Pubs – Vom kleinsten zum größten, vom höchsten zum tiefsten

Englands kleinster Pub in Bury St Edmunds. - © Copyright Craig Janes and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Wo steht eigentlich der kleinste, größte, älteste, höchst gelegene Pub in England?

Hier sind einige Fakten über besondere Pubs auf der Insel:

Der kleinste Pub ist The Nutshell in Bury St. Edmunds (Suffolk), der gerade einmal 5×2 Meter misst. Es sollen sich einmal sage und schreibe 102 Menschen hineingequetscht haben. Bestellungen für ein Pint hat da sicher niemand mehr aufgeben können. Im Pub hängt ein Schild „Coach Parties welcome, of no more than 2 persons“.

Der größte Pub ist The Regal in Cambridge, der ein Fassungsvermögen von 1300 Menschen haben soll. Wenn voll besetzt, dürfte man da wohl ziemlich lange auf seine Bestellungen warten. The Regal war früher einmal das modernste Kino der Universitätsstadt.

Die Frage nach dem ältesten Pub ist schwer zu beantworten, da es einen langen Streit um diese Frage gibt. Einer der Favoriten ist Ye Olde Trip to Jerusalem in Nottingham, der 1189 gebaut wurde und den ich an dieser Stelle schon einmal vorgestellt habe.

Der höchst gelegene Pub Englands ist der Tan Hill Inn in den Yorkshire Dales, der 520 Meter über dem Meeresspiegel zu finden ist. Da kommt es im Winter schon manchmal vor, dass der Pub eingeschneit und von der Umwelt abgeschnitten ist.

Der am niedrigsten liegende Pub ist The Admiral Wells in Holme bei Peterborough (Cambridgeshire). Hier kann man sein Pint 3 Meter unter dem Meeresspiegel trinken.

Der südlichste Pub auf dem Festland ist The Top House in Lizard (Cornwall).

Die Pubs mit dem längsten bzw. kürzesten Namen liegen beide in Stalybridge (Greater Manchester). Der eine heißt The Old Thirteenth Cheshire Astley Volunteer Rifleman Corps Inn, der andere kurz und bündig Q.

Das Buch zum Artikel:
The AA Pub Guide 2011. AA Publishing 2010. 700 Seiten. ISBN 978-0749566814. Ich reise nie ohne diesen Führer!!

Der älteste? Ye Olde Trip to Jerusalem in Nottingham. - © Copyright Dave Hitchborne and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Hier wird man schon einmal eingeschneit: The Tan Hill Inn. - © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Trinken unter dem Meeresspiegel: The Admiral Wells in Holme. - © Copyright Rodney Burton and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der südlichste: The Top House Inn in Lizard Town. - © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Kürzer geht's nicht: Q in Stalybridge. - © Copyright Gerald England and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 30. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  

Auf den Spuren von Inspector Barnaby: Nettlebed und Crocker End in Oxfordshire

The White Hart in Nettlebed. – Eigenes Foto

Auf dem Weg von Wallingford nach Henley-on-Thames, an der A 4130, kommt man durch den kleinen Ort Nettlebed, der mehrfach als Drehort für die TV-Serie „Inspector Barnaby“ genutzt wurde.
Mitten in dem Oxfordshire-Dorf an der Durchgangsstraße befindet sich The White Hart, in dem wir kürzlich eine Lunchpause einlegten. Bekannt war mir das durchgestylte Hotelrestaurant aus der Episode 33 „The Maid in Splendour“ (dt. „Tod im Liebesnest“). Darin wird aus dem traditionellen Pub namens The Maid in Splendour (gedreht im The George Hotel in Dorchester) ein Restaurant im Bistro-Stil und diese Szenen wurden in The White Hart in Nettlebed gedreht.

Wenn man aus Nettlebed in Richtung Henley fährt und am ersten Kreisverkehr rechts abbiegt, liegt auf der rechten Seite Joyce Grove, das heute als Sue Ryder Hospiz genutzt wird, eine Einrichtung zur Pflege Schwerstkranker. In diesem imposanten Gebäude residierte die Fitzroy-Familie in Episode 61 „Blood Wedding“ (dt. „Ganz in Rot“). Joyce Grove gehörte einst der Familie des James Bond „Erfinders“ Ian Fleming. Sein Großvater Robert Fleming kaufte das Anwesen 1904, um seinen Besitz in Nettlebed zu vergrößern, wo noch heute Mitglieder der Fleming-Familie wohnen.

Weitere Episoden, die zumindest teilweise in Nettlebed gedreht wurden:
– „Death and Dust“ (dt.“Denn du bist Staub“)
– „Dance With the Dead“ (dt. „Tanz in den Tod“)
– „The Magician’s Nephew“ (dt. „Der Wald der lebenden Toten“)

Hinter dem Ort liegt das noch kleinere Crocker End, ein Dorf, dessen Cottages sich rund um das Village Green scharen, auf dem die Szenen des „The Perfect Village“-Wettbewerbs in der Episode 12 „Judgement Day“ (dt. „Der Mistgabel-Mörder“) gedreht wurden. Tom Barnaby und DS Ben Jones waren auch in Episode 60 „Shot at Dawn“ (dt. „Wenn der Morgen graut“) in Crocker End zu Gast.

Joyce Grove. With freindly permission of the South Oxfordshire Districht Council.

Joyce Grove.
With friendly permission of the South Oxfordshire District Council.

Eine Erinnerungsplakette an zwei Mitglieder der Fleming-Familie.    © Copyright Bill Nicholls

Eine Erinnerungsplakette an zwei Mitglieder der Fleming-Familie.
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Das Village Green von Crocker End. Eigenes Foto.

Das Village Green von Crocker End.
Eigenes Foto.

 

Geo. F. Trumper – Londons erste Adresse für den perfekten Haarschnitt und die optimale Rasur

Die Curzon Street in Mayfair: Hier liegt seit 1875 das Geschäft von Geo. F. Trumper. - © Copyright Richard Humphrey and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der richtige Londoner Gentleman kennt nur eine Adesse, wenn er sein Haar perfekt schneiden lassen oder sich eine optimale Rasur gönnen Will: Geo. F. Trumper in der Curzon Street in Mayfair. Seit 1875 gibt es diesen „traditional hairdresser“ hier schon und das Geschäft bzw. die Geschäfte, es gibt noch eins in der Duke of York Street in St James’s, wird noch immer von jemandem der Trumper-Familie geleitet.

Was erwartet den Gentleman nun hier bei Trumper’s? Hier wird nicht nur einfach rasiert, hier wird ein Ritual zelebriert. Die Gesichtshaut wird mit edlen Tinkturen vorbereitet, mit heißen Tüchern verhüllt, dann kommt die Rasur, wieder wird das Gesicht, diesmal mit kalten Tüchern, verhüllt; anschließend kommt noch eine Gesichtsmassage dazu und als Krönung dieser wahrhaft royalen Rasur wird noch ein Feuchtigkeitscreme aufgetragen. Fertig!

Die Kunden von Geo. F. Trumper können die Kunst des Rasierens auch gern erlernen und zwar in „The Shaving School„, wo die Profis zeigen, was der Normalrasierer alles falsch macht und wie man es richtig anstellt.

Natürlich arbeitet die Abteilung „Hairdresser“ nach den gleichen traditionellen Methoden.
Wem der Weg in die Curzon Street bzw. in die Duke of York Street zu weit ist, der kann sich zumindest mit den erlesenen Produkten zur Haarpflege oder zur Rasur der Firma Geo. F. Trumper via Online-Kauf eindecken. Dass diese Dinge alle ihren Preis haben, versteht sich von selbst. So kann ein „Travel Shaving Set“ schon einmal bis zu £150.00 kosten.

Am besten, man sieht sich das alles einmal in einem Film an.

Das Buch zum Artikel:
Michael Ham: Leisureguide’s Guide to Gourmet Shaving. Createspace 2011. 142 Seiten. ISBN: 978-1463595340

The Mayfair Shop
9 Curzon Street
London W1J 5HQ
Tel. 020 7499 1850

Das zweite Geschäft von Geo. F. Trumper liegt in der Duke of York Street. - © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 28. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Das Westonbirt Arboretum bei Tetbury (Gloucestershire) – Eine der weltgrößten Baumsammlungen

This work has been released into the public domain by its author, Arpingstone.

Das Westonbirt Arboretum an der A 433 bei Tetbury in Gloucestershire hat einen berühmten Nachbarn: Es grenzt an Prince Charles‘ Highgrove Estate, dessen Garten ebenfalls sehr sehenswert, aber für Besucher nur sehr schwer zugänglich ist.

Das Arboretum ist dagegen täglich geöffnet und stellt eine der weltgrößten Sammlungen von Bäumen und Sträuchern dar, die besonders im Herbst bei der Laubfärbung ein besonderes Schauspiel bietet.

Robert Holford legte das Arboretum 1829 an und heute wachsen etwa 18 000 Baum- und Gehölzexemplare auf dem riesigen Areal, auf dem man stundenlang spazierengehen kann.
Ein besonderes Highlight im Herbst ist der Colour Circle; das ist eine Lichtung mit Bäumen, die speziell nach ihrer Herbstfärbung ausgesucht wurden.

Die meisten Besucher gehen in den alten Teil, das „Old Arboretum„, das spektakulärer ist; den anderen Teil dagegen, den „Silk Wood„, suchen nur wenige auf. Hier finden sich aber auch sehr schöne Exemplare von Eichen, Kiefern, Pappeln und Ahornen, um nur einige Baumarten zu nennen.

Ebenfalls in Gloucestershire liegt das Batsford Arboretum, das ich in meinem Blog auch schon vorstellte.

Hier ist ein Spaziergang durch das herbstliche Arboretum zu sehen.

Das Buch zum Artikel:
Sarah Howard: A Year in the Life of Westonbirt. Frances Lincoln 2009. 112 Seiten. ISBN: 978-0711230255

Westonbirt Arboretum
Tetbury, Gloucestershire,  GL8 8QS

© Copyright Brian Robert Marshall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 27. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Oscar Wilde und das Reading Gaol – Hier verbrachte der Schriftsteller zwei Jahre in Haft

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1895 wurde Oscar Wilde wegen angeblicher homosexueller Vergehen zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer Zwangsarbeit verurteilt, die er im Gefängnis von Reading (Berkshire) verbringen musste. Am 19. Mai 1897 wurde er entlassen, aber Wilde war von da an ein gebrochener Mann. Nur noch einmal griff er zur Feder und verfasste das Gedicht „The Ballad of Reading Gaol“, dann war seine schriftstellerische Laufbahn zu Ende. Vereinsamt und verarmt starb er am 30. November 1900 in einem Pariser Hotel.

Das Reading Gaol gibt es noch heute. Her Majesty’s Prison Reading ist eines der sogenannten Young Offenders Institutions, das sind Einrichtungen, in denen 18-21jährige Männer untergebracht sind, die noch nicht als Erwachsene für ihre Straftaten verurteilt worden sind und in denen ein Schwerpunkt auf die Aus- und Weiterbildung der jungen Gefangenen gesetzt wird.

Das Gefängnis wurde 1844 mitten in Reading gebaut; entworfen wurde es von dem berühmten Architekten George Gilbert Scott, der für den Bau von zahlreichen weiteren Gefängnissen, Irrenanstalten und Arbeitshäusern verantwortlich war, der aber auch u.a. das Londoner Albert Menorial und das Midland Grand Hotel an der Londoner St Pancras Station entwarf.

Bis zum Jahre 1913 wurden im Reading Gaol auch Todesurteile vollstreckt. Neben Oscar Wilde gab es einen weiteren prominenten Insassen: Der amerikanische Schauspieler Stacy Keach saß hier 1984 einmal für neun Monate   ein, weil er am Londoner Flughafen Heathrow mit Kokain erwischt wurde.

Das Lied „Each Man Kills The Thing He Loves„, das auf einer Zeile aus Oscar Wildes „The Ballad of Reading Gaol“ beruht, ist hier in der Version mit Jeanne Moreau zu sehen und zu hören.

Das Oscar Wilde-Memorial, das am Gefängnis von Reading aufgestellt ist. - © Copyright Chris McMillan and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 26. September 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Kate Bush: Cloudbusting – Eines der besten Musikvideos aller Zeiten

Author: http://www.flickr.com/photos/torley – This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

Kate Bush ist für mich eine der besten britischen Sängerinnen aller Zeiten. Lange war es still um sie geworden, bis sie in diesem Jahr ihr neues Album „Director’s Cut“ veröffentlichte und für den 21. November ist ein weiteres Album angekündigt mit dem Titel „50 Words for Snow“.

Eines der schönsten Musikvideos, die ich kenne, ist ihr „Cloudbusting„, ein Song, der 1985 auf ihrer CD „Hounds of Love“ erstmals veröffentlicht wurde.

Gedreht wurde das Video auf dem Dragon Hill im Vale of the White Horse im Süden Oxfordshires, benannt nach dem Uffington White Horse, eine prähistorische Figur am White Horse Hill bei Uffington.

Neben Kate Bush selbst agiert der bekannte kanadische Schauspieler Donald Sutherland, der die Person des Psychotherapeuten Wilhelm Reich verkörpert; Kate Bush spielt seinen Sohn Peter. Beide schieben einen sogenannten Cloudbuster einen Berg hinauf, ein Gerät, das Reich entwickelte, um Wolken zum Abregnen zu bringen. Wilhelm Reich kehrt in sein Labor zurück, während Peter beim Cloudbuster bleibt. Reich wird von Schergen der Regierung festgenommen und sein Labor durchwühlt. Während er abtransportiert wird, sieht er wie sein Sohn Peter den Cloudbuster erfolgreich aktiviert – es regnet.

Kate Bush soll damals Donald Sutherland in seinem Hotel, dem Savoy in London, aufgesucht und ihn gefragt haben, ob er in ihrem geplanten Video die Rolle des Wilhelm Reich spielen würde. Sutherland war überrascht und von der kleinen Sängerin so beeindruckt, dass er zusagte. Da er auf die Schnelle keine Arbeitserlaubnis in England bekommen konnte, verzichtete er sogar auf die Gage.
Ein eindrucksvolles Video, hier zu sehen!

Der Dragon Hill.    © Copyright Andrew Smith and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Dragon Hill.
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Published in: on 25. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Great Gorilla Run 2011 – London goes ape

Urheber: Richard Ashurst. - Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) lizenziert.

Am heutigen 24. September sind die Affen in London wieder los, genauer gesagt – die Gorillas. Um Punkt 10.30 starten sie in der Londoner City am Underwriting Centre und begeben sich auf eine 7 km lange Strecke, die teilweise direkt an der Themse und an vielen der bekanntesten Bauwerke der Stadt entlangführt. Das Ziel ist wieder dort, wo der Great Gorilla Run begonnen hat.

Was soll nun das Ganze? Hinter dem vordergründig „affigen“ Lauf steckt ein tieferer Sinn: Die Veranstalter wollen einerseits auf die dramatische Lage der nur noch wenige hundert Exemplare zählenden Gorillas hinweisen und andererseits mit der Aktion Geld sammeln, die dann der Gorilla Organization zugute kommt, die sich für den Schutz und Erhalt der Menschenaffen einsetzt.

Wer an dem Lauf teilnehmen möchte, muss eine Gebühr in Höhe von £80 bezahlen. £50 davon sind die Kosten für das Gorillakostüm, das man behalten darf, und £30 gehen an die Gorilla Organization. Weiterhin muss jeder Teilnehmer ein Minimum von £400 an Sponsoringgeldern einbringen; wie er das macht, bleibt ihm überlassen.

Im vergangenen Jahr liefen 590 menschliche Gorillas durch die Londoner Straßen, die £230 000 für die Organisation einbrachten. Seit dem ersten Lauf im Jahr 2003 kamen stolze £1 600 000 zusammen.

Wie dieser Film zeigt, hat offensichtlich jeder Spaß an dem Great Gorilla Run.

Published in: on 24. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die A 537 von Macclesfield nach Buxton ist die gefährlichste Straße Großbritanniens

Die gefährliche A 537, viel zu schön, als hier entlangzurasen. - © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Nach einem Bericht der Road Safety Foundation, die die unfallträchtigsten Straßen Großbritannien ermittelt hat, gehört der Spitzenplatz der A 537, die von Macclesfield in Cheshire nach Buxton in Derbyshire  mitten durch den Peak District führt. Die von den Einheimischen „Cat & Fiddle Road“ genannte Straße ist landschaftlich sehr schön und sollte eigentlich zu einem eher gemächlichen Fahrstil verleiten, aber leider ist das Gegenteil der Fall. Die Mischung aus Schwerlastverkehr, von Touristen gelenkten Fahrzeugen und rücksichtslos überholenden, viel zu schnellen Motorrädern führt zu der hohen Unfallrate auf dieser Straße.

Die meisten tödlichen Unfälle bzw. Unfälle mit Schwerverletzten ereignen sich an Sommerwochenden, tagsüber und bei trockenen Straßenverhältnissen. Sicher, die A 537 ist sehr kurvenreich, zeitweise geht es auch steil abwärts, und begrenzt ist die Straße häufig durch Steinmauern oder nacktes Felsgestein, aber durch ein defensiveres Fahrverhalten hätten sich die meisten Unfälle sicher vermeiden lassen.

Ich habe selbst in England häufig riskante Überholmanöver von Motorradfahrern miterlebt, die sich nicht im geringsten um die zulässige  Höchstgeschwindigkeit gekümmert haben. So sind auch auf der A 537 der mit Abstand größte Teil der Todesopfer männliche Motorradfahrer mit dem Durchschnittsalter von 35 Jahren, die nicht aus der Region kommen und mit der Straße nicht vertraut sind.

Die gefährlichsten Straßen Großbritanniens liegen fast alle im Norden im Bereich Derbyshire, Yorkshire, Lancashire. Hier sind die Top Ten der Straßen mit den meisten Unfällen:

1 A537 Macclesfield to Buxton – Cheshire/Derbyshire
2 A5012 Pikehall to Matlock – Derbyshire
3 A621 Baslow to Totley – Derbyshire/South Yorkshire
4 A625 Calver to Sheffield – South Yorkshire
5 A54 Congleton to Buxton – Derbyshire
6 A581 Rufford to Chorley – Lancashire
7 A5004 Whaley Bridge to Buxton – Derbyshire
8 A675 Blackburn to Preston – Lancashire
9 A61 Barnsley to Wakefield – South/West Yorkshire
10 A285 Chichester to Petworth – West Sussex
Quelle: http://www.whatcar.com/

Hier ist ein Film über eine Fahrt auf der A 537.

Noch einmal die A 537 mit einer Warnung für Motorradfahrer. - © Copyright Dave Dunford and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 23. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Blaydon Races – Hymne der Geordies und des Newcastle United Football Clubs

Hier fanden früher die Blaydon Races statt. - Author: Keith Hall. - This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Geordies nennt man die Menschen, die in Newcastle upon Tyne und Umgebung im Nordosten Englands leben und einen bestimmten Dialekt sprechen, den man ebenfalls als Geordie bezeichnet. Auch die Anhänger des bedeutendsten Fußballvereins der Region, Newcastle United, sind Geordies und haben sich eine Hymne gewählt, die sie gern bei den Matchs ihres Lieblingsclubs singen,  „The Blaydon Races„.

George „Geordie“ Ridley (1835 – 1864) hat dieses Lied im 19. Jahrhundert geschrieben, in dem es um die Pferderennen in Blaydon geht, eine Stadt im Verwaltungsbezirk Gateshead. Den Rennplatz von Blaydon gibt es heute nicht mehr, es wurde ein Kraftwerk darauf  gebaut, das aber inzwischen abgerissen wurde; dafür entsteht auf der Fläche das Riverside Crescent, ein großes Wohngebiet mit hunderten von Wohnungen.

Da sich „The Blaydon Races“ so schön grölen lassen, haben auch Fans von anderen Fußballvereinen sich dieses Lied zu eigen gemacht, allerdings mit etwas geändertem Text. Die Anhänger der Bolton Wanderers und der Blackburn Rovers gehören zum Beispiel dazu.

Hier sind noch einige prominente Geordies:
Paul „Gazza“ Gascoigne, der skandalträchtige ehemalige Fußballspieler , der seine Karriere bei Newcastle United begann, war ein echter Geordie.

– Die beiden beliebten Fernsehmoderatoren Ant and Dec (das sind Anthony „Ant“ McPartlin und Declan „Dec“ Donnelly) kommen aus Newcastle und sprechen vor der Kamera gern ihren Dialekt.

Cheryl Cole, Mitglied der Gruppe Girls Aloud und Jurymitglied bei The X Factor, ist stolz darauf, Geordie zu sein.

Kevin Whateley, der aus Northumberland stammt, machte in der TV-Serie „Morse“ als Detective Sergeant Lewis kein Hehl daraus, ein Geordie zu sein. Inzwischen ist er ja zum Detective Inspector befördert worden und hat seine eigene Serie „Lewis“.

Hier ist das Lied „The Blaydon Races“ zu hören.

Published in: on 21. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Tate-to-Tate-Boat-Service – Die schnelle Verbindung zwischen den beiden großen Londoner Kunstmuseen

Die Millbank-Anlegestelle und das Tate Boat. - © Copyright David Hawgood and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt Menschen, die nach einer Stunde in einem Kunstmuseum, nur noch ein Bedürfnis haben: Schnell raus hier. Es gibt aber auch Menschen, die sich genüsslich stundenlang an den ausgestellten Bildern nicht satt sehen können.
Für letztere Spezies haben die beiden großen Londoner Kunstmuseen Tate Britain und Tate Modern einen besonderen Service eingerichtet: Den Tate-to-Tate-Boat-Service, der Besucher zwischen den beiden Museen hin und her transportiert. Ein ultramoderner High-Speed-Katamaran verkehrt alle 40 Minuten zwischen den Anlegestellen Tate Modern Bankside und Tate Britain Millbank. 18 Minuten dauert die Themse-Mini-Kreuzfahrt und kostet £5.00 für eine erwachsene Person; Ermäßigungen gibt es für alle möglichen Personengruppen.

Das von der Firma Thames Clippers betriebene Boot, das für 220 Passagiere ausgelegt ist, wurde von dem berühmten Künstler Damien Hirst sowohl außen als auch innen designt. Man hier Snacks und Erfrischungen kaufen, es sich auf den komfortablen Sitzen bequem machen oder sich bei schönem Wetter auf dem Außendeck das atemberaubende Panorama der britischen Hauptstadt ansehen.

Die neue Anlegestelle, Millbank Millennium Pier genannt, vor dem Tate Britain-Museum, wurde von den Architekten David Marks und Julia Barfield entworfen, die auch das Riesenrad London Eye konzipiert haben, an dem das Tate-Boat übrigens auch einen Zwischenstopp einlegt.
Der Katamaran verkehrt täglich in der Zeit von 10 Uhr bis 17 Uhr. Wer sich also an den Kunstwerken der beiden großen Gallerien nicht satt sehen kann, für den ist dieser Bootservice optimal.

In diesem kurzen Film kann man das Tate Boat beim Ablegen beobachten.

Tate Britain. - © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Tate Modern. - © Copyright Colin Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 20. September 2011 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Golden Fleece – Yorks gruseligster Pub

Eigenes Foto

Als wir neulich zur Mittagszeit ein Bier im Golden Fleece tranken, war von einer gruseligen Atmosphäre hier nichts zu spüren. Yorksmost haunted pub“ liegt den Shambles gegenüber, jener kleinen, tagsüber wuseligen, aber abends meist sehr ruhigen Gasse. Wie vieles in York ist auch The Golden Fleece sehr alt, bis auf das Jahr 1503 kann man die Spuren des Hauses zurückverfolgen.

Wenn man den Gasthof betritt, kommt man erst in eine kleine Bar, von der aus ein schmaler, schiefer Korridor in einen weiteren größeren Raum führt. Zu essen gibt es hier vor allem Burgers und Baguettes; der Koch liebt offensichtlich die Tex-Mex-Küche, denn Chili und Nachos dominieren die Speisekarte.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte The Golden Fleece dem Bürgermeister von York, einem gewissen John Peckett, und dessen Frau, Lady Alice Peckett, ist eine der vielen Spukgestalten, die hier nachts durch die Gänge und Korridore wandern und den Gästen der vier Zimmer, in denen man übernachten kann, den Schlaf rauben. So mancher Gast soll schon vor den unheimlichen Besuchern, die durchaus auch in die Zimmer kommen, geflohen sein und sich nie mehr im Pub hat blicken lassen.

Diese Berichte über die nächtlichen geisterhaften Aktivitäten lockten natürlich auch das Fernsehteam von „Most Haunted“ des Senders LivingTV nach York, das hier die Nachtstunden verbrachte und so manches Unheimliche erlebte. Hier ist der erste Teil der Sendung zu sehen.

„We hope you will visit us at the Golden Fleece and we’re sure you will enjoy your stay even though we can’t guarantee that things will go bump in the night for you. But when you visit the most haunted pub in one of Britain’s most haunted cities, there’s a frightening chance that something strange just might happen!“ So steht es auf der Homepage des Golden Fleece, eine Einladung, der man doch nun wirklich nicht widerstehen kann!

The Golden Fleece
16 Pavement
York, North Yorkshire
YO1 9UP
Tel. 01904 625171

Eigenes Foto

Published in: on 19. September 2011 at 02:00  Comments (1)  
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Atkinson Grimshaw – Painter of Moonlight

Blackman Street, London, 1885. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

Atkinson Grimshaw (1836-1893) ist einer jener viktorianischen Maler, die in jüngster Zeit wieder entdeckt wurden. Er ist der „Painter of Moonlight„, denn viele seiner Bilder zeigen Straßenszenen im Mondlicht, z.B. in Leeds oder in London. Ich mag seine Bilder sehr, denn sie haben eine ganz eigenartige intensive Atmosphäre.

Der Maler wurde in Leeds geboren, starb in Leeds und brachte einen großen Teil seines Lebens in dieser Stadt in West Yorkshire zu. Er zeugte erstaunlicherweise 16 Kinder, von denen 10 vorzeitig starben; drei Söhne und eine Tochter wurden ebenfalls Maler.

Grimshaws Bilder erzielen heute Preise von bis zu £500,000, was sich der autodidaktische Maler sich damals wohl nicht hat vorstellen können, denn er war häufig von Schulden geplagt und malte sehr viel, um mit dem Verkauf der Bilder  diese Schulden abzutragen.

Zurzeit läuft in England eine Wanderausstellung mit über 60 seiner Werke, die bis zum 4. September in der Mercer Art Gallery in Harrogate gezeigt wurde. Vom 19. September bis zum 15. Januar 2012 kommen die Londoner in den Genuss, diese sehr schönen Bilder zu sehen, denn dann wird diese Ausstellung in der Guildhall Art Gallery gezeigt. Hier wird ein Überblick über das Schaffen Grimshaws gegeben, beginnend mit seinen prä-raphaelitischen Landschaftsbildern bis zu den impressionistischen Seenlandschaften seiner letzten Schaffensjahre.

Hier ist ein sehr interessanter Film, der Atkinson Grimshaw porträtiert.

Liverpool from Wapping, 1875. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

 

Atkinson Grimshaw. – This image is in the public domain because its copyright has expired.

Published in: on 18. September 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Brimham Rocks – Erstaunliche Felsformationen in North Yorkshire

© Copyright Chris Gunns and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

The Sphinx, The Watchdog, The Camel, The Turtle, The Dancing Bear oder The Blacksmith’s Anvil heißen die eigenartigen Felsformationen, die auf dem Brimham Moor in North Yorkshire zu sehen sind. Diese Brimham Rocks gehören dem National Trust und man findet sie etwa 15 Km westlich von Harrogate zwischen den Straßen B6165 und B6265 im Nidderdale.

Man kann sich diese eindrucksvolle Felsenlandschaft das ganze Jahr über ansehen und der National Trust verlangt auch keinen Eintritt dafür. Lediglich eine Parkplatzgebühr ist zu entrichten, wenn man kein National Trust-Mitglied ist.

Entstanden sind diese merkwürdigen Felsen hauptsächlich durch Erosion vor ca 300 Millionen Jahren. Wer sich diese Region ansehen möchte, sollte vorher erst einmal das Visitor Centre aufsuchen; es ist allerdings nur zu bestimmten Zeiten geöffnet; Auskunft darüber gibt die National Trust-Webseite.

Es liegt natürlich auf der Hand, dass so eine Felsenlandschaft Film- und Fernsehproduktionen  anzieht. So wurde hier u.a. die ITV-Kinder-Serie Roger and the Rottentrolls (1996-2000) gedreht und die Bee Gees produzierten in den Brimham Rocks einige Teile ihres „You win again„-Video.

Brimham Rocks
Summerbridge,
Harrogate,
HG3 4DW
Tel: 01423 780688

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Published in: on 17. September 2011 at 04:00  Comments (2)  
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Mein Buchtipp – Danny Dorling: So you think you know about Britain?

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

Danny Dorling ist Professor für Humangeographie an der Universität von Sheffield und Autor mehrerer Bücher, in denen er sich mit dem sozialen Wandel Großbritanniens beschäftigt.
Sein neues Buch, in diesem Jahr erschienen, heißt „So you think you know about Britain? The surprising truth about modern Britain“ (London: Constable, ISBN 978-1-84901-391-8). Dorling beschäftigt sich darin mit elementaren Fragen der britischen Sozialgeografie. Einige Beispiele:
– Das nach wie vor bestehende Nord-Süd-Gefälle besteht nach wie vor, aber die Grenze hat sich weiter nach Süd verschoben. Warum?

– Die Einwanderung von Menschen aus anderen Regionen der Erde ist für Großbritannien außerordentlich wichtig. Wie kommt das?

– Großbritannien ist (nach Malta) die am dichtesten besiedelte Region in der EU. Hat das schwerwiegende Konsequenzen?

– Es gibt immer mehr ältere Menschen im Königreich. Was hat das für zukünftige Auswirkungen auf die Gesellschaft?

Professor Dorling zeigt, dass hinter vielen Schlagzeilen der großen Tageszeitungen oder der Boulevardpresse (was z.B. die Migration angelangt) bei genauerer Betrachtung viel Unwahres steckt.

Danny Dorling wurde für seine wissenschaftlichen Arbeiten mehrfach ausgezeichnet, so erhielt er z.B. den Gold Award der Geographical Association und den Back Award der Royal Geographical Society. Der Professor ist häufig Gast in Rundfunk- und Fernsehsendungen. Sein aktuelles Buch ist sehr interessant und trotz des wissenschaftlichen Charakters gut lesbar. Zurzeit liegen noch keine Übersetzungen seiner Werke ins Deutsche vor.

In diesem Film zeigt Danny Dorling wie jeder einzelne in etwa errechnen kann wie lange er leben wird, anhand einiger Beispiele, die auch in seinem neuen Buch ausgiebig erörtert werden.

Published in: on 16. September 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Pet Shop Boys: I’m with stupid – Ein Musikvideo in Kooperation mit zwei „Little Britain“-Comedians

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Im Jahr 2006 erschien das Album „Fundamental“ des britischen Pop-Duos Pet Shop Boys, aus dem man „I’m with stupid“ als Single auskoppelte und die dann zu ihrer 21. Top Ten-Single in den UK-Charts wurde.

Der Text ist eine nur sehr leicht cachierte Kritik an den zu jener Zeit noch regierenden Tony Blair und George Bush. Viele warfen damals Blair vor, dass er sich zu einer Marionette des Texaners gemacht hatte. Hier ein kurzer Textausschnitt:

Before we ever met
I thought like everybody did
you were just a moron
a billion-dollar kid
You flew up all the way
like a hawk chasing a dove
I never thought that I would be
a sacrifice in love
It comes
It grows
and now we’re tied together
everybody knows

Das Musikvideo zu „I’m with stupid“ wurde im Nord-Londoner Alexandra Palace aufgenommen und zeigt Neil Tennant und Chris Lowe wie sie an ihre Stühle vor der Bühne gefesselt sitzen und zusehen wie die beiden „Little Britain“-Komiker David Walliams und Matt Lucas die Pet Shop Boys persiflieren, indem sie in Kostümen auftreten, die man aus den Musikvideos „Can you forgive her?“ und „Go West“ kennt.

David Walliams sorgte kürzlich für Schlagzeilen, als er vom 5. bis zum 12. September die Themse von Lechlade bis zur Londoner Westminster-Bridge durchschwomm.

Hier ist das Video zu sehen.
Wer die TV-Comedyserie „Little Britain“ nicht kennt: Hier ist ein Sketch mit David Walliams und Matt Lucas.

Published in: on 15. September 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Priest-Holes des Nicholas Owen – Letzte Zuflucht für verfolgte Priester

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Harvington Hall.
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Im 16. Jahrhundert, unter der Herrschaft der protestantischen Königin Elizabeth I, lebten die katholischen Priester gefährlich. Sie wurden gejagt und mussten sich verstecken, aber wo? Glücklicherweise gab es Familien, die den Priestern Zuflucht gewährten, obwohl das eine riskante Sache war, denn wenn sie dabei erwischt wurden, drohten ihnen strenge Strafen.

Ein Mann, der es sich auf seine Fahnen geschrieben hatte, den Verfolgten zu helfen, war Nicholas Owen. Er baute unzählige sogenannte „priest-holes„; das waren äußerst schwer zu findende Verstecke in Burgen und Schlössern, in denen die katholischen Priester Zuflucht fanden. Owen zog durch das ganze Land und legte die Verstecke an, wobei er meist nachts und immer allein arbeitete. Manchmal waren die priest-holes so groß, dass dort mehrere Priester gleichzeitig Unterschlupf fanden, doch meistens waren sie sehr klein und der darin lebende Geistliche hatte es nicht leicht, zumal er ständig mit seiner Entdeckung rechnen musste.
Die Priesterjäger gingen sehr gründlich vor und so dauerte die Durchsuchung einer großen Burg manchmal bis zu zwei Wochen.

Im Jahr 1606 wurde Nicholas Owen gefangen genommen und in den Tower nach London gebracht, wo er gefoltert wurde und auch starb. Papst Paul VI sprach Nicholas Owen als einen der Vierzig Märtyrer von England und Wales am 25. Oktober 1970 heilig.

Hier sind einige Burgen und Schlösser mit priest-holes:

Harvington Hall bei Kidderminster in Worcestershire. Hier finden sich vier der am besten erhaltenen Exemplare, die Nicholas Owen alle im Bereich der großen Treppe angelegt hatte.

Samlesbury Hall in Lancashire, zwischen Preston und Blackburn gelegen. Hier war das Versteck wohl nicht so gut angelegt worden, denn die Priesterjäger entdeckten Edmund und John Campion, die sich in dem priest-hole verborgen hielten. John wurde auf der Stelle getötet, während man Edmund in London hinrichtete. Samlesbury Hall ist übrigens architektonisch ein sehr schönes Gebäude!

Coughton Court bei Alcester in Warwickshire. Hier hatte Nicholas Owen das priest-hole so geschickt versteckt, dass selbst die Besitzer, die Throckmortons, nicht wussten, wo es genau war. Erst 1945 stieß man bei Bauarbeiten zufällig auf den Unterschlupf.

Moseley Old Hall bei Wolverhampton in Staffordshire. In einem der priest-holes hier versteckte sich 1651 Charles II auf der Flucht nach der Schlacht von Worcester.

Die katholische Filmproduktionsfirma Mary’s Dowry Productions, in Worthing (West Sussex) ansässig,  hat einen 28minütigen Film über Nicholas Owen erstellt mit dem Titel „Saint Nicholas Owen: The Priest-Hole Maker„. Hier ist der Trailer zu sehen.

Coughton Court. – © Copyright Richard Croft and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Moseley Old Hall. – © Copyright John Darch and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Samlesbury Hall. – © Copyright Andrew Mathewson and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 14. September 2011 at 04:00  Comments (4)  
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Auf den Spuren von „Inspector Barnaby“ – Little Missenden in Buckinghamshire

The Red Lion in Little Missenden. – Eigenes Foto

Als wir bei schönstem Wetter durch Little Missenden in Buckinghamshire spazierten, wurden wir gleich zweimal angesprochen. Einmal fragte uns jemand, wo der Dorfladen zu finden ist (eine Frage, die wir sofort beantworten konnten) und einmal wurden wir vor der Kirche St John the Baptist nach einem bestimmten Grab gefragt (da mussten wir leider passen).

Auf unserem Spaziergang durch Little Missenden kamen wir am „Red Lion„-Pub vorbei, der mehrfach in der Serie eine Rolle spielte, z. B. in „Destroying Angel“ (dt. „Ein Männlein stirbt im Walde“) und „Talking to the Dead“ (dt. „Die Untoten von Barton Woods“).

Auf halbem Wege zwischen Pub und Kirche liegt das Manor House, das mehrmals in der TV-Serie als Schauplatz diente, als Arztpraxis jeweils in „Death and Dust“ (dt. „Denn du bist Staub“) und „Dead Letters“ (dt. „Die tote Königin“) und als das Haus der Compton-Schwestern in „Small Mercies“ (dt. „Böse kleine Welt“).

Noch ein Wort zur Kirche St John the Baptist. Diese uralte anglikanische  Kirche ist einen Besuch wert. Hier findet alljährlich im Oktober das Little Missenden Music Festival statt, das sich mittlerweile international einen Ruf erworben hat. Die Kirche unterhält übrigens eine hervorragend gestaltete Homepage, deren Besuch ich sehr empfehlen kann.

Little Missenden liegt nahe der A413, die von Amersham nach Aylesbury führt, und südöstlich vom großen Bruder Great Missenden (s. hierzu meine beiden Blogartikel vom 15.09.2010 und vom 13.08.2011)

Mein Tipp: Don’t miss Little Missenden!!

Nachtrag: Die Episode 84 in der 14. Staffel „Echoes of the Dead“ (dt. „Gesegnet sei die Braut“) ist überwiegend in Little Missenden (hier Great Worthy genannt) gedreht worden. Zu sehen sind: The Red Lion (der als The Signalman fungiert), der Dorfladen, die Kirche St John the Baptist und der Taylors Lane, der in der Episode Juggs Lane heißt.

St John the Baptist. – Eigenes Foto

Das Manor House. – Eigenes Foto

Ein Wegweiser gegenüber vom Manor House. Eigenes Foto.

Ein Wegweiser gegenüber vom Manor House.
Eigenes Foto.

Follies – Der Waterloo Tower in Quex Park bei Birchington (Kent)

© Copyright Nick Smith and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In einem Land, das reich an verrückten Gebäuden, sogenannten Follies, ist, fällt sogar der Waterloo Tower noch besonders auf. Das über 60 m hohe Gebäude, das aus zwei übereinanderstehenden Türmen besteht, ist auf dem Gelände des Quex Parks zu finden, einige Meilen westlich von Margate bei Birchington in Kent.

Im Jahr 1819 wurde hier der Waterloo Tower von John Powell Powell erbaut, und er sollte zwei Funktionen erfüllen: Er beherbergt ein Mausoleum und einen Glockenturm. Der vier Stockwerke hohe „Unterturm“ besteht aus roten Ziegelsteinen und wird von vier achteckigen Türmchen gekrönt. Das ist jetzt nichts Besonderes, aber zum richtigen Folly wird der Waterloo Tower erst durch den „Oberturm“, der sehr stark an den Pariser Eiffelturm erinnert. Das merkwürdige aufgesetzte Gebilde besteht aus weiß gestrichenem Gusseisen und ruht auf den vier Türmen des darunterliegenden Gebäudes.

Im Waterloo Tower hängen 12 Glocken, eine Seltenheit bei nichtkirchlichen Gebäuden, und geläutet werden sie von den Mitgliedern der Quex Park Society of Change Ringers. Die Bellringer üben hier zweimal im Monat, sonst hört man die Glocken nur zu besonderen Anlässen.
Der obere Turm ist der Kirche St Mary of Charity im nahegelegenen Faversham nachempfunden.

Vielleicht hat ja Gustave Eiffel bei einer seiner Reisen den Waterloo Tower gesehen und den Eiffelturm (bewusst oder unbewusst) in diesem Stil nachgebaut?

Vorbild für den Waterloo Tower: St Mary of Charity in Faversham (Kent). - © Copyright David Anstiss and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 12. September 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Thetford (Norfolk) – Der Wallfahrtsort für alle „Dad’s Army“-Fans

Die Bronzestatue von Captain Mainwaring in Thetford. - © Copyright Stephen McKay and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Von 1968 bis 1977 strahlte die BBC in 80 Episoden eine Sitcom-Serie mit dem Titel „Dad’s Army“ aus, die noch immer zu den legendärsten ihrer Art in Großbritannien gehört. In Deutschland wurde „Dad’s Army“ nie gesendet.

„Schauplatz der Serie ist das fiktive Städtchen Walmington-on-Sea an der Südküste Englands. Dort ist zur Zeit des Zweiten Weltkriegs ein Zug der British Home Guard stationiert, der sich aus örtlichen Freiwilligen zusammensetzt. Das erbärmliche Häuflein aus nur bedingt diensttauglichen Rentnern und unerfahrenen Grünschnäbeln unter der Leitung des diensteifrigen Bankfilialleiters George Mainwaring, möchte seinen Teil dazu beitragen, dass die Nationalsozialisten nicht England erobern. Den Hintergrund der Handlung bildet demnach die immer währende Bedrohung einer deutschen Invasion über den Ärmelkanal. Tatsächlich bekommt die Dad’s Army aber nur selten Feindkontakt. Viel mehr haben die Männer mit lokalen Problemen zu kämpfen“. So beschreibt die Wikipedia zutreffend den Inhalt der Serie.

Gedreht wurde damals fast ausschließlich in der Kleinstadt Thetford in Norfolk (das Walmington-on-Sea) , die auch heute noch ein Wallfahrtsort für die vielen Anhänger der Serie ist.
Da gibt es einmal das 2004 eröffnete Dad’s Army-Museum, in dem man alles zusammengetragen hat, was mit der TV-Serie zu tun hat.
Die Friends of Thetford Dad’s Army Museum haben gegenüber vom Bell Hotel eine Bronzestatue von Arthur Lowe als Captain Mainwaring  aufgestellt, die ständig an die Abenteuer der Heimatfrontsoldaten erinnert.

Die Dad’s Army Appreciation Society hat ebenfalls die Erinnerung an die Serie auf ihre Fahnen geschrieben und hat weltweit über 1700 Mitglieder.

Weiterhin werden geführte Touren durch Thetford auf den Spuren von Captain Mainwaring, Sergeant Wilson und Lance-Corporal Jones angeboten, die etwa 90 Minuten dauern.

Hier ist die Titelmelodie Who do you think you are kidding, Mr Hitler?von Bud Flanagan zu hören und hier ein Ausschnitt aus einer Episode zu sehen.

Das Dad's Army Museum in Thetford. - © Copyright Kevin Hale and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 10. September 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Carbuncle Cup – „Auszeichnung“ für Großbritanniens hässlichsten Neubau

Media City in Salford.    © Copyright David Dixon and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Media City in Salford.
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Kein Architektenbüro möchte ihn haben, den Carbuncle Cup, mit dem der hässlichste Neubau des Jahres „ausgezeichnet“ wird. Die Zeitschrift „Building Design“ vergibt ihn jährlich und damit bildet der Cup einen Gegenpol zum Stirling Prize, mit dem das Royal Institute of British Architects den architektonisch gelungensten Bau der letzten zwölf Monate auszeichnet.

Die Jury für die diesjährige Vergabe des Carbuncle Cups setzte sich aus Rowan Moore vom Observer, Hugh Pearman von der Sunday Times und Jonathan Glancey vom Guardian zusammen, alles renommierte Architekturkritiker.

Und der Sieger für das Jahr 2011 ist? MediaCity UK in Salford bei Manchester. Freuen können sich darüber die Architekturbüros Wilkinson Eyre, Chapman Taylor und Fairhursts, die diesen riesigen Gebäudekomplex zusammengeschustert haben (wie die fachkundige Jury meint).

MediaCity UK (hier ein Film) hat eine schöne Lage direkt am Manchester Ship Canal neben dem Lowry Arts Centre und dem Imperial War Museum North. Die BBC wird den größten Teil des Komplexes einnehmen; auch ITV zieht hier ein sowie Abteilungen der Salford University.
„There is no urban idea to speak of whatsoever — no space that one might recognise as a street; no common architectural language; no difference between the fronts and backs of buildings; no distinction between the civic buildings and the private ones“, so das vernichtende Urteil der Zeitschrift „Building Design“.

Ein kurzer Blick auf die Konkurrenten im Kampf um den Carbuncle Cup:
– Das Museum of Liverpool
One Hyde Park in London
– Die Ebenezer Chapel in Brighton
Phoenix High School Post-16 Centre in London
Newport Station in Newport (Wales)

Published in: on 9. September 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Chalford in Gloucestershire – Hier werden wieder Esel als Transporteure eingesetzt

Chalford: Arbeitsplatz der Esel Chester und Terry. - © Copyright David Stowell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Chalford in Gloucestershire liegt am Rande der Cotswolds, einige Kilometer von Stroud entfernt, ein Dorf mit steilen Straßen und Wegen, die das Einkaufen speziell für ältere Menschen sehr beschwerlich machen. Bis vor dem Zweiten Weltkrieg hatte man hier Esel eingesetzt, die den Transport von Waren in die höher gelegenen Teile des Dorfes übernahmen. Im Jahr 2008 kam man auf die Idee, diesen vierbeinigen Service erneut anzubieten und das Chalford Donkey Project wurde geboren.
Auf der Suche nach passenden Eseln fand man schließlich Terry und Chester, die auch beide bereit waren, einmal die Woche, am Samstag, Einkäufe vom Dorfladen in den oberen Teil von Chalfont zu bringen. Den Rest der Woche dürfen die beiden im Dorf sehr beliebten Tiere ausruhen und sich entspannen.

Der Dorfladen in Chalford wird von den Bewohnern des Ortes selbst betrieben und gehört ihnen auch, denn man kann Anteile an dem Geschäft erwerben. Diese Maßnahmen, eigener Dorfladen und Eseltransporte, haben das Gemeinschaftsgefühl in Chalford gefördert und außerdem den Ort national bekannt gemacht, denn sowohl die Presse als auch mehrere Fernsehsender berichteten darüber.
Ist so etwas nicht viel schöner, als ein großer anonymer Supermarkt, der zwar billiger ist, aber kleine Läden wie diesen gnadenlos kaputt machen würde?

In diesem Film kann man Chester auf einer seiner Runden durch Chalford begleiten.

Das große Buchhandlungssterben hat in Großbritannien begonnen – Gibt es eines Tages gar keine Buchhandlungen mehr?

Hoffentlich bewahrheitet sich dieses Foto nicht eines Tages! - © Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Zahlen sind dramatisch: Seit dem Jahr 2005 haben in Großbritannien fast 2000 Buchhandlungen ihre Pforten für immer geschlossen. So ist die Zahl der „High Street“-Buchhandlungen von ca 4000 auf 2178 gesunken. 580 Städte haben überhaupt keine Buchhandlung mehr; das berichtete kürzlich der Daily Telegraph.

Die Gründe für diese alarmierenden Zahlen:

– Die  Supermärkte und die großen Buchhandlungsketten wie W.H. Smith oder Waterstone’s bieten viele Bücher (speziell die Bestseller) zu deutlich reduzierten Preisen (bis zu 50%) an. Es gibt in Großbritannien keine Preisbindung wie in Deutschland und so können die unabhängigen Buchhändler in ihrer Preisgestaltung da nicht mehr mithalten. Aber auch vor den genannten Ketten macht die Entwicklung nicht halt; so hat z.B. auch Waterstone’s schon einige Filialen schließen müssen.

– Die großen Online-Versender wie Amazon bieten ebenfalls Bücher zu stark herabgesetzten Preisen an und liefern auch noch portofrei direkt ins Haus. Bequemer  kann man es wirklich nicht haben, zumal man hier rund um die Uhr einkaufen kann und die Serviceleistungen ständig verbessert werden.

– Langsam gewinnen die E-Reader wie z.B. Amazons Kindle immer mehr Freunde und die „Nahrung“ für diese elektronischen Lesegeräte gibt es nun einmal nicht in Buchhandlungen zu kaufen, sondern nur über Downloads aus dem Internet.

Steigende Mietpreise in den britischen High Streets machen den Buchhändlern zusätzlich das Leben schwer, so dass in der Zukunft sicher noch wesentlich mehr Läden schließen werden.

Das Buchhandlungssterben geht einher mit der Schließung zahlreicher Bibliotheken im Land, so dass man jetzt schon von „Book desertification“ spricht. Eine Entwicklung die in Großbritannien von vielen mit Sorge betrachtet wird.

Ein trauriger Anblick, diese aufgegebene Buchhandlung in Highgate (London). - © Copyright Julian Osley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 7. September 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Electric Avenue im Londoner Stadtteil Brixton – Karibik in England

Brixtons Electric Avenue. - © Copyright Phillip Perry and licensed for reuse under this Creative Commons Licence

Der Londoner Stadtteil Brixton ruft sofort Assoziationen wach; man denkt an die „Brixton Riots„, die Aufstände in den Jahren 1981, 1985 und 1995, und an die multi-kulturelle Gesellschaft, die sich hier im Süden Londons etabliert hat.

Mitten in diesem oftmals unruhigen Stadtteil liegt die Electric Avenue, die ihren Namen dadurch erhalten hat, dass hier 1888 erstmals eine Marktstraße durch Straßenlampen elektrisch beleuchtet wurde. Auch heute noch ist die Electric Avenue eine belebte und geschäftige Marktstraße, die einen Teil des Brixton Markets bildet. Hier fühlt man sich nach Afrika und in die Karibik versetzt, denn man bekommt hier so gut wie alle Produkte aus diesen Regionen. Yamwurzeln, Kochbananen, exotische Fische, im Brixton Market auf der Electric Avenue gibt es das alles zu kaufen.

Leider hat auch diese Straße einen schwarzen Tag erlebt: Am 17. April 1999 zündete der „Nailbomber“ David Copeland vor einem kleinen Supermarkt eine mit Nägeln gefüllte Bombe, die 39 Menschen verletzte. Der Neonazi wollte mit dieser Aktion in Großbritannien einen Krieg gegen die Zuwanderer aus anderen Nationen beginnen. Copeland wurde von der Polizei gefasst, nachdem er auch noch im Osten Londons und in Soho Bomben explodieren ließ und dabei drei Menschen tötete.

Der aus Guyana stammende Sänger Eddy Grant, der auch in Deutschland mit seiner Band The Equals („Baby come back“) bekannt wurde, hatte 1982 einen großen Hit mit seinem Song „Electric Avenue„, in dem es um die Brixton-Aufstände von 1981 geht. Darin heißt es u.a.:

Workin‘ so hard like a soldier
Can’t afford a thing on TV
Deep in my heart, I’m a warrior
Can’t get food for them kids, good God

We gonna rock down to Electric Avenue
And then we’ll take it higher

Brixton bleibt ein Pulverfass wie es die Krawalle im August diesen Jahres gezeigt haben, als Horden von Jugendlichen viele Geschäfte plünderten.

Chippenham (Wiltshire) – Hier verunglückte der US-Rocksänger Eddie Cochran am 16. April 1960 tödlich

Der Gedenkstein für Eddie Cochran an der A4 in Chippenham.   © Copyright Rick Crowley and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Gedenkstein für Eddie Cochran an der A4 in Chippenham.
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Die beiden in Großbritannien sehr populären US-Rocksänger Eddie Cochran und Gene Vincent tourten in den ersten Monaten des Jahres 1960 kreuz und quer durch das Land. Ihre letzte Station war das Hippodrome in Bristol, wo sie mehrere Auftritte absolvierten. Am 16. April, nach ihrem letzten Auftritt, bestellten sich Eddie, Gene, Sharon Sheeley (Eddies Freundin) und ihr Tour-Manager Pat Thompkins ein Taxi, das sie kurz vor Mitternacht abholte und sie zum Flughafen nach London bringen sollte.
Als George Martin, der Taxifahrer, auf deA4 auf dem Rowden Hill durch Chippenham in Wiltshire fuhr, verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug, kam ins Schleudern und prallte gegen einen Laternenpfahl. Martin und Thompkins überstanden den Unfall unverletzt, Sharon erlitt einen Beckenbruch, während sich Gene Vincent das Schlüsselbein brach. Am schlimmsten hatte es aber den 21jährigen Eddie Cochran erwischt. Er wurde zwar schnell ins Krankenhaus nach Bath gebracht, aber seine Verletzungen waren so schwer, dass er am Tag darauf verstarb.

Der junge Polizist, der als erster an der Unfallstelle erschien, war übrigens ein gewisser Dave Harman, der später unter dem Namen Dave Dee in die Popgeschichte einging, als Mitglied der Band Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick and Tich.

Zur Erinnerung an Eddie Cochran wurde an der Unfallstelle am Rowden Hill in Chippenham ein Gedenkstein aufgestellt, auf dem die Worte „Eddie Cochran – Cherished Memories – 1938 – 1960“ stehen. Dieser Ort ist zu einer Wallfahrtsstätte für alle Eddie Cochran-Fans geworden, die es auch heute noch, 50 Jahre nach seinem Tod, gibt.

Hier ist die Eddie Cochran Story zu sehen.

Die A4 in Chippenham. An dieser Straße endete das kurze Leben des Eddie Cochran.   © Copyright Maurice Pullin and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die A4 in Chippenham. An dieser Straße endete das kurze Leben des Eddie Cochran.
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Published in: on 5. September 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Goldfinger – Der Bösewicht aus einem James Bond-Film und ein britisch-ungarischer Architekt

Der "Stein des Anstoßes": Das Haus in der Willow Road in Hampstead, das den Zorn Ian Flemings erregte. - This work is released into the public domain. This applies worldwide.

Auric Goldfinger, gespielt von Gert Fröbe, ist sicher einer der berühmtesten Bösewichter aus den James-Bond-Filmen. Ian Fleming, der geistige Vater des James Bond, wählte den Namen „Goldfinger“ mit Bedacht aus, denn er wollte sich an einem Architekten namens Ernö Goldfinger (1902-1987) rächen.

Der Hintergrund: Der ungarisch-britische Architekt ließ Mitte der 1930er Jahre in der Willow Road im Londoner Ortsteil Hampstead einige Häuser abreißen, um ein neues Wohngebäude in seinem bevorzugten modernen Baustil zu errichten, was den Zorn der Nachbarn, unter ihnen Ian Fleming, hervorrief. Doch der Protest half nichts, Goldfinger baute das Haus, in das er auch selbst einzog.

Viele Jahre später, im Jahr 1959, veröffentlichte Ian Fleming seinen Roman „Goldfinger“, der 1964 mit Sean Connery als James Bond verfilmt wurde. Fleming gab dem Bösewicht Goldfinger zwar einen anderen Vornamen, aber man erkannte doch deutlich die Absicht, dem Architekten eins auszuwischen.
Der „richtige“ Goldfinger versuchte gerichtlich gegen Fleming vorzugehen, aber man einigte sich schließlich außergerichtlich.

Ernö Goldfinger war ein Anhänger des Brutalismus genannten Architekturstils, der sich in der 1950er und 1960er Jahre großer Beliebtheit erfreute und “ von ruppigem Charme geprägt“ (Wikipedia) war. Ein Musterbeispiel dafür ist der von Goldfinger entworfene 31stöckige Trellick Tower in North Kensington in London. Das von 1968-1972 erbaute Haus war seinerzeit das höchste Wohngebäude im ganzen Land. Das „Tower of Terror“ genannte Haus geriet immer wieder durch eklatante soziale Probleme in die Schlagzeilen; mittlerweile hat sich das geändert, denn die ständig steigenden Londoner Wohnungspreise haben längst auch den Trellick Tower erreicht, wo die Wohnungen kaum noch bezahlbar sind.

Wer sich für den Architekten Ernö Goldfinger näher interessiert, Nigel Warburton hat eine Biografie über ihn geschrieben: Ernő Goldfinger: The Life of an Architect (London: Routledge 2004, ISBN 978-0415379458).

Der Trellick Tower. - © Copyright R Sones and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 4. September 2011 at 04:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Einfluss englischen Käses auf die nächtlichen Träume

Cheddar – Ideal für „Prominententräume“. – This image has been released into the public domain by its author and copyright holder, Jon Sullivan.

Der internationale Ruf englischen Käses konnte nie mit dem seiner französischen Artgenossen mithalten, denn so richtig kann man sich offensichtlich außerhalb der Insel nicht mit den Produkten englischer Kühe anfreunden.
Die British Cheese Board hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass der Verzehr englischen Käses, kurz vor dem Schlafengehen, die Träume beeinflussen kann. 200 Testteilnehmer hatten eine Woche lang, eine halbe Stunde, bevor sie ins Bett gingen, 20g Käse zu sich genommen. 72% hatten daraufhin einen angenehmen Schlaf und die meisten konnten sich am nächsten Morgen noch genau an ihre Träume erinnern. Dabei wurde festgestellt,  dass die Käsesorte maßgeblich an der Art der Träume beteiligt war.

Stilton, Cheddar, Red Leicester, British Brie, Lancashire und Cheshire waren die „verabreichten“ Käsesorten und hier ist das Resultat der Studie:

Red Leicester ist der optimale Käse, wenn man nostalgische Träume schätzt. Über 60% der Teilnehmer träumten von vergangenen Schultagen, früheren Freunden oder Häusern, in denen sie einmal gewohnt hatten.

Der Verzehr von Stilton rief die wildesten und verrücktesten Träume hervor, besonders bei den weiblichen Testpersonen. Sprechende Stofftiere, vegetarische Krokodile und Parties in Irrenanstalten bevölkerten die Träume der Stilton-Esser.

Britischer Brie ließ die weiblichen Tester z.B. an schönen Stränden entspannen, während die männlichen eher obskure Träume hatten; beispielsweise wurde von einer Unterhaltung mit einem Hund berichtet, in angetrunkenem Zustand.

Die Lancashire-Käse-Esser berichteten überwiegend von Träumen, in denen es um das Berufsleben ging, nicht unbedingt um ihr eigenes, sondern häufig auch um ein anderes „erträumtes“ Berufsleben.

Cheddar-Käse ruft wieder ganz andere Träume hervor. Die Teilnehmer berichteten übereinstimmend von Begegnungen mit Prominenten; das waren sowohl Filmschauspieler als auch Fußballstars.

Käse aus Cheshire ist optimal für diejenigen, die nichts mit Träumen am Hute haben. Die meisten schliefen nach dem Verzehr dieses Käses tief und traumlos.

Nigel White vom British Cheese Board meinte: „Now that our Cheese and Dreams study has finally debunked the myth that cheese gives you nightmares we hope that people will think more positively about eating cheese before bed.“

Ob das alles auch für französischen Käse zutrifft, ist mir nicht bekannt.

Wer wilde, verrückte Träume bevorzugt, sollte zu Stilton greifen.  Attr.: Designgeist. Creative Commons 3.0 Unported

Wer wilde, verrückte Träume bevorzugt, sollte zu Stilton greifen.
Attr.: Designgeist.
Creative Commons 3.0 Unported

Published in: on 3. September 2011 at 04:00  Comments (1)  
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Ede & Ravenscroft – Londons ältester Schneider und Spezialist für Perücken

© Copyright Basher Eyre and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

93 Chancery Lane lautet die Adresse der edlen Schneiderei Ede & Ravenscroft in London, die 1689 gegründet wurde und sich auf die Anfertigung juristischer, akademischer und klerikaler Kleidung spezialisiert hat. Richter und Anwälte kaufen hier ihre Roben und Perücken, denn auch diese werden von der Firma hergestellt. Drei bis vier Wochen dauert es, bis eine solche Perücke, die meist aus Pferdehaar besteht, in Handarbeit fertiggestellt ist. Etwa 1000 Anwaltsperücken und 120 Perücken für Richter verkauft die Firma pro Jahr.

Worauf Ede & Ravenscroft besonders stolz sind, ist die Tatsache, dass sie drei Royal Warrants besitzen, dass heißt, sie sind königliche „robemaker“ für Königin Elizabeth II, für Prinz Philipp und für Prinz Charles. Die königliche Kleidung für besondere Anlässe wird also hier hergestellt, so z.B. die Roben für die Krönungsfeierlichkeiten 1952, aber auch schon vorher wie 1937 für König Georg VI oder 1902 für König Edward VII.

Man muss aber weder zur königlichen Familie gehören noch einen juristischen Beruf haben, um bei Ede & Ravenscroft einkaufen zu können; die Firma bietet auch „normale“ Kleidung für die Dame und den Herren an, selbstverständlich auch maßgeschneidert.

Neben dem Hauptgeschäft in der Chancery Lane unterhält die Firma noch zwei weitere Läden in London, in der Savile Row und in der Gracechurch Street, sowie Filialen in Oxford, Cambridge und Edinburgh.

Hier ist ein Film über einen Besuch in der Filiale in der Savile Row.

Ede & Ravenscroft Ltd
93 Chancery Lane
London
WC2A 1DU

Die drei Royal Warrants der Firma Ede & Ravenscroft. - Author: Gryffindor. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Published in: on 2. September 2011 at 04:00  Comments (1)  
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The Black Horse in Pluckley (Kent) – Ein von Geistern heimgesuchter Pub in Englands Spukdorf Nummer 1

Eigenes Foto

Wir suchten an einem Sonntagmittag einen Pub und da wir uns gerade in der Nähe von Pluckley in Kent aufhielten, erinnerte ich mich an einen früheren „Boxenstopp“ dort und so suchten wir erneut „The Black Horse“ auf.
Auf der Webseite „Beer in the Evening“ herrscht schon seit langem eine heftige Debatte über die Freundlichkeit bzw. Unfreundlichkeit des Personals in diesem hübschen Pub, so waren wir gespannt, was uns hier erwarten würde. Wir waren sehr angenehm überrascht. Das aus jungen Damen bestehende Serviceteam war außerordentlich freundlich, und wir erlebten erstmals, dass wir beim Verlassen eines Pubs mit Handschlag verabschiedet wurden. So können wir uns den Kritikern des Pubs in „Beer in the Evening“ nicht anschließen.

The Black Horse liegt neben der Dorfkirche St Nicholas in der Mitte von Pluckley (s. hierzu auch meinen früheren Blogeintrag), das sich „the most haunted village in England“ nennt. Hier wurde seinerzeit die TV-Serie „The Darling Buds of May“ (1991-1993) gedreht, in der auch der Pub häufig zu sehen ist.
Das „Schwarze Pferd“ wurde im Jahre 1450 erbaut und dient seit 1474 als Gasthof. Die Inneneinrichtung mit großem Kamin, niedrigen Decken und dicken Eichenbalken gefiel mir sehr gut; es gibt auch einen großen Pubgarten, in dem man bei schönem Wetter sitzen kann.
Fazit: The Black Horse hat mir rundherum gut gefallen!

Ach so: Natürlich ist der Pub auch „haunted“ und hier ist ein Film zu sehen, in dem „Ghosthunter“ eine Nacht in dem alten Haus verbringen.

The Black Horse
The Street
Pluckley, Ashford, Kent, TN27 0QS
Tel. 0871 951 1000

Eigenes Foto

Published in: on 1. September 2011 at 04:00  Comments (1)  
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