The Tattingstone Wonder in Suffolk – Ein Folly auf der Shotley Peninsula

Die Vorderseite des Tattingstone Wonders.
Photo © Colin Park (cc-by-sa/2.0)

Die Shotley Peninsula ist eine Halbinsel der Grafschaft Suffolk, südlich des County Seats Ipswich gelegen. Unser Weg führt uns heute zum sogenannten Tattingstone Wonder.
Es gab immer mal wieder in der Vergangenheit den Fall, dass ein Landbesitzer in seinem Stately Home unzufrieden mit der Aussicht aus seinen Fenstern war. Da standen doch tatsächlich Dörfer und Häuser im Wege herum, die seine Augen beleidigten. Was also tun?
Der sechste Duke of Devonshire ließ zum Beispiel zwischen 1838 und 1842 das Dörfchen Edensor komplett aus seinem Sichtbereich vom Chatsworth House in Derbyshire entfernen und es dort wieder aufbauen, wo er es nicht mehr sehen konnte.

Der Unternehmer Ralph Allen aus Bath in Somerset baute sich im 18. Jahrhundert eine Burgattrappe, das Sham Castlegegenüber von seinem weitläufigen Wohnhaus, um damit seine Augen zu erfreuen.

Auf der Shotley Peninsula finden wir etwas Ähnliches. Edward White war Ende des 18. Jahrhunderts der Besitzer des Landsitzes Tattingstone Place. Auch er mochte den Blick aus den Fenstern seiner Bibliothek gar nicht, denn da standen zwei Cottages herum, die er als Schandfleck empfand. Jedes Mal ärgerte er sich darüber, wenn er den Raum betrat, also musste Abhilfe geschaffen werden. Glücklicherweise ließ er die beiden Häuser nicht abreißen, er dachte sich etwas viel Raffinierteres aus. Er ließ ein weiteres Cottage hinzubauen und gestaltete alle drei zu einer „Kirche“ um, das heißt, ein vermeintlicher Kirchturm und ein Kirchenschiff wurden hinzugefügt, gotische Fenster eingebaut und schon war Edward White mit seinem neuen Ausblick zufrieden. Ob die Bewohner der Cottages auch zufrieden waren, auf einmal in einer „fake church“ zu wohnen?

…und die rückwärtige Seite.
Photo: Davebulow.
Creative Commons 3.0
Tattingstone Place.
Photo © Keith Evans (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Mai 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Buxton in Derbyshire Teil 2: Solomon’s Temple auf dem Grin Low Hill

Photo © Mick Garratt (cc-by-sa/2.0)

Vom Grin Low Hill in Derbyshire hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt Buxton, die sich dem Betrachter bei schönem Wetter von ihrer Schokoladenseite zeigt, bei Regen und wolkenverhangenem Himmel sieht das ganz anders aus. Der 434 Meter hohe Hügel wird von einem steinernen Turm gekrönt, dem Grin Low Tower, von den Einheimischen Solomon’s Temple genannt. Es ist sozusagen Solomon’s Temple 2.0; 1.0 war das Original, das im frühen 19. Jahrhundert von einem Landbesitzer mit dem wunderschönen Namen Solomon Mycock errichtet wurde (was wird sich der Mann im Laufe seines Lebens alles hat anhören müssen…). Mr Mycock soll den an sich nutzlosen Turm erbaut haben lassen, um die damals in der Region grassierende Arbeitslosigkeit etwas zu lindern, also eine gute Idee. Leider kümmerte sich niemand um den Turm, denn Ende des 19. Jahrhunderts war er total verfallen.

Eigentlich wollte man in Buxton wieder einen so schönen Turm haben, also was tun? Geld sammeln und einen neuen bauen. Den Duke of Devonshire, vom nicht weit entfernten Chatsworth House, holte man mit ins Boot, er trug auch sein Scherflein dazu bei, und so kam bald genug Geld zusammen, dass der Neubau im Jahr 1896 starten konnte. Bei den Bauarbeiten fand man heraus, dass der zukünftige Turm auf einem Grabhügel aus der Bronzezeit stehen würde, was hoffentlich kein böses Omen für die Zukunft war (war es nicht). Im September 1896 konnte dann der Grin Low Tower, beziehungsweise Solomon’s Temple, feierlich vom Duke of Devonshire der Öffentlichkeit übergeben werden.

92 Jahre später musste erneut Hand an den Turm gelegt werden, denn wieder drohte er, ohne angemessene Pflege zu verfallen, doch die Bewohner von Buxton spendeten genug Geld, um ihren geliebten Temple zu erhalten.

Solomon’s Temple ist frei zugänglich, es sitzt niemand mit einer Kasse davor, und wenn man die steile Treppe mit ausgetretenen Stufen erklommen hat, ist der Blick von oben auf Buxton und den Peak District noch ein klein wenig schöner.

Photo © Brian Deegan (cc-by-sa/2.0)
Photo © Bob Jenkins (cc-by-sa/2.0)
Blick auf die Stadt Buxton.
Photo © Jim Osley (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 23. April 2022 at 02:00  Comments (1)  

Follies – Der Saxonbury Tower bei Rotherfield in East Sussex

Photo © Alan Terrill (cc-by-sa/2.0)

Im Jahr 1828 ließ der Marquess of Abergavenny auf seinem Landsitz, dem Eridge Park Estate, nahe Rotherfield in East Sussex mitten im Wald einen 43 Meter hohen Turm erbauen, dem eigentlich kein besonderer Zweck innewohnte, ein Folly also. Da der Turm auf dem Saxonbury Hill angelegt wurde, nannte der Marquess ihn auch Saxonbury Tower. Vielleicht wollte er das Bauwerk als Aussichtsturm benutzen, denn von der Spitze aus muss man einen wunderschönen Blick auf die umliegende Landschaft haben. Eine Wendeltreppe führte im Inneren des Turmes hinauf, der nicht zugänglich ist, die Tür ist immer verschlossen.

Gwyn Headley und Wim Meulenkamp schreiben in ihrem Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales„, dass der untere Teil der Wendeltreppe weggeschlagen worden sein soll, damit Unbefugte dort nicht hinaufsteigen können, doch das Buch ist schon recht alt und ob das noch immer so ist, konnte ich nicht feststellen. Auf jeden Fall scheint der Zugang zur Turmspitze, wenn überhaupt möglich, sehr gefährlich zu sein. Wenn ich so eine verschlossene Tür in einem alten Gebäude sehe, frage ich mich immer, wer mag wohl den Schlüssel zu dieser Tür besitzen, oder gibt es den vielleicht gar nicht mehr? Vielleicht besitzt die Telekommunikationsfirma Vodafone einen Schlüssel, die einen Teil des Turms auf ihre Kosten restaurieren ließ und ihn im Gegenzug dafür für ihre Zwecke benutzen konnte?

Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch den Wald des Eridge Park Estates zum Saxonbury Tower. Dort stehen noch einige weitere Follies in Form von Türmen und einer Höhle wie dieser Film zeigt.

Ein weiterer Folly-Tower auf dem Eridge Park Estate.
Photo © Sally (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 16. März 2022 at 02:00  Comments (2)  

Doyden Castle bei Port Quin in Cornwall

Photo © Sarah Charlesworth (cc-by-sa/2.0)

Samuel Symons war ein wohlhabender Geschäftsmann, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Wadebridge in Cornwall lebte. Mr Symons war ein Mann, der es sich gern gut gehen ließ, der gern trank, spielte und auch anderen Verlustierungen nicht aus dem Weg ging. Doch Wadebridge war dafür nicht so die ideale Location, er stand da zu sehr unter Beobachtung. Also baute er sich im Jahr 1832 seine eigene kleine Burg, weit entfernt von der Zivilisation, an der Nordküste von Cornwall, das nächste Dorf war Port Quin, und nannte sie Doyden Castle. Hier konnte er zusammen mit seinen Freunden (und Freundinnen?) den Vergnügungen nach gehen, die er so schätzte.

Doyden Castle steht noch immer und ist jetzt in der Obhut des National Trusts, kann zwar nicht besichtigt aber bewohnt werden. Die Burg ist ein voll ausgestattetes „Ferienhaus“ mit einem Schlafzimmer im ersten Stock, einem Wohnzimmer im Erdgeschoss, Küche, Badezimmer usw. Der Aufenthalt im Doyden Castle kostet je nach Saison für zwei Personen etwa ab £2000 pro Woche.

Fans der britischen TV-Serie „Doc Martin“ (in Deutschland wurde sie im Free-TV von Sat1 Gold gezeigt), überwiegend in Port Isaac in Cornwall gedreht, kennen die Burg aus der fünften Staffel, in der sie Pentire Castle heißt (hier ist ein längerer Ausschnitt, in dem die Burg gut zur Geltung kommt). Auch für die Fernsehserie „Poldark“ (die von 1975) wurde hier gedreht, da diente die Burg als Wohnort von Dr Dwight Enys (auch hier ein Filmausschnitt).

Photo © Andy F (cc-by-sa/2.0)
Photo: Christopher Dart.
Creative Commons 2.0
Published in: on 23. Februar 2022 at 02:00  Kommentar verfassen  

Follies – The Sham Castle in Bath (Somerset)

Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)

Der 1693 in Cornwall geborene Ralph Allen war ein wohlhabender Unternehmer, der das englische Postwesen reformierte und sich sehr um das Wohlergehen seine Wohnortes Bath in Somerset kümmerte, den er, zusammen mit dem „Master of Ceremonies“ Beau Nash und dem Architekten John Wood the Elder zu einem eleganten und mondänen Kurort entwickelte.

Ralph Allen besaß ein großes Haus mit 15 Zimmern in der Straße mit dem schönen Namen Old Lilliput Alley, von wo aus er einen wunderbaren Blick auf den Bathwick Hill oberhalb von Bath hatte. Irgendetwas fehlte ihm aber auf dem Hügel, und so kam er auf die Idee, dort oben eine Burg zu erbauen und sich an dem Anblick zu erfreuen. Eine richtige komplette Burg war aber eigentlich gar nicht nötig, eine Fassade reichte durchaus, und da Ralph Allen einige Steinbrüche in der Umgebung von Bath besaß, ließ er 1762 diese Burgattrappe, das Sham Castle, mit Steinen von dort erbauen. Das Folly besteht nur aus einer einzigen Mauer mit kunstvoll gestalteten Fenstern und Türmen, die Rückseite bietet überhaupt nichts Sehenswertes, Allen wollte sich ja nur an der Front seiner „Burg“ ergötzen.

Im Laufe der Zeit drohte das Sham Castle zu verfallen, denn nach dem Tod des Eigentümers interessierte sich niemand mehr dafür. 1921 ging es in den Besitz der Stadt Bath über, die es restaurieren ließ. Heute ziert das Castle den Bath Golf Club, einen privaten Golfplatz, so dass der Zugang nicht so ohne weiteres möglich ist.
Hier ist ein Film über das Sham Castle.

Es existieren noch weitere Sham Castles in England, Ralph Allen war nicht der einzige, der Burgattrappen bauen ließ. George Lyttelton, 1. Baron Lyttelton ließ sich zum Beispiel in Worcestershire auf seinem Landsitz das Hagley Park Castle erbauen; ebenfalls in Worcestershire ist das Clent Castle zu finden, eine hübsche kleine künstliche Burgruine aus dem 18. Jahrhundert.

…und die langweilige Rückseite des Sham Castles.
Photo © Neil Owen (cc-by-sa/2.0)
Hagley Park Castle in Worcestershire.
Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)
Clent Castle in Worcestershire.
Photo © Paul Brooker (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Dezember 2021 at 02:00  Comments (1)  

Massey’s Folly in Farringdon (Hampshire) und noch ein exzentrischer Pfarrer

Photo © Ben Gamble (cc-by-sa/2.0)

Thomas Hacket Massey war Pfarrer in der Gemeinde Farringdon in der Grafschaft Hampshire … und das 62 Jahre lang, von 1857 bis 1919. Ja, manche Pfarrer in englischen Gemeinden waren sehr anhänglich und konnten sich von ihren Schäfchen nicht trennen.

Die All Saints Church war Masseys Arbeitsplatz, aber die geistlichen und seelsorgerischen Tätigkeiten füllten offenbar sein Leben nicht aus, denn er hatte noch ein Hobby, das sehr zeitaufwendig war und das ihn dreißig Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1919 beschäftigte: Das Bauen.

Erst baute der Pfarrer den Altarraum seiner Kirche selbst um, dann machte er sich an das Pfarrhaus, das er umgestaltete, und als das alles fertig war, fiel sein Blick auf die andere Seite der Straße. Dort stand ein altes Haus aus dem 16. Jahrhundert und das musste Massey unbedingt haben und erweitern. Also kaufte er es für £600, und gemeinsam mit einem Maurer und hin und wieder mit einem Zimmermann und einem Hilfsarbeiter baute er in drei Jahrzehnten ein gewaltiges Anwesen, das später den Namen Massey’s Folly tragen sollte. Da der Pfarrer ein sehr penibler Mensch war, riss er manchmal Teile seines Hauses wieder ein, weil die ihm nicht gefielen, und baute sie neu. 17 Schlafzimmer entstanden; wer darin allerdings schlafen sollte, wusste niemand. Zwei Türme krönten das Gebäude, und ich kann mir vorstellen, dass die Einwohner von Farringdon mit Staunen und Bewunderung an diesem merkwürdigen Haus vorbeigingen, das da in ihrer Gemeinde entstanden war. 1910 beendete Massey seine Bauarbeiten… doch niemand zog dort ein. 25 Jahre lang stand das Gebäude leer, dann kam Leben in Massey’s Folly, da die Dorfschule einzog und das Haus als Gemeindezentrum benutzt wurde.

Heute sind Schule und Village Hall wieder ausgezogen und Massey’s Folly soll in ein Wohnhaus mit mehreren Appartments umgebaut werden.

Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)
All Saints in Farringdon.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. November 2021 at 02:00  Kommentar verfassen  

Flounder’s Folly bei Craven Arms in Shropshire

Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)

Vielleicht hätte ich ihn sehen können, den Flounder’s Folly, als ich auf der A49 auf dem Weg zum Stokesay Castle in der Nähe von Craven Arms in Shropshire war. Doch zu der Zeit sagte mir der Turm noch nichts. Flounder’s Folly war ein Hirngespinst von Benjamin Flounders (1768-1846), einem Geschäftsmann, der sein Geld hauptsächlich im Eisenbahnwesen und im Schiffbau verdiente. Was macht ein reicher Mann, der sich selbst einen Wunsch erfüllen möchte: Er baut sich einen Turm, von dem aus man weit in die Landschaft blicken kann. Mr. Flounders suchte sich dafür ein Grundstück in einer Wald- und Felderlandschaft in Shropshire aus und zwar den Callow Hill. Er beauftrage mit dem Bau des Turmes örtliche Handwerker (es war eine Zeit mit hoher Arbeitslosigkeit und es herrschte die Meinung, dass Benjamin Flounders mit dem Bau den Männern ohne Einkommen helfen wollte; ob er aber wirklich so ein Philantrop war, ist ungewiss).
Als er erstmals seinen 1838 fertig gestellten Turm bestieg, war er von der Aussicht begeistert…bis er feststellte, dass ein Hügel den Blick auf sein Anwesen verhinderte. Voller Zorn wollte er den Turm sofort wieder abreißen lassen, bis ihn jemand darauf aufmerksam machte, dass man doch aber am Horizont das Wasser des River Mersey und die ein- und ausfahrenden Schiffe sehen könnte. Der Zorn des reichen Mannes verrauchte ob dieser Aussicht, und der Turm blieb stehen. Ob diese Geschichte stimmt, ist zweifelhaft, denn der Fluss ist fast 100 Kilometer entfernt…

Nachdem Benjamin Flounders im Jahr 1846 gestorben war, interessierte sich niemand mehr so richtig für Flounder’s Folly, und das Bauwerk verfiel mehr und mehr. Die Turmbesitzer wechselten, doch keiner investierte in die dringend nötige Restaurierung (die Schauspielerin Julie Christie, die in der Nähe wohnte, gehörte auch einmal zu den Eigentümern).
Erst im Jahr 2001 nahm der Flounders Folly Trust die Geschicke des Turms in seine Hand und restaurierte ihn in der Zeit von 2001 bis 2005 mit Geldern aus öffentlichen und privaten Mitteln. Am 31. Oktober 2005 wurde er in Anwesenheit der Princess Royal wieder eröffnet.

Heute kann man ihn besteigen, obwohl die Öffnungszeiten recht spärlich sind, in der Regel nur einmal im Monat für wenige Stunden. Wenn die St George’s Flag auf der Turmspitze zu sehen ist, bedeutet das: Heute geöffnet.

Dieser Film zeigt einen Flug mit einer Drohne über den Turm und hier kann man eine Besteigung miterleben.

Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)
Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)
Craven Arms, vom Turm aus gesehen.
Photo © Fabian Musto (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 2. Juli 2021 at 02:00  Comments (1)  

Der Clavell Tower an der Küste von Dorset – Folly, Unterkunft und Filmdrehort

Warum der Reverend John Richards Clavell im Jahr 1830 den nach ihm benannten Turm  an der Küste der Grafschaft Dorset errichten ließ, ist nicht mehr ganz nachzuvollziehen. Man kann den Clavell Tower aber in der Kategorie „Folly“ einordnen. Der Turm sieht toll aus mit seinen zwölf Säulen und dem Rundum-Balkon. Ob es eine gute Idee war, ihn so dicht an die abbruchgefährdeten Klippen zu bauen, wage ich zu bezweifeln, denn er musste im Herbst 2006 etwa 25 Meter landeinwärts verrückt werden (ob das wohl reicht?), mit riesigem Aufwand, denn jeder der mehr als 16 000 Steine wurde abgebaut, nummeriert und fotografiert und dann wieder komplett zusammengefügt. Veranlasst hatte das der Landmark Trust  (ich habe mehrfach über den Trust in meinem Blog berichtet), denn der wollte den attraktiven Turm seinen Gästen zur Vermietung anbieten…mit großem Erfolg wie sich zeigte, denn der Clavell Tower gehört zu den begehrtesten Objekten im Portfolio des Landmark Trusts. Die Gäste haben von dem vierstöckigen Turm einen grandiosen Ausblick auf die Kimmeridge Bay.

Schon der Schriftsteller Thomas Hardy hatte sich in den Turm verliebt und traf sich hier mit seiner damaligen Geliebten Eliza Nicholl. Er fertigte eine Skizze des Clavell Towers an und platzierte sie gegenüber der Titelseite seiner „Wessex Poems„.

Die Krimiautorin P.D. James hatte ebenfalls eine Schwäche für den Tower of the Winds, wie der Clavell Tower auch genannt wird, entwickelt und ließ sich durch ihn 1975 zu ihrem Roman „The Black Tower“ (dt. „Der schwarze Turm“) inspirieren, den die BBC 1985 in eine Mini-Serie mit demselben Titel umwandelte. Dann nehmen wir doch gleich „the real thing“ sagten sich die Filmproduzenten und benutzten für die Dreharbeiten den Clavell Tower. Hier ist die erste Folge zu sehen.

Die Rockgruppe The Style Council drehten ihr Musikvideo „The Boy who cried wolf“ am Turm und hatten damit eine gute Wahl getroffen.

Dieser Film zeigt einen Flug über den Clavell Tower und die Kimmeridge Bay.

Der Turm, bevor er zurückversetzt wurde.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Auch Schwalben lieben den Clavell Tower.
Photo © Oast House Archive (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 13. Januar 2021 at 02:00  Comments (2)  
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John „Mad Jack“ Fullers Pyramide in Brightling (East Sussex)

John „Mad Jack“ Fuller (1757-1834) war einer jener englischen Exzentriker, die sich auch auf dem Gebiet der „Follies“ hervortaten. Dazu erwählte er den Ort Brightling in East Sussex, südlich der A 265 gelegen, nordwestlich von Battle. Mit nur 23 Jahren wurde er schon für Southampton ins Parlament gewählt und war später MP für Sussex. Er legte sich mit dem Speaker des Parlaments an und machte sich in dem hohen Hause unbeliebt. Als Befürworter der Sklaverei war er auch nicht überall gern gesehen.

Aber zurück zu seinen Follies. Mehrere davon stehen in Brightling unter anderem ein 14 Meter hoher Obelisk, ein griechischer Tempel und ein Observatorium. Ich schrieb in meinem Blog darüber.

23 Jahre vor seinem Tod baute er sich ein Mausoleum in Form einer Pyramide auf dem Friedhof der Kirche St. Thomas à Becket in Brightling. Fast 8 Meter hoch ist die Pyramide und die Legende sagt, daß Mad Jack darin an einem Tisch sitzt, in voller Montur mit einem Zylinder auf dem Kopf, vor sich auf dem Tisch ein gegrilltes Hähnchen und eine Flasche Portwein. So soll er auf den Tag der Auferstehung warten.
1982 fand man bei Renovierungsarbeiten heraus, dass diese Legende eben nur eine Legende war. Mad Jack Fuller ist in der Pyramide auf herkömmliche Weise beigesetzt. Schade!

Ein Pub in Oxley’s Green (East Sussex), nur ein Stückchen von Brightling entfernt, ist einmal nach dem Exzentriker benannt worden; aber den gibt es nicht mehr.

Die Church St. Thomas à Becket in Brightling.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Der einstige Jack Fuller, in Oxley’s Green, leider gibt es den Pub nicht mehr.
Photo © N Chadwick (cc-by-sa/2.0)

Follies – Der Broadway Tower, ein sturmumtoster Turm in den Cotswolds

 

Eigenes Foto.

Oberhalb des von Touristen bevölkerten Cotswolds-Städtchens Broadway steht ein Folly namens Broadway Tower, der ganzjährig von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet ist, es sei denn, das Wetter ist sehr schlecht bzw. es weht ein starker Wind. Ich erlebte den Turm kürzlich bei „severe weather“, aber es reichte glücklicherweise noch nicht ganz zur Schließung. Man kauft sein Ticket nicht direkt im Broadway Tower, sondern ca 400 Meter entfernt im Café, wo auch die Parkplätze liegen.
Bei gutem Wetter soll man von hier oben eine Sicht bis zu hundert Kilometern weit haben und 16 Grafschaften sehen können, die Sicht bei meinem Besuch war deutlich geringer. Gebaut wurde der Broadway Tower in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts und er war eine Idee des berühmten Landschaftsgärtners Capability Brown. Eine gewisse Lady Coventry wollte wissen, ob man ein Leuchtfeuer von hier oben von ihrem Haus aus in Worcester, ca 35 Kilometer entfernt, sehen konnte. Sie übernahm die Baukosten, und die Lady musste feststellen, man konnte das Leuchtfeuer sehen. Da hatten sich doch die Baukosten gelohnt…

Später zog der exzentrische Sir Thomas Phillipps mit seiner Druckerei in den Turm, der den Ehrgeiz hatte, jedes jemals gedruckte Buch zu besitzen, was ihm zwar nicht gelang, aber er soll unendlich viele Bücher besessen haben, die er natürlich nie gelesen hatte und die teilweise noch originalverpackt, wie sie von den Buchhändlern geliefert worden waren, in seinem Haus herumstanden (nicht im Broadway Tower).

Der Turm verfügt über zwei Obergeschosse und die Aussichtsplattform. Ein Stockwerk ist den Präraffaeliten Dante Gabriel Rossetti und Edward Burne-Jones und vor allem William Morris gewidmet, die sich häufig im Broadway Tower trafen. Ein weiteres Stockwerk informiert über das Royal Observer Corps, das den Turm während der beiden Weltkriege benutzte, um feindliche Flugzeuge ausfindig zu machen. Am 2. Juni 1943 stürzte ein Armstrong Whitworth Whitley Bomber der Royal Air Force wegen schlechter Sicht direkt neben dem Turm ab, wobei die ganze Crew ums Leben kam.

Man kann den Besuch des Turmes sehr schön mit einem Besuch des kleinen, sehenswerten Ortes Broadway verknüpfen. Ich berichtete in meinem Blog früher schon einmal über meinen Aufenthalt dort im Lygon Arms Hotel.

Hier ist ein Film über den Broadway Tower.

Auf der Aussichtsplattform.
Eigenes Foto.

Auf dem Weg vom Café zum Turm.
Eigenes Foto.

Published in: on 21. März 2019 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Follies – Das Penshaw Monument bei Washington (Tyne and Wear)

Was macht ein griechischer Tempel im Norden Englands in der Nähe des Ortes Washington im County Tyne and Wear? Das Penshaw Monument oder The Earl of Durham’s Monument, wie es offiziell heißt, ist eines jener Follies, die es überall in England gibt und die man dort heiß und innig liebt.

Das Monument ist eine Replika des Hephästos-Tempels in Athen, 30 Meter lang, 16 Meter breit und 20 Meter hoch.
Am 28. August 1844 wurde der Grundstein des Tempels gelegt, dem man John George Lambton, dem 1. Earl of Durham, der zeitweise Generalgouverneur der Provinz Kanada war, widmete.

Nachdem im Jahr 1926 ein 15jähriger Junge vom Tempel zu Tode stürzte, hatte man das Dach für Besucher geschlossen. Erst ab 2011 kann man den Tempel wieder über eine Wendeltreppe in einer der Säulen besteigen

1939 schenkte der 5. Earl of Durham das Penshaw Monument dem National Trust. Vielleicht wusste er nicht so recht, was er damit anstellen sollte.

Das Penshaw Monument bildete den Hintergrund für das Musikvideo „Dig that groove baby“ der Gruppe Toy Dolls.

Hier ist ein mit einer Drohne aufgenommener Film.

Published in: on 28. Februar 2019 at 02:00  Comments (3)  
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Der Exzentriker „Mad Jack“ Fuller und seine Follies in Brightling (East Sussex)

Die Büste von „Mad Jack“ Fuller in der Kirche von St Thomas a Beckett in Brightling.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Über John Fuller (1757-1834), der der Nachwelt als „Mad Jack“ Fuller in Erinnerung geblieben ist, habe ich in meinem Blog schon vor längerer Zeit geschrieben, in Zusammenhang mit seiner exotischen Begräbnisstätte, einer Pyramide, auf dem Friedhof von St Thomas a Beckett in der Gemeinde Brightling in East Sussex. In der Kirche erinnert auch eine Büste an den Mann, der gleich neben der Kirche auf dem Familiensitz der Fullers wohnte, Rose Hill, das spätere Brightling Park.

Mr. Fuller war ein Exzentriker und auch ein Menschenfreund, der beispielsweise eine Mauer um den Familiensitz bauen ließ, die eigentlich nicht erforderlich war, aber er wollte den Menschen in der Region Arbeit verschaffen, und so entstand eine 1,2 Meter hohe und 6,4 Kilometer lange Umfriedung um Rose Hill. Er ließ auch eine Mauer um den Friedhof herum bauen, als Gegenleistung für die Genehmigung, seine Pyramide auf dem Friedhofsgelände zu errichten.

In Brightling erinnern einige Bauwerke an Mad Jack, die noch heute stehen und die als Follies gelten. Als da sind:

Die Brightling Needle, ein 20 Meter hoher Obelisk, auf einer Erhebung angelegt, der möglicherweise an den Sieg Wellingtons über Napoleon erinnern soll. 1985 kam es zu einer Kontroverse über den Erhalt der Needle, die sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Einige wollten sie abreißen lassen, doch der East Sussex County Council entschied sich dafür, sie restaurieren zu lassen.

The Observatory, zu dem sich Mad Jack von seinem Freund, dem Astronomen Sir William Herschel anregen ließ. Entworfen wurde das Observatorium, das über alles verfügte, was damals ein Astronom benötigte, von dem Architekten Sir Robert Smirke; auch eine Camera Obscura, die zu dieser Zeit sehr beliebt war, wurde dort eingebaut.

The Sugarloaf. Das rund 10 Meter hohe spitze Gebäude diente tatsächlich eine Zeit lang als Wohnhaus. Man erzählt sich die Geschichte, dass The Sugarloaf praktisch über Nacht gebaut wurde, damit Mad Jack eine Wette gewinnen konnte. Er hatte nämlich behauptet, dass er von Rose Hill aus den Kirchturm von St Giles in der Nachbargemeinde Dallington sehen könnte, was aber leider nicht stimmte. Also beauftragte er einige Männer damit, dieses Bauwerk schnell hochzuziehen…und er gewann die Wette.

Der Rotunda Temple wurde von dem berühmten Landschaftsgärtner Sir Humphry Repton vorgeschlagen und von Sir Robert Smirke entworfen. Wozu dieses Folly gut war, bleibt bis heute unklar, aber es ranken sich Legenden darum und es heißt, Mad Jack hätte darin wilde Orgien gefeiert.

The Hermit’s Tower oder einfach nur The Tower sollte wohl einen Eremiten beherbergen, aber Mad Jack fand niemanden, der sich dort für sieben Jahre niederlassen wollte.

Brightling Park wird heute für die Aufzucht von Rennpferden genutzt.

Die Brightling Needle.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Observatory.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Sugarloaf.
Photo © Janet Richardson (cc-by-sa/2.0)

The Tower.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Juni 2018 at 02:00  Comments (1)  
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Follies – Knill’s Monument bei St Ives in Cornwall

Der Herzenswunsch des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt St Ives an der Nordküste Cornwalls namens John Knill (1733-1811) war es, in einem von ihm selbst entworfenen Mausoleum oberhalb des Ortes für alle Zeiten beigesetzt zu werden. So baute er 1782 auf dem Worvas Hill in der Nähe der Carbis Bay eine 15m hohe dreieckige Pyramide… und dann kam alles anders, als es der leicht exzentrische Knill geplant hatte. Er starb 1811 in London und wurde auch dort beerdigt, auf dem Holborn Cemetery. Gut, dass er das zu seinen Lebzeiten nicht gewusst hat! So blickt auch heute noch Knill’s Monument auf die schöne Landschaft Cornwalls herab.

In seinem Testament stellte Knill Geld für den Unterhalt seines Mausoleums zur Verfügung und auch £25 für eine merkwürdige Zeremonie, die erstmals 1801 in seiner Anwesenheit durchgeführt wurde und die alle 5 Jahre wiederholt wird.
Jeweils  am 25. Juli müssen 10 Mädchen, alle 10 Jahre alt und weiß gekleidet, zum Monument gehen, begleitet von zwei Witwen, einem Geistlichen, einem Geigenspieler, dem Bürgermeister von St Ives und einem Zollbeamten. Dort singen sie alle den 100. Psalm und anschließend tanzen die Mädchen zu den Klängen des Geigenspielers eine Viertelstunde um das Monument.

Für diese Bemühungen werden die Teilnehmer der Zeremonie von den hinterlassenen £25 (nicht gerade fürstlich) entlohnt; d.h. £15 entfallen auf die Mädchen, Witwen usw. und £10 waren für ein Abendessen vorgesehen, das Bürgermeister, Geistlicher und Zollbeamter zu sich nahmen, wozu sich jeder zwei Gäste aussuchen durfte. Schauplatz des Abendessens: Der George and Dragon Inn am Market Square in St Ives. Wie weit das Geld für die neun Esser reichte ist mir nicht bekannt, aber vielleicht gelang es ja dem George and Dragon für ca £1 pro Person ein schmackhaftes Essen zu zaubern, denn damals war das britische Pfund ja bedeutend mehr wert. Der Pub existiert nicht mehr, er wurde 1887 abgerissen.

Die nächste Zeremonie findet am 25. Juli 2021 statt.

Der Roman „The Sign of the Triangle“ von Joseph Hocking (1860-1937) spielt übrigens am Knill’s Monument.

Hier ist ein kurzer Filmclip von der Zeremonie und hier vom Monument.

Published in: on 4. Juni 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Follies – Jack the Treacle Eater im Barwick Park bei Yeovil in Somerset

1987 veröffentlichte der Schriftsteller Charles Causley (1917-2003) ein Kinderbuch mit dem Titel „Jack the Treacle Eater“ (es wurde nicht ins Deutsche übersetzt), das eine Gedichtsammlung enthält, auf deren Umschlagbild ein junger Mann zu sehen ist, der es offenbar sehr eilig hat und in den Händen ein Dokument zu halten scheint. Wer ist denn dieser sirupessende Jack, der im Sauseschritt durch die Landschaft läuft? Das Gedicht über Jack beginnt so:

Here comes Jack the Treacle Eater,
Never swifter, never sweeter,
With a pack of messages,
Some long, some shorter,
From my Lord and Master’s quarter
(Built like a minaret)
Somewhere in Somerset.

Jack war ein Bote, der wichtige Botschaften der Newman-Familie von ihrem Landsitz Barwick Park bei Yeovil in Somerset nach London brachte (John und Grace Newman hatten Barwick Park im Jahre 1770 errichten lassen) und damit er die Langstrecke stets gut bewältigen konnte, wurde er vorzugsweise mit großen Portionen Sirup gestärkt. Immerhin beträgt die Entfernung Yeovil – London rund 200 Kilometer.

Auf dem Gelände des Barwick Parks finden wir ein Folly, also einen Zierbau, der vor allem zur Verschönerung des Landsitzes errichtet wurde, und der nach dem Langstreckenläufer Jack the Treacle Eater benannt worden ist. Den Auftrag zur Errichtung des Follies soll George Messiter, ein Fabrikant von Handschuhen, gegeben haben, der Anfang des 19. Jahrhunderts den Besitz in Somerset übernommen hatte. Angeblich soll Messiter das turmähnliche Gebäude in erster Linie bauen lassen, um einigen arbeitslosen Menschen in der Region eine Beschäftigung und ein Einkommen zu geben. Es gibt aber auch eine andere Version, die besagt, dass das Folly schon fünfzig Jahre früher erbaut worden ist. Leider lässt sich das genaue Alter nicht mehr feststellen.

Jack the Treacle Eater besteht aus einem Bogen aus unbehauenen Steinen, darauf steht eine Art Turm mit einer Holztür (ob es dazu wohl noch einen Schlüssel gibt? Was findet man hinter der Tür?). Gekrönt wird das merkwürdige Gebilde von dem Götterboten Hermes, und da haben wir die Verbindung: Jack war eine Berufskollege von Hermes, beide hatten die Aufgabe, Botschaften zu überbringen. Der Legende nach soll Jack alias Hermes des Nachts vom Turm heruntersteigen, um sich am nahe gelegenen See zu erfrischen, denn Sirup soll angeblich sehr durstig machen.

Im Barwick Park gibt es noch weitere Follies, den Rose Tower, den Fish Tower und den Obelisken, die aber im Vergleich zum Treacle Eater nicht so attraktiv sind. Der Landsitz befindet sich in Privathand und ist nicht zu besichtigen.

In Yeovil gibt es eine Gruppe von Morris Dancers, die sich Treacle Eater Clog nennen und die in diesem Film in Aktion zu sehen sind.

 

Published in: on 9. Mai 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies Teil 4: The Rockingham Mausoleum

Wenn man auf einem Landsitz ein Mausoleum findet, geht man eigentlich davon aus, dass darin ein ehemaliger Bewohner beigesetzt ist; in Wentworth Woodhouse ist das aber nicht der Fall. William Wentworth-Fitzwilliam, 4th Earl Fitzwilliam, ließ das Gebäude nach dem Tod seines Onkels, des 2. Marquess of Rockingham erbauen, aus Dankbarkeit für das reiche Erbe, das er nach dessen Tod im Jahr 1782 erhielt, wodurch der Earl zu einem der reichsten Männer Englands wurde.

Auch für den Bau des Mausoleums wurde der Architekt John Carr engagiert; die Bauarbeiten dauerten von 1785 bis 1789. Carrs Plan war, ein dreistöckiges Gebäude in neoklassizistischem Stil zu schaffen, eingerahmt von vier Obelisken, die früher direkt am Herrenhaus standen. Die sterblichen Überreste des 2. Marquess of Rockingham fanden allerdings nicht ihre letzte Ruhestätte in diesem imposanten Mausoleum, er wurde im York Minster beigesetzt. Dafür findet man im Inneren ein Standbild von ihm, das der berühmte Bildhauer Joseph Nollekens (1737-1828) angefertigt hatte. In den Nischen im Erdgeschoss stehen Büsten von Rockinghams engsten Freunden: Edmund Burke, Charles James Fox, Admiral Keppel, Lord John Cavendish, John Lee, the Duke of Portland, Frederick Montagu und Sir George Saville. Dabei handelt es sich allerdings nicht mehr um die Originale, die aus Sicherheitsgründen durch Abgüsse ersetzt worden sind.
Der große Sarkophag im ersten Stock ist leer.

Seit 1991 ist das Rockingham Mausoleum für die Öffentlichkeit freigegeben worden, die es von Ende Mai bis Ende August jeweils sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr besichtigen darf.

Dieser Film zeigt das Mausoleum, von einer Drohne aus gefilmt.

Das Deckengewölbe des Mausoleums.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies – Teil 3: Keppel’s Column

Augustus Keppel, 1. Viscount Keppel (1725-1786) war ein guter Freund des 2. Marquis of Rockingham, dem Besitzer des Wentworth Woodhouse Estates, und ihm zu Ehren ließ der Marquis eine Säule auf seinem Grundstück erbauen, die Keppel’s Column. Der Admiral stand nach der Schlacht bei Ouessant (1778) vor dem Kriegsgericht, wurde aber freigesprochen, und das nahm der Marquis of Rockingham zum Anlass, am Südende seines Parks die Säule zu errichten, die eigentlich noch höher und mit einer Skulptur des Admirals versehen werden sollte. Doch daraus wurde nichts; es wird vermutet, dass dem Marquis das Geld ausgegangen war, so dass wir es heute immer noch mit einer nicht ganz fertiggestellten Säule zu tun haben.
Entworfen wurde sie von dem Architekten John Carr (1723-1807), einem außergewöhnlich kreativen und produktiven Mann, der vor allem im Norden Englands zahlreiche Arbeiten geleistet hat wie u.a. am Harewood House, am Castle Howard, am Raby Castle und natürlich auch am Wentworth Woodhouse selbst.

Bis in die 1960er Jahre war es möglich, die 35 Meter hohe Säule zu besteigen, aber leider ist sie mittlerweile so instabil geworden, dass ein Besuch nicht mehr erlaubt ist. Glücklicherweise gibt es aber Drohnen, die mit ihren Kameras wunderschöne Ausblicke auf Keppel’s Column einfangen können wie dieser Film zeigt.

Blick auf Keppel’s Column vom Wentworth Woodhouse aus.
Photo © Terry Robinson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies – Teil 2: Hoober Stand

1747/48 wurde der Hoober Stand, ein weiteres Folly auf dem Gelände des Wentworth Woodhouse Estates, gebaut. Entworfen hat dieses pyramidenartige Gebäude Henry Flitcroft, ein Architekt, der auch am Haupthaus einige Erweiterungen vorgenommen hat, das sich rühmen darf, die längste Frontfassade aller englischen Landsitze zu haben. Der Hoober Stand wurde zur Erinnerung an die Niederschlagung des Jakobitenaufstands erbaut. Thomas Watson Wentworth kämpfte an der Seite Georgs II. gegen die Aufständler und wurde dafür vom König in den Stand eines Marquis erhoben. Aus Dankbarkeit errichtete der frischgebackene Marquis of Rockingham den dreißig Meter hohen Turm über dessen Eingangstür die Worte stehen:

„This pyramidall building was erected by his Majestys most dutiful subject Thomas Marquess of Rockingham in grateful respect to the preserver of our religious laws and libertys King George the Second who, by the blessing of God having subdued a most unnatural rebellion in Britain anno 1746 maintains the balance of power and settles a just and honourable peace in Europe 1748“.

Das dreieckige Gebäude verfügt über eine Aussichtsplattform, die man über 155 Stufen erreicht und von der aus man einen Blick auf das Wentworth Woodhouse-Hauptgebäude und die umliegende Landschaft hat. Man kann den Turm/die Pyramide von Ende Mai bis Ende September jeweils sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr besteigen.

Ehe ich es vergesse: Der Name Hoober Stand kommt von dem nahegelegenen Dörfchen Hoober.
Diese kamerabestückte Drohne zeigt uns sehr schöne Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven vom Hoober Stand.

Blick vom Hoober Stand auf Wentworth Woodhouse.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Februar 2018 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Die Wentworth Follies – Teil 1: The Needle’s Eye

Nur wenige Kilometer von Rotherham (South Yorkshire) entfernt im Wentworth Park stehen die vier sogenannten Wentworth Follies, von denen ich heute als erstes The Needle’s Eye vorstellen möchte.
Der 2. Marquis of Rockingham, zweimaliger Premierminister Englands Ende des 18. Jahrhunderts, war der „Schöpfer“ dieser rund 15 m hohen Pyramide. Wann sie genau gebaut wurde, ist nicht eindeutig, es muss aber in etwa zwischen 1740 und 1745 gewesen sein.

Warum nun wurde diese steinerne Pyramide, die von einer Urne gekrönt wird, gebaut? Es existiert da eine nette Geschichte, deren Wahrheitsgehalt aber auf sehr tönernen Füßen steht:
Der 2. Marquis of Rockingham soll einmal, während er nicht mehr ganz nüchtern war, eine Wette abgeschlossen haben, bei der er behauptete, er könne eine Kutsche durch ein Nadelöhr fahren. Am nächsten Morgen, bei genauerer und nüchterner Betrachtung dieser Wette, musste er doch feststellen, dass das wohl nicht zu bewerkstelligen ist, es sei denn… er baute einen Torbogen, der breit genug war, um mit einer Kutsche hindurchfahren zu können und nannte das ganze einfach „Needle’s Eye“ und schwupps war die Wette gewonnen.
Da in der Pyramide einige Einschusslöcher zu finden sind, wird auch gemutmaßt, dass hier einmal Exekutionen stattgefunden haben könnten.

The Needle’s Eye gibt nach wie vor einige Rätsel auf und bleibt vielleicht für immer ein Geheimnis des 2. Marquis of Rockingham. Hier ist ein Drohnenflug über dem Folly zu sehen.

Published in: on 23. Februar 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Follies – Der Charborough Tower bei Morden (Dorset)

Nördlich von Wareham in Dorset, bei dem Dörfchen Morden, liegt ein Folly, das das Countryfile Magazine unter die Top 10 Großbritanniens gewählt hat: Der Charborough Tower, ein 1790 von der Drax-Familie, die hier auch heute noch im Charborough House wohnt, erbauter Turm im gotischen Stil auf dem Gelände des Charborough Park Estates.

Eine Plakette am Turm informiert über die Baugeschichte:

„This tower was built by Edward Drax, Esquire, in the year 1790, during the short time he was the possessor of Charborough. It was struck by lightning on the 29th November 1838, which so damaged it that it became necessary to take down the greater part. It was rebuilt in 1839 by John Samuel Wanley Sawbridge Erle Drax Esquire who carried it forty feet higher than it was originally built, making the present height upward of one hundred feet.“

Der 30m hohe Turm ist achteckig und scheint fünf Stockwerke zu haben. Vom Charborough House führt ein großartiger Zugang zum Turm; über einen von einer steinernen Balustrade gesäumten, breiten, grasbewachsenen Weg gelangt man zu diesem Dorsetschen Folly, das leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur an einigen Tagen im Jahr besteht die Möglickeit, sich das Anwesen und den Turm anzusehen, meist in Zusammenhang mit einer Veranstaltung für wohltätige Zwecke.

Im Turm führt eine steinerne Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform, von der aus man seinen Blick über vier Grafschaften schweifen lassen kann. Verziert ist der Charborough Tower mit steinernen Fratzen und Wasserspeiern.

Thomas Hardys Roman „Two on a tower“ aus dem Jahr 1882 ist hier angesiedelt. So weit ich ermitteln konnte, ist dieses Buch nie in die deutsche Sprache übersetzt worden.

Charborough Park
Wareham
Dorset
BH20 7EN

Gargoyles am Turm.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Charborough House
Photo © John Lamper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 9. Dezember 2017 at 02:00  Comments (1)  
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Follies – Der Waterloo Tower im Quex Park bei Birchington in Kent

In einem Land, das reich an verrückten Gebäuden, sogenannten Follies, ist, fällt sogar der Waterloo Tower noch besonders auf. Das über 60 m hohe Gebäude, das aus zwei übereinanderstehenden Türmen besteht, ist auf dem Gelände des Quex Parks zu finden, einige Meilen westlich von Margate bei Birchington in Kent.

Im Jahr 1819 wurde hier der Waterloo Tower von John Powell Powell erbaut, und er sollte zwei Funktionen erfüllen: Er beherbergt ein Mausoleum und einen Glockenturm. Der vier Stockwerke hohe „Unterturm“ besteht aus roten Ziegelsteinen und wird von vier achteckigen Türmchen gekrönt. Das ist jetzt nichts Besonderes, aber zum richtigen Folly wird der Waterloo Tower erst durch den „Oberturm“, der sehr stark an den Pariser Eiffelturm erinnert. Das merkwürdige aufgesetzte Gebilde besteht aus weiß gestrichenem Gusseisen und ruht auf den vier Türmen des darunterliegenden Gebäudes.

Im Waterloo Tower hängen 12 Glocken, eine Seltenheit bei nichtkirchlichen Gebäuden, und geläutet werden sie von den Mitgliedern der Quex Park Society of Change Ringers. Die Bellringer üben hier zweimal im Monat, sonst hört man die Glocken nur zu besonderen Anlässen.
Der obere Turm ist der Kirche St Mary of Charity im nahegelegenen Faversham nachempfunden.

Vielleicht hat ja Gustave Eiffel bei einer seiner Reisen den Waterloo Tower gesehen und den Eiffelturm (bewusst oder unbewusst) in diesem Stil nachgebaut?

Hier ist der Waterloo Tower von einer Drohne aus gefilmt.

Vorbild für den Waterloo Tower: St Mary of Charity in Faversham (Kent).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. November 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Gwyn Headley – Der Mann, der die Follies liebt

Der Broadway Tower in den Cotswolds.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Follies haben es Gwyn Headley (geboren 1946) angetan, und die Initialzündung dafür könnte ein Besuch des Broadway Towers in den Cotswolds gewesen sein, den er zusammen mit seinen Eltern als Fünfjähriger unternahm. „Ein Folly unterscheidet sich von anderen nutzlosen Bauwerken durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee oder durch eine besonders ungewöhnliche, extravagante Ausführung„, so erklärt die Wikipedia den Begriff Folly. 1988 gründete Gwyn Headley die Folly Fellowship, deren Ziel es ist, diese exzentrischen Bauwerke in Großbritannien zu erhalten (ich berichtete in meinem Blog über die Gesellschaft). Er war jahrelang deren Präsident. Die „Continental secretaries“sind übrigens Rita & Pieter Boogaart in den Niederlanden, die beide das großartige Buch „A272 – An Ode to a Road“ geschrieben haben.

Gwyn Headley war immer auf der Suche nach Follies, die er noch nicht kannte, und das nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Übersee (er schrieb das Buch „Architectural Follies in America„, das 1996 erschien). Sein Standardwerk dürfte das 1986 von Jonathan Cape veröffentlichte Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales“ sein, das er zusammen mit Wim Meulenkamp verfasste, einem niederländischen Kunsthistoriker. Beide schrieben einige Jahre später gemeinsam noch ein weiteres Buch zum Thema „Follies, Grottoes & Garden Buildings“ (Aurum Press 1999). 2010 veröffentlichte Headley eine Serie von E-Books, in denen er  jeweils die Follies aller englischen Grafschaften auflistet.

Neben seiner Vorliebe für Follies beschäftigt sich Gwyn Headley mit Mahjong und hat darüber zusammen mit seiner späteren Frau Yvonne Seeley ein Buch geschrieben („Know The Game: Mah-Jong“), als auch mit Typografie („The Encyclopedia of Fonts“).

Foto meines Exemplares.

 

Published in: on 28. September 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Follies – Das Dinton Castle bei Dinton in Buckinghamshire

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Wir befinden uns mitten in Inspector Barnabys fiktivem Midsomer County: An der A418 zwischen Aylesbury und Thame in Buckinghamshire liegen die Dörfer, die in der TV-Serie als Drehorte verwendet wurden, wie an einer Perlenschnur aufgereiht: Haddenham, Chearsley, Cuddington, Westlington, Dinton. In meinem Blog habe ich die außerordentlich attraktiven Ortschaften vorgestellt, so auch Dinton mit seiner hübschen Kirche Saint Peter and Saint Paul an der Upton Road. Direkt daneben liegt Dinton Hall, ein sehr ansprechender Bau mit vielen Giebeln, der Mitte des 18. Jahrhunderts von Sir John Vanhattan bewohnt wurde. Was dem Herrn von Dinton Hall beim Blick aus den Fenstern fehlte, war eine Burg, die seine Augen erfreuen konnte, und so erbaute er Dinton Castle. Gleichzeitig diente die Burg zur Unterbringung seiner umfangreichen Fossiliensammlung, die er aber nicht in Schaukästen präsentierte, sondern in die Wände einmauern ließ. Dort finden sich also Ammoniten, Trilobiten und andere urzeitliche Versteinerungen. Sir John ließ seine Burg nie zu Ende bauen, es gab kein Dach und war eigentlich von Anfang an eine Ruine.
Bald rankten sich Legenden um Dinton Castle, so sollte der Geist von Simon Mayne, dem Henker von Charles I. in der Burg umgehen, der in Dinton wohnte.
Im November 2014 wurde die unter Denkmalschutz stehende Burg für £56,000 versteigert und soll als Wochenendresidenz für den neuen Besitzer umgebaut werden. Dinton Castle steht auf Privatgelände, kann also nicht besichtigt werden. Dieser Film zeigt die romantische Ruine.

Dinton und vor allem das benachbarte Westlington gehören für mich zu den schönsten Dörfern Buckinghamshires.

Fossilien aus der Sammlung Sir John Vanhattans im Mauerwerk der Burg.
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Published in: on 6. April 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Der Abberley Hall Clock Tower bei Great Witley in Worcestershire

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Über 50 m hoch ist der Uhrenturm von Abberley Hall im Nordwesten der Grafschaft Worcestershire, in der Nähe des Ortes Great Witley.  Doch wozu braucht man so einen hohen, separat vom Hauptgebäude stehenden Turm?

In der Zeit von 1883 bis 1884 wurde der Abberley Hall Clock Tower gebaut, der drei Zimmer im unteren Bereich, ein Nähzimmer und ein Glockenzimmer enthält, die alle so gut wie nie benutzt wurden; lediglich im 2. Weltkrieg wurde der Turm als Beobachtungsposten verwendet, um feindliche Flugzeuge zu melden, die in Richtung Birmingham unterwegs waren.

John Joseph Jones, der 1880 Abberley Hall erbte, gab den Turm in Auftrag. Als Grund nannte man damals, Jones wollte seinen vielen Bediensteten und Arbeitern keine Ausrede bieten, sie wüssten nicht wie spät es ist. Glaubhafter scheint aber eine andere Version zu sein: Ganz in der Nähe wohnte Lord Dudley auf Witley Court, zu dem eine gewisse Rivalität bestand und mit einem so gewaltigen Uhrenturm auf dem Gelände konnte Jones seinerzeit ganz schön auftrumpfen.

Auf Abberley Hall ist seit 1916 ein Internat untergebracht, die Abberley Hall School, und der Uhrenturm ist leider nicht zu besichtigen, außer an einigen wenigen Tagen. Schade, denn Liebhaber von Follies würden das sicher liebend gern tun.

Dieser Film verschafft einen Eindruck vom Inneren des Turms.

Ein Erkerfenster im Turm.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Erkerfenster im Turm.
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Blick vom Turm.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick vom Turm.
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Die Abberley Hall School.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 31. Januar 2017 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Follies – Humphrey Sturts Horton Tower bei Chalbury Common in Dorset

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„Solitary, massive and unusually ugly“, so beschreiben Gwyn Headley und Wim Meulenkamp den Horton Tower in ihrem Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales„. Der so abgewertete Turm steht einsam auf einer Wiese nahe der Dörfer Chalbury Common und Horton in Dorset. Mit 43 Metern Höhe gehört er zu den höchsten Follies im ganzen Land und wurde, wie sich das für ein Folly gehört, ohne erkennbaren Zweck von einem reichen Exzentriker gebaut, von Humphrey Sturt (1724-1786), so um 1750 herum. Sturt war Architekt und so entwarf er seinen einsamen Turm auch selbst. Wenn er nicht gerade Türme baute, war er im Londoner Parlament zu finden, denn zehn Jahre lang vertrat er als Member of Parliament die Grafschaft Dorset.

Man vermutete damals, dass der MP seinen Turm als Aussichtsplattform nutzen wollte, um von dort oben den Nachthimmel zu beobachten oder, eine andere Version, um bei der Jagd zuzusehen, die sich auf den Feldern darunter abspielte. Wie auch immer, der aus roten Ziegelsteinen gebaute, sechsstöckige Horton Tower, auch Sturt’s Tower genannt, wurde irgendwann nicht mehr geliebt und so verfiel er langsam vor sich hin. Besteigen kann man ihn schon lange nicht mehr, doch vor einiger Zeit hat der Turm einen praktischen Nutzen gefunden, denn die Firma Vodafone brachte an ihm Mobilfunkmasten an, diskret versteht sich, und verbunden mit einigen Restaurierungsarbeiten.

Kurzfristig herrschte im Jahr 1967 am Horton Tower einmal richtig Leben, als hier Dreharbeiten für den Spielfilm „Far From the Madding Crowd“ (Regie: John Schlesinger; dt. „Die Herrin von Thornhill“) stattfanden. Gedreht wurde im Inneren und zwar eine Hahnenkampfszene. Als das Filmteam abzog, verfiel der Turm wieder in einen Tiefschlaf.

Hier ist ein Film über den Horton Tower, von einer Drohne aus gesehen.

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Published in: on 5. Oktober 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Der Wainhouse Tower in Halifax (West Yorkshire) – Das höchste Folly der Welt

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Folly“ (so die Wikipedia) bezeichnet in der Gartenkunst ein Bauwerk, das sich durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee und seine extravagante Ausführung von anderen Gartenstaffagen unterscheidet. Der Begriff wird auch in der Architektur für einen ungewöhnlichen Zierbau verwendet.

Ich habe in diesem Blog im Laufe der Zeit schon einige besonders markante Follies in England vorgestellt, heute ist nun der Wainhouse Tower in Halifax in der Grafschaft West Yorkshire an der Reihe.

Mit 84 Metern Höhe ist der Turm das höchste Folly in der Welt und das will schon einiges heißen. Eigentlich sollte der Turm ein Schornstein werden, den John Edward Wainhouse von 1871 – 1875 errichten ließ. Da er aber die dazugehörige Fabrik verkaufte, bevor der Schornstein/Turm fertiggestellt war und der neue Besitzer ihn nicht haben wollte, behielt Wainhouse den Turm und wollte ihn als Observatorium umbauen. Der Architekt Richard Swarbrick Dugale baute jedoch derart viele Pfeiler, Säulen und Balustraden an, dass für ein Teleskop absolut kein Platz mehr gewesen wäre.

Nach dem Tode seines Besitzers wurde der Turm versteigert, wechselte mehrfach den Eigentümer und gehört jetzt dem Calderdale Council.

Im Juli 2008 wurde der Wainhouse Tower vollständig renoviert, da es Sicherheitsmängel gab und im Mai 2009 wieder der Öffentlichkeit übergeben, die an bestimmten Tagen im Jahr Zutritt hat, in diesem Jahr heute am 19. Juni  und am 29. August. Für  £2.50 kann man die 400 Stufen erklimmen und von oben einen grandiosen Blick auf Yorkshire genießen. Dieser außergewöhnlich schöne Film zeigt den Turm mit Hilfe einer Quadrocopter-Kamera.

Die Huffington Post zählt den Wainhouse Tower zu den 10 interessantesten Follies der Welt; in England gehören noch dazu: The Forbidden Corner bei Leyburn in North Yorkshire,  die Williamson Tunnels in Liverpool und Bettison’s Folly an der Ostküste von Yorkshire in Hornsea. Alle drei habe ich in meinem Blog bereits vorgestellt.

Man erreicht den Turm im Süden der Stadt Halifax zu Fuß von der Straße Wakefield Gate aus, die von der Skircoat Moor Road abzweigt.

Die imposante Kuppel des Turms.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die imposante Kuppel des Turms.
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Der Turm wirft seinen Schatten über Halifax.   © Copyright Ivan Hall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Turm wirft seinen Schatten über Halifax.
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Follies – Old John im Bradgate Park bei Leicester

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Der Bradgate Park ist ein öffentlicher Park, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt Leicester gelegen. Das Besondere an diesem Park ist ein Hügel auf dem ein Folly steht, der den Namen Old John trägt und die Form eines Bierkruges hat, was in England einmalig sein dürfte.
1784 wurde der Turm erbaut und diente eine Zeit lang als Beobachtungsposten, von dem aus man sehr schön die Pferderennen sehen konnte, die auf der Rennbahn, die um den Turm herumführte, ausgetragen wurden.

Wie kam es nun zu dem Namen „Old John“? Einer örtlichen Legende nach geriet am 31. Oktober 1786 auf dem Hügel ein Freudenfeuer zu Ehren der Volljährigkeit des Sohnes des fünften Earls of Stamford außer Kontrolle, und einer der brennenden Äste stürzte auf die Anwesenden, wobei ein Arbeiter namens John erschlagen wurde. Der Earl wollte dem Mann posthum noch etwas Gutes tun und benannte den Turm in Erinnerung an ihn Old John. Dichtung oder Wahrheit???
Der abgeschiedene Turm ist in der Regel geschlossen, er wird nur zu bestimmten Anlässen zur Besteigung freigegeben.

Der große Bradgate Park ist ein Erholungsgebiet für die Bewohner von Leicester und sehr beliebt für Picknickausflüge. Hier ist ein Film über Old John von einem Quadrocopter aus aufgenommen.

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Published in: on 5. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Bettison’s Folly in Hornsea an der Ostküste von Yorkshire

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Es war einmal ein gewisser William Bettison, ein wohlhabender Geschäftsmann, der in Hull arbeitete und der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hornsea an der Ostküste von Yorkshire lebte. Wenn er abends von der Arbeit nach Hause kam, war er immer sehr hungrig und ungehalten, wenn sein Küchenpersonal das Abendessen nicht rechtzeitig auf den Tisch brachte. Da hatte er an einem Tag des Jahres 1844 eine geniale Idee: Er ließ am Willows Drive, wo er damals wohnte, einen rund 18 Meter hohen Turm bauen, auf dem jeweils einer seiner Bediensteten nachmittags nach Mr. Bettisons Kutsche Ausschau halten musste. Sobald der Diener seinen Herren am Horizont erspäht hatte, informierte er die Küche, die daraufhin mit Hochdruck das Essen zubereitete und kaum war die Kutsche samt Passagier vorgefahren, stand auch schon das Abendessen auf dem Tisch. Kein Warten mehr, kein knurrender Magen, kein ungehaltener hungriger Hausherr…und das alles war dem Turm zu verdanken, der bald darauf den Namen Bettison’s Folly erhielt. Übrigens soll der knauserige Mr. Bettison den Bauunternehmer, der den Turm hochgezogen hatte, nie bezahlt haben.

Der zinnenbewehrte Turm steht noch heute am Willows Drive; die Besitzer wechselten häufig. In den letzten Jahren drängte man den Hornsea Town Council, das Bauwerk zu übernehmen, damit es nicht verfiel, doch der lehnte aus Kostengründen ab. So war man in der Stadt erleichtert, als 2011 zwei Geschäftsleute aus Hornsea Bettison’s Folly für den symbolischen Kaufpreis für £1 übernahmen. Die beiden Männer kümmern sich um den unter Denkmalschutz stehenden Turm, und an ganz wenigen Tagen ist er auch für die Öffentlickeit zugänglich.

Hier ist ein Film über Hornsea, in dem auch das Folly zu sehen ist.

Published in: on 31. Mai 2015 at 02:00  Comments (1)  
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The Ashton Memorial in Lancaster (Lancashire) – Ein Folly aus dem frühen 20. Jahrhundert

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James Williamson, 1st Baron Ashton (1842-1930), war ein wohlhabender Mann, der sein beträchtliches Vermögen durch die Produktion von Linoleum und Wachstuch erwarb. Der „Oil Cloth King of Lancaster„, dort war Williamson ansässig, legte, gemeinsam mit seinem Vater, den riesigen Williamson Park an, der noch heute für die Bewohner der Stadt in Lancashire ein Naherholungsgebiet ist. Nach dem Tod seiner zweiten Frau, Jessie Ashton, ließ Williamson zu ihrer Erinnerung von dem Architekten John Belcher hoch auf einem Hügel über Lancaster ein Memorial bauen, das zu einer Art Wahrzeichen für die Stadt im Nordwesten Englands geworden ist. „England’s grandest folly“ wird das Ashton Memorial auch genannt, denn das pompöse Gebäude diente keinem besonderen Zweck, es war einfach nur schön anzusehen mit seiner kupfernen Kuppel und der verschnörkelten Fassade. Geschmückt wird es von Skulpturen, die Handel, Wissenschaft, Gewerbe und Kunst darstellen. 1909 war es nach dreijähriger Bauzeit fertig geworden.

Vom Ashton Memorial hat man einen grandiosen Blick auf Lancashire; bei besonders klarem Wetter soll man sogar den Blackpool Tower sehen können. Heute steht das Memorial, das dem Lancaster City Council gehört, für Ausstellungen und Konzerte zur Verfügung und kann man es z.B. für Hochzeitsfeiern mieten.

Auch Geisterjäger haben das Ashton Memorial entdeckt, denn hier soll es so richtig spuken; kein Wunder liegt es doch direkt neben dem Gallows Hill, wo bis zum Jahr 1800 Dutzende von Menschen am Galgen zu Tode kamen. Die berüchtigten Hanging Judges of Lancaster kannten keine Gnade und verurteilten reihenweise Angeklagte zum Tod. Auch zehn der sogenannten Pendle Witches wurden hier oben auf dem Gallows Hill am 20. August 1612 hingerichtet. Im Oktober 2009 besuchte das Team der Geisterjäger-Sendung „Most Haunted“ mit Yvette Fielding das Ashton Memorial und den Gallows Hill und sie verbrachten hier zwei unruhige Nächte.

Hier ist ein Film über das Ashton Memorial, von einem Quadrocopter aufgenommen.

Das Innere des Ashton Memorials.    © Copyright Graham Robson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Innere des Ashton Memorials.
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Blick auf die Stadt Lancaster vom Ashton Memorial aus.    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick auf die Stadt Lancaster vom Ashton Memorial aus.
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Der Freston Tower bei Ipswich in Suffolk – Englands ältester Folly, mietbar über den Landmark Trust

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Den Landmark Trust habe ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt. Über den Trust hat man die Möglickeit, in historischen oder anderweitig interessanten Gebäuden zu wohnen. In der Regel kauft der Trust vernachlässigte, nicht mehr gebrauchte alte Gebäude auf, renoviert sie von Grund auf und vermietet sie an Urlauber.

Der Freston Tower bei Ipswich in Suffolk ist eines jener Landmark Trust-Objekte, das 1999 in seinen Besitz kam. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Turm gebaut, warum und wofür ist nie so ganz klar geworden. Möglicherweise sollte er als Ausguck dienen, um herannahende Piratenschiffe frühzeitig zu sichten, vielleicht war er auch nur ein Folly; wenn, dann ist er der älteste Folly im ganzen Land.

Es existiert  eine schöne Geschichte über den Turm, die 1850 in dem Roman „Freston Tower“ erschien, geschrieben von Reverend Richard Cobbold:

Lord Freston, einstiger Besitzer des sechsstöckigen Turmes, hatte eine bildhübsche Tochter namens Ellen. Für sie baute er den Freston Tower als Schule um und zwar so, dass jedes Stockwerk für einen bestimmten Unterrichtsstoff diente. Montags begann die Unterrichtswoche im Erdgeschoss mit dem Thema Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Dienstags stand im ersten Stock Weben auf dem Plan.Der Mittwoch war im zweiten Stock ganz der Musik gewidmet. Donnerstags durfte Ellen im dritten Stock Malen. Klassische und englische Literatur  wurde am Freitag im vierten Stock gelehrt und schließlich musste sich die junge Dame am Samstag im fünften Stock mit Astronomie auseinandersetzen; die dazu erforderlichen Geräte standen ganz oben auf dem Turm. Eine wirklich schöne Geschichte.

Wer heute im Freston Tower wohnen möchte, der kann sich an den Landmark Trust wenden. In jedem Stockwerk gibt es ein Zimmer; geeignet ist der Turm für maximal vier Personen (die möglichst nicht gehbehindert sein sollten, denn einen Fahrstuhl gibt es nicht, dafür aber eine steile Wendeltreppe). Ganz oben auf dem Turm gibt es dann eine grandiose Aussicht auf den River Orwell (nach dem sich der Schriftsteller Eric Blair in George Orwell umbenannte) und die Landschaft von Suffolk.  Vier Übernachtungen kosten z.B. im Oktober £677.

Dieser Film zeigt den Freston Tower und seine nähere Umgebung.

Ganz oben auf dem Freston Tower.    © Copyright Bob Jones and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ganz oben auf dem Freston Tower.
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Published in: on 2. August 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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The Druid’s Temple bei Ilton (North Yorkshire) – Das Stonehenge des Nordens

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Stonehenge in Wiltshire ist eine der größten Touristenattraktionen Englands und zieht jedes Jahr unzählige Menschen an. Entsprechend voll ist es dort auch und eine besondere Stimmung mag nicht so recht aufkommen. Die vielbefahrene A303 führt direkt an der prähistorischen Stätte vorbei.
Sehr viel ruhiger geht es am „Stonhenge des Nordens“ zu, dem Druid’s Temple bei Ilton in North Yorkshire, ein paar Kilometer südwestlich der Bierstadt Masham. Hier führt keine A- oder B-Straße vorbei, die Steinformationen stehen am Ende des schmalen Knowle Lanes in einem Waldgebiet. Allerdings kann der Druid’s Temple, was das Alter angeht, dem großen Bruder im Süden das Wasser absolut nicht reichen, denn die Geburtsstunde des Druidentempels schlug etwa um das Jahr 1800 herum.

Initiator der Anlage war William Danby (1752-1833), ein Schriftsteller, der im nahegelegenen Swinton Park lebte. Er schrieb Bücher mit recht eigenartigen Titeln wie „Thoughts on Various Subjects“ oder „Thoughts, Chiefly on Serious Subjects“. Danby kam auf die Idee, hier oben ein Gegenstück zu Stonehenge zu schaffen, in erster Linie um der hohen Arbeitslosigkeit, die in der Region herrschte, entgegenzutreten. Jeder Arbeiter erhielt einen Shilling pro Tag, was für damalige Verhältnisse gar nicht so schlecht war. Aber die Arbeit war hart und nicht ungefährlich, denn die herangebrachten Steine waren extrem schwer. Danby war ein Perfektionist, alles musste genauso ausgeführt werden wie er es sich vorgestellt hatte. So finden wir hier im Wald Altäre, Dolmen, Menhire und alle möglichen anderen Steingebilde.

Der Erbauer wollte für seine Tempelanlage einen Eremiten haben und suchte jemanden, der sieben Jahre lang hier mitten im Wald wohnte, mit niemandem sprach und sich einen langen Bart wachsen ließ; für die Verpflegung wollte Danby sorgen. Niemand hielt aber die sieben Jahre durch, einer soll es immerhin über vier Jahre ausgehalten haben.

Danbys Swinton Park wurde 2001 als Luxushotel eröffnet; es ist wirklich ein sehenswertes Gebäude, in dem ich leider noch nicht übernachtet habe, aber bei meinem nächsten Besuch in North Yorkshire steht es ganz oben auf meiner Liste.

Hier sind einige Bilder der Anlage zu sehen.

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Hier wohnte einst William Danby, jetzt ist es ein Luxushotel.    © Copyright Michael King and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Swinton Park: Hier wohnte einst William Danby, jetzt ist es ein Luxushotel.
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Published in: on 18. März 2014 at 02:00  Kommentar verfassen  
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