Der Exzentriker „Mad Jack“ Fuller und seine Follies in Brightling (East Sussex)

Die Büste von „Mad Jack“ Fuller in der Kirche von St Thomas a Beckett in Brightling.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Über John Fuller (1757-1834), der der Nachwelt als „Mad Jack“ Fuller in Erinnerung geblieben ist, habe ich in meinem Blog schon vor längerer Zeit geschrieben, in Zusammenhang mit seiner exotischen Begräbnisstätte, einer Pyramide, auf dem Friedhof von St Thomas a Beckett in der Gemeinde Brightling in East Sussex. In der Kirche erinnert auch eine Büste an den Mann, der gleich neben der Kirche auf dem Familiensitz der Fullers wohnte, Rose Hill, das spätere Brightling Park.

Mr. Fuller war ein Exzentriker und auch ein Menschenfreund, der beispielsweise eine Mauer um den Familiensitz bauen ließ, die eigentlich nicht erforderlich war, aber er wollte den Menschen in der Region Arbeit verschaffen, und so entstand eine 1,2 Meter hohe und 6,4 Kilometer lange Umfriedung um Rose Hill. Er ließ auch eine Mauer um den Friedhof herum bauen, als Gegenleistung für die Genehmigung, seine Pyramide auf dem Friedhofsgelände zu errichten.

In Brightling erinnern einige Bauwerke an Mad Jack, die noch heute stehen und die als Follies gelten. Als da sind:

Die Brightling Needle, ein 20 Meter hoher Obelisk, auf einer Erhebung angelegt, der möglicherweise an den Sieg Wellingtons über Napoleon erinnern soll. 1985 kam es zu einer Kontroverse über den Erhalt der Needle, die sich in einem sehr schlechten Zustand befand. Einige wollten sie abreißen lassen, doch der East Sussex County Council entschied sich dafür, sie restaurieren zu lassen.

The Observatory, zu dem sich Mad Jack von seinem Freund, dem Astronomen Sir William Herschel anregen ließ. Entworfen wurde das Observatorium, das über alles verfügte, was damals ein Astronom benötigte, von dem Architekten Sir Robert Smirke; auch eine Camera Obscura, die zu dieser Zeit sehr beliebt war, wurde dort eingebaut.

The Sugarloaf. Das rund 10 Meter hohe spitze Gebäude diente tatsächlich eine Zeit lang als Wohnhaus. Man erzählt sich die Geschichte, dass The Sugarloaf praktisch über Nacht gebaut wurde, damit Mad Jack eine Wette gewinnen konnte. Er hatte nämlich behauptet, dass er von Rose Hill aus den Kirchturm von St Giles in der Nachbargemeinde Dallington sehen könnte, was aber leider nicht stimmte. Also beauftragte er einige Männer damit, dieses Bauwerk schnell hochzuziehen…und er gewann die Wette.

Der Rotunda Temple wurde von dem berühmten Landschaftsgärtner Sir Humphry Repton vorgeschlagen und von Sir Robert Smirke entworfen. Wozu dieses Folly gut war, bleibt bis heute unklar, aber es ranken sich Legenden darum und es heißt, Mad Jack hätte darin wilde Orgien gefeiert.

The Hermit’s Tower oder einfach nur The Tower sollte wohl einen Eremiten beherbergen, aber Mad Jack fand niemanden, der sich dort für sieben Jahre niederlassen wollte.

Brightling Park wird heute für die Aufzucht von Rennpferden genutzt.

Die Brightling Needle.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Observatory.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

The Sugarloaf.
Photo © Janet Richardson (cc-by-sa/2.0)

The Tower.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 11. Juni 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Knill’s Monument bei St Ives in Cornwall

Der Herzenswunsch des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt St Ives an der Nordküste Cornwalls namens John Knill (1733-1811) war es, in einem von ihm selbst entworfenen Mausoleum oberhalb des Ortes für alle Zeiten beigesetzt zu werden. So baute er 1782 auf dem Worvas Hill in der Nähe der Carbis Bay eine 15m hohe dreieckige Pyramide… und dann kam alles anders, als es der leicht exzentrische Knill geplant hatte. Er starb 1811 in London und wurde auch dort beerdigt, auf dem Holborn Cemetery. Gut, dass er das zu seinen Lebzeiten nicht gewusst hat! So blickt auch heute noch Knill’s Monument auf die schöne Landschaft Cornwalls herab.

In seinem Testament stellte Knill Geld für den Unterhalt seines Mausoleums zur Verfügung und auch £25 für eine merkwürdige Zeremonie, die erstmals 1801 in seiner Anwesenheit durchgeführt wurde und die alle 5 Jahre wiederholt wird.
Jeweils  am 25. Juli müssen 10 Mädchen, alle 10 Jahre alt und weiß gekleidet, zum Monument gehen, begleitet von zwei Witwen, einem Geistlichen, einem Geigenspieler, dem Bürgermeister von St Ives und einem Zollbeamten. Dort singen sie alle den 100. Psalm und anschließend tanzen die Mädchen zu den Klängen des Geigenspielers eine Viertelstunde um das Monument.

Für diese Bemühungen werden die Teilnehmer der Zeremonie von den hinterlassenen £25 (nicht gerade fürstlich) entlohnt; d.h. £15 entfallen auf die Mädchen, Witwen usw. und £10 waren für ein Abendessen vorgesehen, das Bürgermeister, Geistlicher und Zollbeamter zu sich nahmen, wozu sich jeder zwei Gäste aussuchen durfte. Schauplatz des Abendessens: Der George and Dragon Inn am Market Square in St Ives. Wie weit das Geld für die neun Esser reichte ist mir nicht bekannt, aber vielleicht gelang es ja dem George and Dragon für ca £1 pro Person ein schmackhaftes Essen zu zaubern, denn damals war das britische Pfund ja bedeutend mehr wert. Der Pub existiert nicht mehr, er wurde 1887 abgerissen.

Die nächste Zeremonie findet am 25. Juli 2021 statt.

Der Roman „The Sign of the Triangle“ von Joseph Hocking (1860-1937) spielt übrigens am Knill’s Monument.

Hier ist ein kurzer Filmclip von der Zeremonie und hier vom Monument.

Published in: on 4. Juni 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Follies – Jack the Treacle Eater im Barwick Park bei Yeovil in Somerset

1987 veröffentlichte der Schriftsteller Charles Causley (1917-2003) ein Kinderbuch mit dem Titel „Jack the Treacle Eater“ (es wurde nicht ins Deutsche übersetzt), das eine Gedichtsammlung enthält, auf deren Umschlagbild ein junger Mann zu sehen ist, der es offenbar sehr eilig hat und in den Händen ein Dokument zu halten scheint. Wer ist denn dieser sirupessende Jack, der im Sauseschritt durch die Landschaft läuft? Das Gedicht über Jack beginnt so:

Here comes Jack the Treacle Eater,
Never swifter, never sweeter,
With a pack of messages,
Some long, some shorter,
From my Lord and Master’s quarter
(Built like a minaret)
Somewhere in Somerset.

Jack war ein Bote, der wichtige Botschaften der Newman-Familie von ihrem Landsitz Barwick Park bei Yeovil in Somerset nach London brachte (John und Grace Newman hatten Barwick Park im Jahre 1770 errichten lassen) und damit er die Langstrecke stets gut bewältigen konnte, wurde er vorzugsweise mit großen Portionen Sirup gestärkt. Immerhin beträgt die Entfernung Yeovil – London rund 200 Kilometer.

Auf dem Gelände des Barwick Parks finden wir ein Folly, also einen Zierbau, der vor allem zur Verschönerung des Landsitzes errichtet wurde, und der nach dem Langstreckenläufer Jack the Treacle Eater benannt worden ist. Den Auftrag zur Errichtung des Follies soll George Messiter, ein Fabrikant von Handschuhen, gegeben haben, der Anfang des 19. Jahrhunderts den Besitz in Somerset übernommen hatte. Angeblich soll Messiter das turmähnliche Gebäude in erster Linie bauen lassen, um einigen arbeitslosen Menschen in der Region eine Beschäftigung und ein Einkommen zu geben. Es gibt aber auch eine andere Version, die besagt, dass das Folly schon fünfzig Jahre früher erbaut worden ist. Leider lässt sich das genaue Alter nicht mehr feststellen.

Jack the Treacle Eater besteht aus einem Bogen aus unbehauenen Steinen, darauf steht eine Art Turm mit einer Holztür (ob es dazu wohl noch einen Schlüssel gibt? Was findet man hinter der Tür?). Gekrönt wird das merkwürdige Gebilde von dem Götterboten Hermes, und da haben wir die Verbindung: Jack war eine Berufskollege von Hermes, beide hatten die Aufgabe, Botschaften zu überbringen. Der Legende nach soll Jack alias Hermes des Nachts vom Turm heruntersteigen, um sich am nahe gelegenen See zu erfrischen, denn Sirup soll angeblich sehr durstig machen.

Im Barwick Park gibt es noch weitere Follies, den Rose Tower, den Fish Tower und den Obelisken, die aber im Vergleich zum Treacle Eater nicht so attraktiv sind. Der Landsitz befindet sich in Privathand und ist nicht zu besichtigen.

In Yeovil gibt es eine Gruppe von Morris Dancers, die sich Treacle Eater Clog nennen und die in diesem Film in Aktion zu sehen sind.

 

Published in: on 9. Mai 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Wentworth Follies Teil 4: The Rockingham Mausoleum

Wenn man auf einem Landsitz ein Mausoleum findet, geht man eigentlich davon aus, dass darin ein ehemaliger Bewohner beigesetzt ist; in Wentworth Woodhouse ist das aber nicht der Fall. William Wentworth-Fitzwilliam, 4th Earl Fitzwilliam, ließ das Gebäude nach dem Tod seines Onkels, des 2. Marquess of Rockingham erbauen, aus Dankbarkeit für das reiche Erbe, das er nach dessen Tod im Jahr 1782 erhielt, wodurch der Earl zu einem der reichsten Männer Englands wurde.

Auch für den Bau des Mausoleums wurde der Architekt John Carr engagiert; die Bauarbeiten dauerten von 1785 bis 1789. Carrs Plan war, ein dreistöckiges Gebäude in neoklassizistischem Stil zu schaffen, eingerahmt von vier Obelisken, die früher direkt am Herrenhaus standen. Die sterblichen Überreste des 2. Marquess of Rockingham fanden allerdings nicht ihre letzte Ruhestätte in diesem imposanten Mausoleum, er wurde im York Minster beigesetzt. Dafür findet man im Inneren ein Standbild von ihm, das der berühmte Bildhauer Joseph Nollekens (1737-1828) angefertigt hatte. In den Nischen im Erdgeschoss stehen Büsten von Rockinghams engsten Freunden: Edmund Burke, Charles James Fox, Admiral Keppel, Lord John Cavendish, John Lee, the Duke of Portland, Frederick Montagu und Sir George Saville. Dabei handelt es sich allerdings nicht mehr um die Originale, die aus Sicherheitsgründen durch Abgüsse ersetzt worden sind.
Der große Sarkophag im ersten Stock ist leer.

Seit 1991 ist das Rockingham Mausoleum für die Öffentlichkeit freigegeben worden, die es von Ende Mai bis Ende August jeweils sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr besichtigen darf.

Dieser Film zeigt das Mausoleum, von einer Drohne aus gefilmt.

Das Deckengewölbe des Mausoleums.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 26. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Wentworth Follies – Teil 3: Keppel’s Column

Augustus Keppel, 1. Viscount Keppel (1725-1786) war ein guter Freund des 2. Marquis of Rockingham, dem Besitzer des Wentworth Woodhouse Estates, und ihm zu Ehren ließ der Marquis eine Säule auf seinem Grundstück erbauen, die Keppel’s Column. Der Admiral stand nach der Schlacht bei Ouessant (1778) vor dem Kriegsgericht, wurde aber freigesprochen, und das nahm der Marquis of Rockingham zum Anlass, am Südende seines Parks die Säule zu errichten, die eigentlich noch höher und mit einer Skulptur des Admirals versehen werden sollte. Doch daraus wurde nichts; es wird vermutet, dass dem Marquis das Geld ausgegangen war, so dass wir es heute immer noch mit einer nicht ganz fertiggestellten Säule zu tun haben.
Entworfen wurde sie von dem Architekten John Carr (1723-1807), einem außergewöhnlich kreativen und produktiven Mann, der vor allem im Norden Englands zahlreiche Arbeiten geleistet hat wie u.a. am Harewood House, am Castle Howard, am Raby Castle und natürlich auch am Wentworth Woodhouse selbst.

Bis in die 1960er Jahre war es möglich, die 35 Meter hohe Säule zu besteigen, aber leider ist sie mittlerweile so instabil geworden, dass ein Besuch nicht mehr erlaubt ist. Glücklicherweise gibt es aber Drohnen, die mit ihren Kameras wunderschöne Ausblicke auf Keppel’s Column einfangen können wie dieser Film zeigt.

Blick auf Keppel’s Column vom Wentworth Woodhouse aus.
Photo © Terry Robinson (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 25. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Wentworth Follies – Teil 2: Hoober Stand

1747/48 wurde der Hoober Stand, ein weiteres Folly auf dem Gelände des Wentworth Woodhouse Estates, gebaut. Entworfen hat dieses pyramidenartige Gebäude Henry Flitcroft, ein Architekt, der auch am Haupthaus einige Erweiterungen vorgenommen hat, das sich rühmen darf, die längste Frontfassade aller englischen Landsitze zu haben. Der Hoober Stand wurde zur Erinnerung an die Niederschlagung des Jakobitenaufstands erbaut. Thomas Watson Wentworth kämpfte an der Seite Georgs II. gegen die Aufständler und wurde dafür vom König in den Stand eines Marquis erhoben. Aus Dankbarkeit errichtete der frischgebackene Marquis of Rockingham den dreißig Meter hohen Turm über dessen Eingangstür die Worte stehen:

„This pyramidall building was erected by his Majestys most dutiful subject Thomas Marquess of Rockingham in grateful respect to the preserver of our religious laws and libertys King George the Second who, by the blessing of God having subdued a most unnatural rebellion in Britain anno 1746 maintains the balance of power and settles a just and honourable peace in Europe 1748“.

Das dreieckige Gebäude verfügt über eine Aussichtsplattform, die man über 155 Stufen erreicht und von der aus man einen Blick auf das Wentworth Woodhouse-Hauptgebäude und die umliegende Landschaft hat. Man kann den Turm/die Pyramide von Ende Mai bis Ende September jeweils sonntags von 14 Uhr bis 17 Uhr besteigen.

Ehe ich es vergesse: Der Name Hoober Stand kommt von dem nahegelegenen Dörfchen Hoober.
Diese kamerabestückte Drohne zeigt uns sehr schöne Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven vom Hoober Stand.

Blick vom Hoober Stand auf Wentworth Woodhouse.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Februar 2018 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Die Wentworth Follies – Teil 1: The Needle’s Eye

Nur wenige Kilometer von Rotherham (South Yorkshire) entfernt im Wentworth Park stehen die vier sogenannten Wentworth Follies, von denen ich heute als erstes The Needle’s Eye vorstellen möchte.
Der 2. Marquis of Rockingham, zweimaliger Premierminister Englands Ende des 18. Jahrhunderts, war der „Schöpfer“ dieser rund 15 m hohen Pyramide. Wann sie genau gebaut wurde, ist nicht eindeutig, es muss aber in etwa zwischen 1740 und 1745 gewesen sein.

Warum nun wurde diese steinerne Pyramide, die von einer Urne gekrönt wird, gebaut? Es existiert da eine nette Geschichte, deren Wahrheitsgehalt aber auf sehr tönernen Füßen steht:
Der 2. Marquis of Rockingham soll einmal, während er nicht mehr ganz nüchtern war, eine Wette abgeschlossen haben, bei der er behauptete, er könne eine Kutsche durch ein Nadelöhr fahren. Am nächsten Morgen, bei genauerer und nüchterner Betrachtung dieser Wette, musste er doch feststellen, dass das wohl nicht zu bewerkstelligen ist, es sei denn… er baute einen Torbogen, der breit genug war, um mit einer Kutsche hindurchfahren zu können und nannte das ganze einfach „Needle’s Eye“ und schwupps war die Wette gewonnen.
Da in der Pyramide einige Einschusslöcher zu finden sind, wird auch gemutmaßt, dass hier einmal Exekutionen stattgefunden haben könnten.

The Needle’s Eye gibt nach wie vor einige Rätsel auf und bleibt vielleicht für immer ein Geheimnis des 2. Marquis of Rockingham. Hier ist ein Drohnenflug über dem Folly zu sehen.

Published in: on 23. Februar 2018 at 02:00  Comments (2)  
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Follies – Der Charborough Tower bei Morden (Dorset)

Nördlich von Wareham in Dorset, bei dem Dörfchen Morden, liegt ein Folly, das das Countryfile Magazine unter die Top 10 Großbritanniens gewählt hat: Der Charborough Tower, ein 1790 von der Drax-Familie, die hier auch heute noch im Charborough House wohnt, erbauter Turm im gotischen Stil auf dem Gelände des Charborough Park Estates.

Eine Plakette am Turm informiert über die Baugeschichte:

„This tower was built by Edward Drax, Esquire, in the year 1790, during the short time he was the possessor of Charborough. It was struck by lightning on the 29th November 1838, which so damaged it that it became necessary to take down the greater part. It was rebuilt in 1839 by John Samuel Wanley Sawbridge Erle Drax Esquire who carried it forty feet higher than it was originally built, making the present height upward of one hundred feet.“

Der 30m hohe Turm ist achteckig und scheint fünf Stockwerke zu haben. Vom Charborough House führt ein großartiger Zugang zum Turm; über einen von einer steinernen Balustrade gesäumten, breiten, grasbewachsenen Weg gelangt man zu diesem Dorsetschen Folly, das leider nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur an einigen Tagen im Jahr besteht die Möglickeit, sich das Anwesen und den Turm anzusehen, meist in Zusammenhang mit einer Veranstaltung für wohltätige Zwecke.

Im Turm führt eine steinerne Wendeltreppe bis zur Aussichtsplattform, von der aus man seinen Blick über vier Grafschaften schweifen lassen kann. Verziert ist der Charborough Tower mit steinernen Fratzen und Wasserspeiern.

Thomas Hardys Roman „Two on a tower“ aus dem Jahr 1882 ist hier angesiedelt. So weit ich ermitteln konnte, ist dieses Buch nie in die deutsche Sprache übersetzt worden.

Charborough Park
Wareham
Dorset
BH20 7EN

Gargoyles am Turm.
Photo © Chris Downer (cc-by-sa/2.0)

Charborough House
Photo © John Lamper (cc-by-sa/2.0)

 

Published in: on 9. Dezember 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Der Waterloo Tower im Quex Park bei Birchington in Kent

In einem Land, das reich an verrückten Gebäuden, sogenannten Follies, ist, fällt sogar der Waterloo Tower noch besonders auf. Das über 60 m hohe Gebäude, das aus zwei übereinanderstehenden Türmen besteht, ist auf dem Gelände des Quex Parks zu finden, einige Meilen westlich von Margate bei Birchington in Kent.

Im Jahr 1819 wurde hier der Waterloo Tower von John Powell Powell erbaut, und er sollte zwei Funktionen erfüllen: Er beherbergt ein Mausoleum und einen Glockenturm. Der vier Stockwerke hohe „Unterturm“ besteht aus roten Ziegelsteinen und wird von vier achteckigen Türmchen gekrönt. Das ist jetzt nichts Besonderes, aber zum richtigen Folly wird der Waterloo Tower erst durch den „Oberturm“, der sehr stark an den Pariser Eiffelturm erinnert. Das merkwürdige aufgesetzte Gebilde besteht aus weiß gestrichenem Gusseisen und ruht auf den vier Türmen des darunterliegenden Gebäudes.

Im Waterloo Tower hängen 12 Glocken, eine Seltenheit bei nichtkirchlichen Gebäuden, und geläutet werden sie von den Mitgliedern der Quex Park Society of Change Ringers. Die Bellringer üben hier zweimal im Monat, sonst hört man die Glocken nur zu besonderen Anlässen.
Der obere Turm ist der Kirche St Mary of Charity im nahegelegenen Faversham nachempfunden.

Vielleicht hat ja Gustave Eiffel bei einer seiner Reisen den Waterloo Tower gesehen und den Eiffelturm (bewusst oder unbewusst) in diesem Stil nachgebaut?

Hier ist der Waterloo Tower von einer Drohne aus gefilmt.

Vorbild für den Waterloo Tower: St Mary of Charity in Faversham (Kent).
Photo © pam fray (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 5. November 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Gwyn Headley – Der Mann, der die Follies liebt

Der Broadway Tower in den Cotswolds.
Photo © Robin Webster (cc-by-sa/2.0)

Follies haben es Gwyn Headley (geboren 1946) angetan, und die Initialzündung dafür könnte ein Besuch des Broadway Towers in den Cotswolds gewesen sein, den er zusammen mit seinen Eltern als Fünfjähriger unternahm. „Ein Folly unterscheidet sich von anderen nutzlosen Bauwerken durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee oder durch eine besonders ungewöhnliche, extravagante Ausführung„, so erklärt die Wikipedia den Begriff Folly. 1988 gründete Gwyn Headley die Folly Fellowship, deren Ziel es ist, diese exzentrischen Bauwerke in Großbritannien zu erhalten (ich berichtete in meinem Blog über die Gesellschaft). Er war jahrelang deren Präsident. Die „Continental secretaries“sind übrigens Rita & Pieter Boogaart in den Niederlanden, die beide das großartige Buch „A272 – An Ode to a Road“ geschrieben haben.

Gwyn Headley war immer auf der Suche nach Follies, die er noch nicht kannte, und das nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Übersee (er schrieb das Buch „Architectural Follies in America„, das 1996 erschien). Sein Standardwerk dürfte das 1986 von Jonathan Cape veröffentlichte Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales“ sein, das er zusammen mit Wim Meulenkamp verfasste, einem niederländischen Kunsthistoriker. Beide schrieben einige Jahre später gemeinsam noch ein weiteres Buch zum Thema „Follies, Grottoes & Garden Buildings“ (Aurum Press 1999). 2010 veröffentlichte Headley eine Serie von E-Books, in denen er  jeweils die Follies aller englischen Grafschaften auflistet.

Neben seiner Vorliebe für Follies beschäftigt sich Gwyn Headley mit Mahjong und hat darüber zusammen mit seiner späteren Frau Yvonne Seeley ein Buch geschrieben („Know The Game: Mah-Jong“), als auch mit Typografie („The Encyclopedia of Fonts“).

Foto meines Exemplares.

 

Published in: on 28. September 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Das Dinton Castle bei Dinton in Buckinghamshire

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Wir befinden uns mitten in Inspector Barnabys fiktivem Midsomer County: An der A418 zwischen Aylesbury und Thame in Buckinghamshire liegen die Dörfer, die in der TV-Serie als Drehorte verwendet wurden, wie an einer Perlenschnur aufgereiht: Haddenham, Chearsley, Cuddington, Westlington, Dinton. In meinem Blog habe ich die außerordentlich attraktiven Ortschaften vorgestellt, so auch Dinton mit seiner hübschen Kirche Saint Peter and Saint Paul an der Upton Road. Direkt daneben liegt Dinton Hall, ein sehr ansprechender Bau mit vielen Giebeln, der Mitte des 18. Jahrhunderts von Sir John Vanhattan bewohnt wurde. Was dem Herrn von Dinton Hall beim Blick aus den Fenstern fehlte, war eine Burg, die seine Augen erfreuen konnte, und so erbaute er Dinton Castle. Gleichzeitig diente die Burg zur Unterbringung seiner umfangreichen Fossiliensammlung, die er aber nicht in Schaukästen präsentierte, sondern in die Wände einmauern ließ. Dort finden sich also Ammoniten, Trilobiten und andere urzeitliche Versteinerungen. Sir John ließ seine Burg nie zu Ende bauen, es gab kein Dach und war eigentlich von Anfang an eine Ruine.
Bald rankten sich Legenden um Dinton Castle, so sollte der Geist von Simon Mayne, dem Henker von Charles I. in der Burg umgehen, der in Dinton wohnte.
Im November 2014 wurde die unter Denkmalschutz stehende Burg für £56,000 versteigert und soll als Wochenendresidenz für den neuen Besitzer umgebaut werden. Dinton Castle steht auf Privatgelände, kann also nicht besichtigt werden. Dieser Film zeigt die romantische Ruine.

Dinton und vor allem das benachbarte Westlington gehören für mich zu den schönsten Dörfern Buckinghamshires.

Fossilien aus der Sammlung Sir John Vanhattans im Mauerwerk der Burg.
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Published in: on 6. April 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Der Abberley Hall Clock Tower bei Great Witley in Worcestershire

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Über 50 m hoch ist der Uhrenturm von Abberley Hall im Nordwesten der Grafschaft Worcestershire, in der Nähe des Ortes Great Witley.  Doch wozu braucht man so einen hohen, separat vom Hauptgebäude stehenden Turm?

In der Zeit von 1883 bis 1884 wurde der Abberley Hall Clock Tower gebaut, der drei Zimmer im unteren Bereich, ein Nähzimmer und ein Glockenzimmer enthält, die alle so gut wie nie benutzt wurden; lediglich im 2. Weltkrieg wurde der Turm als Beobachtungsposten verwendet, um feindliche Flugzeuge zu melden, die in Richtung Birmingham unterwegs waren.

John Joseph Jones, der 1880 Abberley Hall erbte, gab den Turm in Auftrag. Als Grund nannte man damals, Jones wollte seinen vielen Bediensteten und Arbeitern keine Ausrede bieten, sie wüssten nicht wie spät es ist. Glaubhafter scheint aber eine andere Version zu sein: Ganz in der Nähe wohnte Lord Dudley auf Witley Court, zu dem eine gewisse Rivalität bestand und mit einem so gewaltigen Uhrenturm auf dem Gelände konnte Jones seinerzeit ganz schön auftrumpfen.

Auf Abberley Hall ist seit 1916 ein Internat untergebracht, die Abberley Hall School, und der Uhrenturm ist leider nicht zu besichtigen, außer an einigen wenigen Tagen. Schade, denn Liebhaber von Follies würden das sicher liebend gern tun.

Dieser Film verschafft einen Eindruck vom Inneren des Turms.

Ein Erkerfenster im Turm.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Ein Erkerfenster im Turm.
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Blick vom Turm.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Blick vom Turm.
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Die Abberley Hall School.   © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 31. Januar 2017 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Humphrey Sturts Horton Tower bei Chalbury Common in Dorset

   © Copyright Trevor Harris and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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„Solitary, massive and unusually ugly“, so beschreiben Gwyn Headley und Wim Meulenkamp den Horton Tower in ihrem Buch „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales„. Der so abgewertete Turm steht einsam auf einer Wiese nahe der Dörfer Chalbury Common und Horton in Dorset. Mit 43 Metern Höhe gehört er zu den höchsten Follies im ganzen Land und wurde, wie sich das für ein Folly gehört, ohne erkennbaren Zweck von einem reichen Exzentriker gebaut, von Humphrey Sturt (1724-1786), so um 1750 herum. Sturt war Architekt und so entwarf er seinen einsamen Turm auch selbst. Wenn er nicht gerade Türme baute, war er im Londoner Parlament zu finden, denn zehn Jahre lang vertrat er als Member of Parliament die Grafschaft Dorset.

Man vermutete damals, dass der MP seinen Turm als Aussichtsplattform nutzen wollte, um von dort oben den Nachthimmel zu beobachten oder, eine andere Version, um bei der Jagd zuzusehen, die sich auf den Feldern darunter abspielte. Wie auch immer, der aus roten Ziegelsteinen gebaute, sechsstöckige Horton Tower, auch Sturt’s Tower genannt, wurde irgendwann nicht mehr geliebt und so verfiel er langsam vor sich hin. Besteigen kann man ihn schon lange nicht mehr, doch vor einiger Zeit hat der Turm einen praktischen Nutzen gefunden, denn die Firma Vodafone brachte an ihm Mobilfunkmasten an, diskret versteht sich, und verbunden mit einigen Restaurierungsarbeiten.

Kurzfristig herrschte im Jahr 1967 am Horton Tower einmal richtig Leben, als hier Dreharbeiten für den Spielfilm „Far From the Madding Crowd“ (Regie: John Schlesinger; dt. „Die Herrin von Thornhill“) stattfanden. Gedreht wurde im Inneren und zwar eine Hahnenkampfszene. Als das Filmteam abzog, verfiel der Turm wieder in einen Tiefschlaf.

Hier ist ein Film über den Horton Tower, von einer Drohne aus gesehen.

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Published in: on 5. Oktober 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Der Wainhouse Tower in Halifax (West Yorkshire) – Das höchste Folly der Welt

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Folly“ (so die Wikipedia) bezeichnet in der Gartenkunst ein Bauwerk, das sich durch die ihm zugrunde liegende exzentrische Idee und seine extravagante Ausführung von anderen Gartenstaffagen unterscheidet. Der Begriff wird auch in der Architektur für einen ungewöhnlichen Zierbau verwendet.

Ich habe in diesem Blog im Laufe der Zeit schon einige besonders markante Follies in England vorgestellt, heute ist nun der Wainhouse Tower in Halifax in der Grafschaft West Yorkshire an der Reihe.

Mit 84 Metern Höhe ist der Turm das höchste Folly in der Welt und das will schon einiges heißen. Eigentlich sollte der Turm ein Schornstein werden, den John Edward Wainhouse von 1871 – 1875 errichten ließ. Da er aber die dazugehörige Fabrik verkaufte, bevor der Schornstein/Turm fertiggestellt war und der neue Besitzer ihn nicht haben wollte, behielt Wainhouse den Turm und wollte ihn als Observatorium umbauen. Der Architekt Richard Swarbrick Dugale baute jedoch derart viele Pfeiler, Säulen und Balustraden an, dass für ein Teleskop absolut kein Platz mehr gewesen wäre.

Nach dem Tode seines Besitzers wurde der Turm versteigert, wechselte mehrfach den Eigentümer und gehört jetzt dem Calderdale Council.

Im Juli 2008 wurde der Wainhouse Tower vollständig renoviert, da es Sicherheitsmängel gab und im Mai 2009 wieder der Öffentlichkeit übergeben, die an bestimmten Tagen im Jahr Zutritt hat, in diesem Jahr heute am 19. Juni  und am 29. August. Für  £2.50 kann man die 400 Stufen erklimmen und von oben einen grandiosen Blick auf Yorkshire genießen. Dieser außergewöhnlich schöne Film zeigt den Turm mit Hilfe einer Quadrocopter-Kamera.

Die Huffington Post zählt den Wainhouse Tower zu den 10 interessantesten Follies der Welt; in England gehören noch dazu: The Forbidden Corner bei Leyburn in North Yorkshire,  die Williamson Tunnels in Liverpool und Bettison’s Folly an der Ostküste von Yorkshire in Hornsea. Alle drei habe ich in meinem Blog bereits vorgestellt.

Man erreicht den Turm im Süden der Stadt Halifax zu Fuß von der Straße Wakefield Gate aus, die von der Skircoat Moor Road abzweigt.

Die imposante Kuppel des Turms.   © Copyright Alexander P Kapp and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die imposante Kuppel des Turms.
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Der Turm wirft seinen Schatten über Halifax.   © Copyright Ivan Hall and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Der Turm wirft seinen Schatten über Halifax.
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Follies – Old John im Bradgate Park bei Leicester

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Der Bradgate Park ist ein öffentlicher Park, ein paar Kilometer außerhalb der Stadt Leicester gelegen. Das Besondere an diesem Park ist ein Hügel auf dem ein Folly steht, der den Namen Old John trägt und die Form eines Bierkruges hat, was in England einmalig sein dürfte.
1784 wurde der Turm erbaut und diente eine Zeit lang als Beobachtungsposten, von dem aus man sehr schön die Pferderennen sehen konnte, die auf der Rennbahn, die um den Turm herumführte, ausgetragen wurden.

Wie kam es nun zu dem Namen „Old John“? Einer örtlichen Legende nach geriet am 31. Oktober 1786 auf dem Hügel ein Freudenfeuer zu Ehren der Volljährigkeit des Sohnes des fünften Earls of Stamford außer Kontrolle, und einer der brennenden Äste stürzte auf die Anwesenden, wobei ein Arbeiter namens John erschlagen wurde. Der Earl wollte dem Mann posthum noch etwas Gutes tun und benannte den Turm in Erinnerung an ihn Old John. Dichtung oder Wahrheit???
Der abgeschiedene Turm ist in der Regel geschlossen, er wird nur zu bestimmten Anlässen zur Besteigung freigegeben.

Der große Bradgate Park ist ein Erholungsgebiet für die Bewohner von Leicester und sehr beliebt für Picknickausflüge. Hier ist ein Film über Old John von einem Quadrocopter aus aufgenommen.

   © Copyright Trevor Rickard and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 5. Februar 2016 at 02:00  Comments (1)  
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Bettison’s Folly in Hornsea an der Ostküste von Yorkshire

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Es war einmal ein gewisser William Bettison, ein wohlhabender Geschäftsmann, der in Hull arbeitete und der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hornsea an der Ostküste von Yorkshire lebte. Wenn er abends von der Arbeit nach Hause kam, war er immer sehr hungrig und ungehalten, wenn sein Küchenpersonal das Abendessen nicht rechtzeitig auf den Tisch brachte. Da hatte er an einem Tag des Jahres 1844 eine geniale Idee: Er ließ am Willows Drive, wo er damals wohnte, einen rund 18 Meter hohen Turm bauen, auf dem jeweils einer seiner Bediensteten nachmittags nach Mr. Bettisons Kutsche Ausschau halten musste. Sobald der Diener seinen Herren am Horizont erspäht hatte, informierte er die Küche, die daraufhin mit Hochdruck das Essen zubereitete und kaum war die Kutsche samt Passagier vorgefahren, stand auch schon das Abendessen auf dem Tisch. Kein Warten mehr, kein knurrender Magen, kein ungehaltener hungriger Hausherr…und das alles war dem Turm zu verdanken, der bald darauf den Namen Bettison’s Folly erhielt. Übrigens soll der knauserige Mr. Bettison den Bauunternehmer, der den Turm hochgezogen hatte, nie bezahlt haben.

Der zinnenbewehrte Turm steht noch heute am Willows Drive; die Besitzer wechselten häufig. In den letzten Jahren drängte man den Hornsea Town Council, das Bauwerk zu übernehmen, damit es nicht verfiel, doch der lehnte aus Kostengründen ab. So war man in der Stadt erleichtert, als 2011 zwei Geschäftsleute aus Hornsea Bettison’s Folly für den symbolischen Kaufpreis für £1 übernahmen. Die beiden Männer kümmern sich um den unter Denkmalschutz stehenden Turm, und an ganz wenigen Tagen ist er auch für die Öffentlickeit zugänglich.

Hier ist ein Film über Hornsea, in dem auch das Folly zu sehen ist.

Published in: on 31. Mai 2015 at 02:00  Comments (1)  
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The Ashton Memorial in Lancaster (Lancashire) – Ein Folly aus dem frühen 20. Jahrhundert

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James Williamson, 1st Baron Ashton (1842-1930), war ein wohlhabender Mann, der sein beträchtliches Vermögen durch die Produktion von Linoleum und Wachstuch erwarb. Der „Oil Cloth King of Lancaster„, dort war Williamson ansässig, legte, gemeinsam mit seinem Vater, den riesigen Williamson Park an, der noch heute für die Bewohner der Stadt in Lancashire ein Naherholungsgebiet ist. Nach dem Tod seiner zweiten Frau, Jessie Ashton, ließ Williamson zu ihrer Erinnerung von dem Architekten John Belcher hoch auf einem Hügel über Lancaster ein Memorial bauen, das zu einer Art Wahrzeichen für die Stadt im Nordwesten Englands geworden ist. „England’s grandest folly“ wird das Ashton Memorial auch genannt, denn das pompöse Gebäude diente keinem besonderen Zweck, es war einfach nur schön anzusehen mit seiner kupfernen Kuppel und der verschnörkelten Fassade. Geschmückt wird es von Skulpturen, die Handel, Wissenschaft, Gewerbe und Kunst darstellen. 1909 war es nach dreijähriger Bauzeit fertig geworden.

Vom Ashton Memorial hat man einen grandiosen Blick auf Lancashire; bei besonders klarem Wetter soll man sogar den Blackpool Tower sehen können. Heute steht das Memorial, das dem Lancaster City Council gehört, für Ausstellungen und Konzerte zur Verfügung und kann man es z.B. für Hochzeitsfeiern mieten.

Auch Geisterjäger haben das Ashton Memorial entdeckt, denn hier soll es so richtig spuken; kein Wunder liegt es doch direkt neben dem Gallows Hill, wo bis zum Jahr 1800 Dutzende von Menschen am Galgen zu Tode kamen. Die berüchtigten Hanging Judges of Lancaster kannten keine Gnade und verurteilten reihenweise Angeklagte zum Tod. Auch zehn der sogenannten Pendle Witches wurden hier oben auf dem Gallows Hill am 20. August 1612 hingerichtet. Im Oktober 2009 besuchte das Team der Geisterjäger-Sendung „Most Haunted“ mit Yvette Fielding das Ashton Memorial und den Gallows Hill und sie verbrachten hier zwei unruhige Nächte.

Hier ist ein Film über das Ashton Memorial, von einem Quadrocopter aufgenommen.

Das Innere des Ashton Memorials.    © Copyright Graham Robson and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Das Innere des Ashton Memorials.
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Blick auf die Stadt Lancaster vom Ashton Memorial aus.    © Copyright Rob Farrow and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Der Freston Tower bei Ipswich in Suffolk – Englands ältester Folly, mietbar über den Landmark Trust

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Den Landmark Trust habe ich in meinem Blog schon einmal vorgestellt. Über den Trust hat man die Möglickeit, in historischen oder anderweitig interessanten Gebäuden zu wohnen. In der Regel kauft der Trust vernachlässigte, nicht mehr gebrauchte alte Gebäude auf, renoviert sie von Grund auf und vermietet sie an Urlauber.

Der Freston Tower bei Ipswich in Suffolk ist eines jener Landmark Trust-Objekte, das 1999 in seinen Besitz kam. Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Turm gebaut, warum und wofür ist nie so ganz klar geworden. Möglicherweise sollte er als Ausguck dienen, um herannahende Piratenschiffe frühzeitig zu sichten, vielleicht war er auch nur ein Folly; wenn, dann ist er der älteste Folly im ganzen Land.

Es existiert  eine schöne Geschichte über den Turm, die 1850 in dem Roman „Freston Tower“ erschien, geschrieben von Reverend Richard Cobbold:

Lord Freston, einstiger Besitzer des sechsstöckigen Turmes, hatte eine bildhübsche Tochter namens Ellen. Für sie baute er den Freston Tower als Schule um und zwar so, dass jedes Stockwerk für einen bestimmten Unterrichtsstoff diente. Montags begann die Unterrichtswoche im Erdgeschoss mit dem Thema Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Dienstags stand im ersten Stock Weben auf dem Plan.Der Mittwoch war im zweiten Stock ganz der Musik gewidmet. Donnerstags durfte Ellen im dritten Stock Malen. Klassische und englische Literatur  wurde am Freitag im vierten Stock gelehrt und schließlich musste sich die junge Dame am Samstag im fünften Stock mit Astronomie auseinandersetzen; die dazu erforderlichen Geräte standen ganz oben auf dem Turm. Eine wirklich schöne Geschichte.

Wer heute im Freston Tower wohnen möchte, der kann sich an den Landmark Trust wenden. In jedem Stockwerk gibt es ein Zimmer; geeignet ist der Turm für maximal vier Personen (die möglichst nicht gehbehindert sein sollten, denn einen Fahrstuhl gibt es nicht, dafür aber eine steile Wendeltreppe). Ganz oben auf dem Turm gibt es dann eine grandiose Aussicht auf den River Orwell (nach dem sich der Schriftsteller Eric Blair in George Orwell umbenannte) und die Landschaft von Suffolk.  Vier Übernachtungen kosten z.B. im Oktober £677.

Dieser Film zeigt den Freston Tower und seine nähere Umgebung.

Ganz oben auf dem Freston Tower.    © Copyright Bob Jones and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

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Published in: on 2. August 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Druid’s Temple bei Ilton (North Yorkshire) – Das Stonehenge des Nordens

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Stonehenge in Wiltshire ist eine der größten Touristenattraktionen Englands und zieht jedes Jahr unzählige Menschen an. Entsprechend voll ist es dort auch und eine besondere Stimmung mag nicht so recht aufkommen. Die vielbefahrene A303 führt direkt an der prähistorischen Stätte vorbei.
Sehr viel ruhiger geht es am „Stonhenge des Nordens“ zu, dem Druid’s Temple bei Ilton in North Yorkshire, ein paar Kilometer südwestlich der Bierstadt Masham. Hier führt keine A- oder B-Straße vorbei, die Steinformationen stehen am Ende des schmalen Knowle Lanes in einem Waldgebiet. Allerdings kann der Druid’s Temple, was das Alter angeht, dem großen Bruder im Süden das Wasser absolut nicht reichen, denn die Geburtsstunde des Druidentempels schlug etwa um das Jahr 1800 herum.

Initiator der Anlage war William Danby (1752-1833), ein Schriftsteller, der im nahegelegenen Swinton Park lebte. Er schrieb Bücher mit recht eigenartigen Titeln wie „Thoughts on Various Subjects“ oder „Thoughts, Chiefly on Serious Subjects“. Danby kam auf die Idee, hier oben ein Gegenstück zu Stonehenge zu schaffen, in erster Linie um der hohen Arbeitslosigkeit, die in der Region herrschte, entgegenzutreten. Jeder Arbeiter erhielt einen Shilling pro Tag, was für damalige Verhältnisse gar nicht so schlecht war. Aber die Arbeit war hart und nicht ungefährlich, denn die herangebrachten Steine waren extrem schwer. Danby war ein Perfektionist, alles musste genauso ausgeführt werden wie er es sich vorgestellt hatte. So finden wir hier im Wald Altäre, Dolmen, Menhire und alle möglichen anderen Steingebilde.

Der Erbauer wollte für seine Tempelanlage einen Eremiten haben und suchte jemanden, der sieben Jahre lang hier mitten im Wald wohnte, mit niemandem sprach und sich einen langen Bart wachsen ließ; für die Verpflegung wollte Danby sorgen. Niemand hielt aber die sieben Jahre durch, einer soll es immerhin über vier Jahre ausgehalten haben.

Danbys Swinton Park wurde 2001 als Luxushotel eröffnet; es ist wirklich ein sehenswertes Gebäude, in dem ich leider noch nicht übernachtet habe, aber bei meinem nächsten Besuch in North Yorkshire steht es ganz oben auf meiner Liste.

Hier sind einige Bilder der Anlage zu sehen.

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Hier wohnte einst William Danby, jetzt ist es ein Luxushotel.    © Copyright Michael King and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Swinton Park: Hier wohnte einst William Danby, jetzt ist es ein Luxushotel.
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Published in: on 18. März 2014 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – Peterson’s Tower in Sway (Hampshire), gebaut nach Anweisungen aus dem Jenseits

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Es ist nicht ganz ohne Witz, dass in einem Ort namens Sway (to sway = schwanken) ein Turm gebaut worden ist, der zu den höchsten Follies des Landes zählt. Sway Tower oder Peterson’s Folly wird er genannt, nach seinem Erbauer Andrew Thomas Turton Peterson (1813-1906), einem ehemaligen Rechtsanwalt, der lange Zeit in Indien gearbeitet hatte, und sich hier unten im südlichen Teil des New Forests in der Grafschaft Hampshire niederließ. Mit 66 Metern Höhe ist das schon ein ganz beachtliches Gebäude, das Peterson da hat bauen lassen und über den eigentlichen Zweck des Turms kursierten damals Vermutungen, z.B. dass er als Mausoleum für Peterson dienen sollte. Als man beim Baubeginn 1879 zwei Steinplatten in den Boden des Turms einließ, ahnte Mrs Peterson, was das bedeuten könnte und sie machte ihrem Mann unmissverständlich klar, dass sie eines Tages nicht darunter ihre letzte Ruhestätte haben wollte. Auch munkelte man, dass  Peterson auf der obersten Plattform des Turmes einmal, wie oft in Indien praktiziert, verbrannt werden wollte. Wie auch immer, nichts davon geschah.

Der Erbauer des Turms hatte eine Schwäche für alles, was mit Spiritualismus zusammenhing und so war er auch sehr an einer religiösen Sekte, die sich die New Forest Shakers nannte, interessiert und da speziell an einer Mary Ann Girling. Diese Dame verschaffte ihm über ein Medium Kontakt ins Jenseits und zwar zu Sir Christopher Wren, der dadurch berühmt wurde, dass er nach dem großen Brand von London, unzählige Kirchen und andere Gebäude wieder neu erbauen ließ. Wren beriet also Peterson bei der Gestaltung des Turmes, der darüber außerordentlich entzückt war. Gebaut wurde Peterson’s Folly ausschließlich aus unverstärktem Beton.

Als Krönung seiner Schöpfung setzte Peterson seinem Turm noch eine helle Lampe oben drauf, was ihm aber sofort untersagt wurde, weil er dadurch nachts die durch den Solent fahrenden Schiffe irritieren könnte.

Direkt am Sway Tower kann man heute in einem Bed & Breakfast namens Tower Hall übernachten.

Published in: on 19. Dezember 2013 at 02:00  Schreibe einen Kommentar  
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The Triangular Lodge bei Rushton (Northamptonshire) – Mehr als nur ein Folly

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Auf den ersten Blick sieht die Triangular Lodge bei Rushton in der Grafschaft Northamptonshire wie ein Folly aus. Hier ist alles auf die Zahl „3“ bzw. das mehrfache davon zurückzuführen. Doch es steckt mehr dahinter wie wir gleich sehen werden.

Sir Thomas Tresham ließ die Lodge Ende des 16. Jahrhunderts erbauen. Sir Thomas, Vater von Francis Tresham, einem der Verschwörer des Gunpowder Plots, war ein glühender Anhänger des katholischen Glaubens, was in jener Zeit sehr problematisch war und so verbrachte er einen großen Teil seines Lebens in verschiedenen Gefängnissen. Im Ely Prison in Cambridgeshire kam er auf die Idee, die Lodge zu bauen und so zeichnete er hier schon einmal in groben Zügen die Symbole an die Wand, die er später beim Bau verwenden wollte.

Nordwestlich von Kettering auf dem Gelände der Rushton Hall begann Sir Thomas schließlich mit dem Bau der Triangular Lodge, einer Huldigung an die Heilige Dreifaltigkeit. Das Gebäude hat drei Seiten, von denen jede 33,33 Fuß lang ist, drei Stockwerke, drei Giebel auf jeder Seite, drei mal drei Wasserspeier und jeweils drei Dreipässe (das sind Ornamente, die aus drei nach außen weisenden Kreisbögen bestehen) pro Reihe und pro Außenwand. Bibelzitate zieren ein Fries an den Wänden, die jeweils aus 33 Buchstaben bestehen. Und über der Eingangstür zur Lodge stehen die Bibel-Worte „Tres Testimonium Dant“ („Denn drei sind, die da zeugen im Himmel“ 1. Johannes 5:7).

„Good Tres“ war dann auch der Name des in die Zahl Drei vernarrten Sir Thomas, mit dem ihn seine Frau ansprach.
Die Triangular Lodge war damals auch zeitweise bewohnt und zwar vom „head warrener“, das war der Mann, der für die Hege und Pflege der Kaninchen zuständig war.

Die Rushton Triangular Lodge gehört heute dem English Heritage und ist in diesem Jahr noch bis zum 3. November, jeweils mittwochs bis sonntags, zu besichtigen.  Das Gebäude liegt einsam an der Landstraße, die von Rushton nach Desborough führt. Viel Platz zum Parken ist dort nicht, lediglich ein kleiner Streifen gegenüber der Mauer lässt Platz für wenige PKWs zu.

Dieser Film gibt einen Eindruck von dem Dreiecksgebäude.

Triangular Lodge
Rushton, Kettering, Northamptonshire – NN14 1RP
Tel. 01536 710761

Die Giebel und die Dreipässe der Triangular Lodge.    © Copyright Chris Downer and   licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Die Giebel und die Dreipässe der Triangular Lodge.
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Published in: on 11. Oktober 2013 at 02:00  Comments (1)  
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The Folly Fellowship – Die Organisation, die sich der Erhaltung der Follies verschrieben hat

Eigenes Foto.

Folly wird in Wörterbüchern mit „Reiner Zierbau“ oder „Nutzloser Prunkbau“ übersetzt. Die englischsprachige Wikipedia definiert den Begriff so:
„In architecture, a folly is a building constructed primarily for decoration, but either suggesting by its appearance some other purpose, or merely so extravagant that it transcends the normal range of garden ornaments or other class of building to which it belongs“.

Follies weisen häufig auch auf die exzentrischen Züge ihrer Erbauer hin, daher finden sich in Großbritannien recht viele davon. Damit diese „Juwelen“ britischer Baukunst nicht verfallen oder abgerissen werden, kümmert sich seit 1988 eine Organisation namens The Folly Fellowship um sie.  Ihre Hauptaufgaben: to protect, to preserve and to promote.

Die Organisation nimmt sich in liebevoller Weise dieser „Verrückheiten“ an und veröffentlicht dreimal im Jahr das Magazin „Follies„, einmal jährlich „The Follies Journal: The International Journal for Follies, Grottoes, and Garden Buildings“ und ein e-Bulletin namens „Foll-e„, das man sich auch online ansehen kann.

Einmal im Jahr kommen die Mitglieder zu einer großen Gartenparty zusammen, bei der Sandwiches und Pimms gereicht werden. Der Höhepunkt dieser Party ist stets die Enthüllung einer speziellen Torte, die in Form eines der besuchten Follies gestaltet ist. Die diesjährige Garden Party fand in den Stowe Landscape Gardens in Buckinghamshire statt.

Über das Thema „Follies“ sind schon zahlreiche Bücher geschrieben worden; zuletzt, im Juli 2012, erschien „Follies: Fabulous, Fanciful and Frivolous Buildings“ von Gwyn Headley.
Mein Favorit ist nach wie vor „Follies: A Guide to Rogue Architecture in England, Scotland and Wales„, ebenfalls von Gwyn Headley, in Zusammenarbeit mit Wim Meulenkamp, geschrieben. Mein Exemplar stammt zwar aus dem Jahr 1990, ist aber auch heute noch gut verwendbar.

Wer Mitglied in der Folly Fellowship werden möchte (der Jahresbeitrag ist 40 EURO) wende sich an:

Membership Secretary
Folly Fellowship
35 Queensfields West
Bognor Regis
West Sussex
PO21 5SG

Published in: on 15. November 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Beckford’s Tower bei Bath (Somerset) – Ein Turm, in dem man auch wohnen kann

Beckford’s Tower und im Vordergrund das Grab William Beckfords.
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Der Schriftsteller und Exzentriker William Beckford (1760 – 1844) liebte Türme und gab dafür auch eine Menge von seinem reichlich vorhandenen Geld aus. Zuerst ließ er auf seinem Anwesen Fonthill Abbey in Wiltshire den höchsten Turm im gotischen Stil in ganz England bauen, der mit 84 m sogar die Kathedrale von Canterbury übertraf. Insgesamt krachte dieser Turm dreimal in sich zusammen, zuletzt zwei Jahre nachdem Beckford die Fonthill Abbey verkauft hatte. Dieses Mal wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Beckford war mittlerweile nach Bath gezogen und wollte dort einen neuen Turm bauen, in den er sich zurückziehen konnte. Auf dem Lansdown Hill, oberhalb von Bath, entstand 1827 schließlich der Beckford’s Tower, in dem der Schriftsteller Teile seiner umfangreichen Kunstsammlung und Bibliothek unterbrachte. 37 m hoch war der Turm nur und Beckford hätte gern noch ein Stück daraufgesetzt, aber vielleicht war er durch die schlechten Erfahrungen mit dem Vorgängerturm gewarnt und so beließ er es bei dieser Höhe.

1995 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten am Turm vorgenommen, denn es bestand Einsturzgefahr. Heute dient der Beckford’s Tower als Museum, in dem man sich über Beckfords Leben und Wirken informieren kann, und man kann auch auf 154 Stufen die Wendeltreppe bis zur Spitze hinaufsteigen.

Wer das Bedürfnis verspürt, hier weit oberhalb von Bath in dem Turm zu wohnen, kann auch dies tun, denn der Landmark Trust (den ich in meinem Blog schon einmal vorstellte) vermietet im Untergeschoss ein Appartment für drei Personen, das auch den wunderschönen Scarlet Drawing Room umfasst. Sieben Nächte kosten in dem Appartment z.B. im Herbst etwas über £1 000. Informationen darüber bei:
The Landmark Trust
Shottesbrooke
Maidenhead
Berkshire
SL6 3SW
Tel. 01628 825925

Blick auf Bath und den Lansdown Hill. Der Beckford’s Tower liegt ganz oben links auf dem Hügel.
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Übernachtung im Schweinestall? In Robin Hood’s Bay (North Yorkshire) ist das möglich

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Der alte Schmugglerort Robin Hood’s Bay liegt einige Kilometer südlich von Whitby an der Küste von North Yorkshire. Man kann hier in Hotels übernachten, man kann aber auch einen Schweinestall für einen Aufenthalt mieten: Der Landmark Trust macht’s möglich.
Es handelt sich hierbei selbstverständlich um keinen normalen Schweinestall. The Pigsty ist ein Folly, das 1883 von John Barry erbaut wurde, einem Schiffseigner, der in der nahegelegenen Fyling Hall wohnte.

Warum soll man seinen Schweinen eigentlich nicht auch mal was Gutes tun und sie in einem neoklassischen Gebäude mit einer Säulenfront unterbringen? Während der Bauarbeiten soll Barry (zur Verzweiflung der Baufirma) immer wieder Änderungswünsche eingebracht haben, aber schließlich stand der kleine Schweinepalast. Ob die glücklichen neoklassischen Schweine auch ein besonders schmackhaftes Fleisch geliefert haben, ist nicht überliefert.

1920 starb John Barry und sein Pigsty verfiel zusehends. Das marode Gebäude wurde 1988 vom Landmark Trust übernommen, restauriert und mit allen Annehmlichkeiten versehen, um es für Menschen attraktiv zu machen (die Schweine hatten es längst verlassen müssen). Der Landmark Trust vermietet The Pigsty, der für zwei Personen ausgelegt ist, für knapp £900 pro Woche in der Hauptsaison; in der Nebensaison kann man für etwas über £400 hier wohnen.

Wie der Blick vom Pigsty aussieht, kann man in diesem Mini-Clip sehen.

Das Buch zum Artikel:
Robin Lidster: Robin Hood’s Bay and Fylingthorpe Through Time. Amberley Publishing 2009. 96 Seiten. ISBN 978-1848686632.

Published in: on 15. Dezember 2011 at 02:00  Comments (1)  
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The Pack o‘ Cards in Combe Martin (Devon) – Der „Kartenspiel-Gasthof“

 

 

 

Eigenes Foto.

Eigenes Foto.

Combe Martin ist ein hübsches Dorf an der Nordküste von Devon, am Rand des Exmoor-Nationalparks. Hier steht ein äußerst seltsamer Pub namens „The Pack o‘ Cards„, auf Deutsch „Das Kartenspiel“. Dieses verschachtelte Gebäude ist nach dem Nummernsystem eines Kartenspiels gebaut worden und zwar gibt es hier:
– 4 Stockwerke = Zahl der Spielkartenfarben
– 13 Zimmer, 13 Türen auf jedem Stockwerk, 13 Kamine = Zahl der Karten einer Farbe
– 52 Fenster, 52 Treppen, 52 x 52 Fuß Grundfläche = Zahl der Spielkarten

Der ganze Pub sieht auch wie ein Kartenhaus aus. Wie kam es dazu?
Ein gewisser George Ley aus Combe Martin spielte gerne einmal eine Runde Karten mit seinen Freunden und eines Tages, das war im Jahr 1690, konnte er einen großen Gewinn einstreichen. Ihm fiel nichts Besseres ein, als ein Haus zu bauen, das ihn immer an diesen großen Gewinn erinnern würde, indem das Gebäude wie ein Kartenhaus gestaltet wurde. Erst im frühen 19. Jahrhundert machte man daraus einen Gasthof, den  King’s Arms Inn. Den heutigen Namen, „Pack o‘ Cards“, erhielt der Pub aber erst 1933.

Wer hier einmal an der Nordküste Devons unterwegs ist, sollte es auf keinen Fall verpassen, diesem „Folly Gasthof“ einen Besuch abzustatten.
In Paul Moodys und Robin Turners „Rough Pub Guide“ („A countdown of the fifty most unforgettable drinking experiences in the UK“) nimmt „The Pack o‘ Cards“ Platz 40 ein.

High Street
Combe Martin
EX34 0ET
Tel: 01271 882300

The Penshaw Monument bei Washington (Tyne and Wear)

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Was macht ein griechischer Tempel im Norden Englands in der Nähe des Ortes Washington im County Tyne and Wear? Das Penshaw Monument oder The Earl of Durham’s Monument, wie es offiziell heißt, ist eines jener Follies, die es überall in England gibt und die man dort heiß und innig liebt.

Das Monument ist eine Replika des Hephästos-Tempels in Athen, 30 Meter lang, 16 Meter breit und 20 Meter hoch.
Am 28. August 1844 wurde der Grundstein des Tempels gelegt, dem man John George Lambton, dem 1. Earl of Durham, der zeitweise Generalgouverneur der Provinz Kanada war, widmete.

Früher konnte man über eine Wendeltreppe auf das Dach des Tempels gelangen; nachdem aber 1926 ein 15jähriger Junge von dort zu Tode stürzte, hat man das Dach für Besucher geschlossen.

1939 schenkte der 5. Earl of Durham das Penshaw Monument dem National Trust. Vielleicht wusste er nicht so recht, was er damit anstellen sollte.

Published in: on 24. Juli 2010 at 11:25  Comments (7)  
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Follies – Das älteste Baumhaus der Welt in Pitchford (Shropshire)

 

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Pitchford Hall.
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Pitchford Hall in Shropshire ist eines der schönsten elisabethanischen Häuser Englands, etwa 8 km südöstlich von Shrewsbury gelegen. Auf dem Gelände der Hall steht ein Kuriosum, das älteste Baumhaus der Welt, hier zu sehen.

Irgendwann im 17. Jahrhundert wurde es erbaut und erstmals 1692 erwähnt. 1760 und 1980 wurde es noch einmal komplett renoviert. Das Baumhaus ist im gleichen Stil gehalten wie das Haupthaus und sitzt etwa vier Meter über dem Boden in einer Linde. Es verfügt über eine Eingangstür, drei gotische Fenster und auch das Innere wurde in gotischem Stil gestaltet.

Pitchford Hall ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Pitchford Estate, daneben gelegen, bietet Holiday Homes zum Mieten an.

Published in: on 7. März 2010 at 10:07  Schreibe einen Kommentar  
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Follies – „Mad Jack“ Fullers Pyramide in Brightling (East Sussex)

John „Mad Jack“ Fuller (1757-1834) war einer jener englischen Exzentriker, die sich auch auf dem Gebiet der „Follies“ hervortaten. Dazu erwählte er den Ort Brightling in East Sussex, südlich der A 265 gelegen, nordwestlich von Battle. Mit nur 23 Jahren wurde er schon für Southampton ins Parlament gewählt und war später MP für Sussex. Er legte sich mit dem Speaker des Parlaments an und machte sich in dem hohen Hause unbeliebt. Als Befürworter der Sklaverei war er auch nicht überall gern gesehen.

Aber zurück zu seinen Follies. Mehrere davon stehen in Brightling u.a. ein 14m hoher Obelisk, ein griechischer Tempel und ein Observatorium.

23 Jahre vor seinem Tod baute er sich ein Mausoleum in Form einer Pyramide auf dem Friedhof der Kirche St. Thomas à Becket in Brightling. Fast 8m hoch ist die Pyramide und die Legende sagt, daß Mad Jack darin an einem Tisch sitzt, in voller Montur mit einem Zylinder auf dem Kopf, vor sich auf dem Tisch ein gegrilltes Hähnchen und eine Flasche Portwein. So soll er auf den Tag der Auferstehung warten.
1982 fand man bei Renovierungsarbeiten heraus, dass diese Legende eben nur eine Legende war. Mad Jack Fuller ist in der Pyramide auf herkömmliche Weise beigesetzt. Schade!.

Published in: on 2. Februar 2010 at 21:03  Comments (4)  
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