Vandalen sich anderswo austoben!

Allerdings kam die neue Hastings Pier nicht bei allen gut an. Kritik wurde laut, dass sie viel zu öde und leer wäre; einige betitelten sie als „The Plank„. Es gibt auf jeden Fall hier sehr viel Platz. Aber vielleicht kommt ja im Laufe der Zeit noch einiges an Attraktionen hinzu, die die neue Pier interessanter machen.

Hier ist ein Film über die neue Hastings Pier.

Die neue Pier am Eröffnungstag.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die neue Pier am Eröffnungstag.
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Die bisherigen Amüsierbetrieb auf der Pier.   © Copyright Chris Whippet and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die bisherigen Amüsierbetriebe auf der Pier.
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Ein Blick auf die Stadt Hastings von der Pier.   © Copyright Robin Webster and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Blick auf die Stadt Hastings, von der Pier aus gesehen.
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Mein Buchtipp – Dixe Wills: Tiny Islands

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Dixe Wills ist Reiseschriftsteller und Journalist, der für den Guardian schreibt. Seine Bücher behandeln Themen, die bisher kaum oder noch gar nicht „beackert“ worden sind, zum Beispiel „Tiny Stations„, in dem er 40 „Request Stops“, also Bedarfshaltestellen der britischen Eisenbahnen, besucht oder „Tiny Churches“ (erscheint am 1. Oktober 2016), in dem Dixe Wills 60 besonders kleine Kirchen im ganzen Land aufsucht. Mein Favorit ist sein Buch „The Z-Z of Great Britain„, das ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt habe und in dem es um Orte in Großbritannien geht, die mit dem Buchstaben „Z“ beginnen.

Gerade beendet habe ich „Tiny Islands: 60 Remarkable Little Worlds Around Britain„, 2013 erschienen. Thema dieses Buches sind kleine Inseln im Binnenland und vor der Küste, ob bewohnt oder unbewohnt, die Dixe Wills detailliert vorstellt. Ein großer Teil dieser Inselchen liegt vor den Küsten von Wales und Schottland, also außerhalb meines Berichtsgebietes. Die englischen Inseln liegen vor allem an der Südküste und im Nordwesten.

Dixe Wills startet mit Insel Nummer 1: Gugh, Teil der Isles of Scilly; Bewohner 2 (saisonabhängig), die zeitweise in den beiden Häuschen leben, die bei Ebbe von der größeren Nachbarinsel St Agnes aus trockenen Fußes zu erreichen sind.

Weitere Stationen auf der Reise sind zum Beispiel die bekannteren St Michael’s Mount und Burgh Island, dann begeben wir uns auf die Themse, wo wir Eel Pie Island und Monkey Island einen Besuch abstatten. Über die Themse-Inseln gibt es ein eigenes sehr schönes Buch, das ich an dieser Stelle vorgestellt habe „Eyots and Aits – Islands of the River Thames“ von Miranda Vickers.

Im Nordwesten Englands finden sich weitere „tiny islands“ wie das bei Barrow-in-Furness (Cumbria) gelegene Piel Island, nicht zu verwechseln mit dem im Buch ebenfalls vorgestellten Peel Island im Coniston Water in Cumbria. Dort gibt es in den Seen des Lake Districts interessante kleine Eilande wie Derwent Isle und die Islands of Windermere. Dixe Wills beschreibt sie alle, gibt Tipps zur Anreise, zur nächsten Unterkunft, zum nächstgelegenen Pub und was es in der Umgebung noch so alles zu sehen gibt.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch mit vielen Farbfotos und Zeichnungen!

Dixe Wills: Tiny Islands – 60 Remarkable Little Worlds Around Britain. AA Publishing 2013, Reprint 2015. 320 Seiten. ISBN 978-0-7495-7387-4

Gugh Island bei Ebbe.   © Copyright Andrew Abbott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Gugh Island (Isles of Scilly) bei Ebbe.
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Piel Island bei Barrow-on-Furness (Cumbria).   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Piel Island bei Barrow-in-Furness (Cumbria).
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Peel Island im Coniston Water (Cumbria).   © Copyright Rob Noble and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Peel Island im Coniston Water (Cumbria).
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Published in: on 16. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Das Howden Moor im Peak District – Teil 2: The Howden Moor Incident

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Über The Dark Peak im Peak District in Derbyshire habe ich in meinem Blog schon einmal geschrieben. In dem als Bermuda-Dreieck Englands bezeichneten Gebiet kam es zu zahlreichen Flugzeugabstürzen und noch heute finden sich hier und da Wrackteile dieser Maschinen. Diese mysteriöse Region stand auch am 24. März 1997 im Brennpunkt, als sich über dem Howden Moor merkwürdige Dinge ereigneten. Dieser sogenannte Howden Moor Incident ist bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt worden bzw. die zuständigen Behörden halten die tatsächlichen Hintergründe unter Verschluss, wozu viele der Menschen tendieren, die damals die Vorfälle beobachteten.

Gegen 22.15 Uhr meldeten zwei Farmer, dass über dem Moor wohl ein Militärjet abgestürzt sein muss, denn sie sahen wie das Flugzeug aus ihrem Sichtfeld verschwand und es anschließend zu einer Explosion und zu einem grellen Lichtblitz kam. Die Polizeibehörden von Derbyshire und South Yorkshire stellten daraufhin Suchmannschaften zusammen, die sich in das unwegsame Gebiet des Howden Moors machten, Hubschrauber flogen das Gelände ab, doch es wurde nichts gefunden. Die Royal Air Force meldete keinen Flugzeugverlust. Schon vorher war es über dem Peak District zu Flugzeugbewegungen gekommen, die besonders auffielen, da in dieser Nacht der Komet Hale-Bopp am Himmel zu sehen sein war und viele sich dieses Spektakel nicht entgehen lassten wollten. In den nächsten Tagen meldeten sich immer mehr Augen- und Ohrenzeugen, die eigenartige Dinge gesehen und gehört haben wollten. Da war die Rede von einem riesigen dreieckigen Gebilde am Himmel, das von bläulichem Licht umgeben war und in Richtung des Howden Moors flog; mehrere Menschen berichteten von einem summenden Geräusch in der Luft. Die British Geological Survey zeichnete eine Explosion auf, deren Quelle nicht auf dem Boden, sondern in der Luft gewesen sein muss. UFO-Gläubige waren der Meinung, dass Militärflugzeuge ein unidentifiziertes Flugobjekt jagten, dieses dann abstürzte und das MoD (das Verteidigungministerium) die Trümmer schnell abtransportieren ließ. Es kam sogar zu einer Anfrage im Unterhaus, bei der ein Sprecher des MoD aussagte, es hätte zwar an dem Abend Übungsflüge über dem Moor gegeben, aber nicht nach 21.30 Uhr.

In jener Nacht war also allerhand über dem Peak District los und viele Menschen haben unabhängig voneinander Statements über ihre Beobachtungen abgegeben, aber was sich dort tatsächlich ereignet hat, bleibt möglicherweise in den Geheimarchiven des MoD verborgen.

Hier ist ein Vortrag aus dem Jahr 2011, in dem die Vorgänge des Howden Moor Incidents noch einmal genau analysiert werden.

Was mag sich hier am über dem Howden Moor abgespielt haben?   © Copyright Peter Barr and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Was mag sich hier am 24. März 1997 über dem Howden Moor abgespielt haben?
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Published in: on 15. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Howden Moor im Peak District – Teil 1: Tip, der treue Schäferhund, der nicht von der Seite seines toten Herrchens wich

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Joseph Tagg wurde 1868 in Derbyshire geboren und verbrachte den größten Teil seines Lebens in dieser Grafschaft. „Old Joe“ war Schäfer und züchtete leidenschaftlich gern Schäferhunde. Noch bis ins hohe Alter hinein war er aktiv, so auch am 12. Dezember 1953 als der 85jährige an einem eiskalten Dezembertag mit seinem Schäferhund Tip zum Howden Moor im Upper Derwent Valley in Derbyshire ging, um dort nach den Schafen zu sehen. Als der Schäfer und sein Hund am nächsten Morgen noch nicht nach Hause gekommen waren, machten sich mehrere Suchtrupps auf den Weg, um sie aufzuspüren…ohne Erfolg. Das blieb auch in den nächsten Tagen so, die beiden waren wie vom Erdboden verchwunden. Das Howden Moor, das westlich von Sheffield in Deryshire und South Yorkshire liegt ist eine einsame öde Region, in der Menschen schon einmal verschwinden können.

Am 27. März 1954, also 105 Tage nach dem Verschwinden von Old Joe und Tip, fanden zwei Männer der Wasserbehörde zufällig die Leiche des alten Mannes und wer lag, mehr tot als lebendig neben ihm, sein treuer Hund, der die ganze Zeit nicht von der Leiche seines toten Herren gewichen war. In einem der kältesten Winter, die das Howden Moor je heimgesucht hatten, war es Tip gelungen, zu überleben.
Diese Geschichte rührte die Menschen in der Region. Der Hund wurde wurde wieder aufgepäppelt und mit der Bronzemedaille der Canine Defence League, einer Organisation, die sich um das Wohl von Hunden kümmert, und die heute Dogs Trust heißt, ausgezeichnet. Tip sollte nur noch ein knappes Jahr leben, der tapfere Hund starb am 16. Februar 1955.

Damit Tip nicht in Vergessenheit geriet, errichtete man ein Denkmal für ihn, das am Westufer des Upper Derwent Reservoirs zu finden ist.

Das Howdwn Moor im Winter.   © Copyright Neil Theasby and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Howden Moor im Winter.
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Published in: on 14. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Clampers – Die ungeliebten Männer mit der Autokralle

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Gestern schrieb ich in meinem Blog über die bei Autofahrern sehr unbeliebten Gatso Cameras; noch eine Stufe höher in der Ungunst der Autofahrer in England stehen die „Clampers„, das sind die Leute, die im Auftrag von Behörden oder privaten Grundbesitzern, Falschparker mit „clamps“, also mit Autokrallen versehen. „Are you humans or are you clampers?“ heißt es im „Clamper Song„, in dem die verhassten Männer mit „Little Hitlers“ verglichen werden.

Trevor Whitehouse aus Preston in Lancashire meldete 1991 ein Patent für ein dreieckiges „wheel clamp“ an, das im ganzen Land am häufigsten im Einsatz war. Dieses „Wegfahrverhütungsmittel“ kann man nur mit Spezialwerkzeug entfernen, aber trotzdem gelingt es immer wieder einigen handwerklich geschickten Menschen, die Krallen auf unorthodoxe Weise aufzubrechen wie dieser Film zeigt. Manche versuchen auch trotz Kralle wegzufahren, wie das hier zu sehen ist. Da die „clampers“ von niemandem geliebt werden, versucht sich der eine oder andere an ihnen zu rächen wie man das in dem Film „Clampers getting clamped“ sehr schön sehen kann.

Der Royal Automobile Club (RAC) vergab eine Zeitlang den Dick Turpin Award, benannt nach dem berühmten Straßenräuber aus dem 18. Jahrhundert. Mit diesem Preis wurden moderne Straßenräuber des 21. Jahrhunderts „ausgezeichnet“. Einer dieser Preisträger war die Londoner Firma ISTM, die damit beauftragt war, falsch parkende Autos mit einer Kralle zu versehen und/oder abzuschleppen. Dass die Firma die Grenzen ihres Auftrags manchmal deutlich überschritt, zeigen diese beiden Fälle:

  • Eine 81jährige Autofahrerin wurde auf ihrem eigenen Parkplatz „geclampt“, weil ihre Steuerplakette seit 36 Stunden abgelaufen war. Die alte Dame war gerade auf dem Weg, eine neue Plakette zu kaufen.
  • Ein älterer Herr hatte versehentlich sein Auto zehn Minuten lang falsch geparkt. Als er zurückkam, sah er wie sein fahrbarer Untersatz gerade auf einen Abschleppwagen verladen wurde. Dafür dass das Auto wieder auf die Straße gesetzt wurde, musste er £334 bezahlen.

Ein anderer Dick Turpin Award-Preisträger war die Firma Carstoppers, die ihr Unwesen in der kleinen Brontë-Stadt Haworth in West Yorkshire trieb. Diese unbarmherzigen Clamper zogen sich den Zorn der Bewohner zu, weil sie u.a. ein Auto mit der Kralle versahen, in dem sein Fahrer schlief oder kein Mitleid mit einer Rollstuhlfahrerin und ihrem Mann kannten, die mit Mühe die steile Hauptstraße der Stadt erklimmen konnten und deren Parkzeit gerade abgelaufen war.

Weitere Beispiele, die das Interesse der Juroren des Dick Turpin-Preises erweckten:

  • Ein Leichenwagen wurde per Kralle stillgelegt, in dessen Inneren sich ein Sarg mit Inhalt befand
  • Ein Polizeiauto wurde “ an die Kette gelegt“, dessen Besatzung gerade im Einsatz war.
  • Den Vogel schoss wohl jener „Clamper“ ab, der an Stelle der extrem hohen Gebühren auch Goldringe oder sexuelle Gefälligkeiten nehmen wollte.
Published in: on 13. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gatso Cameras – Die gefürchteten Blitzer an englischen Straßen

Wer einmal durch England gefahren ist, kennt sie zur genüge, die „Gatso Cameras„, fest installierte Blitzer, die die Geschwindigkeit der Fahrzeuge überprüfen. Im Gegensatz zu den meist mausgrauen deutschen Kameras sind die „Gatsos“  gelb und daher etwas besser zu erkennen.
Ich habe einen Straßenatlas, in dem die Messstellen eingezeichnet sind und es gibt auch Navigationssysteme, die rechtzeitig warnen, trotzdem bringen die etwa 20 000 bis 40 000 Pfund teuren Geräte eine Menge Geld ein.

Produziert werden die von Autofahrern ungeliebten Messanlagen von der niederländischen Firma GATSOmeter BV. Benannt wurden sie nach dem ebenfalls niederländischen Rennfahrer und Firmengründer Maurice Gatsonidis (1911-1998). Er konstruierte diese Geräte ursprünglich, um seine Kurvengeschwindigkeit zu messen.

Die ersten Überwachungskameras dieser Art wurden 1988 in Nottingham installiert, nachdem an einer ampelgeregelten Kreuzung drei tödliche Unfälle stattgefunden hatten.

Eine Kamera in der Nähe von Stoke-on-Trent.    © Copyright Jonathan Hutchins and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Eine Kamera in der Nähe von Stoke-on-Trent.
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Published in: on 12. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Die Britannia Coco-Nut Dancers aus Bacup in Lancashire

Bacup ist eine Kleinstadt in Lancashire im Rossendale Distrikt zwischen Rochdale und Burnley. Dort findet an jedem Ostersamstag ein traditioneller Tanz statt, der Boundary Dance, bei dem die Britannia Coco-Nut Dancers morgens um 9 Uhr vom ehemaligen Travellers Rest Pub an der A671 aus, begleitet von der Stacksteads Silver Band,  von einem Ende des Ortes bis zum anderen Ende tanzen. Hier ist ein Film aus dem Jahr 2015.

Die Männer sind in weiß-rote Röcke und schwarze Oberteile gekleidet und präsentieren auf dem Zug durch den Ort sieben sogenannte Garland- und Nut-Dances; dabei sind ihre Gesichter schwarz bemalt, was möglicherweise an die Bergwerkstradition in dieser Region erinnert. Es gibt auch eine andere Version; und zwar kamen Nordafrikaner, die sich im 17. Jahrhundert in Cornwall als Bergmänner verdingten, später nach Lancashire, um sich auch hier ihren Lebensunterhalt unter Tage zu verdienen…und diese Männer waren schwarz. Der Name der Tanzgruppe kommt von der ehemaligen Mine Britannia.

Die Britannia Coco-Nut Dancers, eine Unterabteilung der berühmt-berüchtigten Morris Dancers, sind schon überall in England aufgetreten, auch in der ehrwürdigen Royal Albert Hall. Weitere Auftrittsorte waren u.a. das Todmorden Folk Festival und die Saddleworth Rushcart, also überwiegend im Norden des Landes.

In den letzten Jahren bekamen die „Nutters“ einige Probleme, so wurde ihnen wegen ihrer schwarzen Gesichter ein gewisser Rassismus unterstellt, den sie aber empört zurückwiesen (ich weiß nicht wie lange die schwarze Schminke hält, wenn es zu Regenfällen kommt, die es ja in Bacup durchaus geben kann), außerdem stand das österliche Happening kurz vor dem Aus, weil die Behörden Sicherheitsbedenken hatten, da die Zuschauer auf den Straßen standen und es da hätte zu Unfällen kommen können. Aber man einigte sich und so werden die Britannia Coco-Nut Dancer auch im nächsten Jahr wieder ihre Marathontänze durch Bacup vollziehen können.

Der Startpunkt des Boundary Dance: The Old Travellers Rest, ein ehemaliger Pub.   © Copyright John Darch and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Startpunkt des Boundary Dance: The Old Travellers Rest, ein ehemaliger Pub.
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Published in: on 11. September 2016 at 02:00  Comments (2)  
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Torquay (Devon), die Palmenstadt an der Englischen Riviera

Palmen an der Shiphay Avenue.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Palmen an der Shiphay Avenue.
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Torquay in Devon ist die größte Stadt an der sogenannten Englischen Riviera, ausgestattet mit einem milden Klima. Was erwartet man von einer Stadt mit mediterraner Atmosphäre? Richtig, Palmen…und die gibt es hier an der Lyme Bay in Hülle und Fülle. Torquay ist stolz auf seine Palmen, obwohl viele streng genommen gar keine sind. „Cordyline australis“ lautet der botanische Name, in Deutschland sagt man Keulenlilie zu ihr und in England gern „Torquay palm“. Seit der Zeit Queen Victorias stehen diese schönen Pflanzen hier an der Riviera von Devon, die ihren Ursprung in Neuseeland haben. Diese Palmen (ich bleibe bei der Bezeichnung) können auch tiefere Temperaturen gut vertragen, bis zu 10 Grad Minus, aber die wurden in Torquay noch nie gemessen. Man findet in der Stadt aber auch andere (richtige) Palmen wie Phoenix dactylifera oder Jubea chiliensis.

Zoff gab es vor einigen Jahren, als die Stadtverwaltung von Torquay eine Kanarische Dattelpalme im Wert von £7000 plus Transportkosten von £13 000 aus Spanien kommen ließ, um damit einen Kreisverkehr an der A380 zu schmücken. Doch da blieb die Palme nicht lange stehen, denn sie wurde an einen neuen Standort gebracht, zur Kreuzung von Riviera Way und Browns Bridge Road, eine Art Niemandsland, wo sie nun ihr Dasein fristet. Die Bürger von Torquay waren angesichts der leeren Kassen der Stadt nicht glücklich mit diesem Ankauf.

Den Namen „Palme“ tragen viele Etablissements in Torquay; da gibt es u.a. Hotels wie das Palm Grove, das The Palms oder das Sherwood Palm Hotel und bis vor kurzem hieß die örtliche Radiostation Palm FM, bevor der neue Eigentümer den Sender im September 2015 in The Breeze umtaufte. Die Station sendet auf der Frequenz 105.5 und ist live hier zu hören.

Cordyline australis in einem Vorgarten an der Barton Road.    © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Cordyline australis in einem Vorgarten an der Barton Road.
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Die umstrittene Palme aus Spanien, die für kurze Zeit diesen Kreisverkehr verzierte.   © Copyright Derek Harper and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die umstrittene Palme aus Spanien, die für kurze Zeit diesen Kreisverkehr verzierte.
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Published in: on 10. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Mein Buchtipp – Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Eines der amüsantesten und interessantesten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist „Three Men in a Float“ von Dan Kieran und Ian Vince. Die beiden Autoren und ihr Freund Pras machen sich in einem ehemaligen, elektrisch betriebenen Milchwagen, Baujahr 1958, den sie liebevoll The Mighty One nennen (und den sie für 1400 Pfund bei Ebay ersteigert haben), auf den langen Weg von Lowestoft in Suffolk, der östlichsten Stadt Großbritanniens, bis nach Land’s End in Cornwall, der äußersten Südwestspitze Englands. Klingt einfach? Ist es aber nicht, denn die volle Batterieladung des Fahrzeuges reicht mal so gerade 60 bis 70 Kilometer, dann müssen sich die Drei eine neue Möglichkeit suchen, die Batterien „aufzutanken“. Auch das ist nicht so leicht zu bewerkstelligen, da man das Elektrofahrzeug nicht an jede x-beliebige Steckdose anhängen kann. Es ist also immer wieder spannend wie sie diese speziellen Steckdosen auf dem Weg ausfindig machen. Glücklicherweise ist Pras ein Meister im Umgang mit Elektrizität, und so schafft er es immer wieder, manchmal unter Einsatz seines Lebens, The Mighty One auf mehr oder weniger legale Weise aufzuladen. Mehr als 15 Meilen pro Stunde schafft das Fahrzeug in der Regel nicht, es sei denn, es geht steil bergab, und so bilden sich auf den Straßen schnell Schlangen hinter dem Ex-Milchwagen.

Dan, Ian und Pras treffen auf ihrer ungewöhnlichen Reise überwiegend auf freundliche Menschen, die ihnen gern ihre Hilfe anbieten, und The Mighty One wird immer wieder bestaunt, denn diese Fahrzeuge sind heute immer seltener zu sehen. Das Exemplar mit dem die drei unternehmungslustigen Männer quer durch England fahren (hier ist ein Foto davon), wurde 1958 in der Morris Autofabrik in Cowley bei Oxford geboren, wiegt rund 1300 Kilogramm und hat weder Sitzgurte noch einen Geschwindigkeitsmesser, aber eine Ladefläche, auf der man zur Not auch einmal schlafen kann.

Bei der Lektüre des Buches lernt man so ganz nebenbei auch einiges über die Orte, durch die The Mighty One fährt bzw. Station macht. Übrigens ist eine dieser Stationen das Dörfchen Ewelme in Oxfordshire (ich berichtete in meinem Blog darüber), wo der Mann begraben liegt, nach dem der Buchtitel gestaltet wurde: Jerome K. Jerome, Verfasser von „Three Men in a Boat„.

Dan Kieran & Ian Vince: Three Men in a Float – Across England at 15 mph. John Murray 2009. 278 Seiten. ISBN 978-1-84854-105-6.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land's End.   © Copyright Hamish Griffin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ness Point in Lowestoft (Suffolk). Von hier aus startete The Mighty One in Richtung Land’s End.
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Und hier in Land's End in Cornwall war die Reise zu Ende.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Und hier in Land’s End in Cornwall war die Reise zu Ende.
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Published in: on 9. September 2016 at 02:00  Comments (1)  

The World Coal Carrying Championships in Gawthorpe (West Yorkshire)

 

Startpunkt des Rennens: The Royal Oak.   © Copyright Betty Longbottom and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Startpunkt des Rennens: The Royal Oak.
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Gawthorpe ist ein Dorf in West Yorkshire zwischen Wakefield und Dewsbury gelegen, über das kaum etwas zu sagen wäre, gäbe es hier nicht alljährlich die Weltmeisterschaften in einer ganz speziellen Sportart, die es allerdings noch nicht geschafft hat, als olympische Disziplin anerkannt zu werden, das Kohlensacktragen. Die World Coal Carrying Championships finden jedes Jahr am Ostermontag statt und das schon seit 53 Jahren.

Worum geht es? Ein 50 Kilogramm schwerer Kohlensack (bei den Frauen sind es „nur“ 20 Kilogramm, bei den Kindern 10 Kilogramm) muss über eine Distanz von etwa einem Kilometer vom Royal Oak Pub in Ossett an der B6128 bis zum Maibaum auf dem Dorfplatz von Gawthorpe transportiert werden. Teilnehmen können sowohl Männer als auch Frauen, die Bedingungen sind aber für beide Geschlechter gleich. Der momentane Weltrekord liegt bei 4 Minuten und 6 Sekunden bei den Männern (gehalten von David Jones) und 4 Minuten und 25 Sekunden bei den Frauen (gehalten von Catherine Foley). Merkwürdig ist nur, dass der offizielle Sponsor zurzeit ein Beerdigungsinstitut ist. Gab es da in irgendeiner Form einen Hintergedanken? Das Rennen ist ja ziemlich anstrengend…

Zum ersten Mal fand der Wettlauf mit den Kohlensäcken 1963 statt, auf Grund einer Idee, die im Beehive Inn (das Gasthaus wurde 2006 abgerissen) bei einigen Gläsern Bier ausgebrütet wurde. Der Kohlenhändler Reggie Sedgewick und Amos Clapham, Präsident des Maypole Committee, gerieten sich darüber in die Haare, wer von ihnen beiden der fitteste wäre und was lag da näher, als diese Meinungsverschiedenheit mit Hilfe von Kohlensäcketragen aus der Welt zu schaffen (Gawthorpe liegt mitten in einer ehemaligen Kohleregion)?

Hier ist ein Film über die Austragung der Weltmeisterschaft in diesem Jahr.

Das Ziel: Der Maibaum in Gawthorpe.   © Copyright Humphrey Bolton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Ziel: Der Maibaum in Gawthorpe.
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Published in: on 8. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Das Leben im Norden Englands…im Spiegel der Rockmusik – Teil 3: The Fall und „Hit the North“

Blackpools Central Pier.   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blackpools Central Pier.
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The Fall ist eine Band aus der Region Greater Manchester, die Mark E. Smith 1976 gründete. Smith wurde in Broughton, einem Vorort von Salford (Greater Manchester) geboren und wuchs nur ein paar Kilometer entfernt in Prestwich (Greater Manchester) auf. Er war also auch ein „Northerner“, der sich in den Docks von Salford seinen Lebensunterhalt verdiente, bevor er die Band The Fall zusammenstellte, die er nach dem Roman von Albert Camus („La Chute“) benannte, der 1956 erschienen war. Smith sah unendlich viele Bandmitglieder kommen und gehen; er selbst war die einzige Konstante in der Bandgeschichte. Der legendäre BBC-DJ John Peel (1939-2004) erkannte das Potential der jungen Männer und förderte ihre Karriere.

Mit ihrem Song „Hit the North“ aus dem Jahr 1987 kam die Band etwas aus ihrer Punk-Ecke heraus und wandte sich mehr dem Mainstream zu. Smiths amerikanische Frau Brix spielte auf der Aufnahme ebenfalls mit. Der Song hat einen mitreißenden, treibenden Rhythmus, der Text gibt mir aber einige Rätsel auf. Das Video vermittelt, im Gegensatz zu den beiden anderen, die ich in den letzten Tagen an dieser Stelle vorgestellt habe, eine eher positive, fröhliche Atmosphäre. Gedreht wurde es überwiegend in Blackpool; zu sehen sind u.a. die South Pier, die Central Pier und die Achterbahn The Big Dipper.

Hier ist das Video zu „Hit the North“.

Blackpool Nightlife wie in dem Video der Band The Fall zu sehen.   © Copyright Steven Haslington and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 7. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Meine Lieblings-Pubs: The Woolpack Inn in Brookland (Kent)

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Nachdem wir mittags den Kanaltunnel durchquert hatten, suchten wir einen Pub, um uns etwas zu stärken. Anhand unseres Pub-Guides entschieden wir uns für den „Woolpack Inn“ in Brookland (Kent) in der Romney Marsh an der A 259 zwischen Folkestone und Rye gelegen. Romney Marsh ist eine flache, zum Teil unter der Meereshöhe gelegene Marschlandschaft an der Kanalküste.

Der „Woolpack Inn“ ist ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert mit einem sogenannten „inglenook fireplace„, also einem großen begehbaren Kamin, und alten Eichenbalken unter der Decke. Früher war er eine Zuflucht für Schmuggler, die aus dem gegenüberliegenden Frankreich Schmuggelware ins Land holten. Es soll auch einen geheimen Tunnel geben, in dem die Schmuggler vor den Zollbeamten flohen.

Natürlich hat der „Woolpack Inn“ auch einen schönen Biergarten, in dem an schönen warmen Sommertagen gegrillt wird. Ich kenne ihn bisher nur an kalten Wintertagen, aber auch das hat seinen Reiz.

The Woolpack Inn
Beacon Lane
Brookland
Romney Marsh
Kent TN29 9TJ

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Eigenes Foro meines Pubprospekts.

Foto meines Pubprospekts.

Published in: on 6. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Leben im Norden Englands…im Spiegel der Rockmusik – Teil 2: The KLF und „It’s Grim Up North“

Die erste im Song genannte Stadt: Bolton (Greater Manchester) mit einem ehemaligen Fabrikgebäude,   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die erste im Song genannte Stadt: Bolton (Greater Manchester) mit einem ehemaligen Fabrikgebäude.
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„It’s Grim Up North“, das sagten gern die Bewohner des englischen Südens, wenn sie von ihren Landsleuten im Norden sprachen (manche sagen es wohl noch heute, vor allem die, die noch nie in den nördlichen Landesteilen waren). Schmutzige Städte, qualmende Schornsteine, Menschen, die ihren schweren, gesundheitsschädigenden Arbeiten nachgingen, so stellte man sich das vor und es stimmte eine Zeitlang ja wirklich.

The KLF griffen diesen Spruch 1991 in ihrem gleichnamigen Song auf, der von den beiden führenden Köpfen der Band, Bill Drummond und Jimmy Cauty, geschrieben wurde. Die exzentrische Band, die auch unter dem Namen The Justified Ancients of Mu Mu firmierte, war von 1987 bis 1992 aktiv und konnte ihre Single „It’s Grim Up North bis auf Platz 10 der britischen Charts lancieren. Das Besondere am Text ist, dass er nur aus einer Aufzählung nordenglischer Städtenamen besteht, beginnend mit Bolton, Barnsley, Nelson, Colne, Burnley. Das Musikvideo spiegelt die ganze Misere des Norden wieder: Strömender Regen, dichter Autoverkehr, und damit damit das alles noch düsterer wirkt, hat man das Musikvideo in Schwarzweiß aufgenommen. Trostlosigkeit pur! Aber, es gibt ein tröstliches Ende, nachdem die berühmte Hymne „Jerusalem“ im zweiten Teil des Songs eingespielt wird: „The North Will Rise Again“ heißt es im Abspann.

Hier ist das Video zu „It’s Grim Up North“ zu sehen, und wer sich für alle genannten Städtenamen interessiert, hier sind sie aufgelistet.

Barnsley in South Yorkshire, das an zweiter Stelle im KLF-Song genannt wird, und eine verlassene Industrieanlage.   © Copyright Chris Allen and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Barnsley in South Yorkshire, das an zweiter Stelle im KLF-Song genannt wird, und eine verlassene Industrieanlage.
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Published in: on 5. September 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Queuing oder die Kunst Schlange zu stehen

Schlange an einer Straßenbahnhaltestelle in Manchester.   © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Schlange an einer Straßenbahnhaltestelle in Manchester.
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Die Briten gelten als die Weltmeister des Schlangestehens. Schön in Reih und Glied wartet man an Bushaltestellen oder in Bäckereien oder in anderen Läden. Absolut verpönt ist es, wenn man sich nicht anstellt, sondern irgendwie versucht, sich an der Schlange vorbei einen Vorteil zu verschaffen. Der Schriftsteller George Mikes hat einmal gesagt „an Englishman, even if he is alone, forms an orderly queue of one„.

In Deutschland ist diese Kunst noch nicht zur Vollendung gebracht worden, da gibt es durchaus noch Luft nach oben (die Italiener sollen darin übrigens noch wesentlich schlechter als die Deutschen sein und viele Tricks kennen, sich an einer Schlange vorbeizumogeln).
In der Hauptpost meiner Stadt gab es früher sechs Schalter, an denen man sich nach freier Wahl anstellen konnte und fast immer stellte man sich dort an, wo es am längsten dauerte. Seitdem es dort nur noch eine Schlange gibt, die sich nach und nach auf die frei werdenden Schalter verteilt, läuft es deutlich besser.

In England gibt es einen Mann, der sich mit dem Thema Schlangestehen seit langem beschäftigt und dem es gelungen ist, durch „Queuing Management“ die Zeit in diesen Schlangen deutlich zu verkürzen. Terry Green aus Stratford-upon-Avon hat bereits 1981 mit seiner Firma Qmatic Methoden entwickelt, den Kundendurchfluss in Geschäften, Banken und Behörden deutlich zu beschleunigen. Statt vielen Schlangen gibt es nur noch eine und durch Aufrufe des jeweils nächsten freien Schalters bewegt sich die Schlange zügig vorwärts. Terry Greens aufgezeichnete Stimme ist auch landesweit zu hören, wenn es heißt „Cashier Number Three, Please„. Die Royal Mail gehörte zu den ersten, die Greens System mit Erfolg  einsetzte; es folgten große Unternehmen wie Boots, Marks & Spencer und die Lloyds Bank. Heute bietet die Firma Qmatic, für die Terry Green noch immer in beratender Funktion tätig ist, eine große Produktpalette, zu der neben den Kundenleitsystemen zum Beispiel auch Selbstbedienungsterminals gehören.
Mr Green hat seine Erfahrungen in zwei Büchern zusammengefasst: „You’re Next: How One Company Changed The Way We Shop“ (Marshall Cavendish 2010) und „Cashier Number Three Please!: Creating Fairer, Faster Service“ (Marshall Cavendish 2012). Hier ist der Mann, der sich bestens mit dem „queuing“ auskennt, in einem Film zu sehen.

Ein weiteres Buch, das sich mit dem Thema befasst, ist Joe Morans „Queuing For Beginners: The Story Of Daily Life From Breakfast To Bedtime“ (Profile Books 2008).

Bei manchen Gelegenheiten bricht aber selbst in England das geduldige Hintereinanderstehen komplett zusammen wie beispielsweise im Jahr 2005, als bei der Eröffnung einer neuen IKEA-Niederlassung so viele Menschen gleichzeitig in den Laden wollten (man spricht von 6000), dass es da sogar Verletzte gab. Wann immer ein neues Smartphone der Firma Apple auf den Markt kommt, bilden sich überall in der Welt lange Schlangen, die Hunderte von Metern lang sein können wie in diesem Film aus Birmingham zu sehen ist.

Eine dänische Studie hat herausgefunden, dass man die Problematik des Schlangestehens in den Griff bekommen könnte, wenn man die Leute, die am Ende stehen, zuerst bedienen würde…aber ob das wohl klappen würde?

Menschenschlange, die zu einer Ausstellung des Graffiti-Künstlers Banksy in Bristol ansteht.   © Copyright Nigel Mykura and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Menschenschlange, die zu einer Ausstellung des Graffiti-Künstlers Banksy in Bristol ansteht.
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Published in: on 4. September 2016 at 02:00  Comments (3)  
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Das Leben im Norden Englands…im Spiegel der Rockmusik – Teil 1: The Dream Academy und „Life in a Northern Town“

Hebden Bridge in West Yorkshire.   © Copyright Peter McDermott and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Hebden Bridge in West Yorkshire.
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In England gibt es ein ziemlich starkes Gefälle zwischen dem Norden und dem Süden. Der Norden des Landes war lange Zeit durch schmutzige Industrien und Bergbau geprägt, die Bevölkerung war überwiegend arm, während der Süden wesentlich wohlhabender war und die Metropole London als Finanzzentrum auf die Home Counties ausstrahlte, in denen sich die gut verdienenden Londoner nach und nach ansiedelten. Die Northerners waren/sind auf die Londoner nicht so gut zu sprechen und die Southerners sehen gern ein wenig von oben herab auf ihre ärmeren Landsleute in den nördlichen Grafschaften herab.

Ich habe einmal drei Rocksongs herausgesucht, in denen „The North“ im Mittelpunkt steht und beginne im ersten Teil mit dem Titel „Life in a Northern Town“ der Band The Dream Academy, die von 1983 bis 1991 bestand. Sie widmete diesen Song dem Sänger und Komponisten Nick Drake, der 1974 im Alter von 26 Jahren an einer Überdosis Drogen starb. Es ist ein recht düsteres Lied zu dem es zwei Musikvideos gibt, die beide im Norden aufgenommen wurden. Die Version 1 (hier zu sehen) nahm The Dream Academy in Hebden Bridge in West Yorkshire auf, einer Stadt, die einen Wandel durchgemacht hat. Erst war der Ort im 19. Jahrhundert von der Textilindustrie geprägt, seit den 1970er Jahren fühlten sich zahlreiche Künstler, New Age-Verfechter und Anhänger alternativer Lebensstile zu der Stadt hingezogen und später entwickelte sich Hebden Bridge zu einer Schlafstadt für viele Menschen, die in den benachbarten Großstädten arbeiteten.

Die Version 2 des Musikvideos „Life in a Northern Town“ (hier zu sehen) drehte die Band hauptsächlich in der Region Newcastle upon Tyne, wobei auch Aufnahmen von einem Industriegebiet in Pennsylvania in den USA zu sehen sind.

Newcastle upon Tyne im Nordosten Englands.   © Copyright Oliver Mills and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Newcastle upon Tyne im Nordosten Englands.
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Published in: on 3. September 2016 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Devotionalien aus Inspector Barnabys Midsomer County

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Zu der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby„, die in dem fiktiven Midsomer County spielt, gibt es neben den DVDs mit sämtlichen  Episoden aller Staffeln noch so allerhand andere Artikel auf dem Markt, die einen echten Fan vielleicht interessieren könnten. Die Bücher zur Fernsehserie habe ich in meinem Blog bereits vorgestellt; die Filmmusik von Jim Parker gibt/gab es auf einigen wenigen CDs, zum Beispiel auf „The Best of Midsomer Murders“ aus dem Jahr 2002 oder „Inspector Barnaby – Soundtrack“ mit 27 Originalaufnahmen aus der Serie (2010). 2015 erschien „Midsomer Murders – Original Television Soundtrack“ mit 16 Titeln aus den Episoden 101 bis 104, darunter auch die Titelmelodie mit Celia Sheens Theremin (die man sich u.a. hier herunterladen kann). Einen Klingelton für das Handy mit der Titelmelodie gibt es natürlich auch.

Wer sich die Krimireihe gern bei einer Tasse Kaffee oder Tee ansieht, muss unbedingt den dazu passenden Porzellanbecher mit der Aufschrift „Keep Calm and Watch Midsomer Murders“ haben, hergestellt von der Chalkhill Printing Company. Und dieser Becher sollte auf dem „Welcome to Midsomer…for a slower pace of life“-Tea Tray stehen.

Ein Brettspiel namens „Cluedo Midsomer Murders“ ist auf dem Markt, in dem man den mysteriösen Tod von Elizabeth Jones in Badger’s Drift aufklären bzw. der Kriminalpolizei von Causton unter die Arme greifen muss.

Für Smartphones stehen mehrere Handyhüllen zur Verfügung mit der Aufschrift „Welcome To Midsomer  – Please Drive Slowly“, für das Samsung Galaxy S5 und das iPhone 5C.

Midsomer T-Shirts gibt es mit unterschiedlichen Aufschriften, so zum Beispiel „Welcome to Midsomer – Please Drive Slowly„, „Midsomer Constabulary„, „Midsomer Survivor“ und für alle Männer, die sich ein wenig in Dr Kate Wilding, die Gerichtsmedizinerin, verliebt haben, dieses schöne Exemplar. Ich habe mir ein T-Shirt der Midsomer Murders Society zugelegt wie oben auf dem Foto zu sehen ist.

Die Firma Lilliput Lane, die durch ihre hübschen kleinen Cottages bekannt geworden ist, die man zu einem „Chocolate Box Village“ zusammenstellen kann, hat in ihrer Produktpalette ein Gebäude aus einem Dorf in Buckinghamshire, in dem mehrere „Midsomer Murders“-Folgen gedreht worden sind: St John the Baptist in Little Missenden. Ein Hochzeitspaar steht vor der Tür, das aber nicht Cully Barnaby und ihre Mann Simon darstellt, denn die wurden in St Mary’s in Denham (Buckinghamshire) getraut.

Dieser Aufkleber ziert das Heckfenster meines Autos. Eigenes Foto.

Dieser Aufkleber ziert das Heckfenster meines Autos.
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Published in: on 2. September 2016 at 02:00  Comments (6)  

Shed of the Year Awards – Auf der Suche nach Großbritanniens schönsten Schuppen

The ‘West Wing’ from Berkshire winner of the Cuprinol Shed of the Year competition 2016. With friendly permission of

West Wing – Shed of the Year 2016 und sein Erbauer Kevin Herbert.
With friendly permission of Andrew Wilcox from Readersheds.co.uk

Viele haben in ihren Gärten Schuppen stehen, in denen in der Regel Gartengeräte abgestellt sind. Das sind meist einfache kleine Holzhäuschen, die in irgendeiner Ecke untergebracht sind und nicht besonders spektakulär aussehen. Es gibt aber auch Menschen, die aus ihren Schuppen etwas ganz Spezielles gemacht haben, was sie aus der Masse der normalen Gartenhäuschen deutlich hervorhebt.

Der britische TV-Sender Channel 4 beschäftigt sich in seiner Reihe „Amazing Spaces: Shed of the Year“ mit diesen exotischen Schuppen und das schon in diesem Jahr mit der dritten Staffel. Der Höhepunkt der Serie ist jeweils die Vergabe des Preises „Shed of the Year Award„. In der Jury, die über den schönsten Schuppen entscheidet, sitzen George Clarke, der Moderator der Sendung, das Amazing Spaces Team mit William Hardie, Laura Clark und Max McMurdo, und der Initiator des Wettbewerbs Uncle Wilco alias Andrew Wilcox, der eine eigene Website und einen Blog zum Thema betreibt: „Readersheds.co.uk„.

Es gibt Unterkategorien wie „Workshop/Studio“, „Eco“, „Historical“, „Unique“ und noch einige mehr, aber jedes Jahr gibt es nur einen Hauptpreis, der im Jahr 2016 an Kevin Herbert aus Berkshire vergeben wurde. West Wing heißt sein Gartenhaus, das zu 90% aus Recyclingmaterial besteht und besonders umweltfreundlich ist. Aus nahezu 3000 Wettbewerbsteilnehmern hat es Kevin Herbert geschafft, die Jury davon zu überzeugen, dass sein West Wing etwas ganz besonderes ist. Das Dach besteht aus Gras und Wildblumen, im Loft findet sich  ein Bett und ein „secret bookcase“ ist auch im West Wing untergebracht. Acht Jahre lang hat der stolze Preisträger an seinem Häuschen gearbeitet, und seine Mühe ist belohnt worden.

Kevins Vorgänger, der den Shed of the Year Award 2015 gewonnen hat, war Walter Micklethwait aus Aviemore in Schottland, dessen Inshriach Distillery auch sehr gut in die Zeit des Wilden Westens gepasst hätte.

Einer meiner persönlichen Favoriten ist der Shed of the Year 2012 in der Kategorie „Cabin/Summerhouse“: Das Colne Valley Postal History Museum in Halstead (Essex). Darin hat sich Steve Knight sein eigenes kleines Museum eingerichtet, in dem jede Menge Briefkästen, Briefmarkenautomaten und andere Gegenstände aus dem ehemaligen Besitz der Royal Mail zur Schau gestellt werden. Am Samstag, dem 10. September, ist wieder ein Public Open Day. Die Adresse: 109 Head Street in Halstead.

Wer sich für kuriose britische Schuppen interessiert, der sollte unbedingt die oben bereits genannten Webseiten von Readersheds.co.uk aufrufen, dort findet man zahlreiche Beispiele für den Ideenreichtum der britischen „sheddies“.

Hier ist eine Folge der ersten Staffel der Channel 4-Serie zu sehen.